Rasenfunk Royal 20/21 - Euer Input zu Frankfurt

Zwischen dem 23. und 29.Mai nehme ich den Rasenfunk Royal mit je einem Gast pro Verein auf.

Mehr denn je freue ich mich dabei über Input von euch zu den einzelnen Vereinen. Und auch die Gäste sind meist gespannt auf eure Gedanken zum Verein.

Wenn ihr mögt, dann schreibt hier doch mal rein, was eurer Meinung nach wichtig für eine Besprechung der Saison wichtig wäre.

Ich würde diese Form vorschlagen:

Stichwort
Erklärender Absatz dazu. Warum ist das wichtig, wie schätzt ihr das ein.

Stichwort 2
Erklärung dazu. Die Fettung könnt ihr übrigens mit zwei Sternchen vor und nach dem Wort machen oder über das Formatierungsmenü.

Dieses Jahr bekommen alle Gäste wieder eine Frage, die sie beantworten müssen. Das ist manchmal etwas knifflig, auch hier freuen sie sich bestimmt über eure Ideen.

Die Frage lautet:
Wenn dein Verein sich mit einem Wahlslogan vorstellen würde - wie würde er wohl lauten? Und wie wäre die ehrliche Version davon?

Wie immer werde ich hier schreiben, wenn die Aufnahme im Kasten ist.

Danke euch schon jetzt für eure Mithilfe!

Saisonziel

Es stellt sich die Frage, ob die Eintracht mit einem möglichen 5 Platz das Saisonziel verfehlt oder erreicht hat.
Nimmt man ernst, was Hütter in seinen Büchern schreibt, dann wird die Mannschaft ein ambitioniertes Ziel gesteckt und intern auch klar formuliert haben.
Zu Saisonbeginn sprach man schon offensiv davon, dass unsere Meisterschaft die CL-Quali sei.
Selbst nach der langen Unentschiedenserie in der Hinrunde betonte man, dass man nicht nach unten, sondern weiter nach oben schaue, denn man sei Eintracht Frankfurt und das Ziel sei die CL-Quali.
Mit Platz 4 und 7 Punkten Vorsprung wollte man auch nicht tief stapeln, sondern betonte, dass man dies jetzt auch über die Ziellinie bringen wolle.
Nach dem Spiel gegen Mainz und dem herunterrutschen auf Platz 5 hieß es auf einmal von Hütter: „Auch Europe League wäre ein Erfolg und man habe vielleicht überperformt“.
Letztlich wird jeder hier in Frankfurt mit Platz 5, gerade aus der Perspektive vor der Saison, jeder mehr als zufrieden sein, aber diese Dissonanz von Vereins-, oder besser Trainer-, Seite im Verlauf der Saison ist doch seltsam.

Teamgeist

Teamgeist ist der Titel eines der Bücher von Adi Hütter, welches im Untertitel lautet: „Wie man eine Meistermannschaft entwickelt“. In seinem Buch geht er unter anderem darauf ein, wie wichtig positives Bestärken sei und wie wichtig es ist, alle im Team mitzunehmen. Nun ist vermutlich nicht nur die Meisterschaft im Frankfurter Sinne nicht erreicht, sondern es scheinbar auch mit dem Teamgeist nicht sonderlich weit her zu sein. Es gibt relativ viele Hinweise auf Zerwürfnisse im Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft und zwischen Trainer und Verein.

Beziehung Trainer und Mannschaft

Diese ist natürlich schwierig zu beurteilen, weil wir eben kein Insiderwissen besitzen, um diese oder jene Aufstellung in voller Tragweite zu beurteilen. Lange gibt es aber schon die Kritik, dass Hütter nur seine Lieblinge aufstellen würde und manche Spieler bei ihm aus Prinzip keine Rolle mehr spielen würden. Diese These scheint durch die Fälle Danny da Costa oder Dominik Kohr, und zuletzt auch Amin Younes bestätigt zu werden. In der Presse, zuletzt auch durch Phil Hofmeister und Mario Rieker im Rasenfunk, gibt es immer wieder nebulöse mehr oder weniger konkrete Andeutungen diesbezüglich. Gerade im Saisonendspurt könnte eine dieser Fehden, die mit Younes, uns die CL-Quali gekostet haben. Natürlich reine Spekulation.

