Wir haben mit René Kurfürst (Eintracht Podcast, Instagram) über die Saison der Eintracht gesprochen. Wie hat euch die Sendung gefallen?
Zwei Stunden und 24 Minuten. Das ist ein deutlicher Ausreißer in der Länge. Hattet wohl viel zu besprechen. Ich freue mich schon aufs hören.
Aus welchem Grund auch immer hat mir die Folge sehr gefallen!
Sehr schöne Folge und nüchterne Analyse. Und die Caio Bude war natürlich gegen Leverkusen Max. ![]()
Edit: Der Unsung Hero hat’s zur WM geschafft.
Schönes inhaltsreiches Gespräch.
Zur Lernkurve gehört vielleicht auch noch die Wahl des diesjährigen Trainingslagers. Anders als in den beiden vergangenen Jahren nicht mehr in die USA, sondern an den Chiemsee. Im „Leipzig“-Segment wurde deren USA-Trainingslager zum selben Zeitpunkt als „Marketing-Tour“ bezeichnet. Jedenfalls eine, die auch schlaucht.
Vielleicht auch ein(!) Baustein einer müden Saison mit einem Kader, der auf zentralen Positionen in der Abwehr auf Nationalspieler wie Koch, Theate und Kristensen setzte, die schon in der Saison 2024/2025 „Immerspieler“ auf internationalem Parkett waren und mit kaum Pause dann in die USA flogen und dann immer weiter spielten. Kristensen etwa galt gerade als Mentalitätsspieler als nahezu unersetzbar. In dieser Saison fiel er dann aber bereits am 3. Spieltag in Leverkusen mit einer Oberschenkelverletzung aus und wurde danach 5 Spiele schmerzlich vermisst. Nach seiner Rückkehr wurde er sofort wieder nahezu durchgängig eingesetzt. Ich entsinne mich an eine Äußerung von ihm, er habe wegen Belastungssteuerung nach einigen Spielen endlich einmal vorzeitig nach einer Stunde ausgewechselt werden sollen, blieb dann aber doch noch 20 Minuten länger auf dem Platz. Im März fiel er dann im Gladbach-Spiel mit Sprunggelenkverletzung wieder aus und kehrte erst am 32. Spieltag wieder zurück.
Namdi Collins, der mit der U21 auch nach Abschluss der letzten Saison noch weiter unterwegs war, floppte bei Nagelsmann und kam dann nie wieder so recht ins Rollen. Überspielt?
Der Kader wirkt im Nachhinein gerade im Abwehrbereich wie ein Scheinriese mit immer wieder anderen, die individuell patzten.
Was mir in der Rückschau noch aufgefallen ist: Unter Toppmöller hatte es bei aller Anfälligkeit in der Defensive vorne phasenweise immer wieder offensiv durchaus attraktive Spiele gegeben, die eben gerade nicht anödeten. Das Team war in der Lage 6:0 in Gladbach zu führen und 4:1 in Köln. Noch im Januar ging man in einer spektakulären Schlussphase in der Nachspielzeit 3:2 gegen den BVB in Führung. Dass ließ mich als Fan doch nicht kalt. Da lag das Problem eher in den immer wieder völlig individuellen Patzern hinten, die aus heiterstem Himmel alles wieder zunichte machten, was man sich vorher erspielt hatte. Krösche deutete in der Abschluss-PK an, dass das Problem unter Toppmöller dann gerade in diesen heftigen Ausschlägen, oft ja schon in einem Spiel, lag. Max sprach es ja an: Unter Topmöller konnte man auch nach einer 0:6 Pleite in Leipzig wundersamerweise in Barcelona lange fast auf Augenhöhe mithalten. Um dann in zwei Minuten halt alles wieder divaesk (?) zu vergeigen …
Von solchem Spektakel-Fußball war man dann unter Riera meilenweit entfernt, die spielerische Klasse nur noch in homöopathischen Dosen erkennbar.
Der Ballast ging aus den Köpfen nicht mehr raus, stundenlange Video-Analysen im Spanisch-englischen Kauderwelsch ließen die eher noch mehr blockieren.
Meine Szene der Saison war im Übrigen neben dem Ebnatoulib-Treffer gegen den BVB im Januar die 1:0 Führung gegen eben diese Dortmunder im Pokal: Wunderbarer Schnittstellenpass von Mario Götze auf Ansgar Knauff und der schiebt souverän gegen die Laufrichtung von Kobel ein. Umschalt- und Konterfussball at its best. Götze hat diese Fähigkeiten einfach, aber eben leider halt nicht mehr so oft.
