Rasenfunk Werbefrei?


#1

Hallo,
Wie wir alle wissen möchtest du mit dem Rasenfunk ja am liebsten dein Geld verdienen.
Dies jedoch ohne die Kooperation mit Firmen.
Ich weiß,du wirst deine Gründe haben, jedoch fände ich persöhnlich nicht Schlimm wenn du einfach ab und zu am in der Sendung und am Anfang So 1-2 Minuten werbung für ein Produkt machst.

  1. Da du sowieso schon die Folgen auf Youtube hochlädst kannst du ja auch Produktplatzierungen machen, gehört ja auf Youtube so ein bisschen dazu.^^

  2. Sollte diese Einnahme “sicher” sein, da du nicht jede woche mit Überweisungen rechnen kannst und auch Patreon spender abspringen können.

Ich bin mir sicher das du es dir warscheinlich gut überlegt hast und deine Gründe haben wirst, mich würde aber brennend intressieren, ob du wenn du dieses Angebot bekommst zummindestens über Verhandlungen ernst nachdenken würdest.

Amazon (Amazon Music) würde auf Dich zukommen und dir ein Finanziell Lokratives Angebot machen.Dein Podcast wäre nun auch über Amzon Music zu hören.Du müssest nur einfach am Anfang der Sendung ein bisschen Werbung für Amzon Music machen.
Mit hoher warscheinlichkeit hättest du dann sogar die möglich Die Radio Highlights der Bundesliga zu benutzen, da die Lizenzen ja erstmal ein Parr Jahre bei Amazon liegen.

Angebot 2 :
Dieses Angebot ist ein bisschen Realistischer.

Amazon würde dir alles anbieten wie im Angebot 1 auch.
Jedoch dürfstest du jetzt nicht mehr alle Sendungen Im “Free” Hochladen.
Evntl. Kommt jeden 3. Spieltag das Ganze nur Auf Amazon Music.
Oder der Kurzpass wird ab sofort nur noch mit Amazon Music verfügbar sein.

mich würde echtmal intressieren ob du zummindestens beim Ersten Angebot Dir es genau Überlegen würdest. (Auch wenn beide eigentlich nicht realistisch wären)

Würde mich auch sehr dafür innteresieren ob ihr es ok fändet das Max Pro Folge Insgesamt so um die 3-5 Minuten Werbung macht.(Am Anfang und relativ zum Ende nochmal).

LG
LCEmobile


#2

Hey!

Mh, lass mich erst mal allgemein was dazu sagen und dann antworte ich auch auf deine beiden Szenarien.

Ich glaube nicht an Werbung. Werbung ist in den meisten Fällen darauf ausgelegt, den Rezipienten zu stören, bzw. irgendwie seine Aufmerksamkeit so zu gewinnen (via Brüste, Kinderstimmen, süße Tiere, etc.), dass eine Markenbotschaft platziert werden kann. Werbung brüllt, Werbung blinkt, Werbung nimmt sich wichtiger als der Kontext, in dem sie stattfindet. Und das sage ich als jemand, der mit Marketing immer noch einen Teil seines Einkommens verdient (dort versuche ich deshalb auch, Werbung anders zu gestalten, was auch gelingen kann, aber an der grundsätzlichen Funktionsweise von Werbung nichts ändert).

Ich glaube noch weniger an digitale Werbung. Der Onlinewerbemarkt ist grotesk verdorben. Popups, Autoplay, Edge Ranks, Affiliates, etc. - all diese Werbeformen sind entstanden, weil digitale Werbung so viel besser durchmessbar ist, dass man erstmals sehen konnte, wie wenige Leser und Leserinnen sie eigentlich wahrnehmen. Also wurden die Werbekonstrukte immer auffälliger, marktschreierischer, Clicks zur neuen Ware. Gleichzeitig sind die Margen im Onlinebereich so gering, dass sämtliche Verlage riesige Probleme haben, sich zu refinanzieren. Im Printbereich sinken die Einnahmen, TV ist in bestimmten Bereichen stark rückläufig und Online wirft nichts ab. Dieser Mix ist wie ein Giftcocktail für gute Inhalte. Denn guter Inhalt bedeutet im Internet nicht gleichzeitig hohe Reichweite. Sämtliche Werbemodelle funktionieren letztlich aber genau über sie.

Im Audiobereich steckt Werbung (wenn wir mal für Podcasts sprechen) noch in den Kinderschuhen. Der große Segen: Stand heute ist die Wirksamkeit von Werbung in Podcasts nicht so transparent nachzuweisen wie im Display-Ad-Bereich. Aber auch hier wählt man Workarounds, zu denen ich gleich noch komme. Aber zurück zu den Kinderschuhen: Derzeit gibt es ein paar Wege, akustisch Markenbotschaften unterzubringen und alle sind ok, aber auch nicht geil. Drehen wir das Rad aber mal um ein Jahr oder vielleicht zwei nach vorne: Wird Werbung in Podcasts dann noch so aussehen wie heute? Ich bezweifle es stark, denn jedes Reporting einer Marketingkampagne muss bessere Zahlen als das vorherige haben. Also wird Werbung auch akustisch penetranter werden, wieder um Aufmerksamkeit buhlen. Schau dir Radiowerbung an: Kinderstimmen, Scratch-Geräusch, Geflüster, Follow-up Spots, usw., das ganze Programm. Könnte auch für Podcastwerbung kommen. Und dann wird das auch wieder nur eines sein: nervig.

