Schlusskonferenz 182 – Deutschland vs. Schweden

Bin gespannt, wie euch die Folge mit Ole Zeisler (@mozzole) und Sebastian Kahl (@maltacalcio) gefällt!

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Mein Podcast Player (Podcast+ Pro auf Win10 mobile) meldet: „Error: IO_PathTooLong“ :frowning:

*edit: direkter Download und dann abspielen über die Musik App funktioniert.

Bin noch nicht ganz durch, gefällt mir bis jetzt aber sehr gut, die Folge! Respekt, so was direkt nach so einem Spiel noch aufzuzeichnen…

Zwei Punkte zu Toni Kroos:

  • Seine Aussage, einige hätten sich ein Ausscheiden gewünscht, bezog sich eventuell (hoffentlich) auf die rechten Wutbürger, die nur Spieler in der N11 wollen, deren Nachnamen Deutsch klingen. (#nichtmeinemannschaft)

  • Bei dem Gegentor habe ich mich sehr gewundert, dass Kroos den kreuzenden Toivonen nicht aufnimmt sondern den Abstand schnell wieder größer werden lässt. Aus meiner Sicht war dieser Fehler schwerwiegender als das schwache Abspiel. Und Rüdiger hat denke ich kaum Chancen, diesen Lupfer noch zu unterbinden!

Ich denke die kiebige Antwort ging Richtung Medien und deren Experten (@sebparker eventuell hoffentlich an die linken Antideutschen ;), denen das Runtermachen natürlich Schlagzeilen und Auflage bringt und die sich gerne dann bestätigt sehen wollen. So kiebig find ich die Aussage eh nicht: Kroos hat das Tor explizit auf seine Kappe genommen, dann kann er explizit sagen, dass das eben eine Situation von hunderten ist. Sicherlich induziert vom Interviewer der gestern mit jedem Spieler noch irgendein Haar in der Suppe suchen wollte.

Apropos Haar in der Suppe: Wenn sich Kroos nach dem Spiel die Haare intensiv die Haare richtet, dann ist das doch egal.
Drauf gestoßen denke ich, dass er mit dem Tor in die CR7-Liga vorstößt - nervenstark mit Aufleger eine technische Meisterleistung zu vollbringen und dem Team den Tag zu retten. Das bringt direkt Follower, Werbemillionen, Vereinsangebote. Sei ihm gegönnt und dann soll er auch nicht wie ein zerrupfter Waldschrat in die mixed zone.

Zu Löw noch - der ruht tatsächlich in sich und zieht sein Ding durch. Kann mir gerade keinen anderen vorstellen, der nach der Schnupperepisode so gelassen bleibt. Meine Freundin machte mich gestern darauf aufmerksam dass er grad seine Popel…spielt keine Rolle.
Da gab’s auch eine Szene wie er aus den Katakomben kommt und dabei den Arm um Özil legt. Wunderbar, denn wenn man die Kritik an Özil nicht positiv kanalisiert kriegt und ihn k.o. in der Ecke liegen lässt, bringt’s ja auch nichts.

PS: England, England, England, England, England! Loftus-Cheek ftw!

Kiebig? Was ist denn kiebig?

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Eine gewohnt tolle Folge.
Riesen Respekt wie schnell Du die Folge veröffentlicht hast.

Gefreut hätte ich mich wenn die Szenarien für den letzten Spieltag noch durchgespielt worden wären.

Mein erster Gedanke bei dem Kros interview war auch, naja wirkt schon eher Arrogant und seinen Fehlpass sollte er nicht so einfach über die Quote abtun.

Mein nächster Gedanke ging in eine ähnliche Richtung wie Bei Warp. Diese unsympathische CR7-Arroganz führt wohl zu Eiern. Die Eier mit denen er zum Freistoß geht, mit der Sicherheit den mache ich.

PS: ENGLAND… habe zeitgleich den Kurzpass gehört. Das 6:0 viel zwei Minuten nach der Aussage: "Ich glaube jetzt nicht das England sechs Tore schießt.

Ich würde es mit vorlaut übersetzen, vielleicht frech, unverschämt

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Also erstmal ganz großen Respekt dafür so kurz nach einem Spiel so eine Sendung zu erstellen.

Ich fand eure Analysen sehr treffend. Das hat sich z.B. daran gezeigt, dass ich mehrmals die Situation gab, daß ich beim hören an xy dachte und kurz danach habt ihr genau darüber gesprochen. Z.B.die Frage warum Boateng da vorne “rumturnt”.

Wobei ich über Boateng euch noch etwas mehr sprechen hätte hören wollen :wink: Ich fand ihn reichlich von der Rolle, einige Aussetzer, der Fast-Elfer der eigentlich ein Muß-Elfer war, die zwei dämlichen Karten und das schon erwähnte “Vorne rumgeturne”.
Meiner Meinung nach ging auch wieder zu viel über rechts aka Bayernstyle. Das habt ihr etwas anders gesehen.

