Schlusskonferenz 248 - #10 & #11

Zwei Schlusskonferenzen in einer. Danke an Martin Schneider (@MSneijder) und Constantin Eckner (@cc_eckner), dass sie das mitgemacht haben. Wie hat es euch gefallen?

Constantins Argument ĂŒber die Gladbacher Breite habe ich nicht so recht verstanden. Ja wir hatten in dieser Saison dort Probleme aber doch eher weil wir dort viele Verletzte hatten. Wenn mit Strobl, Hofmann, Benes und Stindl phasenweise eine ganze Mittelfeldraute ausfĂ€llt ist es natĂŒrlich schon irgendwo logisch das die anderen auch irgendwann auf dem Zahnfleisch gehen. Dazu fehlten zuletzt auch Embolo und Plea lĂ€nger. Umso krasser finde ich das wir den Stil so durchgehen konnten.

Umgekehrt sollten Benes (Prellung) Kramer (Zerrung) Embolo (Muskelfaserriss) nach der LĂ€nderspielpause wieder fit sein. Hofmann, Stindl und Strobl sind auch bereits seit Wochen wieder im Training, die erstgenannten haben auch schon wieder Spiele ĂŒber 80 Minuten absolviert.

Ich habe doch ziemliche Hoffnung dass die Gladbacher Breite erst in den nÀchsten Wochen wirklich zum Tragen kommt, wodurch man auch hoffentlich den Niveauabbau im deutlich geringer halten sollte.

Im Gladbacher Kader singulĂ€r sind mMn die individuellen QualitĂ€ten von Zakaria und Lainer. Aber das sind 2 Spieler, das dĂŒrfte doch ziemlich normal sein.

Vorab ein großes Lob an Max und seine GĂ€ste fĂŒr die tolle Aufbereitung des 11. und sogar des 10. Spieltags!
Aber eine Sache muss ich dann doch noch anmerken zur Causa Abraham/Streich.Es ist absolut richtig Abraham fĂŒr sein absolutes Fehlverhalten zu bestrafen. Eine lange Sperre wird seinem Fehlhandeln gerecht, denn es zeugt von grober Unsportlichkeit und Abraham wird seiner Rolle als Vorbild nicht gerecht. Aber das Gleiche muss ich leider auch ĂŒber Streich sagen. Denn sein Fehlverhalten in dieser Situation ist genauso widerwĂ€rtig und ich möchte meinen Frust gerne an folgenden Punkten verdeutlichen. Streich stellt sich bewusst provokant (mit eventuellen Kommentar Richtung Abraham) in den Weg. Er weiß um die angespannte Situation, dass Frankfurt schnell weiterspielen will/muss, er selbst will das Spiel nicht hergeben und Zeit schinden. Er nutzt den provozierten Kontakt aus, um eben das Spiel zu seinen Gunsten zu lenken. Denn der Kontakt, der sicherlich eindeutig vorhanden war, ist nie im Leben ausreichend, um so eine Wirkung zu verursachen. Streich fĂ€llt in bester Schwalbenmanier, mit einer kĂŒnstlich aufgesetzten Theatralik zu Boden, dass man es kaum glauben kann. Man ĂŒberlege sich, wann man selbst als letztes geschubst oder gestoßen wurde (an der Schulter wohlgemerkt) und ob man dann so hingefallen ist. RĂŒckwĂ€rts stolpernd und das Gleichgewicht verlieren ist eine Sache, eine ganz andere aber, wenn man sich so in die Luft schmeißt, dass selbst beide FĂŒĂŸe vom Boden abheben (denn Abraham hat keinen 5jĂ€hrigen gecheckt). Zumal man in den Zeitlupen sehen kann, wie Streich seinen Oberkörper anspannt, sich also dem Kontakt bewusst ist und diesen auch sucht. Dann dreht er seinen Oberkörper noch in der Luft ein und lĂ€sst sich vollstĂ€ndig auf den RĂŒckenfallen und bleibt auch noch wie ein KĂ€fer auf dem RĂŒcken liegen. Sollte man wirklich stĂŒrzen, dann passt dieser Bewegungsablauf einfach nicht zu einer stĂŒrzenden Person, denn reflexartig durchlĂ€uft man andere Bewegungsmuster, die den Sturz bremsen wĂŒrden. Streich macht dies nicht, weil der Fall komplett bewusst durchgefĂŒhrt wird. Und ich bin nicht der Einzige, der dieses Verhalten als ĂŒbertrieben wahrgenommen hat, denn in vielen YoutubeKommentaren wird eine Verwandtschaft zu Neymar vermutet. Streichs Ziel also den Spielrhythmus zu unterbrechen und den Fokus auf andere Dinge zu legen ist ihm vollkommen gelungen. Zumal ich es Ă€ußerst spannend finde, wie schnell Streich die Nummer nach dem Spiel klein redet und sich alle beruhigen sollten. Ich glaube, hier hinter steckt kein fairer Sportgedanke, sondern das KalkĂŒl von der ganzen Szene abzulenken, damit man sich nicht genauer mit dieser Situation beschĂ€ftigt und er sich als WohltĂ€ter aufspielen kann. Ich werfe Streich absolutes Fehlverhalten vor, denn er provoziert eine Situation, die zum Nachteil des Gegenspielers ausgelegt werden kann. Zudem spielt er die Situation so auf, dass er dem Gegner klaren Schaden durch den Platzverweis hinzufĂŒgt, obwohl die Situation eigentlich lĂ€cherlich unbedeutend war. Ich betone natĂŒrlich auch, dass Abraham sich ganz klar falsch verhalten hat, denn er darf niemals auf die Provokation eingehen, aber was Streich hier fĂŒr ein Schauspiel abgezogen hat, lĂ€sst mich an seiner sonst so hervorgehobenen BodenstĂ€ndigkeit weiter zweifeln. Sorry, der Skandal hat zwei Namen, Streich und Abraham sind ihrer Vorbildfunktion nicht nachgekommen. Einfach nur peinlich und grottenschlecht.

