Rasenfunk Royal 20/21 - Euer Input zu Dortmund

Zwischen dem 23. und 29.Mai nehme ich den Rasenfunk Royal mit je einem Gast pro Verein auf.

Mehr denn je freue ich mich dabei über Input von euch zu den einzelnen Vereinen. Und auch die Gäste sind meist gespannt auf eure Gedanken zum Verein.

Wenn ihr mögt, dann schreibt hier doch mal rein, was eurer Meinung nach wichtig für eine Besprechung der Saison wichtig wäre.

Ich würde diese Form vorschlagen:

Stichwort
Erklärender Absatz dazu. Warum ist das wichtig, wie schätzt ihr das ein.

Stichwort 2
Erklärung dazu. Die Fettung könnt ihr übrigens mit zwei Sternchen vor und nach dem Wort machen oder über das Formatierungsmenü.

Dieses Jahr bekommen alle Gäste wieder eine Frage, die sie beantworten müssen. Das ist manchmal etwas knifflig, auch hier freuen sie sich bestimmt über eure Ideen.

Die Frage lautet:
Wenn dein Verein sich mit einem Wahlslogan vorstellen würde - wie würde er wohl lauten? Und wie wäre die ehrliche Version davon?

Wie immer werde ich hier schreiben, wenn die Aufnahme im Kasten ist.

Danke euch schon jetzt für eure Mithilfe!

Wo ist der nächste „Mr. BVB“?

Der Ruf nach Identifikationsfiguren, damit meine ich nicht zwingend Kapitäne oder Führungsspieler, ist weiterhin für die Marke eines Vereins enorm wichtig. Stichwort: Trikoverkäufe. Die werden natürlich auch) von den jungen Talenten (Sancho, Haaland) angekurbelt aber nach wie vor auch von Identifikationsspielern.
Piszczek beendet seine Karriere. Schmelzer auch. Der letzte „Mr. BVB“ ist Reus, der zusammen mit der Mannschaft eine schwere Saison hatte und selten zu 100% überzeugte (Saisonfinale ausgeklammert). Sportlich ist Reus also alles andere als unersetzlich und so könnte sein Stern unter Umständen nach 2-3 Saisons verglühen. Mats Hummels könnte ebenso als Identifikationsfigur dienen, doch ist er eben „auch schon“ Anfang 30 und war eben für einige Jahre dem BVB abstinent.
Meine These: Dem BVB fehlen für die Zukunft 2 bis 4 Identifikationsfiguren, die wie keine anderen für Borussia Dortmund stehen. Ob junge Spieler wie Moukoko, Knauff oder Reyna dafür in Frage kommen, bleibt zunächst vage. Was davon abhängt, wie ihre Karriereplanung und sportliche Entwicklung aussieht. Für mich hat der BVB nicht nachhaltig Spieler aufgebaut, die eine Post-Reus-Zeit prägen werden. Meiner Meinung nach wird (Stand jetzt!) Moukoko zu stark, um ihn über viele Jahre zu halten. Auch Reyna hat die Veranlagung, in einem Verein mit größeren Ansprüchen zu spielen.

Vielleicht liege ich auch daneben. Aber die Fluktuation in der Dortmunder Mannschaft, auch im Mittelbau, nicht nur bei den Top-100-Mio-Talenten ist zu groß, um eine geschlossene mannschaftliche Identifikation mit dem Verein aufzubauen. Die Spieler sind austauschbar geworden. Selbst Spieler wie Hazard, Guerreiro, Delaney, Akanji oder Dahoud werden, auch wenn ich sie über alles schätze und mag, keine Identifikationsspieler werden, die die Marke und den Verein „BVB“ wie kein anderer vertreten.

Was ist los mit Jule Brandt?

Ich weiß, das man das Wohl und Wehe nicht an einem einzelnen Spieler festmachen darf und kann. Dennoch würde mich zu diesem Spieler eine Einschätzung interessieren, da ich absolut nicht schlau daraus werde. Es gab mehr als die Gelegenheit für ihn, als Reus außer Form war, Reyna außer Form war, Dahoud erst aufwachen musste, Verantwortung und Spielleitung zu übernehmen. Ist er einfach nicht der Typ für strukturiertes Spielen. Ist er ein genialer Freigeist wie Messi, den jegliche Anweisung zuwider ist? Den man einfach von der Leine lassen muss? Wie könnte seine Zukunft beim BVB aussehen. Was muss künftig Rose tun, um Brandt in Schuss zu bringen? Ich weiß es nicht. Und ich hab jedes BVB-Spiel über 90 Minuten gesehen.

