13. Spieltag: Euer Input für die Schlusskonferenz


#1

Sonntag Abend zeichne ich mit Simon Schlenke (@Simsch04) und Marvin Mendel (@Marv2punkt0, Eintracht Frankfurt Podcast) auf.

Schwerpunkt: Schalke. Eintracht vielleicht auch noch ein bisschen.

Freu mich über Input!


#2

Was ist mit Bentaleb los, dass Tedesco lieber Meyer umschult statt Bentaleb auf die sechs zu stellen? Vom Typ her doch gar nicht so unterschiedlich die beiden.


#3

Beginnen wir mal bei dem Dauerbrenner: VAR. Auch wenn man darüber sicher nicht jede Woche reden will: Augsburg - Wolfsburg war mal wieder keine Werbung dafür. Gefühlt wird die Ablehnung immer stärker. Auch bei diesem Spiel wieder: es war und ist unklar, wann und wieso (!) er eingriff.

Zum Fußball. @ Marvin: ich blicke bei euch nicht so wirklich durch. Wie stark ist die Eintracht nun wirklich? Abstiegskampf oder internationales Geschäft?
Und: wir lange ist Kovac zu halten? Ich denke durchaus, dass er langsam für andere Vereine (BVB?) interessant werden könnte.

Zu Schalke: grandiose Aufholjagd. Glückwunsch. Auch wenn ich selbst vor der Saison S04 recht weit oben gesehen habe, konnte ich es nie so wirklich begründen. Also: was macht Tedesco so gut und richtig?


#4

Hallo zusammen :slightly_smiling_face:

Mich verwirrt das Spiel des BVB. Also nicht nur gegen Schalke, sondern generell. Früher hatte man das Gefühl, die Jungs laufen wenn es sein muss 180 Minuten durch…heute fehlt augenscheinlich die Fitness.

Bosz wird ja durchweg kritisiert, auch wegen System etc. Aber kann es alles nur am Trainer liegen? Die ersten 6 Spieltagen liefen ja nicht allzu schlecht.

Dann auch, was passiert da bei Werder? Liegt das auch nur am Trainerwechsel? Unter Nouri hat man letztes Jahr noch gefeiert… oder macht Kruse allein den Unterschied?

Ich freue mich darauf, dank euch noch ein bis drei weitere Blinkwinkel auf diese Situationen zu bekommen :slight_smile:


#5

Im Abstand von ein paar Stunden noch einige Punkte: sowohl bei Köln als auch bei Werder hörte oder hört man immer mal wieder, dass ja nicht alles schlecht sei und Einstellung und Co stimmen. Aber böse gesagt: wenn du die Dinger nicht machst, dann stehst du halt am ende da unten und gehst runter.

Kommen wir mal zu Bayern, da würde mich eure Einschätzung interessieren. Mein Gefühl ist gerade nach der JHV weiterhin, dass dort der große Plan fehlt. Auch ein Wagner-Transfer wäre ja nur etwas Lücken schließen, nachdem man es in der Sommerpause verpasst hatte, den Kader stark genug zu verstärken.
Und was ist eigentlich mit lewandowski los? Man erkennt ihn vor dem Tor kaum wieder…


#6

Hallo Zusammen,
@alex_muc86
Zum Thema Videobeweis habe ich bei diesem Spiel eine andere Wahrnehmung.
Bei der roten Karte für Arnold vermute ich, dass der Videoassitent anscheinend einen gravierenden Unterschied sah. Daraufhin hat sich Tobias Stieler die Szene nochmal selbst am Spielfeldrand angesehen und revidierte dann seine vorherige Entscheidung. Meiner Meinung nach ist die rote Karte vertrettbar, aber ich kann nachvollziehen das ein Graubereich ist.
Szene Nr. 2: Der nicht gegebene Elfmeter.
Auch in dieser Szene empfand ich das Vorgehen korrekt. Herr Stieler hat, wie er nach dem Spiel in einem Interview bekannt gab, beide Szene eigenständig entschieden hat. Ich habe mir dafür nochmals die Zusammenfassungen in der Sportschau und bei DAZN angeguckt. Es ist schon merkwürdig, dass selbst die Kommentatoren unterschiedliche Meinungen haben, aber es teilweise heftige unsachliche Kritik von eben diesen kommt.
Fazit: Ich empfand das Vorgehen korrekt, aber ich kann dein Unmut gut verstehen, da man auch in die andere Richtung interpretieren kann.

