NT254: Der neue Quer-Bastoni

Überraschung! Wir haben mit diesen Gästen über das WM-Aus von Italien gesprochen:

Wie hat euch die Sendung gefallen?

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sehr gut!

Noch nicht gehört, aber das Wortspiel im Titel ist mal wieder :cook: :face_blowing_a_kiss:

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Nur Hochachtung für das Wortspiel!

Und auch ansonsten unfassbar interessante und informative (wie immer, wenn Christian Bernhard dabei ist) Folge. Hatte diese strukturellen Nachwuchsprobleme der Italiener so gar nicht auf dem Schirm - wahrscheinlich, weil es mit Tonali, Barella, Bastoni ja einige sehr strahlende Top-Talente gab, die es zu Spitzenspielern geschafft haben.

Dass ausgerechnet Atalanta für einige der wenigen jungen Spieler verantwortlich ist und auch eine U23 hat, fügt sich auch passend ins Gesamtbild, das immer wieder von Atalanta gezeichnet wird.

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Ich habe es gehört und fand es richtig gut. Ihr wisst Bescheid was das heißt :wink:.

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Wie immer gute Gäste und gute Sendung. Nur an einem Punkt bin ich ein bisschen gestolpert. In Kombination mit dem Tribünengespräch über Investoren im Fußball habe ich gelernt, dass ja die Investoren tendenziell Geld verdienen wollen. ( es gibt da glaube ich Unterschiede ob es sich um ein Vanity Projekt eines einzelnen Milliardärs handelt, oder ob es eine Investoren Gruppe ist) aber Christian verwechselt hier meiner Meinung nach Cashflow der durch Transfers generiert werden könnte, weshalb Investoren seiner Meinung nach ein Eigeninteresse an einer guten Italienischen Jugendarbeit hätten, und dem Wachstum des Wertes des Vereines als Ganzes. Investoren geht es, wenn ich das Tribünengespräch richtig verstanden habe, meistens eher um letzteres und das ist in erster Linie zumindest über das internationale Geschäft, vor allem durch Titel zu erreichen und die holt man durch gestandene eingekaufte Spieler eher als durch eigene Jugendarbeit. Insofern irrt sich Christian, verständlicherweise, aber meiner Meinung nach doch in seiner Einschätzung zu einem Interessenskonflikt, der durch Investoren diesbezüglich entsteht. Was das unterstreicht ist glaube ich die Statistik die Max zur Transferbilanz der Serie A Clubs herausgesucht hatte…. Es ist kein Zufall ä, dass der Cashflow gering bis negativ ist… es geht primär um die Steigerung des Wertes der Clubs. Auch wenn man bei statistischen Mitteln wie diesem vorsichtig sein sollte, denn Einzelfälle wie beispielsweise Juve durch den Ronaldo Transfer das Mittel bestimmt etwas verzerren.

Noch mal danke für die gute Sendung.

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dito

Also, da hätte ich tausend Dinge anzumerken. Man muss zuerst mal unterscheiden, von was man redet, Cash Flow, Umsatz und/oder Gewinn sind völlig unterschiedliche Dinge. Und Cash Flow ist auf jeden Fall etwas, was sich Investoren ansehen, denn das zählt mehr für die Bewertung einer Firma als Gewinn oder Umsatz!

Kurz zur Definition (habe die KI bemüht, damit ich nicht so viel selber schreiben muss):

Der Free Cash Flow (FCF) ist der liquide Mittelzufluss, der einem Unternehmen nach Abzug aller betriebsnotwendigen Ausgaben und Investitionen (CapEx) aus dem operativen Cashflow verbleibt. Er stellt das frei verfügbare Geld dar, um Dividenden zu zahlen, Aktien zurückzukaufen oder Schulden zu tilgen, und gilt als wichtiger Indikator für finanzielle Stabilität und Wachstumspotenzial.

Und WachstumsPOTENTIAL ist einer der wichtigsten Kriterien um eine Firma teuer zu verkaufen (also den Exit), egal wie die Situation aktuell aussieht. Das macht den Cash Flow eben so interessant, weil man, ohne wirklich bereits grossartig zu sein, das Versprechen auf Grossartigkeit verkauft.

Mag sein, dass meine Verwendung der Vokabel nicht richtig ist (bin kein Experte) hab mich deshalb auf das Tribünengespräch bezogen.