Soll Terzic gehalten werden aus Angst vor einem Scheitern von Rose?

Zorc kämpft sehr darum Terzic im Verein zu halten. Verständlich. Auch wenn ihm keine Steine in den Weg gelegt werden, falls Terzic lukrative Cheftrainer-Angebote vorgelegt werden, wird Zorc alles möglich tun, um Terzic zum Verbleib zu bewegen. Mein Gedanke dazu ist, dass dies geschehen könnte, um eine sehr gute und schnelle Lösung im Falle eines Rose-Scheiterns parat zu haben. Persönlich bin ich fest davon überzeugt, dass Rose Erfolg haben wird und mir fallen erstmal keine stichhaltigen Argumente / Beweise ein, warum das nicht der fall sein sollte. Das vehemente Festhalten an Terzic kann ein Indiz sein, um einen Plan B aus dem Hut zu zaubern.

Wahlslogan: 20/21 - die Zeit ist reif! Jetzt BVB als stärkste Kraft für Deutschland!
Ehrlicher Slogan: … aber Platz 4 ist erstmal auch okay.

Transferpolitik - International Top, national Flop?

Ich kopiere an dieser Stelle mal aus meinem Feedback zum RF311:

Ein Gedanke zur Dortmunder Transferstrategie

Watzke will beim BVB deutsch- (sprachige (National-)) Spieler.

Analog zu Bayern möchte mMn Watzke ebenfalls deutsche Spieler im Kader haben, bekommt dann aber nur die, die eher die B-Garde sind (Schulz, Götze, Hummels, Brandt, Can, Dahoud, Schürle, Philip, Rode, Wolf, Castro, Ginter, Toprak, Toljan). Als 2. Leuchtturm kopiert man hier die Bayern, möchte aber auch eine gewisse „regionale Verbundenheit“ der Spieler mit dem Verein / Fans erreichen.

Für diese Spieler ist man regelmäßig bereit, (zu) viel Geld zu bezahlen und viel zu oft passen dann diese nicht richtig ins Konzept.

Die Bilanz bei ausländischen Spielern ist gerade in Bezug auf Kosten und Nutzen deutlich besser. These: Bei diesen wird im Vorfeld kritischer überlegt, ob sie als Ganzes in die Mannschaft passen, weil man das Risiko des Scheiterns durch kulturelle und sprachliche Barrieren anders bewertet?

Arbeitshypothese:
Der BVB hat bewusst sein sportliches Konzept und den Erfolg geopfert und ein wirtschaftliches Konzept (jung kaufen, entwickeln, verkaufen…
) etabliert um mittelfristig die Lücke zum FCB kleiner werden zu lassen. Natürlich wird dies nicht laut gesagt, da ansonsten die Fanszene durchdrehen würde…

Ich bin aktuell echt zwiegespalten.

Die Spiele gegen Leipzig zeigen für mich zwei Dinge. Und das jeweils in beiden Spielen: was das Dortmunder Team kann, aber auch, was ihm noch fehlt.
Jeweils klar geführt, dann relativ heftig ins Schwimmen gekommen. Jedoch beide male am Ende gesiegt.

wo also steht dieser BVB?

Offensive

Haaland. Hin und wieder auch Reus, Sancho und andere. Aber es steht und fällt halt viel mit dem Norweger. Meine Sorge aus Roses Sicht wäre es, dass dieser mal eine lange schlechte Phase hat.
Allerdings hat man ja diese Saison gesehen, was für ein Potential in Spielern wie eben Haaland, Sancho oder auch mal Dahoud steckt.
Aber gerade die ersten beiden sind halt noch sehr jung und das merkt man immer mal wieder.
Schönes Beispiel: ich gehe mal davon aus, ein Lewandowski macht im Gegensatz zu Sancho im Pokalfinale das 4:1 und zögert nicht noch kurz. Es sind oft nur Kleinigkeiten, aber mein Eindruck ist: sie sind halt noch da.

Positiv aber: das wird immer weniger werden.

