Schlusskonferenz 216 – #25


#1

Wir haben mit Tobias Rieger (@runnertobi) und Oliver Fritsch (@OliFritsch) über den Spieltag gesprochen. Wie hat euch die Folge gefallen?


#2

Vielen Dank!

Als regelmäßiger Gast bei Hannoverliebt freue ich mich sehr über den Tobi bei Euch.

Der macht eine super Arbeit und ist zu Recht von Euch mal eingeladen.

#Danke

PS: Leider in “traurigen” Zeiten für uns Rote!


#3

Hallo Max!

Erstmal ein Dankeschön für Deine Sendungen, die in schöner Regelmäßigkeit veröffentlicht werden. Dein Podcast gehört zum festen Bestandteil meiner Playlist.

Zur Sendung möchte ich eine kritische Anmerkung abgeben, weil mich immer mehr das Gefühl der Lustlosigkeit an der Bundesliga heim sucht. Spätestens bei der Aussage von Oliver Fritsch zum Thema Bayern München und “wahrscheinlicher” siebten Meisterschaft konnte ich nur noch den Kopf schütteln. Ich meine damit nicht Oliver Fritsch als Person, sondern seine Aussage. Er führt an das es eine Blamage für die Bundesliga wäre, wenn Bayern dieses Jahr mit mehreren Punkten, zwei oder drei Spieltage vor Ablauf der Saison wieder einmal Meister würden, da sie in der Hinrunde geschwächelt haben und es niemand aus der Konkurrenz vermag diese Phase des Umbruchs auszunutzen. Schließlich gäbe es ja einige solvente Vereine in der Liga, die finanziell als auch potentiell was den Kader angeht, eine solche Chance ausnutzen könnten.

Dem möchte ich vehement widersprechen! Mit einem aktuellen Kaderwert von rund 770 Mio Euro verfügt der FC Bayern mit Abstand über den teuersten Kader in der Liga. Mit 170 Mio Euro Abstand folgt die Borussia aus Dortmund, mit 340 Mio Euro der RB Leipzig und zu Bayer Leverkusen klaffen schon 390 Mio Euro. (Quelle: Transfermarkt.de)

Schaut man sich die Umsatzzahlen der jeweiligen Vereine an, dann führt dort ebenfalls der FC Bayern München mit sehr weitem Abstand. Die Gesamteinnahmen in der Saison 2017/18 beliefen sich auf über 657 Mio Euro, während die Verfolger Borussia Dortmund (536 Mio Euro) und RB Leipzig (217 Mio Euro) beispielsweise weniger Einnahmen als der Klassenprimus. Von finanzieller Augenhöhe kann hier also nicht die Rede sein. Geht man das Thema aus Blickrichtung der Kader an, so ist jetzt schon offensichtlich und teilweise auch schon öffentlich gemacht worden, das von der potentiellen als auch finanziellen Konkurrenz Schlüsselspieler bzw. kommende Spitzenspieler abgeworben wurden / werden. Von der Seite aus ist also auch keine wirkliche Konkurrenz zu erwarten.

Die Bundesliga ist einfach tot langweilig geworden, eben weil es nur noch um Geld geht. Und wer die besten Deals in der Vergangenheit abgeschlossen hat, der steht heute wie Persil in der Sonne da. Das man damit argumentiert, nach dem Motto die Liga solle schämen wenn Bayern dieses Jahr wieder Meister wird, dem muss ich leider sagen das er das eigentliche nicht vollumfänglich betrachtet. Schaut man in den Medien findet dort nur noch der FC Bayern statt. Da kann Freiburg vor ein paar Wochen ein Wahnsinns-Spiel gegen Augsburg abgeliefert haben, es ist den Medien (speziell den Hofberichterstattern Helmer und Wontorra) kaum ein paar Worte wert. Im Gegenteil, wenn die Kaffeemaschine von Nico Kovac ausfällt wird darüber diskutiert, getwittert, gefaselt und philosophiert bis es kein Morgen mehr gibt. Allein aus diesem Grunde schätze ich den Rasenfunk sehr, weil er dieses Spiel nicht mit macht.