Das Spiel BVB-Schalke war wohl für den neutralen Zuschauer einfach Wahnsinn. So etwas wünscht man sich häufiger. Für den BVB ist das natürlich eine Katastrophe, wenn man so einbricht.
@Polyvalenz Ich teile deine Einschätzung zur Kondition des BVB. Auch ich sehe nicht Bosz als Schuldigen. Zum letzten Gegentor brauch nichts weiter gesagt werden. Wie kann ein Naldo, der zuvor schon einen Kopfball hineingewuchtet hat so frei stehen.


#7

@DavidBNaujeck Bentaleb ist zur Zeit verletzt, wenn er fit ist wird er sicherlich eher 6er spielen als Meyer, da er ihm vor allem in punkto Balleroberung im Vorteil ist.


#8

Zum Thema BVB und die Kondition find ich schon das man durchaus bedenken sollte das Dortmund unter der Woche noch ein schweres CL Spiel hatte wo die Intensität bis zur letzten Minute gefordert war. Schalke spielt unter der Woche nicht hat aber den Kader das machen zu können. Es wäre eher verwunderlich wenn Schalke da kräftemäßig nicht mehr zuzusetzen hätte zumal der Spielverlauf auf der einen Seite lähmt (bvb) und auf Schalker Seite beflügelt.

Der BVB hat sicher einige Fehler gemacht, an der Kondition würd ichs aber nicht aufhängen.


#9

Hier mal mein Input durch die königsblaue Brille zum Revierderby:

  1. Halbzeit:
    Dortmund klar besser, vor allem kamen die entscheidenden Pässe zum Mitspieler. Auch wenn ich Sahins’ Aussage Dortmund habe Schalke in der 1. Hälfte “zerlegt” doch etwas überzogen finde, denn bei den Toren war auch ein Quäntchen Glück dabei.
    Das erste Tor war toll ausgespielt und auch kein absichtliches Handspiel, aber
    Tor 2 war ein Eigentor, passiert mal
    Tor 3 nach Aubameyangs Sprint eine maßgeschneiderte Flanke auf Götze, die kann auch mal 10 cm länger oder kürzer kommen dann passiert nix. Ist im Vollsprint einfach schwer zu verteidigen.
    Tor 4 war ein Sonntagsschuss, der geht auch schon mal in die Fankurve.
    Wie geschrieben Dortmund war klar besser, aber es war auch gefühlt so gut wie jeder Torschuss drin, das machen sie nicht jedes Wochenende :wink:Schalke war viel zu aggressiv im Pressing, könnte froh sein das Kehrer nicht gelb-Rot bekommt. McKennie wurde wegen drohender Ampelkarte ja nach 34. Minuten bereits ausgewechselt. Nach vorne zu ungenau im Passspiel.

  2. Halbzeit:
    Schalke nicht mehr so aggressiv im Abwehrverhalten. Dortmund ist sich wohl zu sicher mit seiner Führung, viel zu weit weg von den Gegenspielern, das trifft eigentlich auf alle Tore zu. So darf man in der Bundesliga nicht verteidigen, das war keine extra gute Halbzeit von Schalke sondern eine extra schlechte von Dortmund.
    Tor 1 darf nicht fallen, da muss Burgstaller am Kopfball gehindert werden.
    Interessant war das man fast das Gefühl hatte das sich die Mannschaft nach dem Anschlusstreffer noch etwas ausrechnete.
    Tor 2 steht Harit alleine im 16er frei, kein Gegenspieler weit und breit.
    Tor 3 Caligiuri lässt Zagadou alt aussehen, wenn er gestellt wird passiert nix aber Zagadou geht drauf und wird ausgespielt. Für einen Abwehrspieler der 3 Minuten vorher eingewechselt wurde und noch voll im Saft steht ein sehr schwaches Abwehrverhalten.
    Tor 4 kein Kommentar

Interesssant fand ich das Tedesco in der ersten Halbzeit bereits 2 mal (erfolgreich) wechselt und zur Halbzeit das 3. Mal. Hohes Risiko aber hat ja funktioniert. Das Harit verletzt nochmal aufs Feld zurück kam war ebenso beeindruckend.
Genug subjektive Meinung, es ist schon spät und auf dem Handy tippen nervt, gute Nacht!


