Rechtsextremismus im Fußball

Ich würde dich nochmal bitten beim Thema zu bleiben. Du wirft so viele Dinge in den Raum, oft verkürzt und ohne Kontext, die zudem kaum oder keinen Bezug zum Threadthema haben. So mag die Demo in Dresden vielleicht lokale und minimal überregionale Relevanz haben. Aber ob bei einer Demo von paar hundert Leuten eine handvoll ne iranische Flagge dabei haben (und wir auch nicht wissen, mit welcher Intention), ist für das Thema „Rechtsextremismus im Fußball“ mit Verlaub vollkommen irrelevant. Die Art und Weise, wie du diskutierst lädt zum derailing ein und macht eine Diskussion sehr anstrengend. Besonders dann, wenn die Aussagen so schwammig sind, dass man sie ohne entsprechendes Wissen nicht nachvollziehen kann. Ich hab jetzt auf die schnelle nicht gefunden, was du mit dem Polizeichef von Birmingham meinst.

Ich erkenne an, dass du offensichtlich eine andere Wahrnehmung und Einschätzung davon hast, welchen Themen im Fußballkosmos Raum eingeräumt wird. Ich persönlich finde es wird viel zu wenig über radikale Gruppen wie „Ballers in God“ geredet. Und ich finde andere Punkte wie Antisemitismus (um den es dir anscheinend geht, wenn ich deine Andeutungen richtig verstehe) werden so wohl viel Platz eingeräumt und eben nicht weniger prioritär behandelt als „Ballers in God“. Ganz im Gegenteil aus meiner Sicht.

Ich persönlich finde es auch wenig relevant, ob du und deine schwulen und lesbischen Freunde über Liminski und co. lachen. Nicht jede gesellschaftliche Bedrohung ist offensichtlich und gibt sich direkt zu erkennen. Deswegen versuche ich auf die faktischen Einflüsse zu schauen. Auf die Ergebnisse und Folgen medialer Debatten. Und ich komme für mich zum Schluss, dass die größte Gefahr für die LGBTQIA+Community von Rechts und insbesondere von Evangelikalen ausgeht. Den Einfluss auf die Unionsparteien haben wir dir ja schon aufgezeigt.
Und das hatte ja beim Thema Abtreibung auch schon reale Auswirkungen wie man an dem Fall Brosius-Gersdorf sieht. Der trotz vorheriger Absprache die nötige Mehrheit entzogen wurde, weil sie (aus meiner Sicht vollkommen legitime) progressivere Position zum Thema Abtreibung vertreten hat. Die dann als Grundlage für eine Hetzkampagne diente. Ihre Nichtwahl wurde dann in den Rechten und Evangelikalen Kreisen als großer Sieg gefeiert. Die Union versucht dann auch noch das Thema als polarisierend aufzubauschen. In gewisserweise tust du das auch, in dem du davon sprichst, dass man ein „befriedetes Thema neu aufmacht“. Dabei ist die Meinung einer deutlichen Mehrheit pro Legalität von Abtreibungen (siehe zum Beispiel diese Umfrage aus 2024). Wir reden hier von 75% bis über 80% je nach Fragestellung.
Wenn also nicht nur moralisch abzulehnende Positionen vertreten werden, sondern man auch versucht diese gegen den Willen der Mehrheitsbevölkerung über Einflussnahme in Politik und Medien durchzudrücken. Gleichzeitig ganz bewusst und gezielt Prominente dafür nutzt, diese Positionen zu normalisieren und zu verbreiten. Dann sehe ich darin ein sehr sehr großes Problem. Und mir persönlich fehlt aktuell die breite Gegenströmung. Welche bei den anderen von dir angedeuteten Themen meiner Meinung nach existiert.

