Tribünengespräch 135: WM-Panel 5

Wir haben in dieser Konstellation über die WM gesprochen:

Wie hat euch die Sendung gefallen?

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endlich :smiley:

Erstmal wie immer eine gute Folge.

Ich persönlich finde es auch interessant den Fußball philosophisch zu betrachten.

Aber ich habe ehrlichgesagt bei der Aussage des Philosophen gar nichts verstanden. Was in aller Welt meint er mit „Deutschland über alles“?

Das ist für mich eine Überintellektualisierung des Fußball, die den Fußball überfrachtet.

Bei allem Pathos sollte man nicht vergessen, dass das dfb Team der Männer am Ende des Tages eine Sportmannschaft ist, die von einem Sporttrainer trainiert wird. Damit will ich sagen, dass mir die sportliche Eignung für den Posten am wichtigsten ist.

Da ist mir die Nationalität und Geschlecht vollkommen egal. Da finde ich einen „Weltbürger“ sogar eher zielführend, da er über den Tellerand blickt.

Max’ Take, Donald Trump werde sich erst in einigen Monaten „verplappern“, ist dann doch eher schlecht gealtert :wink::

Sehr unangenehm auch die Speichelleckerei von Ted Cruz.

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Hast noch nicht bis zum Ende gehört, was? :smile:

Erwischt :see_no_evil_monkey::see_no_evil_monkey::see_no_evil_monkey:

Ich finde, dass man den jetzigen Fall nicht durch den Ronaldo-Fall verwässern darf. Es steht ja anscheinend in den Regeln, so dass die Entscheidung bei Ronaldo, auch wenn es von der Bewertung her eine Fehlentscheidung war, vielleicht auch anders motiviert, aber dennoch nicht regelwidrig war. Und das könnte man ebenso auch bei Balugon sagen.

Aber die komplett andere Dimension entsteht dann ja durch die Anrufe von Trump. Das ist ja der massive Eingriff ins Spiel. Und da erinnere ich mich nicht an eine Intervention durch den portugiesischen Präsidenten bei Ronaldo.

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Zur Diskussion um die Schiris:

Mein Gedanke dazu wäre es auch den Schiri-Markt zu internationalisieren. Wieso sollte ein asiatischer oder afrikanischer Schiri nicht europäische CL oder Topliga pfeifen können? Und so würden die entsprechenden Schiris auch in die Lage versetzt außerhalb von WMs Erfahrung auf höchstem Niveau zu sammeln. Ich könnte mir auch vorstellen, dass der ein oder andere deutsche/ europäische Schiri davon profitieren würde mal Libertadores oder CAF CL zu pfeifen.

Der Fussball, Spieler und Trainer sind so international, wieso klammert man sich gerade bei sowas unglaublich wichtigem wie den Schiris an nationale/ Verbandsgrenzen?

Hätte gerade für die Schiris aus dem Sog. globalen Süden wahrscheinlich auch eine finanziell attraktive Komponente..

Sehen wir das ganze Trump-Fifa-Theater doch positiv:

Bei all dem, was in der Welt so abgeht, dürfen wir glücklich sein, wenn es Konstanten gibt, die uns ein wenig Stabilität und Orientierung geben. Und wenn man sich auf eines verlassen kann, dann darauf, dass Sportverbände korrupt sind.

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man pfeift nicht eben mal so CL. Ich gebe dir mal das Beispiel Jablonski. Der ist seit 2003 Schiri, seit 2011 im DFB-Bereich (dritte Liga), seit 2017 in der Bundesliga und seit 2022 FIFA Schiedsrichter. Seine internationale Karriere sieht so aus:

  • 2022/23: nur Jugendpsiele, also Youth League und U-21/19/17 EM-Qualispiele
  • Sommer 23: U19 EM Endrunde, wohl mit sehr guter Leistung incl Finale
  • 2023/24: die ersten Herrenspiele in der CL/EL/ECL Quali, in der ECL Gruppenphase und Länderspiele wie Albanien-Faröer
  • 2024/25: die ersten EL Gruppenspiele und das erste ECL KO-Rundenspiel
  • 2025/26: die ersten CL-Gruppenspiele und das erste EL-KO-Rundenspiel
  • 2026/27 wäre dann bei guter Performance die logische Folge das erste CL-KO-Rundenspiel

