Folks! Es steht wieder der Super Bowl an und dementsprechend unsere Sonderfolge, die etwas anders ist als sonst. Diesmal noch mehr: Ich werde aufzeichnen mit meinem Bruder Christoph und mit Sven Beyrich, den ihr von Lottes Erbinnen und aus den Bundesliga Frauen-Sendungen kennt.
Weil es in den letzten Jahren zeitlich echt immer eine schwierige Nummer mit dem Rasenfunk war, probieren wir es dieses Jahr so aus, dass wir parallel zum ersten Sonntagsspiel aufzeichnen und das nebenher schauen. Ob das eine gute Idee ist, wissen wir dann alle danach.
Die anderen beiden haben mich mehrfach gewarnt, dass sie nicht in der besten Situation sind, irgendwelche Spiele zu analysieren. Deshalb habe ich zwei Bitten an euch:
Wenn ihr selbst Beobachtungen zu Spielen habt, lasst sie sehr gerne hier.
Wenn ihr irgendwas habt, das ihr mich schon immer mal fragen wolltet (am besten mit Bezug zum Spieltag): Go for it.
Dann machen wir eine Mischung aus lockerem Gespräch. Q&A und vielleicht werde ich zwischendurch bissl was analysieren.
Christian Ilzer hat bei der PK gesagt, dass er die momentane Tabellenregion für eine Schießerei hält, von der man jetzt Teil geworden ist - dass man selbst nur mit einem Buttermesser bewaffnet ist und dafür halt eine wahnsinnige Gewinnermentalität hat. Ist das für euch nachvollziehbar? Womit sind andere Bundesligisten dann eurer Ansicht nach bewaffnet? Und wie viele Militärmetaphern sollte man als Trainer der Männer(!)-Bundesliga in einer ordentlichen PK raushauen?
Das Spiel Union gegen Frankfurt war eher mau und die Statistiken beschreiben das Spiel ganz gut (Daten von Sofascore).
73% Ballbesitz, 0,14 xG
27% Ballbesitz, 1,25 xG (0,46 npxG)
Frankfurt war für mich sogar nicht schlecht aber vorm Tor ging einfach absolut nichts. Ärgern wird man sich trotzdem das Spiel so aus der Hand gegeben zu haben.
Aber um noch was sportliches beizutragen: es ist mir ein komplettes Rätsel, warum Baumgart den für diese Rolle nur bedingt tauglichen Ilyas Ansah vorn als Zielspieler hat agieren lassen, statt viel früher (von Beginn an?) Andrej Ilić an seiner Statt oder Seite zu bringen.
Und insgesamt hat Baumgart lange an einer Herangehensweise festgehalten, bei der aus Stadionperspektive nicht zu erkennen war, wie denn ein Tor erzielt werden sollte. Even less so than usual.
Ach, und die Rollenverteilung im Mittelfeld muss mir auch mal wer erklären. Warum konnte Götze zumindest in HZ 1 wieder und wieder Nsoki rausziehen und damit Räume hinter ihm aufmachen?
Ich hab da Spiel Union gegen Frankfurt nicht gesehen aber ich finde es befremdlich, wie nach dem Spiel so viel öffentlich über die Ausführung eines Elfmeters diskutiert wird, dass es dafür sogar einen Kicker-Artikel gibt.
Glaube ich nicht, weil diese Statistik verschweigt, was Ilić in jedem Spiel einbringt (8 Assists sprechen da ihre eigene Sprache ) und welche spezifischen Qualitäten er hat. Und auch Baumgart hat die vorsichtig aufkommende Diskussion um Ilić’ Torquote unlängst energisch beiseite gewischt.
(Da war ich mal einer Meinung mit ihm. Ich halt Ilić tatsächlich für unseren wichtigsten Offensivspieler.)
Ich auch. Aber wenn man sich fragt, warum er nicht Ilic in die Startelf stellt, dann kann ich mir nur vorstellen, dass die Torquote der Grund ist.
Aber ich hab den Ersatz für Ilic nicht in Ansah gesehen, der ja weiterhin hauptsächlich über die linke Seite kam, sondern den Koreaner (ich komm nicht auf den Namen). Ich hatte den Eindruck, dass er vorne spielen sollte.
