Schlusskonferenz 290 – #09

Wir haben mit Alice Jo Tietje (@SportslandAlice) und Jonas Friedrich (@jonas_friedlich) über den 9. Spieltag gesprochen. Und mit Jens Huiber (@Sportradio360) über dessen Projekt #12monate. Wie hat euch die Sendung gefallen?

Ich hab mir jetzt gerade den Teil von Bayern gegen den VfB angehört und wollte jetzt doch ein, zwei Worte über den Einsatz des VARs aufschreiben. Im Prinzip stimme ich da mit den Alice Jo Tietje und Jonas Friedrich überein, dass man das genauso pfeifen kann, wie es gepfiffen wurde. Das Problem ist mMn (und da ist der VfB ein gebranntes Kind), dass das Eingreifen des VARs viel zu oft willkürlich ist. Zum Teil werden Handspiele geahndet (VfB-Wiesbaden letzte Saison) bei dem der Schiedsrichter selbst auf dem Monitor nicht erkennen konnte und vom VAR überredet wurde einen Elfmeter zu geben (VfB hat dagegen geklagt und schließlich war die Begründung, dass das Handspiel nicht zurückgenommen wird, weil man kein Präszedenzfall schaffen will. Eindeutig aufgelöst mit Bildern wurde die Szene übrigens nie). Zum anderen Teil wird wie gegen Freiburg klar die Hand gespielt (Freiburger geht aktiv zur Hand) und es wird eben nicht eingegriffen. Dass man sich da inzwischen schon bei 50/50-Situationen (oder von mir aus auch 40/60) beschwert auf Seiten der Stuttgarter ist ein Problem, das sich die DFL selbst zuzuschreiben hat. Da spielt natürlich auch mangelnde Transparenz eine Rolle. Warum wird denn nicht einfach der Ton veröffentlicht was da zwischen dem Schiedsrichter und dem VAR gesprochen wird? Dann kann man danach immer noch anderer Meinung mit der Bewertung sein, aber wenigstens sind die Entscheidungen nachvollziehbarer.

Andererseits kann ich mir auch nicht vorstellen, dass wenn die Situation auf der anderen Spielseite gewesen wäre, ein Herr Rumenigge oder Herr Müller da nichts gesagt hätten.
Max hat das ja noch einzuordnen versucht, aber das musste jetzt raus.

P.S. Mangala hat den Arm von Süle getroffen und nicht Silas.

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@Ben-ndb (Fortsetzung der Weghorstrecht-Diskussion? ^^ )
Ab ca. bzw. rund um Minute 39 geht es um die Bewertung von „Ursächlichkeit“ von foularitgen (?) Tätigkeiten zum Stürzen des grds. Gefoulten.

Finde Jonas Friedrichs Überlegung dazu -leider- sehr treffend: Seit vier Jahren (seit VAR) kann man als Schiri halt nicht mehr anders, wenn man eben „entlang des Gesetztestextes“ (sic) urteilt.
Vielleicht müsste also eine Regeländerung her, die dem Schiedsrichter bewusst und wörtlich mehr Entscheidungs- und vor allem Bewertungsspielraum lässt?

Hört sich eigentich ganz vernünftig an. Sodass der Schiedsrichter nicht nur Foul entscheidet, weil ein Regelverstoß vorliegt, sondern auch ob der Regelverstoß ausreicht, um auf die Knie zu gehen? Würde vermutlich mehr Diskussionen bringen, trotzdem an sich eine gute Idee. Wäre dann so ähnlich wie die Idee von Christioph Fetzer (?) das Abseits etwas aufzuweichen und nicht mehr starr wie bisher vorzugehen.

