#31 - Euer Input für Schlusskonferenz 222

#1

Ein paar Sachen sind schon klar, ein paar Dinge noch nicht.

Was schon feststeht: Wir nehmen am Montag Vormittag auf, Schwerpunkt wird Schalke 04 sein. Einer der Gäste ist Benni Kuhlhoff (@BenniKuhl), beim zweiten warte ich noch auf die Bestätigung.

Freue mich wie immer über Input!

Edit: Zweiter Gast wird Tobias Escher sein.

#2

Da ich fest davon überzeugt bin, dass das Derby eine riesige Klatsche für uns Schalker geben wird, gibts meine Meinung zum Verein vorab.
Dafür diesmal auch nicht allzu frustriert :wink:

  • Eine der krassesten Schwächen unter Tedesco war es, dass wir nach Rückstand nur selten noch etwas holen konnten. In seinen 75 Spielen errang Schalke nur einen (!) Sieg nach Rückstand und zumindest noch acht Unentschieden. (Fünffach wurde ein zwischenzeitliches Unentschieden nach Rückstand erzielt, das Spiel danach aber noch verloren. Ein weiteres Mal gelangte man nach Rückstand sogar in Führung und verlor trotzdem am Ende.)
    Wenn ich unter Stevens eine Verbesserung erahnen möchte, dann dass wir einen Rückstand wieder eher aufholen können. Und das Standards wieder etwas besser funktionieren.

  • Ansonsten hat der Austausch Tedescos durch Stevens wenig gebracht, es stehen vier Punkte gegen den 18. und 17. der Tabelle und das direkte Pokalaus zu Buche. Nichts was ich dem alten Coach nicht auch zugetraut hätte. Spielerisch gabs auch wenig Neues zu bewundern, aber was sollte man auch erwarten? Stevens steht sinnbildlich für 90er-Jahre-Ergebnisfußball. Seine Stärken liegen - genau wie schon bei Tedesco - in der Defensive.

  • Tatsächlich hat der Trainerwechsel nur dem neuen Manager Schneider was gebracht. Er hat reagiert, als der Handlungsdruck am größten war und macht sich damit in dieser Hinsicht nicht angreifbar. Außerdem gibts kaum Kritik von den Schalkern, weil Stevens als erfolgreicher Feuerwehrmann gilt und ja schließlich auch Fanliebling ist. Es passt emotional gesehen so gut, dass die sportliche Sinnhaftigkeit nicht hinterfragt wird. Und so hat er nun viel Zeit für die Suche nach einem Nachfolger auf dem Trainerposten. Und einen Sportdirektor. Und einen technischen Direktor.

  • Es kamen diese Saison einige Spieler unverhofft zu ihrem Debut. Tedesco setzte Kutucu, Wright und Goller erstmals in Pflichtspielen ein und Stevens gibt nun Boujellab und Carls Profiminuten.
    Winterneuzugang Matondo wusste beide Trainer noch nicht sinnvoll einzubinden, Bruma spielt regelmäßig, ist aber keinesfalls erste Wahl.
    Es muss hier doch über Heidels Transferpolitik gesprochen werden! Auch wenn ich vom Sommer begeistert war, sind bei Kaderplanung und Scouting wohl krasse Fehler unterlaufen. Und im Winter wird dann nur eines der drei ausgemachten Lecks erfolgreich gestopft, auch weil die Matondo-Verpflichtung sämtlichen finanziellen Spielraum nimmt. Und nicht funktioniert.
    Obendrein kam die viel zu späte, erstaunlich unkreative und letztlich erfolglose Lösung, Eichkorn als neuen Impulsgeber und Co-Trainer inmitten der Saison dazuzunehmen. Und den Kaderplaner den Heidel nach eigener Aussage schon vor der Saison dazunehmen wollte, kam auch nie. (Weil Tönnies’ Aussagen in der Presse komplett kontraproduktiv waren und im Endeffekt diesen Lösungsweg für Heidel ungangbar gemacht hat.)
    Es ist ja schön und gut, dass die ganze Zeit solide gewirtschaftet wurde und vermutlich werden sich die meisten Neuzugänge noch längerfristig bewähren, aber das hat halt jetzt meinem Traumduo Heidel/Tedesco den Job gekostet und Schalke die Saison verhagelt.
    Im Erfolg wurden mal wieder die größten Fehler gemacht. Die Probleme (mangelnde Erfahrung im Trainerteam in Sachen Scouting/Kaderplanung, Dreifachbelastung und Ballbesitzspiel) waren ja angeblich alle frühzeitig bekannt.