#10

Arnold war nicht letzter Mann, also hätte es in meinen Augen keine Rote geben dürfen. Und man konnte Stieler ein wenig über die Schulter gucken, die Bilder die ihm zur Verfügung gestellt wurden, waren alle nur auf das Foul konzentriert, aber nicht auf die Gesamtsituation

Wenn Bosz nicht schuld ist, dann fehlt es dem Kader also an der Qualität. Eins von beiden kann es ja nur sein. Es wird immer behauptet, die Taktik wäre ja nicht schlecht. Aber ein Trainer ist eben nicht nur für die Taktik zuständig. Die ersten Spiele waren nicht schlecht, aber nur bis zu dem Zeitpunkt, wo der erste der Liga gezeigt hat, wie man die Taktik von Bosz knacken kann. Die Spieler kommen mit der Taktik nicht zurecht? Dann muß man als Trainer die Taktik ändern. Die Liga hat sich den BvB ausgeguckt, dann muß ich was ändern. So oder so, entweder ist der Kader einfach für die Ansprüche (min Platz 2 in der Liga und überwintern in der CL) zu schlecht, oder aber der Trainer ist der falsche. Ein Trainer hat die Aufgabe aus dem Kader der Mannschaft das Beste herauszuholen. Und meiner Ansicht nach ist Platz 5 (wenn Hoffenheim gegen Hamburg punktet, was bei weitem nicht ausgeschlossen ist, Platz 6) nicht das, was der Kader hergibt.

Die Frage ist nur, wie reagiert man als Verein drauf. Vertraut man drauf, daß Bozs in Zukunft die Kurve bekommt, oder beendet man das zeitnah als Missverständnis?


#11

Entschuldigung, aber nein! Das ist doch absoluter schwarz-weiß-Denken. Entweder es ist das oder das. Mir würde spontan noch einfallen, dass der Kader nicht wirklich (langfristig) für den Trainer zusammengestellt wurde, dass es Positionen gibt, die arg von Verletzungen getroffen wurden (AV), dass es auch so Dinge wie negative Läufe gibt, dass im Kader “charakterlich” was nicht stimmen könnte, dass Bosz einfach noch Zeit braucht (siehe Ajax)…und das sind jetzt wirklich nur die Sachen, die mir auf die schnelle einfallen. Aber dass es nur Trainer schlecht oder Kader schlecht sein kann stimmt doch einfach nicht.


#12

Kann jetzt nur vom gestrigen Spiel gegen Schalke sprechen, ansonsten befasse ich mich nicht so sehr mit dem BVB. Hier wurde vor allem ein Problem mit der mentalen Fitness der Spieler erkennbar. An sich waren meiner Meinung nach alle Tore auch mit mangelnder körperlicher Fitness zu verteidigen. Aber wenn man seinen Gegenspieler nicht deckt oder nicht intensiv genug angeht, dann ist der einfach im Vorteil, das ist dann doch eher Kopfsache. Einen Einbruch im konditionellen Bereich konnte ich so im Spiel nicht erkennen.

An den ersten 6 Spieltagen hat man gegen die aktuellen 13.,14.,15.,16. und 18. der Liga gespielt, nur Gladbach sticht heraus, die aber auch 22 Gegentore kassiert haben. Vllt. hat man sich da ein bisschen zu sehr von den Ergebnissen blenden lassen?

Ein neuer Trainer braucht immer etwas Zeit, vor allem wenn die gegebenen Spieler nicht in sein System passen. Aber ein guter Trainer würde sein System dann auch an seine Spieler anpassen. Hat Bosz dann gestern ja auch endlich (freiwillig?) getan und hätte fast funktioniert, aber die Dynamik des Spiels hat das dann doch wieder zunichte gemacht.


#13

Dieses Interview habe ich auch gesehen und mich doch sehr gewundert. Der Verlauf war doch folgendermaßen (ich habe mir die Stelle nochmal angeschaut):

  1. Stieler entscheidet direkt auf Elfmeter.
  2. Stieler fasst sich mit der Hand ans Ohr, hat also Kontakt zum VAR.
  3. Stieler malt das Viereck in die Luft und nimmt den Elfmeter zurück.

Dann hinterher zu sagen, der VAR hat mit der Entscheidung nichts zu tun, er habe das alleine entschiedenen, wirkt auf mich ziemlich unglaubwürdig.


