Die Angst davor ist wohl nicht sehr groß, denn bislang zeigen sich die Verbände doch ziemlich hasenfüßig oder gegen genügend Geld korrumpierbar.
Ich finde, dass Antoine Duval hier bei der Zeit viele Punkte sehr gut darstellt:
Leider hinter der Bezahlschranke…
Ich finde bislang wenige „richtige“ Informationen zu dem ganzen Thema.
Aber wäre es aus finanzieller Sicht nicht das gleiche wie bei den Investoreneinstiegen in Frankreich oder dem vorerst geplatzten in Deutschland?
Man nimmt eine aktuelle Einmalzahlung und gibt dafür über die Zeit sehr viel höhere Gewinnanteile ab? Also es wird ja immer nur von einem Milliardendeal geschrieben. Aber wenn die FIFA mit einer WM ~ um die 12 Milliarden Umsatz generiert (jetzt USA waren 15 wenn ich mich noch richtig an Max Aussagen erinnere), dann ist es doch nicht so unwahrscheinlich dass das Investment sich selbst in 3-4 WM’s abbezahlt unabhängig von der Wertentwicklung, oder nicht?
Nach der Lektüre des kicker-Artikels zum Abstimmungsprozedere bei der FIFA bin ich mir mittlerweile ziemlich sicher, dass sich da eine Mehrheit für finden wird – es sei denn, die Südamerikaner und Europäer schaffen es, eine ausreichend große Drohkulisse aufzubauen.
das Problem ist mMn vor allem, dass die Gewinne nicht mehr in der Fifa bleiben, und damit zumindest potenziell von den Mitgliedern beeinflusst werden kann, was damit geschieht, sondern dass sie in private Hände (also hier: Infantinos Freunde und Donald Trumps Familie) umgeleitet werden sollen, ohne dass die (beteiligten) Verbände darauf einen Einfluss haben.
Und dass damit auch die Macht Infantinos auf den Fußball bzw. auf die Vermarktung des Fußballs dauerhaft gesichert ist, auch über seine potezielle weitere, laut Statuten letzte, neue Amtszeit hinaus. Es ist quasi so eine Art Modell Bernie Ecclestone, nur dass der die Formel1 erst so richtig kommerziell groß gemacht hat, was der Fußball ja schon ist. Dh es geht mMn nur darum, dass Infantino und seine Freunde einen Batzen von der Kohle abgreifen wollen, die man mit WMs generieren kann.
Bestätigt wieder mal meine alte These, dass die Übergänge zwischen Kapitalismus und organisierter Kriminalität fließend sind.
Und ja: die Uefa IST um Lichtjahre besser und viel, viel weniger korrupt als die derzeitige Fifa (auch wenn natürlich auch die Uefa zurecht für sehr viel kritisiert werden kann). Man muss sich ein Bisschen mit den Details auseinandersetzen, dann kann man das sehen.
Die UEFA hat einen Boykott der FIFA-Tuniere angekündigt, wenn der Vorschlag auf dem Tisch bleibt. Ich bin gespannt wie a) die FIFA reagiert und b) ob die UEFA es wirklich durchzieht, wenn z.B. die Mehrheit auf der FIFA-Vollversammlung für den Vorschlag stimmt.
https://www.kicker.de/fifa-investorendeal-uefa-kuendigt-boykott-der-wm-an-1239692/artikel
Laut Süddeutscher Zeitung (leider hinter der Bezahlschranke) ist das nächste FIFA-Turnier, das betroffen wäre, die U20 WM der Frauen, die am 5.9. beginnt - also noch vor der FIFA-Versammlung am 19.9.
So gut man es meiner Meinung nach finden kann, dass die UEFA hier eine rote Linie einzieht (ob sie sie auch durchzieht kann ich nicht einschätzen), aber man muss auch feststellen, dass dieser mögliche Investoreneinstieg aus Sicht der europäischen Verbände offenbar schlimmer ist als versklavte und tote Menschen. Sonst hätte man genau diese Entscheidung ja schon vor Katar getroffen…
In jedem Fall freue ich mich schon auf die Einordnung der Geschehnisse im Rasenfunk, die bestimmt irgendwann in irgendeiner Form kommen wird.