  • Insgesamt gabs diesen Winter überraschend viele Parallelen zu vor zwei Jahren. Nach verpatztem Saisonstart und anschließenden massenhaften Stürmerausfällen wurden damals kurioserweise auf den selben Positionen Verstärkungen gesucht: Innenverteidiger (Badstuber), offensiver Flügelspieler (Caligiuri) und Stürmer (Burgstaller). Zwei davon entpuppten sich als Sensation. Diesmal… Nun ja.

  • Spannend auch wie erneut ein Sportvorstand verpflichtet wird und entsetzt feststellt, wie weit Schalke in vielen Bereichen aufzuholen hat. Dem Aufsichtsrat scheint es irgendwie nicht wichtig zu sein, ehrlich mit den Kandidaten umzugehen. Und das bedeutet auch, dass in den Vorgesprächen keines dieser reihenweise Problemfelder durchbesprochen wurde und dass für die Entscheidungsfindung kein einziger Lösungsansatz für diese bevorstehenden Schwierigkeiten eingeflossen ist.
    Und dass muss ja dann auch schon bei Heidel und sogar damals bei Magath der Fall gewesen sein. Dafuq?!
    Kein Wunder dass die alle Scheitern. Keiner wurde darauf vorbereitet, was da Alles auf ihn zukommt. Und der Aufsichtsrat hat auch nicht danach ausgewählt, wer diese “versteckten” Probleme überhaupt effizient lösen kann - und wie.

Und damit wurde diese Denk- und Schreibübung doch wieder viel frustrierender als zuvor gedacht.
Fehlt ja dann nur noch das Ergebnis des Spiels.

#3

Schalke spielt die ganze Saison beschissen, so beschissen, dass sie Huub Stevens zurückholen müssen. Spielerisch bleibt das ganze ein Mix aus Gewürge und Defensivfußball.
Doch am Ende schafft es Huub, sein Denkmal, statt es zu ruinieren, sogar noch wachsen zu lassen, indem er dem BVB die Titelchancen ruiniert.
Meine investigative Frage nun an dich, Max und deine Gäste: Schreibt solche Geschichten nur der Fußball?

Und ich möchte jetzt schon den alten O-Ton “da lach ich mir doch den Arsch ab” beantragen, wenn Hannover am Ende die Relegation erreicht.

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#4

Mainz - Hannover
Mainz spielt 90 Minuten auf ein Tor hat bestimmt 5 Riesen Chancen die alle irgendwie reinmüssen. Dann hat Müller nen riesen Aussetzer, danach steht Hanmover natürlich mit 10 Mann hinten drin. Das ist etwas das die Mainzer garnicht können, einen Gegner der hinten drin steht mal auseinanderzuziehen und etwas effektives rauszuspielen, ausserdem hatte Mateta nicht die Abschlussstärke die er sonst hat.

Ich verstehe 1. die Aussortierung von Bell nicht, der spielt das was er spielen kann, nicht mehr, nicht weniger, für seine Verhältnisse ist es sogar eine gute Saison in der er seine Kopfballstärke gut eingesetzen konnte. Stattdessen spielen wir mit 2 linksfüssern (Hack und Niakhate), Niakhate spielt mittlerweile halbrechts, er kann mehr mit seinem Rechten Fuss anfangen als Hack aber verliert seine grösste Stärke, das Abgrätschen von Gegnern in Laufduellen, Hack war auf halbrechts völlig fehl am Platz.
2. verstehe ich nicht, dass Brosinski ebenso aussortiert ist, er spielt seine stärkste Saison (und die davor waren auch schon gut), war lange unser bester Vorlagengeber durch starke Flanken und gute Flankenläufe, Donati kann in manchen Spielen durch seine Emotionalität und seinen Kampfgeist Punkten aber z.B. gegen Hannover hätten wir eher gescheite Flanken gebraucht, zumal Donati nach vorne wirklich schwach ist und wir nunmal 89 Minuten auf ein Tor gespielt haben.

Zum Glück haben wir schon den Klassenerhalt. Es bleibt dabei, obwohl Schwarz ein grundsymphatischer Typ ist. Versteht man seine Entscheidungen viel zu selten und er erklärt sie auch auf PK’s nicht wirklich, sehr schade.

