Die deutschen Nachwuchsfrauen haben souverän 5:0 gegen Bosnien&Herzegovina gewonnen.
Bosnien stand quasi immer in einem tiefen Block. Deutschland tat sich schwer, gute Lösungen zu finden. Viel hin- und hergeschiebe in der 1. Halbzeit. Aber immerhin ein Tor geschossen und das ist ja wichtig gegen einen rein defensiv spielenden Gegner.
In der zweiten Hälfte hatten die Mädels dann eine richtig gute Phase, wo sie das gegnerische Tor attackiert haben. Dabei haben sie auch drei Tore erzielt. Nach dem 4:0 haben sie dann den Faden verloren und sehr fahrig gespielt. Zum Ende hin gab es dann wieder mehr Kontrolle, aber die Zielstrebigkeit der guten Phase war weg. Kurz vor Schluss dann doch noch das Tor zum 5:0.
Bosnien im Prinzip mit nur einem Torschuß. Hat etwas zu hart gespielt, ist aber von der Schiedsrichterin nicht eingefangen worden. Erst kurz vor Schluß gab es dann gelbe Karten, als zur Härte noch die Müdigkeit und der Frust kam.
In der ersten Halbzeit wurde dem deutschen Team zudem noch ein klarer Strafstoß verwehrt.
Besonders sehenswert waren das Tor zum 2:0 (schöne Einzelleistung) und der Schuß zum 5:0.
Insgesamt fand ich die Mädels über weite Strecken aber ein wenig planlos, wie man den tiefen Block bespielen soll.
Für ein Auftaktspiel war es absolut in Ordnung. Durch den dichten Block durch zu kommen, war schon eine Aufgabe. Und nicht vergessen. Es ist die U19. Da gehören auch Fehler dazu.
Aber leider Zoe Schick verletzt ausgeschieden. Und allzu gut sah das leider nicht aus.
Glückwunsch an die U19-Mädels zum verdienten Einzug ins EM-Halbfinale.
Im letzten Gruppenspiel wollte Schweden tief stehen und auf deutsche Fehler lauern. Emma Memminger hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht, indem sie früh einen Elfmeter herausholte, den Portella dann verwandelte. Generell war Memminger in der ersten Halbzeit Deutschlands auffälligste Spielerin.
Der Vorsprung hat Deutschland sehr geholfen, dass Spiel geduldig zu gestalten. Schweden, das bereits qualifiziert war, blieb im tiefen Block und Deutschland hatte einfach keinen Grund, ins Risiko zu gehen.
In der zweiten Halbzeit hat sich dann zunächst eine schwedische Spielerin frustriert zu einem Haare-Ziehen hinreißen lassen. Die rote Karte war die logische Folge. Danach traf Maj Schneider sehr schön zum 2:0, nach einer tollen Vorarbeit von Börner und Rintzner.
Die deutsche Defensive hat in den 90 Minuten allerdings auch wieder ein paar haarsträubende Aktionen gehabt. Da war fast die gesamte Palette an „nein, so bitte nicht“ zu sehen (Kopfball, Stellungsspiel, Fehlpässe, unötiges Gedaddel, usw.).
Samstag wird sich dann herausstellen, ob man im Halbfinale auf Österreich oder auf Spanien oder vielleicht sogar auf die Schweiz treffen wird. Zähringer wird dann gelbgesperrt fehlen.
Wenn die deutschen U19 Frauen schon das EM Finale erreichen, dann möchte ich da doch ein paar Sätze zu schreiben. Verdient haben sie sich eine Erwähnung allemal.
Enttäuscht war ich von den Österreicherinnen. Gegen Spanien hatten sie mir wesentlich besser gefallen. Vielleicht lag es ja auch an der konsequenten Verteidigung von Team Dtl.
Insgesamt war es auch leider ein zähes Spiel. Viel Ballbesitz für die deutschen, aber selten richtig gefährlich. Das Team funktioniert, vor allen Dingen hilft man sich untereinander jederzeit und gut.
Lediglich die letzten Pässe im Sturm gelingen selten und auch die Abschlüsse waren zu unplatziert. Ich glaube Österreichs Torfrau wäre mir gar nicht aufgefallen, wäre nicht ständig medizinische Betreuung nötig gewesen.
Ein superstarkes Turnier spielt Emma Memminger und auch gestern war sie wieder an vielen guten Szenen beteiligt. Im Turnier bisher selten defensiv gefordert, daher dort auch schwer zu bewerten. Aber wenn sie dort auch stabil sein/werden sollte, hat Freiburg mit der Verpflichtung ein gutes Händchen bewiesen.
Tessa Zimmermann ist die Effizienz pur. Sonst wenig Szenen, ganz im Gegensatz zu ihrer Rolle in Frankfurt, aber schon 2 wichtige Tore.
Die Sperre von Luzie Zähringer fiel nicht allzu stark auf, dazu wurde im Kollektiv zu gut verteidigt.
Maj Schneider ist Meisterin im Gegenpressing, das ist mir auch in Freiburg schon aufgefallen. Sie müsste nur manchmal nach den Ballgewinnen mehr Mut zu frechen Offensivaktionen besitzen.
Und ich hoffe Felicia Sträßer arbeitet in Bremen ordentlich an ihrer Ballbehandlung. Die Streuung z.B. bei Flanken ist doch enorm. Die rechte Außenposition funktionierte erst besser als Leni Eggert dort übernommen hat.
Spanien wird ein anderes Kaliber, aber vielleicht kann Deutschland mit einer geschlossenen Teamleistung dort überraschen.
Ja damit ist alles gesagt. 1:23 Torschüsse. Ein Team, wo jede einzelne Spielerin technisch top ausgebildet ist gegen ein Team, wo keine drei Pässe am Stück bei der Mitspielerin ankommen. Die Spielidee im deutschen Team hieß Lotta Wrede und durch ihre Verletzung gibts halt keine Spielidee mehr.