Tribünengespräch - Raba


#21

Oh Mann, was für ein fürchterlich unbefriedingendes Tribünengespräch. 5,5 Stunden und danach dachte ich WTF! Ok stimmt nicht, dass kam nicht so einfach nach dem Ende sondern hat sich eigentlich angestaut oder besser im Laufe des Gesprächs aufgebaut.
Du investierst fast 6 Stunden deiner Zeit und am Ende stehst du da und denkst “ja und jetzt?”. Sorry aber das geht gar nicht!

Zeigt aber eben auch, wie weitreichend oder komplex das Thema RaBa Leipzig ist. Denn wenn man nach fast 6 Stunden da sitzt und zu den vielen Punkten die ihr um Tribünengespräch angesprochen habt, noch immer offen Punkte/Fragen oder diskussionsbedarf sieht und sich wünscht, dass das Gespräch noch weiter gegangen wäre, dann hat man zwar offenbar 6 interessante, unterhaltsame und informative Stunden verbracht aber es lässt einen auch irgendwie unbefriedigt zurück :wink:

Edit 20.08.18: Damit es bei nachfolgenden Lesern nicht zu weiteren Missverständnissen kommt, siehe auch die vier nachfolgenden Posts, folgende Ergänzung:

Der erste Absatz ist keine Kritik am Tribünengespräch sondern ein überspitzt formulierter Ausdruck dessen, dass ich während der Sendung mehrfach dachte “wie was Themenwechsel, aber da muss doch noch weiter drüber gesprochen werden” und ähnliche Gedanken. Wie ich dann im zweiten Absatz ausführe liegt das aber in der Natur und Komplexität des Themas.


#22

Tja, was soll ich dazu sagen? Hattest du wirklich bei dieser Gästekonstellation damit gerechnet, dass wir einen Konsens erreichen? Und wenn du selbst zu keinem gelangt bist, dann muss das ja nicht nur an der Sendung liegen, was?


#23

:grin: sorry Max, da hätte ich wohl noch den ein oder anderen Smiley setzen sollen. Ich dachte es wird aus dem zweiten Absatz klar, dass es natürlich nicht an der Sendung liegt sondern am Thema.
Mein Beitrag sollte keine Kritik am Tribünengespräch sein, im Gegenteil :wink: Er ist natürlich etwas überspitzt formuliert und ich dachte eigentlich, dass sich das rauslesen lässt. :wink:


#24

Oh, sorry. Alles gut, Kritik wäre ja auch ok gewesen. Ich trink mal noch einen Kaffee. Die Vorbereitung der Saisonvorschau hat mein Hirn zermatscht.


#25

Kein Ding, ich bin mir eigentlich der Problematik von Schreiben/Lesen/“Ankommen” von Posts sehr deutlich bewusst, insofern hätte ich da auch etwas mehr am Ende des Posts “auflösen” müssen.


#26

wann können wir mit der Saisonvorschau rechnen? so ca?


#27

Wird Montag Abend aufgezeichnet, erscheint in der Nacht auf Dienstag.


#28

… da wäre der ein oder andere Smiley (oder die ein oder andere Formulierung?) sicher hilfreich gewesen, denn man kann diesen Absatz schon als frontale, geharnischte Kritik lesen…
Schön, dass du es gleich richtig gestellt hast.
Wenn du dafür plädierst, das Tribünengespräch über “Raba” fortzusetzen, unterstütze ich dich dabei übrigens vollends! :wink:
Ich habe aus dem ersten - wie oben beschrieben - sehr viel mitgenommen und es hat dazu geführt, dass ich “Raba” nun anders beobachte.
Aktuell ist für mich interessant zu sehen, ob sich der “Verein”(?) dauerhaft etablieren wird oder er bereits im Absteigen begriffen ist.


#29

Natürlich ein Verein, nur eben einer mit sehr erlesenen Mitgliedern :wink:

Aus Sicht des Marketings kann ich mir nicht vorstellen, dass Red Bull ein Absteigen mitmacht. Das passt einfach gar nicht zum Image vom Energydrink. Wenn es wirklich mittelfristig abwärts geht, dann wird Red Bull den Stecker ziehen. Und wenn man sich ansieht, dass der Verein aktuell alles durch Schulden bei Red Bull vorfinanziert, kann man den Verein auch gleich vom Spielbetrieb abmelden.

Schon eher könnte ich mir vorstellen, dass Rangnicks Regentschaft endet. Die Jugendarbeit bringt keine Früchte ein, die Spielweise ist zu eindimensional und zu kraftintensiv für das intenationale Geschäft.