Beziehung Trainer und Verein

Vermutlich findet sich in diesem Punkt ein Hinweis auf den Grund von Hütters Abgang. Von Hütter wurde auf den PK´s nach seinem Abschied vieles angedeutet. Vielleicht gibt es hier einen Elefanten im Raum, über den in der Öffentlichkeit (noch) niemand sprechen möchte. Klar ist, ihm war vermutlich die Zusammenarbeit mit Bobic und Hübner sehr wichtig, aber auch die mit dem ehemaligen Aufsichtsratschef Streubing. Möglicherweise gab oder gibt es auch Zwietracht über die Kaderplanung und Ausrichtung des Vereins, z.B. mit Ben Manga.

Kaderplanung

Es wurde gemunkelt, dass Hütter eher fertige Spieler wollen würde, um seine Ziele in naher Zukunft zu verwirklichen. Dabei muss man ihm fairerweise zu Gute halten, dass er es aber auch geschafft hat viele Spieler zu entwickeln. Die Tranfers von Dost, Kohr, Zuber oder Illsanker scheinen die fertige Spieler These aber zu bestätigen. Im Kontrast dazu steht wohl Ben Manga, nach Bobics Abgang vom Chefscout zum Kaderplaner aufgestiegen. Dieser hat wohl zusammen mit Bobic eher auf junge Talente gesetzt, welche entwickelt werden können und einen entsprechenden Transfererlös einbringen könnten. Zumindest diente dieser mögliche Konflikt vielen als Erklärungsmuster dafür, warum der 100 Millionen Transfersommer nach der Saison 18/19 so relativ enttäuschend gestaltet wurde. Andererseits gab es auch schon vor Hütter das Konzept erfahrene Spieler, wie etwa Prince Boateng, in der Mannschaft zu haben.

Allgemein kann man sehen, dass eine Wandlung in der Bobic Ära stattgefunden hat. Vom Verein der junge Spieler von den Großen ausleiht, hin zu dem Verein, der selbst viele junge talentierte Spieler zu anderen Verein verleiht. Siehe Joveljic zum Wolfsberger AC oder Zalazar zu St. Pauli.

Seit der Deal mit Bobic und der Hertha finalisiert wurde, wurden bereits jede Menge junge Talente, größtenteils eher noch für die U-Mannschaften bestimmt, bekannt gegeben. Die künftige Kaderplanung unter Ben Manga scheint also die Gewichtung stärker in diese Richtung zu schieben. Frage wird sein, ob man dabei auch die richtige Gewichtung schafft. Holt man nur die besten, verfügbaren Talente, wie etwa der BVB auf ganz großer Ebene, oder verzichtet man vielleicht auch das ein oder andere Talent, weil es nicht in den Kader und die Spielidee passt.

Ein weiterer Aspekt bisheriger Transfers war auch, dass man sich eher polyvalente Spieler holte, wie Ilsanker, Hrustic oder Zuber. Dies hatte sicher auch den Vorteil, dass man trotz relativ kleinem Kader nach den Abgängen im Winter, noch relativ flexibel war. Frage ist dabei aber immer, ob es nicht besser ist z.B. einen reinen 6er oder IV im Kader zu haben.

Kapitänsfrage

Nach dem Abgang des Capitanos, David Abraham, im Winter wurde kein neuer Kapitän bestimmt.
Es entstand quasi ein offener Wettbewerb zwischen Trapp, Hasebe, Hinteregger und Rode. Im Erfolg schien diese Vakanz kein Problem zu sein. Aber je mehr die Diskussion aufkam, ob Hütter eine Lame Duck sei, und je mehr der Auftritt auf dem Rasen eher blutleer wirkte, umso eher schien sich dies zu rächen, da auch auf dem Feld kein Spieler die Verantwortung zu übernehmen schien.