Wir sprechen also von einem sehr guten Bundesligaschiedsrichter, der mit hunderten Spielen Erfahrung aus den drei deutschen Profiligen auf die FIFA Liste kommt, als Schiri einer Top5 Liga eine Vorzugsbehandlung von der UEFA bekommt, direkt in seiner ersten internationalen Saison ein U19 EM Finale pfeifen darf und trotzdem noch über 3 Jahre bis zu seinem CL Debüt benötigt.

Die UEFA hat Austauschprojekte. Bei den Turnieren sind regelmäßig Schiris aus anderen Verbänden dabei, insbesondere Südamerika. Aber die Schiedsrichterausbildung ist eine Sache von Jahrzehnten um überhaupt erstmal auf das UEFA Level zu kommen und dann noch von einem weiteren halben Jahrzehnt um es in die CL zu schaffen. Bei einem glatten Verlauf. Andere Schiris brauchen deutlich länger oder schaffen es gar nicht. Das kann kein Austauschprojekt und auch keine Globalisierung des Schiedsrichterwesens leisten, sondern muss vor Ort passieren.

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Ich verstehe natürlich vollkommen, dass es deutlich komplexer ist als “einfach mal zu pfeifen”. Und danke für das ansehnliche Beispiel.

Dennoch denke ich, dass es Möglichkeiten geben sollte als nicht-europäischer Schiri nach Europa zu wechseln. Wenn man möchte, dass die Schiris, die bei der WM zum Einsatz kommen dem höchsten Niveau entsprechen, dann müssen sie (wie es die Mehrheit der Spieler ja auch tut) auch die Möglichkeit haben in ihrem Alltag in Club-Wettbewerben auf höchstem Niveau zu pfeifen.

und dann in der Regionalliga pfeifen lassen, wo einige WM-Schiris vom Niveau her absolut korrekt einsortiert wären? Mit Sprachbarriere? Wie soll das nötige Arbeitsvisum für einen Schiri aussehen, der in der Regionalliga 200€ pro Spiel verdient?

Bitte nicht falsch verstehen. Natürlich ist der Gedanke von Förderung durch Austausch naheliegend und wünschenswert. Aber er hat eben auch offensichtliche Limits. Man kann eine 10-Jährige Ausbildung nicht einfach so auf einen anderen Kontinent verlegen. Und wäre der ozeanische Schiri, der 10 Jahre in Europa pfeift und es auf CL-Niveau bringt, dann überhaupt noch ein ozeanischer Schiri oder ein Europäischer?

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Den letzten Punkt finde ich gerade beim Fußball, wo Talente teilweise schon sehr früh den Kontinent wechseln oder für Länder auflaufen, in denen sie nie gelebt haben ziemlich irrelevant. Messi ist mit 13 zu Barça gegangen und trotzdem wäre ja niemals jemand auf die Idee gekommen, dass er nach 10 Jahren Ausbildung/Karriere mit 23 dann ein europäischer Spieler ist? Also bitte auch hier nicht falsch verstehen, aber wieso sollte ein ozeanischer Schiri, der mit Mitte 20 oder Anfang 30 nach England gewechselt ist und dort seine Ausbildung/ Karriere fortsetzt nicht mit 40 ein Weltklasse-Schiri aus Ozeanien sein können und für seinen Landesverband bei der WM pfeifen. Ich sehe einfach keinen anderen Weg wie überhaupt jemand von dort auf dieses Niveau kommen kann?

Die legalen und finanziellen Herausforderungen bestreite ich auf keinen Fall, kann mir aber gut vorstellen, dass die lösbar sind, wenn man denn möchte (und vielleicht jemand mal länger darüber nachdenkt als ich gerade eben beim Hören der Folge). Sprachbarriere existiert natürlich, aber 1. gibt es bereits viele Menschen weltweit die europäische Sprachen auf muttersprachlichem Niveau sprechen und 2. lernen Personen ja auch für andere Karrieremöglichkeiten neue Sprachen (man denke nur an die vielen Menschen im Gesundheitswesen aus Lateinamerika oder asiatischen Ländern, die Deutschland aktiv anwirbt und die ja auch die Sprache lernen müssen).

