Rasenfunk Royal Winter 18/19 - FC Schalke 04


#1

Es ist wieder soweit, ich zeichne in der Winterpause wieder einen Hinrundenrückblick auf mit je einem Gast pro Verein.

Die Aufzeichnungen finden zwischen 25.12. und 3.1. statt.

Wie immer freue ich mich sehr über Input und Fragen eurerseits.

Folgende Dinge sind für mich neben euren Fragen interessant: Was waren für euch die wichtigsten Aspekte der Hinrunde? Gab es Schlüsselspiele, Spieler die besonders hervorzuheben sind oder Geschichten, die in der breiten Öffentlichkeit vielleicht gar nicht angekommen sind? Wie kann man die Halbserie des Vereins am besten zusammenfassen?

Die Bonusfrage an alle Gäste diesmal: Was für ein Küchenutensil beschreibt den von dir besprochenen Verein am besten?

Wie immer freuen sich die Gäste sicher auch hier über Ideen, ist immer etwas knifflig, da was zu finden.


#2

Schalke ist … wie mit einem kleinen Kind spielen

Momentan sind wir bei den guten alten Holzbauklötzen. Vorhin haben wir einen richtig hohen Turm zusammengebaut. Der war so hoch, dass das Kind fast nicht mehr bis an die Spitze kam um weitere Klötzchen obendrauf zu setzen. Glücklicherweise hatte ich schnell genug das Handy gezückt und ein Foto geschossen, denn natürlich bleibt so ein Turm nicht unendlich lange stehen. Aber das war nicht schlimm, der Zusammensturz war auch ein echtes Spektakel, da hat das Kind große Augen gemacht und geklatscht und sich gleich neu ans Werk gemacht.
Aber jetzt weiß das Kind, welche Höhe möglich ist und da will es auch schnell wieder hin. Also ohne große Vorsicht die nächstbesten Steine auf das noch halbwegs intakte Fundament des alten Turms gestellt und plups bricht der Neubau in sich zusammen. Und nochmal ein paar Klötze hochkant obendrauf und wieder kracht alles ein. Und auch die Überbleibsel des alten Turms werden zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Und schon wird das Kleine quängelig. Es läuft nicht, wie es will und schon überhaupt nicht schnell genug. Auch der nächste Versuch schlägt fehl und wo es eben noch Spaß machte mit ihm zu spielen, sieht man jetzt, wie sich der nächste Wutanfall anbahnt.
Und man hatte sich doch so gefreut! Nicht weil der Bau so hoch war und schön war er schon überhaupt nicht, aber das Kind war begeistert von sich und seinem Schaffen und sein freudiger Gesichtsausdruck war ansteckend. Doch das Lachen ist einer Grimasse gewichen und die ersten Tränen sind im Anmarsch.
Jetzt hilft auch kein Trösten mehr - das tat es noch nie, soweit ich mich erinnern kann. Gleich werden die Bauklötze nur noch in der Wut der Verzweiflung in alle Ecken des Zimmers gefeuert und alles, was auch nur im entferntesten nach einem Bauklotzgebäude aussieht, niedergetrampelt. Und wenn sich das Kleine dann irgendwann wieder beruhigt hat, geht es zum Schrank und zerrt das nächste Spielzeug raus und sucht sich eine unverwüstete Ecke des Raums und beginnt ein neues Spiel.

Mir ist es doch schlussendlich egal mit welchem Spielzeug das Kind spielt. Mir geht es um die sichtbare Freude und Begeisterung, die es dabei hat und die auch auf mich überspringt.
Wenn das Kleine doch nur mal länger an einem Spielzeug festhalten würde. Wenn es sich doch nur nicht vom ersten Scheitern entmutigen ließe, sondern sich stattdessen mal ausprobieren würde. Davon wäre das Ergebnis nicht automatisch besser und vielleicht würde ein Holzbauklötzchenturm auch nie größer werden als der gerade eben. Das Kind muss doch keine Wunderdinge schaffen. Ich weiß ja, dass es kein Genie ist.
Oder es wäre doch schon so viel geholfen, wenn es zumindest nicht jedes Mal am Ende dieses Theater geben würde. Wenn mal nicht die geworfenen Spielsachen und Schreie das komplette Zimmer ausfüllen. Es redet ja keiner vom brav aufräumen. Aber mit Bauklötzen ließe sich doch auch wunderbar eine Rennstrecke für die Spielzeugautos abstecken. Oder nach dem Zusammensturz muss das große Feuerwehrauto anrücken und löschen und das kann dann auch gerne ganz woanders hin fahren und die Klötze bleiben alle liegen. Das ist dann zumindest leichter wegzuräumen, als wenn man die Teile erst aus allen Winkeln zusammensuchen muss.

