Was macht Vereine (un-)sympathisch?

Ich stelle mir die Frage, welche Faktoren einen Verein sympathisch oder unsympathisch macht. Also aus welchen Gründen mag ich den einen Verein (der eben nicht mein Herzensverein ist) lieber und den anderen gar nicht? Was sind eure Gedanken dazu? (auch gerne fernab von „mag ich nicht weil ist ein Werks-/Kommerzverein“)

Würde im ersten Beitrag mal erklären, was meine Gedanken dazu sind und bin gespannt auf eure Inputs

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Grundsätzlich gibts ja die üblichen Gründe, warum man einen Verein mag oder eben nicht

  • finanziell besser gestellt aufgrund externer Faktoren und Geldgeber
  • machen die Liga kaputt weil sie die Liga dominieren
  • Rivalitäten die bestehen

Ich hab versucht, mir zu überlegen warum ich bestimmte Vereine mehr mag als andere und für mich spielen Gründe wie „mehr Geld als Andere“ nicht so eine primäre Rolle

Für mich gibts Hauptgründe

  1. Verhalten der Fans im Stadion als auch in den sozialen Medien. Vereine „sinken“ in meiner Sympathie massiv, wenn sich die Fans entsprechend schwierig gebahren (Beleidigungen gegenüber anderen Vereinen. Ich mache das mal an einem konkreten Beispiel fest . Es gab vor einigen Monaten nen Beitrag, in dem es um „große Traditionsvereine“ ging, die am „Abgrund“ standen und wiederkamen, Also beispielsweise wurden in der Dokureihe in der ARDMediathek Vereine wie Kaiserslautern, Stuttgart etc. behandelt, die große Zeiten hatten aber zwischendurch in der „Versenkung“ der zweiten Liga landeten - die einen kürzer, die anderen länger. Mindestens ein Kommentierender , der sich klar als Fan eines anderen Vereines äußerte, meinte dann (inhaltlich etwas entschärft wiedergegeben) : „warum behandelt ihr solche :poop: -Vereine“. Für mich n gutes Beispiel, warum ich dem Verein gegenüber dann vielleicht weniger positiv gegenüberstehe, wenn sich das deckt mit Dingen wie Pyros abfeuern, wenn explizit nicht erwünscht (je nach Ort auch verboten) im Stadion und sonstigen despektierlichen Aussagen gegenüber Vereinen. Andere Beispiele sind vereine, in denen die Fanszenen durchaus auch der rechten Ecke zurechenbar sind (zumindest Teile) und da gabs auch ne ganz gute Doku in der Mediathek .Zudem ganz oft Fanlager die sehr meckerig sind, weil sie sich für höheres berufen fühlen als „nur Klassenerhalt“ und das Woche für Woche lautstark von sich geben möchten.
    Andererseits gibts auch Vereine , deren alternative Szene sehr stark ist oder die sich sogar explizit für Diversität aussprechen, was mir wiederum das Gefühl gibt, dass meine Sympathien da ganz gut aufgehoben sind

  2. Ich mag Underdogs. Kleine Vereine, die sich alles erkämpfen müssen, die beispielsweise die Zugehörigkeit zur Bundesliga nicht als selbstverständlich nehmen und die oft auch mit einem Standortnachteil (kleinerer Verein in derselben Stadt, über Jahre und Jahrzehnte hinweg Auseinanderentwicklung was Finanzen angeht, weil viel 2. Liga oder tiefer gespielt, kleine Städte, die den Fußball wieder auf die Landkarte brachten. Holstein Kiel ist da für mich ein gutes Beispiel - das war einer der kleinen Vereine, denen ich Erfolg gegönnt hätte - hat dann leider nicht geklappt. Gilt im Übrigen bei mir auch für Vereine, die aus wenig einfach viel machen und vielleicht aus wenig auch viel machen.

  3. Stadion, Songs, Stimmung. Ich fand Bochum immer sehr beeindruckend und fand die dann auch ziemlich gut, weil mir beispielsweise die Grönemeyer-Nummer immer sehr gut gefallen hat und die grundlegende Stimmung dort. Ist n gutes Beispiel für einen isolierten Grund warum ich einen Verein mochte, weil ich sowohl Fans als auch diesen Underdog-Status denen beispielsweise nicht (mehr) zugesprochen hätte.

  4. Trainer. Ich fand persöniich Christian Streich nicht sympathisch. Aussenseitermeinung wahrscheinlich, ich weiß. Ich fand den Dialekt anstrengend und hatte oft das Gefühl dass er Rumpelstilzchen-esk über den Rasen gerannt ist . Gegenbeispiel Vincent Kompany - sympathisches respektvolles Auftreten in sich und auch den Gegnern gegenüber , eine gewisse Selbstkritik und die auch im Forum schon erwähnte bockstarke PK damals, als es um Rassismus ging - sind alles Faktoren, die mir die Sympathie leicht machen.