Mit anderen Worten: Ja, eine Fortsetzung des Tribünengesprächs zum leipziger Fußball klingt sehr vielversprechend.


#30

Ich glaube nicht, dass Leipzig allzu bald fallen gelassen wird. Es gibt kaum eine attraktivere Liga als die Bundesliga. Natürlich ist die PL noch besser. Aber dort ist die Konkurrenz auch ungleich höher. In Deutschland gibt es die Bayern, aber alle Vereine danach (Dortmund, Schalke etc.) sind in Leipzigs Reichweite würde ich mal behaupten. In England gibt es jetzt schon 5-6 Vereine mit ernsthaften CL Ambitionen. Wenn man da einsteigen will, dann ist das Investment deutlich größer um sich da ernsthaft zu etablieren.

Auch diese Vorfinanzierung ist doch kein Thema. Schalke musste sich doch auch verschulden um das neue Stadion zu bauen (inzwischen ist es wohl abbezahlt oder?)
Jeder Verein macht zwischenzeitlich mal Schulden. Die Frage ist ob diese irgendwann wieder abbezahlt werden können. Und von den Keita-Einnahmen geht doch auch schon was zurück zum Konzern. Wenn die noch 1-2 Spieler zu diesen Preisen verkaufen, dann wird das bestimmt so hin gerechnet, dass man aus den roten Zahlen raus ist.

In einem Folgegespräch würde mich deshalb vor allem interessieren wie weit man mit dem Nachwuchs ist. In welcher Klasse spielen die und gibt es da schon Andeutungen ob es mal jemand schaffen kann?


#31

Ich bezweifle trotzdem, dass ein Sponsorenwechsel möglich ist. Trainingszentrum, bald auch das Stadion usw sind alle im Design der Brause. Und mental gilt das doch genau so.

Zum Nachwuchs:

  • U23 abgemeldet ohne schlüssige Begründung
  • In der aktuellen U19 niemand, der direkt Bundesliga spielen könnte
  • Der letzte U19 Jahrgang wegen der fehlenden U23 wegverkauft.

#32

Und das, obwohl sie die Jungs teuer von anderen Vereinen abgeworben haben


#33

So weit wird es nun noch nicht sein. Sie sind sich, denke ich, im Klaren darüber, dass sie sich mittelfristig mit 5-6 Teams um die Plätze 2 bis 7 kloppen müssen. So gesehen wurden ihre Flügel etwas gestutzt und das Motto “Schneller, höher, weiter”, was im Prinzip in der DNA von Red Bull als Sportsponsor steckt, geht nicht mehr zu 100% auf. Tolle erste Bundesliga-Saison gespielt, aber dann hat man eben auch mal mit “normalen” Problemen eines Bundesligaclubs zu kämpfen.

Spannend wird es garantiert, wenn Maßnahmen mal nicht greifen werden. Die Früchte des Jugendzentrums wird man sowieso erst in 3 bis 5 Jahren zart begutachten dürfen. Die Chance, dass keine großen Spieler daraus entwachsen, ist definitiv da. Was ist, wenn das größte Trainertalent auf dem Markt (Nagelsmann) aus irgendwelchen Gründen bei Raba nicht funktioniert. Wenn ständig riesige junge Talente (Burke) bei Raba nicht zünden - wenn also die eigenen manifestierten Strategien nicht umzusetzen sind. DANN wird es spannend bei Raba und Red Bull.


Ich weiß tatsächlich nicht, ob zu diesem Zeitpunkt ein neues TG zu Raba unbedingt nötig ist und neue Erkenntnisse liefert. Für mich ist eine Diskussion zu Raba eine Diskussion zum heutigen Fußball. Ein unfassbares, komplexes Thema, in dem es sicher mehr Schatten als Licht gibt.

Statt ein “Quo vadis, Raba?” sollte es vermutlich eher ein “Quo vadis, Fußball?” Tribünengespräch geben.


#34

Da wäre ich etwas vorsichtig, da man das im Zusammenhang sehen muss. RB hat einen anderen Anspruch als einige Bundesligavereine an ihre Jugendabteilung, die selektieren schon stärker aus, als es z.B. ein Freiburg, Stutttgart machen machen. Daher ist die Hürde um ein Vielfaches größer Bundesliga zu spielen.
RaBa ist auch nicht momentan nicht darauf angewiesen, auf Jugendspieler aus der eigenen Akademie zu setzen - wie mein Vorposter schon gesagt hat, kann man die Früchte erst in ein paar Jahren ernten.

