#10: Das wars für Simonis!

Wir haben mit folgenden Gästen über den 10. Spieltag der Männer gesprochen:

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Hallo zusammen,

habe bislang nur das Rheinderby-Segment gehört. Zum Thema Probleme beim Einlass von FC-Fans kann ich aus dem Stadion berichten, dass es 2x die Durchsage mit der Bitte an die FC-Fans gab, im Block etwas nach unten zu wandern, damit die wartenden Fans noch Platz finden. Dafür hätte aber ein Ultra-Banner weichen müssen.

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Aaaaaaah. Naja DAS wäre ja ein Ding der Unmöglichkeit gewesen :roll_eyes:

Der Fußball der Herren hat ein Gewaltproblem. Nicht in den Stadien, nicht nur in den Stadien. Und wer mir das nicht glaubt, fragt gerne im eigenen Freund*innenkreis nach. Ihr findent safe Menschen die mehr oder weniger bewusst vermeiden mit Auswärtsfans zusammen unterwegs zu sein. BiPOC, weiblich, behindert, LGBTQ+. Von „Ich dreh um und gehe nachhause“ bis „Ich habe einen extra Kalender mit allen erst- zweit- und drittligaspielen in meiner Stadt und der Clubs meiner Stadt mit dem ich geplante Reisen gegenchecke.“

Oder fragt Menschen die bei einem Nahverkehrsunternehmen arbeiten. Die Fahrkarten kontrollieren, oder Züge sauber machen und instandhalten. Es hat zB. seinen Grund warum Sonderzüge für Fußballfans ausschließlich mit jahrzehntealtem Rollmaterial gefahren werden.

Sachbeschädigung in Millionenhöhe, Lärm, exzessiver Alkoholkonsum, „spielerische“ Gewaltandrohungen, sexistische, abelistische, rassistische, misogyne und queerfeindliche Sprüche und Sprechgesänge. Die Fankultur der des Herrenfußballs ist gelebtes und zelebriertes Patriarchat.

Und am schlimmsten sind in meiner eigenen Erfahrung tatsächlich die, die sich eigentlich als bürgerlich definieren. Mit zwei Autos, Haus, Tarifjob und Bausparvertrag. Jenseits der 30. Die sich lange vorab in ihrem vollen Kalender Zeit frei schaufeln um „mit den Kumpels“ einen drauf zu machen. Zuhause Wein oder Whisky trinken. Und dann die Klamotte ausm Schrank ziehen, zwei Stiegen Dosenbier auf die Handkarre packen, die Bluetoothbox voll aufreißen, und 24h Proletariat cosplay machen. Um Mal wieder so richtig die Sau raus zu lassen! Mann darf ja gar nichts mehr sagen! Beschissener ist nur, wenn Mario Barth in deiner Stadt auftritt.

Keiner der Beteiligten benennt das so konkret, weil sie es nicht wahrnehmen, nicht wahrnehmen wollen, oder nicht als Problem wahrnehmen. Das ich den Satz qua Zusammensetzung der Gremien nicht gendern muss beschreibt das Problem eigentlich schon komplett. Und deswegen gehen auch die diskutierten Maßnahmen voll an den eigentlichen Problemen vorbei. Aber die Erwartung und der Druck aus der Gesamtgesellschaft, der ist real.

Because Fußballfans fucking suck. Wenn du keine*r bist.

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Beim Segment zum S-Bahn Derby zwischen Mainz und Frankfurt verstehe ich den generellen Tenor nicht ganz.

