Tribünengespräch 134: WM-Panel 4

Wir haben in vollständiger Besetzung über die WM zum Start der KO-Runde gesprochen. Gäste waren demnach:

Wie hat euch die Folge gefallen?

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Hallo Max, hallo Rasenfunk-Runde,

vorab das klassische Foren-Paradoxon: Man hört jahrelang begeistert zu, sieht aber nie die Notwendigkeit für einen Account, weil einfach alles top ist. Kaum meldet man sich an, ist der allererste Beitrag natürlich direkt ein Kritik-Post. Seht es mir bitte nach, aber zu dieser Folge wollte ich mich einfach mal kurz zu Wort melden.

Um das direkt vorwegzuschicken: Ich fand auch dieses Panel zu einem ganz großen Teil wieder absolut hörenswert und gewohnt stark analysiert und diskutiert.
Meine Kritik bezieht sich hier wirklich auf ein paar vermeintlich „kleine“ Momente im letzten Teil, die sich in meinem persönliches Hörerlebnis zu einem etwas unangenehmen Gesamteindruck summiert haben.

Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Diskussion von einer echten Analyse in ein eher performatives Pflichtbewusstsein gekippt ist. Zwei Punkte machten das für mich an konkreten Beispielen fest:

1. Die Debatte um Côte d’Ivoire vs. Elfenbeinküste (ca. ab 01:39:00) Max erklärt hier die Nutzung von CIV mit einer frisch geschlossenen „Wissenslücke“ und das Argument hinkt hier ein bisschen zu später Podcaststunde, aber der Artikel dazu ist ja verlinkt: Dankeschön.
Ich verstehe vollkommen, dass das auf offizieller Ebene (UNO, FIFA, Auswärtiges Amt) absolut Sinn ergibt und da kann man auch nachvollziehbarerweise dafür pushen, dass das bitte entsprechend umgesetzt wird. Auch das man sich als öffentlicher Podcast an diese Regelung/Standard hält finde ich zumindest mal verständlich. Wenn man das Argument aber auf den Alltag übertragen und moralisch aufladen will, wird es für mein Empfinden widersprüchlich.

Man sieht den Unterschied am besten im Vergleich mit anderen Ländern. Die taz selbst bringt hier ja einen der besten: Als die ehemalige „Goldküste“ unabhängig wurde, gab sie sich den indigenen Namen Ghana. Das war ein echter postkolonialer Bruch, und es ist völlig einleuchtend und richtig, dass der alte Kolonialname komplett aus unserem Sprachgebrauch verschwunden ist. Bei der Elfenbeinküste liegt der Fall anders: Das Land hat den kolonialen Namen “behalten” (oder in einer anderen Lesart sich bewusst dafür entschieden/den zurückgewonnen) und lediglich 1985 per Dekret festgelegt, dass er international nicht mehr übersetzt werden darf. Primär, um alphabetisches und bürokratisches Chaos bei internationalen Konferenzen zu vermeiden.

Côte d’Ivoire ist also der französische Kolonialname, und „Elfenbeinküste“ ist lediglich dessen wortwörtliche deutsche Übersetzung. Wenn man das im Podcast mit einem zerknirschten „wusste ich leider auch erst zu spät“ kommentiert, hebt man eine im Kern administrative Entscheidung auf eine moralische Ebene, die sie im normalen Sprachgebrauch (wo Exonyme wie bei unzähligen Beispielen, siehe Japan oder Montenegro, völlig wertfrei genutzt werden) gar nicht haben kann. Da hätte ich mir gewünscht, das eher als spannende sprachliche Nuance einzuordnen, anstatt es als moralischen Soll-Zustand stehenzulassen. Mag sein das dieser Part bei mit etwas anders ankam als er gemeint war, aber gerade mit der Lesart die ich auch aus dem taz-Artikel habe, wird das Argument hier meiner Meinung nach überstrapaziert und auf Bereiche angewendet die eben gar nicht davon betroffen sind.