Ich muss dir da komplett widersprechen. Dabei will ich mich aber weder auf Streichs Seite noch (natĂŒrlich) auf Abrahams Seite stellen.

Streich steht die gesamte Szene lang mit den HĂ€nden in den Hosentaschen da, lĂ€sst den Ball an sich vorbei laufen und stellt sich dann mit einem Seitstep in die Lauflinie des Balls
ja, ist halt nicht gerade fair, aber das Normalste der Welt zu diesem Zeitpunkt. Abraham sieht die Szene meterweit vorher. Und Streich macht einfach nichts weiter. Ja, er springt nicht aus dem Weg, was er auch nicht tun muss. Er spannt sogar tatsĂ€chlich seine rechte Schulter an, allerdings unmittelbar vor dem direkten Check. Kennt man vielleicht, wenn man offensichtlich von jemanden angecheckt wird und aus PlatzhirschgrĂŒnden nicht zur Seite springt, sondern stehen bleibt. Das hat aber nichts mit Provokation zu tun. Ob es vorher provozierende Kommentare seitens Streich gab, kann ich nicht beurteilen.

Er sucht ihn halt echt nicht, sondern bleibt einfach stehen. Wenn mir jemand eine ballern will und ich einfach nicht weggehe, suche ich den Kontakt dann auch?

FĂŒr ungefĂ€hr 1 Sekunde, setzt sich sofort hin und steht auf.

Das tut er doch nicht ansatzweise.

Ich glaube hingegen, dass du die Szene absolut durcheinanderwirbelst.

Kann Streich aus der Bahn gehen, damit Abraham ja schnell den Einwurf ausfĂŒhren kann? Klar, muss er aber nicht. Kann Abraham einen Bogen um Streich laufen. Klar, muss er aber nicht. LĂ€uft dann aber Gefahr, eine stehende Person umzuchecken.

Das ist fĂŒr mich halt auch 0,0 ein Skandal, sondern 'ne saublöde Aktion von Abraham. Im Endeffekt werden Abraham und Grifo ihr gesundes Strafmaß bekommen. Falls noch rauskommen sollte, dass Streich verbal daneben gelangt hat, dann soll dafĂŒr ermittelt werden. In der „Unfallszene“ selbst trĂ€gt er fĂŒr mich absolut keine Schuld. Hab mir die Szene auch mehrmals, in Zeitlupe und mit geilen Filtern angeguckt. War schon kurios :smiley:

Und ich bleibe dabei, Streich macht mehr aus dieser Szene bzw. dem Rempler als sie/er hergegeben hat. Es ist ein Schmierentheater sondergleichen.

Und deine Platzhirschargumentation zeigt, dass Streich eben nicht deeskalierend die Situation angeht, sondern eben genau die SItuation provozieren will. Nochmal Abraham hat das alles nicht zu tun, wie er es getan hat, aber Streich tut alles damit es zu diesen Szenen kommt. Die ganze Situation ist lÀcherlich!