Das Jovic Dilemma

Wenn man als Eintracht Frankfurt die Möglichkeit hat einen Spieler wie Luca Jovic für kleines Geld zu leihen, dann braucht man schon gute Argumente dies nicht zu tun. Aber wie setzt man ihn ein? Zu dem Zeitpunkt war seine eigentliche Position von Ander Silva blockiert, welcher eben auch wie am Fließband Tore erzielte. Dahinter sorgten die kreativen 10er Younes und Kamada mit Unterstützung von den Außenbahnspielern für die Räume, welche Silva dann nutzen konnte.
Der Versuch einer Doppelspitze zeigte sich als nicht sonderlich erfolgreich und war eine Abkehr von dem was funktionierte, sodass Jovic auch eher zu einem 10er umgeschult wurde. Gegen eine stabile Defensivformation konnte das System mMn jetzt nicht mehr so gut funktionieren, weil Jovic eher selbst Räume nutzt, als dass er diese öffnet, sodass das Zwingende aus dem Eintrachtspiel mehr und mehr verschwand. Dies erklärt für mich auch besser die Krise der letzten Spiele, als die ganze Causa Hütter. Aber was wäre eine alternative Herangehensweise gewesen? Ein Jovic konnte man auch schlecht immer erst ab der 60´Minute bringen, so wie dies in den ersten Spielen mit Verweis auf Trainingsdefizit geschehen.

Hütter

Seine Erfolge und sein Ansehen scheinen auf seine letzten Tage in Frankfurt ob der Form seines Abschieds zu verblassen. Sicher hat man ihm einiges zu verdanken, seine Karriereentscheidung wurde respektiert, auch wenn der gewählte nächste Karriereschritt vielleicht auf etwas Unverständnis stieß. Die einzige Forderung war: Bring die Sache sauber zu Ende. Worin die Krise der letzten Spiele begründet liegt, sei mal dahingestellt, aber sicherlich hat er keine allzu glückliche Figur dabei abgegeben. Sei es die Aussage, dass sich für ihn ja nur die Vereinsfarben ändern würden, oder die plötzliche Relativierung der Saisonziele. Gerade die Relativierung der Saisonziele verwundert, wenn man die Prinzipien seiner Motivationsstrategie kennt. Was für ein Zeichen wird damit auch an die Mannschaft gesendet? Erst verlasse ich euch für eine Mannschaft, welche in der Tablelle hinter euch steht, dann sage ich, dass die Ziele auf die ich euch eingeschworen habe und die ihr mit unerschütterlichen Selbstvertrauen nach außen repräsentiert habt, vielleicht doch zu hoch für euch sind? Oder er dem Team sagt, dass sie ihre gezeigte Leistung nicht mehr abrufen kann, weil sie da halt einfach überperformt hat?
Es brechen auch alle möglichen Konflikte ans Licht der Öffentlichkeit. Die Spekulationen darum, ob er persönliche Befindlichkeit vor das Wohl des Vereins stellt, indem er Schlüsselspieler möglicherweise nicht berücksichtigt, wird an ihm kleben bleiben. Es kann ja sein, dass er aus Prinzip keinen Spieler aufstellen will, der nur bei 90% ist. Aber er kommuniziert es nicht. Beziehungsweise werden Probleme weggelächelt, bis es auf einmal heißt, dass dieser oder jener Spieler verkauft oder verliehen wird und es scheinbar doch Probleme gab. Auf einmal wirkt er nicht mehr so offen und ehrlich. Ich persönlich habe ihn immer für seine Arbeit, taktisch und psychologisch, bewundert. Auch jetzt weiß ich nicht, was die tatsächlichen Hintergründe für sein Verhalten waren und sind. Ich habe auch bis zuletzt geglaubt, dass er auch der Richtige bis Saisonende ist. Wahrscheinlich hat er sich dieses Vertrauen auch verdient. Schade das es so zu Ende geht.