Generell muss man sich auch fragen, wenn man zu solch einem Ergebnis kommt: Was definieren wir als “Bundesliga spielen”, nur Kurzzeinsätze über 3 Spiele, eine ganze Saison durchspielen, oder nur bei den Profis mittrainieren? Außerdem ist zu beachten, dass die wenigsten Vereine Spieler in der U19 haben, die Bundesliga spielen können würden - also kein alleiniges RaBa-Problem.

Als Philosophiestudent lacht gerade mein Herz :smiley:


#35

Es stimmt, U19 Spieler - auch die, die gerade herauswachsen - haben nur sehr selten bereits die Vorraussetzungen für mehr als Kurzeinsätze. Problem in Leipzig ist eben nur, dass man sich jahrelang hingestellt hat, und behauptet hat, dass man seine eigenen Spieler, mit gleicher Philosophie wie bei den Profis so toll ausbilden würde. Ja, dass es bislang noch keiner zu mehr als Testspieleinsätzen geschafft hat, ist eigentlich normal. Aber es widerspricht eben auch eklatant dem, was Rangnick und co bis vor Kurzem immer wieder erzählt haben.


#36

Da stimme ich dir komplett zu, wie die Außendarstellung seitens Rangnicks/Rbs - in manchen Themen - gehandhabt wird, etwas über das Ziel hinausschießt


#37

Ich finde es unglaublich interessant, dass hier noch niemand die Gesprächsführung von Matthias angesprochen hat. Es kann doch nicht nur mir aufgefallen sein, dass er in 5 1/2 Stunden jegliche Gegenrede bezüglich RaBa entweder entschieden zurückgewiesen hat oder, was ich noch viel schlimmer fand, erst einmal herablassend mit einem spöttischen Lachen quittierte. Eine tatsächliche Diskussion war doch überhaupt nicht möglich, da er alle kritischen Aspekte sofort wegwischte.
Schade, denn vor allem der Teilnehmer von collinas Erben machte ja deutlich, dass eine unaufgeregte Auseinandersetzung mit RaBa auch möglich ist, wenn man einen eher wohlwollenderen Standpunkt diesbezüglich vertritt.


#38

Tut mir leid, dass ich diesen alten Thread hier noch einmal aufgreife aber ich habe die Folge gerade erst gehört. Ich möchte noch einen Punkt anführen, den ich in der tollen und trotz ihrer Länge keinen Moment langweiligen Diskussion vermisst habe:

Ich kann die Kritikpunkte am ganzen RB-Konstrukt im Wesentlichen nachvollziehen. Ich finde es auch nicht gut, dass da nur 14 Leute im Verein sind, die allesamt auf der Red Bull Gehaltsliste stehen (könnte man auch mal vereinsrechtlich in Frage stellen, insbesondere sofern sie Steuervergünstigungen nach §§ 51 ff. AO genießen). Die Künstlichkeit des Ganzen muss dem Fußballnostalgiker zuwider sein. Und im Aufbau eines Verbundes europäischer Clubs, die sich in mglw. wettbewerbsverzerrender Art und Weise die Spieler hin- und herschieben, sehe ich durchaus eine Gefahr, der die UEFA bislang noch nicht ausreichend entgegengetreten ist.

Ich verstehe allerdings nicht, warum sich die großen Traditionsvereine immer so furchtbar benachteiligt sehen. Gerade diese Vereine haben doch alles was RB hat und noch viel mehr! Die Traditionsvereine, also BVB und S04, Köln und Gladbach, Stuttgart und Frankfurt, HSV und Werder und wie sie alle heißen, haben gegenüber RB doch eigentlich nur Vorteile. Sie haben Fans, die ihren Verein bedingungslos lieben und ihn immer unterstützen. Ob die Leute, die jetzt in Leipzig ins Stadion gehen, nicht wieder weg sind, wenn’s mal nicht mehr so gut aussieht, weiß man noch nicht. Durch Ticketverkäufe und Merchandise haben diese weichen Faktoren natürlich auch finanzielle Auswirkungen. Und wenn RB Leipzig mal der Sponsor/Investor abspringt, dann sind die kaputt. Der BVB wird sicher wieder einen Großsponsor finden, wenn Evonik oder Signal Iduna oder Puma mal das Interesse verlieren. Und mehr Geld hat RB nach allem was wir wissen auch nicht. Also würde ich dafür plädieren, dass man die Entwicklung, insbesondere die Wettbewerbsverzerrung auf europäischer Ebene, sehr kritisch beobachtet, aber gleichzeitig mit einer Mischung aus gesundem Selbstbewusstsein und Respekt vor der sportlichen Leistung auf den kleinen Emporkömmling schaut.