Vielleicht kann ich das Kleine ja doch noch dazu animieren weiter zu machen. Vielleicht klappt es ja diesmal doch. Ich muss es zumindest versuchen - wider besseren Wissens.
Und dann erst nochmal den Unterbau des Turmes zu festigen, auch wenn das bedeutet, dass das Bauwerk jetzt auch erstmal nicht höher wird. Und dann mit Ruhe eine Schicht Holzklötze nach der anderen drauf stapeln. Und wenn dann wieder einer runterfällt, nimmt er zumindest nicht den ganzen Rest mit. Das verringert vielleicht den Frust.
Schalke ist und bleibt ein Kind und wird auch nie erwachsen. Aber die Zeit, die wir mit spielen verbringen, die kann ich schöner gestalten. Also los, ein freundliches Lächeln aufsetzen und Klötze stapeln. Und hoffen, dass das Kleine nochmal mitmacht.


#3

Tempo, Tempo, Tempo…

Aus meiner Sicht war Tedescos Konzept diese Saison das Spiel und vor allem das Tempo zu kontrollieren. Nachdem er diesen Ansatz nachdem Hertha spiel wieder über den Haufen geworfen hatte, nimmt mit zunehmender Spielpraxis von Sebastian Rudy auch wieder die Spielkontrolle zu.

Größtenteils steht man aus dem Spiel heraus sehr stabil und kann sich auch aus Drucksituationen hinten heraus bis knapp hinter die Mittellinie sauber und schnell befreien. Was dem Offensivspiel allerdings komplett abhanden kommt sind entweder Pässe, welche die gegnerische Abwehr ins Laufen bringt oder eben auch ein zwei schnelle Spieler die über einen längeren Zeitraum das offensive 1gg1 im Dribbling auflösen kann (Harit schafft das nicht konstant genug).

Man schafft es öfter sich über die außen bis auf die Grundlinie zu kombinieren, ins besondere Mendyl hat anfangs seiner Zeit wahnsinnig oft die Abwehr im Rücken gehabt aber alle Flanken dieses Jahr kommen entweder viel zu kurz oder Fliegen zur gegenüberliegenden Eckfahne. Dies erklärt auch die absolute Harmlosigkeit bei offensiven Standards. Es kommt einfach nichts verwertbares bei den durchaus fähigen Zielspielern an (Sane, Naldo etc.).

Hinzu kommt eine mir unerklärliche Schwäche bei Defensivstandards diese Saison, hat man letztes Jahr noch ein funktionierendes Konzept gehabt funktioniert dieses Jahr so gar nichts mehr und man lag mehrere Spiele direkt nach dem ersten Standard binnen 10 Minuten zurück (Wolfsburg, Gladbach, BVB…) was das Spiel nach vorne dann natürlich auch nicht leichter macht.

Individuell würde ich den Innenverteidiger Sane und Nastasic, sowie den beiden Torhütern und Breel Embolo eine anständige Note ausstellen.

Nasta und Sane haben sich nach anfänglichen Schwierigkeiten gut eingespielt und verteidigen aus dem Spiel heraus so gut wie alles souverän weg. Über Ralf Fährmann braucht man nicht viele Worte verlieren und auch sein Ersatz Nübel hat einen Superjob gemacht und war zu dem sehr sicher am Ball. Embolo ist zwar vor dem Tor dieses Jahr eine Katastrophe aber der einzige Spieler der sich selbst Chancen erarbeiten kann und wirklich auch regelmäßig in gute Abschlußsituationen kommt (die er dann aber halt nicht nutzten kann).

Wünschenswert wäre Tedesco über die Saison hinaus zu halten, obgleich der Platzierung und die Verpflichtung eines schnellen dribbelstarken Offensivspielers. Auf der Rechtsverteidigerposition muss zwingend ein Backup für Caliguri geholt werden, er wirkt komplett überspielt und ausgelaugt (wen wundert es bei seinem Pensum über die letzten beiden Jahre).

