Ok, Entschuldigung da gibt es doch mehr kritisches Echo als gedacht. Mir ging es aber um die großen (Sport-) Medienhäuser. Die ARD gibt ihm die Bühne mit dem Interview ohne jegliche Einordnung, Sky teilt das Bild des Gebetskreises, das ZDF teilt Ballers in God Inhalte ohne Einordnung, der Kicker ist auch sehr ruhig zu der Thematik.
Ich meinte damit nur, dass es dafür einen eigenen Thread gibt und das nicht an zwei verschiedenen Orten sein muss
bin ich eigentlich der einzige, der Schweinsteigers “Amen” nicht als zustimmend, sondern als sarkastisch interpretiert hat? Als “nun ist auch mal gut mit dem Stuss, lass uns wieder über Fußball reden”? ![]()
Ja, ich weiß, wahrscheinlich ist das eine zu wohlwollende Interpretation seiner Gewitztheit. Es als pauschale Zustimmung zu interpretieren, finde ich aber irgendwie auch nicht fair.
Ich hatte das einfach als neutral gewertet
. Da haben Leute gebetet also Amen
, neues Thema .
Wurde Rüdiger für seinen Tauhid Finger auch so angegangen vom Rasenfunk Chef?
Nmecha kann froh sein, dass er nicht Weisz ist, sonst würden auch die großen linken Medien auf ihn einprügeln.
Noch zur Sendung an sich:
Mir hat sie besser gefallen als die erste, meiner Meinung nach würde aber noch mehr Struktur/abgeklärte Themen ganz gut tun. Ich finde so wird vieles kurz angesprochen, wobei aber die Zeit fehlt um es sachlicher/tiefer zu besprechen und mehreren Themen wurde so nicht ganz gerecht.
Ich fand zum Beispiel dass der (viel kommentierte) Teil zum Gebetskreis eines der Themen war. Wenn man nur die Sendung gehört hat, hat es sich für mich so angehört, als ob Menschen kritisiert werden für das öffentliche Leben ihres Glaubens. Insbesondere für den Missionierungsgedanken.
Durch das Tribünengespräch zu den Evangelikalen bin ich der Meinung, dass ich das jetzt besser einordnen kann und verstehe wieso es so kritisch kommentiert wird. Wenn ich das aber nicht gehört hätte, wäre ich wohl recht verwirrt gewesen.
Bis zum Tribünengespräch hab ich noch nie was von „Ballers for God“ oder insgesamt Evangelikalen in Europa gehört und auch jetzt in der Sendung wurde ja gar nicht auf die Betenden außerhalb Nmechas eingegangen. Ich weiß nicht, ob Tah, oder einer der Curacaoischen (?) Spieler auch Teil von Evangelikalen oder fundamentalistischen Gruppierungen sind. Ich hab keine Ahnung ob sie queerfeindliche Ansichten Teilen, oder ob sie einfach nur gläubige Christen sind, für die es absolut unbedenklich ist, ihren Glauebn öffentlich zu leben
.
Whataboutism und haltlose Unterstellungen. Klasse Beitrag!
Ich wäre auch froh über eine Bündelung in Tribünengespräch 129: Evangelikale im Fußball - #124 von Braemo16
So weit ich mich erinnere nicht, aber das mag damit zu tun haben, dass Rüdiger keinen Homo-feindlichen Kram repostet hat, bzw. Menschen die sowas Posten und auch kein Buch der Kamera präsentiert hat, wo drinnen steht, dass die Frau in die Küche gehört
Und von Rüdiger ist glaub ich auch nicht bekannt, dass er aktiv auf Jugendliche zu geht um sie zu missionieren
Mag mich irren, aber glaube das ist so im groben das Hauptproblem und nicht der Glaube
(Wer weiß was Freud dazu zu sagen hat, aber ich denke nicht, dass Max als Pfarrerskind ein Problem mit Glauben an sich hat)
Ich hoffe du meintest deine Frage ernst und es war nicht nur Whataboutism, sodass ich meine Zeit verschwendet hab mit der Antwort
P.s. ich meine mich an kein Tribünengespräch oder ähnliches zu erinnern, wo sich darüber ausgelassen würde, dass viele Spieler sich bekreuzigen oder ähnliches, wenn sie das Spielfeld betreten
Der eine Spieler Curaçaos, Kenji Gorré, steht mit im Kreis und ist Leiter von Ballers in God.
@eva_bohle danke eva, das wäre dann genau sowas was mMn durch die Gesprächsform untergegangen ist, oder ich habe es nur überhört und es wurde erwähnt…
Oh und eins noch zu @GNetzer Frage der Unschuldsvermutung bei Opfern. Ich weiß nicht inwieweit das eine rethorische Frage war, aber hier meine Gedanken dazu:
Die Unschuldsvermutung beim mutmaßlichen Täter bedeuted, dass davon ausgegangen wird, dass er die Tat nicht begangen hat bis das Gegenteil bewiesen wurde. Die Unschuldsvermutung beim potentiellen Opfer würde ich daher so auslegen, dass sie die Tat nicht erfunden hat. Nur dass beide Zustände parallel zueinander existieren.
Das ist zwar nie für eine unschuldige Seite befriedigend (Ein Opfer freut sich genauso wenig darüber, nicht wegen Verleumdung angeklagt zu werden, wie sich ein unschuldig Angeklagter darüber freut nicht Verurteilt zu werden.)