Und zu guter Letzt möchte ich einfach auch mal auf die realen Mehrheitsverhältnisse hinweisen. Mag sein, dass eine gewissen Querfront beim Thema Israel und Antisemitismus existiert. Auf die Diskussion hab ich ehrlich gesagt gar keine Lust und ist auch nicht das Thema. Realpolitisch hat die aber keine Mehrheit. In keiner Form und Ausführung, weder jetzt noch in naher Zukunft. Aber es gibt eine realpolitische Mehrheit für Rechte, von Evangelikalen Werte bestimmte Politik. AfD und Union haben eine Mehrheit im Bundestag und vielen Landtagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese beiden Parteien eine Regierung bilden ist exorbitant höher als jede vermeintliche Querfront. Deswegen ist für mich ganz klar, dass die größte Gefahr von Rechts ausgeht. Unterstützt durch Organisationen wie „Ballers in God“.

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Rot-Weiss Essen nimmt Stellung zu den Vorwürfe.

Stellungnahme zum ARD-„Monitor“-Beitrag - Rot-Weiss Essen Stellungnahme zum ARD-„Monitor“-Beitrag - Rot-Weiss Essen

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Wahrscheinlich hält meine Mastodon-Bubble den Dreck zu gut weg und ich bin der letzte der das mitbekommt, aber Waldemar Hartmann schreibt für NIUS?

Er ist auch offen rassistisch und hat damit ein Problem, das Elif Eralp Berliner Bürgermeisterin werden könnte. Nach eigener Aussage unter anderem wegen des türkischen Namens. Nach Wikipedia-Artikel über ihn vermutlich auch wegen des Geschlechts.

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Der mit seinen drei Weizen, sollte lieber seinen Mund halten

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Ich vermute mal, dass er mt Klaus Wowereit auch nicht glücklich gewesen sein dürfte, trotz des schönen deutschen Namens :roll_eyes:

Es gab mal den Aufreger, dass er für Nius Rudi Völler interviewt hat und der da in DFB-Klamotten aufschlug. Hatte ich im Rasenfunk auch erwähnt, der DFB hatte da vorher sogar angerufen (hatte paar Fragen dazu an sie geschickt) und wollte am liebsten, dass ich gar nichts dazu sage.

Also ja, Hartmann ist schon länger abgekippt. So wie Bernd Schmelzer übrigens leider auch. Zu sehen im Menschenzoo Twitter.

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Ohne Kritik an Bernd Schmelzer bislang wahrgenommen zu haben, würde ich beide nicht zusammen in einen Topf der rechts abgedrifteten werfen.

Edit: X habe ich nie genutzt.

Also ohne meine genannte Quelle zu benutzen distanzierst du dich von meiner Einordnung? Hä?

Ja wenn die Quelle ein Account bei einem Medium ist, dessen Inhalte ich nicht sehen kann, hab ich halt schon die Frage ob man einen renommierten , zumindest mir auch sympathischen Sportjournalisten, der für den ÖRR arbeitet, mit einem offensichtlich nach Rechtsaußen abgedrifteten Rentner, der schon, als er noch für die ARD gearbeitet hat, überwiegend als Dampfplauderer galt, auf eine Stufe stellen sollte.

Alles klar.

Also Schmelzer ist sicher nicht so extrem wie Hartmann, aber den Topos der linken NGOs, die vom Staat gefördert werden, kann er nicht aufhören zu reproduzieren.

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Hallo erstmal und danke für das sehr interessante Thema

Grundsätzlich stellt sich mir die Frage, ob wir hier unterscheiden zwischen rechtsextrem und rechts - wobei da die Grenzen auch etwas verschwimmen und sich das gegenseitig auch ein Stück weit befeuert. Grundsätzlich würde ich Elemente wie Rassismus eher als rechts einschätzen und nicht notgedrungen rechtsextrem, beispielsweise werden mir in Bayer Leverkusen-Threads auf Social Media immer wieder Beiträge reingespült werden, in denen sich „Fans“ beklagen darüber, dass so wenig deutsche bei Bayer spielen, was man zumindest indirekt als Rassismus auslegen kann. Andere Beispiele sind Affenlaute im Stadion und grundsätzlich die Geschichten, dass deutsche Nationalspielern gelegentllich die „Deutschheit“ abgesprochen wird, wenn sie nicht gut performen (Özil, Gündogan, Undav,…). Das wären für mich eher rechte Tendenzen und nicht zwingend rechtsextreme Tendenzen - beides zu verurteilen und beides hat für mich nichts im Stadion zu suchen, aber ist wichtig für den Rest meines Beitrages. Um das nochmal klarzustellen : Ich stehe hinter jedem der sagt „kein Fußball den Faschisten“ und das was folgt, ist NICHT meine Meinung!

