Rasenfunk Royal 18/19 - Saisonrückblick 1. FC Nürnberg

#1

Wir nehmen zwischen dem 20. und 29. Mai den nächsten Rasenfunk Royal auf.

Hier ist der Ort, an dem ihr eure Fragen und Anmerkungen dazu los werden könnt. Wie jedes Jahr bringt der Gast fünf Aspekte mit, die ihr oder ihm wichtig zur Beschreibung der vergangenen Saison war. Gerne könnt ihr eure eigenen Vorschläge oder auch Fragen an den Gast hier posten.

Die Zusatzfrage für alle Gäste dieses Jahr lautet: Welches Gericht beschreibt die Saison deines Vereins gut?

Knüpft an das Küchenutensil aus dem Winter an. Erfahrungsgemäß freuen sich die Gäste besonders bei der Zusatzfrage um Tipps aus der Community.

1 Like
#2

Die Saison für den Club lässt sich m. E. in folgenden Stichpunkten charakterisieren, die auch die Probleme aufzeigen.

  • Überschätzung des Kaders und der eigenen Leistungsfähigkeit.
  • Selbstüberschätzung des Trainers (Köllner) und der sportlichen Leitung (Bornemann).
  • Schwerwiegender Abgang der wirtschaftlichen Leitung (Meeske).
  • Sportlich unkundiger, naiver und überforderter Aufsichtsrat.
  • Zu späte Trainerentlassung (Köllner zu Schommers).
  • Kein personelles Gegensteuern in der Winterpause (1-2 Neuzugänge vor allem für die Offensive).
  • Fahrlässige (um nicht zu sagen überflüssige) Nachverpflichtung (Ilicevic).
  • Zu viel Rotation, zu wenig Kontinuität.

Fazit: Noch nie war die Chance so groß, den Klassenerhalt mit so wenig sportlichem Potenzial zu schaffen. Ähnlich wie in der Vorsaison, als der Club die relativ schwache zweite Liga genutzt hat, um den direkten Aufstieg zu schaffen, wäre es auch diesmal möglich gewesen, mindestens zwei Teams hinter sich zu lassen (H96, VfB). Dass man diese große Chance nach vier Jahren Bundesliga-Abstinenz (2014-18) so leichtfertig und fahrlässig wegschmeißt, ist ein riesen Fehler und wird sich noch rächen. Denn der direkte Wiederaufstieg 2020 dürfte alles andere als ein Selbstläufer sein.
Schönen Gruß aus Nürnberg

#3

Ich bin wirklich froh, auch mal einen kritischen Beitrag zum Club zu lesen. Ich habe einige Clubberer im Freundeskreis und für alle ist der Abstieg nicht so tragisch und quasi schon am ersten Spieltag besiegelt gewesen. Ungefähr so hat sich auch die Mannschaft gezeigt. Ja keine erneute Klatsche fangen und sich in jedem Spiel möglichst achtbar aus der Affäre ziehen. Mit etwas mehr Mut und Risiko wäre ein Klassenerhalt diese Saison mehr als machbar gewesen. Schade eigentlich.

Als Gericht würde ich beim Club ein saftiges Steak mit kleinem Salat empfehlen. Der Club hat allerdings das Steak liegen lassen und sich auf den Salat konzentriert, den er auch gut und vorbildlich aufgegessen hat.

1 Like
#4

Nach den letzten Spielen hielt ich es eigtl. nicht für sinnig, hier nochmals ausführlicher in die Analyse zu gehen. Ich versuche es dennoch ein wenig, einerseits um vielleicht zu einer interessanten Diskussion beizutragen, andererseits um auf meine Fragen hinzuführen.