Was ich mich aber frage, übrigens auch schon beim ersten Spiel, warum eigentlich “niemand” über die Leistungen bzw eher Nicht-leistungen von Gündogan bzw Khedira spricht. Ihr hattet das jeweils ganz kurz angesprochen, aber sonst ist das Medial irgendwie kein Thema

Als kiebig hat Ole Kroos’ Aussagen bezeichnet. Kiebig ist ein etwas schwierig festzumachender norddeutscher Begriff und bedeutet (in der mecklenburger Gegend) in etwa…hm, ich würde ihn mit dem bayrischen grantlig vergleichen, aber mit bösartigem Beigeschmack. Während bei granteln Gemütlichkeit/Gutmütigkeit mitschwingt (tut es doch, oder?) tut es das bei kiebig definitiv nicht, das ist schon zu direkt, zu unhöflich, defintiv undiplomatisch und damit negativ.

edit: da fällt mir auf dass die Aussagen nach der Definition vielleicht doch kiebig waren. Ich empfand das aber eher als Klartext denn als Auskeilen (ymmv).

Hallihallo,

wollte mal auf eure Gündogan Kritik und auch auf eure Boateng Kritik in der Folge eingehen:

Gündogan: Finde den Vergleich zwischen Gündogan und Rudy, den ihr gezogen habt (habt ihr doch oder bringe ich da jetzt was durcheinander…im Moment des Schreibens werde ich unsicher…) reichlich unfair: Mit Gündogan auf dem Platz musste die deutsche Mannschaft direkt einem Rückstand hinterherrennen, was natürlich eine andere Positionierung des zweiten 6ers erfordert. Dieser kann sich dann halt nicht mehr so konsequent in die Abwerreihe eingliedern, um Konter abzufangen, da er vorne gebraucht wird bzw. den Zehnerraum/Zwischenlinienraum besetzen muss, vor allem da kein Özil spielt, der normalerweise genau dafür zuständig ist. Reus, Draxler und Müller tendieren dann halt doch oft eher Richtung 16er und letzte Linie. Und in diesen Bereichen kann Gündogan natürlich nicht so gut angespielt werden und kann selbst nicht so viel Einfluss auf das Spiel nehmen wie auf der 6.

Und im Prinzip ist das auch so bisschen meine Kritik an eurer Boateng Kritik: Gündogan muss den Zehnerraum besetzen, weil es sonst niemand (konstant) tut, also ist von den 6ern für den Aufbau nur noch Kroos da. Wenn das der Fall ist, hat man ja aber gerade gegen Mexiko gemerkt, wie schnell das unterbunden werden kann. Also muss man eine weitere Aufbaumöglichkeit finden über halbrechts und das kann dann eigentlich nur noch Boateng sein. Dadurch bleibt der Aufbau über Kroos gefährlicher, weil die Schweden nicht nur ihn aus dem Spiel nehmen müssen und der Aufbau über rechts wird auch gefährlicher, weil er überhaupt stattfindet. Dann kann aber Boateng auch nicht nur halbrechts stehen und immer wieder den selben Flugball auf links spielen, sondern muss eben auch mal andribbeln/in die Formation reindribbeln, einfach um Varianz zu erzeugen, da die Verteidigung sich sonst zu leicht darauf einstellen kann. Vielleicht war er da hin und wieder zu forsch und hat seine aktuelle Rückwärtsbewegung mit der von vor zwei Jahren verwechselt, aber er ist eben auch IV.

Also zusammenfassend glaube ich, dass das Problem tatsächlich darin bestand, dass Özil nicht gespielt hat, somit Gündogan diese Rolle etwas übernehmen musste, was nicht komplett zu ihm passt und dann Boateng Gündogans Rolle übernehmen musste, die eben auch nicht ganz gepasst hat. (Und beide haben wohl trotzdem nicht ihren besten Tag erwischt, was aber noch blöder ist, wenn man eine unpassende Rolle spielen muss)

@Warp aus deiner Beschreibung würde ich jetzt sowas wie motzig/patzig als “Übersetzung” vorschlagen? Trifft es das?

Das sehe ich etwas anders. Löw hatte sich meiner Ansicht nach ganz bewusst dafür entschieden, ein wenig geordneter von hinten aufzubauen und dabei defensiv auch abzusichern. Schon allein deshalb, um Kroos ein klein wenig die nötige Sicherheit zu geben. Gündogan ist gekommen und hat die Özilrolle übernommen … die im Grunde ja schon besetzt war. Es wurde eher ein 6er/8er gebraucht und kein weiterer 10er. Und hier sehe ich auch einen Teil unserer Probleme gestern: Wir standen uns zu sehr auf den Füßen, haben uns selber den Platz genommen. Erst recht, wenn Boateng noch meinte, den Spielmacher zu machen. Meiner Ansicht nach zuviel Druck. Von den Spielern gut gemeint, aber ich glaube nicht, daß das Löws Plan war

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Hatte nicht den Eindruck das der 10er Raum nicht besetzt war. Zwar nicht konstant durch den gleichen Spieler, einer der Offensivspieler hat ihn aber immer besetzt und war anspielbar.

