Trainerkrise in der Bundesliga?

Im Podcast "Schöner neuer Fußball " sagt Constantin Eckner dass es nächste Saison wenig richtig tolle Trainer in der BuLi geben wird

ungefähr ab 1h:5min

Ich hab letztes Jahr auch nur viel den VfB geguckt, neben der Eintracht. klar

Ich hab gerade keine Zeit den Podcast zu hören. Wärst Du so nett seine Argumente zusammenzufassen?

Lg

Relativ argumentbefreiter Pauschalschlag. Toppmöller wäre besser, wenn er sich mehr von Nagelsmann abschauen würde und ähnlich souveräne ‚Analysen’ zu ein paar Trainern. Vielleicht hat CE das woanders fundierter angesprochen, was dann schon interessant wäre, in diesem Podcast lohnen die 90 Sekunden darüber nicht.

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Ich weiß auch nicht, ob man damit die Vergangenheit ein bisschen verklärt und sich gerne an die Peaks erinnert. Guardiola vs. Nagelsmann/Streich oder RaBa-Masterclass von Schmidt oder Rangnick sind halt prägender halt Skripnik, Gisdol oder Veh.

Um einen Gegenpunkt gegen die Peaks zu setzen, habe Ich mal random die Trainerentlassungen aus der Saison 2014/15 herausgesucht. Sind wohl einige legendäre Namen dabei, aber ich verbinde auch nicht alle Namen mit Qualität:

https:// Bundesliga: Trainer-Wechsel der Saison 2014/15

Dazu kommt, dass ich die damalige Taktik-Meta wahrscheinlich ein bisschen mehr mochte und ich nicht der größte „Mann gegen Mann auf dem ganzen Feld“-Fetischist bin.

Ja dieses Mann gegen Mann über den ganzen Platz geht mMn nur weil man sich in den letzten Jahren zu sehr auf athletisches Talent fokussiert hat und zu wenig darauf viele gute Fußballer auf den Platz zu bringen, In der PL gilt Martin Oddegard als einer der besten Fußballer und der Typ hat überhaupt keinen rechten Fuß. Was man in England momentan sieht ist Positionsspiel logisch zu Ende gedacht. Ragnick hat es ja schon mal gesagt, ich brauche keine Fußballer ich brauche Leichtathleten (sinngemäß)

wann und wo hat er das gesagt?

nein nein das mit dem logisch zu Ende gedacht kommt nur von mir

wann und wo hat Rangnick das gesagt?

Ich würde der Wahrnehmung im Podcast wehement widersprechen: Ich finde gerade die neue Saison in Bezug auf die Trainerpersonalien sehr interessant, da so viele neue Gesichter mit dabei sind, die sich auf BuLi-Niveau noch beweisen müssen. Steffen und Kwasniok haben sich aus dem Amateurbereich nach oben gecoacht und in Liga 2 herausragende Arbeit geleistet. Polzin ist sicherlich auch eine spannende Traineraktie.
Dazu kommen Wagner, Simonis (zu dem hab ich halt gar keine Meinung) und ten Hag auf die man sicherlich auch gespannt sein darf.
Blessin und Schuster waren letztes Jahr beide ziemlich stark und müssen das diese Saison bestätigen. Die Bundesliga hat sicherlich keine Welttrainer (ich würde auch nicht pauschal sagen, dass ihr das gut tun würde), aber die Personalien find ich spannender als die vergangenen Jahre.

Die im Podcast geäußerte „Angst um die BuLi“ kann ich auch nicht nachvollziehen, aber das ist nochmal ein Thema für sich!

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SO hat er das nach meiner Erinnerung nicht gesagt. Er meinte “geht mir 11 Leichtathleten und ich bringen denen das verteidigen bei”.

Ist imho ein Unterschied!

P.s. : gerade erst bemerkt, bin bissl late to the party…

Allerdings hatte Eckner wohl nicht so Unrecht!

Ich habe den Eindruck, die Statistik ist auch ein bisschen verzerrt, weil Trainer, die durchaus erfolgreich spielen, wohl kaum den Verein/die Liga wechseln würden. Noch so eine solide Saison und Schuster könnte locker bei einem englischen Verein (notfalls erst einmal 2. Liga) anheuern (wird er nicht). Auch Urs Fischer kann ich mir außerhalb des deutschsprachigen Raumes schlecht vorstellen und der hat als Trainer schon einen guten Job gemacht, auch wenn der Fußball nicht besonders ansehnlich war. Wir verbinden mit „großen Trainern“ Leute, bei denen das Ausland lockt, und da sieht es, vielleicht mit Ausnahme von Kompany und Hoeneß, aktuell wirklich nicht gut aus.

Ich finde, das kann man überhaupt nicht sagen. Siehe Farke, der jetzt bei Leeds wieder super “funktioniert”, oder Matarazzo in Spanien bzw. im Baskenland. Ich denke, dass da soviel zusammenkommt bzw. -kommen muss, dass es funktioniert. Die/Der Trainer/in bzw. deren Performance ist doch immer auch ein Produnkt der Umstände im Verein. Wenn man z. B. Gladbach nimmt, dann ist Polanski jetzt der wievielte Trainer, der sich dort versucht? Trainerkrise sehe ich nicht unbedingt, viele Clubs sind schlicht auch schlecht und unprofessionell geführt. Das alles führt dann in Kumulation zu schlechten Leistungen.

Das ist nicht, was ich sagen möchte. Mir geht es darum, dass aktuell selbst die guten Trainer eher nicht ins Ausland gehen werden, was aber an Faktoren liegt, die nichts mit ihrer Qualität zu tun haben. Und dann der Eindruck entsteht, dass alles schlecht ist.

