DFL-Investor ja oder nein?

Was ist den die Identität der deutschen Liga im Vergleich zu den anderen Top-4 Ligen? Das würde mich mal brennend interesieren.

50+1 kann ja nicht dabei, da es zum einem schon längst unterlaufen ist, und wahrscheinlich nicht vom EU-Recht gedeckt ist.

Von mir aus kann der Supercup sonstwo stattfinden. Aber ich bin der Meinung, dass nie ein Liga/Pokalspiel je im Ausland stattfinden wird. Im welchen Markt den bitte? Die Bundesliga ist meiner Meinung nach für den Weltmarkt zu uninteresant. Und es wird sich meiner Meinung nach nicht rechnen. In der Liga spielen einfach zu wenig „Stars“, so dass diese für den Weltmarkt relevant sind. Und da sich nur die Bayern die „Stars“ leisten können und kein anderer, gibt es dort auch kein Wachstumspotenzial.

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Oha.

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Macht also Sinn, wenn die Fans, die bisher von der DFL nicht mitgenommen wurden, Proteste organisieren. Das sollte der DFL zu denken geben. Sie verschlechtert ihre Verhandlungsbasis, indem sie die Fans vernachlässigt.

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Und wir Fans wissen das. Sollte die Info stimmen, wird das die Proteste nur mehr befeuern.

Bloomberg meldet, dass Blackstone ausgestiegen ist.

Blackstone Inc. has dropped out of the bidding for a controversial football media rights deal in Germany, according to people familiar with the matter, following a backlash from fans critical of foreign capital.

The buyout firm abandoned its pursuit amid concerns about how long a deal could take to come to fruition, according to the people. Structuring and economic factors also made it hard for Blackstone to see how to make a transaction work, the people said, asking not to be identified because the information is private.

Mehr leider hinter der Paywall.
https://www.bloomberg.com/news/articles/2024-02-13/blackstone-is-said-to-consider-quitting-german-football-bidding

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Das Handelsblatt – noch im Status „Blackstone erwägt Ausstieg“ – setzt den Fokus für die Gründe weniger auf die Fans, sondern mehr die Klubs:

Grund sei das Zaudern einiger Vereinsfunktionäre, die das Verfahren weiter in die Länge zu ziehen drohten.

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/bundesliga-offenbar-nur-noch-ein-bieter-fuer-anteile-an-dfl-medienrechten/100014799.html

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Die Protestanten werden das als Erfolg werten, aber was heißt es für die wirtschaftlichen Aussichten der Bundesliga, wenn eine Investmentfirma sagt „Da ist kein GEld zu verdienen“?

Da ist kein Geld durch zusätzliche Auslandsvermarktung zu verdienen :wink: Dass es immer noch Millionen Leute gibt, die an das inländische Produkt glauben, daran wird sich nichts ändern.

Ist halt die Frage: Sagen sie das?
Haben sie durch den Protest einfach einen Weg raus bekommen (und wollten sowieso raus) oder ist es nur der Protest und sie müssen ihren Investoren aber verkaufen, dass man natürlich auch insgesamt große Zweifel an dem Geschäft hat? Kann halt beides sein.

Wenn sie wirklich nicht sehen, dass ihre Renditeerwartung erfüllt werden kann, dann sagt es aber immer noch nicht das aus, was du gesagt hast. Es sagt nur, dass nicht genug Geld für ihre Erwartungen zu holen ist.
CVC könnte das auch einfach deshalb (weiterhin?) anders einschätzen, weil sie zukünftig ein europäisches Packet haben und damit zudem zusätzlich ihre Chancen erhöhen, federführend bei der Etablierung einer europäischen Liga zu sein.

Das Packet wäre wahrscheinlich auch besser verkäuflich: Man kann alle drei (DE, SPA und FRA) an die gleichen Strukturen binden und damit für einen Käufer die Kosten reduzieren.
Wenn das für die Ligen aber (absehbar) nicht so wirklich funktioniert, dann hat man bei 2 1/2 von 4 1/2 der wichtigsten europäischen Ligen (ich nehme die Franzosen mal als Vollwertige raus) Mitspracherechte, mit denen man den Clubs doch eine schöne neue Lösung präsentieren kann: Eine engere Verzahnung mit den anderen und schlussendlich eben eine europäische Liga.