Mainz kommt mir viel zu gut weg, dabei gibt es doch Kritikpunkte an allen Ecken und Enden. Die drei Offensiven ohne Konzept in der Konstellation aus Hollerbach, Lee und Nebel. Da darf man sich nicht von dem leichten Aufbäumen in dieser Hail Mary Phase gegen Ende blenden lassen. Mainz schafft es schon die ganze Saison über nicht, offensiv Torgefahr aus dem Spiel zu kreieren. Amiri war auch eher blass. Das Henriksen Konzept kommt halt nicht mehr so gut durch, wenn man nicht Woche für Woche die gleiche, in sich abgestimmte S11 stellen kann. Von den 10 Toren waren drei Elfmeter. Dazu sehr ungleichmäßig verteilt. Wenn man dann davon spricht, dass Mainz wenigstens einen Plan hatte, dann ist es aber schlecht, wenn man damit nur 0,16 xG kreiert und hinten die Null nicht hält. Deswegen ist das aus meiner Sicht nicht wieder “bitter”, sondern irgendwo auch folgerichtig, dass das auch mal nicht gut geht. Trotzdem denke ich auch, dass Mainz in der Gesamtschau aktuell 2-3 Punkte schlechter in der Tabelle steht, als vielleicht verdient.

Bei der Eintracht bin ich natürlich auch biased als Fan, aber ich habe das Gefühl, dass die Erwartungshaltung von außen deutlich mehr gestiegen ist als von innen. Das ist kein Top 4 Kader. Jetzt auch noch ohne Fixpunkt Uzun. Da ist man von der SGE gefühlt schon schwer enttäuscht, wenn man Mainz nach einer englischen Woche nicht direkt schwindelig spielt und mindestens 2-3 Buden macht. Kein Wort dazu, dass Dino nach Wochen des defensiven Chaos wieder Stabilität in das Spiel bekommen hat. Nach der Packung gegen Liverpool nur zwei Gegentore in fünf Pflichtspielen, darunter BVB und Napoli. 7 Punkte aus den drei Spielen gegen Heidenheim, St. Pauli und Mainz sind vielleicht zwei zu wenig, aber trotzdem im Soll. Das soll nicht davon ablenken, wie schlecht insgesamt die 1. Hälfte war. Aber ich habe von der Eintracht mehr gesehen, als es im Podcast rüber kam. Letztendlich hat eine Einzelaktion das Spiel entschieden und genau diese Aktion hat man sich mit Doan eingekauft. Der Plan ist also aufgegangen :grinning_face_with_smiling_eyes:

Bin vor allem froh, dass es mal keine kritischen Schiri Entscheidungen und Diskussionen gab. Denke, das war eine solide und unaufgeregte Leistung.

Könnte da noch lange weiter machen, aber wie dem auch sei, gute Folge natürlich wieder und gerne gehört :+1:

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Danke dir für dein Feedback, hast du natürlich total recht mit!

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Hab mir die erste Hälfte jetzt angehört und mag das Gespräch insgesamt sehr, die Moderation empfind ich auch auf sehr hohem Niveau, danke dafür. Das Hoffenheim - Leipzig Segment fand ich gut, das 0:1 hatte ich aber anders als @Keeperanalyse wahrgenommen - er sagt da dass Bernardo wegen seiner frühen Gelben Karte nicht richtig reingehen kann, für mich ist das Problem aber schon bei seiner Positionierung entstanden, wo Diamande einen irrsinnig großen Raum bekommt, auch weil Bernardo super zentral steht (Hajdari war vorher rausgerückt, weiß auch nicht ob das so nötig war). Leipzig muss da nur eine simple Seitenverlagerung spielen und hat dann literally ein Viertel dieses Fußballfeldes für sich mit mehreren Spielern zur freien Verfügung, alles ab der Mittellinie auf der rechten Angriffsseite ist ohne Blauen Gegenspieler. Ich bezweifle sogar dass Bernardo da noch ordentlich in ein Foul reingekommen wäre, selbst wenn er die Gelb-Rote Karte in Kauf genommen hätte. Wie so etwas in einer Nicht-Konter Situation (eigentlich ja ein ganz normales Aufbauspiel wo Leipzig halt viele Spieler auf der linken Angriffsseite hat und dann einen starken Moment hat mit der Ballweiterleitung von Romulo im Mittelfeld) entstehen kann ist mir komplett schleierhaft, das sieht man auf höherem Niveau doch jetzt echt nicht regelmäßig. Es steht da 0:0 und man kriegt ein Tor was mir nach einem schlecht verteidigten Konter aussieht, hat mich schon etwas genervt. Ob da jetzt die Schuld bei den zentralen Mittelfeldspielern, bei Hajdari, bei Bernardo oder bei allen ein bisschen zu suchen ist kann ich nicht genau festmachen. Allerdings bekommt man gegen die stärkeren Gegner der Bundesliga solche Tore in jedem Spiel, daher hatte ich vor dem Spiel auch die Sorge dass Leipzig es jetzt schafft diese Lücken öfter zu nutzen und man mal eine Abreibung bekommt, die ich aber in dieser Saison schon noch irgendwann mal erwarte. Ich schreib das hier so ausführlich weil mein Eindruck ist dass das bei Teams mit größerer medialer Aufmerksamkeit schon ein Thema wäre, was man da immer wieder für Gegentore kassiert.