Grundsätzlich: Der Kader war sowohl individuell, als auch in der Breite nie wirklich bundesligareif.
Spieler wie Ewerton, Mathenia, Pereira konnten zeitweise etwas Ergebniskorrektur betreiben (Schommers defensive Stabilisierung wurde mit den letzten beiden Partien auch etwas entzaubert, fehlten da, wie über weite Strecken unter Köllner, eben jene Spieler bzw. konnten nicht mehr übermenschlich agieren wie Mathenia es zuvor teils tat), im Endeffekt langte es aber in keiner Saisonphase sowohl leistungs- als auch punktetechnisch für den Klassenerhalt, sodass man völlig verdient abstieg.
Erhoffte Stützen wie Behrens, Margreitter, Ishak, Valentini oder auch Leibold oder Löwen hatten alle ihre unterschiedlichen Probleme, sich in der Liga einzufinden. Verständlich, war es für sie die erste (wirkliche) Erstligasaison. In der Summe war das einfach zu viel, wenn das die Spieler sind, die das Grundgerüst - nach dem Aufstieg völlig zurecht - stellen sollten. Für jüngere oder Ersatzspieler war es so nicht gerade einfacher, auch wenn gerade Spieler wie Mühl oder zeitweise Rhein durchaus überraschen konnten.
Die prominenteren Neuzugänge Knöll, Misidjan, Kubo und Pereira schienen vielversprechend, brauchten aber auch ihre Einfindungszeit (allein Pereiras Defensivverhalten war lange völlig abstrus, Knöll kam aus der RL) oder konnten ihre anfänglichen Leistungen nie halbwegs konstant oder überhaupt bestätigen (Kubo, Misidjan). Ein stabileres Team hätte da wohl geholfen, aber da wären wir wieder beim obigen Punkt.
Einzige Gemeinsamkeit wohl aller Spieler ist die tolle Moral, die das Team immerhin manchmal an der Konkurrenzfähigkeit schnuppern ließ und die ihm bis zuletzt die Unterstützung der Zuschauer zusicherte. Bei Abfall dieser “Spannung” und der Herausstellung der individuellen Klasse wurden die Mannschaftsleistungen und Ergebnisse dann oft direkt brutal.

Untergräbt diese Einschätzung die Qualitäten des Kaders / Hätte man aus dem Kader mehr rausholen können bzw. müssen?
Hätte man im Winter ausreichend Qualität nachverpflichten können bzw. mehr ins Risiko gehen müssen?


Klar, wer weiß, was sich mit etwas mehr Glück in manch Spielen und Phasen für Momentums ergeben hätten, siehe auch die lustigen xG/xGA/xPTS-Differenzen zur Realität bei understat. Das ist aber nur in gewissem Maße beeinflussbar und ebenso eine Frage der Qualität (meine Behrens war unser Spieler mit den meisten/besten Torcancen nach xG -> 2 Tore aus dem Spiel heraus).
War der Schiedsrichter und VAR auch oft nicht gerade unser Freund, sehe ich hier keine Schicksalsentscheidungen wie noch beim Abstieg vor 5 Jahren - wiederum auch dank VAR.

Die Phrase “so einfach war es noch nie, drinzubleiben” ist dabei mE ebenfalls ein Trug- und Zirkelschluss, trug man ja selbst erst zu diesem Zustand bei und schloss nun am Ende dennoch mit unfassbaren 19 Punkten, 3 Siegen, mickrigen 26 Toren und 9 Punkten Abstand auf die Relegation als Letzter die Saison ab. Einfach ist und war da gar nichts.


Hätte ein früherer / anderer Trainerwechsel hieran viel verändert?
Kann ich nicht wirklich erkennen und ist meines Erachtens oft Ausdruck der Hoffnung, der Status des Vereins wäre noch ein anderer als er nun mal inzwischen ist und man gehöre zu dieser Liga. Zu sehr zogen sich die immerselben Muster durch die Saison, ob mit Köllner oder Schommers an der Seitenlinie. Beide hatten kurze Phasen, in der eine gewisse hoffnungsschürende Stabilität erreicht wurde, insgesamt scheiterte man aber dennoch, in jeweiliger Ausprägung, an der Balance zwischen Offensive und Defensive.
Etwas plakativ: Wollte der eine wohl selbst gegen Vereine wie den BVB und RBL munter mitspielen, was sich heftigst rächte, bekam man beim anderen den Eindruck, dass er in seinen 13 Spielen gerne 13 0:0s mitgenommen hätte, selbst als sich die verbliebene Anzahl an Spielen mehr und mehr verringerte. Die Punktausbeute war letztlich dennoch die Gleiche, woran auch potenzielle 3, 4 Spiele mehr mit Schommers kaum was geändert hätten.
Zumal man nicht vergessen darf, dass dieser ja bereits unter Köllner Teil des Trainerteams war und dabei elementare Funktionen innehatte.

Und ob man bspw. nach dieser Hinrunde und unseren finanziellen Mitteln “auf die Schnelle” einen Trainer gefunden hätte, der doch noch irgendwie mehr rausholen hätte können?
Zweifelhaft. Auf jemanden wie Doll kann ich auch in der Nachbetrachtung verzichten.


Wenn man nun nicht meint, der Verein hätte im Sommer nach dem unerwarteten Aufstieg mit abgefeierter Mannschaft und den weiteren Akteuren, 4 Jahren 2. Liga inkl. Abstiegskampf und bestehender Finanzprobleme den Kader (oder gar mehr) fundamental ändern sollen und können, lief es wohl so oder so auf dieses Ergebnis raus. Eine von manchen Fans im Nachhinein herbeigeschriebene Trennung von Köllner bereits in der Hinrunde sehe ich in diesem Zusammenhang ebenfalls als unrealistisch.

