#23 - Euer Input für Schlusskonferenz 214


#1

Wir nehmen am Sonntag Abend die nächste Sendung auf mit Schwerpunkt Schalke. Freue mich wie immer über Input bis 20 Uhr Sonntag Abend!


#2

Ich freue mich riesig auf den Themenschwerpunkt Schalke. Hier würde mich, noch ohne Bezug auf den aktuellen Spieltag, mal interessieren, ob nicht nur mich langsam das Gefühl beschleicht, dass überhaupt nicht mehr jedes Spiel der Königsblauen einzeln betrachtet und bewertet wird, sondern das Team unter Tedesco in dieser Saison perse den Stempel “langweiliger Mauerfußball” aufgedrückt bekommt. Mir ist das in den letzten Wochen vermehrt aufgefallen, obwohl ich persönlich seit der Winterpause eine deutlich positive Entwicklung des Spiels der Schalker ausgemacht habe. Dass sich dies punktemäßig noch nicht stärker bemerkbar gemacht hat, liegt in meinen Augen vor allen Dingen an krassen individuellen Fehlern einzelner Spieler. Dazu würde mich deine und die Meinung der/des anderen Experten bzw. Expertin interessieren.


#3

Online lese ich: Nicht Heidel ist das Problem, sondern Tönnies.

Ich frage mich: Bekommt ein Club wie Schalke (oder analog eben Hoffenheim, Hannover,…) nach einer solchen Alleinherrschaft eines (eben auch) Geldgebers denn überhaupt noch die Kurve? Gibt es da ernsthaft ein Zurück, oder kann das nur der Wechsel von Investor A zu B sein?

Und speziell auf Schalke: Ich bin nicht der große Experte, aber war Tönnies nicht schon ewig da? Kann man da von einem „Herzblut-Investor“ dann auch eine „Heuschrecke“ umschwenken?


#4

Heidel löst Vertrag auf: https://schalke04.de/verein/christian-heidel-loest-vertrag-beim-fc-schalke-04-auf/

Max hat immer einen Riecher… Chapeau!


#5

Zum Werderspiel: Da kann ich mir das meiste glaube ich sparen. Den Tweets von Max entnehme ich, dass er das Spiel gesehen und zudem Tobis Meinung teilt. Mich würde hier vielleicht nur mal eure Meinung zum Schiri interessieren. Auch im Hinblick aufs Max Einschätzung beim Winter Royal (?), dass er die Schiris ingesamt schlechter einschätzt. Ich fand Herr Hartmann nicht so toll. Gefühlt mehr pro Stuttgart. Auf der einen Seite hat er viel laufen lassen, auf der anderen Seite pfeift er dann ein Megavorteil von Werder in der zweiten Halbzeit oder kurz vor Schluss ein “Stürmerfoul” gegen Pizarro :roll_eyes: Er hat jetzt keine krassen Fehler gemacht, und selbstverständlich liegt es nicht an ihm das Werder so gespielt hat. Ich würde die Einschätzung auch vom Ergebnis etc losgelöst betrachten wollen.
Wenn man dann noch gehört hat, was Kohfeldt nach dem Spiel bei Eurosport gesagt hat, was Hartmann vor und nach dem Spiel zu ihm gesagt hat… tja dann wundert mich ehrlich gesagt auch nicht mehr viel. Man hat ja schon öfters gehört, dass den dt. Schiris vorgeworfen wird, dass sie teilweise sehr arrogant daher kommen…

Zum Schwerpunkt und den jüngsten Entwicklungen:
Fällt Schalke jetzt wieder in alte Zeiten zurück? War Heidels Arbeit wirklich “so schlecht” oder ist er nur ein “Bauernopfer”? Amazon Radio spekuliert (ggf auch vom Kicker übernommen), dass Jonas Boldt sein Nachfolger wird. Glaubt ihr das passt?


#6

Ich persönlich hatte vor den vergangenen 3 Saisons beim schalker Kader vor der Saison eigentlich immer ein gutes Gefühl (evtl. auch blindes Vertrauen in Heidel weil Mainz-Fan). Beispielsweise Embolo war meiner meinung nach ein riesen coup, der man war vorher topfit und kommt auf Schalke und ist 3 jahre fast durchgehend verletzt. Spieler wie Nastasic und Bentaleb wirken auf mich meistens sehr lustlos, Leistungsträger wie Fährmann, Naldo, Höwedes werden der Reihe nach vom Trainer vom Hof gejagt. Meiner Meinung nach ist Heidel vorallem an 2 Sachen gescheitert, seinem vertrauen zu Tedesco und der grundsätzlichen Einstellung fast nie zu einem Trainerwechsel zu tendieren, was grundsätzlich erstmal gut ist, in diesem Fall meiner Meinung nach aber schädlich. Zweitens an der unfassbaren verletzungsanfälligkeit auf Schalke, das hat ja schon Tradition. Tedesco hätte gehen müssen, Heidel hätte bleiben sollen.


