Schiedsrichter*innen und Regeln

im zweiten Halbfinale quasi umgekehrt. Wenn man sich damit abfinden kann, dass Unsportlichkeiten bei dieser WM keine Karten geben, war das ne vollkommen zufriedenstellende Leistung von Elfath in einem sehr schweren Spiel.

Finde ich schwierig. Meiner Ansicht nach ist in der ganzen ersten Hälfte fußballerisch nichts passiert, weil er bis zur 36. gewartet hat, um mal Gelb zu geben und ihn deshalb beide Seiten lange Zeit nicht ganz für voll genommen haben.

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Für das Finale beendet Collina dann lieber mal alle Experimente und verzichtet auch auf Konföderationenneutralität: Vinčić pfeift, und nicht Faghani oder sonst ein Überraschungskandidat.

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Vincic ist soweit ich weiß sogar mit UEFA Boss Ceferin befreundet. Der Zwist zwischen UEFA und FIFA scheint also überhaupt keinen Einfluss auf Collina zu haben.

Vielleicht ist die Kritik, die ja gerade diese WM noch mal zugenommen hat, nicht komplett spurlos an Collina vorbei gegangen
Weil normalerweise werden einzelne Referees kritisiert und nicht sooo stark das IFAB und dieses Mal ist ja eher anders herum

rein inhaltlich ist Vincic eine recht logische Wahl. Er ist sicher aktuell kein Top 5 Schiedsrichter der Welt, aber er ist grundsolide, hat viel Erfahrung und präsentiert sich trotz seines gehobenen Alters bei diesem Turnier topfit. Es ist sein viertes großes Turnier (bei der EM hat er zuletzt das Halbfinale gepfiffen), hat je ein CL- und EL-Finale gepfiffen und pfeift regelmäßig als Gast hitzige Topspiele in der griechischen und türkischen Liga. Als osteuropäischer Schiri steht er auch nicht unbedingt in Verdacht, den Spaniern kulturell deutlich näher zu sein, als den Argentiniern.

Es gibt auch einfach nicht viele Alternativen:

  • Turpin, Letexier und Oliver gehen nicht weil ihre Teams im Halbfinale waren (Oliver darüber hinaus nicht wegen dem Falkland-Krieg)
  • Faghani war bei Mexico-England und letztes Jahr beim Club WM Finale eher schlecht
  • Makhadmeh, Nyberg und Eskas haben noch zu wenig Erfahrung für ein WM-Finale
  • Marciniak hatte schon ein WM-Finale (es hat noch nie jemand ein Zweites bekommen)
  • das große Fragezeichen ist Makkelie. Leistungstechnisch ist er seit langer Zeit Kandidat für ein großes Finale, wird seit dem PSG-Vorfall aber von der UEFA abgestraft (PSG Präsident El-Khelaifi ist gleichzeitig auch UEFA-Vizepräsident und dürfte über die Qatar-WM auch einen direkten Draht zu Infantino haben)

Wenn man das alles berücksichtigt, ist Vincic schlichtweg der Beste, der übrig bleibt.

für den DFB gibt es neben dem eigenen sportlichen Abschneiden noch einen weiteren Tiefpunkt: seit Wolfgang Stark 2010 hat kein deutscher Schiri mehr ein WM-KO-Spiel geleitet, obwohl die Anzahl der KO-Spiele durch den neuen Modus verdoppelt wurde.

  • 2026: Zwayer war nie mehr als reines Mittelmaß und hat halt die Vergangenheit, die er hat
  • 2022: für Siebert kam die WM deutlich zu früh, da hat er bei Uruguay-Ghana Lehrgeld bezahlt und muss nun trotz seiner starken Entwicklung dafür büßen
  • 2018: Brych wurde bei Serbien-Schweiz politisch geopfert
  • 2014: der DFB ist weit gekommen (wodurch die Anzahl der möglichen Spiele für Brych sinkt) und es war mit Cakir, Webb, Kuipers und Rizzoli auch eine fast schon historisch starke europäische SR-Generation, die verständlicherweise alle vor Brych standen.

Für eine Top4-Liga eine fatale Bilanz.

Kleine Einschränkung: Dankert ist dauernd als VAR dabei. Seit Einführung des VAR hat er mit Abstand die meisten Einsätze in Finalspielen:

  • EM 2020
  • Conference League 2021/22
  • Europa League 2022/23 und 2024/25
  • UEFA Super Cup 2024
  • Club WM 2025
  • Champions League 2025/26
  • WM 2026
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..und man keine Spiele der „eigenen“ Mannschaft vermeiden musste.

die „anonymen Quellen“ des BBC saßen wohl innerhalb des IFAB (dessen Mitglieder hauptsächlich Briten sind), denn dieses hat nun bestätigt, dass bei den Schwalben von Almiron und Embolo die VAR Einsätze wegen „mistaken identity“ tatsächlich nicht regelkonform waren.