2. Performative Schleifen und das Aufrufen von Binsenweisheiten (ab ca. 01:34:25) In der Afrika- und Rassismusdebatte gab es für mich eine Reihe von Momenten, die sich zu einem etwas ermüdenden Eindruck summiert haben. Da war zum einen der kurze Einschub von Eva: „Ich als weiße Person habe ja keine Rassismuserfahrung“. Mir ist völlig klar, dass das aus einer respektvollen Haltung heraus geschieht. Im Kontext einer Runde aus fünf weißen deutschen Podcasterinnen und Podcastern wirkt es aber wie eine erlernte Floskel/moralischer Airbag, der die Analyse des eigentlichen Problems nicht weiterbringt.

Das setzte sich leider fort, als weitere Binsenweisheiten aufgerufen wurden, so etwa der Hinweis, dass auch Frauen misogyne Stereotype reproduzieren können, oder das Klischee, „Afrika werde ja von vielen immer noch als ein einziges Land gesehen“. Natürlich stimmt das auf einer ganz basalen Ebene. Aber warum muss man das im Jahr 2026 in dieser Ausführlichkeit betonen? Gerade in einer ohnehin schon sehr reflektierten Community wie der des Rasenfunks fühlt sich das an, als würde man theoretische Pappkameraden boxen, statt die tatsächliche Komplexität der Realität zu diskutieren. Dafür bin ich aber nicht Host genug und vielleicht liegt ihr da wirklich richtig und es schadet nie das nochmal deutlich zu machen, auch wenn es eine große Mehrheit schon wissen sollte. Mir kam es in diesem Segment nur leider etwas viel vor.

Wie schnell man sich in solchen rein narrativen Schleifen verliert, zeigte sich für mich auch in der Debatte um die Qualifikation von Kap Verde im Vergleich zu Italien. Das wirkte phasenweise ein bisschen nach gut gemeint, bei dem die schöne Erzählung über den sympathischen Underdog die sportliche Realität und Differenzierung zu überlagern drohte. Da aber nochmal ein Danke an die Runde als das ganze (aus meiner Perspektive) wieder etwas geerdet wurde und für mich eine echte Pluralität zustande kam in der Mehrwert entsteht.

Fazit: Mir geht es gar nicht darum, hier den großen moralischen Zeigefinger zurückzustrecken. Ich finde es wichtig und gut, dass der Rasenfunk auch gesellschaftlichen Themen diesen Raum bietet. Ich würde mir für die Zukunft an diesen Stellen einfach nur wünschen, dass auch bei sensiblen Debatten die gewohnte Rasenfunk-Tiefe erhalten bleibt.

Danke für Eure Arbeite und Beste Grüße!

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Zum Thema Côté d‘Ivoire/Elfenbeinküste wollte ich etwas ähnliches schreiben wie @BenS , der aber schon komplett auf den Punkt gebracht hat, dass die Situation so eindeutig nicht ist, wie der taz-Artikel sie darstellt. Übrigens: Auch die Türkei möchte seit 2022 gerne offiziell nur noch „Türkiye“ genannt werden, Kap Verde seit 2013 am liebsten nur noch „Cabo Verde“. Machen aber im „normalen“ Sprachgebrauch die wenigsten, weil es sich eingebürgert hat, bestimmte Landesnamen einzudeutschen – auch, um sie besser aussprechen zu können.

Was die Unkenntnis der kommentierenden Ex-Profis bezüglich das afrikanischen Fußballs betrifft, fürchte ich, dass @Taktikfuchs123 Recht hat und Schweinsteiger, Kramer & Co. vermutlich einfach schlecht vorbereitet sind. Was die Sache natürlich nicht besser macht. Anscheinend gehört eine gute Vorbereitung auf die beteiligtem Mannschaften und die Spieler nicht unbedingt zum Jobprofil – leider.

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Hallo Ben! Erstmal herzlich willkommen im Forum und danke für dein Feedback!

