Torhüter: Neuers Ersatz ist längst gefunden

Wir haben mit Sascha Felter (Experte für Torhüter, Podcast Keeperanalyse, Twitter, Bluesky) über die Saison der Torhüter gesprochen. Wie hat euch die Sendung gefallen?

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Gerade schon gehört, Sascha ist natürlich perfekt für diese Analyse. Ich hoffe ja ehrlich gesagt, dass Neuers Wade noch ein paar Wochen zwickt und ich ihn nicht im deutschen Tor ertragen muss. Wenn beim DFB irgendjemand Mut hätte, dann hätte man Urbig zur Nr. 1 machen können, aber naja….

Ansonsten bin in mit den Einschätzungen von Sascha voll einverstanden, habe aber natürlich den Bias, dass ich schon sehr lange seinen Podcast höre.

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Die Folgen zu Taktik und Torhütern haben mir seit ich den Rasenfunk entdeckt habe immer am meisten gefallen! Da lernt man immer so viel was sonst wenig Thema ist.

Zu Kobel: Es ist eine Mischung aus Abgangsgerüchten über die Jahre (daher kam ja Ramaj), dass er wie erwähnt nicht der modernste Torwart ist und der unbeständige Wille alles an die 30 zu verkaufen bevor ein Wertverlust stattfindet. Manche Fans würden alles außer Schlotterbeck und Nmecha verkaufen wenn dafür jemand u21 mit mehr Fantasie kommt :person_shrugging:. Dass er wie im Podcast erwähnt sehr konstant ist in einer Saison ohne große Gefahr hat ihn dann in den Hintergrund gerückt. Man ist fast schon verwöhnt von Kobel mittlerweile.

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Lieblingsfolge. Eindeutig.

Nach einer Saison, in der ich viel auf die Torhüter geschaut habe, war das die Kirsche obendrauf – danke dafür.
Man hört, wie sich eine ganze Saison auch allein über die Torhüter erzählen lässt – mit all ihren Veränderungen, Geschichten und kleinen Dramen.
Die Einschätzung der Nationaltorhüter-Nominierung fand ich sehr sachlich und überzeugend.
Die Angst um Jonas Urbig begründet.
Und am Ende die entscheidende Frage – wenn der Trend wieder weg vom Torspieler geht, was machen wir dann mit der ganzen Generation der mitspielenden Keeper :grimacing:?
Frage für eine Freundin.

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Ich vermute (!), dass das parallel zum Trend der „Manndeckung auf dem ganzen Platz“ läuft. Solange kommt dem TW eine höhere Bedeutung als zusätzliche freie Anspielstation zu.

Der TW als zeigenössischer Libero? Tim Walter gefällt das. :smiley:

Zweite Überlegung: in the long run wurde die Torwartposition immer mitspielender.

  • Anfang der 90er: neue Rückpassregel
  • Umschaltspiel: Torwart muss häufiger gegen extremen Gegnerdruck spielen
  • Analog die Idee, dass der TW das „Spiel schnell macht“.
  • WM 2014: Neuer definiert die Position neu
  • de Zerbi macht den TW zum Pressingauslöser
  • Aktuell: Manndeckungsauflösung über TW als letzten freien Spieler (s.o.)

Kann man da nicht evtl. einen einseitigen Trend ablesen, mit der Folge, dass es davon gar keine Umkehr geben wird?

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Super Folge! :raising_hands: Sascha Felter :goat:

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Zum Neuer/Baumann-Segment und der Frage der körperlichen Belastung im Turnier erlaube ich mir, meinen Beitrag aus youtube hier hinein zu kopieren:

Die Frage der Belastung im Turnier: Zu lesen war das nicht, aber Olli Kahn, of all people, hat genau diesen Punkt im Doppelpass angesprochen. Sinngemäß bezog er sich auf seine eigenen Erfahrungen, als es bei ihm auf die 38 zuging: Ja, die Erfahrung, in einem Spiel noch einmal alles abzurufen und es für die Mannschaft zu gewinnen, hätte er schon noch gemacht, aber es wäre eine ganz andere Frage, ob man das, wie in einem Turnier erforderlich, rein vom Physischen her alle drei bis vier Tage abrufen könne.
Man konnte bei Kahn deutlich die Skepsis gegenüber einem Neuer-Reset heraushören; er bezeichnete die ganze Diskussion als abenteuerlich.

Ergänzung:

EINEN Satz sagte Kahn nicht: Leute, die ganze Diskussion ist so widersinnig. Baumann soll spielen und gut ist. - Aber darauf lief hinaus, was er sagte.

Was die aktuelle Entwicklung inkl. Neuer-Berufung angeht, muss man sich doch nochmal klar machen, dass wir uns auf EIN Spiel beziehen, das Hinspiel bei Real.

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Eine super Folge! Sehr informativ. Unglaublich, in welcher Tiefe Sascha die einzelnen Aspekte analysiert hat – das verändert meinen Blick aufs Torwartspiel noch mal, vielen Dank dafür!

Der einzige Wehrmutstropfen ist, dass es jetzt so lange dauert, bis man auf die vielen Details selbst in der Bundesliga achten kann. Vielleicht könnte man eine solche Folge in der nächsten Saison schon zum Ende der Winterpause machen, dort wäre sie strategisch vielleicht auch sehr gut aufgehoben.

