Wir haben mit Elisabeth Schlammerl (freie Journalistin (u.a. FAZ, Tagesspiegel), Twitter, Buch-Autorin: Cacau - Immer den Blick nach oben, Trapattoni: Eine Hommage) über die Saison von Bayern gesprochen. Wie hat euch die Folge gefallen?
Der Kommentar mag ein wenig populistisch angehaucht sein, aber du kannst dich doch nicht allen ernstes als „Expertin“ hinsetzen und Goretzka als MVP nennen. Niemand hat jemals bestritten, dass er ein guter Fußballer ist, aber das Gesamtpaket ist einfach viel zu teuer für das, was er bietet. Dementsprechend ist es vollkommen verständlich, dass man sich von ihm trennen wollte. Klar ist auch, dass Goretzka im BuLi Vergleich natürlich zu den Top-ZMs gehört und überzeugen kann, aber das ist ja nicht der Anspruch des FC Bayern. In der CL werden Goretzkas Defizite schon deutlicher. Allein unter 40% Startelfquote disqualifiziert ihn als MVP (die Leistung im Vergleich zu Kimmich umso mehr)
Olise und Kimmich sind in der MVP-Frage die einzigen ernsthaften Antworten. Alles andere ganz grober Unfug.
Was mir grundsätzlich stört ist dass Vincent Kompany für seine öffentliches Auftreten gelobt wird, sorry der Typ ist super langweilig, ein absoluter Underperformer bei PKs, da könnte man auch ChatGTP hinstellen. Musste bei der Diskussion an eine alte Podcastfolge eines Chelsea-Podcast denken als Potter auf Tuchel gefolgt ist und der auf PKs ähnlich performt hat wie Kompany
für Freunde des Rants im besten kings english ab Minute 3:30 fangt es an
2009 hat sich Uli Hoeneß auf das Präsidentenamt zurückgezogen.
Seitdem wird versucht, die ganze Sache an Nachfolger zu übergeben und dabei möglichst stabil zu bleiben. Wenn man dann im Jahre 2025(!) den nächsten Nachfolger mit einem Bein schon beinahe wieder erledigt hat, muss bei dieser Sache gewaltig was schief laufen.
Was Hoeneß und Rummenigge hier offenbar hinterlassen ist ein Riesendesaster.
ich fand die herangehensweise nicht so viel übers sportliche zu reden in ordnung, ich glaube aber auch dass das mit kompany als person zusammmenhängt. wie auch in der folge gesagt wurde, er war nie die erste wahl, auch nicht die zweite und jeder weiß das auch. er ist auch kein pep guardiola, kein thomas tuchel oder sonst irgendwer, der für sensationelles taktisches verständnis steht. darüber hinaus ist seine außendarstellung total unspektakulär.
aber zusammengenommen heißt das halt dass bayern jetzt einen trainer hat, der vom standing her wohl die kleinste nummer ist, die wir seit langer zeit hatten, kovac vielleicht noch und dann lange nichts. und dieser trainer spielt jetzt mit bayern erfolgreichen fußball. das ist vielleicht gemessen an kompanys standing überraschend und es ist warscheinlich besser gelaufen als man hoffen durfte. aber es ist halt immer noch der fc bayern und wenn man da die bundesliga gewinnt dann ist das der normalzustand, ergo nicht besonders. und ich frag mich auch ob speziell beim fc bayern ein fokus aufs sportliche/taktische unter einem pep guardiola nicht auch irgendwo eher boulevardesk angehaucht war, zumindest was die große masse angeht. also hätte ein no-name trainer den gleichen fußball wie guardiola spielen lassen an dessen stelle, wäre der fokus da mmn deutlich weniger stark auf den sportlich/taktischen bereich gefallen.
aber guardiola war halt damals stilprägender wundertrainer also wurde das auch teil der „großen“ berichterstattung.
für kompany ist das vielleicht ein bisschen traurig, aber er wirkt uneitel und bescheiden genug, dass ihm das vielleicht sogar ganz lieb ist.
hätte man in dem tribünengespräch den fokus eher aufs sportliche legen wollen hätte man sich vermutlich jemand anderes einladen sollen, aber ich fands so auch gut und habs gerne angehört. manchmal hab ich mir gedacht ein tribünengespräch mit frau schlammerl über ihre karriere als sportjournalistin insgesamt mit vielen anekdoten hätt ich spannender gefunden als diesen schwerpunkt. aber dann hätte man jemand anderes für den schwerpunkt finden müssen und das wäre wieder zusätzliche arbeit gewesen und der arme max erschrickt warscheinlich nach der ganzen arbeit für den royal eh wenn er das liest. nicht erschrecken, passt schon alles
Warum muss ein Trainer auf einer PK „performen“? Er muss an der Seitenlinie performen aber bestimmt nicht auf einer PK. Dass viele Antworten langweilig sind, kann ich nachvollziehen. Er ist noch ein sehr junger, eher unerfahrener Trainer, der in einer Fremdsprache spricht. Er will ganz bewusst Druck von der Mannschaft nehmen und das Sportliche in den Fokus rücken.