#7

Und jetzt beginnt doch endlich das große Holzbauklötzeschmeißen.
Ich hatte es schon im Winter vermutet, allerdings in der Trainerfrage.

Aber selbst seine Gegner können Heidel eins nicht absprechen, er ist gnadenlos konsequent. Und das hat uns sooo lange gefehlt und wird es ab sofort auch wieder.

Und die einzige Konstante bleibt unser fußballinkompetenter Aufsichtsratsvorsitzender. Was unter ihm schon alles für Manager und Trainer gekommen und anschließend gescheitert sind (,die teils explizit von ihm ausgesucht wurden - Breitenreiter und Heidel sind da nur die jüngsten Beispiele). Jeder Neue zumindest von ihm abgesegnet, einige bei der Vorstellung als “Beste im Geschäft” auf der jeweiligen Position von ihm vorschussbelorbeert.

Entweder kann er aufs verrecken KEINE einzige richtige Einschätzung über die Fachkompetenz seiner Neuanschaffungen machen, oder das Arbeitsumfeld auf Schalke ist so dermaßen toxisch, dass ausnahmslos JEDER in kürzester Zeit scheitern muss. Und egal was von beiden, Tönnies ist so einfach nicht mehr tragbar.

Aber weil er ein populistischer Dampfplauderer ist und auf Schalke der Schein so unendlich viel mehr bedeutet, als das Sein, und weil die Medien mit ihm eine höchst ertragreiche Quelle haben, die es zu erhalten gibt, und weil er wieder eine Neuverpflichtungs-Blendgranate direkt vor der Wahl auf der JHV schmeißen wird (und überhaupt darf), und aus so vielen fußballfremden und nicht rationalen Gründen mehr, wird er wiedergewählt und wiedergewählt und wiedergewählt.

Ich wünsche mir fast einen Abstieg, aber selbst diese Gnade des schnellen Todes wird einem hier verwehrt.


#8

Zu M05:S04 aus mainzer Perspektive - gerade jetzt wo auf Schalke die Unruhe wieder Einzug hält, haben die Mainzer mit der Verlängerung von Schwarz ein Zeichen für Stabilität und die Fortführung der Entwicklung gesetzt. Auch wenn der Coach bei vielen Fans nicht unumstritten ist, so ist die Verlängerung eine nachvollziehbare Folge der sehr positiven Entwicklung. Und das obwohl die Leistungen in den letzten Wochen trotz Siegen erst etwas wackelig und dann drei Spiele richtig schwach waren. Gerade hier aber als Signal wertvoll.
Das Spiel zeigt dann, dass Trainer und Mannschaft die richtige Antwort gefunden haben. Starkes Pressing mit einigen hohen Ballgewinnen, gutes Verschieben und Auffüllen, wenn Schalke die anlaufenden Spieler überspielen konnten und in den wenigen Situationen um den Strafraum auch gutes Zweikampfverhalten und ein sicherer Torwart. Der Sieg zu null war damit absolut verdient. Offensiv war es zielstrebig und variabel gespielt, die Chancen wurden konsequent abgeschlossen. Auch mit der Führung blieb die Mannschaft mutig und machte die Kontertore zum Ende bei noch einigen vergebenen Chancen.
Personell haben vor allem Onisiwo und Latza mit zwei Toren und zwei Vorlagen herausgestochen, die ganze Mannschaft war aber auf sehr hohem Niveau. Dass Öztunali und Donati nach bisher total unbefriedigender Saison heute beide nahtlos ins Team gefunden haben und auch gute Leistungen zeigten, zeigt auch die Breite, die der Kader mittlerweile hergibt.
Schalke war ganz Schwach und vor allem offensiv ohne jede Kreativität. Die mainzer Defensivleistung hatte ihren Anteil daran, da bis auf Standards kaum etwas angeboten wurde. Gleichzeitig konnte Mainz von der Müdigkeit und der zum Teil katastrophalen defensiven Ordnung der Schalker profitieren und bestrafte Ballverluste (1:0), Deckungsfehler im Raum(2:0) und schwaches Zweikampfverhalten (3:0).

Am Ende war es eine starke Heim- und eine schwache Gastmannschaft, das Ergebnis war verdient und hätte angesichts der vielen Chancen noch deutlicher sein können.


