Tribünengespräch 42 – Lauterns Weg in die Insolvenz

Was erst als Kurzpass geplant war, wurde in der Vorbereitung schnell zum Tribünengespräch. Wie hat euch die Sendung mit Sebastian Zobel (@zwitscheridooo) und Moritz Kreilinger (@M_Kreilinger) gefallen?

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Ich habs noch nicht gehört, möchte dir aber jetzt schon danken für diese tolle Überraschung pünktlich zum Wochenende.
Das Thema interessiert mich und ich hoffe, dass zwei Insider hier Klarheit ins Gewirr bringen können.

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Ich hab bis jetzt noch nicht zu Ende gehört, aber schon viel gelernt über das System Buli und den Aufbau von Vereinen insgesamt. Hast ja auch am Anfang schön das Beispiel von Werder gebracht, das ja auch ganz gut passt, obwohl ich hoffe, dass nicht solche Katastrophen im Management zu Tage kommen im Rückblick…
Die Corona-Krise hat einfach sehr deutlich gemacht, was für ein wackeliges Konstrukt die Bundesliga ist, weil es ja irgendwie gar keinen Gegenwert oder gar keine Entsprechung für diese ganzen Summen gibt. Auch deswegen passt dieses Tribünengespräch sehr gut gerade, weil man in den letzten Wochen sowieso schon so einiges über die Finanzen der Bundesligisten lernen konnte.
Auch tolle Gäste und gute Gesprächsatmosphäre. Ich kann super zuhören und die eingestreuten Anekdoten sind unterhaltsam!

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Ich glaub das muss ich ein zweites Mal hören, das war zu viel

Nach 10 Minuten, als der 100. Geburtstag von Fritz Walter erwähnt wurde, habe ich mit dem Kopfschütteln angefangen und bis jetzt konnte ich damit nicht aufhört. An der Stelle ich glaub ich auch dir, Max, ein „WTF“ durch den Kopf gegangen

Was für ein Trümmerhaufen. Good luck, dass das klappt.

Riesen Dank an die zwei Gäste, die zu diesem Wirrwarr so viel erzählen konnten.

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Ich möchte noch einmal folgendes betonen: Leipzig oder Hoffenehim haben niemandem den Platz weg genommen. Die großen Traditionsvereine wie 1860 oder auch K´Lautern haben ihre Bundesligaplätze schon lange vorher verloren. RaBa und Hoffe sind dann nur in diese „Lücke“ heingestoßen. Das sieht man daran, dass es viele andere kleine Vereine gab und gibt, die in die Bundesliga gekommen sind. Augsburg und Mainz haben es geschafft (wie vorher Freiburg). Fürth, Paderborn oder Darmstadt nicht.

Es ist vielleicht etwas kleinkariert, aber ich finde es falsch wenn man immer behauptet bestimmte Vereine nehmen Plätze weg. Der Platz war einfach frei. Weil große Clubs oft jahrelang schlecht gewirtschaftet haben. (Nürnberg, 1860, K´Lautern und einige andere). Aber andere haben die Kurve gekriegt (M´Gladbach, Frankfurt oder Hertha), sind wieder in der Bundesliga und stehen ziemlich solide da.
Dass dann irgendwann neureiche Clubs in die Bundesliga kommen ist aber nicht Ursache, sondern Wirkung dieser Misswirtschaft bei den Traditionsklubs.

Aber genug Off Topic. Die Folge ist mal wieder sehr interessant. Die Hälfte der Geschichte hab ich schon wieder vergessen und deshalb ein großes Lob und Dankeschön, dass ihr das alles nochmal aufgearbeitet habt! Ich befürchte auch, dass es durch die Extremsituation durch Corona nicht die letzte Insolvenz in der 3. Liga bleibt. Auch vorher gab es ja immer wieder viele finanzielle Probleme und Insolvenzen in der 3. Liga. Da sollte man beim DFB vielleicht noch mal am Konzept arbeiten. Wenn man eine Profiliga sein will, muss man auch die Vorraussetzungen dafür schaffen. Aber hier krankt es an allen Ecken und Enden.

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Grundsätzlich sehe ich es so wie Du. Wenn Du allerdings das Tribünengespräch zu RaBa Leipzig gehört hast, wirst Du vielleicht zustimmen, dass da Dinge gestaltet werden, die auch besser wirtschaftenden Vereinen das Leben schwer machen.

Ich bin auch gar nicht hier um das Konstrukt RaBa zu verteidigen, dafür ist das auch der falsche Thread. Es ging mir nur um diese Formulierung, dass da ein Platz weggenommen wird.

