Gleich vier Spiele standen gestern auf dem Programm. Überraschungen blieben aus, mehr oder weniger souverän setzten sich alle Favoriten durch. Tunesien mit 3:1 gegen Uganda, dabei erzielte Ellyes Skhiri mit einem satten Kopfball das 1:0. Darauf folgte ein Doppelpack von Elias Achouri aus Kopenhagen. Der Anschlusstreffer von Omedi für Uganda zum 3:1 kam zu spät. Nigeria tat sich gegen Tansania schwer und musste nach Führung durch Ajayi per Kopf zwischenzeitlich den Ausgleich kassieren, doch kurz darauf erzielte Lookman den Siegtreffer zum 2:1 Endstand. Weniger Probleme, außer bei der grauenhaften Chancenwertung, hatte der Senegal beim klaren 3:0 gegen Botswana. N. Jackson (2x) und Cherif Ndiaye waren die Torschützen. Das goldene Tor zum 1:0 Sieg für die DR Kongo gegen den Benin erzielte Theo Bongonda bereits nach 16 Minuten. Danach passierte bis auf ein Abseitstor wenig.
TUN vs. UGA: https://youtu.be/UX2R9vQ-PaM
NGA vs. TSA: https://youtu.be/_xAPr1pFpJs
SEN vs. BOT: https://youtu.be/z3ehefolzHE
DRC - BEN: https://youtu.be/mK6UtH01h4Y
Heute stehen am heiligen Abend wieder vier Spiele an. Hier die Vorschau für Gruppe E. Danke an alle für das Feedback und schöne, geruhsame Feiertage!
Burkina Faso
Allgemeines:
Die Fußballnationalmannschaft von Burkina Faso nimmt regelmäßig am AFCON teil und gehört seit den 2010er-Jahren zu den festen Größen des Turniers. Der größte Erfolg von Les Étalons war der Finaleinzug 2013, zudem erreichte man mehrfach das Halbfinale. Eine Teilnahme an einer Weltmeisterschaft steht bislang noch aus.
Der Kader:
Der Kader liegt mit einem Marktwert von 118,05 Mio. EUR auf Platz 10 von 24 und damit knapp unter Mali, Ägypten und DR Kongo. Mit einem Durchschnittsalter von 26,5 Jahren stellt man einen der jüngeren Kader des Turniers. Das Team besteht ausschließlich aus Legionären, die weltweit aktiv sind. Von Ägypten über England, Frankreich und Deutschland bis Schottland ist alles dabei.
Der Star: Bertrand Traore ist Star und Goalgetter in einer Person. Der 30-jährige ist in der Offensive flexibel einsetzbar und galt lange als das größte Talent des Landes. Schon mit 15 debütierte er für sein Land und kommt mittlerweile auf 85 Länderspiele. Auch wenn er kein Topstar wurde, hat er eine beeindruckende Klubkarriere hinter sich mit Stationen bei Lyon, Aston Villa, Villarreal und nun Sunderland.
Goalgetter: Bertrand Traore ist auch Top-Torschütze im Kader mit 21 Treffern. In seinem Schatten haben sich aber mit Dango Ouattara (23, Brentford) und Lassina Traore (22, Shakhtar) zwei junge Spieler offensiv ins Rampenlicht gespielt. Beide haben schon 12 Länderspieltore erzielt. Während der Stern von Ouattara bei Brentford gerade aufsteigt, macht L. Traore aber aktuell eher eine schwierige Phase mit einigen Verletzungen durch.
Der Youngster: Arsène Kouassi ist mit 21 Jahren der gesetzte Linksverteidiger bei Lorient in der Ligue 1. Geboren in der Elfenbeinküste, hat er sich aufgrund seiner Herkunft für Burkina Faso entschieden und debütierte dort im März diesen Jahres. Vergleichbare Spieler aus der Bundesliga sind laut fbref Lorenz Assignon, Dimitris Giannoulis und Nene Brown.