#9

Tedesco kriegt von Woche zu Woche dickere Augenringe… ich hoffe er bekommt noch ein Jahr! Ich bin der Meinung man kann gut erkennen was er spielen lassen möchte im Ballbesitz ruhig von Hinten heraus aufbauen und dann in dem 8er Raum spielen. Im Ballgewinn ähnlich wie letztes Jahr so schnell und vertikal es geht…Selten habe ich aber eine Mannschaft gesehen bei der dermaßen der Wurm drin steckt Nahezu jedes Spiel läuft man aufgrund von individuellen Fehlern einem Rückstand hinterher jüngste Beispiele hierfür sind Manchester Mainz und Bayern. Und auf der anderen Seite haben in der Zentrale Spieler wie McKennie Serdar oder Bentaleb so wahnsinnig oft gute Momente wo sie mehrere Gegenspieler entweder gut pressen oder einfach ausspielen und anschließend wenn man Platz da ist kommt eigentlich zu 100% ein Pass der in den Rücken zu weit oder zum Gegenspieler fliegt. Diese Dinge kann man eigentlich nicht an Tedesco festmachen das er fachlich durchaus kompetent ist hat man gegen Manchester beobachten können. Einfach eine Saison zum vergessen die Verletztenliste tut offensiv so unendlich weh.

Mich würde zudem interessieren was mit Amine Harit los ist? Hat er Mentale Probleme nach seinem Autounfall? Sehr schade ich hoffe er kommt wieder zu seiner erfrischenden Form letztes Jahr nach seiner diesjährigen Saison ist er nur einer von vielen „Fehleinkäufen“.


#10

Der Rücktritt von Heidel ist aus seiner Sicht auch konsequent, er hat wirklich viele vielversprechende Dinge ausprobiert (vor der Saison hat kaum einer auf seine Einkaufspolitik geschimpft), die leider alle nicht funktioniert haben.


#11

@GNetzer,

der Meister der Vorhersage hat wieder zugeschlagen. Heidel ist weg und der Rasenfunk macht einen Schwerpunkt zu S04. Respekt…


#12

F95 - FCN:
Nach mittlerweile 17 Spielen ohne Sieg, unzähligen verschiedenen Herangehensweisen und nun auch zwei (halbwegs) unterschiedlichen Trainergespannen verliere ich so ziemlich die Lust an tiefergreifenden Analysen. Dass der Glubb am Ende eben doch immer der sprichwörtliche Debb ist, ist eben nicht ohne Grund ein unheimlich traditionsreicher Markenkern. Ich hoffe, dass aus diesen negativen Emotionen dennoch ein anständiges Handeln für Liga 2 entspringen kann, sollte der AR zumindest einen fähigen Sportvorstand finden.


#13

Zu F95FCN:

Eigentlich müsste man mit 13 Punkten nach 23 Spielen schon fix abgestiegen sein, aber durch die Schwäche der Konkurrenz kann man ja noch immer hoffen. Und gerade deshalb verstehe ich nicht wie sie sich in den 2 wichtigen Spielen von Anfang an das Leben schwer machen. Gegen H96 und F95 beides mal nach ein paar Minuten in Unterzahl zu gehen ist selten dämlich. Das ist wie wenn ihnen Augsburg, Stuttgart und Hannover die Hände reichen, damit sie nicht von der Klippe stürzen und Nürnberg schlägt nur drauf ein und fällt hinab. :man_facepalming:t3:


#14

Ich hab zum Gegenlesen des Textes 9 Minuten gebraucht, sorry, dass ich mich nicht kürzer fassen kann :frowning: Ich hoffe, dass, wenn du es lesen solltest, du es dann auch wenigstens informativ findest!

Hallo. Hab dich kurz vor Weihnachten entdeckt und bisher sehr großen Spaß an den Podcasts, vor allem die hohe Qualität und Detailtiefe, mit der ihr die Dinge besprecht, ist ein wahrer Genuss für die Ohren. Deswegen wollte ich mal anfangen, ein bisschen was zurück zu geben, und da es mit der Kohle grad nicht so geil bei mir ausschaut, ist es für den Anfang “nur” dieser Eintrag.

Ich bin Mainz-Fan, war vorhin im Stadion und möchte sowohl zu den Mainzern als auch zu den Schalkern, gerade Rudy und Heidel was sagen, da trifft es sich gut, dass du Letztere als Schwerpunkt eingeplant hattest. Ich gebe mein Bestes, mich so kurz und bündig zu fassen, wie es mir möglich ist. Das ist aber leider nicht meine Stärke.