Ich bin vor ein paar Monaten auf ein Video auf Youtube gestoßen, das sich um die 7 am stärksten rechten Vereine dreht. Video über die 7 rechtesten Fußballvereine

Gleichzeitig bildet das ganze dann auch einen größeren Rahmen. Ich würde im weiteren Velauf die Grundgedanken mal darlegen, die zu den jeweiligen Vereinen getätigt wurden und ich fand das gleichzeitig interessant (weil mir die Ausprägung nicht so bekannt war) als auch erschreckend.

  1. Ferencvaros Budapest
  • eindrückliches Bild: Hakenkreuzflagge im Auswärtsspiel bei Real Madrid 1997
  • Verein geht zurück auf Nazi-Verflechtungen in den 1930ern
  • es wurden im Stadion schon „Gaskammern und Ungarische Nazis/Kriegskriminelle“ gefeiert
  • enge Bindungen zur Fidesz-Partei ( Präsident von Ferencváros ist Gábor Kubatov, der gleichzeitig Parteisekretär und Vizepräsident der rechtskonservativen Regierungspartei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orbán ist.)
  1. Alemannia Aachen
  • da wurde schon viel gesagt - unter anderem der Name Sascha Wagner als relevantes Mitglied von NPD/die Heimat
  • gabs nicht viel im Video, was nicht schon genannt wurde , deswegen halte ich das kurz
  1. Hellas Verona
  • Neonazi-Symbole, „Sieg Heil“ rufe, Bananenwürfe gegen POC-Spieler
  • ein POC-Spieler soll verpflichtet werden, die Fans reagieren darauf, indem sie in „Ku-Klux-Clan“ Outfits auf die Straße gehen, Zünden Fackeln an und skandieren „The N-Word was given to you, give him the stadium to clean“. Darufhin sieht der Verein von einer Verpflichtung ab
  • Beleidigungen und Rassismus dehnt sich auch auf Spieler aus Süditalien aus
  1. Chemnitzer FC
  • HuNaRa als relevante Fangruppe, die sich selbst so nennt . Die Abkürzung ausgeschrieben bedeutet „Hooligans, Nazis, Rassisten“. . Anscheinend waren Mitglieder von HuNaRa an dem Tod eines linken Punks beteiligt
  • Tod eines Neonazis wurde im Stadion gewürdigt
  • Daniel Frahn (Spieler des CFC)soll mutmaßlich (ich formuliere das bewusst vorsichtig) in Verbindung zu rechten Fangruppen (hielt ein Trikot mit der Aufschrift „support your local hools hoch“) gestanden haben
  • Fangesang gegen Sportdirektor Thomas Soboczyk „Thomas Soboczyk, du jüdisches Schwein“
  1. SS Lazio Rom
  • oft auch als SS Nazio bezeichnet von aussenstehenden, begründet durch
  • Fanunterstützung für serbische Nationalisten
  • 1998 Zitat von Fans im Spiel gegen die AS Roma „Auschwitz ist eure Heimat, die Öfen euer Zuhause“
  • faschistische Slogans und Hitlergruß von Lazio-Fans beim Gastspiel in München
  • der Urenkel von Benito Mussolini spielt bei Lazio (Romano Floriani Mussolini ) , die Fans zeigten als er ein Tor erzielte den „römischen Gruß“. Seine Mutter ist Gründerin einer faschistischen Partei.
  • enge Fanfreundschaft zu Hellas Verona
  1. Slovan Bratislava
  • 1938 wurde der Trainer Joszef Braun aufgrund starker antisemitischer Strömungen rausgeworfen und aus der Stadt vertrieben
  • 2007 wurde ein Banner gezeigt, auf dem Adolf Hitler zu sehen war, und ihm zum Gebursttag gratuliert wurde mitsamt Nazisaluten. Ein verfahren gegen die Fans wurde „mangels an Beweisen“ eingestellt…
  • 2019 wurde der Vizepräsident, weil er den Pokalsieg mit einem Nazigruß feierte auf 5000€ verklagt.
  1. Beitar Jerusalem
  • klassischer Fangesang „Here we are, the most racist club in the country“; ein anderer Fangesang „Death to arabs“
  • Symbole einer inzwischen verbotenen ultranationalistischen Partei sind noch im Stadion zu sehen
  • zwei arabische Muslime wurden verpflichtet; Fans singen antiarabische und antimuslimische Gesänge, eine Fangruppe setzt aus Protest ein Büro des Vereins in Brand → beide Spieler verlassen den Verein
  • Benjamin Netanjahu bezeichnet die Fans als „shameful and racist“.
  • Ali Mohmed, ein christlicher Spieler aus Nigeria wird verpflichtet, die Fans fordern ihn auf, seinen Namen zu ändern, da der zu muslimisch klinge
  • 2018 kommen Pläne auf, den Verein Beitar Trump Jerusalem zu nennen, aufgrund Trumps positiver Aussagen zu Israel und der Verbundenheit zu diesem