Aus der Bundesliga: Edmond Tapsoba ist gerade auf dem Weg, der Superstar des Landes zu werden und ein Vorbild für junge Verteidiger. Dafür fehlt vermutlich nur noch der Wechsel zu einem Premier League Klub. Bei Leverkusen klar gesetzt und der Fixpunkt in der IV. Von Freiburg ist noch Cyriaque Irie dabei. Im Sommer erst gewechselt, wurde er früh von einer Malaria-Infektion außer Gefecht gesetzt. Jetzt soll er beim AFCON wieder Spielpraxis sammeln.
Wer fehlt: Lokale Medien nennen vor allem Ismaleo Ganiou (RC Lens) als Spieler, der etwas überraschend nicht im Kader steht. Er hat diese Saison seinen Durchbruch, aber musste sich der großen Konkurrenz in der IV geschlagen geben.
Der Trainer: Brama Traore steht mit jeder Faser für Burkina Faso. Er war dort als Spieler und Trainer aktiv, meist bei RC Bobo Dioulasso aus seiner Heimatstadt. Seit 2024 darf er als Trainer die A-Nationalmannschaft begleiten.
Link zum Kader: https://www.transfermarkt.de/burkina-faso/kader/verein/5872/plus/1/galerie/0?saison_id=2025
Podcast von SOKA – Fußball in Afrika (zu empfehlen): https://soka-fussball.podigee.io/50-neue-episode
Äquatorialguinea
Allgemeines:
Äquatorialguinea gehört nicht zu den klassischen AFCON-Nationen, konnte aber bei mehreren Teilnahmen für Überraschungen sorgen. Besonders 2015 im eigenen Land erreichte man sensationell das Halbfinale. Auch bei späteren Turnieren gelang es Nzalang Nacional immer wieder, favorisierte Gegner zu ärgern. Eine WM-Teilnahme blieb bisher aus.
Der Kader:
Der Kader liegt mit einem Marktwert von 18,40 Mio. EUR auf Platz18 von 24 und damit auf dem Level der Komoren. Mit einem Durchschnittsalter von 27,2 Jahren liegt man im Mittelfeld der Teilnehmerländer. Das Team besteht fast nur aus Legionären. Der Fokus liegt dabei auf Spanien, was Bezüge zur Kolonialgeschichte des Landes hat. Neun Spieler spielen dort. Der Rest ist weltweit aktiv.
Der Star: Seinen Status als Star des Teams hat sich der 36-jährige Emilio Nsue hart erarbeitet. Geboren auf Mallorca, durchläuft er erst alle spanischen U-Nationalmannschaften, wird U21-Europameister 2011 und wechselt dann den Verband, um ab 2013 für Äquatorialguinea, das Land seines Vaters, aufzulaufen. Doch zu diesem Zeitpunkt hat er noch keine gültige Freigabe der FIFA für einen Verbandswechsel erhalten. Obgleich die FIFA bereits 2013 entschieden hatte, dass er gar nicht spielberechtigt war, spielte Nsue weiter für Äquatorialguinea in vielen Quali-Wettbewerben und AFCON-Turnieren. Im Mai 2024 bestätigten dann FIFA-Richter, dass er über seine gesamte Länderspielkarriere nie spielberechtigt war, verhängten eine sechsmonatige Sperre und werteten einige WM-Qualispiele als Niederlagen für Äquatorialguinea. Erst im März 2025 wurde sein Antrag auf Wechsel der Fußballnationalität nachträglich von FIFA akzeptiert, sodass er wieder offiziell für Äquatorialguinea spielen darf. Ein absolutes Kuriosum. Ganz und gar nicht kurios sind seine 5 Tore beim letzten AFCON, die ihn zum Torschützenkönig machten und seinen Legendenstatus untermauern.
Goalgetter: Siehe oben – hier führt der Weg nur über Nsue mit 22 Toren in 49 Länderspielen.