Mainz 05 hat völlig verdient gewonnen und aus meiner Fansicht hätten es trotz eines historisch hohen Sieges (ein 3:0 bzw. auch einen Sieg mit 3 Toren Unterschied gab es gegen S04 noch nicht) sogar ein-zwei Tore mehr sein können (u.A. Tor abgepfiffen, Mateta nach Steckpass im 1gg1 gegen Nübel zweiter Sieger). Trotzdem gibt es neben vielen positiven Aspekten auch 1-2, ich will nicht mal sagen Kritikpunkte, aber Dinge, die man bei allem Lob zumindest nicht außer Acht lassen sollte. Erstmal aber das Positive am Mainzer Spiel:

  • Gute Reaktion auf die Gegentorflut: Jeder, der die Spiele gegen Augsburg, Bayer und Wolfsburg gesehen hat, sah, dass nur das Spiel in Augsburg wirklich zu schwach war; Leverkusen war qualitativ an dem Abend zwei Nummern zu groß und in Wolfsburg war man bis auf die Chancenerarbeitung und -verwertung in etwa gleichwertig. Trotzdem hätte man bei einer Niederlage gegen Schalke sicher auch überregional noch größere Diskussionen gehabt, als das zuletzt nach diesen 3 Niederlagen der Fall war. Insofern tolle Reaktion auf mentaler Ebene heute; auch zu Null zu spielen gibt sicherlich Selbstvertrauen zurück.
  • Zielstrebigkeit verbessert: Sandro hat es auf den PKs oft genug gesagt und auch zurecht: Bis 20m vor dem gegnerischen Tor ist das oft schon sehr gut, was Mainz macht, danach passt es manchmal noch nicht zusammen. Gerade dann, wenn Mainz das Tempo im Umschaltspiel nicht hoch hält. Heute war das Spiel der 05er mit Ball nochmal auffällig schnörkelloser, es ging nicht darum, Bell und Niakhate möglichst viele Kurzpässe spielen zu lassen, sondern direkt möglichst vertikal, dabei variabel sowohl mit Flanken, als auch mit Steckpässen aus der Zentrale in Richtung Torabschluss zu gehen. Schalke wird von medialer Seite ja immer zugesprochen, gut darin zu sein, das Tempo des Gegners zu verlangsamen; das hat aus meiner Sicht heute in den meisten Situationen nicht geklappt und Mainz hat den Schalkern für heute zumindest das Gegenteil aufgezeigt.
  • Gutes Pressing: Verhältnismäßig viele Ballgewinne und erzwungene Fehlpässe, gerade auch in des Gegners Hälfte (weiß nicht, ob für sowas Statistiken erhoben werden und ob mein Eindruck aus dem Stadion sich auch in jener Statistik widerspiegelt). Und das, obwohl mit Kunde ein sehr körperlicher Spieler nicht gespielt hat.
  • Ein Wort zur Vertragsverlängerung von Sandro Schwarz: Ich finde es sehr geil und kann auch keinen Kritiker an Schwarz’ Leistung verstehen. Ich habe persönlich auch keinen dieser Kritiker kennen gelernt, die es ja aber angeblich geben soll. Der Sandro lebt den Verein, er empfindet es als Ehre, für M05 zu arbeiten (was sicher keine Selbstverständlichkeit und erst recht kein Lippenbekenntnis ist) und das Wichtigste: Wenn man das spielerische Niveau, sowohl offensiv wie defensiv, mit und ohne Ball, von z.B. 2016-2017 als Vergleich heranzieht, dann sieht man in allen Bereichen klare Verbesserungen. Taktisch variabel, verschiedene Spielzüge einstudiert und die Qualität der Spieler auch innerhalb der laufenden Saison nochmal verbessert. Mateta ist für mich das offensichtlichste und beste Beispiel, das man dafür heranziehen kann, dass er Spieler verbessern kann und richtig einzusetzen versteht. Wenn seine Zeit in Mainz mal vorbei ist, wird Schwarz sicher noch einen zweiten Job in der Bundesliga angeboten bekommen, ergo: Wir können heilfroh sein, dass er bei uns ist.

Bei all dem Lob muss man aber wie angedeutet noch zwei Dinge erwähnen. Erstens: Wenn vom Gegner über die Außen, ob aus dem Spiel oder nach Standards, ein Ball in den Strafraum gespielt wurde, ist es fast immer gefährlich geworden. Da hat in 1-2 Situationen die Zuordnung nicht gestimmt und generell hat die letzte Kette bei diesen Zuspielen weniger Sicherheit ausgestrahlt als in anderen Spielsituationen. Zweitens war Schalke heute beim besten Willen nicht der Maßstab (dass ich das als 05er noch mal sagen darf :slight_smile: ) für irgendwas, das mit Bundesligatauglichkeit zu tun hat. Insofern weiß ich als Fan gut einzuordnen, dass die nächsten Ligaspiele allemal schwerer werden als heute und dass Mainz in erster Instanz deswegen so glänzend aussah, weil Schalke sich quasi mit dem Anpfiff seinem Schicksal ergeben hat.