Vielleicht zu dem Thema, wo du mich auch direkt erwähnst:
Es ist lieb, dass du der Rasenfunk Community per Se eine Reflektion der eigenen Privilegien zutraust, schaut man mal in die YouTube Kommentare, weiß man vielleicht schon mal, warum so viele nicht verstehen, was an Schweinsteigers Aussagen Problematisch ist und warum es aber auch systematisch für eine weiße Gesellschaft ist.

Ich finde nämlich schon, dass wir gerade als nur weißes podcastteam unsere Privilegien a) benennen müssen und b) auch taglich reflektieren und nicht immer nur sagen können „ah darüber sollten nur Betroffene reden“.
Und natürlich sag ich dann, dass ich selbst keine Rassismuserfahrungen als weiße Frau habe, durchaus aber auch sagen kann, dass ich selbst als Frau misogyn sein kann und halt auch einfach keine moralische Perfektion an den Tag legen kann deshalb.

Das sind für mich aber keine Binsenweisheiten, sondern Realität, ebenso die Aussage, dass der Kontinent Afrika eher als ein Land gesehen wird - auch da: Schau in die Kommentare bei YouTube oder unter Instagram Videos zu dem Thema.

Wir sind am Ende auch Teil der Berichterstattung und, genau wie wir das ganz am Anfang sagen, es geht ja nicht darum Schweinsteiger zu canceln und ihn als Rassist zu bezeichnen, sondern (ich glaube Inga sagt das) aus diesem Fall zu lernen und kritisch zu hinterfragen, wo eben auch Medien zu stereotypen beitragen.

Again, danke für dein Feedback, viel Spaß weiterhin mit der WM und dem Rasenfunk.

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Ich fand eure Beiträge interessant und gut.

Zu Rade Bogdanovic wollte ich kurz ergänzen, dass er 2019 schon gesagt hat, Dortmund sei abgeschmiert, “als der Trainer entschied, vier Schwarze in seiner Verteidigung spielen zu lassen”. Bei dem gehe ich auf Grund der Indizienlage mittlerweile dann schon davon aus, (persönliche Meinungsäußerung:) dass es sich um einen Rassisten handelt.

Zur Namensdebatte auch noch eine kleine side note: Die Türkei trägt mittlerweile offiziell auch in Fremdsprachen den Namen “Türkiye”. Als jemand, der mehrere Jahre zu türkischem Nationalosmus und Diskurs-Strategien der AKP und ihrer Verbündeten geforscht hat, bin ich in dem Fall ehrlich gesagt ganz froh, dass das niemanden so recht zu kümmern scheint.

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Erstmal möchte ich ein großes Danke aussprechen. Ich finde es gut, wie der Rasenfunk über die WM berichtet. Wer einfach nur abschalten möchte und sich nur für den Fußball interessiert, der kann das bei euch tun und die Gespräche mit Karo und Martin anhören.

Und wer sich mehr über die schwierigen Themen informieren will, kann das beim WM Panel tun. Dadurch bleibt auch genug Raum, um diese Themen etwas ausführlicher zu beleuchten. Wenn das in einem Nebensatz in einer normalen Schlusskonferenz passiert, wäre mir das nämlich zu wenig. Und so kann ich mich da voll drauf einlassen. Ich denke durch diese Teilung wird man den meisten Zuhörenden gerecht.

Zum Thema Côté d‘Ivoire/Elfenbeinküste: Ich denke im offiziellen Sprachgebrauch von Verbänden/Diplomaten etc. hat sich Côté d‘Ivoire schon durchgesetzt. Aber eine Sportübertragung richtet sich ja an den einfachen Zuschauer. Da ist es mMn okay den übersetzten Namen Elfenbeinküste zu nehmen. Da sind dann die kolonialistisch/rassistisch geprägten Klischees der Moderatoren oder Experten schon problematischer finde ich. Auch weil es zeigt, dass diese sich dann oft gar nicht mit dem Fußball bestimmter Nationen beschäftigt haben. Natürlich kann man nicht jede einzelne Mannschaft studieren. Aber so oft, wie man da auf Stereotype verweist, ist es schon enttäuschend. Da brauchts keine Hochbezahlten Experten, da kann ich auch Karl-Heinz vom Stammtisch da hinstellen und was erzählen lassen.