Hab mir das auch noch ein paar Mal in der Wiederholung angesehen. Osmers steht gut und richtig und kann somit den Zweikampf richtig bewerten. Allerdings greift er nach dem Halten an Neuers Arm zur Pfeife, lässt den Pfiff aber bleiben. Macht den Anschein, als ob ers ich unsicher war und sich im Wissen des VAR einfach weiterlaufen ließ. Hier wäre interessant, wie die Kommunikation zwischen SR auf dem Feld und VAR war. Falls Osmers nachfragt, ob da was gewesen ist, ist für mich alles in Ordnung und sogar gut gelöst. Greift aber Jablonski aktiv ein und weist Osmers auf das Ziehen hin, ist das ein Fehler des VAR, weil er nicht hätte eingreifen dürfen.

So ist dann klar, wenn er sich das ansieht, kommt er - wie Jonas Friedrich gesagt hat - leider nicht umhin, Foul zu geben und das obwohl bei dem gleichen Vergehen an der Mittellinie drei Sekunden vorher vermutlich nicht auf Foul entschieden worden wäre.

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Sehe ich auch so. Ist nur die Frage wie man solche Infos kommuniziert. Wenn es jetzt einen offiziellen DFB Schiedsrichter Twitter Account gäbe…

Bis auf die erste Einschätzung von Jonas Friedrich zu Werders Leistung bzw. der von Wolfsburg, fand ich die Sendung gut und unterhalsam. Ich habe allerdings auch an anderen Stellen ein bißchen Probleme mit den sehr endgültig wirkenden Aussagen von Jonas Friedrich.

Super, dass es noch einen Part zum neuen „12 Monate“ Magazin gab. Hatte schon damit gerechnet, dass es diesmal keine Besprechung gibt :slight_smile:

Also eine breitere Abseitslinie?
Oder dass man mit dem Torso/Körpermittelpunkt über der Abseitslinie sein muss (was ja wirklich Spielraum ließe) ?

„Absteitsregel aufweichen“ klingt cool. Stelle ich mir aber ähnlich haarig vor.

Klar, da bin ich vollkommen bei dir. Das wird sicher auch etliche Diskussionen und Missverständnisse nach sich ziehen. Vielleicht hilft es auch schon, dass der Schiedsrichter entscheidet, ob der Spieler durch seine Abseitsposition letztlich wirklich einen Vorteil hatte. Bspw. wurde gestern, ich glaube in Porto ein Tor aberkannt, weil der Spieler, der das Tor vorbereitet hat, mit der Hacke im Abseits war. Regeltechnisch richtig entschieden. Nur hat sich der Spieler vom gegnerischen Tor wegbewegt und hatte dadurch ja eher einen Nachteil. Für mich also kein Abseits.

Dagegen ist es vollkommen irrsinig, dass immer wieder auf „neue Spielsituation“ entschieden wird. Hier hat oft der Stürmer einen klaren Vorteil durch seine Abseitsposition.

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Das Magazin wurde gleich wieder zweifach bestellt. Hört sich cool, dieses Interview-Konzept.

Noch zwei Randbemerkungen:

Im BVB-Segment meinte Alice, dass der BVB die Ecken besser verteidigen muss (Zustimmung, logisch!), schließlich stehen da Hummels und Akanji. Beide waren allerdings nicht Wolf und Shkiri zugeteilt (Hummels-Bornauw, Akanji-Cichos), deshalb konnten da die beiden namentlich erwähnten Spieler nicht direkt etwas dafür. Passlack meinte im Feldinterview, dass der BVB Manndeckung bei Ecken spielt. Grundsätzlich hat Alice natürlich recht - auf Akanji und Hummels gehen die Eck-Gegentore allerdings nicht.

Der SGE-Fokus war dieses Mal sehr sportlich / Kader-lastig, oder? Gibt es derzeit bei Frankfurt nicht noch vereinsübergreifende Themen wie Strategie etc.? Das habe ich tatsächlich mal ein bisschen vermisst. Vielleicht hab ich es auch einfach nicht mehr im Ohr.

