Da ich fest davon überzeugt bin, dass das Derby eine riesige Klatsche für uns Schalker geben wird, gibts meine Meinung zum Verein vorab.
Dafür diesmal auch nicht allzu frustriert 
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Eine der krassesten Schwächen unter Tedesco war es, dass wir nach Rückstand nur selten noch etwas holen konnten. In seinen 75 Spielen errang Schalke nur einen (!) Sieg nach Rückstand und zumindest noch acht Unentschieden. (Fünffach wurde ein zwischenzeitliches Unentschieden nach Rückstand erzielt, das Spiel danach aber noch verloren. Ein weiteres Mal gelangte man nach Rückstand sogar in Führung und verlor trotzdem am Ende.)
Wenn ich unter Stevens eine Verbesserung erahnen möchte, dann dass wir einen Rückstand wieder eher aufholen können. Und das Standards wieder etwas besser funktionieren. -
Ansonsten hat der Austausch Tedescos durch Stevens wenig gebracht, es stehen vier Punkte gegen den 18. und 17. der Tabelle und das direkte Pokalaus zu Buche. Nichts was ich dem alten Coach nicht auch zugetraut hätte. Spielerisch gabs auch wenig Neues zu bewundern, aber was sollte man auch erwarten? Stevens steht sinnbildlich für 90er-Jahre-Ergebnisfußball. Seine Stärken liegen - genau wie schon bei Tedesco - in der Defensive.
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Tatsächlich hat der Trainerwechsel nur dem neuen Manager Schneider was gebracht. Er hat reagiert, als der Handlungsdruck am größten war und macht sich damit in dieser Hinsicht nicht angreifbar. Außerdem gibts kaum Kritik von den Schalkern, weil Stevens als erfolgreicher Feuerwehrmann gilt und ja schließlich auch Fanliebling ist. Es passt emotional gesehen so gut, dass die sportliche Sinnhaftigkeit nicht hinterfragt wird. Und so hat er nun viel Zeit für die Suche nach einem Nachfolger auf dem Trainerposten. Und einen Sportdirektor. Und einen technischen Direktor.
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Es kamen diese Saison einige Spieler unverhofft zu ihrem Debut. Tedesco setzte Kutucu, Wright und Goller erstmals in Pflichtspielen ein und Stevens gibt nun Boujellab und Carls Profiminuten.
Winterneuzugang Matondo wusste beide Trainer noch nicht sinnvoll einzubinden, Bruma spielt regelmäßig, ist aber keinesfalls erste Wahl.
Es muss hier doch über Heidels Transferpolitik gesprochen werden! Auch wenn ich vom Sommer begeistert war, sind bei Kaderplanung und Scouting wohl krasse Fehler unterlaufen. Und im Winter wird dann nur eines der drei ausgemachten Lecks erfolgreich gestopft, auch weil die Matondo-Verpflichtung sämtlichen finanziellen Spielraum nimmt. Und nicht funktioniert.
Obendrein kam die viel zu späte, erstaunlich unkreative und letztlich erfolglose Lösung, Eichkorn als neuen Impulsgeber und Co-Trainer inmitten der Saison dazuzunehmen. Und den Kaderplaner den Heidel nach eigener Aussage schon vor der Saison dazunehmen wollte, kam auch nie. (Weil Tönnies’ Aussagen in der Presse komplett kontraproduktiv waren und im Endeffekt diesen Lösungsweg für Heidel ungangbar gemacht hat.)
Es ist ja schön und gut, dass die ganze Zeit solide gewirtschaftet wurde und vermutlich werden sich die meisten Neuzugänge noch längerfristig bewähren, aber das hat halt jetzt meinem Traumduo Heidel/Tedesco den Job gekostet und Schalke die Saison verhagelt.
Im Erfolg wurden mal wieder die größten Fehler gemacht. Die Probleme (mangelnde Erfahrung im Trainerteam in Sachen Scouting/Kaderplanung, Dreifachbelastung und Ballbesitzspiel) waren ja angeblich alle frühzeitig bekannt. -
Insgesamt gabs diesen Winter überraschend viele Parallelen zu vor zwei Jahren. Nach verpatztem Saisonstart und anschließenden massenhaften Stürmerausfällen wurden damals kurioserweise auf den selben Positionen Verstärkungen gesucht: Innenverteidiger (Badstuber), offensiver Flügelspieler (Caligiuri) und Stürmer (Burgstaller). Zwei davon entpuppten sich als Sensation. Diesmal… Nun ja.
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Spannend auch wie erneut ein Sportvorstand verpflichtet wird und entsetzt feststellt, wie weit Schalke in vielen Bereichen aufzuholen hat. Dem Aufsichtsrat scheint es irgendwie nicht wichtig zu sein, ehrlich mit den Kandidaten umzugehen. Und das bedeutet auch, dass in den Vorgesprächen keines dieser reihenweise Problemfelder durchbesprochen wurde und dass für die Entscheidungsfindung kein einziger Lösungsansatz für diese bevorstehenden Schwierigkeiten eingeflossen ist.
Und dass muss ja dann auch schon bei Heidel und sogar damals bei Magath der Fall gewesen sein. Dafuq?!
Kein Wunder dass die alle Scheitern. Keiner wurde darauf vorbereitet, was da Alles auf ihn zukommt. Und der Aufsichtsrat hat auch nicht danach ausgewählt, wer diese “versteckten” Probleme überhaupt effizient lösen kann - und wie.
Und damit wurde diese Denk- und Schreibübung doch wieder viel frustrierender als zuvor gedacht.
Fehlt ja dann nur noch das Ergebnis des Spiels.