  5. kulturelle/familiäre Prägung. Mein Vater mochte beisipielsweise den SC Freiburg gerne, weil er öfter in Freiburg und auch damals im Stadion war. Streich hat für mich manches runtergezogen, aber in Summe steh ich dem Verein neutral bis leicht positiv gegenüber.

  6. Guter Fußball. Ich finde RaBa Leipzig okay, weil sie meist guten Fußball zeigen und verdient weit oben in der Tabelle stehen

Gründe die mir persönlich egal sind bzw. wenig Einfluss auf Sympathie haben

  1. dass ein Verein mehr Geld hat. Ist zwar perse ungerecht und ich verstehe die Auffassung auch, aber man muss daraus auch was machen. Sieht man ja an beispielsweise Wolfsburg. Da hab ich keine Antipathie sondern eher Mitleid dafür, dass die Fanszene wohl ziemlich stabil ist und dennoch nur über Werksverein und Geld geredet wird. . Abgesehen davon, dass ich das Argument „Ihr habt keine Tradition/Lebt nur wegen Geld/…“ immer etwas abgegriffen und nicht inhaltlich wahrnehme.

  2. Dass ein Verein die Liga dominiert. Die Bayern sind mir halt wirklich egal. Freut mich nicht unbedingt, dass sie sehr oft viele Titel abgreifen, aber stört mich auch nicht weil sie`s halt verdient haben.

  3. Personenkult. Personen in Vorder- und Hintergrund wie Uli Höneß, damals Dietmar Hopp oder auch Frank Schmidt. Stört mich nicht, gibt mir nichts. Ist toll, dass Schmidt so lange schon dort Trainer ist, aber macht den Verein für mich nicht mehr oder weniger sympathisch. Ich beziehe mich da bewusst darauf, dass diese Menschen prominent existieren und nicht WIE sie sich verhalten.

  4. Konkurrenz und Derbys. Betrifft meinen Verein beispielsweise weniger, aber grundsätzlich ist es toll für die Betroffenen, dass es „Derbys“ gibt, aber einerseits kann man argumentieren dass der Begriff auch leicht inflationär genutzt wird (Großes und kleines Rheinderby, Bayern vs. Dortmund als „der Klassiker“;…) und zum anderen gibt mir das persönlich nichts.

Ich hab bewusst die Vereine, deren Sympathiewerte bei mir weniger stark sind nicht namentlich erwähnt, weil ich einerseits glaube dass es eine Diskussion offenhält wenn man sich hier nicht gegenseitig Vorwürfe macht und sich darauf konzentriert, desweiteren weil ich der Meinung bin dass man wenn man nichts nettes zu sagen hat es sich auch sparen kann und weil sich in anderen sozialen Medien Leute dann sehr schnell angegriffen fühlen und unsachlich werden. (beim Negativen bin ich maximal zu "ist mir egal " gegangen). Die Vereine die ich persönlich mag hab ich zur Illustration genannt und weil die für mein Empfinden alle etwas besonderes haben.

Gibt sicherlich noch andere Gründe, also bin gespannt wie ihr das seht.

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Ich mein du hast ja schon vieles gesagt :person_shrugging: .

Für mich persönlich ist die Prägung/Umfeld wohl das entscheidenste. Ich hab gute Freunde die Dortmundfan sind und meine Frau ist Stuttgartfan, daher sind mir die Vereine näher als die meisten anderen in der Liga :person_shrugging: .

Räumliche Nähe würde ich noch als starken Faktor nennen der häufig großen Einfluss hat. Ich wohn recht mittig zwischen Stuttgart und München, meine Familie ist Bayernfan (also die, die Fußballinteressiert sind), so bin ich auch dazu gekommen :person_shrugging: .

Edit: Was ich noch sagen wollte, ist dass es (natürlich) nicht immer gleich funktioniert.

Ich fand ein Kramaric Interview mal super, wo er seinen Unmut über die Gesamtsituation geäußert hat, hat mir aber Hoffenheim als Fußballclub nicht sympathischer gemacht. Ulm wäre näher als Stuttgart und Bayern, hat mich aber noch nie Interessiert. Ich war in Koblenz und Karlsruhe häufiger im Stadion, aber die Vereien sind mir egal geblieben.

Erstmal sollten wir uns bewusst sein, dass Sympathie/Antipathie meiner Meinung nach vollkommen irrationale Kategorien sind, die vollkommen auf Gefühlen basieren. Somit sind sie fast ausschließlich subjektiv zu verordnen. Das meine ich ohne Wertung dessen.

Ich kann z.B. einem RB Leipzig Fan nicht mit rationalen Gründen seine Fanliebe ausreden.