Torhüter
Da hat Dortmund meines Eindrucks nach zwei gute Männer. Aber mehr halt auch nicht. Dass der Wechsel (das war doch diese Saison?) auf der Position innerhalb einer Saison stattfindet und funktioniert, ist gut. Dass er nötig war, jedoch nicht.

Trainer
Holt man Titel, hat man Recht. Aber so einfach ist es am Ende halt doch nicht. Terzic begeisterte erst, stand dann teils in der Kritik, Rose wurde fest gemacht und dann gewann Dortmund (stand heute) gefühlt erstmal jedes Spiel.
Nicht immer schön, aber das ist am Ende ja egal.
Das ist aber für mich tatsächlich für die nächste Saison eine spannende Frage. Was passiert, sollte Dortmund unter Rose mal schwächeln? Kommen dann die Rufe nach Terzic?

Piszcek
Geiler Kerl. Aber deshalb steht er hier nicht. Dass er am Ende spielen durfte, lag ja auch daran, dass der BVB lange keine Ideallösung fand, die dann auch dauerhaft fit und bei 100% war. Dass der Routinier am Ende da war und seinen Teil zum Pokal beitrug ist aber einfach eine tolle Geschichte. Nichtsdestotrotz: hier muss was passieren.

Brandt, Delaney und Meunier
Diese drei Namen mal exemplarisch für ein Problem: die zweite Reihe fällt ab. Ich werde vor allem aus Brandt nicht schlau. Eigentlich ein super Kicker, aber irgendwie stagniert er.
Meunier hingegen steht eher für ein „das klappt nicht so“
Will Dortmund mehr erreichen, braucht man wohl etwas mehr breite.

Verletzungen
…waren wohl auch ein (kleiner Faktor). Zagadou, Schmelzer, Witsel, Moukoko fielen alle länger aus. Und das merkt man dann halt doch.

Slogan
Es ist ein Film, aber…
„Zurück in die Zukunft“ kam mir irgendwie in den Sinn.
„…aber halt nicht auf dem direkten Weg“ wäre dann allerdings der Teilsatz, den man addieren müsste.

Das ist bitter, da man dort eigentlich fast überbesetzt ist - diese Saison aber eigentlich auch für kommende Saison. bei Morey muss man schauen, wie der Heilungsprozess verläuft, aber ich würde mal prognostizieren, dass der die erste Saisonhälfte 21/22 komplett verpasst. Meunier hat noch nicht gezeigt (maximal stellenweise), wofür er geholt wurde. Passlack kann links und rechts spielen, aber sicher nicht die 1A-Lösung. Auch für mich muss es da einen Abgang (Meunier) geben und eine 1A-Lösung verpflichtet werden. Bind a aber skeptisch, ob auf dieser Position tief in die Tasche gegriffen wird oder maximal wieder nur eine halbgare Lösung gesucht wird.

Gerade bei Zagadou eine unglückliche Geschichte. Er war auf Krücken, kommt zurück, spielt kurz, ist wieder an Krücken. Unschön.

Bei Shcmelzer war es klar, dass er kein Spiel mehr macht. Moukokos Ausfall war sicher nicht einkalkuliert, aber genauso wenig, dass er regelmäßig und viel spielen soll diese Saison (hat sich ja erst unter Terzic etwas geändert). Ein zweiter vollwertiger Backup-Stürmer wird aber schon seit Jahren (von den Fans) verlangt! Und nach Witsels Ausfall sah es zeitweise so aus, als ob Dortmund besser performt und der Ausfall sich sogar positiv auf das Spiel nach vorn ausgewirkt hat. Wirklich vermisst wird er aus fußballerischer Sicht nicht. Bin aber froh, dass Zorc diesbezüglich nicht nachgelegt hat und noch einen Paniktransfer durchgezogen hat. So durften Dahoud und Bellingham viel spielen, was ihnen sichtlich gut getan hat.

Will sagen: Dortmunds wechselhafte Performance diese Saison war für mich keine Frage der Verletzungen oder Breite des Kaders.

Danke für das Feedback. Du bist da sicher tiefer drin als ich.
Aber beim letzten Punkt: ich schrieb ja auch, dass es sicher nur ein kleiner Faktor war, auf der anderen Seite hast du natürlich Spieler im Kader, die verletzt sind, aber eingeplant waren. Die fehlt es da dann also etwas an der Breite. Denn: Spieler wie Witsel kannst du dann halt doch oft bringen und er würde dann für Pausen bei anderen Spielern sorgen. Das kannst du mit A-Jugendlichen oder Spielern aus der U23 halt nicht immer machen.

