Ich verstehe deine Kritik nicht ganz. Ich bin vollzeit berufstätig und habe auch noch einen Nebenjob. Ich habe nicht das Privileg jeden Tag intensiv zum Fußball zu recherchieren. Das führt dazu, dass ich nicht immer alles mitkriege und dankbar dafür bin, dass mir Journalisten einen kurzen Überblick geben über ein Thema.
Ich sehe auch die Spieltagspodcats vom Rasenfunk als Möglichkeit informiert zu bleiben und Spiele ein Stück weit „nacherzählt“ zu bekommen, die ich schlicht nicht gesehen habe.
Für mich selber waren deshalb dabei durchaus neue Informationen dabei.
Vielleicht vergessen wir in unserer Fußballbubble auch manchmal schlicht, dass sich immer wieder Leute neu anfangen für den Fußball zu begeistern/zu interessieren, von denen halt auch viele in vollzeit berufstätig sind und/oder mit ihrer Famillie ausgelastet sind.
Ich möchte meine Ausführungen hier explizit NICHT als Kritik an Arbeitslosen, Studenten, Schülern und Teilzeitarbeitenden verstanden lassen. Schließlich war ich alles 4 in meinem Leben auch schon.
Da finde ich den Podcast-Feed von dlf Sport als kurzes Nachrichten- und Einordnungssnack für mich persönlich wertvoll.
also am Schluss des Podcasts hauen sie in einem Nebensatz quasi die ganze Aufhänger-These über den Haufen („Jetzt wo sie die Fernsehrechte dann doch verkauft haben, kommen ja vielleicht auch die Sponsoren“). Das fand ich dann etwas unbefriedigend.
Aber stimmt schon, die Details in der Geschichte waren eh in Ordnung.
Das hat eine Weile in mir gearbeitet, weil Du damit frustrierenderweise so Recht hast. Mal so eine Spinneridee: die Vergabe der WM an Saudi Arabien und das dann stattfindende Turnier sind aus FIFA-Sicht ja ‚nur‘ Produktgestaltung und betreffen die Ausgabenseite. Die viel wichtigeren Einnahmen dagegen generiert die FIFA allein über die TV-Rechte, und die Vergabe dieser Rechte steht ja erst noch an. Also gäbe es da mal einen Ansatzpunkt, der noch in der Zukunft liegt. (Nebenbei: die Angebote der Sender für die TV Rechte an der WM 2026 müssen heute abgegeben werden. Hats jemand auf dem Schirm?)
Ziel müsste es sein, dass die Öffentlich-rechtlichen nicht für die Übertragungsrechte an der WM 2034 mitbieten. Und warum nicht auch gleich die WM 2030 mit einbeziehen - ist schließlich auch eine FIFA-WM. Das könnte in der Gesellschaft mehrheitsfähig sein, weil:
die FIFA damit tatsächlich abgestraft würde, denn ohne das Mitbieten der Öffentlich-rechtlichen würden weniger Lizenzgebühren generiert;
keine Quasi-Steuergelder (die GEZ-Gebühren) in die Kassen eines korrupten Systems flössen;
das Fehlen einer gewissen Bescheidenheit bei den Öffentlich-rechtlichen und der ewig steigende Rundfunkbeitrag für alle Haushalte zur Zeit ohnehin stark in der Kritik stehen; und
diejenigen, die mit der politisch-moralischen Befrachtung der WM nichts anfangen können, immer noch die WM bei den Privaten gegen einen angemessenen Kostenbeitrag anschauen könnten.
Man würde wohl auch viel Gegenwind kriegen, aber wenn man die Idee jetzt pflanzt, könnte sich über die Zeit ein Momentum aufbauen. Brächte man das Thema aber erst kurz vor Rechtevergabe aufs Tapet, gälte dagegen wieder mal das, was Du geschrieben hast.
Ich habe das jetzt nur schnell gegoogelt, und weiß ansonsten nicht, was bei der Klub WM ablief, aber geht das nicht in die von mir intendierte Richtung? Wenn ich das richtig gegoogelt habe, waren keine Öffentlichen in der Auswahl und die FIFA hat nur 1 statt der angepeilten 4 Milliarden US Dollar eingenommen. Das ist doch ein guter Start, ich wäre da gar nicht so enttäuscht, wie anscheinend Du. Das kann man doch ausbauen.
Ja! Ich habe auch schon generell gefordert, dass ÖRR keine Sportveranstaltungen übertragen sollte, die Geld für Übertragungsrechte verlangen. Offensichtlich gibt es für diese ja schon sowieso Berichterstattung.
Der ÖRR kann lieber unbekanntere Dinge aus dem Sport übertragen, die sonst unter den Tisch fallen oder Dokumentationen zur Wissensbildung und Politikverständnis oder Spielfilme oder so.
Die Wunschvorstellung von 4 Milliarden habe ich nicht mitbekommen, sondern der seltsame Deal mit dazn hat am Ende auch die Summe gebracht, die schon damals bei Apple TV im Raum stand.
In 10 Jahren gibt’s dann wohl wieder eine WM. Der Ramadan endet am 10. Dezember in 2034 und dann würde das Finale wohl nicht mehr in 2034 stattfinden können. Bin dann wirklich gespannt, wie sie die WM labeln werden.
Für mich ideal, es läuft das ganze Jahr über genug Fußball, dass man sich auch mal eine verlängerte Winterpause gönnen kann. Und gleichzeitig läuft ja dann auch die Darts WM, dann schaut man halt da öfter mal rein. Vielleicht sogar mal Wintersport ausprobieren wenn die Schmacht zu stark wird.