Für mich persönlich empfinde ich Sympathien gegenüber Vereinen:

-wo gute Freunde/Kumpels Fan von sind.
-Wo Fans meines eigenen Vereins eine Fanfreundschaft zu pflegen (in meinem Falle BVB und vielleicht noch St.Pauli)
-Wo ich das Gefühl habe dass in der großen Mehrheit des Vereins ein ähnliches politisches Weltbild (FC. St. Pauli) oder zumindest ähnliches Wertevorstellungen haben
-Fußballvereine, die ich der „Gemeinschaft von Traditionsvereinen“ zurechnen würde wie z.B. Eintracht Frankfurt oder Werder Bremen
-abgeschwächt Vereine wo eine prominente (Führungs-)figur mir sympathisch ist z.B: früher Peter Fischer von Eintracht Frankfurt oder Christian Streich

Antipathie empfinde ich gegenüber Vereinen:
-Wo ich das Gefühl habe, dass diese einen unfairen Wettbwerbersvorteil haben: Hoffenheim, RB Leipzig, Leverkusen, Wolfsburg, PSG, Man City, etc.
-Wo die große Mehrheit der Fans ein ab rechtsradikales oder anderes Weltbild, dass ich nicht gut finde hat (Lazio Rom) oder generell kein Problem mit diskriminierenden Äußerungen gegen bestimmte gesellschaftliche Gruppen hat.
-Vereine wie z.B. Alemannia Aachen, die z.B. mit rechtsextremen im Vereine kein Problem hat/hatte
-Vereine wie Real Madrid, die meiner Meinung nach beim Ballon d’Or vorletztes jahr arrogant und unsportlich aufgetreten sind, weil ihr Spieler nicht ausgezeichnet wurde.

Ich würde aber generell davon abraten Vereine NUR auf Fans, Führung, Trainer, etc. zur reduzieren. Profifußballvereine sind große Instituitionen ähnlich wie Polizei, Bundeswehr, politische Parteien, die ein sehr großes Meinungs- und Verhaltensspektrum umfassen. So bin ich mir sicher, dass auch mein Verein der 1.FC Köln schon allein rein statistisch Nazis als Fan und vielleicht auch im Stadion hat. Da ich aber davon überzeugt bin, dass sie die klare Minderheit sind, schränkt das meine Liebe zum Verein NICHT ein.

Edit: Mir ist noch etwas zu „Ich würde aber generell davon abraten Vereine NUR auf Fans, Führung, Trainer, etc. zur reduzieren“ eingefallen. Natürlich tun wir das emotional und das ist auch ein stückweit legitim. Trotzdem sollte man versuchen ein Verein auf rationaler und sachlicher Ebene fair zu behandeln.

Und diese Gefühle werden auch antrainiert.
Die Antipathien rivalisierender Clubs werden ja traditionell an andere Fans weiter gegeben. Da wird auch „Hassen“ „gelernt“.

Wenn ich mir das so überlege, ging es auf dem Schulhof, ganz früh schon in der Schulzeit los. In den Gesprächen auf dem Schulhof waren die Zuneigungen zu Vereinen klar verteilt und je nachdem, zu welcher Peergroup man gehörte, zählte man zu Sympathisanten eines bestimmten Vereins. In meiner Kindheit in Südhessen war das Eintracht Frankfurt und der SV Darmstadt 98. Mein erster Freund nahm mich damals mit ins Böllenfalltor-Stadion 1980 (noch 2. Liga) und dann 1981 nach Aufstieg in die 1. Liga und damit wars geschehen. Ich war eine Lilie. Dort erfuhr ich, wie bis heute, dass Eintracht Frankfurt besonders unsympathisch sein soll. Es werden bis heute Lieder im Stadion gegen die Eintracht gesungen, was ich persönlich albern finde. Ich bin eine begeisterte Stadionsängerin, aber bei den Songs gegen die Eintracht singe ich nicht mit, denn die Eintracht spielt dann gerade gar nicht bei uns.

Ansonsten finde ich den SC Freiburg sympathisch und war dort schon mehrfach im Stadion. Ich mag allerdings das neue Stadion nicht sehr, finde es total unpersönlich und wundere mich, dass der Verein und die Fans es auch so unpersönlich lassen. Ich merke, dass Vereine, wo das Zusammentreffen mit den gegnerischen Fans entspannt ist, mir sympathisch sind, wie eben z.B. Freiburg, aber auch der FC St. Pauli, bei dem ich bisher nur gute Erfahrungen mit den St. Pauli-Fans gemacht habe. Umgedreht gilt, dass dort, wo gegnerische Fans einem schon vor dem Spiel zickig oder aggressiv gegenübertreten, mir der jeweilige Verein schnell verleidet wird.

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Sympathisch ist für mich einfacher zu beantworten: Coole Vereinshymne (Darmstadt/Gladbach), generell sympathisches Gesamtbild verbunden mit der Kultur und den Leuten vor Ort (Köln/Schalke), und gute Arbeit gemessen an den verfügbaren Mitteln (Mainz/Heidenheim). Ach und natürlich was die Freunde so supporten. Da bin ich den Vereinen auch eher positiv gesinnt. Gleich verhält es sich mit Vereinen, in deren Stadt man mal gewohnt hat, wo mich die Performance auf Dauer dann auch interessiert.