Nachtrag: Deutschland ist übrigens für besagte U20-Frauen WM nicht qualifiziert.
Ohne es genauer geprüft zu haben, vermute ich, dass es für Deutschland erstmalig bei der U-17-WM Mitte Oktober relevant wäre: U-17-Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2026 – Wikipedia.
@Stadionpfarrer1898 Irgendwann muss mal begonnen werden ernst zu machen. Ich weiß nicht, ob man vor der Vergabe an Katar wissen konnte, was beim Bau der Stadien passieren wird. Sicher wußte man über die Menschenrechtslage Bescheid, aber das gilt auch für Rußland und und und… Die aktuelle Lage ist m.E. anders.
Ja das ist sie, es geht ums Geld. Menschenrechte, Klimaschutz, durchgeknallte Milliardäre mit menschenverachtender Politik - hat die Verbände mal so gar nicht interessiert. Aber jetzt geht es ums Geld. Da hört der Spaß auf.
Geld und Macht. Dass Infantino das vorher nicht in den Gremien besprochen hat, das ist sein Fehler. Er will die Verbände und damit ihre Machthaber entmachten. Das stößt ihnen sauer auf. Was man von unserem DFB-Cheffe hört, ist auch nur, dass der Fifa-Council übergangen wurde.
ich glaub, es ist vor allem ein Unterschied, ob es eine:n selbst betrifft oder nicht. Ich weiß, das sollte nicht so sein, aber der Mensch funktioniert (leider) so.
Und bei Qatar kam noch der Aspekt des Postkolonialen dazu, den wir gern ausblenden. Der macht es einerseits diesen Regimen einfach, Menschenrechtsverletzungen als „Kultur“ zu framen. Und er sorgt andererseits dafür, dass ein europäischer Boykott vom Rest der Welt, aber auch von Teilen der europäischen (Migrations)Gesellschaft wenig Verständnis geerntet hätte, weil die Debatte schon auch von rassistischen und kolonialistischen Untertönen geprägt wurde.
der Spuk könnte schon wieder vorbei sein:
Hoffentlich bald auch das
selber.
Alles richtig.
Aber bei einer WM-Vergabe gibt es immer auch Argumente dafür.
Aber was ist hier das Argument? Ich sehe nur den Geldkoffer, wenn man dafür stimmt. Aber sonst? Und der Geldkoffer ist ja nur der Verkauf von zukünftigen Einnahmen.
Konsequenterweise müssten die entsprechenden Kontinentalverbände jetzt eigentlich auch einen Gegenkandidaten für die FIFA-Präsidentenwahl 2027 aufstellen.
Naja, wenn ich in einem korrupten System begrenzte Amtszeiten habe, erscheint es mir sehr plausibel, wenn man versucht möglichst viele Einnahmen in die Gegenwart zu realisieren.
Im Sinne der FIFA finde ich das Argument sehr plausibel. ![]()
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Was würde das bedeuten?
Nur weil man mal eine moralisch fragwürdige Entscheidung in der Vergangenheit mitgetragen hat, muss man in Zukunft alles mit sich machen lassen? Selbst, wenn die Schraube weiter angezogen wird? Selbst wenn damals andere Personen an den Verbandsspitzen saßen?
Müssen da alle kapitulieren?
Ich hoffe nicht! Ja, die FIFA hat spät eine rote Linie gezogen, aber es absolut richtig und wichtig und allerhöchste Zeit!
Die Kapitulation ist in diesem Bereich längst passiert, ja. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich hoffe nicht, ich glaube nicht. Aber ich nehme den Absatz mal aus dem oberen Post raus, damit es keine Nebenthemen gibt.