Kleine Notiz noch zum Bereich Zwischenfazit: Zum aktuellen Zeitpunkt hatte man in 18 Jahren Bundesliga erst zwei Mal 19 Punkte oder mehr - 2016/17, als man am Ende als Vierter die CL-Qualifikation erreichte und natürlich 2008/09 nach dem Aufstieg.

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Nein, hat er nicht. Damit es ein Gewaltproblem wäre, müssten entweder die Zahlen im Fußball deutlich nach oben gehen oder es müsste ein deutliches Missverhältnis zwischen der Anzahl der Stadionbesucher und der Anzahl der Delikte im Vergleich zur Gesamtstatistik geben.
Die Zahlen gehen allerdings nach unten, nachdem sie in der Saison 23/24 auch deshalb hochgegangen sind, weil 2024 EM in Deutschland war und die Polizei im Vorfeld durchaus auch eskalativ zu Werke gegangen ist (wurde hier im Forum auch thematisiert). In der aktuellen Statistik stehen 4700 Strafverfahren bei über 25 Millionen Stadionbesuchern. Davon sind über 25% bspw. Beleidigungen, Vortäuschen einer Straftat oder Eingriffe in den Straßenverkehr und etwas unter 25% Delikte, die ebenfalls ohne Gewalt auskommen (vom Gummi-Straftatbestand Widerstand über Hausfriedensbruch und Diebstahl bis hin zum Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz). Insgesamt sind also knapp 50% der Straftaten keine Gewaltdelikte (nachzulesen in der aktuellen Statistik, Seite 13). Selbst wenn alle verbliebenen knapp 2400 Straftaten immer gemeinschaftlich von 4 Menschen begangen wurden (was sehr unwahrscheinlich ist), dann hat man bei über 25 Millionen Stadiongängern 0,4 Promille (!) Straftäter - bei 2400 Einzeltätern sind es unter 0,1 Promille. Da von einem Gewaltproblem zu sprechen, halte ich für extrem problematisch.
Schaut man sich mal die polizeiliche Kriminalstatistik für 2024 an, dann findet man knapp 1.300.000 Gewaltdelikte (Körperverletzung, Sachbeschädigung, Tötungsdelikte, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Raub fliegt hier raus, weil die Seite nur schweren Diebstahl ausweist). Mit der gleichen Rechnung wie oben kommt man auf eine Quote von knapp 6% (!) (bei 4 Tätern) und knapp 1,5% (bei einem Täter) im Vergleich zur Gesamtbevölkerung.
Jetzt findet Fußball in Liga 1-3 nicht an 365 Tagen im Jahr statt, sondern nur, vereinfacht gesprochen, an 68 Tagen im Jahr (2 Tage pro Spieltag bei 34 Spieltagen). Also müsste man die Promillewerte auf das Jahr umlegen [x/(68/365)]: Bedeutet knapp 2 Promille bei 4 Tätern und 0,5 Promille bei 1 Täter, wenn jeden Tag Fußball wäre.
Tatsächlich gibt es aber natürlich im realen Leben genügend Mehrfachtäter, sodass die Quote nach unten geht. Allerdings ist nicht einzusehen, warum das im Fußball völlig anders sein sollte, sodass die Statistik ebenfalls weiter nach unten geht.
Gleichzeitig habe ich meine Schwierigkeiten damit den Raub beim Fußball mitzuzählen, wenn er in der allgemeinen Statistik nicht auftaucht. Ebenso finde ich es problematisch Gewalt gegen Dinge (Sachbeschädigungen) mit Gewalt gegen Menschen (Körperverletzungen) auf eine Stufe zu stellen. Wenn man der Logik aber folgen möchte, dann sollte man auch die Sachbeschädigungen in der Millionenhöhe (bei der Anreise) einmal ins Verhältnis setzen: Die DB spricht von 2.000.000€ Schaden 2024 bei 4.500.000 Fußballfahrgästen. Das sind weniger als 50 Cent pro Fahrgast. Das ist kein beträchtlicher Schaden und kein flächendeckendes Phänomen.
Kurzum: Die Statistik spricht nicht dafür, dass der Männerfußball zwischen Liga 1 und 3 ein Gewaltproblem hat. Anhand der Statistik sieht es sogar erstmal danach aus, dass der Männerfußball maximal genauso gewalttätig ist wie die Gesamtgesellschaft. (Wahrscheinlich sogar drunter)

