Tribünengespräch 129: Evangelikale im Fußball

Deine Argumentation blendet die strukturelle Ebene aus. Dass der Islam im Podcast weniger Raum einnimmt, ist kein ideologischer Bias, sondern eine Analyse der konkreten Realität im deutschen Fußball: Evangelikale Netzwerke sind hier aktuell hochgradig organisiert und missionieren aktiv in den Kabinen. Es ist kein “Whataboutism”, ein Problem dort zu benennen, wo es gerade Raum greift, statt zur Ablenkung auf andere Religionen zu zeigen. Intoleranz wird nicht dadurch besser, dass es sie woanders auch gibt.

Dass viele der Spieler BIPOC sind, entbindet sie nicht von der Verantwortung für ihre Aussagen. Man kann gleichzeitig Opfer von Rassismus und Urheber von Homophobie sein. Die Kritik richtet sich nicht gegen ihre Herkunft, sondern gegen eine reaktionäre Ideologie, die oft über globale missionarische Infrastrukturen importiert wird. Es geht nicht darum, den Spielern “Dummheit” zu unterstellen, sondern die politische Allianz zwischen christlichem Fundamentalismus und rechtem Konservatismus zu benennen, die am Ende die Rechte aller Minderheiten bedroht.

Zum letzten Punkt: Religionsfreiheit ist das Recht, seinen Glauben zu praktizieren. Es ist kein Freifahrtschein, die Identität anderer öffentlich herabzuwürdigen. Ein Verein ist eine Wertegemeinschaft mit Repräsentationspflichten. Es ist keine Zensur, sondern eine Konsequenz aus dem Hausrecht, Spieler auf die Werte zu behaften, für die der Club stehen will. Wer Ausgrenzung predigt kann sich nicht auf den Schutz vor Diskriminierung berufen, um sich jeder Kritik zu entziehen. Echte Diskriminierungsfreiheit schützt Menschen, nicht Ideologien, die Menschen angreifen.

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Ich finde, du kannst dich auch weniger paraphrasiert ausdrücken und einfach grade mal klar rausschreiben, was du sagen möchtest. Du wirst dann halt in Gefahr laufen Statements zu bringen, die auch 1:1 so auf AfD Plakaten stehen, es wäre aber immerhin deutlich weniger anstregend zu lesen.

Und um der Aussage noch eine kurze Gegenrede zu setzen: Nein, als queere Person ist für mich nicht der Islam “viel unmittelbarer eine Gefahr” als rechte christlich geprägte Gruppierungen, wenn du ein bisschen aufgepasst hättest wüsstest du, wegen welchen Gruppen in NRW im letzten Jahr mehrere CSDs aus Sicherheitsgründen abgesagt werden mussten, das waren ausnahmelos immer Rechtsradikale. Meistens gibt es bei solchen Anlässen dann zwei Gegenveranstaltungen, eine von einer Freikirche o.ä. mit Plakaten mit Bibelzitaten, eine von Faschos wo dann ein bisschen offener gewaltsuchend aufgetreten wird. Im Osten das selbe Bild, wer veranstaltet die Gegenveranstaltungen gegen die Pride, ist das die lokale Moschee? Gab es letztes Jahr mehrere Dokus zu. Kann natürlich sein, dass du das nicht verfolgt hast, dann kannst du aber auch gerne zu dem Thema schweigen. Etwas anekdotischer: Wenn ich selbst als offen queere Person in Süddeutschland angepöbelt werde ist das eigentlich immer die gleiche Personengruppe, in Berlin wurde vor sehr kurzem eine queere Bar von einem Nazi mit einer Machete (!) überfallen (darüber übrigens sehr wenig Medienberichte). Auf der großen politischer Ebene sind es grade ausschließlich die guten weißen Deutschen, die queere Rechte wieder stärker einschränken und mit Kulturkampf Debatten unsere Sicherheit auf indirekter Ebene bedrohen (den Punkt müsste ich eigentlich noch viel stärker betonen, selbst wenn es von muslimischer Seite aus noch viel mehr Angriffe gegen Queers geben würde könnte das niemals so viel Schaden anrichten wie der Kanzler einer christlichen Partei).

Also ja, schreib gerne weiter deine rechten Ressentiments raus, machst du ja eh, du bist ja auch schlau genug das immer so zu formulieren dass du hier wahrscheinlich erstmal nicht gesperrt wirst. Aber benutz bitte nicht queere Personen als Ausrede dafür, das ist respektlos.