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100%

Mehr können ist immer besser als weniger können.

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Da muss ich nonchalant die Werbetrommel für meinen eigenen Podcast rühren. So einen Rückblick machen wir immer zum Jahresende.

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Fantastische Folge, vielen Dank dafür.
Würde jetzt gerne noch etwas inhaltliches da lassen, aber eigentlich kann ich mich nur bedanken :slight_smile:

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:grinning_face_with_smiling_eyes: Danke für den Hinweis! Ich werde mir den dann mit Freude anhören :grinning_face:

Ich war mir schon sicher, dass Zentner/Batz ein großes Thema für Sascha wird :slight_smile:. Ich will aber nochmal ein kleines Plädoyer für Zentner halten, da der Hintergrund etwas ist, was mir bei vielen Experten auffällt, nämlich die Unterbewertung physischer Vorteile. In der NBA/im Basketball gibt es ja das ganz alte Sprichwort “You can’t teach height”, und so ist es Teils dann auch bei Fußballspielern. Ich verstehe da komplett, dass das als Analyst überhaupt kein Spaß macht zu analysieren, da man da relativ wenig zu sagen kann. “Ja der kann halt höher/weiter springen und schneller reagieren” macht für keinen so interessanten Podcast. Und man würde ja auch gerne die ganz oben sehen, die eben am intelligentesten Spielen und zeigen, dass sie an ihrem Spiel gefeilt haben. Da kommt dann aber die Diskrepanz zu dem Fußballteam bzw. dem Torwarttrainer, der dann verantwortlich ist. Der will am ehesten einfach den drinnen haben, der am meisten hält. Und wenn das der ist, der jedes mal falsch steht, aber dann so wahnsinnig reagiert, dass er unnötig spektakulär, aber trotzdem mehr als der andere hält, dann ist der die bessere Wahl.
Dazu hat man bei Batz einfach klare Limitierungen gesehen, an denen er nichts ändern kann. Gegen Dortmund wurde er absolut “gebodied” von den Dortmundern, da hat er physisch einfach keinen Stich gesetzt. Mit Zentner im Kasten läuft das Spiel niemals so, der hätte einen Nmecha relativ entspannt umgerannt. Vielleicht auch mal am Ball vorbei geboxt, aber die Probleme von Batz hat er nicht. Dazu hat man z.B. gegen Bayern gesehen, dass Batz auf der Linie dann einfach etwas langsamer reagiert als Zentner. Das ist nur ein My, da er den allergrößten Teil mit gutem Stellungsspiel und einfach sehr cleanem Torwartspiel wettmacht, aber da sehe ich auch noch einen Unterschied.

Die Wahl für nächste Saison ist ja sowieso unabhängig davon, da man dort natürlich nicht einen Führungsspieler im Mannschaftsrat auf gutem Niveau absägt für einen 35 Jährigen, bei dem man natürlich nicht sicher sein kann, wie lange die Leistung noch auf dem Niveau Bestand hält. Aber wie Max sagt, Zentner hat sich immer wieder gegen gute Spieler durchgesetzt und das ist nicht einfach Zufall. Und ich sehe es durchaus viel darin begründet, dass er einfach wahnsinnige physische Vorraussetzungen hat. Wahrscheinlich die besten der Liga. Dass er im restlichen Torwartsspiel dann schwächer ist, ist dann der Grund wieso er immer noch bei Mainz spielt, und nicht mehr.

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Stimme dir in vielen Punkten zu. Die physische Komponente ist auch eine Qualität bei Torhütern, würde ich gar nicht so niedrig hängen.

Allerdings ist es bei Eckbällen nicht so, dass nur der “Möbelpacker” am präsentesten ist. Es dreht sich viel um Timing, Schnelligkeit und Koordination. Wenn ich auf meine Eckenstatistiken schaue, ist Zentner der Torwart, der mit Abstand die meisten Aktionen bei Eckbällen hat (1,23 pro 90 Minuten), gleichzeitig am häufigsten geblockt wird. Die nächstschwächsten in dieser Kategorie sind Vandevoordt (0,77) und Nübel (0,76).

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@Keeperanalyse

Kannst du vielleicht noch was zu Sander Tangvik sagen? Ich weiß, er hat erst das eine Spiel gegen Leverkusen gemacht, ist also noch nicht richtig zu bewerten, mich würde trotzdem deine Meinung interessieren :smiling_face:

Spielt da nicht auch schlicht Körpergröße eine Rolle? Ein Gregor Kobel mit seinen Orang-Utan Armen kann von der linie alles aus dem Fünfer fausten, egal ob da einer steht oder nicht.

Ja, das stimmt natürlich. Wenn der Torwart so eng zugestellt wird, dass er die Arme nicht hochbekommt o.ä., dann nützt ihm die Größe auch nichts. Heuer Fernandes ist einer, der die Arme bei enger Deckung initial oben hat. Er kann in solchen Szenen keinen Schwung beim Anlauf nehmen, sondern muss viel mit einem beidbeinigen Absprung regeln. Sind die Arme vorher schon oben, passiert so etwas wie bei Raya oder Vasilj seltener.

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Kann leider gar nichts zu ihm sagen. Die Partie gegen Leverkusen war aber schon sehr ordentlich.

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Danke trotzdem :smiling_face:

Hast Du vielleicht schon eine Meinung/ein Gefühl zu Seimen?

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