Das Schwarzmalerische bzgl Frankfurt konnte ich jetzt so nicht ganz nachvollziehen. Der Anschluss zu den internationalen Plätzen ist da. Davor stehen Mannschaften wie Augsburg und Union, die zwar sehr gut / ordentlich drauf sind, aber (wahrscheinlich) noch Federn lassen werden. Außerdem ist es doch ebenso wahrscheinlich, dass sich der Vorteil der Einfach-Belastung erst mit fortschreitender Saison auszahlen wird. Bissl viele Unentschieden, ja, aber da würde ich locker bleiben.

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Mir hat die Sendung gut gefallen. Danke dafür. Die Gäste waren sehr unterhaltsam.

Da keiner so recht über Hertha gegen Leverkusen sprechen wollte, schreibe ich mal was.

Hertha spielt defensiv solide. Sogar Pekarik und Plattenhardt spielten gut gegen die Leverkusener Flügelspieler. Hertha war wie Niklas Stark.

Er steht dem spielstarken Zentrum auf den Füssen und foult immer wieder, um den Spielrythmus zu unterbrechen.

Solide war der defensive Auftritt Starks/Herthas. Nach vorne geht wenig/nichts. Wenn sich der Nationalspieler in die Offensive einschaltete, passte er so ungenau, dass keine Gefahr entstand.

Piatek sah wie so oft bei Hertha unglücklich aus. Er bekommt keine Bälle in Abschlusssituationen. Er ist kein Spieler wie Cunha, der nur Not alleine vorbereitet und abschliesst. Immerhin lief er nun seine Gegenspieler an.
Trotzdem bleibt im Hertha Umfeld, Ibisevic ein Thema. Von der Bank kam Ngankam und Leckie. Hier fehlt es im Kader an Tiefe. Bei Hertha war oft zu sehen, daß Cunha den linken Flügel nicht hält und oft ins Zentrum rückt. Plattenhardt rückte nicht auf. Vielleicht wollte er Laufduellen mit Bailey in der Rückwärtsbewegung aus dem Weg gehen. Die linke Seite damit verwaist. Mich würde eine Statistik interessieren, ob Cunha, Piatek und Lukebakio sich in diesem Spiel mal zugepasst haben. Für mich drei Einzelkämpfer.

Nach dem Derby in der letzten Saison war Hertha am 10. Spieltag auf Platz 11 mit 11 Punkten. Vor dem Derby in dieser Saison steht man mit 8 Punkten da. Das ist eine ganz ähnliche Situation. Und man kann nicht mal sagen, dass man vor Union steht.

Dazwischen investierte Hertha 72 Mio. im Winter für Tousart, Piatek, Cunha und Ascacibar.

Und weitere 24 Mio. im Sommer für Schwolow, Cordoba, Aldrete, Guendozi … .

In Berlin munkelt man, daß Union mit Knoche, Kruse und Gliekiwicz Bundesligaspieler geholt hat. Das wäre ihr Vorteil gegenüber Herthas Neuzugängen aus Frankreich oder der Schweiz. Die würden längere Eingewöhnung brauchen.

Man wartet bei der Hertha auf die besseren Zeiten.

Mich würde eine Statistik interessieren, ob Cunha, Piatek und Lukebakio sich in diesem Spiel mal zugepasst haben. Für mich drei Einzelkämpfer.

Und bei Wyscout konnte ich es dir raussuchen:

Cunha zu Piatek: 0
Piatek zu Cunha: 2

Cunha zu Lukebakio: 1
Lukeabkio zu Cunha: 0

Lukebakio zu Piatek: 2
Piatek zu Likebakio: 0

Allerdings muss man sagen, dass es ja eigentlich auch kaum einen Ballbesitz für die alle gab. Hatte ich ja auch angesprochen in der Sendung. Cunha hat 20 Pässe gespielt, Piatek 14, Lukeabakio 17.

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Vielen Dank. Beeindruckend, sowohl dass als auch wie schnell Du das zur Hand hattest.

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