Rasenfunk Royal - Hinrundenrückblick Werder Bremen


#1

Zwischen dem 18. und dem 28. Dezember zeichne ich den Rasenfunk Royal auf. Wie bisher gibt es pro Verein einen Gast, der sich zur Hinrunde äußert.

Ich freue mich über Fragen und Anregungen. Was war eurer Meinung nach wichtig, um die Hinrunde des Vereins zu verstehen, welche Fragen habt ihr an unseren Gast (wer genau, wird hier erstmal nicht verraten)? Wie ist eure Meinung zu den ersten 17 Spielen in Liga und x in Pokal(en)?

Freue mich über Input!


#2

Hallo alle zusammen,

ich bin sicher nicht der einzige, der bezüglich Werder gewisse Sorgen für die Zukunft hat.

Dass unter Kohfeldt einiges besser läuft als zuvor unter Nouri freut mich als Fan des Klubs zwar sehr, es lassen sich allerdings auch Parallelen zu den vergangenen Trainerwechseln nicht verkennen. Auch Skripnik und Nouri haben die Bremer Herzen deutlich höher schlagen lassen und haben es dann langfristig doch nicht geschafft, die Defensive zu stabilisieren und konstant zumindest mittelmäßige Ergebnisse einzufahren. Der Pessimist rechnet jetzt natürlich damit, dass Bremen die Saison 17/18 zwar akzeptabel beendet, im Herbst 2018 dann aber der nächste U23-Trainer aus Bremen geholt werden muss. Sind diese Sorgen berechtigt oder macht Kohfeldt etwas grundlegend anders im Vergleich zu Nouri? Trägt Baumann durch seine wiederholte Wahl interner Lösungen wirklich eine Teilschuld (ganz abgesehen von seinen unglücklichen Aussagen auf der Antritts-PK von Kohfeldt natürlich…)? Wieso würde ein etablierter Trainer besser helfen, Werder langfristig zu stabilisieren, so wie es oft dargestellt wird?

Ich würde mich freuen, wenn im Rasenfunk Royal auch die mittelfristige Zukunft von Werder besprochen wird…


#3

Bremen in dieser Saison offensichtlich mit einer komplett anderen Spielausrichtung als in den letzten Jahren:

  • drittbeste Abwehr (nur 20 Gegentore)
  • zweitschlechteste Offensive (nur 13 geschossene Tore)

Dass sonst die Abwehr traditionell das Problem war, wird wohl jeder wissen. Im Ergebnis hat sich aber nichts geändert, man hängt im Abstiegskampf und nach der Hinrunde sieht es wirklich nicht gut aus. Abgesehen davon, dass man natürlich gerne vor allem erfolgreich spielt, wie sieht der Gast diese Situation? Das “offensive Werder” hatte noch etwas von einer Philosophie, die irgendwo auch an die “guten alten Zeiten” erinnerte. Was bleibt, wenn nun auch das verloren geht?

Edit: Ich habe mal noch Zahlen zur Abwehrleistung der letzten Jahre herausgesucht:
2016/2017: 64 Gegentore, 18. Platz
2015/2016: 65 Gegentore, 17. Platz
2014/2015: 65 Gegentore, geteilter 17. Platz (keiner schlechter)
2013/2014: 66 Gegentore, 15. Platz
2012/2013: 66 Gegentore, 17. Platz
2011/2012: 58 Gegentore, 14. Platz
2010/2011: 61 Gegentore, 15. Platz

Edit2: Aufgrund Leverkusens 3 Gegentoren zur Halbzeit, hat Bremen sogar die drittbeste Abwehr.


#4

Bewertung Hinrunde Werder Bremen: Hat teilgenommen - mehr nicht.