Vor 5 Jahren wurde es offensichtlich, das die einzigen Nutznießer von TV-Geldern, Sponsor- und Medienverträgen nur einer sein wird - der FC Bayern München. Und das kristallisiert sich nun immer mehr heraus. Anstatt diesem ganzen finanziellen Wahnsinn einen Riegel vor zu schieben und den Wettbewerb Bundesliga zu retten, setzen sich genau diejenigen ins Boot und verbrüdern sich, die damit das meiste Geld abgreifen können.

Ich war jahrelang begeisterter Fußballfan, mit Heim- und Auswärtsfahrten, egal ob Liga 1 oder Liga 2. Irgendwann ließ die Begeisterung nach. Und heute? Heute interessiert mich nicht mal mehr ein Spieltag, egal ob Meisterschaft, Pokal, Champions League oder Euro-League. Ich muss gestehen, einen Anteil an meinen Verdruss haben auch die 3 Sendungen von Max zum Thema Football-Leaks, die meine Befürchtungen und Ahnungen nur bestätigten. Bayern München ist wie in den anderen Ligen der Konkurrenz uneinholbar entwichen. Lediglich international kann der FCB nicht mehr mit mischen, eben weil andere Vereine den Bogen noch weiter überspannt haben als es hier in Deutschland passiert ist. Hier bekommen die tollen Bayern genau das vor Augen geführt, was sie in der inländischen Liga angerichtet haben. Mit sehr viel Geld die Konkurrenz kaputt kaufen um immer wieder als erster an den Trögen zu erscheinen um noch mehr Futter abreifen zu können. Für mich ist die Bundesliga gestorben, uninteressant und einseitig geworden. Lediglich den Rasenfunk genieße ich weiterhin aufgrund seiner interessanten Gespräche, Themen und Informationen.


#4

Wieder eine ganz tolle Folge und diesmal sogar mit dem für mich richtigen Schwerpunkt :wink:

Leider muss ich @OliFritsch in seiner Aussage “du kannst Weydandt nicht in die Bundesliga holen und glauben, der würde das retten” (ca. 1:48:00) ist eine ex post Betrachtung, die einfach faktisch falsch ist. Weydandt wurde nicht geholt um irgendwas zu retten, sondern als günstiger Ergänzungsspieler mit Identifikationspotential. Ich kann mich nur wiederholen, dafür, dass ihm binnen kurzer Zeit so viel Verantwortung vor die Füße fällt, kann er nichts. Aber trotz seiner technischen Limitationen sähe es ohne ihn absolut düster aus. Daher finde ich diese Label der “Cinderella-Story” auch so ätzend, weil es den Spieler auf seinen ungewöhnlichen Weg in den Profikader reduziert. Klar hat er in der Bundesliga nur drei Tore geschossen, aber dass die Mannschaft kein Spiel nach vorne hat (was ihm als Stürmer abschlüsse ermöglichen würde) oder vernünftige Standardsituation eingeübt werden (die er mit einer Größe ggf. gut abschließen könnte) ist ihm ebenfalls nicht anzulasten. Er haut sich rein und rechtfertigt seine Verpflichtung absolut. Dass er den Karren nicht allein aus dem Dreck ziehen kann ist zwar richtig, aber welcher nominelle Bankstürmer der hinteren Bundesligisten könnte das in einer völligen dysfunktionalen Mannschaft denn auch von sich behaupten?
Ich finde die Weydandtkritik daher auch unpassend, um die gescheiterte Transferpolitik zu erklären (wie es von Oli in der Folge ja auch getan wurde). Weydandt ist von den neuen Spielern sicherlich einer der wenigen, die die an sie gestellten Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen haben. Da sind mit Wood, Wimmer und Co. ganz andere Namen zu nennen. Walace hat nur phasenweise überzeugt, aber Weydandt ist vielleicht neben Muslija zum jetzigen Zeitpunkt der beste Transfer (“beste im Sinne von Erwartungen erfüllt”.)
Dass er zudem nicht in den U-Mannschaften gespielt hat, ist ja genau seine Stärke. Hannover konnte ein “Schnäppchen” machen und hat trotzdem einen pasablen Spieler gekauft, der die Kaderoptionen mit geringem Mitteleinsatz sinnvoll ergänzt. Vermutlich ist es nicht der nächste Mario Gomez, aber Hannover hat damit quasi aus dem nichts ein “asset” generiert, welches für den Kader enorm wichtig ist. Denn wenn ich mir die vielen Leihspieler im Kader anschaue, an deren Marktwertentwicklung Hannover nichts verdient (die sich im Moment eher in Grenzen halten dürfte), hat man hier einfach einen Spielerwert generiert für den man kaum etwas bezahlen müsste und der perspektivisch (2. Liga) ggf. von unschätzbarem Wert ist bzw. nach seinem Debüt auch nicht unverkäuflich ist. Dass er zudem als Spieler aus der Region Hannover nicht nur die “Regionalklausel” (4 Spieler aus der Region) zu erfüllen hilft, sondern auch dabei hilft, dass nicht alle Fans von Bord gehen, ist dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Ich bitte dies nicht als persönliche Kritik aufzufassen, weil es mir nur um die Aussage geht! Ich finde aber, dass aus den genannten Gründen Weydandt einfach der falsche Haken ist, um die 96 Misere daran aufzuhängen. Als letzte nominelle Sturmoption im Kader zu Beginn der Saison ist dem jungen kein Vorwurf zu machen und vielleicht steht einem bei dieser Sichtweise das in den Medien breit getretene “Cinderella”-Labeling auch einfach im Weg.

