Schlusskonferenz 145 - 12. Spieltag


#1

Hier ist Platz für Feedback zur Folge 145 mit Schwerpunkt VfB.


#2

Ein Vorschlag,

Wieder mal geht es mir um die Gladbacher und wieder kommen sie mir zu schlecht weg. Es kann doch nicht sein das die Mannschaft die 4 Auswärtstore erzielt hat eigentlich kaum was richtig gemacht hat und Hertha die mit 4 Gegentoren das Spiel verloren hat doch ein richtig gutes Spiel gemacht hat. Sind die ersten 3 Tore der Borussia in den Schoß gefallen? Und ja Hertha war danach besser und ja das 2:3 hätte eher fallen müssen, aber es ist doch dann auch gefallen und trotzdem hat die Borussia das Spiel gewonnen. Irgendwas müssen die doch richtig gemacht haben! Und der Borussia den aktuellen Tabellenplatz vorzuwerfen ist absurd, für den Tabellenplatz können die ja wohl am wenigsten! Analysiert wurde mal wieder nur das Spiel des Gegners aber eine Antwort warum die Borussia vorallem auswärts punktet fehlte aber.
Daher mein Vorschlag, in einem anderen äußerst bekannten Podcast hat ein Team immer spielfrei wenn gegen Raba gespielt wird. Vieleicht sollte man hier im Rasenfunk auf die Gladbach Spiele verzichten, zumindest wenn das Bayern Spiel vorrüber ist.

Zum VAR, diese Diskussion wird für mich immer automatisch schräg wenn Vergleiche zu anderen Sportarten gezogen werden. Diese sind vom Ablauf und Aufbau auf Spielunterbrechungen angelegt. Beim Fußball ist jede längere Unterbrechung gift. Und die Möglichkeit der Chalenge ist für mich auch Unsinn. Mann stelle sich vor beide mögliche Chalengees hat der Trainer gezogen und dann kommt so ein Handtor wie von Andreasen letzt Saison. Da ists mit der angestrebten Gerechtigkeit auch erledigt.
VAR sollte es nur geben bei Torerzielung, bei Abseits (wenn die Technik funktioniert) und bei Torerzielung per Handspiel. Bei nichts anderem !


#3

Hallo zusammen,

ich hoffe, ich bediene dieses Tool richtig, denn ich möchte nicht auf Dr. Balls Post antworten, sondern mich zur Schlusskonferenz 145 äußern.

Ich habe vorhin beim morgendlichen Hundespaziergang die ersten 30 Minuten der Schlusskonferenz mit der Besprechung des Spiels Mainz - Köln gehört und möchte Florian Regelmann widersprechen, der von Betrug im Zusammenhang mit dem Elfmeter für Mainz sprach.

Ich bin auch der Meinung, dass man dort nicht Elfmeter hätte pfeifen dürfen, doch von Betrug darf man in diesem Zusammenhang nicht sprechen. Betrug - jedenfalls im strafrechtlichen Sinn, und diesen übertrage ich hier - setzt einen Vorsatz voraus, den man den Schiedsrichtern und -assistenten sicher nicht unterstellen kann.

Also Vorsicht bei der Wortwahl! :wink:

Gruß aus Hamburg
Holger


#4

Bin noch nicht ganz durch mit der aktuellen Folge. Gefällt mir aber nach wie vor alles sehr gut.

Mir geistert jedoch schon länger etwas über den Videobeweis im Kopf herum, und das möchte ich endlich loswerden.

Und zwar folgt jetzt meine Definition des Videobeweises der ein Maximum an Fairness bringen soll:

  1. Ein Videobeweis kann nur funktionieren, wenn nicht ein Ermessenspielraum gegeben wird, ob man jetzt auf den Bildschirm schaut oder nicht. Es muss nach jedem Tor und nach jeder Roten Karte draufgekuckt werden, ob alles korrekt Entschieden wurde und der Treffer zählt. Bei Fehlern schaltet sich der Videoschiedrichter ein und der Schiri am Platz revidiert dann mit der Geste, die einen Bildschirm symbolisiert. Daraus resultiert: Auch der Videoref hat Entscheidungsgewalt.

  2. Wenn der Ref ein Abseits abpfeift, dass keines ist, ist das eine spielentscheindende Fehleinschätzung des Refs. Um das zu verhindern, muss ein Referee zukünftig Aktionen fertig spielen lassen und erst nachher wird auf Abseits entschieden oder eben nicht.

Das Ganze funktioniert ähnlich wie beim Rugby und heißt “Try” oder “Versuch”.

Allgemein finde ich, sollte man sich mehr an ähnlichen Sportarten etwas abschauen. Natürlich der Sportart entsprechend, abgeändert

Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Videobilder oft keine Nahaufnahmen und nur eine Perspektive beinhalten, die der Ref begutachtet. (Hab mal in einer Sky Übertragung gesehen was der Ref begutachtet)

Ich hoffe es gibt da eine Norm, welche Bilder und Winkel und Zeitlupen er bekommen muss. wenn das ein bisschen dauert, dann dauert das eben. Nur, wenn er da falsche Bilder bekommt, ist es mir auch kein Rätsel mehr, warum da auch falsch entschieden wird. Das es den Fußball verändert, ist ohnehin klar. Wir und die Verbände sollten dem positiv gegenüber stehen. Das Gefühl hab ich auf Verbandsseite überhaupt nicht. Mir kommt vor, die wollen das nicht wirklich und geben einem öffentlichen Druck nach, nur um dann hinterher sagen zu können: “Wir haben es versucht und es hat keinen Mehrwert gebracht.” Natürlich hab ich keinen genauen Einblick darüber wie hart daran wirklich gearbeitet wird und mutmaße hier ganz stark.


