Schlusskonferenz 144 - 11. Spieltag


#21

Ich hab mir das noch ein zweites mal angehört und hab da noch Redebedarf :wink:

Beim VfB sprecht ihr 13 Verletzte in dieser Saison an. Den Wert finde ich hoch. Eine Frage dazu: Kann es sein, daß man falsch trainiert? Nur rein als Frage in den Raum gestellt.

Die Innenverteidigung des HSV: Wir haben mit Papadopoulos und Mavraj nicht die Paradeinnenverteidigung. Aber Papa ist unheimlich wichtig für die Mentalität der Mannschaft. Sein Kampfgeist steckt an. Und wir brauchen dringend Mentalität in der Mannschaft, um den Kreislauf zu durchbrechen, in dem wir gefangen sind. Auch in diesem Sommer haben wir nur Spieler mit der richtigen Mentalität geholt. Das war für uns sehr wichtig. Aussortiert wurden dafür Spieler, deren Mentalität nicht so extrem gut war.
Neben Papa hätten wir einen Badstuber haben könne und einen Subotic, die du angesprochen hast. Beides gute Spieler. Aber auch beides Spieler, die eine entsprechende Krankenakte haben. Und wenn man schon mit Papa so einen hat, sollte man sich nicht noch mehr davon holen. Und im Winter ist auch nicht viel Bezahlbares auf dem Markt

Und ich verstehe selbst nach dem Dortmundschwerpunkt noch nicht, warum man die ersten Spiele immer zu Null gespielt hat und nun ein Tor nach dem anderen kassiert


#22

Darauf würde ich gerne nochmal eingehen, denn ich habe einige Beobachtungen dazu gemacht. Für die Sendung zu dünn und zuviel subjektive Meinung, aber hier könnt ihr das ja entsprechend einordnen und dem das Gewicht beimessen, das ihr für richtig haltet.

Unbestritten ist Papadopoulos ein Spieler, der mit jeder Faser seines Körpers für den Sieg brennt. Körpersprache, Zweikampfführung, alles steht spätestens ab Anpfiff auf 150%. Aber genau hier sehe ich auch ein Problem: Mir ist jetzt schon sehr häufig aufgefallen, wie seine Mitspieler auf Gestik und angeschrien werden reagieren und da reicht die Palette immer wieder von verständnislos bis ignorierend. Nicht nach Gegentoren oder Ähnlichem, aber wenn er zum Beispiel zu einer Ecke klärt und als erstes jubelt wie im WM-Finale und Mavraj in die Seiten boxt, dann springt da für mich kein Funke über.

Nochmal: alles rein subjektiv. Aber meiner Einschätzung nach ist ein Spieler wie Papadopoulos jemand, der zwar der Mannschaft in Situationen helfen, allerdings auch zu einer Art Belastung werden kann. Er ist drüber in vielen Aktionen, seine Motivation kennt kein Maß. Mir ist das vor allem in dieser Saison zuviel an Gestik, Aggressivität und nach vorne pushen.

Zum VfB: 13 ist auch viel, deshalb habe ich es angesprochen. Wir haben hier allerdings ganz verschiedene Verletzungen und nicht nur Muskelverletzungen, deshalb finde ich den Rückschluss aufs Training schwierig. Allein Gentner und Badstuber (so bitter es ist, aber das kann nicht von falschem Training kommen, sondern eher einfach in einem labilen Körper begründet sein) sind zwei “Sonderfälle” in dieser Statistik.

Die Zwangsrotation in der Abwehr ist sicher einer der Gründe dafür. Sie hat in den letzten Wochen zugenommen. Und dann kommt auch noch Glück/Pech sowie eine sich meinem Eindruck nach verstetigende Bürki-Formkrise dazu. Der hat gerade keine guten Wochen.


#23

Die Spiele, in denen das so war, waren Wolfsburg unter Jonker, Hertha (IN Dortmund), Freiburg, Köln und der HSV. In der CL hats von Anfang an nicht geklappt, Gladbach würde ich einfach mal rausrechnen (glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!) und bei den ersten formstarken Mannschaften (SGE, H96, FCA) haben sie dann angefangen Tore zu fangen und Punkte liegenzulassen. Also lags vielleicht gar nicht (nur) am BVB sonder vor allem (auch) an den Gegnern?


#24

Ich finde das ist eine interessante Beobachtung. Beschreibt ziemlich genau ein Problem, das ich immer mit diesem Mentalitäts- und Führungsspielergedöns habe: Eine Mannschaft ist nun mal eine Gruppe und da lässt sich nicht einfach jemand einfügen der bestimmte Eigenschaften mitbringt, er/sie muss auch von der Gruppe akzeptiert sein und damit eben auch in die Hierarchie und das Gefüge passen. Das bedeutet nicht, dass sowas keinen Einfluss hat, aber dass die einfache Forderung, eine_r müsse vorangehen oft nicht zielführend ist.
Hinzu kommt, dass diese Prozesse von außen eigentlich nicht zu analysieren sind, da muss man sich leider auf solche ungenauen Beobachtungen, wie die Max hier anspricht verlassen.


#25

Da Papadopoulos von der Mannschaft in den Mannschaftsrat gewählt worden ist, kann man nicht behaupten, er sei ihnen irgendwie übergestülpt worden. Mit Behrami wurde damals ja schon versucht, ein Führungsspieler zu installieren, was gnadenlos schiefgegangen ist, weil er nicht anerkannt wurde, aber grundsätzlich hat Papa die Akzeptanz der Mannschaft. Wenn es im Spiel vielleicht auch mitunter too much ist, was er macht.

Mit Mentalität ist von meiner Seite auch nicht nur das Spiel gemeint, sondern er ist jemand, der auch im Training alles gibt. Bei den Bayern mag das üblich sein, da tariniert die Mannschaft ja sogar extra, weil der Trainer zu lasch ist, aber der HSV steht ja nicht umsonst da, wo er steht, ist nicht umsonst da hingekommen, wo er jetzt ist. In den erfolgreichen 2000ern haben die Spieler immer nach dem Training noch eigenständig geübt. einige haben Flanken geübt, einige Standards, Fußballtennis stand nach dem normalen Training eigentlich immer auf dem Programm, Daniel van Buyten hatte Zuhause im Garten ein eigenes Kopfballpendel, Rafael van der Vaart hat in diesen Extratrainings grundsätzlich den Ball nur mit Rechts geschossen, um sein schwaches Bein zu schulen.
Vor 2-3 Jahren kamen neue Spieler, wollten noch was extra machen, da kamen die “alten Hasen” an und sagten “das ist bei uns nicht üblich”.
Man sieht, es hat alles seinen Grund. Und es ist sehr schwer, aus diesem Trott rauszukommen