Ich finde zumindest solche Möglichkeiten sollten mal ernsthaft durchdacht werden mit allen praktischen Implikationen. Denn die aktuelle Situation mit, wie Du richtig sagst, mancher regionaligareifer Vorstellung, finde ich absolut unbefriedigend.

Wahrscheinlich müsste für sowas das Schiritum generell noch deutlich professionalisierter werden (was uU an sich ja schon einen positiven Effekt haben könnte?).

Die Frage Bal’o’gun wurde in USABEL mit “ball” beantwortet.

Ein paar Gedanken zur Sendung

Inhaltlich eh super
Aber auch vom Flow gefällt mir das immer besser, dadurch, dass ihr euch immer mehr einspielt

War Nagelsmann vielleicht doch nicht so schlecht?
Doch
Wir haben ja nicht nur die Leistung gegen Paraguay. Das Spiel gegen CIV konnte man drehen, weil Undav und Amiri halt ihren Kram gemacht haben, aber das war bis die beiden rein genommen wurden eine maue Leistung, und Ecuador und Paraguay waren auch ohne jede Kreativität(und ich hab nur in der Zusammenfassung Fra-Par mehr Varianten gesehen als bei Deutschlands kompletter WM)

Dann zu den Schiedsrichterleistungen:
Zuerst eine Frage: hat der Schiedsrichter aus dem Eröffnungsspiel eigentlich noch mal ein Spiel pfeifen dürfen?
Ich hab die Roten nicht mehr komplett im Kopf, aber meines Wissens waren die 2 die er gepfiffen hat relativ eindeutig und eine vom VAR, wo du weißt, OK ich hab hier gerade 1 Mrd Menschen die mir über den Rücken schauen und der Var meint das ist ne Rote…
Dieser wurde ja auch von der Öffentlichkeit angeprangert, weil er seinen Job gemacht hat, nämlich nach den entsprechenden Regeln die Konsequenzen gezogen hat…
Und das steht aber auch exemplarisch ja nicht nur für Collinas weg, sondern wird ja auch immer wieder von Fans gefordert, möglichst ohne Karten auszukommen

Wäre es nicht sinnvoller mehr Fairness zu fördern?

Und ja wir müssen über den Einfluss von Collina reden, aber auch wann solche Entscheidungen getestet werden
Hätte man am Anfang der Saison gesagt: Referees sollen weniger Gelb geben, Torwart hat bitte ein bisschen mehr Freiraum, hätten die Schiedsrichter:innen und die Spieler:innen eine Saison Zeit gehabt sich darauf vorzubereiten, es wäre am Anfang, wenn noch mindestens 30 Spiele wären vermutlich zu ein paar Unstimmigkeiten gekommen, aber alle hätten Zeit gehabt
Aber nein, das macht man auf der größt möglichen Bühne?
Wie undurchdacht ist das?
Wenn im Krankenhaus die Chirurgin:en plötzlich nich mehr ihr Skalpell benutzen dürften und einige haben vorher noch nie mit einem Laser gearbeitet und es stehen krasse Hirnops an, würden wir unsere Chefs ja auch einfach auslachen oder sie fragen, ob sie spinnen

Und wir brauchen eine höhere Fehlertoleranz bei Schiedsrichter:innen
Weil es kann nicht sein, dass jemand der, warum auch immer, nur weil ein Fehler vor 1 Mrd Menschen passiert, gleich hingestellt wird, als wäre diese Person inkompetent
Und wir müssen es auch aushalten, dass Referees, sich entwickeln müssen und man wächst nun Mal an den Aufgaben
(Gut wenn man den Besten Schiedsrichter eines Kontinents nicht einreisen lässt, fehlen natürlich auch am Ende ein paar mehr positive Beispiele)

Irgendwann hab ich Mal das Buch von Collina gelesen und da steht in etwa drin, die besten Schiedsrichter:innen sind die, die man nicht bemerkt
Also ich würde mal sagen: er ist seinen Ansprüchen nicht gerecht geworden

P.s. ich hoffe @GNetzer hat sich auch Heavysaurus angeschaut. Wenn er Männer in Geisterverkleidung gut findet, sollten ihm Dinos noch mal mehr imponieren.