Damit wäre ich bei den Königsblauen, die -zur Einordnung- ich in dieser Saison schon neunmal in der Liga über die volle Distanz gesehen habe und mir bei der Quote von 9 aus 23 Spielen schon auch das Recht herausnehme, meine Meinung dazu zu äußern (falls es irgendwer ganz genau wissen will: S04 0:2 BSC, SCF 1:0 S04, S04 1:0 M05, RBL 0:0 S04, SGE 3:0 S04, S04 1:2 BVB, S04 2:1 WOB, BSC 2:2 S04, M05 3:0 S04 habe ich über 90min+ gesehen; auch das CL-Spiel gegen City am Mittwoch). D.h. ich habe in neun Schalke-Ligaspielen sechs Schalker Tore gesehen, von denen drei nach Elfmeter gefallen sind; folglich ist mein Bild von Schalke 18/19 geprägt zum Einen durch ein wirklich maximal fremdbeschämendes Heimdebüt gegen Hertha, das für mich gefühlt noch in zehn Jahren in denkwürdiger Erinnerung bleiben wird; zum Anderen von der Wahrnehmung, dass der Fokus auf Standardsituationen, langen hohen Bällen und dem Plan, aggressiv zu pressen, liegt, wobei all diese Sachen zu selten gut umgesetzt werden.

Vorab: Ich bin eher für als gegen Tedesco und bin der Meinung, er müsste nochmal irgendwann einen zweiten Klub in der BuLi trainieren, bevor ich mir ein endgültiges Urteil darüber erlaube, was ich von seiner Arbeit als Trainer halte. Fakt ist, dass die oben beschriebene Taktik, wie ich sie wahrnehme, nur dann Aussicht auf Erfolg hat, wenn mannschaftlich geschlossen gearbeitet wird - und genau das ist für mich der Knackpunkt, wenn man die Frage aufmacht: Warum steht Schalke (zurecht) da, wo sie stehen? Denn bei allen Spielen, die ich gesehen habe, hatte ich stets das Gefühl, dass Schalke von allen Teams in der Bundesliga am wenigsten eine MANNSCHAFT darstellt, was besagter Taktik jede Grundlage raubt. Es gibt in den Medien Leute, die sagen, sie verstünden Tedescos Taktik nicht oder sie sähen keine Taktik auf dem Platz. Ich behaupte, ich sehe seine Taktik, aber ich sehe keine füreinander einstehende Mannschaft, um diese Taktik eben auch für jeden Laien sofort erkennbar zu machen, geschweige denn erfolgreich umsetzen zu können. Insgesamt sehe ich nur sechs Spieler in diesem Kader, die in dieser Saison gezeigt haben, dass sie ein positiver Faktor im Schalker Spiel sein können: McKennie (zu gut für den Rest der Mannschaft), Caligiuri (heute dafür unterirdisch), Szkrybski, Bentaleb, Burgstaller, Schöpf. Davon sind McKennie, Caligiuri und Burgstaller die einzigen, denen ich das Prädikat Mentalitätsspieler zuschreiben würde, zumindest in diesem Mannschaftsgefüge; und deutlich mehr Mentalität wäre in dieser Phase der Saison für Schalke notwendig. Alle anderen Spieler mit mehr als fünf Einsätzen haben in meinen Augen nachgewiesen, dass sie leistungstechnisch in dieser Saison bestenfalls unterer Liga-Durchschnitt sind.