Ich wollte mal etwas loswerden, weiß aber nicht so recht, wo ich es reinpacken kann, also hole ich einfach mal diesen Thread hier hoch.

Was mir in den letzten Tagen eher subjektiv aufgefallen ist: Im internationalen Fußball spielen deutsche Trainer oder zumindest stark von der deutschen Trainerschule geprägte Trainer gefühlt eine erstaunlich große Rolle.

Allein in der Premier League sind derzeit vier deutsche Trainer aktiv (Jaissle, Rose, Hürzeler, Farke) dazu kommt mit Thomas Tuchel noch der englische Nationaltrainer. Darüber hinaus findet man mit Tedesco, Terzić, Rangnick, Fink oder zuletzt auch Thomas Reis und Sandro Schwarz einige weitere Namen, die international unterwegs sind oder waren. Glasner könnte man aufgrund seiner Bundesliga-Vergangenheit zumindest teilweise noch dazuzählen, auch wenn er natürlich nicht wirklich aus der deutschen Trainerschule stammt.

Natürlich gab es auch früher immer wieder deutsche Trainer, die im Ausland erfolgreich gearbeitet haben. Mit Klopp und Tuchel hatten wir in den vergangenen Jahren sogar zwei absolute Toptrainer bei europäischen Schwergewichten. Trotzdem habe ich aktuell das Gefühl, dass die Breite eine andere ist. Es sind nicht mehr nur ein oder zwei herausragende Namen, sondern deutsche Trainer beziehungsweise Trainer mit starkem deutschen Ausbildungshintergrund tauchen in sehr unterschiedlichen Ländern und auf unterschiedlichsten Ebenen auf – von der Premier League über andere europäische Topligen bis hin zu Nationalmannschaften.

Gerade England finde ich dabei besonders auffällig. Dass dort inzwischen gleich mehrere deutsche Trainer parallel beschäftigt sind und zusätzlich die Nationalmannschaft von einem Deutschen trainiert wird, hätte man sich vor 15 oder 20 Jahren vermutlich kaum vorstellen können. Das spricht zumindest dafür, dass deutsche Trainer international mittlerweile einen sehr guten Ruf genießen.

Interessant wäre für mich auch die Frage, woher das kommt. Liegt es vor allem am Einfluss von Trainern wie Klopp, Rangnick, Tuchel oder Nagelsmann und der damit verbundenen Wahrnehmung von Pressing, Gegenpressing, Intensität und taktischer Flexibilität? Oder ist die deutsche Trainerausbildung tatsächlich so gut, dass sie im internationalen Vergleich überdurchschnittlich viele Trainer hervorbringt, denen man auch im Ausland viel zutraut?

Vielleicht ist das Ganze aber auch nur selektive Wahrnehmung meinerseits, weil einem die deutschen Namen natürlich stärker auffallen.

Wie seht ihr das? Ist die Nachfrage nach deutschen beziehungsweise stark deutsch geprägten Trainern im internationalen Fußball aktuell tatsächlich ungewöhnlich hoch, oder wirkt das nur so? Und falls es wirklich einen solchen Trend gibt: Was sagt das eurer Meinung nach über die Qualität und den internationalen Ruf der deutschen Trainerausbildung aus?

PS: Flick bei Barca, Matarazzo bei Real Sociedad, Dino Toppmöller bei Lens, Kosta Runjaic bei Udinese

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Ich hab mal gehört, dass die Trainerausbildung in Deutschland recht gut sein soll und das der Grund dafür ist.

@GNetzer kann da sicherlich mehr zu sagen

Mein logischer Schluss wäre, dass eine der umsatzstärksten Ligen bzw. eine der größten Fußballnationen auch entsprechend gut Trainer ausbildet. Die Engländer sind da eher die negative Ausnahme, weil sie als reichste Liga sich eh alles zusammenpicken können. Wobei gute Trainerausbildung sich nicht nur in der ersten Liga äußert, sondern natürlich auch in der Nachwuchsarbeit beobachtbar ist, worin England wiederum gut ist.

Ja aber spricht da nicht dagegen dass es die letzten Jahre/Jahrzente nicht so war? Also man kann natürlich arugemntieren, dass Anfang der 2000er der Fußball noch weniger international und die nationalen grenzen stärker waren. Aber mir geht es wie @markus1610 , dass es mir mehr vorkommt wie früher

ich habe auch den Eindruck, dass die deutschen und spanischen Trainer grade sehr en vogue sind. Das liegt aber mMn auch an zwei externen Faktoren: die englischen Trainer sind grade eher wenig gefragt, und das bedeutet natürlich, dass die reichste europäische Liga ein Trainerimporteur ist. Mit Saudi Arabien ist ein weiterer Player hinzugekommen, der sich mit ausländischen Trainern versorgt.

Und viele erfolgreiche italienische Trainer sind international in den letzten Jahren eher gescheitert bzw. gar nicht in Frage gekommen. Wahrscheinlich gar nicht so wegen der Qualität an sich, eher weil manche kein oder kaum Englisch sprechen (k.A., ob das für französische Trainer auch gilt). Und weil die großen italienischen Trainernamen in der eigenen Liga lange sehr gefragt sind, so dass es wohl wenig Möglichkeiten für den Nachwuchs gibt sich bei großen Clubs zu zeigen.

Und in Deutschland und im deutschsprachigen Raum kurz hinter der Grenze hat Ralf Rangnick seine Spuren hinterlassen. Da fände ich die Frage spannend, welchen Anteil die Trainerausbildung beim DFB/ÖFB vs. Fuschl hat.