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Cenk Sahin und St. Pauli bitte Ecosian

Mit dem FC Palestine aus Chile verhält es sich ein bisschen vielschichtiger als es oft dargestellt wird.
Chile hat die meisten Palästiner:innen aufgenommen und deswegen ist das alles etwas komplizierter, ABER: vor allem gab es dazu im Club, Fanszene eine riesengroße Diskussion, falls du dich erinnerst
Gleichzeitig ist die Fanszene und St. Pauli trotz Freundschaft zu Celtic und der teilweise antisemitischen Fans einer der Vereine, die eigentlich immer wieder auf das Existenzrecht von Israel pocht und hat vermutlich deswegen mit ordentlich Mercheinbußen zu rechnen. Es wird dem 7. Oktober gedacht usw.
Ich will nicht sagen, dass St. Pauli perfekt ist, aber man kann nicht sagen, dass dort stillschweigen herrscht.

Der angesprochene Spieler hat sich als er bei St. Pauli öffentlich nicht dazu geäußert oder?und wie im Podcast ja auch immer wieder gesagt wurde, ist Religion eben Privatsache.
Das Problem an Nmecha und den ballernden Göttern ist aber ja genau das: das versucht wird Jugendliche zu missionieren, welche durch die Besonderheiten um den Fußball sehr vulnerabel sind und das sie Religion eben nicht als Privat ansehen.

Wir haben uns glaube ich schon mal über den Einfluss von evangelikalen unterhalten und ich habe damals auf den Einfluss der Evangelikalen auf Armin Laschet hingewiesen
Jetzt ist eine aus seinem Team Bildungsministerin und streicht das Geld für alles was Queer ist zusammen
(Ja ich weiß, dass Fr. Prien einen jüdischen Hintergrund hat, aber die Familie in die sie ein geheiratet hat so gar nicht)

Und ich bin Ostdeutscher
Die Gefahr geht hier nicht vom Islam aus
Aber auch das wurde im Podcast angesprochen: es ist ein weiteres Problem, welches ja niemand bestreitet, aber das ist eben whataboutism
Queeren Menschen haben eben nicht nur eine Gruppe die sie nicht akzeptiert.

Nächstes Thema: du sagst wir wissen nicht wie es für Homosexuelle Männer im Fußball ist, weil sich keiner äußert, was nicht stimmt, es gibt Interviews von queeren Fußballern und welchen die sich später geoutet haben …

Dein Text ist voller Whataboutism

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Ein sehr spannendes Tribünengespräch, vielen Dank.

Den Gedanken, in den Nachwuchsleistungszentren darauf zu achten, welche Angebote die Vereine dem Nachwuchs machen und auf Einflussnahme von außen zu achten, finde ich wichtig. Gerade der Hinweis, in welcher Situation sich mancher Jugendliche befindet, wenn er/sie sich erstmals allein weg von der Familie, muss berücksichtigt werden.

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Danke das du das so ausgeführt hast.

Mein Punkt sollte weniger darauf abzielen, dass ich die Definition nicht verstanden hatte o.ä. sondern mehr darauf, dass ich beim hören das Gefühl hatte: "Da sagen gerade 3 Leute hintereinander: Wir sind keine Theologen und können hier keine super fundierte Definition raushauen (beim Zweiten hören hat sich das schon nochmal etwas gebessert und Max weißt ja auf seine Verwandtschaft mit theologischem Hintergrund hin).
Aber trotzdem dachte ich da beim Hören: Was wäre das für ein cooler Move, wenn man da jetzt einen Theologen mit in der Runde sitzen hätte. (Deshalb meinte ich auch Meckern auf hohem Niveau.)

Ich hoffe ich konnte damit meinen Punkt nochmal nachschärfen.

Ich würde den Beitrag noch mal durchlesen und etwas höflicher gestalten.

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Hier werden Dinge jetzt aber vermischt. Tut mir Leid, wenn es kurz vom Thema abgeht, aber ich finde es wichtig das anzumerken. Du führst den Fall el-Ghazi und ein Trikot von “Fc Palestine” im Kontext von religiösen Extremismus auf, dabei ist sowohl bei El-Ghazi und erst recht beim Tragen eines “Fc Palestine”-Trikots durchaus zu diskutieren, ob Religion oder Politik hier das zentrale Motiv ist. Ich möchte dabei beides nicht bewerten, aber das sind kontroverse und umstrittene Aussagen oder Trikots, aber stehen in einem Kontext, der je nach Definition und Auslegung unterschiedlich interpretiert werden kann. Ich weiß, dass die Grenzen und Übergänge von pro-palästinensischem Aktivismus, antiisraelischen Aussagen und Antisemitismus (und die verschiedenen Definitionen) in Deutschland ein ganz ganz heikles und gerne vermiedenes Thema sind, aber die von dir genannten Fälle hängen nicht zwangsläufig mit Religion zusammen. Ich unterstütze el-Ghazis Aussagen nicht und würde auch kein FC-Palestine-Trikot mit dieser Landkarte tragen, frage mich aber auch, ob man Julia Klöckners Post mit Groß-Israel-Landkarte auch als religiösen Extremismus eingeordnet hat.

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Ich höre eben die Folge zu Evangelikalen im Fußball und Ich bin ehrlich gesagt ziemlich geschockt und auch etwas überrascht vom Rasenfunk und der ganzen Sendung.

