Schlusskonferenz 143 - 10. Spieltag


#1

Wie hat euch die Folge mit Gianni Costa und Michael Schröder gefallen?


#2

Sie hat mir gut gefallen, ausser daß es bei einem der beiden doch merkliche technische Probleme gab. Einige Vereine kamen leider zu kurz, weil mal wieder der Videobeweis Thema sein musste.

Was mir auffiel: Ihr habt über Fiete Arp geredet und man merkte, ihr kennt ihn nicht im Geringsten. Der Jung ist sowas von bodenständig und geerdet, daß es einem schon fast die Socken auszieht. Den trägt niemand mit der Sänfte aufs Spielfeld, der läuft schon selber. Du kennst Horst Hrubesch ja auch. Der ist auch so normal, daß es fast gespenstisch ist. Und das gilt auch für Fiete Arp. Mit Jürgen Milewski hat er im übrigen einen guten Berater.

Und nein, niemand macht sich irgendwelche Illusionen, daß er längerfristig bei uns bleibt. Er hat noch Vertrag bis Juni 2019. Ich hoffe, man kann den noch einmal verlängern, damit er noch eine Saison bei uns spielen kann und wir dann noch ne Ablöse erzielen können. Allerdings wird das schwer, dessen sind wir uns bewusst. Die großen Vereine waren aber schon im Frühjahr an ihm dran, Real, Chelsea, Manchester (ich weiß nicht mehr welcher von beiden). Jetzt im Herbst haben sich die Bayern gemeldet. Und hier kommen wir zum nächsten Thema: Er wäre die Ergänzung zu Lewandowski, die ihr sucht. Das würde passen.

Und das sag ich, obwohl ich hoffe, er geht in seinem Leben nie zum FCB. Das würde mir weh tun.
Aber wenn ihr ihn haben wollt: Die Konkurrenz ist groß, er ist schon allein durch seine Länderspielauftritte international bekannt


#3

Bin froh gewesen, dass im Leverkusen Segment nochmal die Inkonstanz angesprochen wurde, meine Motivation hier zu schreiben ist aber eine andere. Ich frage mich in letzter Zeit, ob die Erzählung über Trainer_innen und ihren Einfluss aufs Spiel und ihre Mannschaften nicht auch völlig anders aussehen könnte. Ich will mich hier nicht zu lange mit den Argumenten auseinandersetzen, die mich zu der von mir vorgeschlagenen Ansicht bringen, das werde ich vielleicht mal an anderer Stelle ausführlich tun.
Kurz gesagt folgende Feststellung: Fußballprofis sind Menschen, die sich in einem konstanten Lernprozess befinden und die Besonderheit ist, dass der Lehrende aus Gründen, die die Lernenden kaum beeinflussen können in kurzer Zeit wechseln kann. Die gelehrten Inhalte werden dann im Spiel unter extremen Stressbedingungen und unter Druck von anderen äußeren Faktoren (sprich der gegnerischen Mannschaft) umgesetzt. Die Inhalte müssen also tief eingeschliffen sein und können oft nur reflexhaft abgerufen werden.
Die Frage, die auf diese Feststellung folgt ist nun, wie lange dauert es, bis solche eingeschliffenen Reflexe sich verändern, wenn der Lehrende, die Lehrmethode und die Lehrinhalte verändert werden? Konkret gesprochen, wie lange dauert es, bis ein_e Trainer_in wirklich in der Lage ist das Verhalten der Spieler_innen entscheidend zu beeinflussen? Meine These: Sehr lange!
Gute Beispiele sind da eben die Bayern der letzten Jahre und der BVB dieser Saison. Der FCB funktionierte unter Ancelotti nach meiner Erzählung das erste Jahr und vor allem das erste halbe Jahr so gut, weil sie eigentlich noch die von Guardiola gelehrten Inhalte auf dem Feld umsetzten und der BVB wäre Anfang der Saison so gut gewesen, weil hier noch die von Tuchel gelehrten Inhalte dominierten.
Erzählen wir den Fußball so, müssen wir Trainer und ihre Arbeit anders bewerten. Sprich, ich glaube in Dortmund ist man sich der Qualität der Arbeit Tuchels nicht bewusst und damit zusammen hängt, dass der aktuelle Kader nicht so gut ist, wie er in der Öffentlichkeit gerne gemacht wird. Weiterhin würde es bedeuten, dass Bosz ein guter aber kein herausragender Trainer ist, der den BVB nicht dorthin führen wird, wo das Umfeld und der Vorstand ihn gerne hätte.
Weiter ist die These interessant in Bezug auf Leverkusen und Hoffenheim, auch Herrlich halte ich nicht für so überzeugend und ich bin mal gespannt, wie wir in einem halben Jahr über Nagelsmann sprechen.