Da stimme ich grundsätzlich voll damit überein. In dieser Spielzeit wirkten, wenn wir uns mal aufs Mittelfeld beschränken, die Spieler allerdings nicht „überspielt“ oder komplett neben der Kappe, dass Terzic da ständig hätte extrem rotieren müssen.

Meine These: Dass Dahoud in den vergangenen Jahren kaum zum Zug gekommen ist, hatte in dieser Saison etwas Gutes, da seine Konstitution noch nicht so „abgenutzt“ war und er frisch ist. Dahoud stecken noch nicht 4-5 Jahre 30-40 Spiele über 90min in den Knochen. Davon profitiert er gerade - physisch wie mental.

Hallo,
hier mein Input:
Kein Schalke mehr - was nun? Ist es noch zeitgemäß den S04 als Erzfeind zu sehen, da nun auch auf dem Papier Welten zwischen den beiden Mannschaften liegen.

Bewertung der Saison: Mit dem Erreichen der CL an den letzten Spieltagen gerade so das Minimalziel erreicht, worüber der Pokalsieg hinwegtäuscht?

Mh, was meinst du denn mit dem sportlichen Konzept, welches man geopfert hat? Also junge Spieler zu entwickeln und dann sehr teuer weiterzuverkaufen ist sicherlich wirtschaftlich gedacht, aber verhindert ja nicht, dass man damit auch ein sportliches Konzept verfolgt, z.B. jungen, eher wilden, offensiven Fussball zu spielen. Dazu hat zumindest der vorletzte Trainer halt nicht gepasst, was man vorher haette wissen koennen. Die finanzielle Luecke schliessen wird allerdings auf diesem Weg auch nicht klappen. Dafuer ist die zu gross leider. Wir koennen nur heilfroh sein, dass ausgerechnet in den Jahren, in denen die CL finanziell abgehoben hat, wir mit Klopp erfolgreich waren. Waere das ein paar Jahre vorher gewesen, dann haette das nciht den Impact gehabt wie jetzt. Waere das ein paar Jahre spaeter gewesen, waere der Zug schon abgefahren. Das soll gar keine Klopphuldigung sein, sondern nur die Beschreibung, dass in diesem einem Moment alles gepasst hat: Finanzielle Zwaenge mit jungen Spielern arbeiten zu muessen, die Spielertypen, der Trainer, das Umfeld des Vereins. Das war nicht nur der perfekte Trainer, sondern schlicht die perfekte Welle zur perfekten Zeit, um uns so nach vorne zu spuelen.

Saisonbewertung Dem letzten wuerde ich sehr zustimmen. Jetzt ist natuerlich alles rosarot, weil (Minimal-)Ziel plus Pokal erreicht. ABER, es war sehr sehr knapp. Trifft RB nicht kurz nach der Halbzeit die Latte, sondern das Tor, ist mehr als genug Zeit, dass das Spiel kippt. Und wenn Frankfurt nur ein bisschen mehr Drive gehabt haette, dann waeren wir jetzt nicht CL TN und Pokalsieger, sondern weinender fuenfter mit wirtschaftlichen Zwaengen und Pokalzweiter. Das muss man schon auch nuechtern betrachten und wahrnehmen, dass wir richtig viel Zahen hatten zum Ende der Saison. Klar die Chancen haben wir dann auch ergriffen, aber dass die Chancen da waren, das war ja nicht das Verdienst des BVB.