Unsympathisch sind es bei mir eher kleine Dinge wie nervige Social Media Fans (Arsenal/Bayern/früher United). Bei mir ist es viel wahrscheinlicher, dass mir ein Verein egal als wirklich unsympathisch ist.

Bei mir ist es glaube ich so, dass der Beginn von so einer Antipathie bei einer kleinen Genervtheit anfängt (außer bei Extremfällen wie RaBa, da war es von Anfang an eine große Genervtheit).

Nach dieser keimenden Genervtheit spielt dann so ein klassischer Confirmation Bias rein, der dazu führt dass es sich möglicherweise intensiviert. So nach dem Motto “Ach die Fans von denen sind ja online immer extra anstrengend” oder “Meine Güte was verzapft der Verantwortliche da jetzt schon wieder in der Öffentlichkeit”.

Viele von diesen Aspekten treffen natürlich auf alle möglichen Vereine in verschiedenem Maß zu, auch auf die die man sympathisch findet, aber da übersehe ich es dann leichter bzw. packe die Lupe aus bei mir unsympathischen Vereinen.

Hier muss man aufpassen, wie bei jedem alltäglichen Confirmation Bias, der ja vor allem durch Social Media und die Blasen hier krass verstärkt wird.

Das ist alles natürlich komplett nicht rational und ich spüre leider auch von Zeit zu Zeit, dass ich mich auch mal zu sehr in Schadenfreude verliere. Ich arbeite aber daran es mehr abzulegen, da ich nicht denke, dass mir ein hohes Maß dieser negativen Gefühle irgendetwas bringt, weil es mir dann ehrlicherweise ne Viertelstunde später auch wieder egal ist.

ABER: Ein wenig Schadenfreude darf auch mal erlaubt sein, wenn es um so etwas nebensächliches geht wie Fußball. Solange man sachlich und respektvoll bleiben kann und es nicht in irgendwelchen Hass vor allem gerichtet gegen Personen(-gruppen) mündet und man auch nicht allzu zynisch wird.

Hey,

ich finde das ein sehr interessantes Thema, vielen Dank an @Bartbrassius für’ s Aufbringen!

Beim Durchgehen der aktuellen Bundesliga-Tabelle sind mir letztendlich vier Kategorien eingefallen, in die ich die Vereine für mich einteilen würde. Ich lasse auch mal die Namen der Vereine weg.

  1. Positiv, sympathisch
    Das sind drei Vereine, zu denen ich eine intensive Verbindung habe und die mich teils stark geprägt haben. Da stellt sich gar nicht die Frage, wie ich sie finde, sie sind einfach da und ich wünsche ihnen alles Gute.
  2. Eher sympathisch
    Das sind sieben Vereine. Ich respektiere sie u.a. für eine lange gemeinsame Geschichte mit dem Club und einzelnen Spielern, für ihre Bedeutung in ihrer Region, für Kontinuierliche Arbeit, Durchbeißen, Kampf, Teamleistungen oder für mehrfach erreichte positive Überraschungen. Mindestens drei davon haben aktuell obendrein sympathische Trainer.
  3. Gleichgültig
    Das sind vier Klubs, zu denen ich keine besondere Verbindung habe, die mich teils auch schon durch wiederholte schlechte Leistungen enttäuscht haben. Dennoch, sie sollen schon in der Liga bleiben.
  4. Tendenziell unsympathisch
    Das sind vier Klubs, die teils Konstrukte, teils übermächtig sind. Ich erkenne an, wenn sie guten Fußball spielen und hab teils den Reflex, sie gegen die immer gleiche Kritik zu verteidigen. Dennoch habe ich insgesamt eine Abneigung gegen sie.

Etwas schwieriger würde es für mich werden, wenn ich Vereine aus der 2. und 3. Liga hinzu nehmen würde, die teils stark negativ durch das Verhalten ihrer Fans auffallen, obwohl ich die Clubs eigentlich per se sympathisch finde.

Begonnen hat es auch bei mir in der Kindheit.
Da gibt es den Verein, mit dem ich aufgewachsen bin – und von dem ich auch irgendwann ein Teil war.
Und dann gibt es den, den ich mir als Teenager aus reiner Rebellion zum Vater ausgesucht habe.
Allein schon, weil der ihn nicht leiden konnte. Beste Grundlage für eine innige Beziehung.

Aber abgesehen von diesen emotionalen Jugendsünden – was macht mir einen Verein, der eben nicht der eigene ist, sympathisch?

