Schlusskonferenz 236 – Deutschland - Schweden

#1

Gemeinsam mit Anna Dreher (@dreheranna) und Markus Juchem (@womensoccer_de) analysieren wir das deutsche WM-Aus und seine Folgen für den Frauenfußball im Land. Wir freuen uns über Feedback zur Sendung.

#2

Bezüglich der Situation von Borussia Mönchengladbach in der Frauen-Bundesliga:
Max Eberl musste sich auf der JHV eine ähnliche Frage anhören, warum man nicht mehr investiert habe, um konkurrenzfähig zu sein. Seine Antwort war, dass man das durchaus könne, man aber eine andere Philosophie verfolge. Klar könne man etablierte Spielerinnen hinzukaufen, das sei aber nicht der weg von Borussia. Viel mehr wolle man mit Frauen und Mädchen aus der Region arbeiten, diese entwickeln und ihnen eine Bühne bieten, höherklassig zu spielen. Ob in der ersten oder zweiten Liga sei da nicht so wichtig. Kurz gesagt liegt der Fokus eher auf der Entwicklung und Förderung als auf sportlichem Erfolg. Nichtsdestotrotz hat man es ja geschafft, zum zweiten Mal in 3 Jahren in die Bundesliga aufzusteigen, so schlecht kann der Weg (aus Vereinssicht) ja nicht sein.
Ich verstehe das Argument, dass so eine Fallobst-Mannschaft schädlich für das Ansehen der Liga an sich sein könnte. Allerdings werden im Männerfußball Clubs gelobt, die auf die Jugendarbeit setzen und nicht viel Geld für externe Neuzugänge ausgeben, im Frauenfußball soll das jetzt schlecht sein?

#3

Der Vergleich ist ja völlig schief, weil die Bedingungen komplett andere sind. Männerfußball ist seit den 1920er Jahren, spätestens seit nach dem Krieg in Deutschland die meist konsumiert und auch meist gespielte Sportart. Frauenfußball war bis 1970 in Deutschland verboten. Dementsprechend ist Jugendarbeit hier nicht gleich Jugendarbeit.

#4

Dass Jugendarbeit nicht gleich Jugendarbeit ist, ist klar. Wäre es aber gerade dann nicht besser, vermehrt auf die Jugend zu setzen, dass die Mädchen, die glücklicherweise mittlerweile auch zahlreich in die Vereine kommen (wenn auch noch immer zu wenig im Vergleich), auch Perspektiven haben? Die Mädels, die den Aufstieg geschafft haben, kommen größtenteils aus der Region, soll man ihnen dann gestandene Spielerinnen vor die Nase setzen, nur damit der Verein bloß in der ersten Liga bleibt?
Wie gesagt, ich verstehe den Punkt, aber den von den Gladbacher Verantwortlichen eingeschlagenen Weg halte ich auf lange Sicht für sinnvoller.

#5

Ist halt die Frage, ob du aus dieser Situation heraus deine Qualität im Gesamten steigern kannst, oder du nicht auf einem gewissen Level verbleibst. Ich sehe keine positive Entwicklung bei Gladbach. Aktuell steht man zwischen den Ligen aber kommt nicht voran.

#6

Den hier beschriebenen Ansatz von BMG kann ich zwar nachvollziehen, finde ihn aber auch alles andere als zielführend. Das Thema wurde so oder so ähnlich auch in einer der letzten Folgen “Auffe Ohren” kurz diskutiert, warum z.B. der BVB nicht im Frauenfußball aktiv wird. Ein Kommentar, den ich recht passend finde, geht in die Richtung, dass man eventuell kleinere Vereine, die bereits gewachsene Frauenfußball-Strukturen (wie z.B. SGS Essen) anbieten, durch den Namen und die Marke “Borussia Dortmund” und die weitaus größeren monetären Möglichkeiten nicht schwächen möchte. Das ist natürlich nur eine Meinung und entspricht in keinster Weise der Haltung des BVB.