#14

Um es in Anspielung auf Sven zu sagen: Hier mal mein Input durch die schwatzgelbe Brille zum Revierderby:

Das Spiel bietet ja durchaus Gesprächspotential, wie man auch hier im Input für die Schlusskonferenz sieht. Andere Spiele wurden aus Respekt vor dem Derby offenbar gar nicht erst angesetzt. Richtig so, DFL. Der folgende Text meinerseits ist auch als Traumatherapie zu verstehen, und wird deshalb auch weniger stringent argumentiert und vielleicht auch weniger sachlich sein, als es eigentlich für dieses Format sein müsste. Entschuldigt.

In der ersten Halbzeit hat der BVB so gespielt, wie man es gemeinhin vom Gelsenkirchener Vorortverein kennt. Wenige Fehler gemacht, sehr solide gespielt, und dann jede Halbchance genutzt bzw. vom Fehler des Gegners profitiert.
Zur Halbzeit konnte man mit dem Spiel des BVB absolut zufrieden sein, auch wenn das Ergebnis zu hoch war. Eine 1-0/2-0 Führung war aber durchaus verdient. Allerdings fand sich in der erste Halbzeit auch ein gutes Beispiel dafür, dass Schiedsrichter zwingend in der Lage sein müssen, Spielsituationen einzeln und für sich genommen zu bewerten und den Gesamtkontext des Spiels für einen Moment ausblenden zu können. Meine These, die sich in keinster Weise belegen lässt: Wenn es nicht schon 4-0 steht, geht Thilo Kehrer mit gelbrot frühzeitig duschen. Da hat das Schiriteam um Aytekin, den ich sonst sehr schätze, ziemlich daneben gelegen in der Bewertung.

Die zweite Halbzeit war dann der BVB “in a nutshell”. Ich war leider zu sehr damit beschäftigt gegen Möbelstücke zu treten, als darauf zu achten, wie gut die Blauen, das in der Folge selbst gemacht haben. Die Fehler des BVB sind mir dann aber schon noch aufgefallen. Dass Aubameyang da einen Bärendienst leistet. Herzlichen Glückwunsch. Nach dem 4-2 fällt die Mannschaft allmählich mental und körperlich auseinander. Das haben hier schon viele konstatiert und war auch nicht das erste Mal in dieser Saison so.
Ich habe Bosz beim Eintracht Frankfurt Spiel hier bei “Mitmachen” noch verteidigt. Meines Erachtens hatte er damals nicht den Ausgleich “eingewechselt”, sondern die Probleme, die dann zum Ausgleich der Eintracht führten, waren im Spiel vorher schon zu erkennen. Aber Guerreiro in der 82. Minute raus zu nehmen, der auch mal einen Ball halten und nach vorne treiben kann, hielt ich gestern schon in dem Moment für einen riesen Fehler. Aber vielleicht habe ich auch was übersehen. Dann in solch einer Phase auch noch Zagadou zu bringen, der mit seinen 18 Jahren einfach nicht über die Erfahrung für so ein Spiel verfügen kann, ist schon fahrlässig. Beide Treffer gehen dann gut mit auf seine Kappe.

Wäre das Spiel 1-1 ausgegangen, sähe es vermutlich anders aus. Aber wenn Bosz jetzt noch bleibt, dann nur weil der BVB keine Alternative an der Hand hat. Die Gründe, die für einen Verbleib sprechen, werden auch für mich immer weniger. Das einzige, das ich und auch andere immer betonen ist: Wen willste denn holen?


#15

Der Charakter der Spieler gehört zur Qualität der Spieler. Verletzungen haben andere Mannschaften auch und vor allem, wenn der Kader das so überhaupt nicht auffangen kann, dann ist der Kader vielleicht falsch zusammengestellt.
Wenn Bosz noch Zeit braucht, das ist die Zukunftsvision, die der Vorstand braucht. Schließlich hab ich die Frage gestellt: "Vertraut man drauf, daß Bozs in Zukunft die Kurve bekommt, oder beendet man das zeitnah als Missverständnis?"
Vielleicht passt Bosz auch nicht zum BvB?

