#26 – Euer Input für Schlusskonferenz 272

So, Freunde, es geht weiter.

Am Sonntag Abend werde ich mit Flo Bogner und Martin Schneider über den Spieltag sprechen.

Wir werden allgemein reden und auch auf die Spiele schauen. Ich werde aber nicht alle Spiele selbst über die vollen Minuten sehen. Dementsprechend freue ich mich umso mehr über eure Beobachtungen, v.a. zu den 15:30 Uhr-Spielen, den Rest sehe ich ja auf jeden Fall.

Und auch eure generellen Eindrücke vom Spieltag interessieren mich.

wie schon in einem anderen thread, aber da gab es diesen noch nicht

Ich bin eher ein Gegner des Neustarts, aber aus anderen Gründen als Max, aber das spielt hier keine Rolle. Es gibt zwei Effekte im Fussball, die nun in der besonderen Situation besonders spannend zu analysieren sind.

Heimeffekt, ja es gibt ihn noch, auch wenn dieser in den letzten Jahren abnehmend ist.
Hypothese: Bei fehlenden Zuschauer wird es keinen relevanten Heimeffekt mehr geben und daher die qualitativ bessere Mannschaft eher gewinnen. Das ist also ein Wettbewerbsnachteil für die schwächeren Mannschaften oder sind die die Zuschauer gar nicht relevant für den Heimeffekt.

Manschaften die besser platziert sind, gewinnen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit (Max nennt es immer die Tobi Escher Aussage, ist aber nicht von ihm, sondern dazu gibt es auch wissenschaftliche Untersuchungen)
Hypothese: Bei einem Neustart dürfte dieser Effekt nicht auftreten, weil die Pause zu lang war. Bsp. Für Bremen dürfte der Neustart rein wissenschaftlich eine Riesenchance sein, weil die Manschaft besser besetzt ist als der eigentliche Tabellenstand.

Es gibt noch einen Vorteil des Abbruchs am 26.Spieltag. Die restlichen Spieltage dürften lange genug sein, um statistisch relevant zu sein.

Das wäre schöne Themen für die Schlusskonferenz.

Das seh ich ähnlich. Gleichzeitig fallen für Mannschaften wie Bremen oder Mainz der Druck weg, aus der Krise rauszukommen. Wenn die schlecht spielen und die Fans unzufrieden sind, kommt man ja oft in eine Negativspirale. Das kommt jetzt womöglich seltener vor…

Naja, Bremen war in letzter Zeit für mich etwas zu oft in den Schlagzeilen. Das könnte dann doch wieder Druck aufbauen. Aber prognostizieren können wir ja gar nix…

nochmals als Betonung, das ist nicht meine Meinung sondern eine Hypothese, die überprüft werden können, natürlich kann es sein, dass andere Faktoren diesen Neustart überstrahlen und Bremen weiterhin schlecht spielt (vielleicht ist Bremen auch wirklich so schlecht)

diese 5 Auswechselspieler sind auch ganz spannend, mehr taktische Umstellungen? Noch mehr Physis im Spiel?

Was dieses Geisterspiel ohne Fans und aufpeitschende Derby-Atmosphäre wirklich nochmal gnadenlos aufzeigt ist, dass rein fußballerisch Schalke dem BVB aber auch gar nix entgegen zu setzen hat. Uff.

Thema 5 Wechsel:
Was ist eure Einschätzung? Bringen die 5 Wechsel einen nennenswerten Vorteil? Sind sie nötig, oder haben die SPieler relativ normale Fitnesslevel?

Geisterspiele:
Ich finde die zweite Halbzeit läuft wesentlich besser als die erste. Die Spieler haben sich gefangen. In der ersten hat irgendwie noch Energie auf dem Feld gefehlt, jetzt in der zweiten ist viel mehr Zug drin.
Es lässt sich auch relativ gut anschauen (jedenfalls dort wo der Spielstand eng ist), ich vermisse die Gesänge nur wenig. (Vielleicht auch gute Arbeit der Tontechniker)

Schiedsrichter und VAR:
Ist die Akzeptanz von beidem höher als gewöhnlich, sprich weniger Diskussionen? Schließlich üben nicht mehrere Tausend Zuseher im Stadion Druck aus. Ich hatte das Gefühl, dass Spieler und Schiedsrichter in den meisten Fällen unaufgeregter und besser kommunizieren.