Etwas völlig anderes ist das, was du mit “Fankultur” umschreibst und wahrscheinlich kaum jemand in Abrede stellen würde: Übermäßiger Alkoholkonsum, Sexismus etc., agrressive Grundstimmung etc. können sehr gut, gerade für bestimmte ‘Zielgruppen’ dazu führen, dass diese Menschen sich mindestens unwohl und oft genug unsicher fühlen. Solange das aber nicht zu Gewalt führt, ist die Frage, inwieweit man das als Gesellschaft aushalten muss. Man kann das dann trotzdem (in meinen Augen auch zurecht) als problematisches und zu änderndes Verhalten sehen und es bekämpfen wollen.
Dann ist deine Verquickung mit Gewalt aber der völlig falsche Ansatz.
Wenn du das nicht gewalttätige Verhalten der Mehrheit der Fußballfans ändern willst, brauchst du Überzeugungsarbeit, Aufklärung und Unterstützung für diejenigen, die das nicht mitspielen wollen. Im Endeffekt brauchst du Sozialarbeit.
Wenn du die aber alle bei niedrigen Zahlen als gewalttätig brandmarkst (und das tust du, wenn du sie über einen Kamm scherst), dann fühlen die sich (berechtigt) zu Unrecht kriminalisiert und gleichzeitig brauchst du dann keine Sozialarbeit, sondern verstärkte Repression. Mit verstärkter Repression schaffst du aber erst das Problem, das du eigentlich bekämpfen willst (wie 2023/24) und du erschwerst den Zugang für Aufklärung und Überzeugungsarbeit.
Mal ganz abgesehen davon, dass im Männerfußball einfach auch ein Ventil zu sehen ist, dessen Druck sich auch dadurch bestimmt, welche gesamtgesellschaftlichen Probleme existieren.
Insofern gilt halt, wie so oft, dass sich im Kleinen wiederholt, was im Großen passiert.

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Habe bislang nur das Bayernsegment gehört, aber bin jetzt schon begeistert von der Gästekombi. Starke Argumentation und unterschiedliche Ansichten. Richtig spannend.

@frau_neher bin gespannt, ob du Recht behältst mit deiner Ansicht zu dem kräftezehrenden Fußball von Kompany oder Sascha.