Also in den Beispielen mit Fußballern: Wenn ein Spieler vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen wird, müsste, ohne Unschuldsvermutung, direkt im Anschluss eine Anklage wegen Verleumdung/Rufschädigem Verhalten oder ähnlichem dem potentiellen Opfer entgegen gehen. Und da müsste das Opfer dann recht sicher für schuldig befunden werden. Denn wenn der Täter nach dem Recht unschuldig ist, dann muss das Opfer ja gelogen haben und solange es nichts gegenteiliges Beweisen kann.
In der Praxis glaube ich in solchen Fällen schon erstmal dass es weder eine(n) Täterin noch eine(n) Lügnerin gibt. Für mich ist das dann einfach neutral bis ich mir eine bessere Meinung bilden kann.
Ne, ich hab es tatsächlich selbst erst eben gelesen in einem Artikel.
Ich finde das Panel mal einen anderen Blick auf eine WM als sonst in den Medien. Gerade auch mit einem kritischen Blick auf Dinge, die nicht so auftauchen (Bsp: Trumps ADI Presictstreet).
Mich würde von Tobias Escher ebenfalls wie @Kherova interessieren, ob sich zum Beispiel neue Trends bei der WM ablesen lassen…
Bist du nicht. Dachte das auch.
Ja, so habe ich das auch interpretiert und war eig irritiert, dass das im Rasenfunk so ernst genommen wurde.
Mir hat das zweite Panel nicht ganz so gefallen wie das erste, das mich quasi voll abgeholt und neugierig auf die WM gemacht hatte.
V.a. fand ich, dass diese Sache mit der Geste oder nicht von einer Person aus dem VAR-Teams zu großen Raum eingenommen hat.
Vielleicht geschieht das aber in so einem eher offenen Format mit fünf Personen schneller mal, und ich will das nun nicht zu hoch hängen.
Zumal mich wiederum die ausführliche Behandlung der Nmecha-Geschichte gut ins Bild gesetzt hat, da ich die Sendung bzgl. der Evangelikalen nicht gehört habe.
Zur hier teils aufgekommenen Kritik an anderen Medien will ich mich @elkselks anschließen.
Es gibt sehr gute Beiträge u.a. beim Deutschlandfunk und auch bei der taz (Dossier in der wochentaz und Bundestalk-Podcast).
Es liegt auch an einem selbst, welche Medien man konsultiert und wir haben zum Glück auch abgesehen vom Rasenfunk Qualitätsmedien, die kritisch arbeiten.
Das ist falsch. Nur weil man etwas nicht beweisen kann gilt nicht automatisch das Gegenteil. Ein Freispruch bedeutet für sich genommen keine Unschuld, sondern nur dass man die Schuld nicht ausreichend sicher feststellen kann. Also müsste auch bei einer Gegenanzeige erst nachgewiesen werden, dass der/die Anklagende gelogen hat.
Das ist nur solange begrüßenswert, wie man mit den politischen Folgen einverstanden ist. Wenn die Fifa mal eben das Steuer- und Justizrecht eines ganzen Staats per Vertrag aushebelt, finde ich das hochproblematisch. Ich bin der Letzte, der Trumps Travelbans verteidigen möchte, aber es ist nun einmal eine neue Entwicklung, dass ein Nationalstaat sagt: “Nö, Fifa, das hier sind unsere Gesetze und ihr haltet euch daran.” Es ist eben sehr entlarvend, dass die USA dies ausgerechnet beim Thema Visa-Vergabe tun. Das lässt sich für Trumps Administration gut an die eigene Basis verkaufen.
Danke für die Ergänzung; so habe ich das noch nicht gesehen.
Ich hab es so interpretiert, dass er nicht wusste, was er dazu sagen sollte und dann einfach Amen gesagt hat
Gerade die unterkomplexe Darstellung des letztgenannten Narrativs und die Tatsache, dass es hierzu keinerlei Diskussion gab fand ich sehr enttäuschend. Selbstverständlich ist Fankultur in den USA anders als in Deutschland, aber die vereinfachte Aussage “das sind keine Sportfans, sondern Sportkonsument*innen” finde ich sehr plump. Passives Fantum, das sich auf einzelne Highlights fokussiert gibt es genauso in Deutschland. Und selbstverständlich gibt es umgekehrt auch in den USA Menschen, die sich seit Jahrzehnten mit einem Team identifizieren und Fandasein, das über Generationen weitergetragen wird (insbesondere auch im College-Sport). Die Grundsätzlichkeit, mit der solche Aussagen vorgetragen werden und dass kein Widerspruch erfolgt, überrascht mich, da ich sie vom Rasenfunk nicht gewohnt bin.
(Siehe z.B. auch, wie im 1. WM-Panel der richtige Einwand, dass gerade im US-Fußball viele Fangruppen unterwegs sind, die sich explizit als politisch links verstehen, mit dem undifferenzierten Einwand abgebügelt wurde, es gäbe so etwas wie links sein in den USA nicht. In diesem Kontext lohnt vielleicht nochmal der Blick auf die “Iron Fron”-Diskussion, die die MLS vor einigen Jahren bewegt hat und in der sich Fußballfans ganz explizit politisch geäußert und zu Protesten mobilisiert haben, statt “in den gleichen T-Shirts, die ihnen vor dem Spiel geschenkt wurden” alles hinzunehmen, was im Stadion passiert, z.B. hier: MLS lifts controversial ban on anti-Nazi symbols at games | MLS | The Guardian)