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob CVC nicht auch irgendwelche Investments in der PL und in Italien hat (@dogfood weiß das bestimmt besser) oder sie zumindest anstrebt. Wenn ja, dann hätte man 4 1/2 von 4 1/2 mindestens finanziell gebunden. Sind gute Voraussetzungen für eine Super League; jedenfalls bessere als beim ersten Versuch.

Und bevor jemand sagt, dass der Investor kein richtiges Mitspracherecht bekommen soll: Naja, die DFL hat mWn gesagt, dass der Investor kein sportliches Mitspracherecht bekommen soll, nur ein wirtschaftliches. Was man ‚vergessen‘ hat zu erwähnen: Da es sich um ein Geschäft handelt, ist jede sportliche Entscheidung schlussendlich auch immer eine wirtschaftliche.

Meines Erachtens nach ist es egal, ob die Fanproteste mit ein Grund oder nur eine Ausrede für Blackstone (haben die eigentlich mit Blackrock zu tun ?) sind auszusteigen.

Der DFL sollte es jedenfalls zeigen, dass sie alle Beteiligten vernünftig mitnehmen müssen, wenn sie einen erfolgreichen Prozess aufsetzen. Gekungel im Hinterzimmer ist out.

Meint ihr wir werden die Proteste auch bei den europäischen Wettbewerben sehen?(und ja die Frage kam mir gestern beim Raba Spiel)

Halte ich eher für unwahrscheinlich. Die Proteste richten sich (neben Vereinen und Investoren) vor allem an die DFL. Entgegen der weitläufigen Meinung kann die aktive Fanszene da schon differenzieren - soweit ich das im Kopf habe, gab es in den DFB-Pokalspielen ja auch keine Proteste. Nur in der 3. Liga vereinzelt, wenn ich mir das richtig gemerkt habe.

Edit: Ich spreche natürlich nur vom Provozieren der Unterbrechungen. Plakate halte ich für gut möglich.

Blackrock ist sozusagen aus Blackstone hervorgegangen.
Simplifiziert: einige „hohe Tiere“ bei Blackstone hatten unterschiedliche Ansichten bezüglich mancher Strategien, weshalb dann die Marke BlackRock ein eigenes Unternehmen wurde, an dem Blackstone ne zeitlang noch Anteile hielt.

Heutzutage ist das aber offiziell kein Tochterunternehmen oder sowas, streng genommen haben die nichts mehr miteinander zu tun. Da das in den frühen 90ern passiert ist, sollten allmählich auch die damaligen Beteiligten nach und nach aus dem Geschäft ausscheiden.

Ob deren HQs oder wichtige Büros in Steinwurfweite sind weiß ich nicht.

Also Kurzform:
Ja hing mal zusammen, heutzutage zwei eigenständige Unternehmen bzw. eher Konglomerate.

Aus Wikipedia noch ein best of Blackstone:

2009 erwarb Blackstone tausende Wohnungen der ehemals kommunalen Kieler Wohnungsbaugesellschaft (KWG). Dabei wurden eine mangelnde Instandhaltung der Wohnungen sowie stark steigende Mieten kritisiert.

Beteiligungsgesellschaften wie die Blackstone Group waren im April 2005 Anlass für die Heuschreckendebatte in Deutschland. Franz Müntefering sprach damals von Finanzinvestoren als „Heuschrecken“. Im Zuge der steigenden Investitionen in Deutschland nahm der Mitgründer und derzeitige Vorstandschef der Blackstone-Gruppe Stephen A. Schwarzman darauf Bezug. Angela Merkel hatte ihn um eine Erklärung des Geschäftsmodells von Private Equity gebeten. Er erwiderte, dass er eine gute Heuschrecke sei, denn sein Unternehmen würde schlecht geführte Unternehmen retten und damit Arbeitsplätze sichern.

