Verstehe ich das richtig? Es wurde kritisiert, dass fast jeder Standard auf Schlotterbeck kam, aber gleichzeitig, dass in der 95 Minute eine neue Standardvariante verbsselt wurde. Und somit dem Gegner Anschauungsmaterial gegeben wurde.
Und das Gegenteil von „jeden Ball bei Standards aus Schlotterbeck“ wäre ja die ganzen Standardvarianten schon zeigen und somit dem Gegner schon Anschauungsmaterial zeigen.
Ich tat mich schwer nach dem Spiel wirklich Schlussfolgerung zu ziehen für den Rest des Turniers und so erging es Euch anscheinend auch. Und ich würde trotz allem Leroy Sané rausnehmen und versuchen mit Havertz und Undav zu spielen, wie ab der 64. Minute. Aber klar, der Nachteil ist, dass man eine gewisse Standardformation auseinanderreissen müsste.
Der Erkenntnisgewinn ist auch für mich eher gering…
Ja, es gibt einen Zusammenhalt und Spirit in der Mannschaft und es wirkt als haben alle “Bock”. Aber in der Defensive hätte ich mir mehr Konzentration und Konsequenz gewünscht. Lieber ein 4:0 statt ein 7:1. Wie Martin sagte, auch einfach mal den Ball und Gegner laufen lassen und Stabilität ausstrahlen.
Jetzt haben sich alle ein bisschen Spaß abgeholt und eigentlich geht das Turnier jetzt doch erst mit dem zweiten Spiel los Prognose: Gleiche Startelf gegen die Elfenbeinküste.
Noch ein Hinweis zu eurem Gespräch: Im späteren Teil wirkte Martin etwas hibbelig und ist häufiger mal den anderen dazwischengefahren. Mir persönlich macht es das Zuhören da manchmal ziemlich anstrengend. Persönlich hätte ich ja nichts gegen eine Veröffentlichung am Tag darauf, wenn dann zumindest alle ausgeschlafen sind und sich benehmen
Schöne Folge, wobei die langfristigen Takes sich zwangsweise im Rahmen hielten. Was bei dem Spiel abner auch kaum anders sein konnte.
Ich weiß nicht ob es bei einer früheren Folge schonmal erwähnt wurde, aber Max hat erwähnt, dass es Deutschland nach der Trink-/Werbepause besser gemacht hätte und auch nach der Halbzeit (glaube ich).
Da kam mir der Gedanke: Ist es für Trainer insbesondere wie Nagelsmann ein wirklich handfester Vorteil dass bei der WM die Spiele geviertelt werden? Nagelsmann setzt bekanntlich ja mehr auf die Taktik als so manch anderer Trainer (weswegen er für mich immer ein besserer Vereins- als Nationaltrainer wäre, aber anderes Thema), bekommt er und ähnliche Trainer also reele Vorteile wenn sie ihre Taktik dreimal im Spiel anpassen können, im Vergleich zu den Trainern die mehr über Motivation und mannschaftliche Geschlossenheit kommen?
Sehr gute Wahl von Max bei der Wahl zum MVP. Gleichzeitig hätte bei Florian Wirtz auch Unsung Hero gut gepasst, da er in den offensichtlichen Metriken gar nicht so aufällig ist mit einem Scorerpunkt. In dem vom Sportstudio ausgespielten Highlight ist dafür er an 8 von 13 Torchancen entscheidend beteiligt (abzüglich Standartsituationen).
Vielleicht war es eben auch Absicht, lieber ein 7:1 zu erspielen als ein 4:0. Denn gegen Curacao eine stabile Abwehr zu demonstrieren, hat auch keinen Wert.
Wenn man viele Tore machen will, dann steigt eben auch die Wahrscheinlichkeit, dass Schlotterbeck und Brown ihre ersten Länderspiel-Tore machen. Und auch Musialas erstes WM-Tor kann für ihn befreiend sein. Ohne das Tor würde man bei ihm nur Ballverluste und vergebene Chancen hervorheben und sich wundern, dass er mal ein Musiala war…
Vielleicht sind die Nachlässigkeiten in der Defensive also einfach nur bewusste Offensive. Wenn nicht alle Spieler nach hinten jede Eventualität abdecken, sondern mehr Spieler vorne bleiben und auf den Umschaltmoment lauern, kann man auch mehr nach vorne kreieren.