Ich selbst bezeichne mich als Evangelikal und wahrscheinlich sogar als gemäßigt konservativ. Das heißt aber noch lange nicht das Ich mich mit rechten Parteien oder Handlungen identifiziere. Trotzdem kann Ich, auch mit Bezug auf die Bibel, sagen das ich …

Bei sexuellen Themen klare Ordnungen erkenne die sich Gott für unsere Leben wünscht

meinen Mitmenschen von Gott erzählen will um ihnen zu zeigen das Glauben und Christentum nichts altes, eingestaubtes, unmodernes sein kann

…

Aber nur weil ich das eine sage, bedeutet das noch lange nicht das Ich Menschen mit anderen Neigungen, Haltungen oder Meinungen ablehne. Ich empfinde es als zentral, das man in der Unterschiedlichkeit der Meinungen nicht direkt die Person angreift, weil mir als Christ sowieso kein Urteil oder ein Richten über Gut/Schlecht oder Richtig/Falsch zusteht. Also nochmal eindeutig, nur weil ich bestimmte Lebensweisen anders sehe oder ablehne, lehne ich nicht den Mensch ab. Diese Praxis nehme ich im übrigen nicht nur isoliert für mich wahr. Gewiss gibt es immer wider missbräuchliche Beispiele (jüngst Bethel-Church). Meine persönliche Erfahrung aus Freikirchen und Evangelikalen Kreisen (egal ob Big-Church oder kleine Gemeinde) zeigen dabei aber eher den von mir beschriebenen Ansatz und Gedanke (ICF, Move-Church, Gebetshaus Augsburg, uvm.).

Was mich an dieser Folge nun ganz besonders stört ist nicht, das man Themen auch mal kritisch journalistisch beleuchten kann. Im Gegenteil der wachsende Anteil an berichten über die Evangelikalen zeigt doch eher, das gesellschaftlich Glauben wieder eine wachsende Rolle einnimmt. Mal ehrlich, das kann doch niemand wirklich schlecht finden. Was mich an den letzten Dokumentationen aber stark gestört hat, ist die einseitige und teils einfach falsche Berichterstattung. Das Nicht-Integrieren von Evangelikalen Stimmen in den Prozess oder die notwendige Einordnung zu zitierten Beispielen. Genau diese Einordnung oder das beleuchten von unterschiedlichen Meinungen im Rasenfunk empfand ich immer als großen Gewinn. Leider fehlt dieser hier nahezu vollständig und das bedaure ich sehr. Ganz sicher hätte es hier Stimmen, auch mit fußballerischen Hintergrund gegeben, die man hätte nur einladen müssen.

Nochmal. Sobald es Gemeinden oder Bewegungen gibt, die Menschen direkt ablehnen oder verurteilen, habe ich ein Problem. Das gilt bei christlichen Gemeinden die missbräuchlich Dienen (z.B. Bethel oder diese Shit-Gemeinde in Pforzheim). Das gilt aber genau so für Bewegungen die christliche Initiativen aufgrund von, aus dem Kontext gerissenen Zitaten, angreifen oder mutwillig beschädigen (z.B. Cafè Stay Leipzig)

Ich bin gespannt wie dieses Feedback wirkt und möchte nochmal bekräftigen. Ich genieße das Rasenfunk sehr als Medium und Supporte weiterhin, aber dieses Kummer wollte ich trotzdem teilen

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Mich hat die Folge etwas ratlos zurückgelassen, ich fand das Gespräch zwar sehr interessant, aber insgesamt nicht so „faktenreich“ wie ichs gewohnt bin vom Rasenfunk.

Es wird zum Beispiel darüber gesprochen, dass die Reichweite von extremen evangelikalen Gruppierungen wie „Ballers for God“ größer wird, aber nicht darüber wie viele Menschen/Sportler sich denn in Deutschland als „Evangelikale“ sehen, geschweige denn wie viele von denen extreme Positionen verinnerlicht haben. Also mir ist in der Folge kein bisschen bewusst geworden wie groß das Problem ist, oder ob es überhaupt ein nennenswertes gesellschaftliches Problem ist, oder nur eine kleine Randgruppierung.

Wie in der Folge angesprochen, religiöse Zugehörigkeit in Deutschland nimmt doch eh jedes Jahr ab, also wie groß ist das Problem einer in Teilen extremen (meines Wissens nach) recht diversen Splittergruppe einer Religion?

Die Missionierung, vor allem von Jugendlichen wurde in der Folge sehr kritisch gesehen, da sehe ich einfach nicht den Unterschied zu unseren großen zwei Kirchen in Deutschland? Als ich meine Kommunion hatte wurde ich gezwungen (~)ein dutzend mal in die Kirche zu gehen und wöchentlich an „Bibelkreisen“ teilzunehmen. Taufen erfolgen im katholischen doch direkt nach der Geburt, da kommt es mir gemäßigter vor wenn die Bekehrungssversuche „erst“ im Jugendalter stattfinden.