Drumherum:
Es ist die zu erwartende Wohltat, nach zwei Monaten endlich mal wieder Gespräche über ein anderes Thema zu hören. Das tut verdammt gut. Eine willkommene Auszeit vom Alltag.

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Corona rückt in den Hintergrund. Jetzt wird wieder über 2 cm Abseits bei Freiburg diskutiert…

Da ja auch nach den allgemeinen Erfahrungen zum Spieltag gefragt wurde und ich ohnehin nicht mit taktischen Analysen glänzen kann: Die Konferenz hat mir überraschend gut gefallen bzw. das Fußball gucken überhaupt.

Keine Frage, dass das nicht mit einer „normalen“ Übertragung vergleichbar war, aber kurz vor dem Anpfiff gab´s dann doch ein wenig Vorfreude und auch den ein oder anderen Moment, bei dem ich emotional mitgegangen bin - genauso wie sonst auch.

Ob sich das hält: keine Ahnung. Aber es hat mich selbst überrascht, dass ich doch iwi froh war, dass man einfach mal 90 Minuten Fußball gucken und in der WhatsApp-Gruppe über den einzigen Schalkefan herziehen konnte :wink:

Ich muss sagen dass mir das ganze relativ wenig Spaß macht. Letztendlich ist das jetzt nichts anderes als der Kick von der Kreisligamannschaft nebenan. Die einzigen Unterschiede: Die Jungs von nebenan kenne ich und nachm Spiel kann man gemeinsam n Bierchen trinken und es ist lustiger anzuschauen weil mal jemand aufm Ball ausrutscht oder Ähnliches. Kurz gesagt sind es letztendlich doch nur 22 Männer die nem Ball hinterher jagen. Ohne die Gemeinschaft im Stadion ist das alles leider kaum noch was wert.

Auffallend viele Fehler, wenig Tempo und mMn kein hohes Niveau.

Ohne Fans war mein Fokus mglw. auf dem reinen Spiel und da empfand ich das Niveau als schwach.

Wenig Licht, viel Zufall und Schatten.

Ist das nur mein Gefühl?!

2 Situationen die mir besonders auffielen:

Martin Männel:
Nach dem Spiel gegen Sandhausen wird er interviewt und weißt daraufhin, dass man ja nicht Dortmund oder Bayern sei und daher die Spieler vom Erzgebierge Aue im Falle von Gehaltskürzungen am Existenzminimum nagen würden.
Nur so zum Vergleich:
Laut Spielerbox.de verdient Männel im Monat 45000 €. Ergo: An einem Tag 1480€, dass Monatsgehalt eines Erziehers!
Solche Aussagen hinterlassen bei mir einfach einen faden Beigeschmack.

Jubel:

Nun wurde man wohl von der DFL darauf hingewiesen, dass man es gerne sehe, wenn der körperliche Kontakt beim Jubeln ausbleibe. Für mich steht das Verhalten der jubelnden Herthaner schon fast stellvertretend für die Diversität unserer Gesellschaft, sobald man an den Bürger lediglich appelliert und nicht konsequent verlangt. Wie ein Ibisevic sich dann anschliessend vor die Kamera stellt, wirkt erschreckend unaufgeklärt und nicht angebracht. Den Jungs hat anscheinend keiner Corona erklärt.

Positiv dagegen jedenfalls bis Samstag Abend: Alle anderen Vereine nehmen die Empfehlungen ernst!

Als Virologin würde ich gerne über zwei Dinge sprechen. Erstens: wenn doch alle Beteiligten vor dem Spiel korrekt per PCR negativ getestet wurden, warum benötigt man dann noch Masken und Ellbogen Grüße. Dem auf dem Boden liegenden Mitspieler nicht aufgeladen dürfen, aber Zweikampf mit Vollkörperkontakt ist ok? Das klingt alles stark danach, dass niemand wirklich glaubt, dass Spieler und Verantwortliche sich an simple Regeln halten können. Und nachdem wir das Video von Kalu gesehen haben, kann ich nur sagen, ein DNA Vaterschaftstest hätte man mit der Probe machen können, aber leider muss das Stäbchen für den Abstrich zum Virustest tief in die Nase. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass ist nicht gerade angenehm und hat mit dem was wir gesehen haben nichts zu tun. Zweitens: wenn ich noch eine Person sehe, die ihre Maske unter das Kinn zieht, um zu reden, trinken oder was auch immer raste ich aus. Eine simple Regel gibt es beim Masken tragen. Niemals die Außenseite der Maske anfassen, nicht oben nicht unten, nirgends. Wenn man trinken möchte, die Maske an den Ohrenbändern nach vorne weg ziehen, mit der Außenseite auf eine Oberfläche legen, trinken dann an den Bändern anfassen und wieder aufsetzen. Unser Kinn muss nicht warm bleiben. Wenn die sich die ganze Zeit so verhalten, helfen auch die ganzen Tests nichts und man könnte sie den Klinikangestellten lassen. So geb ich der Liga zwei Spieltage bis alle wieder nach Hause dürfen.