Wie man nun nach dem Tohuwabohu um Aufsichtsrat, Sportvorstand Bornemann und Trainer Köllner seitens des AR-Vorsitzenden Grethlein mehrfach hörte, ging man von Anfang an mit der Prämisse in die Saison, mit möglichst wenig Mitteln (vor allem finanziell) so viel mitzunehmen wie es nun mal geht - Stichwort Bonussaison. Für Fans nicht gerade schön, aber wohl recht vernünftig, auch wenn man aufgrund des zunehmenden Drucks dann ja in der peinlichen Posse um die Köllnerentlassung zeitweise davon abwich.

Hätte man, wie bereits bei der Kaderplanung angesprochen, hier grundsätzlichere Veränderungen herbeiführen sollen?
Hätte dies die Chancen auf den Klassenerhalt elementar und absehbar (!) gesteigert?


Immerhin führte dieser von Vorständen und Aufsichtsrat (zunächst) gewählte Weg nun aktuell zum ersten “problemlosen” Lizenzerhalt seit Jahren und Abbau des lange bestehenden strukturellen Defizits. Nicht ohne Grund kann man nun endlich in gefestigtere Strukturen investieren und die sportlichen Verantwortlichkeiten wie Kaderplanung, Jugendarbeit und Scouting auf mehreren Schultern verteilen (Bornemann war sicher nicht freiwillig Mädchen für alles), sowie zumindest davon träumen, Spieler wie Mathenia, Mühl oder Pereira zu halten.
Das ist immerhin vielversprechender als beim Scherbenhaufen des letzten Abstiegs oder der Situation, die man so bspw. aus Hannover mitbekommt.

Wie sieht der Gast die nahe und mittelfristige Zukunft des Vereins?
Sind die neugeschaffenen Positionen, sowie deren Besetzung (selbiges für den neuen Trainer und SpoVo selbst) vielversprechend?


Als Gericht würde ich den Döner am Ende einer schwer durchzechten Nacht vorschlagen.
Man denkt man hat Lust darauf, Döner ist günstig und man kommt doch immer wieder auf ihn zurück, und die ersten Bissen gehen auch noch ganz gut runter. Dann wird es aber schwierig und im Bauch rumort es zunehmend, sodass man sich fragt ob man denn wirklich Hunger hatte und es nicht lieber hätte sein lassen sollen - der Magen war einfach noch nicht bereit. Weiter möchte ich das Bild nicht ausführen. :smiley:

#5

Interessant dass du es selbst ansprichst, bin gerade auch über die Statistik gestolpert und war sehr überrascht, weil das Fazit aus dem ersten Zitat gefühlt allseits akzeptiert ist. Um die “lustigen” Werte nochmal zu nennen: xPoints 35 (+16!) und damit wäre man nach xPoints auf Platz 16. Klar sind das am Ende nur Spielerein und man muss sich klar sein, dass eine vorhergesagte Wahrscheinlichkeit nicht falsch war, nur weil es im Einzelfall anders ausgegangen ist.
Dennoch bzw. gerade deshalb bin ich auf die Einordnung in dem Royal-Segment gespannt. Gefühlt ist es ja oft so, dass unten stehende Vereine immer etwas besser bei den Statistiken sind (schlechter geht ja oft auch schwer), aber gerade im Vergleich mit Hannover finde ich die Unterschiede bei den xGa (erwartet Gegentore) interessant:
Nürnberg: real 68, xGa 55 (-13)
Hannover: real 71, xGa 73 (+2)

1 Like
#6

Eigentlich “bräuchte” es generell mal einen Kurzpass oder ähnliches, der in die Richtung geht und vielleicht auch die unterschiedlichen xG-Modelle (understat steht da ja meines Wissens teils gar in der Kritik im Vgl. zu kostenpflichtigen Dienstleistern) anspricht.

In diesem Fall war es freilich ein Stück weit eine selbsterfüllende Prophezeiung, aber allein die nur 2/6 verwandelten Elfmeter werden dazu einen großen Teil beigetragen haben, das Beispiel Behrens zählt auch hier. Neben etwas Glück gehört da halt auch wieder Qualität und Nervenstärke dazu.

#7

Ich kann nicht so ausführlichen und qualifizierten Input wie meine Vorredner leisten, aber ich möchte zumindest einen Vorschlag zum Thema Gericht abgeben:

Ein Seniorenteller.
Man ist mit dabei, hat aber einfach weniger als alle anderen, weil man nicht mehr so gut wie früher (mitessen) kann.