Die Kritik was die Vereine dagegen tun sollten ist mir nicht so ganz klar. Es ist doch keine Lösung zu sagen: Bietet halt eine Alternative an, dann werden die Spieler/Kinder nicht extremistisch. Das ist nach meinem Wissen zu Extremismus realitätsfern, wenn jemand sich von manchen Aussagen angezogen fühlt, bringt doch da keine Alternative was. Zusätzlich ist ja auch, wie in der Folge mehrmals angesprochen es erstmal nichts verwerfliches sich als „Evangelikal“ zu bezeichnen, sondern erst wenn man manche Ansichten sehr stark glaubt und vertritt.

Insgesamt wurde über Follower und einzelne Beispiele gesprochen, aber soweit ich mich erinnere zumindest, nicht darüber wie viele Fußballspieler sich denn öffentlich den Evangelikalen nahestehend/zugehörig ansehen. Ich nutze kein Social Media, ich hab keine Ahnung ob 100k Follower viel oder wenig ist, es hört sich für mich aber halt eher nach einem „kleinen“ Influencer an, als nach jemand mit wirklich Reichweite. Also mir haben die Aussagen nicht geholfen, das Problem einschätzen zu können.

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Ich finde deine Aussagen sehr schön dargelegt, aber daran kann man glaub ich ganz gut zeigen wie weit unsere Standpunkte da auseinander sind.

Ich finde es nämlich schlecht, wenn Glauben wieder einen größeren Platz in der Gesellschaft einnimmt. Was jeder Privat macht ist mir dabei egal und wenn sich gleichgesinnte Treffen dann natürlich genauso, aber wenn es gesellschaftlich/staatlich ist, dann bekomme ich da ziemliche Bauchschmerzen.

Z.B. halte ich es für unfassbar dämlich dass an bayrischen Schulen wieder überall Kreuze hängen müssen. Das geht für mich komplett gegen die Religionsfreiheit und die Sekularität des Staates.

Aber ich habe dir auch keine Lösung, ich finde missionierung vollkommen legitim und dass gerade Menschen in schwierigen Lebenssituationen eine Hilfe im Glauben finden können, macht meine Meinung dazu sehr uneindeutig. Aber grundsätzlich bin ich schon der Meinung dass eine atheistischere Gesellschaft mindestens genauso fair und „gut“ sein kann und grundsätzlicher inklusiver ist. Da der Glaube der gleichgesinnte eint, die die was anderes Glauben ausgeschlossen/benachteiligt werden (zumindest historisch gesehen meistens.).

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Bin ich vollkommen OK mit. Aus meiner Sicht eines Gläubigen ist es doch aber komisch, wenn ich sagen würde „Ich glaube, aber des behalte ich für mich“. Das ist zum einen völlig konträr zu dem Auftrag den die Bibel gibt, aber selbst weg vom Glauben. Was uns prägt und Freude macht, davon reden wir doch automatisch, teilen es mit anderen und freuen uns, wenn wir noch weitere mitnehmen können.

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Da geb ich dir ja auch absolut recht. Meine Meinung ist da absolut nicht logisch oder fair. Ich sag ja auch keinem Fußballfan er/sie soll doch für sich Fan sein und das nicht nach außen tragen :person_shrugging: . Wie gesagt, ich hab keine Lösung für wie ein religiöses Leben für mich Sinn ergeben muss. Aber muss ich ja auch nicht :sweat_smile: , das müssen klügere Leute als ich ausdiskuttieren wie jeder seinen Glauben leben darf wie er es für richtig hält, ohne dass andere Menschen in ihrem Glauben gestört werden :person_shrugging: .

Ähm nein! Der ist höflich genug für die braun-gequirllte Sch*** die da vom Stapel gelassen wird.

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„Klare Ordnungen, die sich Gott für unser Leben wünscht" – das klingt erstmal harmlos.

Aber übersetzen wir das mal in das, was damit gemeint ist:
Homosexualität ist Sünde.
Sex gehört ausschließlich in die Ehe zwischen Mann und Frau.
Alles andere ist eine Abweichung von Gottes Plan.
Das ist keine persönliche Glaubensüberzeugung, die man still für sich lebt. Das ist ein Urteil über andere Menschen und ihre Lebensweise. Und wenn man dieses Urteil an junge Sportler heranträgt, die sich vielleicht gerade mit ihrer eigenen Identität auseinandersetzen, dann ist das nicht Seelsorge – dann ist das Schaden.