Wenn du als BMG deine Möglichkeiten, den Frauenfußball zu pushen, auf diese Weise angehst, hemmt das womöglich die Entwicklung und Verbreitung des Frauenfußballs in der Region. Entweder wird der Verein zum echten Zugpferd (wie FCB, Wolfsburg) oder er sollte es bleiben lassen, um so anderen Frauenfußball-Clubs die Chance zur Ausbildung der jungen Mädels zu überlassen.

Persönlich würde ich es viel wichtiger finden, bereits existierende Frauenfußball-Clubs finanziell zu unterstützen. Damit die Trainings- und Ausbildungsstruktur dort weiter professionalisiert wird und wachsen kann. Das stärkt auch das Vereinsleben in den kleineren Fußball-Städten.

#7

Ich höre seit Jahren die Schlusskonferenz und finde den Podcast klasse. Daher habe ich ihn auch abonniert.
Doch nun, mehrere Wochen nach den Royal-Sendungen, stelle ich fest, dass meine Festplatte mit mehreren Sendungen zur Frauenfußball-WM vollgespamt wurde.
Wieso geht man davon aus, dass ein Fußballfan sich auch für Frauenfußball interessiert? Der ganze Hype um diese Sportart ist für mich unerklärlich. Ich kann dieser Sportart überhaupt nichts abgewinnen.
Ich verstehe auch nicht, was Sendungen über Frauenfußball in einem Fußball-Podcast zu suchen haben. Was kommt als nächstes? Beiträge über Tischfußball-Events oder die Tipp-Kick-WM?

#8

Puuuuh, ich hoffe, das ist wirklich nur Ironie, die durch das Medium des Forums schlecht rüberkommt…

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#9

Wenn dich das ernsthaft stört, ist das dein Problem und nicht meines.

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#10

Moin,
Ich habe mir das ganze angehört, obwohl ich dem Frauenfußball durchaus kritisch gegenüberstehe. Ich gehe häufiger zum Hockey, weil zwei Kolleginnen von mir(Teilzei)bei Rot Weiss in der ersten Liga aktiv sind. Ich kann das Gejammer der Fußballdamen und Fans über Zuschauerzahlen, TV Präsenz oder Prämien nicht mehr hören. Im Gegensatz zum Fußball, sind die Mädels im Hockey ganz und gar auf die Sporthilfe angewiesen, müssen dafür aber schon Nationalmannschaft spielen. Sonst wird neben dem Studium oder Ausbildung auch noch gearbeitet, wenn man Glück hat als Jugendtrainer im Verein. Zu Auswärtsspielen fährt man oft selbst, nichts mit Mannschaftsbus. Im TV kommt nur Olympia, selbst EMs und WMs (auch der Herren) laufen maximal bei Dazn. Das ganze in der Regel vor 200 Zuschauern, und das auch noch nur, wenn danach noch ein wichtiges Spiel der Herren stattfindet. Ausnahmen sind da fast ausschließlich die Meisterschaftsfinal Fours in Halle und auf dem Feld.
Und das ganze, und das ist mein Punkt: Obwohl der Unterschied im Niveau zwischen Herren und Damen im Hockey, mMn, deutlich geringer ist als beim Fußball! Im übrigen beklagt sich dort auch niemand. Dabei gibt es teilweise noch verrücktere Turniere als bei der FIFA. Seit Februar ging es für die Nationalmannschaft nach Australien, Neuseeland, Argentinien, China und die USA- jeweils für ein Pflichtspiel.
Ich will gar nicht auf den Frauenfußball eindreschen, aber ich war halt auch bei Bundesligaspielen und dem Pokalfinale, und das Niveau war einfach nicht gut. Obwohl viele Spielerinnen bezahlt werden oder zumindest durch den Verein gefördert, obwohl immerhin 800 Leute im Schnitt kommen, obwohl doch einige Spiele live übertragen werden(von der N11 sogar quasi alle).
Ich finde das grenzt gegenüber anderen Sportarten, Hockey ist da nur ein mir bekanntes Beispiel,an Arroganz und Hegerberg fande ich im Punkte Prämien nah an unverschämt.
Man kann sich halt genauso die Frage stellen, warum man in München unbedingt zu den Bayernfrauen gehen sollte, oder warum nicht eher zum Münchner SC. Oder halt in Köln zu Rot Weiss oder Blau Weiss, statt zu den FC oder Bayern Damen.
Gerade gemessen daran, dass immer mehr gute Spielerinnen die Liga verlassen, finde ich 800 noch einen guten Zuschauernschnitt. Es gibt eben auch noch andere Sportarten, und es muss nicht immer alles Fußball sein. Und das der Frauenfußball ein Akzeptanzproblem hat, das hat eben nunmal auch sportliche Gründe, das zeigt auch diese WM wieder deutlich.