Auch wertvoller Kommentar zu Max Frage auf der PK. Auch wenn ich mit Baumgarts Art zu kommunizieren sonst nicht viel anfangen kann, kann ich dir da gut folgen und finde es immer toll auch ne andere Perspektive zu hören.

Freue mich sehr auf den Rest der Sendung.

Jetzt aber erstmal Laterne Laufen.

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Ich bin keine Zielgruppe. Ich bin ein Mensch. Queer, gender nonconforming, und behindert. Und schon gar nicht bin ich eine "bestimmte ‚‘Zielgruppe‘’ die sie unwohl fühlt. Ich bin, höchstpersönlich und mehrfach, ein Opfer von Gewalt von alkoholisierten, gewaltbereiten Auswärtsfans. Im SPNV. Und in der Stadt. Schubsen, queerfeindliche Beleidigungen, Androhung von Schlägen, Androhung von Sachbeschädigung.

Immer aus der Position der Stärke heraus. Aus der Gruppe. Die im Zweifel in einem Eisenbahnwaggon die Mehrheit der Menschen stellt. Die Überwachungskameras überklebt. Und die breite Brust macht und den Macker markiert. „Und? Was willste jetzt, Schwuchtel?“ Und der Typ vom Fanprojekt, dessen einziges Unterscheidungamerkmal die Orange Warnweste ist, hält sich im Hintergrund und grinst.

Und nur weil es den vier Bundespolizisty am nächsten Bahnhof dann taktisch zu heikel war, nachdem sie mich da raus bekommen hatten ohne das es eskaliert ist, den einen von zehn weißen tättowierten Männern aus dem Zug zu ziehen um seine Personalien aufzunehmen, Weil die Sicherheit des Schwarms funktioniert hat und die Anzeigen wegen Mangels an Bewiesen eingestellt wurde und in der tollen Statistik nicht auftaucht, deswegen ist es trotzdem passiert.

Und es war Gewalt. Auch wenn ich keine Faust abbekomen habe. Weil ich für das toxische, sexuell verunsicherte, betrunkene Arschloch mit Fanschal die emotionale Reguliering gemacht hab. Und darauf hab ich keine Bock.

Der Herrenfußball hat ein Gewaltproblem. Das sich nicht mit dem „aber die Zahlen“ wegwischen lässt. Weil ich aus eigener Erfahrung, und von meinen Peers, weiß, was es alles nicht in die Statistiken schafft.

Mit der gleichen Argumentation wurde die Straffreiheit Vergewaltigung in der Ehe verteidigt. Auf diese Täter-Opfer Umkehr lass ich mich nicht ein.

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Ich bin erst beim Unbeliebtico, aber ich finds schon relativ enttäuschend von @Keeperanalyse, erst Coufal/Zufall souverän zu versenken und dann aber wenige Sekunden später Raum mit Platz abzustechen. Oder war das einfach nur zu sophisticated für mich?

Und zur Abseitsdebatte: wie wärs, wenn wir uns mal alle drauf einigen, dass wenige Millimeter über der Linie einfach „Pech“ und „schade“ sind, aber nicht „Skandal“ und „hab ich kein Verständnis für“? Wenn der Ball an den Pfosten geht, beschwert sich ja auch keiner, dass es eine Frechheit ist, dass die Tore so klein sind.

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Ohne dir deine Erfahrungen absprechen zu wollen. Schlimm genug, dass es passiert. Schlimmer noch, dass Verantwortliche nichts dagegen unternommen haben. Aber das was du hier machst ist post-faktisches Argumentieren. Persönliche Erfahrungen und eigene Gefühle stehen nie über empirische Daten.

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Meh. Ist ja nicht so als ob ich dey einzige Mensch bin dey solche Erfahrungen mit Fußballfans macht. Und die Daten sind, genau wie Statistiken zu häuslicher Gewalt und Vergewaltigung, mehr als lückenhaft.