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Ich kann mich zu diesem Spieltag kurz fassen: Ich habe das Derby mit einem äußerst überlegenen BVB verfolgt.

Mit diesem Spiel scheint sich zu bestätigen, dass die Geisterspiele für die Spitzenvereine, speziell aber für den BVB, einen enormen Vorteil bringen, da sie aufgrund der fehlenden Atmosphäre, „mühelos“ ihre ganze Klasse auf den Platz bringen können. Das war zeitweilig schon mehr als ein Klassenunterschied. Und ich bin mir sicher, dass der BVB es unter „normalen Bedingungen“ nicht so souverän nach Hause gebracht hätte…

Persönlich habe ich das Ganze ambivalent wahrgenommen. Riesige Freude über die vier sehr schön herausgespielten Treffer auf der einen Seite. Auf der anderen Seite habe ich mit Abpfiff aber nur noch Belanglosigkeit gegenüber über dem Ganzen empfunden.

Für mich daher sowas wie die letzte Bestätigung, dass ich auf diese Saisonfortsetzung echt verzichten kann :man_shrugging:

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Wäre dann nicht das Remis von Leipzig ein direktes Gegenbeispiel?
Schalke schätze ich diese Saison als so limitiert ein, dass sie so oder so keine große Chance gehabt hätten.

Ich bin da bei dir.

Spätestens nachdem Dresden aus der Vorbereitung genommen wurde, kann ich dem Ganzen aus Sicht eines sportlich fairen Wettbewerbs nichts mehr abgewinnen.

Nach den Spielen gestern ist mir klar, dass für mich Spiele in leeren Stadien und die daraus resultierende fehlende Atmosphäre, auch keinen Unterhaltungswert haben.

Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten verstehe ich, dass man versucht die Saison zu Ende zu spielen, aber ich werde die verbleibenden Spieltage wohl nicht weiter intensiv verfolgen.

Und dennoch schaltest Du heute Nachmittag wieder an oder, falls Du „skylos“ bist, kommenden Samstag um 15:30 Uhr.

Hm, ich verbinde mit RaBa eher ein Brauseprodukt, statt eines Spitzenteams :grinning: :wink:. Spass bei Seite, ich habe tatsächlich eher den BVB im Blick, hab ja geschrieben „speziell den BVB“ :wink:.

Man könnte noch anführen, dass es ein „Heimspiel“ des BVB war, in denen er in dieser Saison ja eine Macht ist. Interessant wird, ob sie diese Leistung „auswärts“ bestätigen. Nun ja, wir werden sehen…

Und die Blauen haben mich am Ende dann doch maßlos enttäuscht… Gut ich verfolge sie jetzt nicht so dicke. Nur halt, was man so mitbekommt, dass die Rückrunde nicht mehr so rund läuft wie die Hinrunde. Aber ich fand den Rückrundenauftakt gegen Gladbach, angeführt von Serdar und Gregoritsch, sehr überzeugend. War halt auch mein letztes Spiel, das ich von denen gesehen habe…

Was ich auch etwas schade fande: Ich dachte, dass man wenigstens verstehen kann was die Spieler sagen, aber die Akkustik war ja dermaßen schlecht, dass man nur was verstanden hat, wenn es direkt vor den Mikrofonen gesagt wurde. Das fande ich dann auch sehr interessant, vor allem die Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Spielern.

Die Masken und der Abstand beim Jubeln wirkt doch eher wie der Auftrag zur Vorbildrolle des Fußballs.
Inhaltlich macht das doch nicht viel Sinn. Die Spieler sind alle getestet und in Quarantäne. Wo soll sich da einer anstecken?

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Und Streich zupft sich alle halbe Minute genau so die Maske zurecht auf der PK. Vorbildwirkung? Nun https://www.youtube.com/watch?v=OFFsxVrrmZs