#5

Ich bin noch nicht durch, aber bevor ich es vergesse, was ich sagen will, einige Anmerkungen:
-Elfmeter gegen Köln: Was ist denn eigentlich passiert? Brych pfeift einen Strafstoß, weil er meint, er hätte einen Kontakt gesehen, der De Blasis zu Fall gebracht hat. Er ist sich nicht ganz sicher, fragt beim VA nach und der erzählt ihm, was er auch schon wahrgenommen hatte, nämlich, daß da ein Kontakt war. Warum soll Brych sich das dann noch an der Seite ansehen? Das ist doch nicht zielführend. Er muß ein gewisses Vertrauen in den Videoassistenten haben, ansonsten können wir das sein lassen und wir bekommen Verhältnisse wie beim Confed-Cup, die keiner haben will. Der Videoassistent hats verbockt. Für Brych war es in Realgeschwindigkeit aus seinem Winkel schwer zu sehen.
Der Videoassistent wird nie alle Fehler ausmerzen können. Damit müssen wir leben. Es werden aber wesentlich weniger Fehler durchkommen, was letztlich gut ist. Wir müssen uns aber von diesem 100%igen verabschieden. Und wir müssen die Leuten auch die Chance geben, die Testphase auch zu nutzen. Das muß sich erst noch alles einspielen. Mir tut Köln nur einfach leid, weil sie schonwieder betroffen sind.

-Elfmeter von Jung gegen Schalke: Ich bin der Ansicht, der Elfer ist korrekt, nicht, daß wir uns falsch verstehen. Aber wenn man sich die Szene direkt von vorne anschaut, dann macht der Schalker einen klaren Schritt nach rechts. Wenn man das aus der Perspektive so sieht, dann kann man sogar auf die Idee kommen, es wäre ein Stürmerfoul. Daher kommen wohl die Ansichten, es wäre kein Elfer

-Ansonsten: Der Stachel, daß Hamburg das Spiel gegen den VfB gewonnen hat, scheint bei den beiden tief zu sitzen :joy:


#6

Ich bin ja etwas über diese Etablierungsdiskussion gestolpert. Da hab ich eine etwas andere Sicht und zwar als Gladbacher naturgemäß über den Satz das man Gladbach Style auch mal 2 Jahre CL spielen kann. Das hatte für mich so den Klang das man ja doch nicht richtig etabliert ist und da würde ich entschieden widersprechen.

Zu allererst, ich bin selber mit dem Spiel der Mannschaft über weite Phasen der Saison unzufrieden. Gefühlt gibt es ein Problem mit der Kaderhygiene als dass die Mannschaft zu schnell zu sehr dazu neigt zufrieden zu sein. Aber umgekehrt führe man sich mal vor Augen dass Gladbach trotzdem auf Platz 4 steht. Dies führt zu folgenden Thesen:

1.Ist es ein Armutszeugnis für die Liga. Da steht eine Mannschaft auf Platz 4 die über weite Phasen der bisherigen Saison keinen guten Fußball gezeigt hat und insbesondere in der Defensive anfällig ist und das zu einem Zeitpunkt wo die Tabelle schon was aussagt. Das hattest du schon in einer der vorherigen Sendungen und dem kann ich nur zustimmen.

  1. aber auch ein Zeichen der Stärke der Gladbacher in Relation zum Rest der Liga, denn man male sich mal aus wie es aussehen würde wenn diese individuell gute Mannschaft mal wirklich über weite Phasen guten Teamfußball spielen würde.

In sofern sehe ich Gladbach da vorne komplett integriert. Das ist ein Kader mit dem man um die Plätze 3-6 spielt und den hat man schon ein paar Jahre länger. Gladbach hat es sowohl unter Schubert als auch unter Favre geschafft sich für die CL zu qualifizieren obwohl man in diesen Jahren bereits international gespielt und mit der Dreifachbelastung unterwegs war. Da sist gerade angesichts der Perfomances von anderen Vereinen mit der Dreifachbelastung ein ziemliches Ausrufezeichen.

Umgekehrt würde ich deine Positivbeispiele relativieren. Raba ist jetzt eine Saison und 12 Spiele in der Bundesliga. ja das was die machen ist eindrucksvoll aber die sind bislang mit einer Mannschaft, einem Trainer und ohne nennenswerte Abgänge durchgekommen. Denen steht im Sommer eine größere Bewährungsprobe ins Haus wenn Keita geht. Gehen auch andere Leistungsträger? Angebote wird es geben und wenn die abgelehnt werden kann sich das auch mal negativ auf die Leistung auswirken. Forsberg finde ich nach dem Transfer Hick-Hack im Sommer z.B. deutlich schwächer als im Vorjahr. Aber das kann natürlich auch andere Gründe haben die ich von weit außen nicht sehe.

Hoffenheim finde ich gerade unter diesem Aspekt beachtlich denn die haben ihre Abgänge aus dem Sommer wirklich gut kompensiert. Die stehen aber auch jetzt beispielsweise schon hinter Gladbach und der nächste Abgang steht ins Haus und der lässt mich offen gesagt etwas ratlos zurück. Wagner ist für mich gefühlt deren wichtigster Spieler in der Offensive und es sieht vieles nach einem Wintertransfer aus. Was sagt das über die Ambitionen eines Vereins aus wenn man den im Winter weglässt? Das ist für mich auch n fatales Signal an die Mitspieler die da ja vom Club vorgelebt bekommen dass die Jagd nach dem maximalen Erfolg nur mit begrenztem Schaum betrieben wird (oder schätze ich den Spieler oder die Wechselwahrscheinlichkeit so falsch ein?). Noch dazu hat der Trainer einen riesigen Anteil am Erfolg und bei dem steht ja auch die Frage im Raum, ob der nicht seinem Stürmer folgt. Noch dazu war derselbe Verein im vorletzten Jahr noch Abstiegskandidat.

