immer wieder gibt es hier sehr interessante Diskussionen, die aber dann an einem Ort stattfinden, an dem sie eigentlich gar keinen Platz haben. Ich würde gerne Folgendes probieren:
Wenn ihr merkt, dass ihr etwas ausdiskutieren wollt, das nicht mehr genau in den Thread passt, in dem ihr mit der Diskussion startet: Packt es doch hier rein. Ich würde vorschlagen, ihr postet einen Link zum Ursprungspost, auf den ihr euch bezieht, hier rein und dann kann nach Herzenslust diskutiert werden. Sollte es back on topic gehen, könnte man ja auch Beiträge wieder zurück verschieben oder in den alten Thread wandern.
Das macht es leichter für andere den Einstieg ins Forum zu finden und Diskussionen am Leben zu halten, statt sie abzuwürgen, weil ein kleiner Kreis irgendetwas Nebensächliches miteinander klären will.
Wer wie Wolfsburg seit Januar keinen Pflichtspielsieg mehr zu Hause hatte, bei dem gibt’s auch kaum Argumente, sich ins Stadion zu begeben.
Beim “Topspiel” am nächsten Bundesligasspieltag gegen Hoffenheim wird es kaum besser aussehen.
Wirklich bemerkenswert, wie die sportliche Entwicklung in Wolfsburg, die Anfang des Jahres ganz solide ausgesehen hatte, nun in Richtung 2. Liga zu gehen scheint.
…das gilt keineswegs für jede Mannschaft, bei der es nicht läuft. Borussia Mönchengladbach wird zwar auch ein paar Besucher verloren haben in dieser Saison, aber so einen Abfall in der Zuschauergunst wird man dort nicht sehen und sie stehen aktuell ganz am Ende der Tabelle der 1. Liga.
Es ist schon ein Unterschied zwischen Wolfsburg und einer Traditionsmannschaft.
Ich bin bestimmt kein Anhänger des VfL Wolfsburg, aber dem Club Mangel an Tradition vorzuwerfen ist schon fragwürdig. Immerhin hat der VfL bereits in den 50er Jahren in der Oberliga Nord gegen den HSV, Werder Bremen, St. Pauli, Hannover 96 und Eintracht Braunschweig gespielt.
Ansonsten ist es halt schwierig die Schüssel voll zu bekommen, wenn bei VW Schicht ist. Und das ist halt immer ausser Weihnachten, und gerade dann wird kein Fussball gespielt.
Mal ehrlich, ist das wirklich das Problem? Mir ist klar, dass VW der eine große Arbeitgeber in Wolfsburg ist. Aber es arbeiten ja nicht alle gleichzeitig und es gibt doch bestimmt noch genügend Leute, die nicht bei VW arbeiten und ins Stadion gehen könnten. Oder wie ist die Quote an VW-Mitarbeitern unter den Wolfsburg-Fans.
Ich hab ja hier nur das gängige Vorurteil zitiert, ich bin meilenweit vom VfL entfernt und hab wirklich keine Ahnung warum deren Spiel niemanden zu interessieren zu scheint. Es kann ja nicht nur an der Konkurrenz von den Zweitligisten Braunschweig und Hannover liegen.
Es ist ja so: die ganze Gegend ist eher dünn besiedelt. Das ist anders als im Ruhrgebiet, wo eine Großstadt neben der anderen liegt. Oder auch in der Rhein-Region.
Im Prinzip hast du nur die Stadt. Das Umland ist echt dünn und viele von dort sind dann vielleicht doch eher Anhänger von anderen Vereinen (H96, BTSV usw.)
Städte, die alle deutlich größer sind als Wolfsburg und keinen Konkurrenzverein in unter 50km Entfernung haben.
EDIT: Ok, Kaiserslautern ist kleiner. Aber hat wie gesagt keine Konkurrenz in unmittelbarer Nähe. Die nächsten größeren Vereine wären da Mannheim, Trier und Saarbrücken.
Also ich würde meinen, die Gegend um Kaiserslautern ist schon noch etwas dichter besiedelt als die Gegend um Wolfsburg. Zwischen Hamburg/Berlin (West/Ost) und Magdeburg/Rostock (Süd/Nord) ist halt ein großes schwarzes Loch was Einwohner angeht.
Aber klar, das wird nicht als einzige Erklärung reichen.
Ich denke die Geschichte spielt schon eine wichtige Rolle. Wolfsburg wurde “nachträglich” gegründet. Die anderen Vereine (Hannover, Braunschweig) gab es da schon eine Weile. Dazu die deutsche Teilung. Wolfsburg liegt sehr nah an der Grenze zu Sachsen Anhalt. Das heißt diese Region fällt dann schonmal weg (die sind dann eher bei Magdeburg). Ist ja bei Rostock oder Lübeck und Kiel ähnlich. Die haben nach Norden die Ostsee, da kriegste keine Zuschauer abgeholt.
Kaiserslautern auf der anderen Seite war jahrelang eine der bedeutendsten Vereine des Landes mit den Walter Brüdern und anderen als Synonym für die Nationalmannschaft.