Ich will man nur auf die Trainerdiskussion eingehen. Sofern nicht Max da sitzt, gucke ich den Doppelpass eigentlich gar nicht mehr, aber diesen Sonntag hat er wieder gezeigt, dass und warum das alles nur heisse Luft ist dort. Was hat Dortmund gemacht!? Dortmund hat sehr frueh in diesem Jahr, sich auf einen Trainer festgelegt, der den beteiligten Personen nach gut zum Verein, zur Mannschaft und zur Spielphilosophie passt. Ob das auch wirklich so ist, das wird sich zeigen, aber man hat das gemacht, was alle immer fordern: Nicht auf Misserfolg mit einem verfuegbaren Trainer reagieren, sondern einen Trainer verpflichten, mit dem man langfristig ein Konzept verfolgen kann und will (wie gesagt, kann klappen oder auch nicht, das wissen wir erst in ein paar Monaten). Diese Verpflichtung kam auch zu einer Zeit, in der nicht jeder mit Edin zufrieden war und die Ergebnisse auch nicht gestimmt haben. Dass das ganze in der Retrospektive so gut alles ausgegangen war alles andere als absehbar, zumindest nicht als Aussenstehender. JETZT wird dem BVB natuerlich vorgeworfen, dass man 1) einen Trainer verpflichtet hat, den man ja gar nicht (mehr) will und 2) Edin nicht in die zweite Reihe stellen kann bzw der das nicht will (entgegen jeder Antwort in jedem Interview, dass er gibt). Will sagen, wenn man kurzfristig handelt wird einem vorgeworfen, keine langfristige Vision zu haben und diese konsequent zu verfolgen. Wenn man langfristig versucht zu handeln, dann wird einem vorgeworfen, dass man nicht dem aktuellen Ergebnissen entsprechend handelt. Das nervt schon sehr in der Diskussion, auch weil das fuer meine Begriffe zeigt wie traditionell die Diskussion gefuehrt wird. Warum sollte ein Trainerteam unter Rose und mit Edin nicht funktionieren? Weil der in einem halben Jahr (!) zu gross geworden ist? Und in vielen Sportarten wachsen die Trainerteams, nur im Fussball darf es nur der Chef mit maximal 2 Co-Trainern sein? Ich habe nie ein Team trainert und mag mit der Einschaetzung falsch liegen und vielleicht ist Edin auch nach dem Wochenende weg, aber gesetzt den Fall dass nicht, dann muss man doch die Vision haben duerfen, dass es mega ist, so eine Trainerteam zu haben, in dem Rose Chef ist, aber mehr als zwei CoTrainer Experten fuer ihren Bereich sind und dieses Team als als solches wahrgenommen wird. Wenn natuerlich in dem Medien nach den ersten drei Niederlagen gross spekuliert wird, wann den endlich Edin wieder inthronisiert wird, dann kommt man natuerlich mit einer innovativen Aufstellung eines Funktionsteams nicht weiter. Das haengt zuallererst daran wieder das neue Team sich versteht, aber ich sehe eher Chancen als Risiken darin, Edin zu behalten. Nicht weil er fix uebernehmen kann, wenns nicht laueft, sondern weil er ein klasse Ergaenzung fuer jedes Trainer-Team waere.

Arbeitshypothese:
Der BVB sollte sich für eine Abschaffung der Winterzeit einsetzen

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Hatte diese Mannschaft doch „Mentalität“?

Ein interessantes Nebenthema beim BVB, was ich gedanklich schon etwas länger mitverfolge ist, wieweit die Mannschaft nicht wegen taktischer Einstellung sondern wegen fehlender "Mentalität" Spiele verliert.
Weil als Dortmund Fan es zunächst recht nervend war von mehreren (Bayern-nahen) Experten mehrfach „Mentalität“ der Manschaft abgesprochen zu bekommen, habe ich versucht zu analysieren, woran knappere Spiele verloren wurden.
Was auffällt ist, dass der BVB in einigen Spielen sich häufiger unnötige Gegentore fängt, gefühlt, wenn im ersten und zweiten Drittel der zweiten Halbzeit die Konzentration abfällt. Gefühlt schlafwandeln dann die Spieler über den Platz und werden schnell für kleinere Unachtsamkeiten bestraft und waren weniger konsequent vor dem Tor.

Die Frage, dich ich gerne damit aufwerfen würde: Ist das "Mentalität"?

Oder viel besser gefragt (an alle Fussballnerds und Statistikexperten : )
Lässt sich „Mentalität“ quantifizieren?

Ich bin mir immer noch unschlüssig ob "Mentalität" ein tatsächlich existentes Phänomen ist, oder eher mythisch (wie das beschworene Bayern-Gen).
Sollte "Mentalität" als Faktor Spiele entscheiden, wie liesse sich die "Mentalität" quantifizieren, messen? Was für Metriken können herangezogen werden um die "Mentalität" von Mannschaften, oder einzelnen Spielern zu visualisieren?