In sofern kann man da beide Clubs noch mit Fragezeichen versehen ob sie dieses Top-Niveau dauerhaft halten. Guck dir an wie Hoffenheim unter Rangnick impodiert ist oder wieviele Gelder Wolfsburg im Laufe der Jahre verbrannt hat und im Schnitt n deutlich schlechtere Ergebnisse als Gladbach hatte. Klar können deine beiden aktuellen, positiven Beispiele das besser machen, das ist möglich. Aber die Gegenbeispiele zeigen für mich relativ klar dass aus dieser Fremdfinanzierung nicht wirklich ein Abo auf Topplätze erwächst. Auch neigen Clubs unter der Dreifachbelastung gerne dazu hinten heraus in einer Saison einzubrechen, weswegen man den aktuellen Tabellenstand mit Vorsicht genießen sollte.

In meinen Augen hat der Geldpanzer der fremdfinanzierten Clubs einen anderen Effekt. Und zwar nicht den Effekt das man da dauerhaft oben bleibt. Dafür muss man einfach kontinuierlich sehr gut arbeiten und Abgänge ersetzt kriegen. Das kriegt man mit Geld allein nicht hin. Aber er verhindert den Vollabsturz. Es ist für einen fremdfinanzierten Verein einfach unheimlich schwer abzusteigen, weil man in jeder Sommertransferperiode in der Lage ist sich die besten Spieler der kleineren Vereine zu holen. Das führt dazu das man bei einer besseren Saison dann auch wieder relativ schnell stabil im Tabellenmittelfeld steht und leichter wieder nach oben kommt.

In sofern glaube ich schon dass ein VFB Stuttgart sich oben etablieren könnte und das auch über einen erstmal durchschnittlichen Etat. Denn das hat Gladbach nicht anders gemacht. Und Hoffenheim, wenn ich das nicht ganz falsch einschätze, auch nicht. Wenn man denn mal den Durchbruch auf Platz 4 gelangen würde, würde ein großer Verein wie Stuttgart aus einer reichen Stadt heraus sicherlich auch nochmal größere Gelder generieren können, um diesen Status Quo dann auch zu halten. Dass das so passiert ist natürlich nach aktuellem Stande eher unwahrscheinlich denn es setzt einfach ein paar Jahre kontinuierlich gute Arbeit vorraus. Wenn man sich dann anguckt wann Schindelmeiser gegangen wurde hat man da doch große zweifel ob das in Stuttgart so möglich ist. In sofern hatte ich beim hören der Diskussion auch die ganze Zeit so ein HSV-Gefühl.


#7

Und nach diesem Stuttgart Teil nochmal die Verwunderungen über die Europa Ambitionen des VfB im Spieltagsthread anschauen :smile:

Nein im Ernst, hab mir das da schon gedacht und sehe mich jetzt durchaus bestätigt: der VfB hat sich diesen “Größenwahn” Ruf redlich erarbeitet, schon vor dem Abstieg und tut alles dafür hierbei zu bleiben. Natürlich ist es möglich, dass ein Verein wie der VfB mit einer Stadt im Rücken wie Stuttgart wieder zu nem großen Verein wird, wieso man das allerdings nach einem Aufstieg schon wieder so offensiv vertritt, ist mir einfach schleierhaft!
Schwaben bruteln eh schon gern (wie angemerkt), ihnen dann auch noch nen Grund dafür zu geben, kann halt wirklich fatal werden, da bin ich absolut bei Max. Außerdem kanns mit der vorangegangenen Ausgliederung doppelt schnell gehen, dass die Stimmung schlecht wird. Weil nämlich “die Haupttribüne” einfach prinzipiell enttäuscht ist, wenns nicht läuft, aber eben auch die Ultras/aktiven Fans dann ganz schnell leise sein dürften; da hat man schon die Seele des Vereins verkauft und dann ist man nicht mal erfolgreich.


#8

Genau das fände ich falsch. Wir hätten zig Situationen in denen das Spiel weiterläuft obwohl es unterbrochen hätte werden müssen. Wann wird das Spiel unterbrochen wenn kein Tor erzielt wird und es klares Abseits war?


Ich möchte noch etwas zum BVB sagen: Irgendwie kommt man immer wieder auf die Frage: Falscher Kader für den Trainer und sein System oder falscher Trainer und System für den Kader.

Mir stellt sich da die Frage: Wie läuft eigentlich so ein Vorstellungsgespräch ab?

BVB: Mit welche System möchten Sie Spielen?

Bosz: Ewiger Taktikmonolog.

BVB: Können Sie das bei folgender Kaderplanung umsetzten?

Bosz: Ja oder Nein ich brauche folgende Spieler/Spielertypen

Und genau hier liegt die Antwort auf die Hauptverantwortung.


#9

VfB: Ich staune auch erheblich über die Aussagen der beiden Stuttgart-ExperInnen. Ich habe da keine Ironie vernommen, als es um die Championsleague ging, und “Europaleague will ich gar nicht spielen”. Ihre Analysen und Berichte haben mir ja ganz gut gefallen, aber so ein Hochmut, nach EINEM begeisternden Spiel, in dem das Team womöglich (eher: wahrscheinlich) über sich hinaus gewachsen ist?
Es mag sein, dass da manches am Entstehen ist, aber der VfB muss froh sein, wenn er als Aufsteiger in der ersten Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben sollte. Es ist ja schön, langfristige Pläne zu haben, aber ich würde mich damit schön zurückhalten und einen Schritt nach dem anderen setzen.