Der Youngster: Bisher hat sich noch kein junger Spieler ins europäische Rampenlicht spielen können. Wer aber gute Möglichkeiten hat, ist noch Loren Zuniga (22). Der Stürmer läuft aktuell für die U23 von Real Madrid in der dritten spanischen Liga auf und kann sich so unter hervorragenden Bedingungen entwickeln.
Aus der Bundesliga: Omar Mascarell, Pokalsieger mit Eintracht Frankfurt, läuft seit 2024 für Äquatorialguinea auf. Nach 2 Jahren in Frankfurt führte ihn sein Weg über Schalke und Elche mittlerweile zum RCD Mallorca.
Wer fehlt: Keine Informationen.
Der Trainer: Juan Micha, geboren in der Hafenstadt Bata, ist 2012 in verschiedenen Rollen für den Verband aktiv. Erst bei der Frauenmannschaft, dann im Nachwuchsbereich und seit 2021 für die A-Nationalmannschaft der Männer.
Link zum Kader: https://www.transfermarkt.de/aquatorialguinea/kader/verein/13485/plus/1/galerie/0?saison_id=2025
Podcast von SOKA – Fußball in Afrika (zu empfehlen): https://soka-fussball.podigee.io/59-neue-episode
Algerien
Allgemeines:
Algerien zählt zu den traditionsreichsten Mannschaften Afrikas und ist regelmäßiger Teilnehmer am AFCON. Die „Fennecs“ wurden zweimal Afrikameister, zuletzt 2019, als sie das Turnier ungeschlagen gewannen. Trotz hoher individueller Qualität folgten bei den letzten Ausgaben jedoch das frühe Turnieraus. Algerien nahm bereits mehrfach an Weltmeisterschaften teil, zuletzt 2014 und im Sommer 2026 wieder.
Der Kader:
Der Kader liegt mit einem Marktwert von 239,10 Mio. EUR auf Platz 6 von 24 und damit auf dem Level von Nigeria, Kamerun und Algerien. Mit einem Durchschnittsalter von 26,8 Jahren liegt man im jüngeren Mittelfeld. Das Team besteht fast ausschließlich aus Legionären, vor allem gibt es stärke Blöcke aus Frankreich, Deutschland und Katar. Zwei Spieler spielen in der heimischen Liga.
Der Star: Riyad Mahrez war über lange Zeit der prägende Star des Teams mit seinen Erfolgen in der Premier League. Mittlerweile ist er 34 Jahre alt und spielt bei Al-Ahli in der Saudi Pro League. Auch wenn sein Glanz nicht mehr so stark ist wie beim Titelgewinn 2019, ist er ein Ausnahmekönner im Team Algeriens. Beim Marktwert ist Linksverteidiger Rayan Ait-Nouri mittlerweile vorne, er spielt für Manchester City.
Goalgetter: Stürmer Baghdad Bounedjah ist der Goalgetter des Teams mit 35 Toren in 82 Länderspielen. Wie Mahrez befindet er sich eher im Spätherbst seiner Karriere und ist ebenfalls 34 Jahre alt. Aktuell läuft er in Katar für Al-Shamal auf. Bei der großen Auswahl in der Offensive ist mir seine Rolle aktuell noch nicht klar.
Der Youngster: Ibrahim „Ibo“ Maza ist der Youngster im Team der Fennecs. Der 20-jährige offensive Mittelfeldspieler ist Bundesliga-Fans natürlich von Bayer Leverkusen ein Begriff. Geboren und aufgewachsen ist er in Berlin, dort hat er auch seine fußballerische Ausbildung erhalten, bevor es im Sommer 2025 nach Leverkusen ging.
Aus der Bundesliga: Neben Ibo Maza sind auch noch Fares Chaibi (23, SGE), Mo Amoura (25, WOB) und Ramy Bensebaini (30, BVB) aus der Bundesliga im Algerien-Kader. Mo Amoura sticht dabei mit hervorragenden Leistungen im Trikot der Nationalmannschaft heraus. In 38 Länderspielen traf er 19 mal und alleine in der WM-Quali gelangen ihm 10 Treffer in 10 Spielen.