Wie gesagt, frag selbst Menschen die keine Fußballfans sind. Marginalisierte, Queere, nicht cis männliche, Behinderte. Menschen die Züge putzen und instand setzten. Lokführer*innen, Zugbegleiter*innen. Die große Mehrheit davon wird dir ähnliche und schlimmere Geschichten erzählen können.

Es steht weder bei den Cops, noch bei den Fanprojekten auf der Agenda. Aber es existiert. Und deswegen hab ich diese Opferrolle der Fans bis zum abkotzen satt. Weil ich, und meine Freund*innen, und meine Peers Fußballfans ausschließlich als Täter kenne. Als reale, existierende, of vage aber immer vorhande Bedrohung.

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Meine Frage wäre eher, kennen du und deine Peers diese Erfahrung im „normalen“ leben nicht? Ich würde sagen unsere Gesellschaft hat ein Problem, Fußballfans sind halt ein Teil der Gesellschaft. Und ich hätte gesagt, da Fußballfans männlich geprägter und emotional aufgeladener sind als die Durchschnittsgesellschaft ist, würden die Probleme bei Fußballfans größer sein als im Schnitt. Aber ob das so ist weiß ich natürlich nicht :person_shrugging: .

Zur Sendung:
Auch wenn ich Frau Neher absolut zustimme wenn sie über die Ästethik des Kovac-Fußball spricht, finde ich die Schlussfolgerungen ein bisschen schwer nachzuvollziehen.

Er war bei der Eintracht, bei Bayern und Monaco recht bis ziemlich erfolgreich. Also dass Dortmund demnächst auf die Idee kommt einen anderen Trainer haben zu wollen kommt mir schwer vermittelbar vor, nachdem man die letzten Jahre ne recht hohe Fluktuation hatte ohne den gewünschten Erfolg :person_shrugging: .

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najaaa … es gibt schon valide Argumente dafür, die Aussagekraft der empirischen Daten in einen Kontext zu stellen. Persönliche Erfahrungen sind ja trotzdem passiert, auch wenn sie nicht Eingang in die Statistik gefunden haben. Und, ganz ehrlich: dass Gruppen alkoholisierter Männer nicht immer angenehme und inklusive Stimmung verbreiten, dazu brauchen wir keine Statistik.

Ich denke, man muss beides diskutieren, aber alles als das nehmen, was es ist. Den Take von @EisernesFohlen finde ich da recht stimmig (Auslassungen von mir, um den Satz prägnanter zu machen):

Daten zu Gewalt decken halt auch “nur” einen strafrechtlich relevanten Teil eines Problems ab, das sollte man schon immer im Kopf behalten.

Wenn ich mit Personen in meinem Umfeld rede die nicht fußballinteressiert sind dann habe ich mehrmals schon überraschte Reaktionen bekommen, wenn man solche Zahlen angeführt hat und so Sachen wie “sicherste Großveranstaltungen überhaupt”. Mittlerweile denke ich dass da viel Aggression eine Rolle spielt, die niemals strafrechtlich verfolgt wird oder werden kann, nicht jedes übergriffige Verhalten ist illegal. Daher kann auch auf der einen Seite die Empirik stimmen die hier von euch angeführt wird, die Erfahrungen von Menschen muss davon aber nicht negiert werden.

Allerdings verlassen wir hier grade stark den Rahmen von einem Feedback-Post einer Sendung, vielleicht sollte man diese Diskussion verschieben.

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Ich finde es völlig offensichtlich dass der Fußball ein Gewaltproblem hat. Der “Rest” der Gesellschaft hat halt auch eins. Und dann nur durch Vergleich von Zahlen zu folgern dass der Fußball sich um seins nicht kümmern muss weil es nicht schlimmer (oder sogar weniger schlimm) als im Rest der Gesellschaft ist, ist viel zu einfach. Hat jetzt hier keiner direkt behauptet, klingt aber bei der Thema immer wieder durch.
Ob man dem Problem mit Repression, Sozialarbeit oder ggf. gar nicht beikommt ist dann eine andere Frage - hier hat ja auch niemand behauptet dass bei Gewaltvorfällen direkt alle Fans in Sichtweite verhaftet werden und Stadionverbot bekommen sollen.