Sportliche Grüße


#4

mich würde es interessieren, was der / die Schalke-Experte/in von Tekpetey hält. wäre das genau der Spieler, der gerade fehlt? Das erinnert mich doch sehr an die Leihe von Neuhaus im letzten Jahr (nur das es hier ein Verkauf mit Rückkaufklausel ist).


#5

Offensiv:

Tempo:
Sehe es ähnlich wie einer meiner Vorschreiber.Bei Schalke fehlt vor allem das Tempo auf den Außen. Beim Spielaufbau kann der Pass in die Tiefe auf einen Schnellen Spieler selten gespielt werden, weil diese nicht vorhanden sind (ggf. könnte Skrzybski einer sein, der jedoch zu selten gespielt hat.) Hier wäre eine Neuverpflichtung nicht abwegig. Dies gilt ebenso auf der Rechtsverteidigerposition. Calliguri ist hierbei der Einzige, der auf dieser Position ausreichende Qualität hat und spielt dort eigentlich, im meinem empfinden seine besten Spiele im 3-5-2. Die Alternative dazu ist Schöpf und Riether, was qualitativ nicht für die Top 6 in der Bundesliga (auf der Position) reicht. Auch hier würde ein temporeicher Spieler für mehr Möglichkeiten im Offensivspiel anbieten.

Konter:
Grade die nicht genutzten Kontersituationen, zeigen die Tempodefizite der Schalker. Darüber hinaus sieht man auch die schlechten Absprachen/die nicht bekannten Laufwege der Mitspieler. Dies kann Unteranderem an der Rotation liegen, aber auch, dass man aus einem Konter meist die Dynamik/Tempo nimmt, da zu wenig Spieler mitlaufen.

Abschluss/Tore:
Schalke schoss in den 17 Spielen 20 Tore, in dem Jahr davor immerhin 8 Tore mehr. Das Verletzungspech, sodass teilweise 3-4 Stürmer fehlen, ist zwar ein Teilgrund, jedoch muss man bei den jetzigen 20 Toren bedenken, dass man in einem Spiel 5 Tore geschossen hat. Schalke kreiert zu wenig Chancen und muss zu oft aufs Tor schießen, um zu treffen. (Laut den Werten von der wahren Tabelle Seite (sofern diese Richtig sind) hatte Schalke in den ersten 17 Spielen: 74 Torchancen (Platz 15) 156 Torschüsse (Platz 12) und braucht 7,8 Schüsse im Schnitt um ein Tor zu erzielen (Platz 13)).

Ofensive Standards: Die größte Waffe in der Vorsaison ist komplett zerfallen. Grund hierfür ist vor allem, dass die Standards gar nicht mehr die Mitspieler erreichen. Das “Gefühl”, dass fast jede Ecke an den kurzen Pfosten geht und dort der erste Gegenspieler klären kann, mag ggf. nur eine subjektive Meinung sein, jedoch sind kaum Tore aus Ecken gefallen, trotz Kopfballspieler, wie Naldo, Sane, McKennie oder Nastasic.

Defensive:
Schlechter Start:
Den schlechten Start kann man beiden Kategorien zuschreiben. Da die Defensive jedoch das Prunkstück der vorigen Saison war, waren grade die ersten 4 Ligaspiele, in den man sich immer zwei Gegentore gefangen hat besonders bitter. Zudem gab es in der Liga nur 3 Spiele ohne Gegentore und man hat nur 4 Punkte gegen die Top 12 der Liga geholt.

Wackelnder Fährmann:
Zu guter Letzt kommen wir zum Torhüter, der in der Hinrunde seine erste schwächere Phase, seit gefühlten Ewigkeiten hatte. Zunächst setzte ihn im Laufe der Hinrunde eine Verletzung außer Gefecht, ehe er zum Saisonende in 3 aufeinanderfolgenden Spielen patzte. Zwar wird das Duell um die Nummer 1 im Winter noch nicht ausgerufen, jedoch wird spätestens im Sommer der Platz im Tor neu ausgefochten werden, sollte Fährmann noch einige Wackler/ Verletzungen hinzukommen.


#6

In der letzten Saison hatte Schalke am Ende laut expected goals 11 Punkte zu viel (das war dass Maximum aller 18 Teams). In dieser Saison sind es 7-8 Punkte zu wenig nach dieser statistischen Größe (Platz 17). Bestätigt das nur die aktuelle Einschätzung (“letzte Saison Spielglück / Standards”) oder kann man da mehr herein interpretieren? So eine Umkehr ist doch schon bezeichnend, auch wenn das natürlich “nur” eine Spielerei mit Statistiken ist.