Das_Daw


#5

Mir ist die Kritik an der Bundesliga in dieser Folge etwas zu groß gewesen. Letzte Saison war die Bundesliga für mich, vor allem in Richtung Saisonende, immer uninteressanter. Es gab weder einen Titelkampf noch einen interessanten Kampf um Europa. Hinzu kam ein spielerisch sehr geringes Niveau. In dieser Saison erkenne ich dahingehend aber eine positive Tendenz. Düsseldorf stellt als Aufsteiger eine klare Bereicherung in der Liga dar. Dortmund, Frankfurt und Leverkusen zeigen nach den Trainerwechseln im Sommer/ Winter spektakulären Fußball. Bei Gladbach, Hertha, Wolfsburg und (besonders zu Ende der Hinrunde) Mainz haben die Trainer die Mannschaft weiterentwickelt und zeigen ebenfalls ansehnlichen Fußball, auch wenn dies bei allen vier Mannschaften zuletzt etwas abflachte. Mit Hoffenheim und Werder kommen dann noch 2 Mannschaften hinzu, bei denen man vor dem Spiel schon weiß, dass mit ziemlicher Sicherheit einige Tore fallen. Natürlich gibt es auch einige uninteressantere Teams, aber die gibt es in jeder Liga. Die angesprochenen Barcelona und ManCity spielen offensichtlich besser als Mainz und Gladbach. Als jemand, der viele internationale Spiele sieht, bietet die Bundesliga nach der Premier League aktuell nahezu die höchste Attraktivität. In La Liga gibt es ein paar interessantere Mannschaften, aber der die halbe Liga umfassende Abstiegskampf spricht schon Bände in Bezug auf die Qualität der unteren Tabellenhälfte. Ähnliches ist aktuell in der Serie A zu erkennen, wobei hier die Duelle der großen 6 noch herausragen. Die Ligue 1 wird gerne belächelt, aber, während das Niveau zugegebenermaßen nicht immer so hoch ist, bietet diese Liga doch in hoher Regelmäßigkeit sehr anschauliche Spiele. Andere kleine Ligen, wie die Eredivisie oder Liga NOS, machen ebenfalls großen Spaß. Worauf ich hinaus will: Die Attraktivität der Bundesliga liegt meiner Meinung nach in einem guten Bereich. Die Qualität in der Spitze ist in anderen Ligen etwas höher, dafür hat die Bundesliga hinter der Premier League die wohl beste untere Tabellenhälfte (Teams wie Nürnberg oder Hannover gibt eigentlich in jeder Top-Liga). Stellt man sich eine Liste der attraktivsten Spiele des Wochenendes zusammen, ist manchmal trotzdem kein Bundesliga-Spiel dabei, was aber einfach auch an der gestiegenen taktischen Qualität kleinerer Teams liegt. Betis oder Atalanta gehören mittlerweile zu den spielerisch interessantesten Teams. Teams außerhalb der Top-Ligen, wie Braga, Ajax, Krasnodar, Genk, Midtjylland, Young Boys Bern oder LASK Linz spielen teils wunderbaren Fußball. Vor allem in diesen kleinen Ligen steigt das taktische Niveau zunehmend.
Und zum Thema Bayern wird wieder Meister (vorausgesetzt das passiert tatsächlich): Diese Saison ist Bayern spielerisch zwar nicht sonderlich positiv hervorzuheben, aber ein Lauf von 12 Siegen aus 13 Spielen ist trotzdem großartig und macht sie zu einem der (auf dem Papier) formstärksten Teams Europas. Bei einem Punkteschnitt von 2,8 Punkten auf 13 Spiele gesehen ist es klar, das der Vorsprung von Dortmund schrumpft. Das dies zum gleichen Zeitpunkt der Dortmunder Krise passiert, ist als unglücklich zu betrachten. Immerhin gibt es endlich mal einen Meisterschaftskampf. Wenn BVB und FCB am Ende der Saison höchstens 8 Punkte auseinanderliegen, wäre das der geringste Wert zwischen Erstem und Zweiten in der gesamten Liga-Siegesserie der Bayern. Nach Abständen von 17 und 15 Punkten sollte man das eigentlich als Erfolg werten, genauso wie den Fakt, dass Bayern diese Saison nicht übermächtig scheint. In der Serie von 12 gewonnenen Spielen aus 13 war auch immer wieder Glück mit dabei. Zudem darf nicht vernachlässigt werden, dass mit Hannover, Stuttgart, Nürnberg, Schalke und Augsburg auch die 5 schwächsten Teams der Liga Teil dieser Serie waren. Gute Teams wie Wolfsburg oder Hoffenheim lieferten ausgerechnet gegen Bayern die (mit) schwächsten Leistungen der Saison ab, während Gladbach im absoluten Formtief und Frankfurt nach einer kräftezehrenden Hinrunde kam. Spielt Bayern zu einem anderen Zeitpunkt gegen diese Teams, könnte es jetzt auch anderes stehen. Das ist natürlich nur hypothetisch, aber sollte Bayern diese Saison doch noch den Titel gewinnen, sollte man nicht mit Resignation aus dieser Saison gehen, sondern eher mit der Hoffnung, dass Bayern tatsächlich schlagbar ist, denn das wurde diese Saison auch mehr als offensichtlich. Dabei ist nicht mal die Schwäche Bayern ausschlaggebend, sondern vor allem die Stärke Dortmunds in der ersten Saisonhälfte. Die 42 in der Hinrunde geholten Punkte hätten die letzten beide Jahre zur Herbstmeisterschaft gereicht.
Die Bundesliga scheint vielleicht an Attraktivität eingebüßt zu haben, das war aber meiner Ansicht nach vor allem in den vergangenen Jahren der Fall. Dieses Jahr geht es eigentlich wieder bergauf, aber mich beschleicht das Gefühl, dass all das bei einem Bayern-Titel in Vergessenheit gerät, was ehrlicherweise sehr schade wäre.