Und im Fall von Kaiserslautern sieht man auch wieder sehr deutlich, dass es schon früher Vereine gab die versucht haben sich (auf zum Teil fragwürdige Art und Weise) einen finanziellen Vorteil zu verschaffen. Dieses ganze System, indem man mit viel Geld versucht den Klub wieder zum Erfolg zu führen ist doch auf Sand gebaut. Bei 18 Klubs in der Liga muss es eben 2-3 Absteiger geben. Vielleicht muss die DFL und der DFB (für die 3. Liga) ein neues Lizensierungsverfahren entwickeln.

Hallo Max,

vielen Dank an dich und die beiden Gästen für das Tribünengespräch zum 1. FC Kaiserslautern. Das waren mal wieder Pralinen für die Ohren :candy: :ear: :grinning:. Dafür liebe ich den Rasenfunkt, informativ und unterhaltsam. Von mir bekommt ihr alle drei 5 Sterne dafür. Ich bin schon auf den 31. Oktober gespannt.

Liebe Grüße

Fahne

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Ein sehr launiger und „lustiger“ Überblick über die Lage beim 1. FCK.

Mir hat es gefallen, ich mag dieses Format und die Lockerheit.

Jedoch geht Lockerheit leider (fast) immer auf Kosten von Seriosität.
Bzw. auf Kosten von Abwägungen vieler Perspektiven.

Das wolltet und konnten Ihr nicht leisten, daher ist das auch keine Kritik…

Aber was mir aufgefallen ist und was nicht kritisch betrachtet wurde, ist der Umstand, was dieses ganze Gewurschtel für einen „demokratischen“ und „gesellschaftlichen“ Schaden hinterlässt.

Ich weiß, dass es so nicht intendiert war, aber alleine die Äußerungen von Euch an gewissen Stellen (Thema Lockerheit), zeigen doch die Probleme:

„Das Finanzamt steigt da selber nicht mehr durch. Haha, da hätte man ja besser gar nicht bezahlt oder es zurückgefordert.“

„In Lautern schlagen heute noch Köpfe auf die Tische, wenn die da den Namen D. hören“

„Dauernd kommt der Bund der Steuerzahler um die Ecke“

etc.

Die gesellschaftliche Perspektive kam mir zu kurz (kein Vorwurf, dafür war in der Runde und in der Launigkeit auch kein Platz!).

Wieviele KiTas und Schulen mussten zurückstecken, weil das Geld in einem toten Verein versenkt wurden. (Öffentliche Gelder!)
Wievielen Menschen hätte man in der Stadt helfen können (z. B. „Frühe Hilfen“, Sozialarbeiter, Jugendarbeit, etc.) wenn man diese Millionen gehabt hätte?!

Es ist wahnwitzig, wie ein Verein, ein Fußballverein, gefördert wird und wie unkritisch das die allermeisten „Fans“ sehen, im Hinblick auf das Argument „Traditionsverein“, als ob das ein Wert als solcher wäre.

Auch hier in dem Thread kommt sofort der „unterschwellige“ Hinweis:
Ja, aber RaBa…

Mir persönlich würde nichts fehlen, wenn es keinen 1. FCK mehr gebe.
Ich habe auch nichts dagegen, wenn er gerettet wird und ab 2025 10x Meister in Folge wird.

ABER den Schaden an Gesellschaft und Demokratie, den er bereits verursacht hat, empfinde ich als zu groß und zu manifest, als dass man dies akzeptieren sollte.

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Ich stimme Husky voll zu - eine schöne und launige Einordnung der Situation um Lautern. Allerdings denke ich auch, dass ein Blick auf die scheinbare Kungelei zwischen Politik und Verein geworfen hätte werden können, gerade weil die Rolle von Kurt Beck und die Tatsache, dass er glühender Fan ist, benannt wurde.

Da lässt sich ja fast eine Parallele zur jetzigen Zeit ziehen, schließlich hat die Bundesliga ja unter anderem deswegen früh loslegen dürfen, weil das von der Politik, sagen wir Mal, wohlwollend beobachtet wurde - und kaum ist’s beschlossen, setzt Söder sich in den Doppelpass…

Auch von mir vielen Dank für die tolle Sendung! Es war wirklich eine gute Einordnung der ganzen Geschichte. Das ist ja teilweise wirklich unglaublich. Es kam ja auch schon hier im Forum durch, es ist schon Wahnsinn wie viel öffentliches Geld ist dein Verein geflossen ist, dass an anderer Stelle fehlt. Dazu nur ein kurzer Hinweis: Der selbsternannte Bund der Steuerzahler ist eine zweifelhafte Quelle für Einordnungen, da er keineswegs alle Steuerzahler vertritt, sondern eher eine Interessenvertretung für Wohlhabende ist. Inhaltlich mögen sie in diesem Fall Recht haben, aber der Bund der Steuerzahler ist auch gegen vieles was eigentlich dem Gemeinwohl dient.