Damit hast Du durchaus einen guten Punkt, der mich allerdings auf Gündogan zurückführt. Bleibt Gündogan auf seiner Sechserposition wäre das sein Job, und wir hätten noch die Absicherung dahinter gehabt. Mit den Innenverteidigern hinter sich kann er sich den einen oder anderen Risikopass mehr erlauben. Egal welcher Spieler, wenn der letzte Mann ins Dribbling geht wird es immer brandgefährlich wenn es schief geht.

Ich möchte auch nochmal zu den Aussagen zu Kroos und seinem Auftreten geben. Ich kann nicht ganz verstehen, an ihm dieses eintönige, glatte Image des DFB zu kritisieren. Die Aussage “ich spiel 400 Pässe, davon sind auch 2 scheiße” finde ich als angenehm selbstbewusst, und überhaupt nicht floskelhaft. Die Standardaussage wäre doch gewesen: “Natürlich muss ich das Gegentor auf meine Kappe nehmen und mich bei meinen Mitspielern entschuldigen. Ich werde daraus lernen und im nächsten Spiel ganz anders auftreten”. Er sagt sich: Leckt mich, ihr habt doch gerade gesehen, was ihr an mir habt. Ich bin Weltmeister, 4x CL-Sieger und rette euch hier den Allerwertesten. Und dass er sich das Haar richtet anstatt aufgedreht rumzuhüpfen zeigt für mich auch, dass er die Lage richtig einschätzt. Es war ein Vorrundenspiel, das Achtelfinale ist noch nicht sicher, wir haben hier nichts erreicht, back to business.

Man muss nicht alles toll finden, was der DFB und seine Nationalspieler so machen, aber Kroos hat in beiden Matches das Spiel an sich gerissen und Verantwortung übernommen. Er geht mittlerweile mit einem Selbstverständnis in das Spiel, dass er der wichtigste Spieler in dieser Mannschaft ist und das dann auch abruft. Ihn schockt nichts mehr, auch seine eigenen Fehler nicht. Dies tun Özil oder auch Khedira trotz gleicher Erfahrung einfach nie, die meistens eher schwächer werden, wenn das Spiel nicht nach Plan verläuft.

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Bei seinem Spruch mit den Pässen muß ich immer an Heiko Westermann denken. Ein guter Innenverteidiger! Allerdings immer 1-2 Böcke pro Spiel und damit immer wieder für ein Gegentor gut. Und damit eher ein Problem. Kroos spielt weiter vorne, von daher sollte die Brisanz nicht so sein, wie bei einem Abwehrspieler. Aber wenn er sich diese Böcke immer wieder leistet, dann muß er abgesichert werden

Großes Thema im Rasenfunk und meiner Twitterblase ist ja die schleichende Entfremdung der Deutschen mit ihrer Nationalmannschaft. Gern werden da die Stichworte Kommerzialisierung, Überinszenierung oder Kunstprodukt als Gründe genannt. Der Kommentar von Gianni Costa bei rp-online wird da gerade bei Twitter wild kopfnickend herumgereicht. Gebe ja Euch und Allen Recht mit der Kritik an Bierhoff und seiner Nationalmannschaftsvermarktung, glaube aber nicht daß dieser der Grund für das kühlere Verhältnis zu “Der Mannschaft” ist.
Es fehlen einfach die Typen die die Verbindung zwischen Nationalmannschaft und den Zuschauern herstellen. Poldi und Basti haben das jahrelang geschafft und so allen ein gefühltes Näherdrannsein ermöglicht. Nur Müller könnte diese Rolle ausfüllen, hadert aber mit dem Fußballgott derzeit und kann so nicht die lockere, flapsige Nähe zum Fußballvolk herstellen. Ist halt am Ende doch eine Unterhaltungsindustrie und die lebt nun mal von aufregenden Protagonisten.
Das Problem haben ja auch fast alle Bundesligisten, was wird aus Bayern wenn mal Ribery weg ist, wer ist die Schalker Identifikationsfigur…
Ich glaube man macht es sich zu einfach nur in der “Vermarktungsstrategie” den Fehler zu suchen.

Das ist richtig, aber dazu gehört auch, dass der DFB den Zugang zu den Nationalspielern so verknappt und konformisiert, dass eine gefühlte Nähe zu den Spielern fast unmöglich wird.

Hervorragendes Beispiel gerade Marco Reus, der eine sehr gute Pressekonferenz gegeben hat. Meinem Gefühl nach würden ihm die Herzen zufliegen, ließe man ihn mal reden, gäbe es mal längere Interviews mit ihm. Er ist gerade DIE positive Geschichte der Nationalmannschaft, aber nur auf PKs können ihm Fragen gestellt werden und dann kommt nicht mal jeder dran:

Ja, Podolski hat auch mal auf einer PK einen rausgehauen und wurde dafür gefeiert. Damit war er aber der letzte seiner Art. Die neue Generation an Spielern ist deshalb aber nicht mehr oder weniger für Identifikation geeignet, sie sucht sich nur neue Räume, in denen es möglich ist, sich ihnen nah zu fühlen. Und der DFB findet das gut.

Beispiel für einen dieser neuen Räume für Nähe zu Spielern (auch glattgebügelt, aber anders): https://www.theplayerstribune.com/en-us/articles/julian-draxler-germany-the-garden