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Hallo Eva,

erst einmal vielen Dank für die herzliche Begrüßung im Forum und deine ausführliche Rückmeldung.

Ich kann total nachvollziehen, aus welchem Impuls heraus du argumentierst. Wenn man einen Blick in die YouTube-Kommentare wirft, dann hast du natürlich Recht. Da weiß man leider vorher immer schon was wohl drunter stehen wird und findet sich oft doch noch negativ überrascht. Andererseits weiß ich nicht genau, inwiefern diese Art von Hörer(*in) da wirklich abgeholt wird. Aber das sagt sich natürlich leicht aus dem Sessel Hörers heraus und in einem Podcast würde ich mich selbst sicher auch nicht missverstanden wissen wollen. Besonders wenn man eine gewisse Art Kommentare schon kennt.

Um das vorab ganz klar zu sagen: Ich habe überhaupt kein Problem mit der Debatte um Schweinsteiger, den Rassismusvorwurf oder die Frage, wie Medien Stereotype reproduzieren. Das ist ein absolut legitimes, wichtiges Thema und ich finde es gut, dass ihr das so besprecht und da auch verschiedene Stimmen das einschätzen. Worüber ich beim Hören “stolpere”, ist also gar nicht der Inhalt oder die Berechtigung der Diskussion, sondern eher die kleine Dinge in der Art, wie sie phasenweise geführt wird.

(Identität vs. Argument) Du sagst völlig richtig, dass ihr euch als weißes Team nicht hinter dem Satz „Darüber sollten nur Betroffene reden“ verstecken dürft, sondern selbst strukturelle Kritik üben müsst. Da bin ich vollkommen bei dir und würde es fatal finden, wenn es anders wäre. Wenn ein Argument aber strukturell und analytisch valide ist, dann steht es im besten Fall (und ja, hier kann man berechtigterweise sagen dass die YT Kommentare sicher nicht der beste Fall sind) für sich selbst. Ohne nochmal die Identitätsebene bemühen zu müssen.

Für mich nehmen manche Ansätze der Diskussion eher “Tiefe”, als dass sie sie geben, aber natürlich versteh ich, dass das sehr subjektiv ist und ich das Glück habe die Kommentare normalerweise maximal zu überfliegen oder ganz und gar nicht mitzubekommen und ich deshalb sicher in meiner ganz eigenen Blase bin.

Ich möchte das Ganze jetzt aber auch gar nicht künstlich aufblasen, als ob das hier ein Riesending oder ein fundamentales Problem wäre. Wenn ich überlege, wie viele Stunden und Sendungen ich hier schon uneingeschränkt toll fand, sprechen wir am Ende über vielleicht vier Minuten, die mich diesmal kurz ein bisschen „gestört“ haben, in denen ich ja aber nicht einmal inhaltlich so richtig völlig anderer Meinung bin.

In dem Sinne wirklich nochmal besonderen Dank an dich und die vielen (Zweitliga-) Sendungen!

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wenn ich mich richtig erinnere, war die “Umbenennung” der Türkei vor allem damit begründet, dass sie nicht länger auf Englisch mit einem Truthahn verwechselt oder gleichgesetzt werden wollte. Zumindest wurde es hierzulande medial so kolportiert.

Allerdings kann ich mir den nationalistischen Unterton aus der AKP- bzw. MHP-Ecke dabei gut vorstellen.

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Schau mal in die Youtube-Kommentare zur Folge :wink:

Danke für deinen Kommentar, ich hab die Verwendung von Cote d’Ivoire nicht moralisch aufladen wollen, ich nenne sie jetzt halt so, ist doch easy.

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Hi!

Die letzten beiden Folgen (DFB und Tribünengespräch) waren beide wieder gut und haben Spaß gemacht zu hören. Ich lebe derzeit in Michigan und kann dadurch oft die Folgen noch direkt „in der deutschen Nacht“ hören.