Noch ein extra Lob: Ich hatte beruflich mit dem Thema Insolvenz zu tun und kenne mich daher ungewollt mit dem Thema und den Begriffen etwas aus. Ich bin leider daran gewöhnt, dass dieses Wissen in der Öffentlichkeit nicht vorhanden ist und in der Berichterstattung häufig Fehler passieren und Begriffe falsch benutzt werden. Genau das ist euch aber nicht passiert. Ihr habt das Thema super recherchiert und gut durchdrungen!

In diesem Zusammenhang ist noch interessant, dass bei einer Insolvenz die Bundesagentur für Arbeit im Rahmen des Insolvenzgelds für 3 Monate die Personalkosten übernimmt. Dies ist zwar pro Mitarbeiter bei der Beitragsbemessungsgrenze in der Sozialversicherung begrenzt, d.h. für die Spieler in Profikader hat es wenig Auswirkungen, aber bei allen anderen Mitarbeitern kann man da viel Geld sparen. Das Insolvenzgelds wird zwar erst bei Eröffnung der Insolvenz gezahlt, aber es gibt da spezielle Banken die eine Insolvenzgeldvorfinanzierung durchführen. Finanziert wird das Insolvenzgeld durch die Umlage U3 über alle Arbeitgeber.

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Das freut mich wirklich sehr, vielen Dank für diese Rückmeldung.

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Ein spaßiges Tribunengespräch für eine Witzfigur von Fußballverein. Da gibt´s noch Luft nach unten, lieber FCK. Aber keine Sorge, drei Siege in Folge und dann glauben genug einige Fans wieder, dass es jetzt drei Aufstiege gibt und die CL. Hab ich tatsächlich mal in ´nem TV-Ausschnitt beim SWR gesehen und die Leuten sagten das ohne Ironie.

Habe ich auch mit viel Vergnügen und Interesse gehört. Zumal mir manches vom 1.FC Köln dann doch recht vertraut scheint. Habe direkt gedacht, dass ich über den gerne mal einen ähnlichen historischen Abriss hören würde. Naja, wir hatten halt mehr Glück mit den Wiederaufstiegen. Ansonsten, vor allem von der vermeintlichen und der echten Mentalität der Fans her, sieht man da schon sehr viele Parallelen. Wir lassen es uns hoffentlich eine Warnung sein… Obwohl ich nicht daran glaube.

Mittlerweile zum zweiten Mal gehört, um alle Informationen zu verarbeiten und ich bin aus dem „Facepalmieren“ nicht raus gekommen.

Vielen Dank für diese umfangreiche und detaillierte Aufarbeitung der gesamten Geschichte, die zu der jetzigen Insolvenz geführt hat. Habe vieles von meinen beiden Vereinen (BVB, Arminia Bielefeld) wiedererkannt und, wie im Podcast schon gesagt, wenn alle ihren Verein auf Kante nähen, dann zeigt der 1.FCK, dass es allen so ergehen kann.
Beim DSC war´s im Prinzip auch vor dem „Bündnis OWL“ soweit. Wenn´s interessiert, dem empfehle ich den Arminia-Podcast mit dem Geschäftsführer Rejek, der erzählt, dass ohne ein paar dreckige Methoden, wie z.B. die Androhung schlechter Presse, der DSC wohl die Insolvenz eingereicht hätte.

Insgesamt zeigt das Beispiel wieder auf, wie paradox das ganze System doch irgendwie ist. Auf der einen Seite vermeintlich immer mehr Geld und auf der anderen Seite die Vereine, die mit ihren Investitionsentscheidungen Wetten auf die eigene sportliche Zukunft abschließen. Wird die Wette verloren, dann verschwindet immer wieder ein Verein in der Versenkung.

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Toller Podcast, der gut zusammengefasst hat, wie sich Lautern über die Jahre entwickelt hat und welche Fehlentwicklungen dabei entstanden. Es ist schon bemerkenswert wie viele Steuergelder in den Verein versenkt wurden und weiterhin versenkt werden.

Ich bin Zugezogener in der Vorderpfalz und hier gibt es regional gesehen kaum was anderes als Kaiserslautern. Ich kenne keine einzigen Mainz-Anhänger. Obskur ist es, wenn man (wie geschehen zu Bundesliga-Zeiten) auf den Betze hochläuft und die Leute froh sind wenn es regnet. Fritz-Walter-Wetter. Fritz Walter hat dann früher eher einen Stein als einen Ball gehabt, heute spielt Hänschen Müller mit optimiertem Ball und Schuhen, den interessiert das Wetter wenig, das ist einfach zu weit weg für jemanden, der einfach nur Fussball für Geld spielt.