Wahlslogan: Gemeinnütziger Traditionsverein im Herzen von Europa

Ehrliche Version: Vielversprechende Aktiengesellschaft im marktkonformen Fußball mit großer Werbewirkung und hoher Corporate Social Responsibility. Unsicheres Marktumfeld. Auch für kritische Kooperationen (Uber etc) offen.

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Timing ist alles

Vielen Punkten des Vorredenden schließe ich mich an. Mich als außenstehenden „stört“ die ungenügende Kommunikation (öffentlich) und damit gepaart das schlechte Timing bei vielen Entscheidungen bzw. deren Bekanntgaben.

Vor der Saison hätte jeder einen 5. Platz unterschrieben, aber da hatte man nicht 11 Punkte in 5 Spiele und damit Platz 4 verloren. Sicher sind solche hätte wäre wenn Betrachtungen müßig. Am Ende scheint mir das Eintrachtglas eher halbleer als halbvoll (wenn überhaupt).
Man spielt eine solide Hinrunde mit (sehr) vielen Unentschieden und hat Kontakt zu den internat. Plätzen. Manche Spiele laufen unglücklich, so dass die Eintracht gefühlt noch unter Wert einläuft. Genauer zeitl. Ablauf liegt mir nicht vor, aber irgendwann dann wird der Bobic Wechsel bekannt. Die Mannschaft spielt nach dem Ausscheiden aus dem Pokal eine tolle Serie bis zum 28. Spieltag. Einige glückliche Siege aber auch starke Auftritte und direkte Siege gegen BVB und VFL Wob. Platz 4 scheint klar am Horizont zu schimmern. Dann, oder etwas früher sickert durch, dass Hütter auch geht. Showdown gegen seinen neuen Arbeitgeber. Dann Absturz, auch wenn Sieg gegen Augsburg kurzzeitige Hoffnung aufkeimen ließ (naja war eben Augsburg unter Herrlich).

Schwächephase ausgerechnet bis zum Ende der Saison „aufgespart“ und zusätzlich spielen die Konkurrenten (BVB, VFL Wob) maximal schlecht für die Eintracht.
3/4 der Saison laufen wirklich gut bis sehr gut, aber am Ende gehe ich in Puncto Eintracht mit einem sehr faden Geschmack aus der Saison.

Zukunft

Sportvorstand weg (neuer da)

Trainer weg (man sucht vermutlich)

Kader wird vermutlich ebenfalls stark verändert werden (Leihen & Verträge enden) neue handelnde Personen werden sicher präferiertes Personal transferieren wollen. Sprich mittlerer bis größerer Umbruch steht an auf vielen Ebenen.
Wo soll das hinführen? Ich finde auch wenn der Umbruch mit Platz 4 gekommen wäre, wurde aus den vielen Gründen (Trainerwechsel mit der entspr. Kommunikation, interne Querelen Trainer Mannschaft,…) die sehr rare Chance auf die CL maximal unglücklich verpasst. Also Mund abputzen & weitermachen?
Ja! Der Umbruch nach Kovac-Wechsel bzw. im Jahr danach war ebenfalls groß und die Eintracht hat sich bis dato unter den Top 8 der Bundesliga etabliert und dieser Weg sollte weiterverfolgt werden. So bitter es ist Borussia M.-Gladbach ist das Ziel bzw. deren „Weg“ als Eintracht Frankfurt zu gehen und sich dauerhaft in den Top 6-8 zu etablieren. Und vielleicht fällt einmal in 3-5 Jahren sogar Platz 4 ab. Es wäre vielen Frankfurtern zu wünschen.

Wahlspruch:
„Eintracht Frankfurt bleibt stabil, gemeinsam schaffen wir es!“

Ehrliche Version: Irgendwie „versaubeuteln“ wir es und bleiben „stabil“ innerhalb der Plätze 5-12 in der Bundesliga. Gemeinsam weil es in Frankfurt nur im Kollektiv geht, auf und neben dem Platz.