Alternativ mit ähnlicher Begründung ein Kinderschnitzel, denn Kinder sind ja auch öfter mal tollpatschig, genauso wie der Club :wink:

#8

Da stimme ich dir 100% zu. Habe schon im Laufe der Rückrunde angefangen mich über die Vielzahl der verschossenen Elfmeter zu wundern. Ich habe die einzelnen Spiele jetzt zwar nicht mehr genau im Kopf um zu sagen wie groß der Einfluss auf das jeweilige Spiel gewesen wäre, habe mich da aber durch die Aussagen von Chris in der letzten Schlusskonferenz und den xG/xW-Werten bestätigt gefühlt.
Provokant könnte man formulieren, dass der Club am Ende vom (11-Meter-)Punkt abgestiegen ist.
Echt schade da man trotz der geringen Qualität im Kader am Ende nicht so weit weg war von Stuttgart, Augsburg und Schalke.

#9

Vorhin auch gehört, das traf sich ja gut. :smiley:

Bei den verschossenen Elfmetern handelte es sich durchaus um enge Partien und Situationen, bei denen ein positiverer Spielverlauf und -ausgang durchaus realistischer gewesen wäre.

  • 1ter Spieltag gegen die Hertha in der 85. Minute bei Rückstand von 1:0 (Endergebnis 1:0-Niederlage)
  • 24ter Spieltag gegen RB Leipzig in der 10. Minute bei Stand von 0:0 (Endergebnis 0:1-Niederlage)
  • 29ter Spieltag gegen Schalke in der 47. Minute bei Stand von 0:0 (Endergebnis 1:1)
  • 31ter Spieltag gegen die Bayern in der 92. Minute bei Stand von 1:1 (Endergebnis 1:1)
#10

Ich muss wirklich sagen, dass YoungTotti mit seinem tollen, umfangreichen Post mir fast zu 100% aus der Seele spricht.

Wie auch schon Max in der 34. Schlusskonferenz (die ich heute erst gehört habe) anmerkte, kam es letztendlich wohl darauf zurück, welche Erwartungshaltung man hatte.

Ursprünglich hatte ich schon das Gefühl, dass am Ende der letzten/Anfang dieser Saison grundsätzlich man das kommende Jahr Bundesliga als einen Glücksfall im Sinne von Schuldenabbau sah, ohne zu ambitioniert zu erwarten, die Klasse auch halten zu können.

Dass diese Einstellung - gerade nach dem doch gar nicht so schlechten Start, als man nach dem 6. Spieltag auf Platz 10 stand - im Laufe der Saison verloren/vergessen ging und natürlich niemand sagt, “Auf geht’s Jungs, lasst uns absteigen!”, ist denke ich verständlich und nachvollziehbar, trotzdem sollte man sich die Ausgangslage bewusstmachen. YoungTotti hat diese ja auch toll ausgeführt, Stichpunkte personelles (sowohl im Kader als auch im Trainerteam) als auch monetäres Kapital.

Letztendlich finde ich vor diesem Hintergrund und dem dann doch relativ unaufgeregten Ausgang der Saison mit Abstieg und dabei - für Club Verhältnisse - ruhigen Zuständen vor allem 2 Punkte sehr interessant:

Die „um jeden Preis“ Klassenerhalt Frage

Gerade vor der Winterpause, mit ausbleibenden Punkten und steigendem Druck auf das Trainerteam, wurde diese Aussage ein wenig zum geflügelten Wort. Im Kicker und in den sozialen Medien wurde immer wieder thematisiert, man müsse die Klasse eben “um jeden Preis halten”. Mir haben sich dabei jedes Mal die Nackenhaare aufgestellt, gerade wegen der noch jüngeren Nürnberger Vergangenheit. Aber auch losgelöst davon stelle ich immer wieder erschreckt fest, wie die Emotionen, die anscheinend in dem Moment hauptsächlich an den Verbleib in der ersten Liga gekoppelt sind, doch so viele Menschen übermannen können, dass man tatsächlich wieder erwägt, das langfristige Ziel zu opfern, wieder zu einem gesunden Verein zu werden, der dann vielleicht zumindest einigermaßen realistisch sich Hoffnungen auf einen der wenigen verbliebenen nicht-AGs und -Millionärsvereins (wobei ich die beiden genannten Formen übrigens auch nicht negativ behaftet so bezeichnen möchte, sondern einfach als realistische Klassifizierung) Plätze in der unteren ersten und oberen zweiten Liga machen kann.