Schlusskonferenz 146 - 13. Spieltag
11. Spieltag: Euer Input für die Schlusskonferenz
#4

Und doch schaffen es einige Trainer recht schnell, den Mannschaften ihr Spiel aufzudrücken. Unter Pep bei den Bayern konnte man von Beginn an sehen, daß die Mannschaft so spielte, wie sie sollte.

Deinen Ansatz finde ich aber sehr interessant


#5

Ich finde es schade, dass Max so auf die Tube gedrückt hat, die Folge ist doch sogar eine halbe Stunde kürzer als die letzte (und ich fand sie auch zu kurz). Ich hätte gerne noch mehr über Freiburg erfahren, vor allem über die Jugendarbeit: ob man da immer noch in allen Jugendabteilungen einen Freiburger Weg geht wie in den 90ern mit beispielsweise diesem Freiburger Kurzpassspiel, was man ja sonst nur von Ajax Amsterdam kannte. [Die Frage hätte ich natürlich in der Sendungsvorbereitung stellen können, allerdings habe ich mich ca eine Stunde vor Sendungsbeginn registriert.] Vielleicht hat Max auch so Tempo gemacht, weil die Folge rausmusste, es war ja schon Montag mittag/nachmittag.

Ach ja, dieses “In Köln gewinnen sie einmal und träumen von der Meisterschaft”: Das mag vielleicht für Außenstehende ein lustiger Running Gag sein (obwohl ich hoffe, dass das keiner mehr lustig findet, so wie ich hoffe, dass keiner mehr Fips Asmussen lustig findet), bremst aber leider immer wieder und nicht nur hier ein gerade in Gang gekommenes Gespräch über den FC aus. Außerdem übergeht es die wie ich finde liebenswerte Neigung zur Selbstironie.


#6

Hat aber natürlich auch eine Mannschaft übernommen die Top eingestellt war (van Gaal und Heynkes) und hatte in seinem System gerade mit der Konterabsicherung am Anfang auch echte Probleme. Aber klar ist auch relevant wie intensiv der jeweilige Trainer arbeitet.


#7

Mir fällt immer mehr auf, wie viel der/die optimale TrainerIn einer optimalen Lehrkraft zu ähneln scheint :smile:.
Ich würde mal sagen, dass in bestimmten Bereichen schon auch sehr kruzfristige neue Impulse gesetzt und stabil umgesetzt werden können. Ich glaube, das Problem ist tatsächlich eher, diese neuen Impulse dann nicht zu alten Impulsen werden zu lassen, die dann nicht mehr trainiert werden. Ganz platt und mit dem Wissen aus einem abgebrochenen Lehramtsstudium ist es glaub so, dass es recht schnell möglich ist neue Verbindungen (=neu Erlerntes) im Gehirn aufzubauen, sollte sich das prinzipiell in das bisher Erlernte gut einfügen. Das heißt, FußballspielerInnen neue Fußballinhalte beizubringen ist recht einfach und noch einfacher ist es bereits vorhandenes auszubauen (Übergang Heynckes zu Guardiola).

Was mir zu dem BVB Thema noch einfällt (hat jetzt nur noch sehr am Rande mit deinem Post zu tun, aber will keinen neuen aufmachen :smile:), ist, dass ich es tatsächlich auch sehr besorgniserregend fände, wenn seitens einiger Spieler schon wieder Unzufriedenheit gegenüber dem Trainer vorzufinden sein sollte. Fand den Umgang mit der sehr öffentlichen und direkten Kritik einiger Spieler an Tuchel damals schon fragwürdig, weil vor allem Watzke ihnen meiner Meinung nach damit sehr viel Entscheidungsmacht eingeräumt hat. Die Aussagen von Sahin und Schmelzer nach dem Pokalfinale(?) waren da sehr offensiv und fordernd und auch wenn Watzke das eben so sah, hätte er dennoch genau diese Spieler (die komischerweise auch die Verlierer unter Tuchel waren) vielleicht zurechtweisen müssen, dass das immer noch sein Job ist etc.