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Update:

Bobics Saisonbewertung: Note 1

Es wurde ja schon angesprochen, es ist eine Frage der Perspektive. Aber hier wird noch einmal ein großes Problem der Bobic Ära deutlich: Er reduziert seine Kritiker, schiebt z.B. Rode für seine Kritik selbst die Schuld in die Schuhe, stellt andere als querulant und undankbar hin, schon beim kleinsten Anzeichen, dass jemand in seine Wagenburg eindringen könnte.
In Situationen in denen man in den letzten Jahren plötzlich doch auch nach unten schauen musste, war man immer noch dankbar, wollte aber im hier und jetzt Probleme ansprechen. Diese existierten für Bobic aber immer erst nach überstandener Krise, wenn man sich dafür wieder loben konnte.
Vielleicht hat es etwas mit dem positiven Bestärken nach innen zu tun, jedoch ist diese Form der Öffentlichkeitsarbeit doch äußerst problematisch gewesen. Die jetzige öffentliche Diskussion hat also Vorgeschichte und ist nicht bloß das zerbrochene Geschirr der Scheidung.

Ich freue mich sehr, dass Krösche seinen Weg als Sportvorstand in Frankfurt gefunden hat. (Edit: die Beschneidung von Kompetenzen in Leipzig hat ihm nicht gut getan, weshalb ein Anfang nur konsequent war. Gleichzeitig hat er denke ich gute Kenntnisse im hohen Management erlangt). Als Ewig-Paderborner war er schon als Spieler beliebt, aber nach meinem Gefühl (und ich glaube das einiger Paderborner) hat er eine super Leistung hier abgeliefert, gerade in der späteren Kombi mit Steffen Baumgart. Die Art seiner Einbindung von Spielern und der Transferphilosphie glaube ich, dass er gut zu den Frankfurter passen wird. Er hat es (mit Baumgart) geschafft der sonst grauen Maus Paderborn in der Liga wenigstens ein Gesicht zu geben, sodass wir für mehr als unser schlechtes Bier (wobei das Paderborner Pilger ganz lecker ist) bekannt zu sein, ausgenommen gerade anderer Sportarten. Wenn er genug Gelegenheit und Freiheit bekommt, und vielleicht ein wenig Geduld, kann das was werden bei der Eintracht.
Schade finde ich am Ende dennoch, dass er Terzic vom BVB nicht loseisen konnte. Ich denke mal, dass die Borussen sich das auch hätten kosten lassen, aber so ein Trainertyp und so ein Sportdirektor hätten super zusammen arbeiten können glaube ich, was gerade noch mal eine neue Euphorie in Frankfurt hätte auslösen können. Aber man wird schon einen passenden Trainer finden, hoffentlich auch selbst ein Fan der Eintracht. Nichts ist schöner, als dass sich Spieler und Trainer genauso über ein Spiel freuen wie Fans, weil sie selbst Fan des Vereins sind.

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Da es zu diesem Eindruck sehr gut passt und, natürlich spekulativ, auch eine Antwort geben könnte, was zu dem Bruch vor allem mit Hütter geführt haben könnte.

Hätte man Hütter freistellen müssen
Ich vermute ja, dass jemand von Fußball 2000 im Royal dabei ist und die Info daher stammt, aber zu Vollständigkeit: Angeblich wurden auch die Spieler gefragt, ob sie mit Hütter weitermachen wollen.
Wenn es so war, dann mMn auch eine undankbare Situation für die Spieler. Bis eben noch auf den Trainer eingeschworen und man fühlte sich ha als winning team. Und was passiert mit Spielern die sich gegen den Trainer aussprechen, dieser dann aber doch noch bleibt etc.?

Teamgeist
Hallo Max - vielleicht hast Du ja Lust Dich mit Hütters Motivations Fibel - Teamgeist zu befassen. Ich habe mir mehrfach gewünscht, dass die Journalisten bei den PKs Hütter mit seinen Aussagen aus dem Buch konfrontieren.

Ein paar Auszüge:

Kap 3 Team so definieren wir es

Teams entstehen jedoch , wenn sich Menschen bewusst dafür entscheiden, der Gemeinschaft angehören zu wollen, und sich auf gegenseitige Abhängigkeit einlassen. Das ist die Quelle für eine gemeinsame Identität.