Du beziehst dich bei deiner Definition auf Aktienunternehmen, meiner Kenntnis nach ist dies nur bei Juventus Turin zutreffend. (Analog zum BVB in Deutschland) die anderen Clubs auf die sich vor allem bezogen wurde sind im Besitz von Private Equity. Ich glaube deshalb, dass mein Argument im großen und Ganzen bestehen bleibt, aber deine Ergänzung ist richtig. Danke.

Ich wollte nur mal kurz ein WTF dalassen.

Dass ich in ner Länderspielpause 4 Rasenfunksendungen höre war jetzt auch nicht unbedingt auf meiner Bingokarte :sweat_smile: . Ich hab ja ganz blauäugig gedacht, dass max sich ein paar Tage Urlaub nimmt :see_no_evil_monkey: .

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Ich fand’s ne sehr gute und interessante Folge. Spannend fand ich vor allem den Aspekt, dass bei der Jugendarbeit kritisiert wurde, dass die Jugendspieler nur unter sich spielen und nicht wie zum Beispiel in Deutschland in der dritten Liga direkt im Herrenfußball. Schließlich ist ja eine Kritik am deutschen System, dass so viele zweite Mannschaften in der dritten Liga spielen würden und dadurch normalen Vereinen ihren Platz weg nehmen. Hier wird ja sogar eher noch darauf gedrängt, dass es eine eigene Liga für die U23 gibt.

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In der Folge noch als schlechter Spruch markiert:

Meloni übernehmen sie!

Kurz darauf:


Quelle: Deutschlankfunk

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Oh je da wird Italien zu „Ohtalien“. Schade um bella italia, dolce vita.

Zumal Meloni schon längst übernommen hat.

Eine ihrer ersten größeren Amtshandlungen war es schließlich, die Steuerprivilegien für ausländische Fachkräfte einzustampfen. Dadurch wurde aus dem Brutto der Serie A-Spieler ein massiv geringeres Netto, was zwangsläufig die Möglichkeit beschränkt, Top-Spieler mit üppigen Nettovergütungen zu ködern.

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Wenn sie (sich) da mal nicht übernommen hat…

Ich will neben der politischen Ebene des Melonismus auch kurz meinen sportlichen Senf zur Debatte beisteuern.

“Im Grunde gut” - würde ich den Status Quo des italienischen (Verbands-)Fußball bezeichnen.

Zum Themenkomplex der Trainerausbildung:

Diese ist in Italien noch elitärer und setzt de facto eine eigene Profikarriere voraus, um an den höheren Lizenzkursen teilnehmen zu können (Minimum Serie D). Die viel verschrienen “Laptop”-Trainer gibt es dort nicht, weswegen die Serie A de facto im eigenen Saft schwimmt und unterhalb der großen 8 Teams immer und immer wieder dieselben Peter Neururer/Friedhelm Funkel-Charaktere fluktuieren.

Zur Jugendarbeit:

Die Verweise auf die hervorragende Jugendarbeit bei Juventus haben einen massiven Makel: Yildiz, Huijsen, Soule und Co haben eine Gemeinsamkeit: keine italienische Staatsbürgerschaft.

Die italienischen Spieler der Alten Dame sind Akteure wie Miretti (ständig verletzt), Savona (okay, aber eben auch nur Rotationsspieler bei Nottingham Forest) und Fagioli (der nach Wettskandal lange gesperrt war). Der einzige “Top-Spieler” aus der Juve-Jugend ist derzeit Moise Kean, dessen fußballerische Leistungen neben der Rap-Karriere im letzten Jahr leider etwas zu kurz gekommen sind. (Verständlich, bei dem Fame)

Insgesamt empfinde ich die Reaktion auf das WM-Aus daher eher übertrieben. Offensichtlich geht die Gesamtentwicklung seit 2018 in die richtige Richtung. Das Team ist jünger, breiter und in Teilen Weltklasse.