Ich bin Mutter. Meine Kinder sind erwachsen, sie sind frei und selbstbestimmt aufgewachsen. Sie durften selbst entscheiden, was sie glauben, wen sie lieben und wer sie sein wollen.
Die Vorstellung, dass irgendeine Gruppe – egal ob ideologisch oder religiös – versucht hätte, auf meine Kinder Einfluss zu nehmen, während sie eigentlich nur ihrem Sport nachgehen, hätte ich nicht nur unangemessen gefunden. Ich hätte es gefährlich gefunden.
Denn wer jungen Menschen einredet, dass ihre Sexualität falsch ist oder dass Frauen sich unterzuordnen haben, der hinterlässt Spuren. Die merkt man nicht sofort. Aber sie sind da.

Und zum Thema „modernes Christentum": Natürlich darf jeder von seinem Glauben erzählen.
Aber den Versuch, Christentum als etwas Frisches und Zeitgemäßes zu verkaufen, während man gleichzeitig ein Weltbild vertritt, in dem Homosexuelle bekehrt werden sollen und Frauen Menschen zweiter Klasse sind – das kaufe ich nicht.
Das ist altes Denken in neuem Marketing.
Ein Instagram-Filter macht aus Homophobie keine zeitgemäße Botschaft.

Und ein Fußballtrikot macht aus Missionierung keine Jugendarbeit.

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Ich verstehe die Ansätze der Gegenrede, die es hier gibt, und möchte in aller Kürze (mal wirklich) drauf eingehen:

  • dass die konkreten Beispiele und Vorwürfe wenige sind, liegt weniger an uns als am Berichterstattungsgegenstand: Evangelikale Bewegungen kennzeichnet ein sehr neutral gesehen schlauer Umgang mit jenen Themen, die Lebensweisen anderer einschränken. Sie sagen eher „wir finden Familien wichtig“ als „Frauen sollten nur Mütter und nichts anderes sein“.
  • Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Gut, im deutschen Grundgesetz steht aber (anders als bspw. in der US-amerikanischen Verfassung) die Würde des Menschen darüber. Es wird von Niemandem verlangt, jeden Lebensentwurf zu unterstützen, aber die Würde derer muss gewahrt bleiben, die ihn leben. Historische Argumente halte ich dabei für wenig zielführend, da die Liberalisierung der Gesellschaften ein Prozess ist und kein Status. Nur weil vor dreißig Jahren noch andere Gesetze galten oder Politiker:innen sich anders zu Themen verhalten haben, muss ein Rückschritt zur damaligen Lage nichts Kleines sein. Man dürfte ihn auch als Bruch mit dem Grundgesetz verstehen, dessen Freiräume immer noch erkämpft werden, obwohl sie in Wort und Schrift eigentlich bestehen sollten (lest mal juristische Artikel zum „Abtreibungsparagraphen“
  • viele Argumentationen basieren auf einer Gleichgültigkeit gegenüber dem Einfluss von Religion auf Staat und Gesellschaft, die zwar historisch erklärbar ist, aber kein Selbstzweck sein darf. Um es deutlich zu formulieren: Die Religionen standen oft genug gesellschaftlicher Freiheit, Pluralität und letztlich sogar (gesellschaftlichem) Frieden entgegen statt ihn zu fördern. Vor diesem Hintergrund darf es legitim sein, jegliche Form der Religion in ihrem Wirken in Gesellschaft und Staat hinein skeptisch zu sehen und zu kritisieren. Wenn auch dabei die Form gewahrt bleibt, die unser Grundgesetz gibt. Ich sehe aber nicht, wo das in der Sendung nicht der Fall gewesen wäre.
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Das kann man so doch recht „wörtlich“ der Bibel entnehmen. Mit der Kraft von ganz viel Theologie kann man das dann natürlich irgendwie anders interpretieren.
Aber da kann ich mir schon vorstellen, dass es für manche Leute in ihrem Glauben ein großes Problem ist, wenn die Bibel falsch liegen sollte oder sie die Bibel selbstständig nicht „richtig“ deuten können. Und dann ist es eben einfach und schlüssig, die naive/wörtliche Interpretation der Bibel als richtig anzunehmen.
Einfache Antworten auf schwierige Fragen - ein Klassiker.

Und da die Bibel auch eine normative Gestalt hat (10 Gebote…), gehört es dann vielleicht auch zum Glauben, in die Gesellschaft zu wirken.

Daher finde ich „Glaube ist nicht falsch“ leicht daher gesagt. Wenn jemand glaubt, muss er doch sehr darauf achten, nicht doch was falsches zu glauben. Und wie ist das mit Glauben? Ist das nicht eher sowas wie ein Gefühl, das man nicht selbst in der Hand hat?

Ich verstehe, dass du das so so siehst und bin mir sehr sicher, dass du du niemanden mit dieser Aussage verletzen möchtest (so wirkt dein Text zumindest auf mich), allerdings ist die Wirkung meiner Erfahrung nach eine andere, wenn zum Beispiel queere Personen mit dieser Haltung (“Wir hassen nicht den Sünder, sondern die Sünde”) konfrontiert werden. Denn es geht hier um einen wichtigen Teil ihrer Identität, den sie sich nicht einfach ausgesucht haben und den sie nicht einfach abstreifen/weg therapieren/heilen können. Und letztlich kommt diese wertschätzend gemeinte Haltung bei vielen/manchen der Adressaten dann eben doch als Ablehnung oder Verurteilung an, die dann natürlich auch vor dem Hintergrund einer jahrhundertelangen Unterdrückungsgeschichte und konkreten Diskriminierungserfahrungen im Alltag wahrgenommen wird.