Kap 4 Team - so entwickeln wir es

Dabei spielt das Verhalten des Teamleaders eine besondere Rolle. Es ist seine Aufgabe, jedem Einzelnen ausreichend Vertrauen entgegenzubringen und zu signalisieren: „Ich bin überzeugt, dass Du das schaffst.“

Wir haben in den vielen Jahren, in denen wir mit Teams in verschiedenen Settings arbeiten, ein Erfolgsgeheimnis identifiziert und immer wieder erlebt. Es zeigt sich in der Kultur des Zusammenhalts und Vertrauens. Teams sind dann besonders erfolgreich, wenn die Mitglieder sich verbunden fühlen und jeder bereit ist, sich für den anderen in Bewegung zu setzen.

Die menschlichen Motiviationssysteme schalten ab, wenn keine Möglichkeit auf soziale Zuwendung besteht, und springen an, wenn Vertrauen und Respekt, Unterstützung und Anerkennung den Alltag beherrschen. Treffend drückt es Phillip Streit, einer der Vordenker der positiven Psychologie im deutschsprachigen Raum aus: „Wenn`s da guat geht, dann bringst mehr z’amm.“

Diese Ebene ist für die Identifikation und die Motiviation in einem Team zumindest ebenso wichtig wie das gemeinsame überrgeordnete Ziel. Je stabile und vertrauter, offener und reflektierter die Beziehungen der einzelnen Mitglieder sind, desto tatkräftiger ist das Team.

usw. usw.
Vertrauen, Respekt, Offenheit, Gemeinschaft, Wertschätzung, Identifikation davon wimmelts in dem Büchlein. Hätte er vielleicht nochmal nachlesen sollen…
Darauf ein dreifach donnerndes:
Wenn`s da guat geht, dann bringst mehr z’amm.

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Oh man… Jetzt hören auch noch Broich und Polenz auf…
Nachdem Bobic Sebastian Zelichowski, Matthias Borst und Thomas Westphal mitgenommen hat, droht der gesamte Unterbau wegzubrechen. Broich und Polenz waren zwar „nur“ U15 Trainer, aber eben auch Teile unterschuedlicher Projekte, die Jugend schon auf das Gegenpressing System der 1. Mannschaft zu trimmen, Datenanalyse usw.
Ich glaube, dass wird man seriös erst im der Saisonvorschau bewerten können, aber der Eintracht ist diesen Sommer vermutlich das Team mit dem größten Umbruch im Verein in den ersten beiden Ligen.

Bauchschmerzen macht mir, dass das alles mit alten und neuen Investoren zu tun haben könnte, insbesondere der Management-Kultur unter Holzer. Holzer besitzt mit der Freunde des Adlers GmbH 16,81% an der Sge, zusammen mit Stephan Orenstein. Das ist z.B. ein Mann der führend bei der Supreme Group ,ein privates Versorgungsunternehmen für das amerikanische Militär mit Teils fragwürdigen Methoden in Afghanistan
arbeitete. Sagen wir mal so, dass sind interessante Personalien und man ist in solchen Positionen wohl nicht immer der nette Onkel. Es kann sein, dass die Eintracht unter diesen ganzen GoldmanSachs Führungsstil seine Seele verliert. Der Wechsel von Steubing zu Holzer war dem Vernehmen nach etwas was, was Hütter wohl sehr bedauert hat, auch weil er sich mit Steubing gut verstanden hat.
Am Ende darf man z.B bei allem Hütter Bashing auch nicht vergessen, dass vielleicht ein alternatives Storytelling möglich wäre, in dem Hütter der Fußballromantiker ist und das Management den Bruch riskier/forciert hat.

Bei der letzten Pk hat er sich bei allen bedankt, außer Axel Hellmann, neuer Vorstandssprecher, aber lange im Verein und eigentlich auch Traditionalist mit Eintracht DNA, der früher selbst in der Nordwestkurve stand.