Gladbach: Ich verstehe ein Stück weit die Kritik von Dr. Ball:

Auf einmal steht es 0:3, als ob die Tore vom Himmel gefallen wären. Den Vorlauf und die Entstehung einfach zu übergehen, war schon etwas unglücklich.

Den “Gladbach-Style”-Ausdruck von Max fand ich aber - anders als offenbar elJakko - überhaupt nicht despektierlich. Dieser “Style” hat doch was sehr Sympathisches und die Bezeichnung honoriert die Erfolge von Gladbach, die es trotz der Nachteile, die es beim Etat gegenüber reicheren Clubs wie Bayern, Dortmund, Leipzig und vielleicht noch Schalke hat, feiern konnte.
“Etabliert” auf den CL-Rängen würde bedeuten, dass man sie jede Saison unter den ersten vier erwarten würde, und ich das ist einfach nicht so.

Ansonsten wieder eine schöne Sendung, auch das Wehklagen am Ende über die Qualität und Langeweile der Liga - gerade aus dem Munde eines Bayern-Fans - fand ich sympathisch.


#10

Despektierlich finde ich hier auch das falsche Wort. Ich hab nur als Gladbacher nicht mehr dieses Underdog-Gefühl. Das hatte ich noch in den ersten Jahren unter Favre aber da kamen ja doch enorme Erfolge. 6 Jahre in Folge einstellig, 3 mal unter den Top-4. Und das macht sich natürlich auch in den Gehältern bemerkbar. Wir reden da von einem Verein der im Jahr 2016 einen Personalaufwand von 73 Millionen in den Büchern stehen hat.

Deine Interpretation von “etabliert” würde mMn nur auf Bayern und Dortmund zutreffen. Da im Gesprächsverlauf eher Raba und Hoffenheim genannt wurden, hab ich angenommen dass der Begriff im Gespräch etwas weiter interpretiert ist.


#11

Ich fürchte, Du hast da was erheblich falsch verstanden. Da war eine Menge Ironie drinne. Der einzige, der hier den VfB in die CL reden wollte, war der @GNetzer. :wink: Glaub mir, in Stuttgart ist jeder froh, wenn wir dieses Jahr drin bleiben, da redet niemand, aber auch wirklich niemand auch nur ansatzweise von Europa. Mit unserem Präsidenten ist das leider etwas anderes, der hat ja die Ausgliederung mit der Aussicht auf Europa durchgeboxt gekriegt. Aber nicht mal der redet davon, dass das dieses oder nächstes Jahr soweit ist. Sondern in vier Jahren. Die Erwartung hat er aber auch bei uns ziemlich exklusiv. Also nichts mit Hochmut.

Wie gesagt, es ist Dietrich, der im Geiste der Ausgliederung solch große Töne spuckt. Der Rest des Vereins schüttelt da eher betreten den Kopf. Zumal Dietrich das ja nicht aus Unbedarftheit so rausposaunt. Der weiß genau, was er sagt und was es bewirkt. Aber beim VfB gilt ja seit Beginn der Ausgliederungsdebatte sowieso: Von oben draufhauen.

Was die Stimmung angeht: Die letzten Jahre sollten gezeigt haben, dass sich beim VfB was das angeht schon einiges gewandelt hat. Klar: Haupttribüne wird immer Haupttribüne bleiben, wie bei fast jedem anderen Verein auch: Wenn die hochgeschraubten Erwartungen nicht erfüllt werden, wird gebruddelt. Was die Kurve angeht: Man hat bereits gesagt, dass man den Verein auch als AG weiter unterstützt. Und das wird dann dementsprechend auch nicht von Ergebnissen abhängig gemacht. Nehmen wir die 2. Liga mal außen vor, weil bei Erfolg automatisch Euphorie entsteht: Seit der VfB im Mai 2013 das Pokalfinale verlor, wurde die Abwärtskurve, die seit Beginn des Jahrzehnts besteht, erst richtig steil. In dieser Abwärtsspirale ist die Stimmung in Stuttgart erst richtig gekippt, als die Mannschaft zum dritten Mal in Folge im Abstiegskampf stand und einen erheblichen Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf jämmerliche Weise verspielte. Und zwar nicht wegen mangelndem Können, sondern aus Überheblichkeit und Bequemlichkeit. Die beiden Spielzeiten davor bestand, vor allem gegen Saisonende ein Zusammenhalt, wie ich ihn in Stuttgart in den 20 Jahren meines Fanlebens noch nicht erlebt hab. Ich erinnere dabei nur exemplarisch daran, wie Timo Baumgartl von den Fans in der Kurve getröstet wurde, nachdem ihm gegen Marco Reus der Ball versprang und er damit das Gegentor verschuldete.

Deswegen bin ich auch froh, dass Désirée und Florian darauf auch eingegangen sind. Die Zeiten, in denen man in Stuttgart völlig überzogene Erwartungen hat und eskaliert, wenn diese enttäuscht werden, sind erstmal vorbei…und das schon seit Jahren. Ich habe Max ja schon mal auf Twitter angesprochen, als Frank Lußem vom kicker wieder davon anfing.