Und auch bei den Standardsituationen ist es schon mal ermutigend, dass sie da wirklich was zeigen. Ich wette, es wird Mannschaften geben, die ihre Standards so vortragen werden, dass man da gar keine Idee erkennt. Weil die Ausführung zu schlecht ist oder die Idee gar nicht existiert.
Ich hab mir jetzt, weil ihr den Wirtz-Pass so gelobt habt, die Chance von Sané in der 33. nochmal angeschaut. Ja, der Pass war gigantisch, aber er spielt ihn auch, weil er sieht, dass Sané den Laufweg macht. Und ich finde es, im Gegensatz zu der Szene in der 2. Hälfte, gar nicht sooo katastrophal, dass Sané den verdaddelt.
Er will ihn gegen die Laufrichtung am Torwart vorbei spielen und der Verteidiger liegt eben nicht am Boden, wie @GNetzer behauptet, sondern kommt mit ziemlichem Speed aus dem mglw. toten Winkel angerutscht. Die Alternative wäre gewesen, entweder dem Keeper durch die Beine zu schießen, was ziemlich unwahrscheinlich ist, dass es klappt, so wie der auf ihn zuspringt, oder ihn links zu umkurven, dann wird allerdings der Winkel schon sehr spitz und der Torwart kann ihn auch noch weiter zumachen.
Nee, einfach war der nicht, aber ist ja nicht so, dass man Flügelstürmer der deutschen Nationalmannschaft wird, wenn man nur einfache Sachen kann. Ist schon trotzdem ne schlechte Aktion. Einzuschätzen, ob der Verteidiger da noch rankommen kann, ist ja auch ne Fähigkeit.
Von den 60 Minuten der aktuellen Folge ging mal wieder fast die Hälfte der Zeit für die Diskussion über Sane drauf. Ihr habt ja richtig angefangen und die Systemumstellung von Curacao erklärt. Durch den Wechsel von einem tiefen Defensivblock zu einem höheren Anlaufen verlor der Gegner völlig seine Kompaktheit, wodurch riesige Lücken in den Zwischenlinienräumen entstanden. Zudem funktionierte das Pressing nicht kollektiv, sodass die deutsche Mannschaft die isoliert anlaufenden Spieler mühelos überspielen konnte. Weil es durch die neue Formation gleichzeitig zu gravierenden Zuordnungsproblemen in der gegnerischen Abwehrkette kam, konnte die deutsche Offensive diese Unordnung immer wieder durch gezielte Tiefenläufe in die offenen Schnittstellen ausnutzen.
Dass wir dennoch ein Gegentor gefangen haben und die Defensive phasenweise ziemlich wackelig agierte, wurde kaum thematisiert. Die Fehler und Unsicherheiten von Schlotterbeck, Kimmich sowie Neuer (Über den könnte man mal 20 Minuten diskutieren und die angeblichen “Weltbester Torwart” Zitat Mertesacker) wurden überhaupt nicht angepackt. Dabei hätten die in dieser Verfassung schon mit der schwedischen Offensive ihre Probleme gehabt, von Kalibern wie Frankreich oder Portugal ganz zu schweigen. Aber das war weniger ein Thema als die Frage, ob Sane nun mitkommen und spielen soll oder nicht.
Dabei wird völlig übersehen, was er abseits der Tore für Wege geht, wie viel er in den Umschaltsituationen arbeitet und wie wichtig sein defensiver Fleiß für die Balance im Spiel ist. Und als Trainer, ein Offensivspieler mit seinen Fähigkeiten wird nach 13 Spielen ohne Tor nicht plötzlich 16 oder 17 Spiele in Folge nicht treffen. Julian Nagelsmann sieht diesen mannschaftsdienlichen Beitrag genau und wird deshalb auch nicht auf die Kritik hören, sondern weiter auf ihn setzen. und zwar zu recht - Nachtrag ein Undav ist als Einwechselspieler Gold wert. Aber nur als Einwechselspieler…