#21 Euer Input für die Männer Spieltagsbesprechung 21. Spieltag

Beim ersten Elfer bei Bayern-Hoffenheim gilt im Prinzip dasselbe wie beim Elfer für Mainz vs Augsburg, nur dass sich die Kritik hier vor allem an den Bildern aus einer, der frontalen, Perspektive entzündet. Klar sieht man hier, dass Diaz mehr klammert als Akpoguma, aber was man aus der Perspektive nicht sieht, ist die Intensität, mit der Akpoguma, Arm voraus, Diaz‘ Laufweg kreuzt (ohne Chance auf den Ball).

Die sieht man ansatzweise aus einer anderen Kameraperspektive, die während des Datzn Interviews mit Stieler eingeblendet wurde, und da wird dann schon klar, warum Stieler so entschieden hat und warum Akpoguma die Foulentscheidung (laut Stieler) nicht angezweifelt hat.

Für mich immer noch kein Muss-Elfer, aber auch hier: hohe Eingreifschwelle, kein faktischer Wahrnehmungsfehler, denn das Klammern von Diaz findet erst danach statt und ist demzufolge nicht mehr relevant.

Ich hab die Situation nur im Stadion gesehen auf sehr weite Distanz, der Gästeblock in der Arena da ist ja irgendwo draußen in Freising und deshalb will ich dazu jetzt keine Bewertung abgeben. Ich fand Stielers Begründung aber wirklich vollständig lächerlich:

„Warum sollte sich Luis Diaz mit Ball am Fuß frei vor dem Hoffenheimer Tor einfach fallen lassen? Er schießt doch nicht mal Elfmeter, er will Tore schießen. Er kann aufs Tor schießen, er kann den Ball quer spielen auf Kane, der frei ist. Warum soll er das machen?“

Muss ich dazu noch was sagen oder sind wir uns da hier eh einig?

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Diese Begründung ist in der Tat nicht nur lächerlich, sondern auch noch höchst unprofessionell, wenn Stieler tatsächlich solche Überlegungen ansetzt bei seinen Pfiffen.

hm, als Schiri musst du in Sekundenbruchteilen entscheiden. Da fließen solche Faktoren schon in die Entscheidungsfindung mit ein. Es ist auch nicht das erste Mal, dass ich einen Schiri etwas in der Art sagen gehört habe. Da gehts mMn auch nur um die Frage, ob Diaz von allein fällt, nach dem Motto „in so einer Situation wird ein Stürmer nicht schwalben“ … wo er ja auch recht hat, es ist eine klare Torchance.

Es gibt einfach den Bayernbonus.

Niemand hat Díaz in der Situation eine Schwalbe unterstellt. Man sieht ja sofort, dass er in einem Zweikampf mit Akpoguma ist, wo beide austeilen und einstecken. Ich seh das daher auch als Strohmannargument von Stieler.

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naja, er erklärt ja, wie er zu der Entscheidung kam, und da stellt sich die Frage Schwalbe oder nicht natürlich schon. Außerdem wird er kaum die Debatte verfolgt haben während des Spiels. Also Strohmannargument find ich da keinen passenden Vorwurf.

Ein ganz anderer DFB Schiri, Stobias Tieler beim Pokalspiel BVB-Leverkusen:

Ich sehe schon ein Halten, aber ein minimales, ineffektives Halten. Was ich auch sehe ist, dass der Spieler den Kopf nach oben nimmt und sieht “Oh, den kriege ich nicht mehr”, das Halten spürt und dann zu Boden geht. Meine Devise für das Pokalspiel war: “nur klare Sachen”. Für einen Elfmeter ist mir das deutlich zu wenig.

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ich verstehe nicht ganz, was das mit dem gestrigen Spiel zu tun hat.

Als ich die Gästeliste sah, dachte ich: Sven? Wirklich? Im Männerfussball??? Aber bin ja schon froh, wenn irgendjemand aus Lottes Erbinnen mal wenigstens im Rasenfunk erscheint! Als VfB Fan: ja, schon bedenklich, dass wir immer mal wieder unnötig solche Spiele verlieren.

Und warum ist Christoph nicht öfter dabei, seine Analysen sind super!

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Ich schon. Stieler - meines Erachtens seit Jahren maßlos überschätzt - entscheidet nach Gefühl. Dagegen wäre prinzipiell nichts einzuwenden, wenn es keinen VAR gäbe. Aber: Einmal reicht ihm ein Halten aus, das andere Mal nicht. Es gibt klare Regeln (das Halten wurde meines Wissens sogar explizit angesprochen, es intensiver zu ahnden), nach denen sich idealerweise alle Schiedsrichter*innen richten sollen. Halten sollte beispielsweise bei allen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern gleichermaßen geahndet werden, um eine gewisse Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit zu erreichen. Wenn jetzt Herr Stieler (also sogar ein und dieselbe Person) einmal sagt, das reiche ihm nicht, dieses Mal aber wieder hanebüchene Ausflüchte heranzieht, warum es dieses Mal doch ein Foul sein soll, dann erreicht man genau das Gegenteil. Es ist nicht mehr nachvollziehbar und vergleichbar. Dann kann man einfach auch den VAR weglassen und (muss) mit den verschiedenen Auslegungen der Referees klarkommen. Das erzeugt dann wieder mehr “Planbarkeit” - Schiri X ist kleinlich, Schiri Y großzügig etc.