Noch kurz zur Etablierung:

Ja, Gladbach hält sich ziemlich gut da oben. Aber auch ihr, @elJakko werdet nicht jedes Jahr Champions League spielen, da ist auch mal ein Jahr Europa League oder ohne Europa dabei. Dietrich verbindet aber mit der Ausgliederung die Vision dass der VfB in ein paar Jahren wahlweise a) unter den Top 6 oder b) unter den Top 3 ("nur noch zwei Clubs vor uns, einer im Süden, einer im Westen) etabliert ist.

Um sich da zu etablieren, reicht aber die Anschubfinanzierung aus der Ausgliederung nicht. Da braucht es jährliche Einnahmen, um den Kader unterhalten zu können, mit dem man sich auf Platz 1-4 etabliert. Und diese vier Plätze sind more often than not eben von jenen Vereinen belegt, die entweder da schon seit Jahren sind und diese durch die konstante CL-Teilnahmen zementiert haben (FCB, BVB) oder von jenen, die bei Bedarf Geld raushauen können, wie sie wollen. Selbst wenn Salzburg-Nord mal ein schlechtes Jahr hat, bin ich mir ziemlich sicher, dass sie in den nächsten zehn Jahren mehr CL-Spiele machen werden als Gladbach. Nicht CL zu spielen steht schließlich nicht im Marketing-Plan. Warum sollte Red Bull nicht alles finanziell mögliche unternehmen, um das zu erreichen? Das gleiche gilt für Hoffenheim. Natürlich haben die auch Abgänge. Aber glaubt irgendjemand ernsthaft, dass Hopp denen im Zweifel nicht doch noch Geld rüberschießt, um endlich mal CL zu spielen?

Und dann haben wir noch gar nicht über Leverkusen und Wolfsburg gesprochen, die als 100-prozentige Konzerntöchter immer noch mehr finanzielle Möglichkeiten haben, als eine VfB AG. Da können wir uns noch so strecken. Wenn Volkswagen mal wieder jemand fähigen für seine Fußballabteilung einstellt, haben wir da keine Chance auf Dauer. Oder wenn Kühne plötzlich doch wieder Gefallen an seinem Opfer findet?

Insofern kann ich Max nur voll zustimmen (anders als bei seiner Vermutung zu den VfB-Fans :wink: ): Wenn ein Drittel der Liga finanziell entweder sowieso in einem anderen Universum spielt oder nahezu unbegrenzt Geld ausgeben kann, ist es für den Rest utopisch, sich da langfristig dazwischen zu schieben. Es hat übrigens auch kein Verein durch die Ausgliederung seiner Profimannschaft geschafft. Aber da habe ich mir lange den Mund fusselig geredet und am 1. Juni waren trotzdem noch alle besoffen vom Aufstieg.

Ganz genau meine Befürchtung.

Abschließend: Schön, dass dem VfB mal eine ganze Stunde gewidmet wurde mit tollen Gästen, nachdem er in manchen Schlusskonferenzen, wie natürlich auch andere Vereine, manchmal ein wenig kurz kam. Kein Vorwurf, einfach nur Freude über diese Schlusskonferenz.

Sehr gut kann ich Max’ Depri-Segment gegen Ende nachvollziehen: Die Bundesliga erzählt nicht mehr die großen Stories früherer Jahre. Weder überrascht die Dominanz der Bayern und meistens der Dortmunder, noch das gute Abschneiden der Geldspeicher-Vereine. Höchstens der Abstiegskampf bietet etwas Spannung, aber wie Du schon sagst: Am Ende landet der HSV auf Platz 15. In diesem Jahr bin ich gespannt, ob es nach uns jetzt auch Werder erwischt. Das war es aber auch schon wieder an Spannung. Vielleicht auch ein Grund, warum Football in den letzten Jahren in Deutschland so populär wurde.

tl;dr: Tolle Folge!


#12

Sehr gut kann ich Max’ Depri-Segment gegen Ende nachvollziehen: Die Bundesliga erzählt nicht mehr die großen Stories früherer Jahre. Weder überrascht die Dominanz der Bayern und meistens der Dortmunder, noch das gute Abschneiden der Geldspeicher-Vereine. Höchstens der Abstiegskampf bietet etwas Spannung, aber wie Du schon sagst: Am Ende landet der HSV auf Platz 15. In diesem Jahr bin ich gespannt, ob es nach uns jetzt auch Werder erwischt. Das war es aber auch schon wieder an Spannung. Vielleicht auch ein Grund, warum Football in den letzten Jahren in Deutschland so populär wurde.

Ja, da hat Max auch aus meiner Sicht leider recht. Wobei es nicht nur die großen Stories sind, die fehlen. Es ist dieser Fußball, der teils langweilt. Es wurde ja auch in den letzen Rasenfunk-Sendungen immer wieder angesprochen: die Qualität hat nachgelassen. Und das hat man nicht erst seit Dortmund - Bayern gesehen.
Ich behaupte mal glatt: zieh den Spielern Masken auf, leg die Trikotfarben vor dem Spiel fest und lass dann die Fans raten, wer dort spielt. Wir würden die wenigsten Mannschaften an ihrem System und der Art und Weise, wie sie spielen erkennen.

Sonst: insgesamt wieder eine schöne Sendung. Ob die Kritik an den Gladbachern jetzt zu hart ist oder nicht, kann ich nicht zu 100% sagen, dazu gibt es Leute, die da mehr drin stecken…

Und nun schauen wir uns mal wieder die Europa League an und erleben, wie sich die deutschen Teilnehmer mal wieder blamieren…leider.