Ich hab noch meinen Blickwinkel auf die Übertragung und die WM hier in den USA.

Zur Übertragung bei Fox Sports: ehrlich gesagt können die Experten wie Zlatan und Thierry Henry nicht viel sagen. In der Halbzeitpause sind 10 Minuten Werbung und in den verbleibenden 5 müssen die Kollegen in den 3 vorbereiteten Szenen ihren gescripteten Satz runter beten. Aber das ist halt genau das, was der Ami aus dem Dond braucht.

Die Situation zur Werbung mit David Beckham ist schon fast grotesk - es ist fast schwieriger ne Werbung beim Fußball ohne ihn zu sehen.

Ich schau die meisten Spielen über das Netzwerk von NBC (Peacock) mit spanischen Kommentar. Ich spreche nur kein Spanisch - also mach ich mir die Audio Berichterstattung von Sportschau rein, sofern verfügbar. Es ist zwar toll, dass die hier zu empfangen ist, aber ich bin super enttäuscht von den Floskeln und dem Gelaber der Kommentatoren. Ich muss leider sagen, dass es da öfters Aussagen zum Fremdschämen gibt. Dann teilweise doch lieber die nüchterne, beschreibende Fox Sport Audiospur.

Wir haben hier in der Ortschaft ne Craftbeer Brewery. Alle Spiele werden gezeigt - USA und DE auch mit Ton. Hier sind viele Deutsche, dadurch war gestern auch ziemlich voll und auch mit vielen Trikots - fast wie daheim. Bei den letzten Spielen der USA war auch bisher gut voll und viele der Amis feiern halt das Event des Spieles an sich - aber nach dem Abpfiff ist halt auch wieder fast egal. Was für die Bubble spricht, ist der Unmut über die Midgame Advertisement Break - die es aber im spanischen Stream nicht gibt :slight_smile:

anyway, hier ist natürlich nicht vergleichbar mit Deutschland und dem lokalen Football. Vielen Dank für die Berichterstattung - vllt. Rückt ja in den nächsten Wochen noch etwas mehr Taktik und Spielgeschehen in den Fokus. Oder ne Rückschau mit Tobi und Martin über die spielerischen Trends der WM?

Cheers, Fabian

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Hab ich auch nach Evas Antwort schon gemacht und das schnell wieder bereut :sweat_smile: Ziehe da meinen Punkt deshalb auch so halb zurück. Obwohl ich fast befürchte die Kommentare würden in jedem Fall so aussehen…

Alles easy zu Cote d’Ivoire, kam vielleicht auch einfach falsch bei mir an gerade im Zusammenspiel mit dem taz-Artikel (der find ich schon ein bisschen mehr impliziert). Wie gesagt, sich überhaupt darüber Gedanken machen und gerade in ‘nem öffentlichen Forum" dann was zu ändern kann man ja grundsätzlich eigentlich nur begrüßen.

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Noch meine 2 Cents:
Ich möchte der FIFA zugestehen, dass der Umgang mit Spieler:innen
(auch wenn das Problem sehr männlich geprägt ist, ist es ein menschliches und Hope Solo ist eine Frau, deswegen gender ich an dieser Stelle, aber eigentlich müssen wir uns auf die Männer fokussieren)
Die Gewalt ausüben nicht leicht ist, weil wie Tobi ja meinte: wo setzen wir da an usw.

Aber die FIFA und die UEFA veranstalten Turniere um den Verbänden Geld zu geben(„it’s your Money“) und die machen Jugendarbeit, genau dafür findet ja die WM und EM statt und deswegen haben wir ja so viele Teams,.wenn ich Infantino richtig verstanden habe.
Und dann nehmt das halt in eure Statuten auf, dass zur Jugendarbeit Gewaltprävention dazu gehört. Und ich formulier das extra so, weil dann kann auch der Iran oder Afghanistan nichts sagen(weil natürlich geht es um häusliche Gewalt) aber dann muss halt jeder Verband eben sich auch um Sozialarbeit kümmern, wenn man schon die ganzen Jugendlichen abgreift
Aber vielleicht ist das auch einfach eine Lüge von Infantino, dass es das Geld der Verbände ist(schwer vorstellbar)