#7

Was für eine Hinrunde…Im ersten Spiel gegen Wolfsburg treibt uns der VAR in den Wahnsinn. Gegen Hertha verschießt Caligiuri einen Elfer und im Gegenzug fällt das 0:1. Danach coacht Dardai uns mit einer Kreisligataktik aus, indem er Rudy einen Gegenspieler auf den Hals jetzt, der ihn bis aufs Klo in der 7. Sohle verfolgt. Es ist die Zeit der Gegentore nach Eckbällen, die nach dem immer gleichen Schema ablaufen. Gegen die Bayern am 4. Spieltag merkt man bereits, dass die Mannschaft irgendwie nicht mehr an sich glaubt. Ach, man könnte so weitermachen und die zahlreichen Würmer beschreiben, die in dieser Hinrunde so drinstecken. Dabei ging es mir und vielen Fans in der Arena so wie Neele Hüpp in der Saisonvorschau: wir haben uns riesig auf diese Spielzeit gefreut. Und jetzt…
Tragisch — und leider die Schlüsselszene als es etwas besser zu laufen schien —war die Verletzung von Uth in Frankfurt. Tedesco hatte für ihn gerade die Posotion auf der Acht „gefunden“, da machen die Muskeln nicht mehr mit. Die Umstellung auf die neue Position war genauso „genial“ wie die “Umschulung“ von Meyer auf die Sechs ein Jahr zuvor. Das hätte der Dosenöffner für einen Schlussspurt in der Hinrunde sein können. Hoffentlich versucht der Trainer das nach der Winterpause wieder.
Mit Kutucu kommt ein vielversprechendes Talent aus der U19. Er ist ein echtes Mentalitätsmonster. Er hat in der letzten Saison ein Derby fast alleine gewonnen. Allerdings besteht hier wieder die Gefahr, dass er nicht lange auf Schalke bleibt. Wenn der großartige Norbert Elgert nämlich einen Spieler nach oben bringt, starten die gleich immmer nach „ganz oben“ durch. Irgendwie tragisch.
Nicht erkennbar - bei aller Wertschätzung für den Trainer - ist die Spielidee im Mittelfeld. Hier hat sich die ganze Hinrunde über keine Linie herausgeschält. Das Umschaltspiel ist an mangelnder Abstimmung bislang gescheitert. Die Passquoten sind unterirdisch.
Irgendwie hätten viele von uns nix dagegen, wenn die Saison jetzt schon vorbei wäre…Glückauf

Eine Ergänzung noch: Wenig genial fand ich die Idee mit Weston McKennie als Stürmer. Offenbar setzt Tedesco Hoffnungen in das Kopfballspiel des US-Nationalspielers. Das hat aber nicht gezündet. Auf dieser Position wird er eher verheizt…


#8

„Den hätte er machen müssen“ — Christoph Biermann hat in seinem letzten Buch (Matchplan)mit dieser Analyse begründet, warum der Rückzug von Klopp beim BVB eigentlich Unsinn war. Er hatte einfach nur unglaublich viel Pech in der Hinrunde 2014/2015 als er mit seinem Team zum Jahresende 17. war. Im Kapitel „Macht des Zufalls“ beschriebt Biermann, dass der BVB auf Basis der „expected points“ eigentlich an Platz 4 hätte stehen müssen. Nimmt man das alles ernst, muss man sagen: Herr Heidel, Sie haben alles richtig gemacht und am Trainer festgehalten. Hoffentlich dreht sich das Spielglück in der Rückrunde wieder zu unseren Gunsten!