Um die Brücke zum Spiel von heute zu schlagen: Da ich mit Freunden im Stadion war, habe ich zunächst nicht auf die Schalker Aufstellung geachtet und dann nach rund 20 Minuten überrascht festgestellt, dass Rudy auf dem Feld steht. Was ich sagen möchte, ist, dass der Rudy bis dahin praktisch nicht stattgefunden hat. Ich bin jemand, der zu Rudys Hoffenheimer Zeit immer gesagt hat, dass ich -wenn ich Trainer wäre- ihn oder einen Spieler wie ihn immer in meinem Kader haben wollen würde, mindestens im 18er-Kader. Er war für mich der Inbegriff von einer Kombination aus Ruhe am Ball, Ruhe im Passspiel sowie gutem Stellungsspiel, ergänzt um das Maß an defensivem Grundniveau, das in der Bundesliga verlangt wird. Heute war er wie schon so oft in dieser Saison ein Geist in neongrünen Jerseys. Ich habe von dem Moment an, als ich gemerkt habe, dass Rudy spielt, bis zum Schluss mehr oder weniger durchgehend auf ihn geguckt, weil ich verstehen wollte, warum er in dieser Mannschaft in dieser Saison nicht funktioniert hat. Was ich gesehen habe: Vor allem in der ersten Halbzeit ist Rudy komplett übergangen worden. Es gibt mindestens drei Szenen, die mir in den Kopf schießen, als Rudy frei steht und die nächst stehende Anspielstation ist und der Mitspieler sich für einen schwierigeren Pass zu einem anderen Spieler als Rudy entscheidet, zwei von jenen Pässen landeten beim Gegner. Genauso fallen mir drei Szenen ein, von denen man auch zwei in der Sportschau gesehen hat, als Rudy gestikuliert, dass er angespielt werden möchte, aber selbst in einer Position steht, in der er erstens nicht angespielt werden kann und zweitens nicht weiterleiten kann, weil sich drei Mainzer in seinem Raum bewegen bzw. er sich genau genommen in ihren Raum hinein bewegt hat. Auch in diesen Szenen haben die Mitspieler Fehlpässe gespielt und die Mainzer Chancen hat man dann wie gesagt auch im Fernsehen gesehen. Die Körperspannung und der Laufradius waren für mich das Erschreckendste an Rudys Spiel: Mehrmals hat er sich innerhalb von drei Sekunden den Ball abnehmen lassen, keine Zweikämpfe gesucht, aufgehört, Gegner mit Ball zu verfolgen, sobald sie aus Rudys “Laufbereich” gelaufen sind und vor allem die wichtigen Tacklings gefühlt alle verloren. In der zweiten Halbzeit hat sich Rudy dann oft bis kurz vor den Mittelkreis zurückgezogen, um dort den Ball abzuholen und hat bis auf drei lange Vertikalbälle (einer landete bei Uth im Strafraum und führte zu einem Abschluss, zwei führten zum Ballverlust) ungelogen jedes Mal auf die Innenverteidiger zurückgespielt oder den Querpass auf Oczipka oder Caligiuri gesucht. Fazit: Ich hab während der Halbzeitpause zu meinen Leuten gesagt, dass wir hier 11 gegen 10 spielen und das 1:0 dafür eigentlich zu wenig ist. Sicherlich muss ich relativierend sagen, dass ich wirklich sehr genau auf Rudy geachtet habe und sehr wenig auf irgendeinen anderen Schalker, von daher kann es auch gut sein, dass Mainz heute mit 11 gegen 1 angetreten ist. Aber nach dem Schlusspfiff habe ich mich darauf festgelegt, dass Rudy maximal 30 Pässe gespielt hat und ich habe dann vorhin etwas gemacht, was ich sonst noch nie gemacht habe: Die Einzelspielerstatistik gesucht. Der Kicker attestiert ihm 44 Pässe (9 Fehlpässe). Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass Rudy in der Lage ist, einen sauberen Ball nach hinten oder quer zu spielen und die Fehlpässe folglich mittellange und lange Vertikal- oder Diagonalbälle waren, dann war das doch nicht so weit entfernt von dem, was ich im Stadion gesehen habe. Eine Torschussvorlage, kein Torschuss; wo die 58% gewonnene Zweikämpfe herkommen sollen, erschließt sich mir nicht; Wir reden von einem deutschen Nationalspieler, der medial und im Schalker Umfeld als Stareinkauf betrachtet wird, als Unterschiedsspieler. Viele meinten, er sollte auf Schalke die Rolle des Spielmachers übernehmen. Was ich im Stadion gesehen habe und was sich in der Statistik zumindest nicht direkt widerlegen lässt, war ein körperloser, mutloser, ideenloser, zweitklassiger Spielertyp Wasserträger; sicherlich kein Nationalspieler, kein Unterschiedsspieler und schon gar kein Spielmacher. Ich weiß, dass diese Beschreibung sehr polemisch und hart klingt, aber keine beschönigendere Beschreibung hat seine Leistung in meinen Augen verdient und ich weiß, dass im Schalker Umfeld der Ton in seine Richtung z.T. noch wesentlich rauer ist. Wie gesagt, die Beschreibung mag heute auf jeden Schalker zugetroffen haben; bei Rudy kann ich mich mMn hinstellen und sagen: So sehe ich es.

Heidel geht, aber Heidel geht so, wie ich Heidel kennen und schätzen gelernt habe: Klar ist meine Brille rot-weiß geschminkt und darum gönne ich ihm nur das Beste, aber meine two cents zu dem Thema sind im Vergleich zum Rudy-Text dann auch eher kurz gehalten, weil mich der Managerteil am Fußball nicht so interessiert: Ich empfinde nicht nur Respekt davor, dass er sich hinstellt, seinen Rücktritt verkündet und ankündigt, auf eine Abfindung im Interesse des Vereins und zu seinem eigenen finanziellen Nachteil zu verzichten (ich hätte es vielleicht nicht gemacht an seiner statt, was interessiert mich die Meinung des Pöbels, der mich eh von allen Seiten kritisiert? Aber Heidel steht mMn halt über diesen Dingen und zu sich selbst!). Ich empfinde auch Abscheu den Medienanstalten gegenüber, im selben Interview seiner Rücktrittsankündigung danach zu fragen, ob er sich jetzt nicht von seiner Verantwortung davon stehle. Damit bringt sich die Medienbranche selbst in Misskredit. Man kann nicht ein Dogma predigen (150 Mio. verbrannt, Kader zu schlecht zusammengestellt, Heidel bringt den Aufsichtsrat in Unruhe) und im erstbesten Moment die Moralkeule schwingen und ihm Angsthasentum und Verantwortungslosigkeit unterstellen. Das Verhaltensmuster dieser Fragesteller kenne ich sonst nur aus klischeehaften Zeichentrickdarstellungen von Aasgeiern und Hyänen.