Den einzigen Punkt, den ich gelten lasse, wäre das Umfeld. Presse, Vorstand usw. Ist Watzke vielleicht inzwischen zu mächtig und mischt sich zu sehr ein? Zieht man oben nicht an einem Strang und der Trainer hat intern keine Rückendeckung? Sowas spüren Spieler sehr schnell. Aber dann muß da auch was geschehen. So oder so, es knirscht gewaltig im Gebälk.
Mich erinnert das alles sehr an Zorniger in Stuttgart. Der im Grunde auch keine schlechten Ideen hat, nur passte es nicht und er war zu sehr von sich überzeugt, um sich und sein Spiel dem Verein, der Mannschaft anzupassen.


#16

Muss ehrlicherweise vor meinem Beitrag blau-weiße Farbe bekennen, dennoch versuche ich ein paar meiner Gedanken zum Derby festzuhalten, die vielleicht für die Diskussion interessant sein könnten:

  • Aufstellung Gelb: Pulisic und Guerrerio gegen Oczipka u. Caligiuri (vermehrt 1 gegen 1 Situationen bei “Spiegeln” -> individueller Punktsieger Gelb - verletzlicher Raum hinter Schalkes “Wingbacks”)
  • Aufstellung Blau: Unverändert, möglichweise zu vorausschaubar, Kehrer u. Mckennie schlicht zu hektisch (Achtung Doppelpass-Uhrzeit)
  • Spielverlauf 1.Hz: Manchmal läuft eben so ein Spielfilm…
  • Spiele Gelb 1.Hz: Beeindruckend konsequent im Bespielen der erkannten Räume, aber trotz Spielstand etwas unsicher - gefühlsmäßig viele einfache Fehlpässe (rein subjektive Wahrnehmung)
  • Spiel Blau 1.Hz: Kaum Ballzirkulation, es wird wenn nur Burgstaller auf den Flügel geschickt. Pressing wirkt unkoordiniert Rolle (s. Mckennie gegen Schmelzer)
  • Schiedsrichterleistung allgemein: 1:0 regeltechnisch korrekt (Grundsätzliche Debatte: Darf man Tore mit der Hand erzielen? Unabhängig von den Umständen) Kehrer Ampelkarte zwingend! Sonst akzeptable Leistung für ein zugebenermaßen aufgeladenes Spiel über den Abpfiff hinaus…
  • Spiel 2.Hz Gelb: Ohne Worte
  • Spiel 2.Hz Blau: Meyer kommt in die Kombinationen, Bälle werden gehalten bzw. offensiv Aktionen aufgelöst (Di Santo - Harit) problematische gelbe Flügelabstimmung werden bespielt (s. 4:2, 4:3)
  • Input vom Trainer Bosz: Stärkung der Zentrale verpasst (Tendenzen schon vor der Halbzeit) Auswechslungen fragwürdig (Bartra u. Zagadou gegen die Flügelspieler? Konterchancen -> Philipp, Schürrle)
  • Input vom Trainer Tedesco: Ruhe u. Risiko. Mittelfeldzirkulation gestärkt statt “planlos” Offensivspieler rein geworfen

Allgemeine Anregungen:
Geiles Spiel!!
“Ballwatching-Verein-Bosz” by Jens Schuster
Guido Burgstaller


#17

Zum SC Freiburg einige Gedanken:

  • unglaublich, dass Petersen soviel laufen kann, hat Streich auch nicht gedacht
  • auffallend, dass mit Kath und Stenko zwei Eigengewächse kommen als es auf der Kippe stand
  • würde von Streich gerne wissen, warum Ravet so wenig Einsatzzeit bekommt. Er kam ja aus der Schweiz und hat direkt gg. Dortmund gespielt (d.h. Streich hat an ihn geglaubt), aber dann kam die rote Karte und seither sehr wenige Minuten. In eine PK vor einem Spiel hat Streich mal fehlende Zweikampfhärte angedeutet
  • Kapustka und Kent im Pressingverhalten sehr durchwachsen. Petersen ist da oft alleine angelaufen
  • Haberer zum ersten mal von Anfang an als 6er neben Höfler
  • sehr starkes Spiel von Höfler, immer unspielbar, immer einen Plan
  • wie Petersen vor dem 1:0 in Richtung Torwart läuft, und nur spekuliert fand ich sehr stark. Ist das einfach nur Bauchgefühl oder vorher besprochen?

eine gute Sendung wünsche ich :slight_smile:


