Finanzierung / 50+1 und Financial Fair Play

Das stimmt. Aber zum Einen ist das Gewohnheit und zum anderen auch eindeutiger, dass die Organisation der Liga und nicht die Liga an sich gemeint ist.

Wenn man sieht, was aktuell in Wolfsburg bei VW den Beschäftigten zugemutet wird und werden soll, dann könnte man die breitere Öffentlichkeit vielleicht dafür gewinnen, dass das Unternehmen das Geld in sein originäres Geschäft steckt. Also die Überlegungen, wie man als Autobauer zukünftig sein Unternehmen umbaut, Arbeitnehmer anders einsetzt und zukunftsfähig wird, anstellt und dafür eben sein Geld aus dem Sport herauszieht.

Ich denke, damit lässt sich neben deutlichen Fanprotesten á la Abwehr von Investoren auch die breite Öffentlichkeit erreichen.

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Na ja, der Eindeutigkeit wegen, gerade in einem Forum in den darauf geachtet wird alles richtig zu benennen?
Ich würde bestimmt auch korrigiert werden wenn ich Raider statt Twix schreiben würde… Ganz zu schweigen, wenn ich der Eindeutigkeit wegen Arsenal LONDON schreiben würde :wink:

Ich verstehe allgemein die Bedenken gegen die konsequente Umsetzung von 50+1 überhaupt nicht mehr. Bevor sich das Kartellamt geäußert hat hätte ich gedacht: Sobald man das hart durchzieht kommen Kind und Co. und klagen dagegen und dann wird 50+1 komplett gekippt. Jetzt sind diese Bedenken weg - aus meiner Sicht fehlt es jetzt vor allem an der Integrität der DFL. Die Angst vor dem öffentlichen Widerstand darf es nicht sein. Realistisch gesehen erwarte ich da auch nicht viel: Die Sympathien für Wolfsburg und auch für Leverkusen halten sich außerhalb der respektiven Fanszenen sehr in Grenzen. Und die anderen Vereine wären mit Sicherheit nicht traurig, wenn in der Bundeliga alle außer Bayern und Dortmund potenziell eins vorrutschen und wenn Wolfsburg komplett aus der Verlosung in der 1. Liga verschwindet und dafür ggf. ein weiterer Verein auftaucht der den Auswärtsblock ein bisschen füllt…
Die Gründe das nicht konsequent umzusetzen sind mit Sicherheit in erster Linie finanzieller und machtpolitischer Art (manche würden stattdessen auch von privater Bereicherung und Klüngel sprechen, aber das mache ich natürlich nicht) und keine Angst vor Nicht-Akzeptanz bei den Fußballinteressierten im Land.

Wie gesagt: Es fehlt in erster Linie an Integrität.

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50+1 wird auf kurz oder lang fallen.

Die Frage ist - und das ist ja auch die Kritik von Kind, Hannover, - wie lange man den Status quo durch rauszögern erhalten kann, durch Diskussionen und „Nichtangriffspakten“ zwischen den Lagern.
Ich denke, Bayer und VW fühlen sich im Moment der Solidargemeinschaft noch am ehesten verpflichtet und suchen keinen Streit, wenn man ihnen ihre Privilegien lässt. Die sind ja ziemlich komfortabel gestellt in dem aktuellen System.
Bei Leipzig bin ich mir da schon nicht so sicher.
Und, wäre Kind nicht 82 sondern 62, und würde H96 nicht in der 2. Liga rumeiern, sondern da stehen, wo im Moment z.B. Frankfurt und Stuttgart sind, dann hätte man wahrscheinlich ein echtes Problem.

Ich könnte mir vorstellen, dass zumindest die weitsichtig arbeitenden Clubs einen ausgearbeiteten Plan B in der Schublade liegen haben für den Fall, dass auch in Deutschland der „Turbokapitalismus“ Einzug in den Fußball hält.

Nachtrag: Übrigens wurde der Ex-Geschäftsführer Schippers von Borussia MG während einer Jahreshauptversammlung von einem ganz Schlauen unter den Mitgliedern gefragt, warum Borussia nicht mal ein paar Scheichs zum Investieren einlädt. Das war damals kurz nach der „Übernahme“ von ManCity in England. Schippers antwortet vielsagend und mit einem Augenzwinkern (sinngemäß):
„In Deutschland gibt es sowas wie ein Geldwäschegesetz…“

(Leipzig ist erstens auf dem Papier keine 50+1 -Ausnahme… doch, siehe Edit). Zweitens sind die aktuell nur deswegen jedes Jahr in der Champions League weil sie die Regeln auf eine Art und Weise (alle Mitglieder vom Werk) umgehen, die bei den anderen 50+1-konformen Vereinen aktuell nicht möglich ist - der HSV kann ja jetzt nicht nächste Woche alle Mitglieder die nicht bei Investor XY arbeiten rausschmeißen… wenn die Hürden für Investoren fallen steht RB plötzlich in einem ganz andern Konkurrenzkampf, in dem der Erfolg und der damit verbunden Werbeeffekt nicht mehr garantiert ist oder zumindest viel mehr kostet als jetzt.

Edit: Sorry, in dem Papier steht ja auch das die Aufnahme von „normalen“ Mitgliedern ebenfalls Voraussetzung für eine echte Unsetzung von 50+1 wäre, insofern ist Leipzig dann natürlich auch eine Ausnahme.

