Ein Thema, was ich eigentlich noch anbringen wollte, wo mich auch eure Gedanken interessieren würden (ggf. Erfahrungen damit wie frühere Bundestrainer das gehandhabt haben):
Wie geht Klopp, der mE zumeist relativ direkt und ehrlich kommuniziert, damit um, wenn ein Spieler eben nicht Gas gibt, oder nicht der Mannschaft hilft oder er ein anderes Profil lieber mag?
Du kannst den dann ja nicht öffentlich aufhängen und sagen „der wirkte auf mich, als hat er keinen Bock“ oder „ja, der pennt hallt zu viel aufm Platz, das ist scheiße für unseren Fußball“. Oder auch einfach „ihr überschätzt den alle, so gut ist der nicht“. Das geht ja alles nicht, gerade wenn du irgendwann in der Zukunft vielleicht doch noch mal mit dem zusammenarbeiten willst. Aber auch sonst ist das ja krass karriereschädigend.
Es ist Nagelsmann und Löw mE auf die Füße gefallen, dass sie solche Sachen nicht glaubwürdig kommuniziert haben und ihnen dann nachgesagt wurde, dass die einfach „ihre Lieblinge nominieren“. (Was ja übrigens deren gutes Recht und durchaus vernünftig ist, weil „ihre Lieblinge“ ja deshalb ihre Lieblinge sind, weil sie denen zutrauen, ihren Fußball am erfolgreichsten umzusetzen. Das muss man aber erklären.)
Klopp schafft’s zwar ganz gut, immer auf so negative Dinge noch positive Perspektiven zu finden und das nachvollziehbar zu machen, aber in dem konkreten Fall scheint mir das schwierig, zumal diese Themen ja nicht weggehen.
Kann mir bspw. nach seinen Magenta-Auftritten vorstellen, dass Nmecha einen SEHR schweren Stand haben wird. Und es ist denkbar, dass der in den nächsten zwei Jahren von Teilen der Öffentlichkeit zum besten deutschen Mittelfeldspieler hochgejubelt wird. Was sagt er dann?
Meine Prognose, wenn ich drüber nachdenke, ist vielleicht sowas: „Wir sind aktuell keine Nation, die uneingeschränkt Weltklasse ist und einfach über ihre individuelle Klasse was reißt, das haben wir ja alle gesehen. Wir müssen als Mannschaft funktionieren, es muss jeder zu jeder Minute ans Maximum gehen, damit wir eine Chance haben, was zu holen. Und das ist nicht einfach und das heißt dann, dass hier und da auch einer, der herausragende Fähigkeiten hat und der sicher auch in vielen Situationen helfen könnte, mal den kürzeren zieht gegenüber einem, der vielleicht limitierter ist, aber sich einfach noch mehr reinhaut und noch mehr in den Dienst der Mannschaft stellt.“
Das ist sicher eine Logik, die einerseits recht ehrlich ist und andererseits in Fußballdeutschland wahrscheinlich gut ankommt.
Aber vermutlich wird das das Thema nicht erledigen, sondern er muss das dann immer wieder begründen und irgendwann wird’s schräg.