Thema VA: Vielleicht hätte der Videbeweis langsamer eingeführt werden müssen. Und damit einhergehend auch mit einer längeren Testphase. Ich hätte es bspw. gut gefunden, wenn der Assistent sich in der ersteb Saison nur auf Nachfrage des Schiedsrichters auf dem Platz eingemischt hätte, eben um die gefühlte Fernsteuerung nicht aufkommen zu lassen und um es den Schiedsrichtern auf dem Platz zu erleichtern, da sie keine so komplizierten Entscheidungen wie beim Freinurgspiel verkuafen müssten, sondern das erst der Fall wäre, wenn die Akzeptanz gewachsen und der Umgang damit autimatisierter wär…

[Edit]: gute Folge, wie wirklich immer (war glaub noch nie unzufrieden), aber natürlich schade, das gegen Ende aufs Gas gedrückt werden musste…


#8

Das war (wie immer :smiley: ) eine sehr interessante Folge. Wirklich sehr gut, dass sich hier auch mit den “kleineren” Vereinen beschäftigt wird. Natürlich fand ich es auch sehr schade, dass am Ende etwas die Zeit gefehlt hat.

Zu Freiburg: Man muss dem Verein inkl. allen Verantwortlichen wirklich Respekt zollen für die gute und nachhaltige Arbeit die dort seit Langem geleistet wird. Die (auch für mich unberechtigte) rote Karte hat im Spiel gegen den VfB natürlich früh die Weichen gestellt. Daher hat dieses Spiel nur begrenzte Aussagekraft. Man hatte in den Heimspielen gegen Hertha und auch H96 meiner Meinung nach gute Chancen auf den Sieg. Der kommende November wird zeigen, ob sich der SCF ins halbwegs gesicherte Mittelfeld absetzen kann oder dauerhaft in Abstiegsgefahr bleibt. Ich drücke auf jeden Fall die Daumen, alleine schon weil die SCF-Filmcover auf jeden Fall erstligareif sind. :wink:

Zum Videobeweis: Ich finde das Ganze generell eine gute Sache und da man gerade unter Wettkampfbedingungen testet, waren auch einige Unklarheiten bzw. Probleme zu erwarten. Die von euch angesprochenen Probleme (Transparenz der Entscheidungen / Kommunikation mit der Öffentlichkeit und das der Videoassistent gefühlt zu oft die Deutungshoheit hat) sehe ich auch kritisch. Eine ausführliche Debatte / Diskussion spar ich mir aus Zeitgründen.

Zum BVB: Mit Sicherheit spielt auch die Einstellung der Spieler bei der derzeitigen “Krise” eine Rolle. Allerding ist es mir zu simpel die schlechten Resultate bzw. die Niderlage gegen 96 allein an der Einstellung der Spieler festzumachen. Mir ist ehrlich gesagt nicht aufgefallen, dass das Team insgesamt weniger gelaufen ist oder schlechter Zweikämpfe bestritten hat. Vielmehr hat man in den entscheidenden Situationen nach Ballverlust die entscheidenden Zweikämpfe/Laufduelle verloren. Das spricht für mich eher für eine gewisse Verunsicherung/Nervosität der Hintermannschaft in diesen Situationen: Wo muss ich hinlaufen? Muss ich aggressiv drauf gehen oder zurückfallen? etc.


#9

Und ein Faktor ist natürlich auch die Qualität der Mannschaft. Wenn es den Spielern zu sehr an den Grundvorraussetzungen fehlt, dann haste andere Sorgen als Trainer (siehe HSV)


#10

Daß Max so auf die Tube drücken musste,hatte, wenn ich es richtig verstanden hab, mit den technischen Problemen zu tun, von denen er im Podcast erzählt hat. Und seine Gäste haben ja noch andere Dinge zu tun, als nur Gast beim Rasenfunk zu sein. Er kann sie halt nicht zu lange beanspruchen

Die Selbstironie, die Vereine wie Köln oder auch der HSV mit der Zeit entwickelt haben, versteht halt nicht jeder :wink:


#11

Wieder eine schöne Folge, wie immer.