#13

[quote=“Lennart, post:11, topic:1029”]

Ja, Gladbach hält sich ziemlich gut da oben. Aber auch ihr, @elJakko werdet nicht jedes Jahr Champions League spielen, da ist auch mal ein Jahr Europa League oder ohne Europa dabei. Dietrich verbindet aber mit der Ausgliederung die Vision dass der VfB in ein paar Jahren wahlweise a) unter den Top 6 oder b) unter den Top 3 ("nur noch zwei Clubs vor uns, einer im Süden, einer im Westen) etabliert ist. [/quote]

Ja mit der Einschränkung “jedes Jahr” kann ich dann durchaus konform gehen. Dann würde ich nur vorbringen dass wir dann in Deutschland eine Top-2 haben und dahinter niemand dieses Kriterium erfüllt. Denn tatsächlich gibt es dahinter keinen Verein der in den letzten 5 Jahren jedes mal Europapokal gespielt hat. Selbst Dortmund hat vor 4 Jahren die CL verpasst und kam über Platz 7 in die EL. Und dann stellt sich doch die Frage warum man über Top-4 oder Top-6 reden sollte wenn man derart harte Kriterien wie “jedes Jahr Europapokal verwendet” die nur 2 Vereine erfüllen? Und in dem Moment wo man das Kriterium aufweicht und das “jedes Jahr” streicht und einfach die besten der letzten Jahre nimmt, finde ich das Gladbach mit 4 Europapokalteilnahmen in 6 Jahren nicht so weit hinten zu finden ist als dass man die Borussia da explizit ausklammern muss.

[quote=“Lennart, post:11, topic:1029”]
Selbst wenn Salzburg-Nord mal ein schlechtes Jahr hat, bin ich mir ziemlich sicher, dass sie in den nächsten zehn Jahren mehr CL-Spiele machen werden als Gladbach. Nicht CL zu spielen steht schließlich nicht im Marketing-Plan. Warum sollte Red Bull nicht alles finanziell mögliche unternehmen, um das zu erreichen? Das gleiche gilt für Hoffenheim. Natürlich haben die auch Abgänge. Aber glaubt irgendjemand ernsthaft, dass Hopp denen im Zweifel nicht doch noch Geld rüberschießt, um endlich mal CL zu spielen? [/quote]

Ich find deine Gedanken logisch. Aber ich gebe zu Bedenken dass du da auf die Zukunft spekulierst. Deine Worte von oben über Hoffenheim sind eben auch 1 zu 1 von anderen (unter anderem von mir :smiley: ) zur Hoffenheimer Herbstmeisterschaft gesagt worden. Resultat 9 Jahre kein Europa und Abstiegskampf. Wie sähe es beim VFL Wolfsburg ohne Dieselgate aus? Was macht Matteschitz eigentlich wenn morgen jemand bei Raba einen Betriebrat aufmacht? :wink: Außer den Bayern gibt es in der Liga keine Konstante die man so klar prognostizieren kann. Als Götze in Dortmund verlängert hat, wurde darüber gestritten ob die Liga jetzt erstmal auf längere Zeit von Dortmund dominiert wird. Resultat bekannt. In sofern finde ich das Zukunftsszenarien in einer Begrifflichkeit wie “Etabliert” nur sehr bedingt aussagekräftig ist. Der IST-Zustand ist Gladbach 4 Europapokalteilnahmen in 6 Jahren, Leipzig 1 und vorher unterklassig. Und Hoffenheim 1 EL-Teilnahme und vorher Abstiegskampf. Und für alles andere gibt es Glaskugeln.

[quote=“Lennart, post:11, topic:1029”]
Und dann haben wir noch gar nicht über Leverkusen und Wolfsburg gesprochen, die als 100-prozentige Konzerntöchter immer noch mehr finanzielle Möglichkeiten haben, als eine VfB AG. Da können wir uns noch so strecken. Wenn Volkswagen mal wieder jemand fähigen für seine Fußballabteilung einstellt, haben wir da keine Chance auf Dauer. Oder wenn Kühne plötzlich doch wieder Gefallen an seinem Opfer findet? [/quote]

also ich schätze generell das finanzielle Potenzial von Stuttgart größer ein als das von Gladbach. Denn Gladbach liegt irgendwo mitten in der Pampa und das was an großen Unternehmen in der Nähe ist, ist in Städten mit anderen Bundesligisten oder Zweitligisten. Und trotzdem spielen Spieler wie Stindl und Raffael in Gladbach die auch Angebote von anderen Clubs hatten. Hoffenheim hat beispielsweise kommuniziert dass ihnen Ginter im Sommer zu teuer war.

Gladbach hat kurz überschlagen mit Marin der aus der (Frankfurter) Jugend kam den Reus finanziert. Und mit dessen Geldern Xhaka. Dazu kam mehr Erfolg wodurch auch die anderen Einnahmen gesteigert wurden. Wieso soll sowas in Stuttgart grundsätzlich nicht möglich sein? Da sind doch schon ne Menge Talente die dem Verein mal viel Geld bringen können und die England-Millionen können da für Einnahmesprünge sorgen in Höhen des Jahresetats. Dass der Weg nach oben da wegen der fremdfinanzierten Clubs nahezu unmöglich ist halte ich da für zu pessimistisch. Klar dafür muss man gute Arbeit in einem ruhigen Umfeld leisten und spätestens an Letzterem scheitert das wahrscheinlich in Stuttgart.