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Im Zweifel schlag ich auch bei allen und jeden Maßnahmen die den obersten Cops vom Dienst dazu einfallen auch die Hände über dem Kopf zusammen. Aber „Der Fußball hat kein Gewaltproblem“ ist aus meiner Erfahrung einfach grundfalsch. Entspricht nicht der Realität. Bestenfalls betriebsblind.

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Brauchst Dich NICHT dafür entschuldigen, dass wir solange auf das Derby warten mussten. Ich bin einfach direkt zur Kapitelmarke gesprungen :sweat_smile: :wink: .

Boah ey der Elfmeter von Köln zum 3:1 meiner Meinung nach absolut lächerlich!

Zur Sendung: ich sehe jetzt in meinem Umfeld nicht, dass Werderfans einen hohen Anspruch speziell an Horst Steffen wegen seinem Erfolg bei Elversberg haben @eva_bohle.

Hohe Ansprüche haben schon einige, aber halt latent und realitätsunabhängig, aus der Vereinshistorie heraus. Doublesieger. Champions League. Erster Bayernverfolger. Nummer Eins I’m Norden. Hinten zwei kassieren und vorne sechs schießen. Aber selbst den reflexartig nach Europa schreienden ging vor Saisonbeginn eigentlich durchgehend die Düse. Die Art und Weise des Trainerwechsels, die vielen Verletzungen, die lange Untätigkeit auf dem Transfermarkt. Mit Mitch Weiser ist einer der Unterschiedsspieler und Leistungsträger aus den Werner Jahren immer noch verletzt. Der beste Scorer und der überdurchschnittlich gute Torwart: Weg.

Angesichts alldessen läuft es verdammt gut. Viel besser als erwartet. Das ist der Tenor den ich so höre. Die Unzulänglichkeiten und Lücken im Spiel und im Kader sind keine Überraschung. Eher, das trotz allem die Ergebnisse stimmen. Und Horst Steffen hat mit seiner Art und Weise von Anfang an einen dicken Stein im Brett gehabt. Der passt zur Werderseele. Dass er auf Mio Backhaus, Karim Coulibaly und Patrice Čović gesetzt hat, hat das nur noch zementiert.

Sollte das Blatt sich wenden und die Mannschaft demnächst konstant unter Wert spielen statt darüber dann würde ich wetten wird eher wieder „FritzMeyer raus“ gerufen bevor irgendwer den Rausschmiss des Trainers fordert.

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Ich würde mich zum einen anschließen, dass die Diskussion in einen anderen Thread stattfinden sollte
Der vielleicht?:

Aber ich würde auch gerne den Gewaltbegriff, den wir diskutieren etwas weiter fassen und vielleicht, so blöd es klingt, dass wir den definieren

Weil wenn ich mein Verhalten dem der Fans anpasse(zb. Indem ich einen Bogen um Stadien an Spieltagen mache, bestimmte Symbole nicht trage oder man versucht nicht queer auszusehen, usw), dann ist das auch eine Form der Gewaltausübung, die durch Einschüchterung entsteht, keine Ahnung ob das psychische Gewalt ist
(Und dafür reicht es, dass Männer alkoholisiert in großen Gruppen auftreten)

Ich hab jetzt natürlich auch ad hoc keine Lösungsansatz, außer Sozialarbeit und für eine Durchmischung der Fans sorgen(gibt ja Gründe, dass die Ängste bei Frauenfußballspielen nicht entstehen, auch wenn es da Fanmärsche gibt)

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