Puh. Einfach nur: puh.

Das ist es doch ganz und gar nicht. Man zerreißt sich gerade das Maul drĂŒber, die Szene schafft es ins Best of 2019, aber sobald das Strafmaß feststeht ist es gegessen. Es haben sich doch schon alle wieder in den Arm genommen. Wer aus allem viel zu viel macht ist die Öffentlichkeit und letztendlich auch wir, die darĂŒber breit und ausfĂŒhrlich diskutieren.

Er bleibt halt original wirklich nur in der Ball-Linie / im Laufweg stehen. Und zwar so, dass das Abraham meterweit vorher sieht. ist ja nicht so, dass Streich den kleinen Seitstep macht, als Abraham an ihm direkt vorbeilÀuft.

Ich wĂŒrde behaupten, das wĂŒrde, zu diesem Zeitpunkt des Spiels, ausnahmslos JEDER Trainer machen. Streich ist bei jedem Spiel ein reines NervenbĂŒndel. Vielleicht fĂ€llt er nicht schulbuchmĂ€ĂŸig, wie wir es auf der Straße tun wĂŒrden. Und es handelt sich eben nicht nur um einen „Kontakt“, sondern um den astreinen Schulter-Check, wĂ€hrend Abraham lĂ€uft
und nicht geht. Ganz nebenbei bemerkt ist Streich halt auch kein Atzen sondern ein Ă€lteres Hemdchen. Und der andere Typ ist Abraham. Abraham.

Wenn dem Ganzen vorher verbale Provokationen vorausgingen, okay, dann kann man das Streich anzetteln. Aber in der Situation selbst liegt fĂŒr mich die Haupt- und eigentlich auch Alleinschuld bei Abraham.

Großartige Folge!

Direkt bei Constantins Videos reingeschaut.

Ist er jetzt der Wolfgang M. Schmitt des Fußballs, auf den wir so lange gewartet haben? Unbedingt!

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Also das ist natĂŒrlich völlig ĂŒbertrieben. Ich gehe mit dir, dass Streich bewusst stehen bleibt, weil er weiß, wer da auf ihn zulĂ€uft. WĂ€re es Hasebe gewesen, hĂ€tte er vielleicht einen Schritt zur Seite gemacht. So nimmt er es mit, weil er davon ausgeht, dass Abraham genau das macht, was Abraham in solchen Situationen eben macht. Zumal auch Abraham vorher schon in jedem Zweikampf hart rein ging und ziemlich geladen war.

Man kann aber auch keinem StĂŒrmer vorwerfen, dass er immer nach rechts schießt, weil das das schwache Eck vom Torwart ist. Genauso wenig kann man jemanden vorwerfen, Abraham die Möglichkeit zu geben, seine „Emotion“ (oder auch Dummheit) auszuleben.

Super Folge! Gib’ dir in der LĂ€nderspielpause noch genug Ruhe dich völlig auszukurieren.

Die ganze Streich Diskussion hier kann ich nicht ganz verstehen. Ja, er sagt was. Ja, er macht einen kleinen Schritt nach rechts. Aber ich glaube nix davon kann man als „er sucht den Kontakt“ oder Ă€hnliches interpretieren. Er muss zu dem Zeitpunkt davon ausgehen, dass Abraham noch abbremst oder um ihn rumlĂ€uft. Wie soll er denn davon ausgehen, dass Abraham ihn foult wie noch kein Trainer in den letzten Bundesligajahren gefoult wurde? Es gibt ja schlichtweg keinen PrĂ€zedenzfall.

Mich hat die MĂ€nnerfußballaussage von Zorc auch sehr geĂ€rgert als ich PK geschaut habe. Allerdings finde ich, dass in der Berichterstattung die Aussage die er von Hummels vorher zitiert hat etwas verloren geht. Er zitierte Hummels mit den Worten, dass die Bayernspieler als der BVB das letzte mal in MĂŒnchen gespielt hat schon im Gang wussten, dass sie gewinnen werden. Und das sich dieses Bild einer schon im Tunnel verunsicherten Mannschaft nicht wiederholen dĂŒrfte. Ich fand das konnte man auch Hummels immer wieder im Spiel ansehen, dass er seine Mitspieler dazu aufforderte die ‚Brust zu zeigen‘ wenn Bayern mal wieder allzu einfach durch den Strafraum kam. Es ist daher fĂŒr mich daher wahrscheinlich - mit Reflexion und auch anfĂ€nglichen Ärger, dass fĂŒr Zorc der Gegenpart zu MĂ€nnerfußball, nicht Frauenfußball, sondern „Nicht-Erwachsenen“ Fußball ist.