Kaiserslautern hängt, wie viele andere Vereine auch, in der Traditionsschleife. Ich kann verstehen, dass für viele Menschen Stallgeruch bei einem Trainer oder Vorstand wichtig ist. Letztlich ist es aber nicht mehr zeitgemäss, man muss eine gute Mischung aus Köpfen und Sach-Profis finden. Wenn es da einen gibt, ok. Aber um des Stallgeruchs Willen machen Konstellationen keinen Sinn, das haben schon andere Vereine schmerzvoll erfahren.

Ich hoffe sehr, dass Lautern den Weg zurückfindet und sich zumindest mal in der zweiten Liga etabliert und Stück für Stück weiter hocharbeiten kann. Allein mir fehlt der Glaube.

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Bin heute auch durch mit dem TG und möchte ein großes Kompliment für dieses Gespräch dalassen.

Es war eine wunderbare Mischung aus staunendem Moderator, zwei sich krass gut ergänzenden Gästen und einer absolut mitreißenden und skurrilen Geschichte. Und als ich mich darauf vorbereitete, dass die Gäste in den letzten Minuten den Sargnagel auf den FCK hämmern, endet das TG mit einer durchaus hoffnungsvollen und positiven Note - richtig rührend.

Ich hab gar keine lokalen Bezüge zum FCK. Mir bleiben sie natürlich als Aufstiegs-Meister in Erinnerung. Marschall, Wagner, Klose, Ballack, Basler, Wagner, Ramzy, Rehhagel, Wechselfehler und Teufelsmasken - ein schön bekloppter Verein, den man komischerweise tatsächlich in der Bundesliga vermisst.

Props gehen auch wieder an die Soundqualität und speziell nochmal an die Atmosphäre und den Flow des Gesprächs. Vorbildlich!

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Das stimmt, was Du sagst.

Genauso stimmt aber auch: Gäbe es Leipzig, Wolfsburg, Hoffenheim und Leverkusen nicht in der Form, dann wäre der HSV Erstligist. Das kann man bewerten, wie man möchte. Aber es stimmt.

Genauso stimmt auch, dass es ohne diese Teilnehmer Clubs wie Gladbach, Frankfurt, Hertha, Freiburg, Stuttgart, Köln oder Bremen in den letzten Jahren sehr viel einfacher gefallen wäre, einen Europapokalplatz zu erreichen. Auch das kann man bewerten, wie man möchte.

Und dieser Druck wird natürlich aus der ersten Bundesliga über die Ligen herunter gereicht. Es wird zwar mit jedem Schritt hypothetischer. Aber die These, ohne diese Teilnehmer wäre z.B. Dresden etablierter Zweitliga-Standort und Heidenheim eine „Fahrstuhlmannschaft“, fände ich nicht abwegig. Und auch nicht abwegig, dass das Glücksspiel, Haus und Hof auf einen Erstliga-Aufstieg zu verwetten, in Kaiserslautern damals aufgegangen wäre.

Und das wird auch bis heute bis in die 3. Liga herunter gereicht. Ohne Braunschweig, Ingolstadt und Duisburg wäre die wahrscheinlich ein gutes Stück weniger kompetitiv.

So habe ich persönlich diesen Part in der Sendung verstanden (die Protagonisten mögen widersprechen). Und so ergibt er aus meiner Sicht auch Sinn.

Die Argumentation kann ich verstehen. Aber ich würde dagegen halten und sagen statt der HSV wäre trotzdem in der 2. BL und statt Leipzig dann eben ein anderes Team in der 1. BL. Vielleicht sogar St. Pauli? Das ist jedenfalls alles nur Spekulation.

Der Niedergang des HSV (und anderer großer Traditionsklubs) ist selbst verschuldet. Das wollte ich damit eigentlich nur klar stellen. Ich wollte hier keine Lanze für die Werksvereine oder RaBa brechen! Auch wenn ich als neutraler Beobachter inzwischen der Meinung bin, dass lieber ein Großkonzern Geld im Fußball verschleudern sollte als die öffentliche Hand.

Und vielleicht zu Hoffenheim: Da versteh ich bis heute nicht, warum die so kritisch gesehen werden. Das ist doch Fußballromantik pur! Wer hat denn als kleiner Junge/Mädchen nicht gesagt „Wenn ich mal Millionär bin, das spielt mein Verein Sportfreunde Klein-Oberniederunterhupfingen-Ausbau auch in der Bundesliga weil ich mein ganzes Geld in den Verein steck!“? Tja, der Hopp hat´s durchgezogen. Hätte ich auch gemacht.

Das nennt man Wettbewerb und das ist der Sinn der Ligensysteme!

Sonst könnten wir es wie in der DEL oder in der NFL machen.