#6

Einen kurzweilige, weil launige Sendung. Aber auch ich würde mich mal in den Anti-Bundesliga-Bash mit einklinken.

Im Mainz-BMG Segment meinte Oli Fritsch, er hätte das Interesse verloren, weil nebenbei ManCity und Barca gespielt haben und es deutlich attraktiver war. Ja, ich meine, was soll man mit der Aussage anfangen? Da spielen eben Barca und ManCity, die sich beide auf den Weg machen, die CL zu gewinnen. Das war mir zu großen Teilen sehr plakativ und grundlos auf die BL eingedroschen.

Persönliche finde ich die derzeitige Saison eine der attraktivsten seit vielen vielen Jahren.


#7

Hallo lieber Herr Ost,

Ihre Erwähnung des Podcast von Miasanrot ist super. Den Podcast bei Lottes Erbinnen finde ich persönlich aber noch besser (ist etwas länger und ausführlicher). Daher fände ich es nur fair, wenn Sie auch diesen erwähnen (Absicht unterstelle ich Ihnen nicht).

Grüße,

Novice.


#8

Stimme dir da voll zu.

Ich tue mich außerdem sehr schwer mit dem Narrativ der Umbruchsaison beim FC-Bayern. Ich sehe keinen großen Umbruch den die Bayern vor der Saison vollzogen hätten. Klar haben sie in Kovac einen neuen Trainer installiert, aber er konnte doch im wesentlichen mit dem Kader der letzten Jahre weiter arbeiten. Der einzige “Stammspieler” der vor der Saison verkauft wurde ist doch Vidal oder? Dessen Abgang hat man mit Goretzka ganz gut kompensiert wie mir scheint. Dazu noch Gnabry zurück geholt der auch mit ordentlichen Leistungen überzeugt… Ich sehe da beim besten Willen keine große Umbruchsaison. Da hatte der BVB in meinen Augen den größeren Umbruch.
Das ändert zwar nichts an der Tatsache, dass die Bayern dieses Jahr mehr schwächeln als die letzten Jahre, gerät in meinen Augen bei der Beurteilung der Konkurrenz und der Ligasituation oft etwas zu kurz. Ich finde von einem Umbruch kann man eher beim BVB sprechen die mit Witsel, Diallo, Alcacer, Delaney, Hakimi und nicht zuletzt Favre, nachweislich deutlich mehr neue tragende Säulen in die Mannschaft integrieren mussten


#9

Gerne duzen, bitte. Ich duze ja auch die Hörerinnen und Hörer.

Ich habe den bei Lottes Erbinnen einfach noch nicht gehört und empfehle in der Regel nur, was ich auch selbst konsumiert habe. Es geht nicht um Vollständigkeit, sondern um meine persönliche Empfehlung.


#10

Weil das auch kommunikativer Blödsinn vom FC Bayern ist. Da hieß es vor der Saison nie wirklich, dass es jetzt einen Umbruch gibt sondern dass man mit dem Kader noch einmal voll angreift, einzelne Spieler noch mal besser machen will. Erst als die Schwächephase in der Hinrunde kam und die medialen Breitseiten über die Transferpolitik auf den FC Bayern einprasselten fing Hoeneß im Zuge der GG-PK an von Umbruch zu reden und hat nie wieder damit aufgehört. Das ist mehr “Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt” als ein großangelegter Plan.