Wenn man bedenkt, dass es ganze vier Trainingseinheiten vor dem Spiel gegen Union gab, bin ich im Nachhinein mit dem Debüt von Riera auf der Trainerbank sehr zufrieden. Man sah bereits deutliche Änderungen zu den chaotischen Wochen zuvor, als in sämtlichen Partien komplett die Spielkontrolle fehlte. Diese war gestern - natürlich auch durch die Herangehensweise von Union begünstigt - komplett gegeben. Viel Kontrolle, viel Dominanz, Ballbesitz mit viel Rotation, eine (weitgehend) sicher funktionierende Restverteidigung… da war schon viel Gutes dabei und eine Spielidee endlich mal wieder klar erkennbar. Natürlich ist da noch viel Potenzial nach oben, besonders das Spiel “off the ball” bei Ballbesitz im letzten Drittel, noch mehr Bewegung, um auch wirklich gefährlich werden zu können… was aber auch gegen meist sehr tief agierende Unioner, ohne viel Trainingszeit und erarbeitete Abläufe, nicht so einfach ist. Ohne Europapokalbelastung ist jetzt viel Trainingszeit, das wird helfen und dazu kommen Burkardt, Ebnoutalib sowie Uzun als elementar wichtige Offensivspieler dann ja auch nach und nach zurück.
Meine Hoffnung auf eine erfolgreiche Restrunde (unabhängig vom Tabellenplatz, sondern bezogen auf die Leistung) ist jedenfalls deutlich gestiegen.
Ich würde sagen aktuell sieht man eher jeden Tag weniger Leuten auf der Geschäftsstelle rumlaufen, da man sich ja grade von allen Personen die mir da einfallen im Einvernehmen trennt
Als heute auch noch Fujita und Pereira-Lage ausgefallen sind war die Hoffnung auf irgendetwas nicht mehr sehr groß.
Die Liste der wichtigen Ausfälle ist beachtlich:
Wahl
Smith
Hountondji
Fujita
Nemeth
Pereira-Lage
Jones
Metcalfe
In einem Spiel gegen das formstärkste Team der Liga.
Hier zeigt sich auch ein interessantes Phänomen. Trainerteam und Spieler sind in der Lage auch oder gerade in „hoffnungslosen“ Situationen Leistung abzurufen.
MVP: Sinani
Unsung Hero: Tomoya Ando (man schaue nur auf seine Laufbahn!)
Moment des Spiels: jeder gefeierte Zweikampf
Edit: Nach der Zusammenfassung stelle ich beim MVP doch auf Saliakas um
SCF-SVW:
Was haben die zwei Doppelwechsel bei Werder und die Umstellung auf 4er-kette am Spiel von Werder verändert?
Und hat man da schon eine Veränderung durch den Trainerwechsel gespürt, auch wenn es leider weit weg von erfolgreich war?
Momentan: defensiv eventuell grade noch eine Scheibe Knäckebrot, offensiv maximal eine ScheibeToastbrot. (Werder, falls das nicht aus dem Kontext klar wird.)
Nach anfänglichen Leichtsinnsfehlern ab Minute 20 gut ins Spiel reingekommen und dominiert, ohne sich die klaren Torchancen rauszuspielen. Nach der Halbzeit hat sich dann insbesondere von Minute 60-75 die Auswechslung bzw. das Fehlen von Lonkonga, Elfadli und Capaldo stark bemerkerbar gemacht, immerhin drei unser fünf zenralen Defensivspieler. Die taktische Umstellung lange Bälle auf Downs zu schlagen hat nicht wirklich gegriffen, sodass die Heidenheimer in dieser Phase ein Ecken und Einwurf-Festival feiern konnten, gecrasht durch DHF. Am Ende etwas glückliche drei Punkte, ähnlich wie im Hinspiel.
Otele hat mir im Gegensatz zu Schmiso wirklich außerordentlich gut gefallen, sehr variabel zwischen der Breite und dem Halbraum bewegt und das Tor vorbereitet. Eine Art zweidimensionaler Dompe.