#6

Ich glaube, dass Bell und Brosi einfach eine Auszeit brauchten. Während dieser Niederlagenserie ist durchaus viel Kritik entstanden und anstelle mal konstruktive (!!!) Kritik zu üben, gab es viel "Ja, war kein schlechtes Spiel, aber der Gegner hat halt einmal mehr getroffen. Wenn Führungsspieler so lapidar nach Niederlagen reagieren, finde ich es legitim, mal etwas frischen Wind reinzubringen. Wobei diese Theorie jetzt nicht zu der Aussage "Bell spielt aus sportlichen Gründen nicht.

Zum Spiel wurde alles gesagt und auch wenn m.E. seit der Hinrunde der Klassenerhalt feststeht (hätte Mainz jedes Spiel in der Rückrunde verloren, wäre man noch mit 21 Punkten immer mindestens auf Platz 16), frustriert eine Niederlage gegen diese unglaublich schwachen Hannoveraner unglaublich. 4 von den 18 Punkten der Hannoveraner hat kamen von Mainz und es dürfte für die 05er noch sehr knifflig werden, die 40-Punkte-Marke zu knacken. Es kommen noch RB Leipzig, Frankfurt und Hoffenheim.

Kleines Kuriosum noch: Mainz hat in der Rückrunde noch kein einziges Mal unentschieden gespielt.

#7

hubb stevens hat eigentlich keinerlei trainereffekt bewirkt… zu dem tedesco im ersten ja hat er alles richtig gemacht sich die liga und die situation auf schalke angeschaut und wie ein abstiegskandidat gespielt obwohl der kader mehr hergab und damit gab es den supererfolg der vizemeisterschaft der aus meiner sicht auch absolut verdient war, tedesco kannte und analysierte die liga besser als jeder andere trainer und hatte dadurch erfolg abgesehen vom eher schwachen fussball.

im zweiten jahr hat er sich dazu hinreißen lassen sein system über den haufen zu werfen und zudem eine handvoll neue FÜHRUNGSSPIElER zu integrieren die abgesehen von rudy und uth auch alle aus pressingteams kamen…

jetzt hat man stevens der sich komplett hinten reinstellt und hofft und steht vor einer mammutaufgabe mit der planung der nächsten saison.

im endeffekt musste man sich klar sein wenn man SCHALKE 04 ist und einen jungen trainer verpflichtet dass man ihm auch die zeit geben muss um aus seinen fehlern zu lernen… jetzt holt man entweder nen trainer a la hecking der in zwei jahren auch weg ist oder man fängt mit nem jungen von null wobei ich hoffe dass man ihm diesmal mehr zeit einräumt.

die punkte mal abgesehen vom derby heute die huub geholt hat hätte das durchaus funktionierende pressing von tedesco alle mal auch eingefahren. =)

#8

Diese Aussagen können evtl. zu vier-augengesprächen führen und wenn sie 1 oder vllt. 2 Spiele auf der Bank gelassen werden, ja okey. Aber zu riskieren das diese Spieler wegbrechen und ein Loch hinterlassen das du faktisch nicht schliessen kannst halte ich für schwachsinnig und leichtgläubig. Zumal Brosi nie als DER Führungsspieler in der Mannschaft galt, Brosinski ist seit jeher ein Spassmacher und gutelaune Kerl der Truppe, der sich viel um die Neuzugänge kümmert und ihnen hilft, das ist seine Aufgabe in der Mannschaft und damit haben diese Aussagen erstmal nichts zutun. Zumal beide das ja eher intern Ansprechen sollten als vor den Sky Mikrofonen also diese Argumentation finde ich schwachsinnig falls es die richtige sein sollte.
Man hat halt nichtmal einen Ersatz für die beiden, Philipp Mwene könnte langfristig Brosinski beerben aber der ist verletzungsanfällig und hat kaum Bundesliga-erfahrung.
Hinter Bell siehts ganz düster aus was rechtsfüsser angeht, höchstens Gürleyen der aber auch kaum Profi-erfahrung hat.
Ich hoffe die beiden bleiben und können sich im Sommer neu beweisen.