#9

Hier nochmal ein paar unlyrische Beobachtungen zur Schalker Hinrunde:

  • Schalke spielte in der Liga alleine 635 der 1616 Spielminuten einem Rückstand hinterher. 40% der Zeit verbringt Schalke also mit dem, was auch schon letzte Saison kaum geklappt hat (3x zwischenzeitlicher Ausgleich bei einer Niederlage, 4x Unentschieden nach Rückstand und nur 1x Sieg nach Rückstand). Dieses Problem verbarg sich also schon länger unter der Oberfläche.
    (Quelle: Kicker.de Matchticker)

  • @Ballmoench zur Causa Fährmann
    Tatsächlich fand ich, dass Fährmann zwischenzeitlich eine seiner besten Phasen auf Schalke hatte. Die Verletzung kann man ihm schwer ankreiden. Die drei letzten Spiele der Halbserie hat er tatsächlich jeweils einmal gepatzt.
    Die Ligaspiele davor aber z.B. waren - von der Torwartleistung, wenn auch nicht vom Ergebnis - hervorragend: gegen Nürnberg hält er vor beiden Gegentreffern erstmal eine 100%ige Chance ehe der Ball in Strafraum umherflippert und abgestaubt wird. In Hoffenheim ist er nur per Elfmeter zu überwinden. Und im Derby kann er bei beiden Gegentreffern nichts machen, verhindert aber die Chance von Reus auf das 1-3.
    Vor allem aber war Nübel in seinen Einsätzen - besonders beim Fangen von Flanken - ein Unsicherheitsfaktor. Er hatte aber das Glück, dass keiner seiner zahlreichen Fehler bestraft wurden. Fährmanns erste Unsicherheit dieser Art führte hingegen direkt zum Gegentor in Augsburg.
    Nübel bringt vielversprechende Ansätze mit, besonders im Aufbauspiel. Momentan sehe ich ihn aber deutlich hinter Fährmann.
    Die Crux an der Sache bleibt, dass Nübel sich nur mit regelmäßiger Spielpraxis weiterentwickeln kann. Fährmann wurde von Tedesco aber zu Beginn seiner Amtszeit in einer viel diskutierten Entscheidung zum Kapitän ernannt, genau weil er immer auf dem Platz steht. Damit hat der Trainer einige Möglichkeiten für Nübel verbaut. Aber Fährmann ist eben auch noch nicht so alt, dass Nübel ihn aussitzen kann. Erfüllt Fährmann nur seinen jetzigen Vertrag und hört mit 33 auf, ist Nübel dann fast 26 und hat keine 10 Profispiele gemacht.

  • Rudy und Mascarell werden nach dieser wenig erfolgreichen Hinrunde schon wieder als Fehleinkäufe verschrien. Aber das ging auch dem Vorgängerduo Stambouli-Bentaleb so. Ersterer wurde dann als von Tedesco umgeschulter Innenverteidiger zum festen Bestandteil des Team (und erlebt seit einigen Spielen eine Renaissance im defensiven Mittelfeld). Der Zweite hatte nach einer ziemlich guten Weinzierl-Saison ein schweres Jahr, da Tedesco mit Meyer den einen Schalker auf die 6 umschulte, der Bentaleb in seinen Stärken - Spielaufbau und Pressingresistenz - noch überragt.
    Für Rudy und Mascarell wird sich nach einer kompletten bzw ununterbrochenen Vorbereitung sicherlich auch eine passende Rolle finden lassen. Zumal Tedesco ja bei beiden Verpflichtungen involviert war…

  • …Vermutlich waren Rudy und Mascarell für das Ballbesitzspiel gedacht, dass dann doch nicht kam, weil zuerst die Ergebniskrise zu Saisonbeginn bekämpft wurde - und dass verständlicherweise mit den der Mannschaft bekannten Waffen. Da fielen die neu eingekauften Ballbesitzfußballer etwas hinten runter. Auch Uth, der aber vergleichsweise stabile Leistungen brachte und somit zuerst ins Team hineingecoacht wurde und schließlich als gesetzter 8er in eine Verletzungspause hinein wegbrach.

  • Die meisten Tedesco’schen Umschulungen orientieren sich zuallererst an den Stärken des Spielers (Meyer auf die 6, Stambouli in die IV, Uth auf die 8). Dass war bei den Einsätzen von McKennie und Mendyl im Sturm nicht der Fall. Hier herrschte schlicht Not am Mann. Das kann man gerne kritisieren. Es ist aber keinesfalls als Beleg dafür zu verstehen, dass Tedesco das Mittel der Umschulung doch nicht so gut, wie gedacht, beherrscht oder gar grenzenlos überreizt. Es ist nur einfach kein Allheilmittel.
    Bei McKennie können wir aber mEn noch etwas erwarten. Der spielte schon Sturm wie Verteidigung, Flügel wie Zentrale. Ich hoffen, dass ihm schon bald seine feste Position gefunden wird. :wink:


#10

Danke euch für den Input! Aufzeichnung beginnt gleich