Es ist mir nicht bekannt, dass der Anteil Evangelikalen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland nennenswert wächst. Ich weiß noch nicht mal, ob der Anteil an der (schrumpfenden) Bevölkerungsgruppe, die überhaupt einer Kirche angehört wenigstens konstant ist oder wächst. Was ich so aus der Ökumene mitkriege, sind dort die Zahlen insgesamt auch Recht konstant, auch wenn einzelne Kirchen auf Kosten anderer wachsen. Wenn da jemand aber konkrete Zahlen hat, lasse ich mich gerne von Gegenteil überzeugen.

Hier hätte ich mir auch etwas mehr Fakten zum Einfluss von Evangelikalen in Deutschland gewünscht. Zum Teil angesprochen wurde ja der bekanntermaßen große Einfluss in den USA oder auch Brasilien. Beim Einfluss in Deutschland hätte ich mich über noch mehr Daten und Fakten gefreut.

Alle Kirchen, die die Taufe von religionsunmündigen Kindern praktizieren, sehen dann einen “nachgeholten Taufunterricht” vor (Kommunion und Firmung katholisch; Konfirmation evangelisch). Auf der Grundlage können die dann religionsunmündigen Individuen sich für oder gegen ein Leben als Mitglied der Kirche entscheiden. Die Teilnahme an religiösen Veranstaltungen in dieser Zeit dient dann dazu eine fundierte Entscheidung treffen zu können (auch um sich gegen etwas zu entscheiden, hilft es ja es kennen zu lernen und die Teilnahme am entsprechendem Unterricht ist von Seiten der Kirchen freiwillig und wenn ich in meiner beruflichen Rolle das Gefühl hätte jemand ist nicht freiwillig da, würde ich auf jeden Fall intervenieren).

Für diesen Fehler des Staates können allerdings die Kirchen deutlich weniger, als der Ministerpräsident…

Die Anzahl Bibelstellen wo mehr oder weniger explizit über Formen der Sexualität gesprochen wird sind ungefähr so viele, wie die wo es Vorschriften dazu gibt, was man essen und trinken darf und aus welchem Stoff Kleidung genäht werden darf. Trotzdem äußern sich Evangelikale häufiger kritisch gegen “moderne Formen von Beziehungen” oder “Queersein”, als gegen die Massentierhaltung von Schweinen oder das Tragen synthetischer Stoffe… Will sagen: Auch “Bibeltreue” nutzen Theologie um zwischen biblischen Aussagen zu gewichten. Ist auch normal und geht gar nicht anders. Problematisch ist, wenn das verdeckt geschieht und nach außen behauptet wird “die Bibel”/Gott würde “eindeutig” dieses oder jenes behaupten. Jede Person, die Aussagen über Gott und Religion trifft nutzt “Ganz viel Theologie” und Theologie ist nicht irgendetwas was von außen herangetragen wird, um irgendwas umzuinterpretieren.

Absolut korrekt. Gleichzeitig sind Kirchen (zB “die beiden Großen” bei allem, was man an ihnen kritisch sehen kann und muss) mit ihren Vertreter:innen auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene Teil der gesellschaftlichen Akteure, die sich sehr eindeutig gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit positionieren. Diese (noch vorhandene) Rolle sollte man auch bei aller Kritik nicht unterschätzen.

Zur Folge: Ich fand sie gut, um ein Problembewusstsein zu schaffen, denn das Problem ist definitiv vorhanden. Wie groß es in der Praxis ist, finde ich wie gesagt aber einzuschätzen. Vielleicht gibt es ja irgendwann ein Update, wo dann noch stärker geschaut werden kann, ob es (hoffentlich nicht) Ballers in Gold tatsächlich Einfluss in konkreten NLZ zu gewinnen oder irgendwie anders Macht auszuüben.

Ich finde es auf jeden Fall super, dass der Rasenfunk auch in solche Themen Zeit investiert! Danke dafür.