Warum? Juristisch gibt es einen klaren Weg zum Erhalt. Der Wettbewerb mit anderen europäischen Ligen interessiert nur eine handvoll Clubs (von 36) und ich kenne keine Fanszene (nicht einmal Wolfsburg und Leverkusen soweit ich das weiß), die gegen 50+1 ist.

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Ja, der Weg ist klar und einfach. Das, was das Kartellamt da vorschlägt, hätte jeder Laie aus dem Bauch heraus auch so gesagt.

Die Frage ist aber, ob man alle Beteiligten da unter einen Hut kriegt. Oder ob es da nicht einfacher ist, 50+1 einfach abzuschaffen.

Ich geb zu ich bin schlecht informiert: Warum muss man alle Beteiligten unter einen Hut kriegen? Die Liga funktioniert doch nicht nach dem Konsensprinzip?

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So ein paar Wochen ohne Spielbetrieb mitten in der Saison kommen bestimmt super an bei Sponsoren und Fernsehkanälen. Selbst spielen ohne Zusehende dürfte da wenig helfen. Eine konsequente Umsetzung von 50+1 erscheint mir da einfacher.

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Ich kann mir am Ende nicht vorstellen, dass die Fanszene sowas entscheidet.

Leipzig ist vor allem - zumindest im Moment aus meiner Sicht - aggressiver und sportlich ambitionierter als Bayer und WOB. Die wollen ja nicht nur „ein bisschen“ BuLi spielen und jedes Jahr in die CL - die wollen ganz nach oben…

Die Fanszenen entscheiden an mehreren Enden mit und zwar berechtigt. 1. bei vielen Vereinen sind Fans Mitglieder und stimmen über das Verhalten bei entsprechenden Abstimmungen mit ab (im Vorwege der Investorenentscheidung bereits zu sehen) 2. sie sind Teil des Produkts Bundesliga, ein erheblicher Teil der Anziehung entsteht aus den Aktivitäten der Fanszenen 3. wie bei der Investorenentscheidung können Fanszenen erhebliche Einschränkungen der Spielbetriebs herbeiführen.

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Einverstanden:
Aber über die Frage, ob 50+1 Bestand hat, entscheiden sie nun einmal nicht.
Wenn Sie darüber entscheiden würden, gäbe es die ganze Diskussion ja gar nicht, weil die Fanszene - genau wie du sagst - ja einhellig dafür ist.

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da die Mitglieder bei 32 von 36 DFL Vereinen dank 50+1 das Sagen haben, entscheiden sie trivialerweise auch über den Fortbestand von 50+1

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Gibt es da Quellen zu oder so was? Die waren in Ihrer ersten Bundesliga-saison zweiter und seitdem nie besser, und das kann beim besten Willen nicht an der mangelnden Kohle liegen. Und welchen Top-Transfer mit quasi-Erfolgsgarantie a la Harry Kane hatten die denn bisher?
Für mich sieht das stark danach aus dass sie eben genau das wollen was sie idR jetzt auch kriegen: Jedes Jahr CL für hohe Sichtbarkeit. Aus kaufmännischer Sicht scheint mir das auch sinnvoll: Um mit Bayern ernsthaft konkurrieren zu können müssten sie den finanziellen Einsatz wahrscheinlich ungefähr verdoppeln, und das rechnet sich dann wahrscheinlich kaum gegen mit dem zusätzlichen Werbewert oder wie man das nennt.
Im Endeffekt wurde RaBa als Marketinginstrument designed, bei dem der sportliche Erfolg nur Mittel zum Zweck ist - welche Anzeichen gibt es konkret dass sich das ändert?
Das einzige Anzeichen das mir einfällt wäre die Verpflichtung von Klopp, aber nachdem der selbst durch die Blume gesagt hat dass er das eher zum Ausruhen gemacht hat ist das jetzt auch kein starkes Indiz.

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Ich denke 50+1 bzw der Wegfall wären doch grade für Bayer und Wolfsburg die größte Gefahr.

Wenn alle Vereine diesen Cheatcode haben und sich Geld in großen Maße beschaffen könnten, würde ihr einziger Vorteil wegfallen.

Welcher potente Investor kommt auf die Idee in Wolfsburg oder Leverkusen zu investieren? Da sind dann nur die heimischen Unternehmen, die das schon tun.

Wäre schön, wenn die Diskussion wenigstens so weit ans Laufen käme, daß seitens RB offen Sorgen vor einer feindlichen Übernahme geäußert werden. Das ist es schließlich, wovor sie Angst haben und da hätte man das gerne auch mal ausgesprochen gehört.

Das sehe ich anders. Bei vielen Vereinen würden die Mitglieder die eigene Entmachtung nicht mittragen. Für Investoren wäre es einfacher (fast) insolvente Amateurteams zu übernehmen und mit Geld nach oben zu bringen.

Ja, natürlich ist es einfacher in einem ruhigen Umfeld, aber trotzdem glaube ich, dass es deutlich attraktivere Märkte gibt, als Wolfsburg und Leverkusen. Also rein von den Städten her.

Da dürfte selbst ein Viertligist aus Köln, Hamburg, München (sorry 1860) attraktiver sein.

Und ob wirklich alle Erstligisten nein sagen wenn der ganze große Geldschein wedelt, glaube ich auch nicht. Klar läuft das nicht reibungslos, aber wenn die ersten Traditionsvereine gefallen sind, setzt mit Sicherheit eine Art Dominoeffekt ein, der andere nach sich zieht.

(Nein 1860 wird das nie wieder machen!)