Auch in der Diskussion um sehr hohe Managergehälter wurde der Name des Unternehmens an vorderster Front genannt. So erhielt Stephen A. Schwarzman im Jahre 2006 398,3 Millionen US-Dollar, im Jahr 2007 350 Millionen US-Dollar, und 2008 waren es sogar 702 Millionen US-Dollar.

Im Dezember 2018 schlossen Blackstones dänische Tochtergesellschaft North 360 und Frederiksberg Boligfond, ein gemeinnütziger Wohnbauträger, einen Kaufvertrag über mehrere hundert Wohnungen in Frederiksberg ab. Nach Kritik von Bewohnern und Politik und Unklarheit über die Rechtmäßigkeit des Vertrags, zog sich Blackstone im Oktober 2019 davon zurück.

Im Februar 2023 deckte die Washington Post auf, dass es in dem Blackstone-Unternehmen „Packers Sanitation Services Inc“ zu systematischer Kinderarbeit gekommen ist. Demnach wurden 102 Minderjährige im Alter von 13 Jahren in der US-amerikanischen Fleischindustrie eingesetzt, um etwa Schlachtanlagen in Konzernen wie JBS Foods und Cargill zu reinigen.

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Ja, sind sie: „Heute haben BlackRock und Blackstone ihren Sitz buchstäblich direkt nebeneinander in New York.“ Ich habe eine interessante Seite zu den Unterschieden zwischen Blackrock und Blackstone gefunden: BlackRock Vs Blackstone: Was ist der Unterschied?

Aber vielen Dank, dass Du das auch nochmal aufgegriffen ist. Ich hab beim Schreiben meines Posts das erste Mal einen Zusammenhang vermutet.

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Wäre halt da, wo es noch mal richtig weh tut
Und den Bayernultras trau ich das zu

Nachdem Blackstone jetzt draußen ist bleibt nur noch CVC als Investor.
Auch wenn das teilweise abgefeiert wird, so habe ich folgende Gedanken:

  • In welch schlechter Situation ist die DFL jetzt, wenn nur noch ein Bieter/Investor da ist?
    Fallen die roten Linien?
  • Ziehen Merkel/Lenz das jetzt durch, auch wenn man in einer schlechteren Position ist?
  • Warum hat Hellmann jetzt seine Aussage korrigiert hin zu „Weiß nicht, wie Kind abgestimmt hat“?
    Hat jemand einen Link zu seiner ursprünglichen Aussage?

Kind könnte ihn sicher verklagen, wenn er das nicht macht.

h96 vs dfl

hoffe das thema ist dann bald auch endgültig tot, well, bis zum herbst

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Hoffentlich erledigt sich das Thema, am besten durch eine erneute offene Abstimmung. Das wäre so ein wichtiges Zeichen das nicht alles an Kommerzialisierung hingenommen werden muß. Und vor allem ein Zeichen das durch Protest auch etwas zu erreichen ist. Bisher haben doch alle geglaubt das die Entwicklung besonders der letzten 30 Jahre nicht aufzuhalten ist.

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Hm ich befürchte nur, dass wenn es scheitert, viele Fans auch nicht zufrieden sein werden. Max hat das in den Folgen ja gut erläutert, die meisten Vereine stehen halt mit „runtergelassenen Hosen“ da, die haben einfach kein Geld mehr.
Wenn der Deal durchfällt und die DFL sich weiterhin nicht selbst zu Reformen überwinden kann, dann ist es meiner Meinung nach nicht sicher wie es mit der Bundesliga in Zukunft aussieht (internationale Konkurrenzfähigkeit, die bereitwilligkeit zur europäischen „Superliga“, Anstoßzeiten und andere Kommerzialisierung), das Geld wird die DFL ja trotzdem versuchen irgendwo aufzutreiben, ich habe bislang noch niemanden gesehen der gemeint hat: „Jo, dann spielen wir halt nur noch national eine Rolle und lassen den Rest Europas Europa sein“