Es gibt doch gerade aktuell auch wieder so viele Beispiele, wo man bestens nachverfolgen kann, dass ein aus Emotionen und Hauruck-Mentalität geleitetes Agieren gerade nicht zum Erfolg führt. Und das bei Vereinen, die teilweise einen viel größeren finanziellen Spielraum bzw. Etat haben.

Zum Glück hatte ich ab der Mitte der Saison das Gefühl, dass es zu diesem Thema wieder ruhiger wurde; vielleicht, weil man sich mit dem Abstieg doch so langsam abfinden musste und natürlich auch einfach keine Gelegenheit mehr da war, auf dem geschlossenen Transfermarkt Geld auszugeben. Natürlich kann man immer sagen, wie leicht es dieses Jahr gewesen wäre, dabei zu bleiben. Aber das ist Spekulation und wer spekulieren möchte, ist vielleicht bei einem nicht genannten – weil Werbe- und Sponsorenfrei – Wettanbieter besser aufgehoben. :wink:

Die Trainierwechsel Frage

Das Club-Beispiel ist meiner Meinung nach mal ein gutes Beispiel um zu analysieren, inwiefern so ein Trainierwechsel in dieser Situation jetzt etwas bringt. Er ging einher mit sehr wenigen Transfers, insofern mussten beiden Trainer mit fast der gleichen Ausgangslage zurechtkommen, wenn auch Köllner am Anfang vielleicht mental noch etwas von der Euphorie des Aufstiegs profitieren konnte, Schommers hingegen von der in der ersten Saisonhälfte gewonnen Erfahrung der Spieler.

Letztendlich hatte ich mich lange massiv gegen einen Trainerwechsel ausgesprochen (nicht dass es meine wenigen Zuhörer – meinen Kumpels – groß interessiert hätte :wink: ), gerade weil ich mir dachte, dass für mich zu einem langfristigen Konzept eben auch eine langfristige Zusammenarbeit mit einem Trainer gehört. Aber ich konnte schon auch an mir selbst merken, wie mit steigendem Druck und immer verzweifelnder wirkenden Methoden des Coachs, man auch selbst in seiner Meinung etwas einknickt und konnte daher schon nachvollziehen, warum letztendlich gewechselt wurde.

Wobei gerade dabei ich vermute, dass auch viel mit der Machtposition Köllners im gesamten Verein zusammenhing und die anderen Parteien im Verein diese Verhältnisse anders ordnen wollten. Wäre dies, gerade im Zusammenhang mit der aufgrund ausbleibenden Punkte, schwächeren Verhandlungsposition Köllners auch mit ihm im Verein gegangen? Ein definitives vielleicht, dazu fehlen mir einfach jegliche Einsichten in die Strukturen in einem Fußball-Verein generell und dem Club im spezifischen.

Übrigens wäre das wirklich mal ein tolles Tribünengespräch. Mit einem – natürlich nicht mehr aktiven - Funktionär aus einem Verein über Abläufe und Strukturen im Zusammenhang mit Prozessen wie Trainerentlassung oder auch Einstellung, Vergabe von Posten, internen Vereinbarungen und Aufgabenteilungen etc. zu sprechen.

Noch ein Wort zum Theater mit Bornemann und Aufsichtsrat:

Irgendwie schade. Da macht ein Sportvorstand das, was man sich sonst immer etwas romantisierend wünscht und hält an seinem Trainer fest und dann wird er gleich mit entlassen. Ich glaube danach braucht wirklich niemand mehr sich über mangelnde Loyalität an irgendeiner Stelle – sei es Spieler oder Trainer – wundern.

Abschließend ist zu sagen, dass man natürlich traurig ist, gerade wenn man die vergebenen Elfmeter im Stadion miterlebt hat, aber letztendlich ist und bleibt der Club halt ein Depp – ein besonders liebenswerter. Und irgendwer muss nun einmal die (Auf- und Abstiegs) Rekorde knacken.

Mein Gericht-Vorschlag Zur Abstiegs-Saison vom Club:

Muttis Gemüsesuppe. Schmeckt nicht, aber hält einen hoffentlich langfristig gesund.

Zwei kleine Nachschläge:

  • Den Support der Fans, die ja auch gerade beim Club sich gerne mal danebenbenehmen, fand ich dieses Jahr wirklich toll, als auch beim sich abzeichnenden Abstieg die Unterstützung kontinuierlich stark blieb.
  • Den geschiedenen Finanzvorstand Meeske. Wirklich toller Typ, der uns hoffentlich in der Zukunft nicht zu sehr fehlen wird. Vielleicht sollte man auch mal diese Personalie mit den ruhigeren Zuständen und dem Erfolg beim VFL Wolfsburg in Verbindung bringen.
1 Like