#9

Ist es vielleicht so schwierig Meister zu werden wenn man nicht Bayern München heißt weil einem niemand dabei hilft?
Dass sich Spieler die fünfte Gelbe Karte vor dem Bayern-Spiel abholen, haben wir diese Saison noch nicht gesehen. Aber so viel Kampf und Emotion wie bei Schalke heute in Dortmund kriegt Bayern doch selten zu sehen. Bayern hat so ein wichtiges Derby nicht (mehr). Vorteil für Bayern?

Ich habe mir mal die Kartenstatistik der Rückrunde angeschaut. Das deutet vielleicht am ehesten an, wie viel man in ein Spiel investiert. Dortmunds Gegner investierten 33 Karten (das Schalke-Spiel schon mit eingerechnet). Bayerns Gegner investierten 21 Karten (das Nürnberg-Spiel fehlt noch).
In sieben Spielen investierte Bayerns Gegner weniger Karten als im eigenen Saisondurchschnitt. Dortmunds Gegner haben gegen Dortmund aber meistens mehr Karten bekommen als im Saisondurchschnitt: Nur vier mal bekam Dortmunds Gegner weniger Karten als üblich.

Und jetzt der Fokus auf die Heimspiele. Aus der Allianz-Arena brachten die Gegner des FC Bayern in den 7 bisherigen Spielen der Rückrunde 8 Karten mit nach Hause. Zwei davon hat Dortmund mitgenommen.
Wenn die Gegner aber nach Dortmund fahren, nahmen sie in 7 Spielen bisher 19 Karten mit nach Hause.
In zwei der sieben Heimspiele hat Dortmunds Gegner weniger Karten investiert als im Saisondurchschnitt.
Nur Dortmund und Bremen haben in München mehr Karten als im Saisondurchschnitt gesehen. Die fünf anderen Gastmannschaften haben es ruhiger angehen lassen als für ihre Verhältnisse üblich.

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#10

Interessante Auflistung.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich ein “Wir holen eh nichts in München, selbst wenn wir gut spielen” und ein “gegen den BVB geht auf jeden Fall etwas, wenn wir 100% da sind” etabliert. Gut, diese Saison hat der FCB gewackelt und einige Mannschaften sind etwas euphorischer in die Spiele gegangen. Dortmund hat seit 12/13 den Nimbus einer beinahe unbesiegbaren Mannschaft verloren. Gefühlt rufen für mich die Gegner regelmäßig gegen den BVB die beste Saisonleistung ab. Und das betrifft vor allem die Arbeit gegen den Ball, Zweikampfverhalten etc. So ziemlich das, was Schalke weite Strecken heute gezeigt hat.

Die wenigen Karten der Bayern-Gegner kommen aber auch zustande, weil es keine andere Mannschaft besser versteht, den Ball laufen zu lassen und überhaupt erst gar nicht in Zweikämpfe verwickelt zu werden. Diese Souveränität findet man beim BVB seit langer Zeit nicht mehr.

Vergleicht man den Witsel der Hin- und Rückrunde tun sich sehr große Unterschiede auf. Er hält zwar immer noch die Bälle und verteilt sie, doch unsaubere Ballführung und zu späte Abspiele häufen sich immer mehr. War heute nicht der springende Punkt, aber dadurch sieht man ein bisschen, wo die Mannschaft in Sachen Konzentration und Nervenstärke derzeit liegt. Meiner Meinung nach sind sie “durch” mittlerweile.

Die beiden roten Karte: Das hätte es ind er Hinrunde nicht ansatzweise gegeben. Kann man Reus es irgendwie noch nachsehen, da er solche Rückwärtsläufe und Grätschen häufiger diese Saison gezeigt hat, so war Wolf einfach nur geistesgestört. Frustration, da Schalke mit 11 Mann zu Ende gespielt hat? Sicher! Aber so kannst du dich bei 2-1 bzw. 3-1 nicht gehen lassen. Da hat sich der BVB selbst gedemütigt.

Witsel und Delaney waren mir heute tatsächlich die etwas zu defensive Variante. Vor allem, da sich Delaney im Spielaufbau nicht aufzwingt und Witsel - wie bereits geschrieben - für mich durch ist mit der Saison (im Vergleich zu seinem eigentlichen Potential).

Mich hätte mal 4-1-4-1 interessiert mit Reus, Götze und Alcacer in der Zentrale sowie Sancho und Guerreiro auf den Außen.

Sportlich hatte das Spiel - aus Schalker Sicht - keine große Aussage. Standardtore und zwei Platzverweise. Ansonsten ging bei ihnen verständlicherweise nicht allzu viel. Beim BVB genauso wenig, was die tatsächlichen Chancen und Abschlüsse angeht.