Ich finde es ungerecht, den VfL Wolfsburg (und vor allem dessen Fans) hier so zu zerpflügen.
Vielleicht ist es aktuell einfach so, dass die Mannschaft der letzten Jahre einfach nicht zündet und es wenig Spaß macht, ihr zuzusehen?
Dass das mit dem recht vielen Geld, das im Hintergrund steht, zuletzt partout nicht mehr gelingen will, finde ich schwierig nachzuvollziehen. Offensichtlich ist es aber so.
Erinnern will ich daran, dass der Club 2009 Deutscher Meister war und mit u.a. Ailton und Dzeko (es gab auch noch mehr) herausragende Spieler hatte. 2014/15 sind sie Vizemeister geworden.
Ein Blick in die Statistik VfL Wolfsburg - Besucherzahlenentwicklung | Transfermarkt zeigt auch, dass die Zuschauerzahlen im Schnitt durchaus respektabel sind, wie ich meine.
Und wer schonmal jenes Stadion besucht hat, hat es vielleicht auch wie ich recht positiv erlebt: es ist fußläufig vom ICE-Bahnhof aus zu erreichen, es ist recht steil gebaut, so dass man von allen Plätzen recht gut sieht.
Bis vor einigen Jahren gab es auch noch ein sehr sympathisches Vereinsheim in Stadionnähe, in dem sich nach dem Spiel gut verweilen und auch essen ließ.
Ich bin kein Wolfsburg-Fan, verbinde aber diese positiven Erinnerungen mit den Stadionbesuchen.
Und für welches Bundesliga-Stadion bekommt man heute noch problemlos Eintrittskarten?
Aber wirklich nur marginal. Das müsste man dann nochmal mit den Grössen der Kreise und den absoluten Zahlen abgleichen. Ausserdem sind rund ein Drittel der Einwohner des Landkreis Kaiserslautern US Amerikaner, die direkt oder indirekt zur Airbase Ramstein gehören.
Ja, und dabei das Stadion in der Meistersaison an sieben von 17 Spieltagen ausverkauft hat.
Ich habe mal ausgerechnet, wie viele Prozent der Einwohner der Stadt ins Stadion gehen müssen, um das Stadion voll zu bekommen. Da fällt schon auf, dass Wolfsburg sehr klein ist.
Stadt
Einwohnerzahl
Stadiongröße
Prozentual
München
1505005
75000
4,98%
Leipzig
611850
47069
7,69%
Stuttgart
612663
60449
9,87%
Dortmund
603462
81365
13,48%
Leverkusen
168581
30210
17,92%
Frankfurt
756021
59500
7,87%
Sinsheim
37036
30150
81,41%
Köln
1024621
50000
4,88%
Bremen
586271
42199
7,20%
Berlin
3685265
22012
0,60%
Freiburg
237460
34700
14,61%
Wolfsburg
129560
28917
22,32%
Hamburg
1862565
57000
3,06%
Hamburg
1862565
29546
1,59%
Augsburg
301105
30660
10,18%
Mainz
224684
33305
14,82%
Heidenheim
50618
15000
29,63%
Mönchengladbach
267213
54042
20,22%
Dazu kommt eben die Geschichte der Stadt, die @Mars schon richtig erwähnt hat. Viele Menschen sind für die Arbeit nach Wolfsburg gezogen und mit Braunschweig und Hannover zwei Traditionsvereine in der Umgebung, die viele Fans im Umland “abgrasen”.
Diese Geschichte als Traditionsverein gibt es halt bei Wolfsburg eben nicht und deswegen sind auch Vergleiche mit Mönchengladbach oder Kaiserslautern nur bedingt zielführend. Wolfsburg versucht da etwas aufzuholen, was in Mönchengladbach und Kaiserslautern über Generationen geschaffen worden ist. Und der Fußball ist in der Hinsicht eben sehr konservativ. Wenn der Betzenberg und Kaiserslautern auch nicht so einzigartig wäre, gäbe es auch nicht diesen Mythos Betzenberg.
Dazu kommt noch, dass du in Wolfsburg wahrscheinlich nur sehr wenige Eventfans ins Stadion bekommst. Die Touristenzahlen dürften auch weniger als anderswo sein und Wolfsburg spielt wohl nun bald seit 30 Jahren in der Bundesliga, aber der Fußball ist ja nun wirklich nichts für die Vergnügungssteuer. Bisher hatte man nur 13-mal eine positive Torbilanz und dazu gehört schon der “Hurra-Fußball” aus der letzten Saison oder unter Kovac - Achtung, Ironie!
In der Diskussion um die Frauenabteilung des VFL gab es letztens das Kommentar, ob der VFL wohl das schlechteste geführte “Fußballunternehmen” in Deutschland ist. Dieses Prädikat kannst du dir vielleicht als Kaiserslautern erlauben, wenn du genug (positive) “Verrückte” hast, die eh ins Stadion pilgern. Wenn du aber kein Pilgerort hast und keine Jünger hast, die für dich die Mundpropaganda machen, dann ist das Prädikat halt schon wirklich suboptimal.