Während bei der WM-Quali 2018 hinter Spanien kein Land zu sehen war und gegen ein sehr schwaches Schweden nicht weitergekommen wurde, dabei ein “Weltklassetrainer” wie Gian Piero Ventura an der Seitenlinie saß, wurde seitdem einiges geleistet, um international wieder konkurrenzfähiger zu werden.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass alle Italien-Experten das Gespann aus Andrea Cambiaso, Udogie, Bellanuova und Samuele Ricci einem di Sciglio, Andrea Conti, Danilo D’Ambrosio und Roberto Gagliardini vorziehen würden. Im Sturm durften damals noch solche Größen wie Manolo Gabbiadini oder Simone Zaza herumstümpern. Dagegen sind Retegui, Kean, Scamacca oder Esposito fast die Wiedergeburten von Del Piero, Totti und Toni.

Könnten noch mehr jüngere Spieler aus der Jugend den direkten Weg in die Serie A finden? Auf jeden Fall! Müssten vor allem die Teams der Größenordnung 10-25 viel mehr Eigengewächse hervorbringen, um langfristig sinnvoll schwarze Zahlen zu schreiben? Sicherlich!

Ist das internationale Retortenteam vom Comer See mit seinen dreißig Einsatzminuten für italienische Kicker weitgehend paradigmatisch für strukturelle Probleme inorganischen Wachstums von Fußballteams? Definitiv.

Basiert dessen sportlicher Erfolg überdies auf Lungenkrebs und massiver Überausbeutung von Mensch und Natur (wenn ihr euch die Illusion des coolen, hippen Projekts nicht ruinieren wollt, sucht keine Berichte über die indonesischen Eigentümer)? Ebenfalls wahr.

Sind U23-Teams die Rettung des italienischen Jugend- und Nachwuchsfußballs?
Nein, denn es täte den Ligen in toto deutlich besser, wenn die großen Clubs Talente bei kleineren Teams der Marke Parma, Cagliari etc. beließen, statt sie in der B-Jugend abzuwerben und dann in die U23 oder 73-Spieler umfassende Leiharmee zu stecken.
Ist das aber ein Problem, das der italienische Fußball allein hat? Eher nicht, denn wir sehen auch an der deutschen Nationalmannschaft, dass die Hälfte der Spieler irgendwann und irgendwo eine Leihstation in der 2. Bundesliga, beim FC Heidenheim oder im Red Bull-Cinematic Universe dabei hatten.

Schlussendlich ist die Tendenz diesbezüglich in der Serie A aber aktuell eher positiv, was halt neben der Qualität der Spieler auch mit finanziellen Limits zusammenhängen könnte, die Teams jenseits der Champions League-Teilnehmer haben.

Zurück also zu den Playoffs:

Gegen Bosnien fliegt der Abwehrchef in der ersten Hälfte beim Stand von 1-0 vom Platz. Das kann einfach passieren und danach wird es natürlich schwer, eine hauchzarte Führung über die Zeit zu retten.

Dieses Ausscheiden hat dann weniger mit mangelnden Führungsspielern oder einer katastrophalen Struktur zu tun, sondern ist irgendwo auch Pech und kann jedem passieren. Sieht halt nur blöd aus, wenn es dreimal hintereinander den Italienern passiert.

Im Gegensatz zum letzten Mal war der Weg in die Playoffs aber weniger kläglich.

Denn wie ist Italien überhaupt in die Playoffs gerutscht? Zwei scheppernde Niederlagen gegen Norwegen. Ist Norwegen eine Gurkentruppe? Vergleichbar mit der Schweiz 2021, die vor allem von den Patzern gegen Bulgarien und Nordirland profitierte, gegen die Italien über ein Unentschieden nicht hinauskam? Hat Jorginho wieder zwei Elfmeter in der 90+x verballert, um in die Playoffs zu rutschen? Nein.

Norwegen ist halt mittlerweile dank Haaland und Ödegaard in Bestbesetzung ein Top 10 Team in Europa. Da haben quasi nur Stammspieler der Top 5 Ligen auf dem Feld gestanden.
Mit Ödegaard, Haaland zwei absolute Weltklasse-Spieler, Nusa und Sörloth, Berge, Ajer und Ryerson als restlicher Kern zumindest internationale Spitze. Wenn du da die 1 zu 1 Vergleiche anlegst, dann kommt Norwegen wohl nur im Defensivbereich schlechter weg.