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Lieber Max, ich habe die Folge mit Interesse gehört, bleibe aber an einigen Punkten etwas traurig hängen: Für mich klang es stellenweise so, als werde bibeltreuer Glaube an sich schon als Gefahr verstanden.
Gerade junge Menschen suchen Halt, Liebe, Geborgenheit und Orientierung. Wenn jemand aus seinem persönlichen Erleben heraus sagt: „Mein Glaube trägt mich, und ich möchte das weitergeben“, dann ist das aus meiner Sicht nicht problematisch, sondern kann auch aus Verantwortung für Mitmenschen geschehen.
Natürlich ist Manipulation falsch. Gerade bei Jugendlichen muss man sensibel sein. Aber Manipulation widerspricht aus meiner Sicht auch dem biblischen Grundton: Gott zwingt den Menschen nicht, sondern ruft und sucht ihn.
Das Evangelium ist nicht gefährlich, aber es ist herausfordernd. Es stellt Fragen an unser Leben, an Schuld, Vergebung, Wahrheit und Hoffnung. Das darf man kritisieren und diskutieren.
Auch Christen dürfen kritisiert werden. Es gibt problematische Gemeinschaften und problematische Verknüpfungen von Glaube, Macht und Politik. Das darf man benennen.
Was ich aber nicht verstehe: Wenn Felix Nmecha den Angehörigen von Charlie Kirk sein Beileid ausspricht und darauf hinweist, dass man einen Mord nicht relativieren oder feiern sollte, dann empfinde ich das erst einmal als anständig und menschlich. Ihm zur Last zu legen, dass ein Buch neben ihm liegt (gewollt oder ungewollt) und daraus grundsätzlich ein Problem zu machen, fällt mir schwer nachzuvollziehen und auch nicht seriös.
Mir wäre wichtig, sauber zu unterscheiden: Kritik an Fehlentwicklungen ja. Pauschale Verdächtigung von bibeltreuem Glauben bitte nicht. Ich diskutiere ansonsten nie in irgendwelchen Foren. Höre dich gerne, weil du ansonsten Dinge fair und sachlich darstellst. Weiter alles Gute,
Thomas

Lieber Thomas, genau das tust du aber nicht. Du nennst die Beileidsbekundungen zum Tod von Charlie Kirk (von uns nur erwähnt) und das Buch im Instagram-Reel (von uns ausführlich besprochen) und vergisst selbst, eine Unterscheidung vorzunehmen. Wir haben klar gesagt, warum es überhaupt relevant ist, dass da ein frauenfeindliches Buch neben ihm liegt. Weil aufgrund anderer, ebenfalls besprochener Vorfälle und auch seiner eigenen Aussage zu vermuten ist, dass er ein Weltbild entsprechender Art vertritt, das die Grundrechte anderer einschränkt. Nur weil er sich selbst dazu geäußert hat und gleichzeitig aber bei Kritik bisher immer geantwortet hat mit „war nicht so gemeint“, gehen wir auf diese Dinge ein, die Indizien dafür sein könnten, dass es vielleicht doch so gemeint war wie es verstanden wurde.

Und entsprechend differenziert sollten wir hoffentlich auch mit Glauben umgegangen sein. Das Evangelium ist natürlich nicht gefährlich. Wer es wortwörtlich auslegt ohne Bereitschaft für Grautöne/andere Interpretationen und das mit einem missionarischen Ziel unter die Leute bringt, der KANN für gewisse Menschen gefährlich sein. Ich dachte eigentlich, wir hätten diesen Punkt oft genug gemacht.

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Hi Max!

Wir haben uns auf dem 11mm Fußballfilmfestival kennengelernt und es kann sogar sein, dass ich dir da kurz meine Geschichte schon erzählt habe, da ein gemeinsamer Bekannter, den ich nur aus dem Freikirchenumfeld kannte, vor Ort war.

Ich war in meinen Teenagerjahren recht orientierungslos, wurde mit 15 von Schulfreunden zu einer Missionsveranstaltung von deren Kirche eingeladen und habe nach dort recht schnell “mein Leben Jesus übergeben”. Diesen Akt, sein Leben Jesus zu übergeben, gilt unter Evangelikalen als die eigentliche Definition, ob jemand Christ ist: daher sind die meisten Christen mit Kindestaufe aus den üblichen Landeskirchen für Evangelikale sogenannte “Scheinchristen”.

Die Gemeinde, in die ich ging, war Teil der Evangelischen Allianz und ist somit keine wirkliche Freikirche, sondern eine “landeskirchliche Gemeinschaft”. Diese sind inhaltlich unabhängig, formell aber Teil der Landeskirchen, jedoch geben die meisten Erwachsenen 10% ihres Gehalts der Gemeinde (sie tritt auch als politische Lobbyorganisation für “konservative” Positionen auf). Wir knüpften auch gute Kontakte und besuchten tatsächliche Freikirchen, darunter auch Pfingstler, die in Zungen reden oder prophetische Gaben haben (ein befreundeter Teenager hat bspw. von Gott den Auftrag bekommen, die krebskranke Mutter seines Freundes mit Handauflegung zu heilen und ist jeden Tag nach der Schule dorthin).

Ich spielte in Worshipbands mit, besuchte Konzerte von Hillsong, war auf Jugendkongressen von Willow Creek Deutschland, und war auf Jugendfreizeiten am Starnberger See, wo wir an einem Tag im Missionseinsatz in der Münchner Innenstadt Passanten für Jesus zu gewinnen versuchten. Diese Gemeinschaft hat mir als zuvor orientierungsloser 15 bis 18-jähriger sehr viel gegeben, ich hatte auf einmal Freunde, die mich wirklich liebten und für mich beteten.