Sollte nun echt der letzte Beitrag von mir werden, aber das muss als Beispiel noch rein: Die Eintracht und ihr Mobilitätspartner Hyundai wollen das Waldstadion zur Arena of IoT (Internet of Things) ausbauen und diskutieren, wie der Fußballfan in Zukunft mit dem Flugtaxi zum Stadion kommt und autonome Roboter Snacks auffüllen und Müll entsorgen könnten…

Eines vorneweg: die Eintracht ist nicht „mein“ Verein, aber ich betrachte sie die letzten Jahre mit Sympathie und gönne ihr alle Erfolge, die sie erreichen konnte.

Eigentlich interessiert mich nur eines:

Wie hätte ein clevererer Umgang mit den Abschieden von Manager und Trainer aussehen können?

Es liegt für mich auf der Hand, dass durch das Hickhack bzgl. Manager- und Trainerposten wertvolle Punkte nicht erreicht wurden. Die Tabelle spricht: es fehlen 2 Punkte auf Wolfsburg (ein Punkt + Torverhältnis), es fehlen 5 Punkte (4 + 1) auf Dortmund. Es ist schon bitter: Zwei Punkte mehr hätten gereicht…
Ich würde es gern wissen: warum haben sich die Beteiligten so verhalten, wie sie es getan haben? Hätten sie sich anders verhalten können? Wenn ja, was wäre ein clevererer (professionellerer!) Umgang gewesen? Gab es wirklich Handlungsspielräume, oder ist die Mediensituation eben, wie sie ist, und ein längereres Geheimhalten wäre nicht möglich gewesen?
Ich würde mich freuen, dazu eure Einschätzung im Rasenfunk Royal zu hören.

Warum für Hütter der Gladbach-Wechsel ein Update darstellen kann verstehe ich noch, aber wieso geht Glasner in der Situtaion zur SGE? Um den größten Eintracht-Fan unter meinen Freunden zu zitieren: Was ist da los?

Kein Schmadtke mehr. Ich glaube das ist der Hauptgrund. Da alle anderen Europaaspiranten bereits Trainer haben, bleibt Frankfurt. Außerdem ist da super Stimmung im Stadion. Ich glaube, dass das tatsächlich ein Argument sein kann, wenn man vorher in Wolfburg war. :smiley:

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Scheint mir für beide Seiten ein guter Deal zu sein.

Glasner hat in zwei Jahren Wolfsburg sehr gute Arbeit gemacht, also Frankfurt bekommt einen vielversprechenden Trainer, der schon bewiesen hat, dass er in der Bundesliga sehr gut arbeiten kann.

Und für Glasner ist es ein vielversprechender neuer Verein, der hoffentlich viel von seiner aktuellen Substanz behält und auf jeden Fall Potential hat. Insofern ist es sicher auch ein wichtiges ermunterndes Signal an die Spieler, dass zur neuen Saison ein guter Trainer kommt. Ist doch super.

Das übrigens ein Beispiel, wie man’ s auch machen kann… sogar bis nach dem 34. Spieltag gewartet, dass darüber gesprochen wurde.
Spricht gerade aus Frankfurter Sicht sicher auch für Glasner.

Ich hätte mich ja für Basti von drei90 gefreut, aber Kohfeldt war nicht wirklich eine Option für die Eintracht. Und lasst mal Terzic beim BVB bleiben.

Danke für euren Input! Morgen Vormittag zeichnen wir auf.

Also laut HR hatte Hellmann Hütter zu seinem „Ich bleibe gedrängt“, um nach dem Bobic Abgang Dampf aus dem Kessel zu nehmen. Hütter hat sich dann wohl nicht von dieser Aussage gebunden gefühlt. Erscheint eine schlüssige Geschichte zu sein.
Spieler hätten nach der Bekanntgabe davon berichtet, Hütter wäre sehr angefasst gewesen und hätte die Trainingsintensität herabgesetzt. Wie lange diese Phase angeblich gedauert hätte, ist nicht bekannt.

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