Und dann macht halt auch Mal Spiele, wo das Thema ist
Und dann eben nicht wie bei dem PrideSpiel, wo man ein bisschen das Gefühl hatte, es geht darum den Iran zu ärgern(das bedeutet nicht, dass ich das Schlecht finde, aber es wäre glaubhafter wenn es von oben organisiert wird und zum Beispiel ein ganzer Spieltag in dem Zusammenhang unter dem Motto stattfindet und nicht nur der politische Gegner der USA das zum Thema machen muss)

Zum Thema Schweinsteiger und Bogdanovic
Vielleicht noch mal für was sie angestellt sind:
sie werden bezahlt fürs sprechen!

Und wenn man es nicht hinbekommst, zu sprechen ohne Stereotypen zu bedienen ist das einfach der falsche Job

Und einfach eine Scheiß Entschuldigung rauszuhauen ist auch nicht so schwierig
Er hätte ja nicht Mal häucheln müssen, dass er gedenkt über sein Verhalten nachzudenken, aber einfach ein Tschuldigung? Selbst das ist zu schwer?
Und das was Klopp da abzieht ist genau so peinlich
Das ist menschlich wie fachlich echt einfach sehr drunter
Das warum das auch noch Müll war, der verbreitet wurde(und damit ja noch mal ein Beweis mehr, warum das Rassismus ist), wurde ja in der Sendung erklärt

Aber mich regt das auf, dass Schweinsteiger es nicht Mal schafft sich zu entschuldigen
Wie so ein 14 Jähriger

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Zur Aussage von Schweinsteiger vielleicht noch eine weitere Nuance, die zeigt wie wichtig Sprache und Kontext sind: Schweinsteigers Verwendung des Worts “wild” wurde im Französischen mit “sauvage” übersetzt. Sauvage ist ein so aufgeladener Begriff, der verkürzt gesagt das Menschsein abspricht und eine große (negative) Bedeutung in der Geschichte von Unterdrückung und Kolonialisierung hat.

Diese Übersetzung hat meines Erachtens nach mit dazu geführt, dass die Empörung, u.a. beim Trainer der CIV so groß war. Das soll Schweinsteigers Aussagen und sein Verhalten gar nicht entschuldigen - nur etwas Kontext liefern und unterstreichen wie wichtig es ist, gerade als Mensch mit großer Reichweite und Publikum Worte abzuwägen und sich Gedanken zu machen.

Leider Paywall: Bastian Schweinsteiger über die Elfenbeinküste: Wenn der Kontext kollabiert - Kultur - SZ.de

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Dann muss man unbedingt den/die Übersetzer:in ganz doll loben

Weil das „wild“ ist bei uns ja genauso aufgeladen(„der edle Wilde“ usw. Damit wurden Volkerschauen beworben und steht in dem Zusammenhang auch für eine Entmenschlichung)

(Ich bin mir Sicher, das Schweinsteiger sich keine Platte über den Kontext gemacht hat, um so schlimmer, dass er es nicht schafft sich zu entschuldigen)

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Hmmh…ich würde nicht sagen, dass “wild” und “sauvage” gleich aufgeladene Begriffe sind. Im Kontext der Jahrhunderten an Kolonialisierung hat das meines Erachtens noch eine andere Konnotation, die es in Deutschland nie haben wird. Aber immer noch problematisch.

Dazu kommt, dass das Wort “wild” ja seit einigen Jahren sehr beliebig verwendet wird, ausgehend von wyld/Jugendwort etc. Ich höre das mittlerweile sehr viel in allen möglichen Kontexten und nicht nur von der “Jugend”.