Besonders augenscheinlich wohl die Diskrepanz im Sturm. Bei Haaland, Sörloth, Strand Larsen und Nusa im Kontrast zum in Saudi Arabien kickenden Retegui, einem Ersatz des Ersatzes namens Raspadori und dem italienischen Carsten Jancker (Lorenzo Lucca), kann von einer Vergleichbarkeit der Offensive beim 0-3-Hinspiel überhaupt keine Rede sein.

Wenn ich mir dann die Not-Innenverteidigung aus diesem Spiel auf italienischer Seite besehe, wo Diego Coppola links agierte und solche WOW-Topstars wie Gatti, Ranieri und Rugani (!!!) auf der Bank saßen, kann niemand mehr von internationaler Spitzenklasse sprechen.

Hinzukommend fand dieses besagte Hinspiel am 06.06.2025 und damit nicht einmal eine volle Woche nach dem traurigen CL-Finale der Inter statt.

Deswegen spielte Dimarco nicht von Beginn, kann von Bastoni, Frattesi und Barella ggf. nicht die notwendige Top-Top-Leistung erwartet werden. Donnarumma war vermutlich nicht einmal vollkommen ausgenüchtert, als er zum Team stieß.

Sieht so eine optimale Vorbereitung für ein schweres Spiel in Norwegen aus? Eher nicht.
Wo waren die Calafioris, Scalvinis, Buongiornos oder ein okayer Mattia Gabbia? Verletzt.
Scamacca als nominell bester Stürmer, offensichtlich wie immer im Lazarett.

Es folgten dann sechs Siege am Stück. Hausaufgaben gemacht und lediglich in Ungarn beim 5-4 gegen Israel mal gezittert, wobei hier bis zur 86. Minute 4-2 geführt wurde, ehe das Team dann binnen drei Sekunden ein Eigentor und den Ausgleich kassierte. 2021 der Genickbruch, hier erzielt Tonali in der 91. den Siegtreffer . Charakter bewiesen, wenn auch kurz in Schnappatmung.

Im Rückspiel gegen Norwegen gab’s dann eine Bauchlandung, zugegeben. Aber ist deshalb nun alles schlecht? Oder muss vielleicht einfach kritisch hinterfragt werden, dass Spalletone ohne jede Not im letzten Sommer vor die Tür gesetzt wurde, um Gattuso aus dem Hut zu zaubern. Etwas aktionistisch, mag sein, aber dann fällst du halt gegen Norwegen nach dem Ausgleich in der 63. auseinander.

Kann einer Mannschaft passieren, bei der ein nicht unbeachtlicher Teil des Kaders im Sommer keine Pause hatte, sondern nach der Niederlage gegen Norwegen und einem Pflichtsieg gegen Moldawien ein sinnbefreites Propagandaturnier in den USA zu spielen hatte.

Alles in allem geht die Gesamtentwicklung in die richtige Richtung, zumal eben zwischendurch auch noch gute Leistungen in schweren Nations League-Gruppen abgeliefert wurden. Am Ende sind die Kicker keine Maschinen und irgendwann auch mal erschöpft. Vor allem, wenn drei Schlüsselspieler keine Woche vor dem entscheidenden Spiel der völlig sinnlos zusammengestampften WM-Quali mit 0-5 im CL-Finale unterliegen und der gesamte Körper aller noch fitten Kicker nur nach Ruhe schrie.

Abschließend eine kleine Korrektur zu Bernasconi, weil dies auch in der Liga-Tour bereits falsch dargestellt wurde. Dieser kommt nicht aus der Jugend von Bergamo, sondern wurde dort für die U19 aus Cremona gekauft. Hier kann wirklich nicht davon gesprochen werden, dass Atalanta ihn ausgebildet habe. Ehre, wem Ehre gebührt - in diesem Fall Cremonese. :slight_smile:

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Also mit Jugendarbeit hat das nichts zu tun, wenn ich mir 17j Talente kralle. Bei Bernasconi machst du die Unterscheidung ja selbst.

İch muss gestehen, dass ich den Wortwitz. Quer-Bastoni, Querpasstoni, erst mit einer Woche Verzögerung kapiert habe :sweat_smile:.

Kompliment für den Wortwitz!

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Fand die Folge super. Nur ein Aspekt hätte man m.E. mehr beleuchten können: das Konzept der Jugendarbeit/Ausbildung in Italien im Vergleich mit anderen europäischen Ländern. Dies hatte eventuell doch auch aufschlussreich sein können.

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