Schlusskonferenz 200 – #15


#1

Ich habe mit den Gästen Mischa (@ZerstreuungFussball) und Tim Rieke (Spielverlagerung.de) über den Spieltag und den SC Freiburg gesprochen. Bin gespannt auf euer Feedback.


#2

Eine sehr taktiklastige Sendung, da beide Gäste mit einem ähnlichen Fokus die Bundesliga verfolgen. War daher schon ein kleines Monster für mich, wodurch ich ab und an nicht mehr mit voller Aufmerksamkeit beim Gespräch war.

Ich hab noch einen Einwurf zum SCF: Es ist ja ein allseits etabliertes Narrativ, dass Freiburg (gern) mit einem “Für die Möglichkeiten, die sie haben, machen sie es echt gut” beschrieben wird. Finde ich auch, allerdings nur was den reinen finanziellen Rahmen angeht. Zu den oft zitierten “Möglichkeiten” gehören für mich auch Infrastruktur, Konstanz in der Vereinsführung und im Trainerteam, der gute Ruf als ruhiger Ausbildungsverein und Sprungbrett für Talente sowie die jahrelange Erfahrung (recht locker) Ab- und Aufstiege wegzustecken. Das sind doch teilweise Faktoren, die man anderen Vereinen einer vergleichbaren Kragenweite voraus hat, oder nicht? Deshalb finde ich Freiburgs Möglichkeiten durchaus groß. Habe das Gefühl, dass man sich manchmal hinter dem Narrativ eines “kleinen Vereins” versteckt. Kann natürlich auch Strategie sein. Persönlich würde ich mir nur wünschen, dass der Verein mit einem anderen Selbstbewusstsein auftritt.


#3

Hi,

ich finde deinen Punkt nicht abwegig, denke aber, dass die Konstanz auf einigen Posten eben auch die begrenzten Möglichkeiten erklärt werden könnte. Ein unglücklicher Abstieg ist eben noch im Rahmen. Gäbe es mal eine Saison, in der die Mannschaft tatsächlich unter den Möglichkeiten spielen würde - sagen wir eine Punktausbeute wie Köln letzte Saison - dann bin ich mir nicht sicher, ob Trainerteam und Verantwortliche für Transfers unhinterfragt bleiben würden. Meine These wäre also: die Konstanz bei Vereinsführung und Trainerteam kommt durch die Übererfüllung der realistisch begrenzten Erwartungen über Jahre hinweg, Noch kürzer: Nicht Erfolg durch Konstanz, sondern Konstanz durch Erfolg. Obwohl das sicher auch eine festigende Wechselwirkung mit sich bringt.

Beim Thema Infrastruktur kenne ich mich leider nicht genug aus und kann nicht beurteilen, wie das im Vergleich zu Hamburg, Mainz, Hoffenheim, Augsburg, Heidenheim, usw aussieht.


#4

Ging mir auch so. Aber es gibt ja auch genug Taktik-Nerds, die wird es gefreut haben :slight_smile:


#5

Ich fühlte mich in meiner Einschätzung von neulich bestätigt: Menschen die nicht häufig Hannover schauen haben diese Saison immer den Reflex zu sagen “die haben von allen noch den stärksten Kader” etc. Ich bleibe dabei: Jenseits von Wimmer/Schwegler/Walace/Füllkrug und Bebou (den ich auf Grund der Verletztung beim Stammpersonal sträflich vergessen habe) sieht es bei den Feldspielern einfach sehr düster aus.
Diese Entwicklung kulminierte jetzt nur im Bayernspiel: Max hatte ja richtigerweise Mal gesagt, dass Hannover zu viele Fehler einfache Fehler macht, die dann zu Gegentoren führen - bei Bayern dann jetzt halt mal deutlich direkt mit der ersten Aktion. Das 96 ansonsten “halbwegs sauber verteidigt” ist ebenfalls nicht richtig. Als ein Indikator vielleicht mal die Torschüsse aus den letzten Spielen: Mainz (28), Hertha (13), Gladbach (20), Wolfsburg (19). Bis auf die auf Konter lauernde Hertha zeigt das meiner Meinung nach recht deutlich, dass es in der Abwehr nicht passt. Neben Anton fehlt ein weiterer überdurchschnittlicher Verteidiger. Ich möchte die gesamte Saisonleistung wieder ungern auf den Sanè- Abgang reduzieren - aber weder Wimmer / Felipe / Elez sind verlässlich. Deshalb hat man auch die zweitmeisten Gegentore kassiert (nach Nürnberg, aber die haben ja gefühlt die Hälfte davon in drei Spielen gesammelt und diese Klatschen verzerren deren Torstatistik ein wenig). Was diesbezüglich die Aussage sollte, dass Hannover von der Tordifferenz etwas besser dasteht - hier ist man drittletzter - habe ich nicht verstanden.
Von daher fande ich gut, dass Max das Gespräch dann nochmal genau dahin gelenkt hat und bei genauerer Betrachtung dann auch die Gäste drüber gestolpert sind: Jenseits von der Papierform ist der Kader einfach zu dünn, was Breitenreiter vor der Saison angemahnt hatte. Da hat man (und ich!) sich aber von der Papierform sowie einem hoffnungsvollen Auftakt blenden lassen, aber mittlerweile ist denke ich offenbar, dass man die personellen Schwächen nicht einfach wegcoachen (ist das ein Wort?!) kann.

Das_Daw