Wenn ich mir es recht überlege, war es fußballerisch echt ein Kack-Kick :D, in dem das Team mit den zwei wunderschön herauskombinierten Toren verloren hat.

#11

Naja, es ist ja nicht so als hätte Mainz keine Kohle für neue Spieler :wink: Ein Back-Up für die Rechts- und Innenverteidigerposition wird bestimmt kommen, wenn Donati und Bungert gehen bzw. aufhören. Gürleyen wird denke ich auch nach und nach mehr Bundesligaerfahrung sammeln. Von Mwene halte ich ehrlich gesagt ziemlich viel. Er hat ja nur wenige Spiele gemacht, aber Potential hat der Mann schon.

#12

Ich verstehe wirklich nicht, warum man in der breiten fußballinteressierten Bevölkerung immer so tut, als wären Standardtore irgendetwas außerhalb des eigentlichen Spiels. Warum sollte denn die heute gesehene Verbesserung des Verhaltens der Schalker bei Standards keine spielerische Verbesserung darstellen? Und warum sollte ein tiefes Stehen gegen eine unfassbar schnelle BVB-Elf (später BVB-Zehn und noch später BVB-Neun) kein probates taktisches Mittel sein? Ich finde, dass gerade dieses heute unglaublich disziplinierte Verhalten der Schalker Mannschaft eine (Achtung) starke spielerische Verbesserung gegenüber den letzten Wochen und Monaten war. Letztendlich kann m.M.n. auch eine extrem tiefstehende Positionierung spielerisch gut aber auch schlecht umgesetzt werden. Das Schalker Spiel war heute in meinen Augen klar Variante 1 davon.

#13

Okay, das fasse ich definitiv erstmal als Beleidigung auf :smiley:

Ich bin sicherlich nach diesem Spiel noch etwas durch den Wind und gebe dir absolut recht, das Standards - und vor allem verwandelte Standards - eine (stark) verbesserte Spielanlage für S04 darstellen. Dass sie das auch defensiv gut gemacht haben, sicher.

Zudem habe ich auch “sportlich” und nicht “spielerisch” geschrieben: Arg besonderes Spiel, der Spielverlauf hat Schalke perfekt in die Karten gespielt (selbst sehr harte Gangart, ohne einen Mann zu verlieren + schneller Ausgleich + Überzahlspiel). Deshalb…spielerisch verbessert, okay. Aber für mich bleibt noch offen, was Schalke aus sportlicher Sicht aus diesem Match zieht. Mir ist klar, dass sie nur ums Überleben (was ihnen vermutlich schon geglückt ist) kämpfen, aber dieses besondere Spiel heute gibt, mMn, keinen Aufschluss über die folgenden Schalker Aufgaben. Das war’s eigentlich, was ich sagen wollte.

#14

Niemals würde ich dich beleidigen wollen :slight_smile:
Du warst jetzt quasi nur der Aufhänger an einem Thema, das ich immer wieder so beobachte und was mich, ich denke man merkt es im ersten Post, echt verwundert und in großen Teilen auch stört. Das war ja auch ein großer Aspekt bei der Betrachtung der Leistung der Schalker in der letzten Saison. Ich finde, dass Tedesco da seinen Kader super analysiert und letztendlich auf einen Standardfokus hin ausgerichtet hat. Das hat super funktioniert, der Plan ging auf und trotzdem wurde landauf und landab gepredigt, unter welcher spielerischer Armut das Schalker Spiel litt. Ich konnte diese Armut halt nicht erkennen, sondern habe nur eine andere, im letzten Jahr sehr erfolgreiche, Variante des von uns allen so geliebten Spiels gesehen.
Schade, dass Tedesco sich in dieser Saison doch sehr verzettelt hat und von seinem erfolgreichen Weg der letzten Saison abgekommen ist.
Heute hab ich jedenfalls ziemlich viel aus der erfolgreichen Tedescozeit auf Schalke wieder erkannt und freue mich für die Schalker, dass sie am Ende dieser unglaublich ernüchternden Saison einen vor allem emotional so wichtigen Derbysieg einfahren und sich wenigstens ein wenig für 2007 rächen konnten. Gleichwohl kann ich meine Bauchschmerzen mit Blick auf die Königsblaue Zukunft nicht verleugnen. Die Suche nach einer sportlichen Führung dauert an und scheint dafür zu sorgen, dass die Planung für min. die nächste Saison ziemlich spät in Angriff genommen werden kann, bestes Beispiel ist die Situation rund um Nübel, wobei ich da die Rolle der Münchner Führung wieder einmal als recht unpassend bezeichnen muss. H. Stevens hat da heute recht eindeutige Worte gefunden, die ich nur unterstützen kann.
Langweilig wird es jedenfalls nicht in Gelsenkirchen