Dass sein Vorgänger T. Tuchel das ziemliche Gegenteil war und auch M. Eberl nicht wirklich souverän in der Kommunikation sind, führt vielleicht dazu, dass rund um Kompany eine gewisse Langeweile entsteht. Aber daraus kann man ihm doch keinen Strick drehen.
Er muss ja offensichtlich nicht performen in PKs, ganz im Gegenteil er wird für solche Auftritte sogar noch gelobt. Ich würde vorschlagen dass man in der BuLi die PKs sein lässt und die Journalisten einfach ChatGtp fragen, Kompany ist ja bei weitem nicht der Einzige BuLi Trainer der so agiert.
Was er auf den Rasen bringt ist ja gut, anscheinend muss man bei Bayern totalen Fußball spielen, pragmatischer Trainer wie Kovac, Ancelotti und Tuchel sind relativ schnell gescheitert.
Ich sehe das größte Problem von Bayern im ZM, klar in Ballbesitzt ist Pavlovic und Kimmich gut, gegen den Ball hmmm. Ich würde Eberl vorschlagen Brighton zu plündern und Baleba und Mitoma zu verpflichten, ich bin sicher er wird auf mich hören.
Hat mir gut gefallen die Folge. War angenehm und kurzweilig. Elisabeth darf gern wieder kommen.
Vielen Dank an Euch, Ellis wunderschönes Münchnerisch hat mir den Tag versüßt! ![]()
War unterhaltsam und kurzweilig und deutlich tiefgründiger, als ich nach dem Lesen der Kapitelüberschriften befürchtet hatte… nur die sportliche Analyse geht mir dann doch ein bissl ab, und da kann ich den Ärger über Goretzka als MVP auch verstehen, weil das zwar die schönste Geschichte ist, aber sportlich eher nicht relevant.
Und nachdem es in der Rückrunde auch schon keinen FCB-Schwerpunkt gab, hab ich ein Defizit an sportlichen Analysen meines Lieblingsvereins. Weil klar, in der Medienwelt da draußen gehts zwar fast immer um den FC Bayern, aber … eh scho wissn: Niveau ist keine Hautcreme. Und bei miasanrot herrschen dzt. auch Fußballmanagerspielchen und gefühlte Wahrheiten vor.
Was genau fasziniert dich daran? Kannst du das näher erläutern, z.B. anhand des von dir gezogenen Nutzens oder auch anderer Aspekte, für jemanden, der keine Podcasts von der genannten Seite hört?
Mir hat die Folge herausragend gut gefallen. Ich fand es auch gar nicht so wenig sportlich. Sehr informativ und guter Gesprächsfluss und wahnsinnig viel Wissen bei Elisabeth. Gerne würde ich Elisabeth öfter lauschen, auch mal bei einer Spieltagsbesprechung.
Und die Diskussion über den MVP weiter oben finde ich albern, fast auch unhöflich. Die Frage lautet ja, wer war FÜR DICH der MVP? Die Begründung von Elisabeth war schlüssig und gerade im Hinblick darauf, dass sie Bayern schon so lange begleitet besonders interessant. Jemanden auf Grund der MVP Wahl nach über dreißig Jahren Berichterstattung die Kompetenz abzusprechen schon merkwürdig…
es haben sich mEn viele Einschätzungen auf mediale Berichterstattung bezogen, weniger auf eigene Recherchen. Aber vielleicht ist auch das nur gefühlt, von meiner Seite.
Ja das fand ich auch drüber. Es hat halt die MVP Auswahl am Schluss nochmal extra aufgezeigt, dass es wenig ums Sportliche ging. Nicht falsch verstehen, ich schätze Goretzka ungemein und seine Geschichte in den letzten 2 Saisons finde ich großartig, er war halt mMn nicht der sportlich wertvollste Spieler.
Aber das soll jetzt auch nicht die Bewertung einer insgesamt sehr unterhaltsamen und informativen Folge trüben.
so nämlich.
macht ja nix. vielleicht lieg ich auch komplett daneben. und insgesamt eh auch gut, dass es die gibt.
ja du hast schon recht, das war ein stark münchnerisch eingefärbtes Hochdeutsch, der Dialekt geht dann schon noch ein bissl weiter. Es ist jedenfalls meinem Gefühl nach deutlich weicher als das, was im südlichen Oberbayern gesprochen wird, dort merkst du schon kleine salzburgische Einfärbungen und es wird ein bissl kontrastreicher und auch mit mehr Druck gesprochen. Münchner Stimmen klingen deswegen etwas dunkler und eben weicher. Aber das ist nur mein Gefühl, nicht wissenschaftlich abgesichert.