Irgendwann stellte ich fest, dass ich mich zu Männern sexuell hingezogen fühle, und ich habe jahrelang gebetet, dass das weggeht. Ich hatte schon einen Flyer von Wüstenstrom in der Hand, habe dann aber nach dem Abitur einen Cut mit der Kirche gemacht (natürlich mit der Konsequenz, dass ich sehr viele Freunde dadurch verloren habe). Der letztendliche Anlass war, dass ich nachgefragt habe, was denn mit den Dinosaurierknochen sind, die unter der Erde liegen und Millionen von Jahren alt sein sollen. Die Antworten “da ist irgendein Tier im Buch Hiob - das muss ein Dinosaurier sein” oder “Satan hat sie unter die Erde gelegt, um uns zu verwirren” hatten bei mir das Fass zum Überlaufen gebracht.

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Als BVB-Fan fand ich die Verpflichtung Nmechas nach seinen Posts (“Satan = LGBTQ”) und Reposts von Christian Nationalism/MAGA-Content absolut inakzeptabel. Während die einzige Entschuldigung Nmechas war, dass er ja alle Menschen liebt (ich nehme ihm sogar ab, dass er dies glaubt!), feierten evangelikale Medien Nmecha als Märtyrer, der sich “nicht unterkriegen lassen” soll, und sieht den folgenden Shitstorm als “Weckruf für Christen”.

Es bleibt beim BVB auch nicht nur bei Nmecha: Wir haben eine ganze Reihe Spieler verpflichtet, die eine direkte Verbindung zu BallersinGod haben (darunter Chukwuemeka, Gittens, Duranville, Maatsen, Couto und viele Jugendspieler). Diesen Spielern habe ich anders als Nmecha jedoch nichts vorzuwerfen und ich akzeptiere auch, dass diese Spieler auf ihren Social Media Kanälen frei missionieren können, solange keine Wertekodex-Grenzen überschritten werden.

Sebastian Kehl ist Mitverfasser der Fußballbibel, die jungen Fußballfans vermitteln soll, dass das “Erfolgsgeheimnis” für den sportlichen Erfolg von deinen Lieblingspersönlichkeiten (Klopp, Alaba, Marco Rose, diverse Nationalspieler) der Glauben an Jesus ist. Wer wirbt neuerdings auch mit seinem Gesicht für die Fußballbibel? Felix Nmecha.

Als schwuler Mensch konnte ich über die Jahre beobachten, wie aus LGBT-Netzwerken in Konzernen irgendwann Karrierenetzwerke wurden, wo sich ambitionierte, queere Angestellte gegenseitig Jobs vermittelten und beruflich Türen öffneten. Eine ähnliche Situation habe ich auch schon unter zwei evangelikalen Bekannten erlebt, wo jemand einen Job bekommen hat, weil er aus einer ähnlichen Gemeinde kommt.

Die größte Gefahr für den Fußball sehe ich deshalb darin, dass Netzwerke evangelikaler Spieler auch irgendwann Karrierenetzwerke werden, besonders wenn die Entscheider über Transfers auch Evangelikale sind. BallersinGod könnte zu einem Art Schatten-Scoutingdepartment werden, Transfers vermitteln oder Traininginfrastruktur anbieten, die Mitgliedern Karrierevorteile bieten sollen. Diese Entwicklung wäre zumindest begrüßenswert als “Dominating media, arts and entertainment” hinsichtlich des Seven Mountain Mandates, über das ihr auch in der Folge sprecht.

Ich kann Sebastian Kehl keinen konkreten Vorwurf zu machen, er habe absichtlich evangelikale Spieler beim BVB verpflichtet: er hat auch viele andersgläubige Spieler verpflichtet und zudem gibt es viel mehr evangelikale Fußballspieler als in der Gesamtbevölkerung. Als ich Christ war, bin ich jedoch Mitgläubigen mit vielen mehr Vertrauen und Offenheit begegnet als Andersgläubigen (die mich ja nicht richtig verstehen können, da sie Jesus nicht kennen, und per definitionem in die Hölle kommen, wenn ich sie nicht rette). Müsste ich damals zwischen einen nicht-christlichen Spieler und einem Spieler entscheiden, der Jesus liebt, hätte ich mich definitiv für den Christen entschieden. Wenn für Kehl und andere in der Fußballbibel der Glaube an Jesus ein “Erfolgsgeheimnis” darstellt, kann ich als BVB-Fan nur hoffen, dass er nicht evangelikalen Spieler positive mentale Eigenschaften zugeschrieben hat, sondern wirklich nur nach Qualität entschieden hat. Denn ich hätte damals nicht so gemacht.

Danke für die tolle, superrelevante Folge.

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