#15

Man hat Geld, daran scheitert es nicht, aber man hat letztes jahr erst einen Umbruch gemacht und das sollte ja nicht zur normalität werden. Man wollte noch Flügelspieler holen, einen Sechser oder Achter als Gbamin-ersatz wenn der weg ist und wenn Martin geht braucht man auch einen Linksverteidiger. Wenn dann noch 2 Innenverteidiger verpflichtet werden müssen plus einem Rechtsverteidiger hast du eine komplett neue Mannschaft nächste Saison.

Zudem sind da ja dann noch keine möglichen Perspektivspieler dabei die man gerne mal aus der 2. Liga holt oder Jugendspieler die hochgezogen werden, sowohl die U17 als auch die U19 haben bisher eine überragende Runde gespielt und spielen um die Meisterschaft.

Und diese kleine Kaderplanung von mir setzt ja nun voraus das man Mateta, Kunde und Müller weiterhin hält und Quaison noch ein Jahr halten kann. Onisiwo könnte auch begehrlichkeiten geweckt haben mit einer bärenstarken Rückrunde. Wenn auch nur einer von denen geht, wird es schwer die zu ersetzen.

#16

RB Leipzig - SC Freiburg

Zwei Mannschaften im 5-3-2. Gegen den Ball konnten beide also nicht den ganz großen Druck auf die aufbauenden Dreierketten ausüben, aber das Zentrum war so dermaßen dicht, dass keiner der beiden sich traute, diesen Weg zu wählen (selbst die unbekümmerten Schlotterbecks verzichteten auf ihre Flachpässe durch die Ketten). Freiburgs lange Ballzirkulationen zwischen den Innenverteidigern waren für den neutralen Beobachter vielleicht nicht unbedingt interessant, erfüllten aber den Zweck den Tabellendritten über 90 Minuten nicht so häufig vor das eigene Tor kommen zu lassen.
Der Weg ins letzte Drittel aus dem eigenen Aufbau lief größtenteils über Diagonalbälle hinter die Abwehr. Zielperson war häufig Günter. Höfler startete zwar oft Läufe hinter die Abwehr, aber wahrscheinlich sogar eher, um einen Gegenspieler mitzuziehen und die Abseitslinie zu verschieben. Leipzig war ziemlich aufmerksam (was nicht selbstverständlich für eine individuell so überlegene Mannschaft ist).
In der ersten Halbzeit gingen also die Pläne von beiden Mannschaften auf. Freiburg kontrollierte den Ball, ohne Leipzig viele Umschaltmöglichkeiten zu eröffnen und kam zu ein paar wenigen Abschlüssen. Leipzig ließ sich nicht von der tiefen Ballzirkulation locken und hatte ein Chancenplus, wenn auch ein deutlich kleineres als in den letzten beiden Heimspielen.
Die zweite Halbzeit begann recht ähnlich wie die erste, wurde dann aber nach dem etwas kuriosen Ausgleich etwas chaotischer. In dieser Phase konnte der Sportclub einige schöne Abschlüsse herausspielen und scheiterte aber mal wieder an der Chancenverwertung und Gulasci (in dieser Phase). Insgesamt geht der Leipziger Sieg in Ordnung (xG: 2,05 - 0,87). Ziel des Sportclubs in so einem Spiel ist es den großen individuellen Unterschied (bestes Beispiel die Duelle Höler gegen Konaté) zu verringern und ein Spiel zu produzieren, bei dem man mit etwas Glück einen und mit sehr viel Glück drei Punkte holt. Das ist gelungen.