Für mich sind es in erster Linie die handelnden Personen.
Die Entwicklung, die Arbeit, die geleistet wird – und vor allem: gemessen an den Möglichkeiten.
Ein Verein, der aus wenig viel macht, hat bei mir sofort einen Stein im Brett.
Die Werte, die er vertritt.
Umgekehrt langweilt mich nichts mehr, als wenn jemand mit dem dicksten Portemonnaie auch noch den dicksten Kader hat und das dann für eine Leistung hält.

Aber – in Stein gemeißelt ist das alles nicht.
Wenn sich die Dinge verändern, kann mich ein Verein auch problemlos wieder verlieren. Und zwar komplett.
Fragwürdige Personalentscheidungen, ein Investor, der plötzlich das Sagen hat, oder ein Trainer, bei dem man sich fragt, ob der Verein seine eigene Idee noch kennt.
Dann bröckelt das ziemlich schnell, und aus „finde ich sympathisch" wird ein achselzuckendes „ist mir egal".

Was allerdings mehr ausmacht, als es eigentlich sollte, sind die Fans. Und ich weiß, das ist unfair, weil ein Verein nicht immer was für seine Vollpfosten kann – aber es ist nun mal so.
Sind die besonders unangenehm, färbt das unweigerlich auf den Verein ab. Und da gibt es verschiedene Abstufungen: Rechte Blocks, Rassismus, Sexismus, Homofeindlichkeit – das steht für mich ganz vorn, da ist sofort Schluss mit Sympathie.
Dicht gefolgt von den unangenehmen lauten Darstellern in der Öffentlichkeit, die finanzielle Möglichkeiten und sportlichen Erfolg für den eigenen Verdienst halten und sich geringschätzig über andere Vereine äußern.
So nach dem Motto:
„Was wollt ihr denn? Ihr seid klein und unbedeutend, vor allem zu wenige, und damals, als es mich noch nicht gab, gab es auch euren Verein nicht.“
Das führt tatsächlich dazu, dass ich deren Vereine ebenfalls unsympathisch finde – auch wenn die Vereine selbst vielleicht gar nichts dafür können.

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Ich glaube auch der Zeitpunkt wann man Fan wird spielt eine Rolle.

Ich bin bei der Nationenwerben immer für Frankreich und mag Real Madrid schon sehr gerne
98 war meine erste WM und 2000 mein erstes CL Finale…

Außerdem hat bei mir die Popkultur(insbesondere die wirklich guten Nikewerbespots) auch einen Einfluss gehabt.
Ich fand Edgar Davids oder Spieler wie Totti cool, dann können die Teams ja nicht schlecht sein

Das stimmt! Hatte auch als Kind ein Faible für Raul und dadurch Sympathien für Real. Wie @frau_neher allerdings bereits schrieb, sowas ändert sich dann auch wieder :wink: - je nachdem wie der Verein/die handelnden Personen oder Spieler sich verhalten.

Ansonsten sind, glaube ich, viele Aspekte genannt worden. Umfeld oder eigene Vergangenheit spielen eine Rolle - wer hat sich für Fußball interessiert rundherum und dabei welche Vereine unterstützt.

Ansonsten sehe ich durchaus die Abneigung gegen den Rivalen des eigenen Vereins, wobei auch das sich entwickelt. Mittlerweile ist es eher ein freuen auf’s Derby und die (sportliche!) Rivalität, was ja auch zumindest den Klassenerhalt voraussetzt :slight_smile:

Merke, dass bei mir in der Bundesliga vor allem die 50+1 Ausnahmen negativ stark vorbelastet sind.

Ich teile da deine Werte, möchte aber ein bisschen davor warnen, dann jene Fans, die sich so verhalten, mit dem Verein gleich zu setzen.

Vor einigen Jahren z.B. haben Fans eines Vereins, der in jener Hinsicht leider öfters mal auffällt, während einer Übertragung Sitze angezündet. Von anderer Seite der Fans kam dann der distanzierende Gesang “Und ihr wollt (…) sein!”, das fand ich sehr stark, und ich denke, es sollte generell darum gehen, solche Elemente in einer Fan-Szene zu stärken und eben nicht alle gleich zu setzen.

Ich will damit nicht sagen, dass du das tust, es ist nur ein Aspekt, der mir bei diesem Thema sehr wichtig ist und den ich betonen will.

Ich trenne Vereine und ihre nach außen sichtbaren oder auch dominierenden Fanszenen sehr bewusst nicht.
Zum einen ist es die Fanszene die für mich als Fan im Stadion und drum herum die Athmosphäre bestimmt. Kann ich mich frei bewegen wie in Heidenheim, Darmstadt, Freiburg. Gibt es einzelne Gruppen bei denen ich vorsichtig sein sollte (Frankfurt, Köln) oder sollte ich den Kontakt überwiegend vermeiden (Rostock, Cottbus, Mannheim).
Dazu gibt es keinen Verein (außer vielleicht Leipzig) bei dem die Fanszene keinen Einfluss auf den Verein ausübt. In der Regel sind aktive Fans Mitglied, sie bringen sich ein, sie beeinflussen den Diskurs.
Auch haben Vereinsoffizielle in verschiedenen Fällen dazu beigetragen das dominante Bild einer Fanszene zu verändern (Bremen, HSV). Und in anderen Fällen sind sie gescheitert oder waren nicht interessiert an Veränderungen.
Das ist für mich ausschlaggebend dafür ob ich einen Verein sympathisch und angenehm wahrnehme.