#14

Ich denke, es gibt auch genügend Stuttgarter Fans, die hier keine Ironie entdecken, sondern gerne glauben, was ihnen vom Verein erzählt wird. Aber ich denke, die Einschätzung in der Schlusskonferenz ist gleichermaßen klar wie realistisch: Wenn sich der VfB in dieser Saison frühzeitig aus dem Abstiegskampf (nach oben!) verabschieden kann, wäre das ein Erfolg. Und falls danach der große Ausverkauf verhindert werden kann, könnte man in der folgenden Spielzeit eventuell auch mal ganz vorsichtig einen Blick auf die Europacup-Plätze riskieren. Aber das hat man auch in der Saison 2015/2016 gemacht. Das Ende ist bekannt.


#15

Ich finde es auch richtig sich an der NFL ein Beispiel zu nehmen was den Videobeweise angeht. Aber in der NFL zählt halt zuerst das „Ruling on the Field“ und das muss vom Video Assistent zweifelsfrei Wiederlegt werden und wenn das nicht möglich dann zählt das besagte“ Ruling on the Field“.So hat auch dort der Feldschiedsrichter das letzte Wort.Nicht in dem Fall New York.
Ich halte auch Challenges in der BL nicht umsetzbar. In der NFL werden „ Timeouts“ gestrichen wenn der Coach falsch lag, die gibt es im Fußball nicht. Das einzige was man streichen könnte wäre zum Beispiel Auswechselungen. Das wird aber meiner Meinung nach nicht passieren.


#16

Ich muß zugeben, ich bin mir nicht sicher, daß es wirklich Ironie war. Aber wie Max desöfteren in der vorherigen Schlußkonferenz gesagt hat: Ironie im Podcast ist schwierig (oder ähnlich).


#17

Ich verstehe

Auch nach 3 mal lesen, verstehe ich immer noch nicht, was du versuchst mir da mitzuteilen.

Das habe ich geschrieben. Du hast etwas falsch gelesen. Also ich habe keine Lust mich selbst zu zitieren, nur weil jemand nicht ordentlich liest.


#18

Ich habe die Folge jetzt vor zwei Tagen gehört, also ist neben dem HSV Teil nur eine Sache noch so präsent, dass ich mich äußern muss und das ist der VfB und der Anspruch in den nächsten Jahren die CL anzugreifen. Das fand ich dann schon fast Größenwahnsinnig. Nicht, dass ich Herrn Regelmann per se dafür halte, aber das ist doch eine krasse Überhöhung gewesen meiner Meinung nach. Der VfB hat gerade erst 12 Spiele gemacht, nachdem er erst ab- und dann wenig glanzvoll wieder aufgestiegen ist. Und es ist ja auch nicht so, dass der VfB aus dem Nichts abgestiegen ist, nur ein paar Zöpfe abschneiden musste und nun wieder oben auf ist. Die letzte gute Saison war 2011/2012 und seitdem ging es erst bergab und dann drei Mal komplett gegen den Abstieg. Das ist quasi der HSV Verlauf, nur dass man es geschafft hat wirklich abzusteigen,also letztendlich noch mieser abgeschnitten hat. Würde man beim HSV vom schlafenden Riesen sprechen (was Außenstehende und Medien noch machen, Vereinsanhänger schon ewig nicht mehr), würde man zurecht ausgelacht werden. Ähnliches finde ich beim VfB abgebracht (zumindest ein heftiges Kopfschütteln), denn es ist ja nicht so, als würde man diese Saison komplett überzeugen. Auswärts geht absolut gar Nichts, Man liegt im Mittelfeld mit Chancen nach oben, aber auch großen Risiken nach unten und baut vor allem auf Talente und Neuzugänge, die normalerweise auch mal Tiefs durchleben und wenn sie es nicht tun, sicherlich bald weggekauft werden. Die dann wieder adäquat zu ersetzen, ist keine leichte Aufgabe und sicherlich keine, bei der man mit der CL kokettieren sollte.

Kommen wir zu “meinem” Team, dem HSV. Und ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen müsste,aber ich muss es tun. Max, du siehst den HSV definitiv zu gut. Werden wir nicht mehr abgeschossen? Nein. Aber dennoch verliert man die meisten Spiele (vier Punkte in den letzten zehn Spielen), hat eine der harmlosesten Offensiven der Liga mit zehn Punkten, wo die Hoffnung auf einem 17 Jährigen Talent und einem 20 Jährigen Außenspieler, der nicht einmal 60 Minuten durchhält, liegen und die viertmeisten Gegentore der Liga. Das ist für mich keine erfolgsversprechende Formel. Gisdol ist weiterhin taktisch zu unvariabel und schafft es keine Mechanismen zu schaffen, mit denen das Erzielen von Toren/Erspielen von Chancen funktioniert. Aus dem Spiel geht wenig. Eklatant ist, dass das offensive Umschaltspiel,was Gisdol mit Spielern wie Ito, Kostic, Hahn, Müller, Wood durchziehen wollte, ebenfalls nicht funktioniert. Es gibt Teams, die auf Standards ausweichen würden. Nicht der HSV, der Ecken und lange Freistöße von Kostic und Hunt auf Kniehöhe schießen lässt.

Man ist absolut verdient auf dem fünfzehnten Platz, da man bei allen relevanten Statistiken mies ist. Ich habe mal whoscored aufgesucht und es sieht wie folgt aus:

Tore: 10 (15/18)
Gegentore: 20 (15/18)
Schüsse: 11,3 (15/18)
Schüsse aufs Tor: 44 (16/18)
Schüsse außerhalb des Strafraums: 46% (14/18)
Ballbesitz: 46,5% (13/18)
Passquote: 71,5% (17/18)

Dazu kommen Undiszipliniertheiten und spielentscheidende Fehler (Jung vs Bayern, Jung vs Schalke, Mathenia vs Mainz).