Wurde länger als ich dachte;-)
Sportliche Grüße
Markus

#11

Es ist sicher nicht Dein Problem.
Als Problem würde ich es auch nicht bezeichnen. Ich kann es ja einfach löschen. Es ist nicht nerviger, als wenn der Briefkasten zuhause mit Werbung oder anderem unnützem Papiermüll vollgestopft wird. Das entsorge ich, ohne dass es meine Laune großartig trübt.
Wie gesagt, finde ich den Podcast ja auch super.
Aber Du machst ja auch Tribünengespräch oder Kurzpass mit anderen Schwerpunkten. Da wäre ja auch ein Podcast für Frauenfußball angemessen. Denn warum gehst Du davon aus, dass Du damit dieselbe Zielgruppe ansprichst?
Aber ok, es sollte nur eine Empfehlung sein.
Wenn Du für konstruktive Kritik nicht zu haben bist, dann ist auch nicht mein Problem.

#12

Wenn du die obigen Zitate als “konstruktive Kritik” bezeichnest, dann spare ich mir die weitere Diskussion in der Tat gerne. :wink:

#13

What? Abgesehen von der jetzt gespielten WM, welche Spiele der Frauennationalmannschaft werden denn noch übertragen?

Doch tust du. Also weil das Niveau nicht nah genug an dem der Herren ist, soll Frauenfußball medial wenig bis gar nicht stattfinden?

Ich finde es extrem schade, dass du Sportarten und letztendlich auch Mannschaften gegeneinander ausspielst. Es ist absolut wahr, dass andere Sportarten und vor allem Frauen-Wettbewerbe anderer Sportarten medial komplett gegen den Fußball untergehen. Doch jetzt die im Zuge der WM an vielen Stellen untermauerte Kritik, Frauenfußball steht komplett im Schatten des männlichen Pendants, als “Gejammer” abzutun und dann gegen Frauensportarten, die noch weniger Präsenz haben, auszuspielen, ist wirklich schlechter Stil.

Junge, echt. Dann hör dir doch die Folgen einfach nicht an. Der Aufwand, das Forum zu öffnen, in den Thread zu gehen und ein Kommentar abzugeben, der einfach nur beinhaltet, dass du Frauenfußball scheiße findest, lohnt echt nicht.

Was für’n Hype?

Wegen Fußball. Da benutzt man seine Füße und tritt gegen 'nen Ball. Davon hast du bestimmt schon gehört.

Die Hauptzielgruppe interessiert sich für Fußball. Und zu dem gehört - du wirst es vermutlich nicht mögen zu hören - auch Frauenfußball. Vorschlag: Ist der 34. Spieltag der Bundesliga vorüber, öffne die Schlusskonferenz in deinem Podcatcher bis August einfach nicht mehr, und dann steigst du frisch zur neuen Saison wieder ein.