Argentinien hat zumindest Angst gehabt, dass er für Spanien spielt, so dass man schnell zwei U20-Länderspiele organisiert hat, damit er sich festspielt. (siehe u.a. hier und in Guillem Balagues Buch über Messi) - aber das nur am Rande.

Die Idee des Austauschs oder auch des Transfers hat Charme. Es waren in der abgelaufenen Saison ja japanische Schiris im Einsatz und im Austausch sind Badstübner und Petersen nach Japan. Pele Wollitz war, wie so oft, wenn es um Schiris geht, nicht begeistert. Generell wäre es aber eben durchaus die Frage, wie man die Schiedsrichter im Niveau anhebt, so dass alle (auch die “westlichen” oder die des “globalen Nordens”) besser sind. Wäre bspw. ein zweiter Hauptschiedsrichter eine Variante, weil das Spiel für einen allein zu schnell ist? Darf da mE keine Denkverbote geben.

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Endlich! :smiley:

Ich fand es war einer der besten Sendungen zur WM, inhaltlich war es sehr rund, die Spiele kamen nicht zu kurz und es blieb thematisch bei der WM und mäanderte nicht zu weit in andere Welten.

Die Bewertung von Klopps Engagement als Nationaltrainer durch den Philosophen fand ich interessant und durchaus schlüssig. Bei der Schlussfolgerung sehe ich das anders: Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich mit Klopp das Bild des und die Erwartungen an den Bundestrainer verändern. Er schafft es womöglich seinen “Gemeinschaftsgeist” auf die Nationalmannschaft zu übertragen - das Tragen des Trikots ist dann keine Last mehr, es vergeht diese Schwere im “Spielen für unser Land”. Zu wünschen wäre es der Mannschaft :slight_smile:

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Danke, Max, dass du Mateschitz beim Thema Klopp nochmal angesprochen hast. Das kommt mir immer sowohl bei Klopp als auch bei RaBa immer viel zu kurz. Wenn ichs polemisch ausdrücken will, sag ich: Wer bis zu Mateschitz’ Tod für RaBa gearbeitet hat, hatte keine Probleme damit, für einen rechtsextremen Milliardär und die Mehrung von dessen Vermögen (das u.a. für das Platforming Rechtsextremer) sowie das Sportswashing seines Images voranzutreiben. Und so wirklich ist das mit seinem Tod ja auch nicht geendet, ServusTV nimmt ja weiterhin eine Scharnierfunktion zwischen Rechtsextremismus und bürgerlich Konservativen ein.

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First off all. Danke für über 2 Stunden Podcast. Ich liebe Podcast’s die (Überlänge) haben.

Nach diesem Podcast beschäftigt mich die Frage: Wie ist es möglich wieder Transparenz in die FIFA zu bekommen?

Es gibt keine genauen Angaben darüber wer sitzt in welchem Gremium? Wie werden Entscheidungen getroffen? Mit welcher Argumentation werden diese Untermauert? Es gibt entweder Gianni am Mikro, oder schriftliche Statements. Alles sehr suspect!

Von innen wird dieser Impuls wohl eher nicht kommen, wie ich gelernt habe. Also bleibt ja nur noch die Politik. Und da sind wir dann wieder bei der Einflussnahme durch die Politik, siehe Trump.

Ich bin in dieser Frage gerade etwas lost.

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Glaubt hier jemand, dass der Qualitäts-Abfall des Brasilianischen Teams mit dem Aufschwung der Europäischen Nachwuchsarbeit zu tun hat? In den 80ern/90ern wurden hoch-talentierte Spieler aus Brasilien nach Europa geholt. Mittlerweile brauchen das die Top-Liegen nicht mehr und Brasilianische Spieler gehen einen anderen Weg.