Disclaimer: das Video ist auf englilsch und nicht meine Muttersprache, und ich habe nicht alle Aspekte aufgegriffen.

Ich mache mir schon etwas Sorgen, dass sich Strömungen auch weiterentwickeln können und dass die Grenzen des Sagbaren langsam aber sicher weiter nach rechts driften. Daher würde ich mir dringlichst wünschen, dass Vereine da klarere Kante zeigen , damit sich das nicht in den schon jetzt rechtsdominierten Vereinen in eine noch extremere Richtung bewegt.

Ich glaube Du verstehst Rassismus falsch. Rassistische Vorurteile wohnen in uns allen. Das hat erstmal nicht mit rechts oder links sein zu tun. Das sind antrainierte Muster, denen wir uns im besten Fall bewusst machen können, dass wir sie haben.

Wenn jemand einen anderen Menschen ablehnt, weil dieser einen ausländischen Namen hat, dann ist das aber nicht normaler Rassismus der in uns allen wohnt, sondern das ist schon eine Unterteilung von Menschen in „mehr wert“ und „weniger wert“. Das ist rechtsextrem. Dazu muss man nicht mit Glatze und Springerstiefel durch die Straßen laufen.

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Für mich ist Rassismus per se eine Unterscheidung zwischen mehr wert und weniger wert. Ich erachtete aber in dem Kontext insbesondere Reproduktion von verbalen und nonverbalen Verhaltensweisen aus dem NS-Kontext als rechtsextrem. Ich mache mich selbst nicht davon frei dass ich auch rassistische internalisierte Stereotype und Vorurteile in mir habe, versuche diese aber mir zu vergegenwärtigen. Mein Punkt ist dass es einen Unterschied zwischen rechts und rechtsextrem gibt, wobei ich ja auch einschränkend gesagt habe dass das oft ein fließender Übergang sein kann.

Im gleichen Moment gebe ich aber zu, dass ich das falsch sehen kann - anbei ein Zitat aus der Konrad-Adenauer-Stiftung : „Für Rechtsextremisten bedeutet „Nationalismus“ eben nicht nur einen berechtigten Stolz auf bestimmte Leistungen und Eigenheiten des eigenen Landes, sondern deren ungerechtfertigte Überschätzung und die diffamierende Abwertung anderer Nationen als „minderwertig“ (rechtsextremistische Diktion für Staaten mit nicht-weißer Bevölkerung), „kulturlos“ (gemünzt auf stark marktwirtschaftliche Demokratien wie die USA oder Großbritannien), […]“. In dem Kontext hast du absolut recht, dass rassistische Äußerungen da rein fallen und ich da unrecht hatte. Gleichzeitig finde ich es relevant, dass man unterscheidet zwischen rechts und rechtsradikal und dafür waren meine Beispiele nicht geeignet. Die Zitate aus dem von mir genannten Video sind für mich aber absolut eindeutig und unstrittig alle rechtsextrem.