Ich bin gerade zu faul mir alles noch mal durchzulesen
Darum die Frage: wurden Vereinsfarben schon genannt?
Man wird ja als Kind Fan und entwickelt Antipathien
Und mit ein Grund warum ich bis Heute eine Abneigung gegen Wolfsburg und Hannover habe, sind die Grüns in den sie gespielt haben.
Deswegen war ich auch eine Zeit lang für die Rangers
Natürlich sehe ich das nicht mehr so verbissen, wie mit 8-10, aber es wäre gelogen, wenn die Antipathie aus diesem Grund komplett weg wäre

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Tatsächlich wurde ich so zum Bayern Fan.
Als kleines Kind war ich erstenmal nur Fußball begeistert. Ich wollte Bettwäsche eines Fußballvereins, aber damals gab es nur, ich glaube, HSV, Gladbach und Bayern. Zumindest in den einschlägigen Katalogen wie Quelle, Neckermann (ja ja, nix Amazon ihr Jungspunde :grin:) usw.
Ich mochte rot und so bekam ich dann Bayern. Zum Glück! Heute ist es die große Liebe :wink:

Aber tatsächlich beeinflusst es heute auch noch Sympathie und Antipathie.
Blau mag ich zB gar nicht. Tja… Schalke, Hoffenheim haben, abgesehen von den nochoffensichtlicheren Dingen, eh schon verloren bei mir. Gelb finde ich auch furchtbar…

Mein Freiburg-Fantum erklärt sich in erster Linie aus der Erstbegegnung mit supersympathischen Fans am 23. April 1994.

Bis zu dem Tag war ich noch VfB-Fan, wenngleich schon seit Jahren grummelig. Die Fans waren in ihrer Gesamtheit damals noch das Opernpublikum, das sie immer gewesen waren, also begeistertes Schreien im Erfolg und gellendes Pfeifkonzert, wenn es nicht lief oder in deren Augen auch nur schlecht aussah. Das nervte mich damals schon sehr.

Also „Vereinswechsel“ im Erwachsenenalter, geht im Fußball ja gar nicht. Oder man hat eine gute Erklärung dafür, die natürlich kein „echter“ Fußballfan dennoch niemals akzeptieren wird.

Zum VfB „kam“ ich Ende der 60er-Jahre, quasi wohnortbedingt unvermeidlich. Es war ein sehr mäßiges Glück, bis eine aus schierer Geldnot neu formierte junge Mannschaft nach zwei Jahren 2. Liga in die Bundesliga zurückkehrte und alles aufmischte. Auf einmal war es wunderbar, VfB-Fan zu sein. Dennoch beobachtete ich damals sehr kritisch, ob man auch ja nicht vergaß, was den Verein zurück in die oberste Spielklasse gebracht hatte, nämlich Konstanz und Seriosität sowie gute Jugendarbeit, kein Trainerfeuern und „Stars“ kaufen. Und in dieser Hinsicht begann schon Mitte der 80er eine Regression, die nach dem Wechseldesaster gegen Leeds in Schuldzuweisungen kulminierte, das war kein gutes Bild nach Außen.

Meistertrainer Daum wurde in seiner ersten Krise entlassen, unter Röber gab es in der 2. Saisonhälfte 93/94 eine Aufholjagd bis an den Rand der UEFA-Cup-Plätze. Das sah also schon wieder interessant aus, aber mit der Mannschaft, wie sie zusammengestellt war, konnte ich wenig anfangen. Da waren natürlich Namen wie Dunga (!), Buchwald, Fritz Walter, Frontzek, Alexander Strehmel und immer noch Immel im Tor, aber zB Adrian Knup kam einfach nicht an, und das Gesamtbild war in meinen Augen zusammengewürfelt - dass man zu der Zeit mit der A-Jugend immer ganz oben mitspielte (5!!! deutsche Meisterschaften in den 80ern!), bildete sich überhaupt nicht mehr ab. Das großkopferte Geschwätz von Mayer-Vorfelder machte es nicht besser.

Und da war auf einmal der SC Freiburg, dessen Werdegang nach dem Aufstieg ich zunächst nur über die Berichterstattung verfolgte. Das war erstmal ein grundsympathisches Bild, das die abgaben, geerdete und teilweise auch druckreife Interviews der Spieler, und auch den Finke mochte ich, ebenso wie den Stocker (obwohl der ja ein komplett anderer Typ war als der Trainer).