Werder schließt die Hinrunde auf Platz 17 ab und dürfte sich darüber auch nicht wirklich wundern, sofern man die nackten Fakten betrachtet: 3 Siege - 6 Unentschieden - 8 Niederlagen, dazu nur 13 Tore geschossen.
Was braucht Werder für die Rückrunde? Siege! Wie holt man Siege? Indem man Tore schießt. Wie oben erwähnt: Bremen hat nur 13 Tore in 17 Spielen erzielt.
These: Bleibt Werder Bremen bei dieser Quote auch in der Rückrunde, geht es runter in Liga 2! (Selbst Darmstadt (28 Tore) und Ingolstadt (36 Tore) hatten am Ende der letzten Saison mehr Tore geschossen, Ausgang ist bekannt)

Positiv

Torwart Pavlenka - Er strahlt deutlich mehr Sicherheit aus als Vorgänger Wiedwald. Das könnte auch mit eine Erklärung für die doch eher geringe Anzahl an Gegentoren (20)
Max Kruse - Kruse hatte nur 12 Einsätze. Erzielte in diesen 4 Tore (Somit Toptorjäger bei Werder). Und man hat das Gefühl sobald er auf dem Platz ist, strahlt Werder automatisch eine ganz andere Körpersprache aus.
Maximilian Eggestein - Eine unfassbare Laufleistung in fast allen seiner 16 Einsätze der Hinrunde. Bei der Niederlage in Leverkusen knackte er sogar die 14 Kilometer (14,01)
Fitness: Werder scheint ligaweit eines der fittesten Teams zu sein. (1866,87 Kilometer insgesamt (nach dem 16. Spieltag) )

Was muss sich ändern?
Es muss ein neuer Trainer her! Kohfeldt macht keine schlechte Arbeit - Ich mache mir aber große Sorgen, dass es unter ihm eine ruhige und sorgenfreie Rückrunde gibt. Ein neuer, externer Trainer bringt komplett neuen Wind und rüttelt den Osterdeich richtig wach.
Werder Bremen muss im Winter einen neuen Stürmer kaufen! Bartels fällt komplett aus und nur ein Kruse alleine kann es nicht richten. Belfodil als Backup ist zu wenig und auch zu schwach.

Was ist mit den zwei neuen Sponsoren aus China “Yingsheng Sports Culture Development” und “HEJI 18”?
Dienen diese ausschließlich für die Internationalisierung von Werder oder erhofft man sich bald eine beachtliche Summe um etwas offensiver auf dem Transfermarkt agieren zu können und um insgesamt “finanziell attraktiver” für Spieler zu werden?

Was war wirklich vertraglich mit Serge Gnabry vereinbart bzw. verhandelt worden?
Bayern hat Serge Gnabry im letzten Sommer gekauft, spielen tut er aber aktuell nicht beim FCB, sondern in Hoffenheim. Konnte oder wollte er nicht in Bremen bleiben? Genauso so ein Spieler würde Werder nämlich sehr gut zu Gesicht stehen und fehlt meiner Meinung nach.


#5

Ich sehe aus auch so das Kohfeldt als Werder Trainer ein zu großes Risiko in sich trägt. Sonst kommt man in genau die Spirale die man bei Werder unter der Ära Schaaf überhaupt nicht gekannt hat.
Also ein neuer Trainer der voll einschlägt und nach einem Jahr ist der Zauber vorbei und Werder stürzt ab.

Wie war es denn
Werder hatte Skripnik als sehr strengen Trainer der die Defensive nicht mehr dicht bekommen hat, also kam Nouri als “Freund” des Teams und bekommt sogar die Werder Abwehr halbwegs dicht. Aber kaum fängt Nouri an mal Spieler die ihm nicht ins System passen zu streichen, z.B. Wiedwald, und Werder kommt Offensiv nicht mehr voran, was finde ich vorrangig an der Abhängigkeit von Kruse und Bartels hing, wird auch er gefeuert und ein Trainer hin gesetzt der mehr auf Offensive setzen soll.

Es ist doch quasi schon vor gegeben was passieren wird. Werder spielt vllt die Rückrunde noch sehr souverän und nächste Saison bekommen sie wieder die Abwehr nicht dicht und es fängt von vorne an.

Eine Mögliche Variante wäre es aber vllt Kohfeldt mit Frings zusammen Trainer sein zu lassen. Kohfeldt mit einem klaren Kopf für den Offensive und Umschaltsituationen und Frings ganz klar für die Defensive Stabilität.
Das hat unter anderem bei Bayer ja schon mal sehr gut funktioniert mit Lewandowski und Hyypiä.


#6

Danke für eure Fragen! Aufzeichnung startet bald.