#11

Das stimmt. Umso verwunderlicher, dass das von vielen Medien so geschluckt und flächendeckend wiedergegeben wird. Stattdessen sind jetzt die Dortmunder die “dummen” die es TROTZ des massiven Umbruchs bei den Bayern geschafft haben den achso großen Vorsprung mit ihrer achso erfahren, eingespielten Mannschaft zu verspielen. Da geht mir echt das Messer in der Tasche auf. :triumph:
Oder habe ich da die schwarz-gelbe Brille zu fest auf der Nase sitzen? :sunglasses:


#12

Der generelle Zynismus über den Meisterkampf in der Bundesliga nervt mich auch unglaublich seit Jahren. Es wird einfach immer gejammert. Hat Bayern 9 Punkte Vorsprung, ist es total langweilig. Hat Bayern genauso viel Punkte wie Dortmund, ist es auch total langweilig, weil die anderen ja noch einbrechen. Hat Bayern 9 Punkte Rückstand, ist es auch nicht spannend, weil es ja 9 Punkte Rückstand sind. Es ist nun mal der fucking FC Bayern, der wie hier angeführt ist, doppelt soviel wert ist wie Dortmund. Letztes Jahr waren es 21 Punkte Rückstand von Dortmund auf Bayern zum gleichen Zeitpunkt der Saison. Und Bayern hat nur 6 Punkte weniger als 2018. Wo ist das nicht spannend und gleichzeitig niveauvoll? Es ist im Prinzip die genau gleiche Situation wie letztes Jahr in der Serie A mit Juventus und Napoli. Und was hat die deutsche Sportjournaille neidisch auf den Stiefel geblickt?

Dortmund hat natürlich gerade eine schwache Phase hinter sich. In dieser haben aber die meiste Zeit Reus, Piszczek, Zagadou, Alcacer und Akanji gefehlt. Man entferne einmal Süle, Hummels, Kimmich, Gnabry und Lewandowski aus der Start11 der Bayern. Am 28. Spieltag ist ein Spiel, worauf doch alle hoffen. Klar, Bayern kann dann mit 6 Punkten Vorsprung rausgehen und die Meisterschaft ist durch. Aber das ist nun mal das System. Die Premier League ist seit 2015 auch jedes Jahr 5 Spiele vor Saisonende entschieden. Die La Liga genauso, die Serie A bis auf letztes Jahr auch, und die Ligue 1 sowieso.

Ich muss zugeben, dass ich nur noch wenig Bundesliga live schaue. Das hat allerdings eher mit dem eigenen, neuerdings zweitklassigen Club zu tun. Spiele mit Frankfurt, Werder, Gladbach, Leverkusen, Dortmund und den Bayern sind eigentlich immer toll anzusehen und taktisch, technisch auf einem höheren Niveau als in den letzten drei Jahren. Dass es nun noch einen Meisterkampf gibt, sollte jeden deutschen Fan erstmal zufrieden stellen.