Da ihr ja lange über Schalke reden werdet, hoffe ich, dass es dich nicht allzu sehr stört, dass der Absatz über Schalke jetzt dann doch sehr lang geworden ist. Zu aller Letzt: Wenn ihr die Frage besprecht, wer verantwortlich ist für die Krise, dann ist es aus meiner Sicht unmöglich, die Einzelspieler aus der Verantwortung zu nehmen; es ist unmöglich, Heidel aus der Verantwortung zu nehmen, der er sich jetzt auch gestellt hat; es ist theoretisch möglich, Tedesco aus der Verantwortung zu nehmen, denn die verlorenen Leistungsträger des Vorjahres wurden auf dem Platz nicht ersetzt und es ist in meinen Augen müßig darüber zu diskutieren, ob Tedesco die Kabine verloren hat oder ob die Kabine so heterogen zusammengestellt wurde, dass selbst Friedensstifter Jupp Heynckes sie nicht homogenisiert bekäme; in beiden Fällen hätte Tedesco unter den gegenwärtigen Umständen wenig Chancen, Spieler individuell zu verbessern und wenn ihr mich fragt, ist McKennie DEUTLICH besser als noch vor einem Jahr. Und es ist völlig unmöglich, die Verantwortung von Tönnies und Co. (wer auch immer Co. ist) für diese Schieflage abzutun. Denn Fakt ist: Gäbe es keine Leaks aus dem Aufsichtsrat an die Presse, dass man nach SPORTkompetenz neben Heidel sucht, dann wäre Heidel zuallermindest noch zwei-drei Wochen länger in einer gewissen handlungsfähigen Position gewesen, denn der Druck kam erst intern, dann medial, erst dann von den Fans. Meine Meinung, die ja auch keinen interessieren muss, ist, dass der Kopf auf Schalke schon immer von oben gestunken hat und das deckt sich ja auch mit dem, was man auf der ersten PK von Heidel gehört hat: Es geht um Ruhe und Kontinuität, die in den Klub kommen soll. Welcher Mann stand zum Zeitpunkt der Verpflichtung Heidels mehr für Ruhe und Kontinuität? Und wenn es einen gegeben hätte, warum hat man dann nicht von vornherein eben den verpflichtet? Ich glaube nicht, dass in den letzten 15 Jahren irgendein Trainer oder Sportdirektor unbeschadet aus der Beziehung mit Schalke herausgegangen ist; mir kann keiner erzählen, dass das alles nur an diesen Individuen liegen soll und ich glaube auch nicht, dass mit Tönnies an der Spitze in den nächsten 15 Jahren irgendeine Ruhe oder Kontinuität in diesen Verein kommen wird.

LG vom Dude


#15

Offenbar hat sich Klaus Allofs bereits vor einer Woche in der WAZ in einem Interview “in Stellung gebracht”. Das Interview ist leider hinter einer Paywall. Auch hier die Frage ob das passen würde?


#16

Zu SCF-FCA:

Weder kann ich mich erinnern, jemals 5 SC-Tore in der (ersten) Bundesliga mit eigenen Augen gesehen, noch einen derart entspannten Stadionbesuch in dieser Liga gehabt zu haben. Das übliche „sie machen es doch noch spannend“ war auf eine kurze Phase zu Beginn der zweiten Halbzeit beschränkt, ansonsten war der FCA so schwach, dass der SC richtig stark aussah.

Besonders hervorheben kann man dabei Abrashi und Haberer. Abrashi mit viel Energie und Willen, Haberer konnte vorne die Bälle behaupten und erlaufen. Ansonsten Petersen sehr souverän mit unermüdlichem Anlaufen und cleverem Angriffsspiel, bei dem er auf Fehler des verunsicherten Gegners lauerte. Waldschmidts Tor sehr schön. Grifo ok, das Tor lässt an die gute Zweitligasaison denken. Interessant war, dass der SC viel mit langen Bällen und Prallen agierte und dabei tatsächlich auch die gesamte erste Halbzeit und auch nach der Drangphase der Augsburger in der zweiten Halbzeit tatsächlich den zweiten Ball gegen die körperlich theoretisch überlegenen Augsburger behaupten oder durch aggressives Anlaufen zurückerobern konnte. Und bei Augsburger Angriffen funktionierte es genauso. Der SC störte sehr früh und war dabei erfolgreich. Und zwar in einer Art und Weise, die man nicht gewohnt ist.