Wer fehlt: Houssem Aouar und Amine Gouiri sind zwei prominente Namen, die verletzungsbedingt nicht dabei sind. Auch Nabil Bentaleb war lange im Rennen, schaffe es letztendlich aber nicht in den finalen Kader.
Der Trainer: Vladimir Petković (62) ist seit Ende Februar 2024 Cheftrainer der algerischen Nationalmannschaft. Er war zuvor langjähriger Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, die er zu zwei EM-Turnieren und einer WM-K.o.-Runde führte. Mit Algerien qualifizierte er sich sowohl für den AFCON 2025 als auch für die WM 2026.
Link zum Kader: https://www.transfermarkt.de/algerien/kader/verein/3614/plus/1/galerie/0?saison_id=2025
Podcast von SOKA – Fußball in Afrika (zu empfehlen): https://soka-fussball.podigee.io/48-neue-episode
Sudan
Allgemeines:
Sudan gehörte in den frühen Jahren zu den prägenden Nationen des Afrika-Cups und gewann den Titel 1970 im eigenen Land. In den vergangenen Jahrzehnten folgten jedoch nur wenige Turnierteilnahmen und sportliche Erfolge. Qualifikationen für den AFCON gelten inzwischen als Erfolg. Eine WM-Teilnahme konnten die Falcons of Jediane bislang nicht erreichen.
Der Kader:
Der Kader liegt mit einem Marktwert von 2,83 Mio. EUR auf Platz 24 von 24 und damit auf dem Level von Botswana und Tansania. Mit einem Durchschnittsalter von 28,8 Jahren stellt man einen der älteren Kader des Turniers. Das Team besteht größtenteils aus Spielern der heimischen Klubs. Legionäre spielen in Thailand, Lybien und Australien.
Der Star: Der Star ist die Mannschaft in diesem Fall. Es grenzt an ein Wunder, unter welchen unfassbar schwierigen Umständen sich eine Nationalmannschaft gefunden hat, die wirklich über sich hinauswächst. Dazu zählt auch der Trainer, auf den ich später nochmal eingehe.
Goalgetter: Mohamed Abdelrahman ist der Top-Torschütze des Landes mit 23 Toren in 61 Länderspielen. Er spielt wie der Großteil des Teams für Al Hilal aus dem Sudan. Der Klub tritt aber aktuell in der Ruanda Premier League an.
Der Youngster: Rechtsverteidiger Sheddy Barglan, geboren und aufgewachsen in den Niederlanden, läuft seit 2023 für den Sudan auf. Im Klubfußball spielt er für Den Bosch in der 2. Liga der Niederlande. Hier gibt es ein aktuelles Interview mit ihm:
https://www.flashscore.com/news/soccer-africa-cup-of-nations-exclusive-sudan-s-sheddy-barglan-aims-to-gift-war-torn-country-90-minutes-of-happiness/xY3i680f/
Aus der Bundesliga: Fehlanzeige.
Wer fehlt: Auch hier liegen mir keine belastbaren Infos vor.
Der Trainer: James Kwesi Appiah ist seit September 2023 Cheftrainer der Nationalmannschaft des Sudan. Der 65-jährige Coach spielte selbst als Verteidiger und gewann als Spieler den AFCON 1982 mit Ghana, bevor er in eine lange Trainerkarriere wechselte. Appiah führte Ghana als Nationaltrainer 2014 zur WM-Qualifikation und zum Viertelfinale beim AFCON 2013, bevor er Sudan zur AFCON-Qualifikation 2025 führte. Unter seiner Leitung hat sich Sudan trotz der politischen und sportlichen Bedingungen international stabilisiert.
Link zum Kader: https://www.transfermarkt.de/sudan/kader/verein/13313/plus/1/galerie/0?saison_id=2025
Podcast von SOKA – Fußball in Afrika (zu empfehlen): https://soka-fussball.podigee.io/64-neue-episode