#13

@nacho

Fairerweise muss man sagen, dass in der Hinrunde der BVB wieder in Höhen gehyped worden ist, wo sie nicht hingehörten und auch nicht wollten. Das ist im allgemeinen diese seltsame Hybris des deutschen Journalismus, himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt. Du sagst es ja absolut richtig, als es den Anschein erweckte dass der FC Bayern die Schwächephase nutzen könnte, fing das jammern wieder an.

Natürlich haben wir keine Glaskugel mit Blick in die Zukunft, aber ich empfinde die “Ruhe” die es zurzeit an der Säbener gibt als sehr fragil. Wir sind auch noch gar nicht in der Phase der Rückrunde in der seit 6 Jahren weite Teile des Kaders aufgrund der Verletzungsanfälligkeit ausgefallen sind. Jetzt lass noch die Belastung durch ein Weiterkommen gegen Liverpool noch weiter steigern dann… wer weiss.

Was irgendwie jeder vergisst: Der BVB hat NUR noch die Liga vor der Brust, sind punktgleich mit Bayern, zwei Tore in der Differenz dahinter plus einem direkten Duell. Wie die Saison endet, liegt immer noch nicht daran ob der FC Bayern stolpert, sondern für den BVB auch darin inwieweit sie ihre Konzentration hoch halten können.

Deine Aussagen zu den anderen Ligen kann ich nur voll zustimmen, da wird auch mehr gelobt als es eigentlich zu loben gilt. Dieses Jahr ist es eigentlich, bis auf die Premier League (noch), sehr langweilig und deutlich. Genauso in vielen der kleineren Ligen.


#14

Sehr schöne Folge.

Ich fand die Kritik im Bayern Segment an der Bundesliga etwas hart. Diese Saison geht es mMn zum einen spielerisch wieder aufwaerts. Auch in der Tabellenspitze wird Bayern ja anders als von den Gästen suggeriert gefordert. Wann zuletzt waren die Bayern vom 6. bis 25. Spieltag nicht an der Tabellenspitze? Ich erwarte noch ein sehr spannendes Saisonfinale, bei dem Bayern eventuell durch das Heimspiel und das aktuelle ‘Momentum’ leicht im Vorteil sind.


#15

Insgesamt eine kurzweilige Folge,jedoch wie bereits angesprochen mit ein paar etwas zu oberflächlichen bis teils polemischen Aussagen, wie zum Beispiel im Bezug auf die spielerische Qualität der Bundesliga 18/19 und das angebliche Versagen der Liga, sollten die Bayern erneut Meister werden.

Noch zwei weitere kurze Anmerkungen:

  • Die Sache mit Thomas Doll sehe ich ganz ähnlich wie Tobias Rieger. Diese teilweise abstrus anmutende Distanz die Doll zwischen sich und die Mannschaft bringt hat meiner Meinung nach einen ganz klaren Hintergrund: Doll hat früh gemerkt, dass er 96 nicht retten wird und versucht sich jetzt hauptsächlich in eine gute Positionen für mögliche Jobs in der Zukunft zu bringen.

  • zur Kritik am angeblich rein physisch intensiven und unansehnlichen Spielstil des SC Freiburg: dieses plakative “die Rennen halt viel und kicken dafür nicht schön” ist mir wirklich zu einfach und wird dem SC nicht gerecht. Diese Reduzierung widerfährt dem SC immer häufiger, was sicher auch damit zu tun hat, dass sich die wenigsten wirklich länger und intensiver mit dem Verein beschäftigen. Nach dem Motto: “das ist halt der liebe Harmonieklub mit den rennenden Malochern.”