Stecke mitten im Royal und sage: Schöne Folge. Das sportliche kam kürzer, doch das macht mir nichts aus. Wünsche mir den FC Hollywood zurück, das waren noch Zeiten ![]()
Ich äußere einen Wunsch und Du? Machst ihn gleich kaputt ![]()
kein Sinn für Romantik.
N a m e n & N a r r a t i v e s t a t t K o m p e t e n z
Mir wird Bayern hier zu unkritisch gesehen – auch abgesehen von dem kapitalistischen Gebahren, das der Liga und auch dem Verein schadet (und dem Planeten), rein sportlich betrachtet. Bayern steht mMn international gesehen vor einem Scheideweg und das wird nicht ernst genommen.
Die Summen, die Premierleague-Teams oder PSG für ihre Kader ausgeben können, bringen den FC Bayern in eine Postition, die er nicht kennt: Er spielt nicht länger in der finanziell höchsten Liga. Es ist nicht mehr so, dass Uli Hoeneß einen Spieler einfach nur genug wollen muss und dann wird das Festgeldkonto geplündert. Das hat der FCB aber anscheinend noch nicht gecheckt.
Wenn man sich nicht entscheidet, mehr Investoren in die Bundesliga zu lassen (was aus Fansicht offensichtlich nicht gewollt ist), dann muss man sich damit arrangieren, international finanziell gesehen nicht mehr zur ersten Garde zu gehören. Was an sich völlig okay ist. Das heißt aber auch, dass man sich eine Spielidee suchen muss, die nicht so stark, wie es jetzt der Fall ist, auf die individuelle Qualität der Spieler setzt. Finanzschwachere Vereine machen das meist so (Atletico, Inter etc.). Denn: man wird auf lange Sicht gesehen nicht die Spieler kaufen können, die die höchste individuelle Qualität haben. Die gehen zu PSG oder in die Prem. Die FCB-Verantwortlichen fahren, statt sich mit dieser Tatsache ehrlich auseinanderszusetzen, weiter das Narrativ ‚Dominanz‘ und versuchen mit ihrer Spielidee mit anderen internationalen Top-Ballebesitz-Mannschsaften mitzuhalten – einen Kampf, den man nicht gewinnen kann, wenn es letztendlich darum geht, wer die besseren Spieler kaufen kann.
Bayern ist deshalb dazu übergegangen, ein Image zu streicheln und zu wahren, dass nicht mehr der Realität entspricht. Wichtiger als die eigene sportliche Idee umzusetzen, scheint den Bayern-Bossen zu sein, dass etwas gut klingt: ‚Salihamicic ist jemand mit Stallgeruch, das passt zu uns‘, ‚Wir holen Nagelsmann, das größte junge deutsche Trainertalent und lassen ihn hier eine europäische, taktische Supermacht entwickeln‘, ‚Ah ne doch nicht, wir holen mit Tuchel den besten deutschen alteingesessenen Tainer, der das Geschäft kennt, und mit dem wir eine reife Mannschaft formen wollen‘.
Als Bayernfan gesprochen, klingt jede von diesen Ideen gut, aber bitte dann lasst doch die Leute, die Trainer insbesondere, mal arbeiten. Sonst zeigt sich nämlich, dass es überhaupt nicht um die Idee ging, sondern man nur opportunistisch irgendwelchen wohlklingenden Namen und Narrativen hinterherjagt.
Der Wirtz-Deal wäre, obwohl Wirtz den FCB sicher besser gemacht hätte, genauso ein Image-Transfer gewesen. Der Sonnenkönig Uli Hoeneß hätte sich gebrüstet, dass jetzt wieder ‚der beste deutsche Spieler bei den Bayern spielt‘. Aber das kann doch nicht das Ziel sein. Das Ziel für die Bayern ist, in der Championsleague weit zu kommen und auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. Klar Wirtz zu holen klingt besser als ein paar Innenverteidiger, die Upa und Kim entlasten können und einen Stürmer für die Bank, aber, dass so viel Wert darauf gelegt wird, wie etwas klingt, anstatt sich ernsthafte Gedanken zu machen, wie man sich in einer finanziell veränderten Lage im internationalen Geschäft zukunftsorientiert positioniert, ist mMn fatal.
Und mit Blick auf die letzten Jahre muss man auch sagen: wie sie den Thomas Müller-Abgang gehändelt haben – das war B a y e r n - l i k e. Weil Bayern genau dafür steht: Mangelnder Respekt für die Sportler und Trainer. An jedem wird sofort rumgesägt, damit der eigene Kopf nicht rollt.