Kräfte wieder sammeln und bündeln. Weder nur Umschalt- oder nur Ballbesitzfussball: Prüfet alles und behaltet das Gute.
Dass Burkardt kein Ballbesitz Stürmer ist, sehe ich ehrlich gesagt nicht so. Der hatte ja seine beste Phase unter Henriksen, als Mainz durchaus oben im Ballbesitz stand. Man erinnert da oft den pfeilschnellen 20-jährigen Burkardt, aber nach seiner schweren Knieverletzung hat er da sein Spiel ziemlich umgestellt und viel Muskeln draufgepackt um trotz seiner Größe ein Zielspieler zu sein. Das auch sehr erfolgreich.
That being said… Er hat ja unter Toppmöller eigentlich sehr gut performed. Nur dann wie so oft von Verletzungen geplagt und dann war da absolut kein Ersatz. Wieso dann Riera ihn nicht wollte weiß keiner, aber da scheinen ja auch andere dinge noch im Argen gewesen zu sein.
Schöne Folge und gute Besserung an Max Stimme. Wollte sagen 2 1/2 Stunden könnte ich mir öfter geben, aber glaube dann macht die Stimme schon nach der Hälfte der Folgen due Briefe ![]()
Burkhardt kann beides. Das macht ihn so wertvoll
Rückblende. 25. Oktober 2025. Die Eintracht gewinnt 2:0 gegen St. Pauli.
Stefan Reich (Fußball 2000): Gegen die Hamburger zeigte Burkardt dabei die gesamte Bandbreite eines klassischen Mittelstürmers. Beim 1:0 spekulierte er bei einer Uzun-Flanke auf einen Torwartfehler und nickte den Ball dann aus kurzer Distanz ins Netz. „Das erste Tor ist ein typisches Jonny-Tor“, lobte Toppmöller nach der Partie. „Er hat diesen Riecher, im letzten Moment vor dem Abwehrspieler zu sein und den Ball einzunicken. Da hat er ein unfassbar gutes Gespür.“ Der zweite Treffer war dann technisch sehr viel anspruchsvoller. Eine 40-Meter-Halbfeldflanke von Farès Chaibi pflückte Burkardt mit der Brust runter, setzte sich robust gegen Paulis Abwehrchef Hauke Wahl durch und blieb dann vor Keeper Nikola Vasilj cool. „Ein absolutes Traumtor“, so Toppmöller. „Wie er die Ruhe hat, den Ball anzunehmen, und dann die Geduld, dass der Ball nochmal runterfällt. Das war eine individuelle Topleistung.“
Und so zeichnet sich nach nicht einmal einem Viertel der Saison klar ab, dass die Eintracht die nächste Rakete im Sturm hat. Eine Rakete, die doch ganz anders ist als ihre Vorgänger. Burkardt ist ein Neuner klassischer Prägung mit einer zusätzlichen Stärke im Pressing. Er bietet weniger Spektakel, dafür mehr Strafraumwühlerei.
Weniger überfallartige Konter, dafür mehr Cleverness. Weniger Rasanz, dafür mehr Riecher. Burkardt ist ein astreiner Strafraumstürmer mit außergewöhnlichem Gefühl für die eigene Positionierung und den richtigen Abschluss. Eben genau die Stürmer-Qualitäten, von denen es oft heißt, dass man sie nicht lernen könne.
Josef Schmidt in der FR: „In Mainz hat der Nationalspieler in der letzten Saison als sichtbares Zeichen seiner Führungsqualitäten die Kapitänsbinde getragen. Bei der Eintracht rückt er nach und nach in der Hierarchie nach oben. Auch ohne Binde. Als letzte Woche nach dem Debakel gegen Liverpool in den Gesprächen des Trainers mit den Profis Führungsspieler gefragt waren, wurde auch Burkardt mit einbezogen. In der Diktion seines Trainers spielt er mit einer „brutalen Qualität“.
Und dann kam die Verletzung …
Haben echt einige geschrieben, was lustig ist, weil ich vor keiner Sendung eine längere Pause hatte als vor dieser (Freitag bis Montagmittag). Aber gut, vielleicht lags an zweimal Metallica dazwischen.
…und sogar das mit Eintracht-Bezug!
Super Royal-Folge! René (den ich zuvor nicht kannte, wieviele Angehörige hat denn der Eintracht-Podcast noch…?
) öffnet zu Beginn hervorragend das Thema und die Diskussion mit der Frage “Geht es denn der Eintracht wirklich schlecht?!”. Und dann ist es ein tolles Gespräch von zweien, die tief im Stoff stecken, teils abweichende Meinungen haben und diese auch äußern. Hat mir viel Freude gemacht!