Ja, Spiele wie gegen die Hertha gibt es immer wieder beim Sportclub, in denen man spielerisch wenige Akzente setzt. Besonders die letzte Saison war diesbezüglich zum Abgewöhnen, was aber auch auf die gesamte spielerische Armut der Liga 17/18 übertragbar ist. Mal liegts an der Tagesform und dem verfügbaren Personal auf Seiten der Freiburger, häufig aber auch einfach an der Qualität des Gegners. Jedoch hat der SC nach wie vor wann immer möglich den Anspruch möglichst viel Fußball zu spielen, insbesondere wenn die Rahmenbedingungen (Personal, Gegner, Tagesform, Heimspiel) an diesem Tag passen - und das gelingt auch immer wieder. Hinzu kommt, dass die Lage für den SC und seine Mittel auch insgesamt zunehmend schwieriger wird und man deshalb auch immer wieder auf den spielerischen Anspruch verzichten muss, um die Klasse zu halten. Dass es diesen hohen Anspruch an das eigene Spiel beim SC unter Streich grundsätzlich dennoch nach wie vor gibt, davon bin ich überzeugt.
Gerade wenn es nicht um die blanke Existenz geht, traut sich Streich auch meiner Meinung nach häufiger zur Umsetzung dieses Anspruches gewisse Risiken einzugehen. In Anbetracht der guten Tabellensituation erwarte ich in den kommenden Wochen (natürlich immer abhängig von Form, Personal und Gegner) auch wieder einen zunehmend spielerisch mutig(eren) Sportclub.

Kurzer Nachtrag: Diese Kritk an der SC-Kritik soll auch ausdrücklich nicht nur auf die Aussagen deiner Gäste bezogen sein, sondern gilt einer von mir als solche empfundenen allgemeinen Tendenz hin zur oberflächlichen Reduzierung der fußballerischen Qualitäten und Ansprüche des SC Freiburg.


#16

Ich stoße hier mal ins gleiche Horn wie viele vor mir.
Herr Fritsch kann von mir aus sehr gerne bei seinem “Rasenfunk-Rhythmus” bleiben, zumindest wenn es um die Bundesliga geht.

Es ist schon ziemlich nervig, wenn jemand in nahezu jedem Segment der Sendung etwas findet, an dem er wieder mit dem “Bundesliga-Bashing” um die Ecke kommen kann. Dazu dann noch an einigen Stellen dieses #hihi# #gnargnar# Lachen in der #hihi# IchhabjaConnectionsInSchirikreise #hihi# Stimme. :roll_eyes:
Gespickt wurde das dann noch mit Schlagzeilensprech, klischeehaft typischen “SportFußballjournalismus”-Sprech ala “da muß der Trainer dann halt weg, geht nicht anders.” fehlte nur noch der Spruch “so sind die Mechanism halt” :roll_eyes: Dafür hat er sich ja dann bei Tedesco in wunderbarer “Heute so morgen so” Manier widersprochen…

Aber genug davon. Zum Glück gab es ja noch zwei weitere Beteiligte :wink:

Ich verstehe auch nicht warum Tedesco und die Mannschaft auf einmal jetzt sooo schlecht sein sollen. Klar sie spielen eine schlechte Saison, keine Frage und Platz 2 letztes Jahr, war sicherlich ein stück drüber aber so gravierend waren die Abgänge doch nicht. Goretzka und Kehrer. Zugänge mit Uth, Sane etc. klingen jetzt erstmal nicht nach “von 2 auf 14”. Insofern, warum sollte Schalke mit Tedesco nicht in eine dritte Saison gehen?
Davon ab war Schalke in den letzten 10 Jahren 7x in den Top 6 am Ende der Saison…

Bei der Werdereinschätzung wart ihr leider auch auf dem komplett falschen Dampfer. Ja sicher haben wir in der zweiten Hälfte der Halbrunde die großen Brocken im Programm, aber ein Blick auf die Ergebnisse hätte gezeigt, dass hier nicht von “da gehen eh die Punkte flöten” die Reden sein kann.
Gegen Bayern und Dortmund hat Werder 1:2 verloren, gegen Leipzig 2:3 und gegen Hoffenheim 1:1 gespielt. Deutlich waren da nur die Ergebnisse gegen Gladbach 1:3 und das unsägliche 2:6 gegen B04. Im Gegenzug wäre es super, wenn die steile These “Werder gewinnt gegen die MAnnschaften hinter ihnen” so stimmen würde, dann wären wir schon deutlich weiter oben in der Tabelle :wink: Nagut, vielleicht war auch die Rede von “punkten” :wink:

Den Schwerpunkt fand ich gut. :slight_smile:


#17

Hey an Alle,

irgendwie habe ich die Sendung als eine der Schwächeren,über die ganze Saison betrachtet, empfunden. Das lag aus meiner Sicht besonders an drei Dingen.