Ich fand diesmal sehr interessant, als kurz angesprochen wurde, wie beim Schneiden von Zusammenfassungen von Fußballspielen vorgegangen wird, also dass da eine Geschichte vorgegeben wird, auf welche die Zusammenfassung ausgerichtet ist. Da würden mich noch mehr Informationen dazu interessieren, also quasi ein Blick hinter die Kulissen bei der Produktion von Fußball für das Fernsehen - vielleicht ja mal in einem anderen Format (Kurzpass, Tribünengespräch)?


#12

Wir hatten mit einer Stunde Verspätung begonnen, einer der Gäste einen Termin nach der Aufnahme und ich eigentlich auch (bin schon während der Aufnahme dreimal angerufen worden von Kunden). Es gab also keine Alternative zum auf die Tube drücken, leider. Und die Verspätung ließ sich auch nicht verhindern, hing mit technischen Problemen zusammen, die nicht vorhersehbar waren. Alles andere als ideal, hat mich auch geärgert. Was ich aber sagen will: Die reine Sendungslänge sagt nix über das verfügbare Zeitbudget der Gäste.


#13

Schönes Beispiel für den Punkt, den ich eigentlich machen wollte (von mir kam die generelle Kritik junger Spieler nicht): Ja, er hat großartige Anlagen und ja, große Vereine waren “an ihm dran”. Das sind die aber an allem, was mit 17 drei Bälle auf den Baum schießen kann. Ich finde es eher schwierig, welche Bürde ihm jetzt schon aufgeladen wird und zwar von Seiten der Medien. Fans dürfen träumen, der Verein tut was er kann (u.a. gibt er keine Interviews), aber die Sportschau beginnt ihren Spielbericht so (und das ist jetzt ein Zitat): “Er ist einer der Besten. Nicht nur in Europa, sondern der Welt.” Was soll das? Es wird immer davon ausgegangen, dass Fußballfans ohne Superlativ nicht verstehen, wie gut oder schlecht jemand ist. Ich halte das für Quatsch und bedenklich. Der arme Junge ist 17 Jahre alt und soll nicht nur den HSV retten, sondern auch noch eine Weltkarriere machen.


#14

Kurzer Funfakt: HSV-Kultfan Helm-Peter (Kenner der Hamburger Fanszene kennen ihn, der ist jeden Tag mit Fahrrad beim Training, hat immer seinen Fahrradhelm auf und wenn ne Kamera aufgebaut wird, dann ist er auch nicht weit) hat den Masterplan des HSV erklärt: Fiete spielt noch ein Jahr bei uns und dann wird er für 150 Mio verkauft, der HSV ist schuldenfrei und kann noch investieren :joy::joy::joy:


#15

Mir scheint, als hätte ich das nicht mitbekommen mit den Aussagen zu den technischen Problemen, ich hab aber auch dabei aufgeräumt, vielleicht war ich da kurz unaufmerksam. Das mit der Kürze ist natürlich angesichts von knapp zwei Stunden Sendungsdauer auch Jammern auf hohem Niveau, ich find’s ja toll, dass Ihr (Du und Deine Gäste) Euch so viel Zeit nehmt.


#16

Ja, gerade bei den Gästen muss man da wirklich sehr, sehr dankbar sein. Ich glaube, eine Einladung in den Rasenfunk bedeutet Stress: Man muss sich zu allen Spielen kundig machen, die Sendung ist lang, das Publikum sehr nett, aber auch sachlich kritisch. Gleichzeitig kriegen die Gäste kein Honorar. Ich bin jedem einzelnen dankbar für jede Teilnahme, das ist alles andere als selbstverständlich.

Und zu @Fiete: Ach, Helm-Peter. Ist mir ein Begriff. Ich wünscht ja manchmal Fußball wäre so einfach wie es in seinen Videos scheint.