jetzt muss ich das hier auch nochmal posten, denn hier gehört es eigentlich hin:
Was die Rote Karte gegen den HSV angeht, treibt mich spätestens seit dem Palhinha-Rot gg. Bochum eine (für mich) krasse Argumentationslücke um: der DFB argumentiert immer damit, man müsse die Spieler schützen und deswegen auch bei völlig eindeutig unabsichtlichen und nicht fahrlässigen Fouls Rot zeigen, wenn sie verletzungsgefährdend sind.
Aber man schützt die Spieler damit ja gar nicht, denn weder kann man sie im Nachhinein schützen vor etwas, was schon passiert ist, noch kann man sie in Zukunft schützen vor etwas, was weder beabsichtigt noch fahrlässig herbeigeführt ist, sondern einfach nur unglücklich.
Beide Fälle haben für mich gemeinsam, dass die gefährliche Aktion weniger durch den foulenden (und auch bestraften) Spieler entsteht, sondern mindestens zu gleichen Teilen durch das fahrlässige Hineinrutschen des „Opfers“, das damit seine eigene Verletzung in Kauf nimmt.
Denn der „Täter“ ist ja schon in der Bewegung, muss seinen Fuß irgendwo abstellen und kann den Kontakt dann schon gar nicht mehr verhindern.
Und noch was regeltechnisches: Daniels Plädoyer für die Abschaffung des Elfmeters unterstütze ich teilweise: ich finde, man sollte den indirekten Freistoß ausweiten, sowohl bei Handspielen, als auch bei Fouls, wenn die nicht in torgefährlichen Situationen passieren.
Bei der Süle-Situation sehe ich allerdings keinen Spielraum. Und ich bin mir auch gar nicht sicher, dass das keine Absicht war; überlagert da nicht das (gerechtfertigte) Mitleid mit Niklas Süle die Beurteilung der Situation?