#14

Also ich bin mir sehr sicher, dass die Quali Spiele im TV übertragen wurden. Andere Länderspiele auch immer mal wieder, sei es auf Eurosport.
Bei EMs und WMs wird sehr viel gezeigt, im Gegensatz zu anderen Sportarten. Das ist auch kein Ausspielen, es ist Fakt.
Meine Meinung ist eher, dass gemessen am gezeigten Niveau,eher zu viel deutscher Frauenfußball im TV läuft, zumindest wenn man es mit anderen Sommersportarten vergleicht.
Der Frauenfußball ist nicht mehr so schlecht organisiert, es gibt Profis, nicht wenige sogar. Dafür ist mir die Menge an technischen, spielerischen und kognitiven (der berühmte Ball ins Nichts) viel viel zu hoch. Da fragt man sich, wieso das Niveau anderen Sportarten, wo es noch viel mehr Amateursport ist, im Vergleich teilweise höher ist.
Naja und Frau Hegerbergs Aussagen über eine 800.000€ Prämie sind definitiv Gejammer und wie gesagt schon etwas unverschämt anderen Frauensportarten gegenüber.
Man muss sich doch halt auch mal fragen, warum die Zuschauerzahlen in der Liga so sind wie sie sind. Und wie eine WM natürlich mehr Zuschauer generiert, so ist dies bei Olympia beim Hockey, Volleyball usw. ähnlich. Ich finde, die Zuschauerzahlen der Frauenbundesliga eher als überraschend hoch. Es ist doch auch klar, dass viele dann doch eher zum Regionalligafußball, oder sogar eine Liga drunter (hier die Mittelrheinliga) gehen, wenn das Niveau dort höher ist, bei gleichen Eintrittspreisen. Dafür ist ein 800er Scnitt für mich nicht gering.
Erst Recht, wenn man dazu noch das Gefälle in der Liga sieht. Es gibt 2 Teams, die um die Meisterschaft spielen (Bayern und Wolfsburg)und letzte Saison 3, manchmal sind es auch, die gegen den Abstieg spielen. Der Rest spielt im luftleeren Raum. Das ist, entschuldigt, dann auch einfach keine attraktive Liga.
Ich finde und glaube auch, dass zum Frauenfußball so relativ viele Leute gehen, weil es halt immernoch Fußball ist und nicht, dass es so wenige sind weil der Frauenfußball eine schlechte Lobby hat.
So genug, eins noch, Respekt für jede Frau, jedes Mädchen was Fußball zockt. Ist auch ein toller Sport, aber Kritik muss erlaubt sein.
Natürlich nicht in der Form, wie der andere Kandidat hier sie hier gewählt hat.

#15

Ok, sorry, war vielleicht ein bisschen polemisch.

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#16

Natürlich gibt es seit Jahren einen riesigen Hype um den Frauenfußball. Die Zuschauerzahlen in der Liga zeigen, dass sich fast niemand dafür interessiert. Aber kaum ist WM, wird das sogar in den ÖR-Sendern gezeigt, die uns im richtigen Fußball die Topevents vorenthalten.

Aber es ist Frauenfußball. Am Kickertisch und bei Tipp-Kick benutzt man auch die Füße der Figuren und tritt gegen einen Ball.

Warum so empfindlich?
Es ist eine konstruktive Anregung, einen Podcast für Frauenfußball zu machen, weil es einfach keinen Sinn ergibt, den Abonnenten eines Fußballpodcasts diesen Frauenfußballspam zu servieren. Aber letztlich ist es für mich kein Problem. Es war ja nur eine Empfehlung. Ich denke, dass viele Fußballfans das so sehen, aber viele es nicht sagen mögen.
Es ist aber wirklich nur eine Empfehlung zur Verbesserung.
Am Ende bekommen wir das alles kostenlos, vielen Dank dafür, Max-Jacob! Und ich bin ja froh, dass es diesen Podcast gibt.

#17

Ich fand die Umstellung von Gwinn ja auch entscheidend für den Spielverlauf. Hatte stark den Eindruck, dass sie überhaupt nicht mehr ins Offensivspiel eingebunden war, nachdem sie auf die rechte Seite gewechselt hat. Klar das ganze Spiel der Deutschen war da schon nicht mehr stark, aber die Spiele davor und auch in dem Spiel hat sie viel Betrieb gemacht über links. Fand es interessant, dass ihr darauf nicht wirklich eingegangen seid in der Sendung (oder hab ichs verpasst?). Oder bin ich mit der Beobachtung völlig allein?