Der SC Freiburg ist ja in der komfortablen Situation, gerade gegen Top-Mannschaften der Bundesliga, die Ergebnisse momentan etwas ausblenden zu können. Die wieder eingeschlagene Richtung zu mehr konstruktivem Aufbauspiel in der Rückrunde, trotz der vielen Verletzten, gefällt mir persönlich sehr gut. Im Vergleich zu den Spielen mit Ballbesitz aus der Hinrunde gegen F95, H96 und dem Club, sehe ich eine eindeutige Verbesserung.
Hier würde mich eure Meinung sehr interessieren. Die Hinrunde (Fokus aufs Umschaltspiel und Pressing) ergab deutlich mehr Punkte als der konstruktive Ansatz ab etwa Spieltag 21. Hat der spielerische Ansatz beim SC Freiburg dennoch eine erfolgreiche Perspektive?

#17

Ich würde dir ja in der Beschreibung des Schalker Spiels volkommen zustimmen. Deine Kritik an der Beschreibung anderer ist aber scheinbar nur, ein unterschiedliches Verständnis des Begriffes “spielerisch”. Man kann ihn natürlich in deinem Sinne deuten, aber in einem öffentlich Diskurs über sowas sollte man den Bedeutungshof des Begriffs nicht vernachlässigen und unter diesen Vorzeichen die Darstellung anderer bewerten. Das was kritisiert wird, ist in deiner Darstellung ebenso vorhanden, du siehst es nur nicht so kritisch, es kann aber schon treffend als “spielerische Mängel” beschrieben werden.

#18

Vielleicht kann man die Standards als Teil der spielerischen Mittel auffassen.
Wer sich nur durchkombinieren will und jeden Standard kurz ausführt um wieder in den Kombinationsfluss zu kommen, ist spielerisch limitiert.
Wer außer Standards keine Torchancen kreieren kann, ist ebenso spielerisch limitiert.
Ein gute Mannschaft hat viele Mittel: Kurpasskombinationen, Eckbälle, Flanken (die verwertbar sind), Freistöße.

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#19

@Mitmacher Genau darauf wollte ich hinaus :slight_smile:

#20

BVB - S04

Schalke - Warum nicht immer so?
Hätte Schalke 04 schon vorher so gespielt wie am Samstag gegen den BVB, wäre die Euro League möglich gewesen. Aber hätte hätte … .
S04 hat …
… wirklich gefightet (18 Fouls) und das Derby wirklich angenommen.
… tief gestanden und immer wieder die Räume verdichtet.
… taktisch gut reagiert und Sane auf rechts gegen Guerreiro gestellt.
… die Standards genutzt.

Aber: Trotz doppelter Überzahl kam Schalke insgesamt nur auf 8 Torschüsse und der Ballbesitz lag mit 70% - 30% auf der Dortmunder Seite.
Bedeutet: S04 kann in dieser Saison nicht die spielbestimmende Mannschaft sein, egal wie die Gegebenheiten des Spiels sind. Positiv ausgedrückt waren die Königsblauen in dieser Partie unfassbar effizent.

Dortmund versuchte es mit hoher Geschwindigkeit und hohem Pressing.
Das Tor von Götze war überragend herausgespielt.
Götze machte insgesamt wieder ein sehr gutes Spiel.

Marco Reus hingegen fand kaum bis gar nicht statt.
Erneut fand er in einem der “großen” Spiele nicht statt. Gegen Schalke war er an keinem Torschuss beteiligt! Ohne Frage spielt Marco Reus grundsätzlich eine sehr gute Saison und er ist auch ein überragender Fußballer … weltklasse ist er nicht!

Schalke wird die Klasse halten … Dortmund spielt CL. Meister werden sie (wahrscheinlich) nicht.

#21

Wenn der Schwerpunkt auf Schalke liegt, finde ich diesen https://blog.betvictor.com/de-de/sport/fussball/deutscher-fussball/bundesliga/schalke-04-raus-aus-dem-tunnel/ Beitrag von Raphael Honigstein sehr interessant. Es muss jetzt einfach ein Trainer kommen, der offensiv denkt und dies auch der Mannschaft vermitteln kann. Sonst verliert der Verein seine Strahlkraft und spielt das Stadion leer, es war ja bei aller Freude bezeichnend wie Schalke im Derby auch mit zwei Mann mehr kein konstruktives Spiel hinebkommt. Keller, DiMatteo, Weinzierl, Breitenreiter, Tedesco. Trainer die immer nur reagieren aber nie agieren- Pressing und Standards als einzige Mittel. Seit 8 Jahren. Es braucht einen neuen Ansatz und dafür auch Mut in der Führungsetage.

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