Und dann kam der 32. Spieltag, VfB - SC. Der VfB, wie gesagt, in Tuchfühlung mit den internationalen Plätzen. Demgegenüber war der SC durch ein 0:1 zuhause gegen Dresden vor einer Woche praktisch abgestiegen. Die Resthoffnung war, alle drei verbleibenden Spiele zu gewinnen, während Nürnberg maximal einen Sieg landen durfte - also rein theoretisches Gedankenspiel, niemand glaubte es ernsthaft.

Und jetzt: die erwähnte Erstbegegnung. Ich hatte mir spontan eine Karte gekauft (zum ersten Mal nach 2 1/2 Jahrzehnten ohne klare „Hoffnung“, wie es ausgehen möge) und landete in der Untertürkheimer Kurve direkt neben dem Gästeblock. Das war das entspannteste Fan-Volk, das mir je begegnet ist, lockere Stimmung, Musikgruppen (sogar waschechter Dixie war geboten), man hatte sich entschlossen, wenn wir schon absteigen, feiern wir es wenigstens ordentlich.

Und spätestens beim frühen 1:0 für Freiburg war‘s um mich geschehen. Mitte der 2. Halbzeit, als sich abzeichnete, Hoppla, gewinnen wir das heute? Echt jetzt?, schwenkten sie um auf den geilsten Support, plötzlich war die komplette Kurve und auch die Gegengerade in Freiburger Hand. Da war ich längst einer von denen.

Es bildet sich bis heute ab darin, dass man in Freiburg einfach entspannt zum Stadion gehen kann (hat oben schon wer geschrieben). Und: Anders als damals der VfB hat der SC mich noch nie in Gewissensnöte gebracht, weil man konsequent bei der Politik bleibt, auszubilden und nicht mehr Geld auszugeben als man hat.

Natürlich gibt es Punkte, die den Nostalgiker in mir auch beschäftigen:

  • Spielt man noch den Fußball der Breisgau-Brasilianer? Nein, natürlich nicht.
  • Ist die Vereinshymne zufällig genauso peinlich wie die des VfB in den 70er-Jahren? Nein. Viel schlimmer.
  • Hat sich das Publikum doch irgendwie gewandelt, von grundsätzlich sportlich-fairer Einstellung hin zu Wir pfeifen den Gegner auf jeden Fall erstmal aus? Ja, tendenziell schon.

Es gibt Dinge, die ich kritisch sehe, darunter durchaus auch die Rolle Oliver Lekis im Investorenstreit. Aber im Großen und Ganzen hat sich der SC seit dem ersten Aufstieg organisch entwickelt und ist in gewissem Sinn, bei aller Veränderung, er selbst geblieben.

Daher SC sympathisch und ich Fan…

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Gemischtes Bild bei den anderen Vereinen. Zuallererst muss ich sagen, hocke ich gerade mit VfR-Bürstadt-Kappe vor dem Bildschirm, die spielen inzwischen 10. Liga, aber 1972 war ich im Stadion neben dem Freibad (Verwandtschaft lebt dort) (also nicht im Freibad :smiley: ) und sah den Aufstieg aus der Hessenliga in die Regionalliga Süd. Aus emotionalen Gründen kann ich von denen nicht lassen; dabei wurde deren Absacken von vielen Nachbarvereinen durchaus mit einer gewissen Schadenfreude gesehen, war doch die Hoch-Zeit des VfR ein Produkt des finanziellen Engagements zweier Männer, Robert Kölsch und Otto Limburg. Dieses Engagement habe ich, als es aktuell war, nicht reflektiert, es kam mir „normal“ vor - bis es wegfiel. Aber kannte man Ähnliches nicht auch vom SV Alsenborn? Im Grunde kann man sowohl Alsenborn als auch Bürstadt als frühe Varianten des Modells Hoffenheim sehen - im Prinzip jedenfalls; es fehlten nur ein paar Nullen. Da man beide Projekte, vor allem das in Alsenborn, schon seinerzeit und im Rückblick bis heute doch immer etwas romantisiert, kann ich die sich bis in Hass steigernde Abneigung gegen Hoffenheim nicht wirklich nachvollziehen - älter werdende Männer erfüllen sich ihre Allmachtfantasien > kein Unterschied zu Bürstadt und Alsenborn; Wettbewerbsvorteil > kein Unterschied zu Bürstadt und Alsenborn. Dass höher- und hochklassiger Fußball ohne Geld nicht geht, ist eine Binse, aber woher, glaubt man, kommt es denn? Hopp hatte übrigens sowohl dem Waldhof als auch dem FCK seine Unterstützung und Mitwirkung angeboten. Die Unterstützung, sprich die Kohle, hätten sie schon genommen… Das macht mich nicht zum Hoffenheim-Fan - in Wirklichkeit sind die mir egal. Ich frage mich nur, was der grundsätzliche Unterschied dazu ist, wie der FC Bayern zu seinem Geld kam (Steuerhinterziehungen in 70ern, Kirch-Deal Anfang der 90er, jeweils also höchst fragwürdig und in seiner Legitimität bestreitbar). (Und nein, RB ist nicht!!! dasselbe, aus verschiedenen GRünden, die ich jetzt nicht ausführe, aber DIE haben in meinen Augen keine Berechtigung, in der Bundesliga zu spielen.) (Und sind mir daher auch nicht sympathisch.)