Während vorne viel - von Augsburg zugelassenes - Licht war, hätte es hinten besser laufen können. Schwolow war da, als er benötigt wurde. Lienhart füllte seinen Platz gut aus und schaltete sich auch gut ins Angriffsspiel ein, Heintz war auch gut. Selbst Okoroji, dem man bei seinem ersten Startelfeinsatz die Nervosität anmerkte, hielt, immer wieder unterstützt von Frantz, mit (wenngleich er den Ball nach guter Eroberung oft wieder hergeschenkt hat, weil ihn dann der Mut verliess). Grifo hat ihn beim Umschaltspiel dann meist ignoriert. Aber trotzdem: für eine so neben sich stehende Mannschaft hatte Khedira zu viel Platz und hat der SC in den 15 Minuten nach der Pause zu viel zugelassen. Beim 3:1 konnte man kurz befürchten, dass die Abwehr nicht hält und der Sieg gefährdet ist. Zum Glück sorgte das 4:1 dann für Klarheit. Aber das ist dann doch entspanntes Meckern auf hohem Niveau.


#17

Hier ist schon so viel Richtiges zu SO4 geschrieben worden, dass ich mich da mangels Kenntnis raushalte. Deswegen nur ein Hinweis, falls auch Steven Skrzybski ein Thema sein sollte, obwohl er oder gerade deswegen noch nicht so eingeschlagen hat, die Aussprache aber Probleme bereiten sollte (wovon ich fest ausgehe), aufgrund seiner fußballerischen Herkunft ist Fußballgott eine durchaus angemessene Bezeichnung für ihn. denn #einmalunionerimmerunioner viele eiserne Grüße


#18

SVW-VfB aus VfB-Sicht:

Eigentlich musst Du es in unserer Situation ausnutzen, wenn Werder in der ersten Halbzeit so von der Rolle ist. Bis zum Ausgleich guter Auftritt des VfB, vielleicht auch, weil Werder so schwach war und vor allem hinten so unkonzentriert.

Ärgerlich, dass das 1:1 wieder im Rückraum, also eigentlich im defensiven Mittelfeld entsteht, von wo aus man schon gegen Düsseldorf und Freiburg dämliche Gegentore kassiert hat. Castro ist offensiv wesentlich besser als Gentner - warum hat man nach dessen Einwechslung gesehen, als wieder alles am Mittelkreis hängen blieb - aber defensiv war das beim Gegentor schwach von ihm.

Schade, dass der VfB in der zweiten Halbzeit die Offensivbemühungen eingestellt hat. In der ersten Halbzeit dachte ich noch: Donis hätte die beiden Chancen verwertet. Als der dann drin war, ist leider trotzdem nichts passiert, weil die Bälle wieder im Mittelfeld versanden.

Das Rumgemecker von Kruse & Co. während und vor allem nach dem Spiel erkläre ich mir vor allem damit, dass man in Bremen von einem locker flockigen Sieg gegen einen Abstiegskandidaten ausging und dann zwar pflichtschuldig erklärt, natürlich sei man selber schuld am Punktverlust, aber mit dem Schiri und dem Gegner (Zeitspiel! Die wollten gar kein Fußball spielen!) war es halt auch schwer! Nuja.

Bin gespannt, wie es bei uns weiter geht. Wir haben jetzt zwei gute erste und zwei schlechte zweite Halbzeiten gegen gute Mannschaften gesehen. Kriegt der VfB das bei #ElKackico2 nächstes Wochenende hin? Gefühlt geht es grad aufwärts - angeblich auch, weil Reschke weg ist - aber wir waren halt gestern Abend zwischenzeitlich auch 17.


#19

Ich persönlich bin über Heidels Rücktritt überrascht. Klar, die Bundesligasaison ist eine gebrauchte, aber m.E. ist man vom Abstiegskampf doch noch ein Stück weg. Warum kann man in Schalke die Saison nicht “abhaken” und sich auf die neue konzentrieren? Ob man jetzt am Ende auf Platz 14 oder 11 steht, ist ja nicht sooo wichtig. Schade finde ich auch, dass Heidel jetzt als ein Provinzling dargestellt wird, der nur im kleinen Mainz erfolgreich sein kann, aber der für Schalke zu klein ist.


#20

Schönes sprachliches Bild. Wird ein nerviger Abstiegskampf. Für alle. Wie man so dumm sein kann, sich so früh ne rote Karte einzuholen, erschließt sich mir nicht.