Ich kann mich täuschen, aber ist der Unterschied nicht, dass der Spieler einmal frei einschießen kann und einmal nicht mehr an den Ball kommt?

Díaz konnte nicht frei einschieben, er hat nen ziemlich spitzen Winkel. Da ist ein Elfmeter die deutlich bessere Torchance. Das entscheidende ist aber (für Stieler aus seiner Position nicht gut zu erkennen), dass er klar an Akpogumas Arm zieht, im Stadion bin ich live erstmal von Stürmerfoul ausgegangen. Für mich in Liveperspektive vom Schiedsrichterstandpunkt aus noch nachvollziehbar, mit dem Hintergrund vom VAR und Kameraperspektiven eine krasse Fehlentscheidung.

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Sorry, mein Beitrag war missverständlich. Es ging mir darum, dass aus meiner Sicht die Argumentation von Stieler in den beiden Situationen nicht zu vergleichen ist (wie der Vorredner es tat), daher mein Einwand, dass Stieler einmal eine klare Torchance sieht, das andere mal einen Spieler, der keine Chance mehr hat an den Ball zu kommen.

Zur Szene selber wollte ich gar nichts sagen.

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Mal von Stielers recht abenteuerlicher Erklärung vor allem im Vergleich zu vergangenen Spielen abgesehen, sieht man in Echtzeit den Geschwindigkeitsunterschied zwischen beiden Spielern schon sehr deutlich, wewegen ich den Körperkontakt für einen Fall für mehr als ausreichend halte. Klare Fehlentscheidung ist es sowieso nicht.

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Damit stützt du meine These: Wenn Körperberührung, dann immer Foul oder immer kein Foul. Aus dem Zusehen kann man oftmals schlecht bewerten, welchen Einfluss welche Körperberührung tatsächlich hat. Ich muss wieder die Ellbogenszene heranziehen (SCF-HSV). Auch hier: hanebüchene Erklärungen (Ellbogenschlag ist eine fußballtypische Bewegung. Das stimmt, aber dann darf man jeden Ellbogen ins Gesicht einfach nicht mehr pfeifen, weil man beim Hochspringen immer die Ellbogen einsetzt, um Schwung zu holen). Also entweder man lässt das mit dem VAR oder setzt ihn einheitlich ein und um.

aber das war doch eine völlig andere Situation und demzufolge auch ein anderes Halten. Jeder Schiedsrichter bewertet manches Halten als Foul und anderes nicht. Wenn du Halten immer als Foul bewertest, dann hast du nach jeder Ecke einen Elfer. Also ich kann diese Gleichsetzung nicht nachvollziehen.

aus einer einzigen Kameraperspektive schaut es ziemlich klar nach Foul von Díaz aus. Aber das ist die frontale Perspektive von vorn, da kann man die Intensität, mit der Akpoguma Richung Díaz geht gar nicht beurteilen, denn ein Fernsehbild ist immer eine 2D Projektion eines 3D Realität.

Aus einer anderen Kameraperspektive, die Datzn während des Stieler-Interviews eingeblendet hat, sieht man aber sehr wohl, dass 1. Akpoguma nur in Díaz Laufweg bzw. seinen Körper geht und 2. mit nicht-spieltypisch ausgestecktem Arm, ihn 3. damit zum Straucheln bringt und er 4. damit in eine schlechtere Abschlussposition kommt und 5. einen einfachen Querpass auf Kane spielen könnte, der allein vor dem leeren Tor steht, was aber duch das gemeinsame Fallen nicht mehr geht.

Du willst ernsthaft, dass jede Körperberührung im Fußball als Foul bewertet wird? Oder alternativ das Foul komplett abgeschaft wird?

Ja, das gilt aber vor allem fürs Fernsehbild, also für uns. Die Schiedsrichter und Spieler stehen ja auf dem Platz und haben jede Szene in 3D vor sich, sehen das Ganze also wesentlich besser als wir, erst recht wenn wir nur eine Kameraperspektive zu Rate ziehen.

Es gibt keine Einheitlichkeit im Leben. Es gibt immer und überall Grauzonen, jede Szene ist anders, das ist der Fußball, das ist das bunte Leben, die bunte Welt und für mich ist das auch gut so und Vielfalt ist ein Grund zur Freude.

Ich finde diesen Hang zur Einheitlichkeit und Einförmigkeit, wie er derzeit der Zeitgeist zu sein scheint, ehrlich gesagt verstörend. Lieber versteh ich mal was nicht oder fühle ich mich mal benachteiligt, als dass ich in eine Pseudo-Einheitlichkeit gezwungen werde, die die Realität der Verhältnisse gar nicht abbilden kann.

Nur der Vollständigkeit halber: Vielfalt ist für mich selbstverständlich auch unverhandelbar, das sind jetzt ja die ganz großen Fässer, die du hier aufmachst. Mit all deinen Aussagen bestätigst du meine Argumentation. Wenn Vielfalt im Fußball (Sic!) bei Entscheidungen, dann gerne ohne VAR. Dabei lasse ich es jetzt aber auch bewenden, zu unterschiedliche Sichtweisen.