Diesmal 3 Wochen nach dem Turnier und nicht wie bei Cucurella 3 Monate. Wir steigern uns :grimacing:

Solche krass regelwidrigen Anweisungen an ihre Schiris herauszugeben, sollte für Collina&Rosetti eigentlich Grund genug sein, von ihren Ämtern zurückzutreten. Fatales missmanagement.

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Danke fürs drauf aufmerksam machen, jetzt habe ich es auch gelesen. Der Vollständigkeit halber ist aber auch zu erwähnen, dass der IFAB die Tendenz als richtig ansieht. D.h., es soll wohl in Zukunft möglich sein, genau in einem Fall wie dem mit Embolo das tatsächlich begangene Vergehen, in diesem Fall: die Simulation, zu ahnden, notfalls mit einer zweiten gelben, also gelb-roten Karte. Nur sei das noch nicht beschlossen, und so lange dürfe das noch nicht angewandt werden.

Damit, dass der IFAB sich nach dem Turnier zu einigen Szenen zu Wort meldet, habe ich bereits gerechnet. Ich bin gespannt, ob da noch was zu den Szenen im Fünfmeterraum kommt…

Edit: tatsächlich finde ich, dass Collina sich mit seinen Anweisungen eine solche Menge aufs Kerbholz geladen hat, dass er eigentlich in seinem Amt nicht mehr tragbar ist. Die Schlachtfeste bei Paraguay - Frankreich und im Finale sind durchaus auch sein Werk.

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Passt wunderbar zur generellen Entwicklung der FIFA. Es ist nur noch lächerlich.

Das ist doch mal eine erfreuliche Nachricht:

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im Prinzip ja, ich finde auch so manches Detail gut (z.B. keine Entscheidung allein aufgrund von Standbildern oder Zeitlupen).

Ich bin mir nur nicht sicher, ob die geforderte Einheitlichkeit nicht wieder dazu führt, dass sehr technisch entschieden wird (sowas wie ab 15° Arm vom Körper weg ist immer Hand). Das hat mir damals nicht sonderlich gefallen.

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Have fun: https://www.uefa.com/running-competitions/refereeing/clear-line/

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mich irritiert das Bild mit der alten Oma im Supermarkt…

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Für mich ein weiteres Argument für die 5 oder 10 cm dicke Abseitslinie.

Das Gegenargument, man verlagere ja nur die Zentimeterentscheidung, das geht für mich ins Leere, wenn ich die Abseitslinie nicht 5 oder 10 cm verschiebe, sondern stattdessen dem VAR einen Unschärfespielraum für die Eingriffe gebe.

Dh in diesem Bereich greift der VAR und die halbautomatische Abseitserkennung nicht ein und die Entscheidung des Schiriteams bleibt bestehen. Und zwar schlicht aus dem Grund, um gleiche Höhe wieder herzustellen.

Bei größerem Abstand ist die Chance viel höher, dass das Schiriteam es als Abseits erkennt und bewertet. Und wenn nicht, dann kann man es dann auch als Fehler bewerten und nicht als Unschärfe

Trotzdem verschiebst du das Problem.
Dann greift der VAR einmal wg eines Zentimeters EIN oder NICHT EIN.
:person_shrugging:t5:

Nein, man führt ein Konfidenzintervall ein. Wenn man die Balkenbreite bspw auf zwei Standardabweichungen definiert, würde die Prämisse lauten „der VAR soll den Linienrichter nur dann überstimmen, wenn er sich zu 95% sicher ist, dass der Linienrichter falsch lag“.

Aktuell gibt es diese Sicherheit nicht, sondern in den knappen Fällen nehmen wir eine Münzwurfentscheidung von 50% in Kauf.

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Ich glaube das sind zwei verschiedene Punkte. Mit breiterer Linie/mehr Puffer gehst du sicherer, dass Abseitsentscheidungen fast nur getroffen werden wenn es Abseits war und der stürmer einen Vorteil hatte. Was wohl im Sinne des Spiels und der Regel ist.

Die Diskussion wirst aber halt nicht weg bekommen, da wird sich dann immernoch gestritten werden wegen Millimeterentscheidungen :person_shrugging: .

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