Ich als absoluter Laie und einfacher Fussballfan habe keine Ahnung ob an Sporthochschulen und in Trainerlehrgängen "Mentalität" behandelt wird, würde mich aber sehr freuen, wenn ihr Expertise zu den Mentalitäts-Werten der Bundesligisten beisteuern könntet.
Vielleicht hat sich die "Mentalität" unter Terzic ja tatsächlich verbessert. Oder das Narrativ hat nicht mehr gepasst.

LG.

Wahlplakat vom BVB?
Bild vom Lindner mit Dosenbier auf der Süd, darunter "Echte Liebe"
Ehrliches Wahlplakat vom BVB?
Foto der Anzeigetafel, es steht 3:0, slogan: „Never unclench

Hier noch ein paar kurze Meinungen zu ein paar ausgewählten Spielern. Offensichtliche Dinge die schon genügend diskutiert wurden überspringe ich mal.

Akanji:
Hat sich meiner Meinung nach in den letzten Wochen/Monaten wieder weit nach vorne gespielt. Letzte Saison musste man bei jedem Pass von ihm noch zittern, aber inzwischen ist er wieder ein Leistungsträger in der Defensive und ballsicher im Angriff.

Zagadou:
Ich vermisse ihn :cry: Könnte ein überragender (every pun intended) Innenverteidiger sein, aber sein Knie macht leider nicht mit. Hoffentlich kann er nächste Saison durchspielen, ansonsten haben wir ja jetzt einen weiteren jungen Innenverteidiger von PSG. Der hat nur gerade eine schwere Knieverletzung… oh wait!

Morey:
Kam endlich an und konnte sein Potenzial zeigen… ärmste Sau :frowning: Wäre gut und wichtig im Kader, dass er schnell wieder fit wird.

Can:
Was ist eigentlich der Rekord für „meiste Elfmeter in einer Rückrunde verursacht“?

Bellingham:
Für mich Rookie of the Season. Bei so jungen Spieler sollte man eigentlich nichts kritisieren und er gibt auch wenig Anlass dazu, aber eine Sache stört mich: Jude möge sich doch bitte entscheiden ob er ein Raubein ist oder ein körperloser Schönspieler. Aber andere umgrätschen und dann selbst bei jedem Kontakt schreiend rumrollen passt meiner Meinung nach nicht zusammen. Hoffe er bleibt bei seiner robusten Gangart und verzichtet auf das schauspielern.

Meunier:
Ist glaube ich in der Phase in der Akanji vor paar Monaten war? Hätte eigentlich alles um ein Fanliebling zu werden… außer die Leistung auf dem Platz. Habe ihn noch nicht abgeschrieben und hoffe auf einen erfolgreichen Neustart unter Rose.

Cause Terzic:
Achja… seufz… Ich bewundere diesen Mann alleine schon dafür, dass er in den letzten 2 Wochen keinen Journalisten Körperverletzungen zugefügt hat. Die Fragen zu seinem Verbleib nach dem Pokalfinale und in jeder folgenden PK grenzten ja schon fast an Beleidigung an den gesunden Menschenverstand.
Hier komme ich aber zum eigentlichen Punkt: Die haben alle die völlig falsche Person gefragt. Ich glaube Terzic, wenn er sagt er hätte keine Probleme damit wieder Co-Trainer beim BVB zu sein. Watzke will ihn sowieso behalten. Der Ball liegt doch eigentlich bei Marco Rose.
Wenn er einen Co-Trainer haben will der den Kader kennt und einen guten Draht zu den Spielern hat: top!
Wenn er keinen Co-Trainer haben will, den der Verein ohne zu zögern als Cheftrainer einsetzen würde: verständlich.
Wäre ich Rose (und kein Dortmund Fan) würde ich mir doch dreimal überlegen ob ich einen Trainerposten mit eingebautem Schleudersitz übernehme. Daher ist mein Tipp (nicht meine Hoffnung), dass Rose lieber keinen Terzic neben sich auf der Bank hat. Der BVB kann aber schlecht mitteilen, dass der neue Trainer den Fanliebling Edin rausgekantet hat. Da wäre Rose bei den Fans direkt unten durch. Daher wird Terzic vermutlich offiziell aus eigenen Stücken zu einem anderen Club wechseln um sich dort weiterzuentwickeln. Der BVB hat ihn natürlich nur schweren Herzens gehen gelassen und hofft, dass er bald wieder kommt etc yadda yadda…

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Dahoud war mein Lockdown Gewinner. Er ist viel besser, wenn er nicht vom halben Stadion ausgepfiffen wird. Wäre schön wenn sich einige Fans hinterfragen würden.