  • Insgesamt wurde kaum über die Spiele gesprochen. Es ging eher um allgemeine Dinge und den Saisonverlauf der Team.

  • Wie schon oben erwähnt, gab es ungewöhnlich viel Polemik und “Populismusartige” Aussagen. Hat mich teilweise beinahe etwas an den Doppelpass (ich nehme jetzt einfach das böse Wort in den Mund) erinnert. Alleine die Diskussion über die Nationalmanschaft und die Bayernspieler hatte ein paar Knaller dabei

  • Viele Aussagen fand ich auch inhaltlich fragwürdig. Nur Beispielhaft fand ich es doch sehr gewagt zu sagen, dass mit dem Kader von Schalke keine besser Platzierung drin ist als momentan. Im Vergleich zu Freibug, Düsseldorf usw.

Aber mir muss ja nicht jede Folge zu 100% gefallen :slight_smile:


#18

Volle Zustimmung, die Bundesliga ist öde.
Oliver Fritsch gebe ich in gewisser Weise auch recht. Es nervt mich gewaltig, dass die anderen Bundesligavereine nichtmal in Lage sind, ein etwas unsicheres Bayern München mutig anzugehen. Hoffenheim, Leipzig, Frankfurt machen ihre schlechtesten Spiele der Saison gegen Bayern. Gegen Dortmund rennen sie dann wieder wie die Hasen… Verstehe ich nicht. Genauso Gladbach oder Wolfsburg jetzt in der Rückrunde. Wann, wenn nicht in dieser Situation gehe ich top motiviert gegen die Bayern auf den Platz? Mit dieser zaghaften Einstellung bleibt in der Bundesliga alles beim alten.


#19

Schon irgendwie witzig.
Nach der Hinrunde hat sich Deutschland etwas entspannt “Ah, endlich wieder Konkurrenz um die Meisterschaft” und “Ah, wir haben mit einigen Teams international die Gruppenphase überstanden, so schlecht sind wir doch nicht” und wo stehn wir jetzt? :smiley:


#20

An Deinem Beispiel kann man doch sehr gut erkennen, das ein Umbruch wie beim BVB spielerisch nicht das hält, was sich der Verein verspricht. Die Bayern angreifen und vielleicht den Titel holen. Da wurden, wie du schon richtig gut angeführt hast, wirklich sehr gute Spieler geholt. Und da wurde auch von Herrn Zorc tief in die Tasche gegriffen. Was hat es gebracht?

Das Problem ist, der BVB hat sich mächtig verstärkt, mehr als andere Clubs die im oberen Tabellendrittel mitwirken, und dennoch reicht ein müder FC Bayern aus. Der Drops ist gelutscht würde ich mal sagen. Auf absehbare Zeit wird es keinen anderen Meister als Bayern München geben, leider. So läuft es halt im neoliberalen Wirtschaftssystem welches vor ein paar Jahren auch in der Bundesliga Einkehr gehalten hat. Der mit dem meisten Geld wird Platzhirsch, und aufstrebende Konkurrenz wird kaputt gekauft. Nimm die Wirtschaft als Beispiel und du siehst wie die Bundesliga mittlerweile funktioniert. Innovationen werden mit viel Geld entweder aufgekauft, weggeschnappt oder mit viel Investition kaputt geredet. Wer einmal Platzhirsch ist, der lässt sich das nicht mehr nehmen. Frag mal Siemens, Amazon oder Apple wie die das machen…

Und aus aktuellem Anlass hat sich ebenfalls gezeigt was ich mit Bayern und internationalem Vergleich meinte. Die Bayern waren vor ein paar Jahren noch konkurrenzfähig in der Champions League. Spielerisch als auch finanziell. Das dies nun zu Ende ist hat sich heute gegen Liverpool klar gezeigt. Für die Bundesliga reicht es aus, aber international halt nicht mehr. Und da wird auch nicht mehr viel kommen. Wie sagte Max vor ein paar Wochen in einem seiner Podcasts - Warum sollte ein teurer Spieler zum FC Bayern wechseln, wenn er mehr Geld und mehr Chancen auf einen internationalen Titel in England oder Spanien hat? Wenn selbst englische Zweitliga-Clubs mehr Geld in den Kader stecken können als die meisten Bundesliga-Vereine, wo bitte soll da noch ein Wettbewerb stattfinden?