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Dafür ist mein Wissen zu dem Thema in Frankreich zu schlecht

Aber das der Begriff im Kontext zu schwarzen Menschen nicht aufgeladener ist, liegt in meinen Augen daran, dass wir(auch im folgenden ist die Gesellschaft gemeint(was auch immer das ist)) uns zu wenig mit dem Thema unserer eigenen kolonialen Vergangenheit beschäftigen
Im Zweifel beruft man sich dann auf Karl May und seinen positiven Rassismus und es wird sich dann auf das Edel gestürzt und vergessen dass zb. Der Kölner Zoo seine Völkerschlau und „seine Wilden“ als Kannibalen beworben hat usw.
Und aber auch viele Verbrechen auch abseits von Namibia von Deutschen begangen wurde, wie Menschen dort behandelt wurden usw.

Aber ja es ist natürlich trotzdem eine unterschiedliche Geschichte des Rassismus in beiden Ländern

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Du hast recht - ich hätte das nicht übereinander stellen sollen mit mehr oder weniger aufgeladen, sondern nebeneinander mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten.

Absolut bei dir, dass die Vergegenwärtigung deutscher Kolonialverbrechen ein riesiger blinder Fleck ist. War zumindest bei mir auch kein Thema im Geschichtsunterricht.

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Grundsätzlich kann jeder Mensch Rassismus erfahren. Entscheidend ist der Kontext.

Wenn du als weiße Frau keine Rassismuserfahrungen machen musstest, dann liegt das weniger an deiner Hautfarbe, als an der Hautfarbe der Menschen, die die Mehrheitsgesellschaft um dich herum bilden - und die sich nicht von deiner unterscheidet.

Ich dachte, ich lasse das mal als kleine Anregung da, denn wenn man sich der Bedeutung des Kontextes in dieser Sache nicht allzu bewusst ist, dann könnte das Gefühl in einem entstehen, dass gegen Weiße gar nicht diskriminiert werden kann.

Ich empfehle Dir dringend, dich eingehender mit dem theoretischen Konzept “Rassismus” und dessen Begriffsgeschichte auseinanderzusetzen, bevor du in der Öffentlichkeit anderen Leuten mansplainst, die das offensichtlich getan haben. Einen ersten Einstieg dazu können “Exit Racism” von Tupoka Ogetta oder “Rassismus” von Natasha A. Kelly bieten.

Ich versuche ganz kurz, zusammenzufassen, warum deine Aussage am Thema völlig vorbei geht: “Rassismus” ist nicht gleichzusetzen mit der bloßen Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer de facto Hautfarbe, sondern verläuft entlang der Grenzen imganierter (!), zugeschriebener Zugehörigkeit zu Menschengruppen und beinhaltet Stereotype, Abwertungen und Denkmuster, die aus der Kolonialzeit stammen und von Weißen, europäischen Menschen erfunden wurden, um die Eroberung und Ausbeutung des afrikanischen Kontinents und seiner Schwarzen Bewohner*innen vor sich selbt zu rechtfertigen.

Wenn Weiße Menschen aufgrund ihres Weiß-seins diskriminiert werden, ist das Diskrminierung, Hass, Ausgrenzung, you name it, und schlimm. Es ist aber kein Rassismus, weil dieser Begriff explizit das oben genannte globale Machtverhältnis, die (post-)kolonialen Strukturen und Denkmuster miteinbezieht. Folglich macht eine Weiße Frau (in der Regel) i

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Jürgen Kalwa zuliebe sollte die WM wieder wie in den 70er- und 80er-Jahren mit 16 bzw. 24 v.a. schwerpunktmäßig europäischen, aber dafür richtigen Fußballnationen ausgetragen werden. Da muss man sich auch nicht für irgendwelche “Fußballzwerge” freuen, nur weil die zum ersten Mal in ihrer Fußballgeschichte ein jämmerliches Sechzehntelfinale erreichen. Dass dieses Turnier einigen Nationen vielleicht auch über den Fußball hinaus (noch) etwas bedeutet? FIFA, Infantino, Trump - hallo, checken die denn gar nichts? Den (westlichen) Zynismus, mit dem man auf dieses Turnier blickt, muss man sich wohl leisten können.