Ich sagte ja schon vor der Saison, dass es nur darum gehen kann, den 15. Platz zu erreichen, weil die Kaderqualität auf Schlüsselpositionen (IV, AV, ZM, ST) in einem Konstrukt wie dem HSV einfach nicht reicht, um mehr zu erreichen, wenn man nicht herausragend gecoacht ist oder einen unglaublichen Lauf bekommt. Beides ist nicht passiert und damit ist es wie es seit Jahren beim HSV ist. Die Mannschaft ist nicht besser als die Summe ihrer Einzelteile, wie es z.B. Mannschaften wie Augsburg, Freiburg, Hertha oft vormachen, sondern eher schlechter. Man spielt nun gegen Hoffenheim und hat dann die direkten Konkurrenten Freiburg und Wolfsburg vor der Brust. Ich denke es ist nicht schwer sich vorzustellen, wie der HSV hier nur einen Punkt holt und mindestens auf Platz 16 liegt. Ich sehe, wie so oft, recht schwarz für meinen HSV.


#19

HSV-Verlauf, das trifft es recht gut

Aber ich möchte auch zum HSV antworten: Ich denke, du siehst den HSV schlechter, als er ist. Ich will dir auch kurz erklären, warum:
Kurz ausgeholt: Woher kommen wir?
Nach der Krise im letzten Herbst, hat Gisdol uns übernommen und meinte zu Anfang auch "Ich ändere hier ein bisschen, mach da ein bisschen was anders, etwas offensiver das Ganze und gute Laune verbreiten, dann wird das was."
Es dauerte nicht lang, da war er ernüchtert, weil dem HSV im Grunde alles zu fehlen schien. Abwehr hatten wir nicht (Nein, keine Formschwäche, man hatte schlichtweg vergessen Abwehrspieler zu kaufen). Defensive Mittelfeldspieler hatten wir kaum (Auch hier nicht nur formschwäche, sondern schlicht weg nicht vorhanden) und vorne ein Hühnerhaufen, der taktisch bei null war. Man konnte gerade eben das 4-2-3-1 auf absolutem Standardniveau spielen. Was hat Gisdol gemacht? Er hat quasi den Reset-Knopf gedrückt und wir sind bei Null angefangen.
Wir haben auf Basis des 4-2-3-1 gelernt zu pressen und mit enorm viel Intensität die Spiele zu gestalten. Ball erobern und schnell irgendwie nach vorne, oft auch mit langen Bällen. Mühsam Stück für Stück hat man die Punkte gesammelt, nach dem 34. Spieltag war die Mannschaft psychisch fertig (wir Fans auch)

Wir haben, auf diesem System aufgebaut, uns mit der Zeit enorm weiterentwickelt. Die ersten beiden Spiele verliefen im Grunde noch so, wie letzte Saison, heute ist das, was wir zeigen, dem was man Fußball nennt, gar nicht mal mehr so unähnlich. Wir können 4er- und 5erkette. Sag mir mal, wann wir das letzte mal zwei Systeme spielen konnten. Ich glaube, das war noch vor Happel. Wir können hoch stehen, wir können tief stehen, je nach Situation, wir haben den Fußball taktisch noch nie so anspruchsvoll gespielt. Wir sind aber noch ganz ganz weit weg von dem, was man erreichen kann. Aber wir werden von Spieltag zu Spieltag besser.

Dazu kommt, wir haben diese Saison die drei großen schon Zuhause gehabt. Bei unserer Heimstärke ist das ein wichtiger Punkt. Und wir haben keine Gegner mehr, wo man von vornherein sagen muß: Das Spiel verlieren wir.

Die Formkurve zeigt also nach oben. Wir müssen es nur noch schaffen, daß wir nicht gut spielen und der Gegner einen Tick besser, sondern einfach mal besser als der Gegner sein.

ICH bin total entspannt, im Grunde entspannter, als vor zwei Jahren, wo wir zu dieser Zeit nen einstelligen Tabellenplatz inne hatten

Und bevor jemand meint, ich würde jetzt nach Europa schielen: Nein, 10-12, das ist das Ziel, das wir erreichen, wenn wir nicht wieder so ein Verletzungspech haben, wie am Anfang der Saison


#20

Ok… ich habe meinen Einwand wohl nicht genau genug beschrieben.

Wann ist für Dich “die Aktion” beendet und das Spiel wird unterbrochen? Nicht immer kommt es nach dem Angriff zu einer normalen Spielunterbrechung in der ich den Videobeweis anwenden kann.

Beispiel 1. Der Stürmer nimmt den Ball im Abseits an und wird danach vom Verteidiger gestellt. Der Verteidiger erobert den Ball und leitet selbst einen Konter ein. Pfeife ich dann den Konter ab? Warte ich auch den Konter ab und lasse im schlimmsten Fall das Tor nicht zählen?

Beispiel 2: Passstafette um den 16er. Ein Angreifer bekommt im Abseits einen Pass in der nähe der Eckfahne. Er schlägt keine Flanke sondern passt wieder zurück. Die angreifende Mannschaft passt noch 3 Minuten lang um den 16er herum. Unterbreche ich irgendwann das Passspiel um den 16er und ahnde das Abseits? Ignoriere ich alle Aktionen die bis zu nächsten Spielunterbrechung sind?

Für solche Beispiele sehe ich in Deinem Vorschlag keine Lösung.

Gerade im zweiten Beispiel könnte man argumentieren dies sei keine spielentscheidende Szene, da lasse ich das Spiel halt weiter laufen. So akzeptieren wir aber viele kleinere Fehlentscheidungen um uns vor wenigen großen zu schützen.