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Sehe ich fast Ă€hnlich, wenngleich die Wortwahl und das damit gezeichnete Bild immer wieder unglĂŒcklich sind. Ich kann das ganze „Eier zeigen“, „zeigen wer die dicksten ‚Cojones‘ hat“ und „endlich Fußball wie richtige MĂ€nner spielen“ absolut nicht mehr hören. Wenn der Fußballprominenz und denen, die darĂŒber sprechen, keine anderen Worte mehr einfallen, damit sie es einfach mal konkreter formulieren, dann tut es mir echt leid.

Selbst wenn sie damit den „Erwachsenenfußball“ meinen und nicht den Frauenfußball abwerten, finde ich diese ewige Flucht in die Testosteron-Welt mehr als ĂŒberflĂŒssig. Am Ende fehlt es nur noch, dass sie anfangen ihre Dödel rauszuholen und wildurinierend ĂŒber’s Spielfeld rennen, um ihr Revier zu markieren.

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Wie alle in Bezug auf Werder etwas ratlos als Fan jetzt aber Ă€ngstlich. Hoffentlich werden die Leistungen jetzt nicht so wie der Tabellenplatz (siehe Augsburg in der letzten Saison und Tobi Eschers Analyse dazu). Bei den Standards habe ich das GefĂŒhl, dass es Richtung Self-Full-Filling-Profecy (ob man das so schreibt) geht. Die Spieler wissen, dass sie da jetzt keinen Fehler machen dĂŒrfen und gerade nicht gut aussehen und werden deswegen panisch und unsicher. Am Können kann es ja eigentlich nicht liegen. Standards kann Mann ja angeblich so leicht trainieren heißt es in Fussballdiskussionen immer. Ich habe kurz gestutzt beim Interview von Kohfeldt bei DAZN nach dem Spiel, weil er so genervt und zickig auf die Frage nach den Standards reagiert hat. Vielleicht hat er auch keinen Bock die zu trainieren und deswegen passiert es doch nicht so konsequent, wie bei Werder immer behauptet. Bin mir sicher, dass das nicht so viel Spaß macht, wie sich schöne SpielzĂŒge oder taktische Kniffe auszudenken. Jedenfalls brauchen die Spieler da mehr Selbstbewusstsein.
Am Ende bleibt mir gerade nur die Hoffnung, dass der Tabellenplatz immernoch die Folge der Verletzungsmisere des Beginns der Saison widerspiegelt und es nun (meinetwegen langsam) besser wird.

Back with a bang!
Super Folge, vielen Dank dafĂŒr! Dass ihr tatsĂ€chlich zwei Spieltage nachbesprochen habt, finde ich ja echt unglaublich! Da ĂŒberhĂ€ufe ich sehr gern Constantin Eckner und Martin Schneider wie bestellt mit Dank und Applaus. Großes Kino, großer Sport!
Der Hinweis von Martin Schneider auf den Effekt, den Favre-Aussagen haben und dass er - Favre - sich darĂŒber ggf. mal mehr Gedanken machen sollte, fand ich sehr treffend.
Auch habe ich mich besonders ĂŒber die Abschiedsworte von Max gefreut und die Hinweise auf den ambivalenten 9. November. Top!

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Vielen Dank fĂŒr eine gute Folge:

Das Spiel Wolfsburg gegen Leverkusen war ein furchtbares Spiel und entsprach allenfalls Zweitliganiveau. Es ist traurig als Bayer-Fan sich sowas anschauen zu mĂŒssen und ich teile Eure EinschĂ€tzung, dass keine Besserung in Sicht ist. Warum nicht mal Leverkusen als Schwerpunkt in der Schlusskonferenz? Kevin Scheuren ist ein guter Gast, wobei ich das GefĂŒhl habe, dass er zu nah dran ist und daher viele Dinge falsch analysiert. Der Brandt-Verlust wiegt sehr schwer und wurde nicht kompensiert. Talentierte Ersatzspieler versauern auf der Bank. Es ist individualtaktisch sehr interessant wie ein Brandt denkt und spielt im Vergleich zu einem Baumgartlinger aber auch z.B. in Dortmund zu einem Witsel. Brandt ist hochkreativ, was aber auch manchmal nach „hinten“ losgeht.