Fernab von solchen Prognosen und Geschmäcklereien gibt es aber noch ein wesentliches Problem: Planbarkeit. Du sprichst davon, dass mit Werbung besser zu planen ist als mit Patreon, ich sehe es genau umgekehrt. Wenn ich von einem Werbekunden 1000 Euro bekomme oder von 1000 Hörern je einen Euro, ist das ein großer Unterschied. Der sich vor allem auch auf meine Arbeitssituation auswirkt. Nehmen wir einfach mal an, auch der Rasenfunk macht Werbung für Casper Matratzen. Dann buchen die drei Shows und messen den Erfolg mit einer Landingpage und einem Rasenfunk-Code als Rabattaktion. Sobald die sehen, dass da keine Codes mehr eingelöst werden, sagen die: Danke, tschüss, wir gehen zum nächsten Podcast. Und dann bin ich plötzlich in der Situation, dass ich Sales machen muss. Also aktiv nach Ersatz suchen, anstatt mich um meine Inhalte zu kümmern.

Und dann kommt noch etwas dazu: Ich lege sehr hohe Maßstäbe für mögliche Werbepartner an. VW, Audi, Red Bull? No way, die hängen zu tief im Gegenstand meiner Berichterstattung drin. bwin, tipico & Co - fuck no, wegen denen gibt es Spielmanipulation und Spielsucht ist ein riesiges, aber totgeschwiegenes Problem. Dann wird es schon eng.

Das also mal so als grober Rahmen, weshalb ich Werbung für den Rasenfunk derzeit ausschließe. Gibt nochn paar mehr Gründe, aber das sind die wichtigsten.

Jetzt zu deinen Szenarien:

Szenario 1 ist nur dann eine Option, wenn wir hier von einer langfristigen Kooperation sprechen, die auch planbar wäre. Eine Saison Minimum. Und selbst dann würde es sich so sehr mit dem Supportermodell beißen, dass ich es vermutlich lassen würde. Denn sonst stehe ich ja in einem Jahr wieder da und suche den nächsten Werbepartner. Die Lizenzen sind mir da erstmal egal, ich hab eh schon genug mit der Sendungsvorbereitung zu tun, kann O-Töne da gar nicht gebrauchen. Die eher ablehnende Einschätzung hat jetzt übrigens erstmal nichts mit Amazon Music zu tun, da könnte man auch viele andere Unternehmen einsetzen.

Angebot 2: No way. Der Rasenfunk soll frei zugänglich bleiben, so lange ich mir das sprichwörtlich leisten kann. Es ist der Notausgang, irgendwann mal exklusive Inhalte nur für zahlende Hörer*innen anzubieten. Aber eigentlich hab ich da keinen Bock drauf.

Ich will so so gerne zeigen, dass man einfach nur mit viel Hingabe, einem eigenen Weg und hoffentlich guter Qualität auch im Internet seinen Lebensunterhalt mit Journalismus verdienen kann. Das muss doch gehen. Deshalb setze ich voll auf dieses Pferd, auch wenn es manchmal einfacher wäre, einen anderen Weg zu gehen.


#3

Finde deine Einstellung zu dem Thema sehr gut. Frage mich aber, wie du den Rasenfunk bekannter machen möchtest, wenn du “nicht an Werbung glaubst”. Ist das einzig legitime Mittel der Werbung für dich dann Mund-zu-Mund-Propaganda? Ich weiß, dass es was anderes ist, als in deiner Sendung zu werben, aber da es dir ja auch viel ums Prinzip geht, wollte ich da einfach mal nachhaken.

Sprich: Wie, wenn nicht mit Werbung, willst du den Rasenfunk Leuten näherbringen?


#4

Da hätte ich vielleicht differenzierter formulieren müssen. Ich glaube, bei etwas Unbekanntem wie dem Rasenfunk, funktioniert Werbung sehr gut. Denn wenn es erstmal darum geht, dass die Leute den Namen hören und das zum ersten Mal, könntest du auch Bahnhöfe plakatieren, usw. und das wäre gut für den Rasenfunk.

Ich glaube, ich kann den Rasenfunk auf vielen Arten und Weisen bewerben, die dann nicht gleich klassische Werbung sein müssen. Vor allem durch Medienberichte, Auftritten in Medien und anderen Podcasts, interessanten Gesprächspartnern. So funktioniert das bisher und es läuft auch ganz ok.


#5

Achso, das passt hier eigentlich super rein; Wie es gerade so läuft, wie viel wir brauchen, usw