Wer war der Schlüssel für die „Lösung“ der defensiven Probleme bei Standards - Terzic, Hitz oder beide?

Ich kann nicht sagen die Dortmunder Saison in jedem Detailgrad verfolgt zu haben. Ich finde aber bei allen Diskussionen um Mentalität etc kommt mir in den letzten Jahren die Vereinsführung und insb. Watzke sehr gut weg.

Seine Verdienste um den Verein sind natuerlich unbenommen und er war auch federfuehrend an der Auswahl der drei erfolgreichsten (punkteschnitttechnisch) Dortmundtrainer beteiligt. Ich finde aber mit seinem Zerwuerfnis mit Tuchel nach dem Anschlag und dem ambitionierte Ziele setzen (Meisterschaft letztes Jahr) gegenueber Favre hat er es auch geschafft sich in einer Weise von dem jeweiligen Trainer zu entruecken, dass eine Trennung mittelfristig unausweislich war. Ich verstehe immer noch nicht so ganz warum man so offensiv - trotz der immer noch grossen finanziellen Luecke - zum Angriff auf die Bayern geblasen hat und damit seine Underdogrolle mit der man Jahre lang eigentlich gut gefahren ist aufgegeben hat. Bei allem Juergen Klopp Fantum, dem ich auch selber unterliege, wirkt dann die verbriefte Anfrage an ihn, ob er nicht Stoeger nachfolgen will etwas aus der Zeit gefallen.
Meine Frage waere, ob Watzke noch wirklich der richtige ist um den Verein vorwaerts zu entwickeln oder ob es nicht vielleicht an der Stelle auch einen neuen Impuls braucht.

Das frage ich mich auch und sehe die Antwort eher darin, dass besonders in den letzten Jahren enorm viel Geld für teilweise sehr junge Spieler in die Hand genommen wurde, das nicht mehr rechtfertigt zu sagen, unser Hauptziel ist die Championsleague-Teilnahme. JEDER erwartet den nächsten Schritt und der heißt einfach Meisterschaft.

Der Input ist durchaus da. Gerade im Staff hat sich in den letzten Jahre viel getan. Neue Rollen wurden geschaffen wie Kehl und Addo. Zudem darf Cramer den Marketing-Hammer kreisen lassen, wie er lustig ist. Watzke hat durchaus die Fäden in der Hand, gibt aber - so mein Eindruck - sehr viel Kompetenz an seine Mitarbeitenden ab. Meiner Meinung nach hat der BVB den großen frischen Wind nicht zwingend nötig.

Wir sind natürlich alle nicht dabei, aber ich glaube das war eher Druck von außen. Jahrelang wurde dem BVB vorgeworfen, er wolle die Bayern ja gar nicht angreifen und sie sollen doch mal die Meisterschaft als Ziel ausrufen (nicht selten auch im Rasenfunk). So sei das übliche „für CL qualifizieren und Pokal-Finale erreichen“ jawohl nicht der Anspruch und man solle doch höher greifen. Dann spricht der BVB mal die Meisterschaft als Ziel aus (ggf einfach um mal etwas anderes zu machen) und jetzt wird ihnen vorgeworfen, dass es unnötigen Druck erzeugt :man_shrugging: Am Ende ist es doch völlig egal was sie offiziell ausrufen, es kommt doch nur darauf an was sie intern planen. Und Favre wurde bestimmt nicht gefeuert, weil die Meisterschaft in Gefahr war.

Die Geschichte mit Tuchel ist natürlich etwas komplizierter und keiner von uns weiß was wirklich passiert ist. Aber am Ende vertraue ich lieber verdienten Spielern eines Vereins mehr, als einem Trainer der anscheinend einen ziemlichen Scherbenhaufen zurückgelassen hat.

Fragen darf er ja mal, oder möchte hier jemand sagen, dass Klopp kein guter Trainer für den BVB ist? Versteh mich nicht falsch: Watzke ist nicht unumstritten in der Fanszene, aber soweit ich das (vom Bodensee aus) sehe, geht es da nicht um die Trainerfragen sondern um die generelle Ausrichtung des Vereins und die Internationalisierung. Für die Kaderplanung sind eh Zorc/Kehl zuständig und dass Watzke gerne mal Unsinn in Interviews redet ist eine ganz andere Geschichte.