#18

Was ich auch ganz interessant fand, war, wie selbstverständlich Schalke nach der Pause und besonders nach dem 4:1 die Spielkontrolle übernommen hat. Wo man es letzte Saison noch einfach über Intensität versucht hätte und sich wahrscheinlich noch einen Konter gefangen hätte, hat man diesmal sehr konsequent den Ball zirkuliert, bis man die Lücke gefunden hatte, um meist diagonal die letzte Linie oder den Zwischenraum anzusteuern.
Auch für das Spiel in Überzahl hatte man einen ganz genauen Plan, wo man vor allem die entstehenden Räume für die Halbverteidiger sehr konsequent genutzt hat. Das 4:3 entsteht ja auch nur, weil Stambouli von seiner Grundposition bis an den gegnerischen Strafraum vorstößt und sich dort noch für den Doppelpass anbietet. Das hat mich sehr daran erinnert, wie Hoffenheim letzte Saison seine Überzahl gegen Hertha ausgespielt hat.
Natürlich hätte das gegen einen souveräneren BVB nicht für vier Tore gereicht, aber man hat in der 2. Halbzeit ziemlich gut gesehen, was Tedesco in Interviews immer meint, wenn er davon spricht, dass man für jede Spielphase eine funktionierende Lösung haben wolle.
Was mir von Tedesco auch sehr gut gefallen hat: Auch in der ersten Halbzeit nach dem 4:0 stand er immer noch an der Seitenlinie, hat bei guten Aktionen seiner Mannschaft applaudiert und immer noch merklich den Kontakt zur Mannschaft gesucht, um sie aufzubauen. Ohne jetzt den Einfluss des Trainers von der Seitenlinie überbewerten zu wollen, fand ich den merklichen Einsatz bemerkenswert, auch bei einem 4:0-Rückstand noch positive Dinge zu finden, um aus denen etwas Selbstbewusstsein für die Mannschaft zu ziehen. Auch seine Halbzeitansprache, in der er der Mannschaft das Ziel mitgibt, zumindest die zweite Halbzeit zu gewinnen und sich so zumindest würdevoll aus der Affäre zu ziehen, passt ziemlich gut dazu. So eine Reaktion auf die Leistung der ersten Halbzeit hätte ich mir von z.B.Markus Weinzierl nicht vorstellen können, der nach dem 3:0 in München letzte Saison lieber Max Meyer angezählt hat.


#19

Denkt ihr, dass dieses Unentschieden für Schalke langfristig wichtiger ist als es ein Sieg gewesen wäre? Wie sehr hilft diese Erfahrung den Spielern in der Zukunft?


#20

Ich schreib auch einmal meine Stadionsicht des Spiels RasenBallsport gegen Werder Bremen nieder.

Obwohl Hasenhüttel und Ragnick vor der Saison aufgrund der erwarteten Mehrfachbelastungen den Kader von Leipzig breiter aufstellten, scheint der Trainer zunehmend wieder auf eine feste Kernelf zu setzen. Hätte sich Sabitzer gegen Monaco nicht verletzt, wäre wahrscheinlich vier Tage später die identische Mannschaft gegen Bremen aufgelaufen.

Bremen wirkte von Beginn spielfreudig und erfrischend offensiv. So entwickelte sich zwischen beiden Mannschaften ein durchaus munteres Spiel. Bei solchen Spielen bedarf es manchmal den „Unterschiedsspieler“, welcher in diesem Fall Keita war – nicht nur durch sein 1:0. In der zweiten Halbzeit wurde Bremen stärker, auch mit mehr Ballbesitz. Letztendlich machte dann Leipzig den Sack mit dem 2:0 von Bernado humorlos zu.

Letztlich wurde Bremen für sein Engagement nicht belohnt und Leipzig spielte es routiniert herunter. Ein Ausgleich zwischendurch wäre interessant gewesen. Denn ich bin mir nicht sicher, ob Leipzig in der zweiten Hälfte (wie gegen Hannover) noch einmal hätte zulegen können.

Die Stadionstimmung war diesmal fast nordisch unterkühlt, was ich aber als angenehm empfand. Interessant fand ich, dass viele Zuschauer zeitgleich mit dem Tor zum 2:0 die Heimreise antraten. Das spricht wahrscheinlich für das inzwischen erlangte Selbstverständnis, dass Heimsiege gegen Mannschaften wie Werder als natürlich erwartet werden. Sehr angenehm empfand ich wieder einmal die Werder-Fans, die ausschließlich ihre Mannschaft anfeuerten & feierten und jegliche Fisimatenten gegen RB alá Tradition etc. unterließen.