Also Bürstadt. Ab jetzt wird‘s nicht mehr verlässlich, weil ich aus- und einblende, was mir passt.

Die Eintracht aus Frankfurt. Immer mit Sympathiepunkten wegen der spielerischen Note, die sie in den 70ern umgab. In den 80ern am Kriseln, aber mitten im Abstiegsstrudel den VfB durch einen Sieg in Hamburg zum Meister gemacht. Ikonisch der Schlachtruf der Rodgau Monotones „Erbarmen! - zu spät - die Hesse kumme!“, mit den großartigen Auftritten der Formation „Vorläufiges Frankfurter Fronttheater“ als zweite Stimme im Hintergrund (hat jemand IRGENDWAS von denen? Ich finde NICHTS mehr - ein Jammer…). - Einen Verein, der Fans hat, die sich zB als „Zeugen Yeboahs“ konstituieren, kann man nicht blöd finden. Einen Verein, der mal Peter Fischer zum Präsidenten hatte, kann man nicht blöd finden. Und ein Verein, dessen Fans zu Zehntausenden den Camp Nou okkupieren, muss einem sympathisch sein. Zweifelhafte und negative Punkte dennoch: Das Format „Fußball 2000“ wird mir allmählich suspekt, nicht zuletzt wegen der Doppelrolle Phil Hoffmeisters als Reporter aus dem Stadion und Kommentator außerhalb in der Causa Riera. Und Idioten, die im Stadion mit Raketen rumschießen, gehen gar nicht.

Vereine, die aus nichts was machen, mit einer eigenen Idee, allen voran aktuell Heidenheim und Elversberg.

Grundsätzlich mag ich - höggschder Kitschverdacht - Außenseiter, aber die können es auch verspielen, zB Bochum, die ich hiermit ausdrücklich für ihre Bierbecher-schmeißenden Fans verantwortlich mache.

Am Ende lande ich wieder lokal, beim Heidelberger SC (8. Liga, spielen dort mit dem Verein, in dem auch Sebastian Rudy spielt). Richtig gepflegter Fußball, hatten jetzt 3 oder 4 Jahre einen super Trainer, der es geschafft hat, dass sie auf den Zuruf „Tiefenläufe aufnehmen!“ das glatt auch machen (leider hört er, glaub ich, auf). Sie werden lokal unterstützt, aber da geht‘s wirklich nur um die Betriebskosten, Gelände vor allem, nehme ich an (genau weiß ich‘s nicht). Die Spieler bekommen nichts, nicht mal das Benzingeld für die Auswärtsfahrt (anderswo gäb‘s da durchaus schon was). Sie haben zuletzt, 3 Jahre nach dem letzten Aufstieg, als 4. abgeschlossen, aber einen Aufstieg in die Landesliga (Ebene 7) würden sie wohl eher nicht stemmen. Gutes Kicken kann man aber in der Kreisliga weiterhin erwarten.

Gehört Elversberg nicht eher in die Kategorie Bürstadt, Alsenborn, Hoffenheim? Quantitativ vielleicht weniger Hoffenheim, aber die Art des Aufstiegs finde ich schon vergleichbar.

Fortsetzung:

Mainz 05. In den 80ern studierte ich dort, in der damals (in meiner komplett objektiven Wahrnehmung…) humorbefreitesten Stadt Deutschlands. Der FSV dümpelte in der 3. Liga, damals wohl Regionalliga Südwest, und die lokale Zeitung warb verzweifelt, so übel würden die gar nicht spielen, man könnte ruhig mal hingehen und sich das ansehen…Aber der Weg aus der Stadt zum Stadion war in Teilen identisch mit dem zum Campus. Wer auch immer mal dort unterwegs war, hielt sich dann doch lieber damit auf, denne Studentekepp etwas hinterherzurufen.

Dann der Umschwung mit Wolfgang Frank - ich gebe zu, inzwischen weg aus Mainz, flog er und alles, was er bewirkte, unter meinem Radar. „Geweckt“ hat mich Jürgen Klopp, der Anfang der Nuller fliegend übernahm. Und womöglich dazu beitrug, ganz Mainz zu einer völlig anderen Stadt zu machen. (Das glaube ich wirklich…also, ein bisschen.) Also, auch der 1. FSV Mainz 05 hat einen Stein im Brett bei mir; seit Dominik Kohr im Vergleich zu den Tretertrupps aus Paraguay und Argentinien in die Liga der Friedensnobelpreisträger aufgestiegen ist, fällt das noch leichter.