Euer Input für die Saisonvorschau 20/21

So, es geht allmählich wieder los.

Wir nehmen die Saisonvorschau am 14. September auf.

Besetzung wird die gewohnte sein: zwei Gäste plus ich, Ablauf kennt ihr ja aus den letzten Jahren vermutlich.

Wie jedes Jahr freuen wir uns auch in diesem über Input eurerseits zu den Vereinen. Wenn ihr mögt, könnt ihr euch dabei an dieser Struktur orientieren:

  • Kader: Wichtige Zu-/Abgänge, Zwischenstand Transferbilanz, noch offene Transferwünsche, Schwachstellen im Kader

  • Spielstil: Gibt es Aussagen aus dem Trainerstab zum angepeilten Spielstil, was war in der Vorbereitung zu erkennen, womit rechnet ihr?

  • Auftaktprogramm: Wie bewertet ihr die ersten zehn Spiele? (Wenn ihr mir einen großen Gefallen machen wollt, tippt ihr mir die Ansetzungen für die Saison ab. Heimspiele in fett. So in etwa: Cottbus (DFB), BSC, S04, M05, RaBa usw.)

  • Wichtige Themen: Ein kurzer Absatz wäre prima zu den Dingen, die sich im Vergleich zu letzter Saison verändert haben sowie zu allen Themen, die sonst noch wichtig werden könnten (Umfeld, Sportdirektor, Stadionbau, etc.). So ein bisschen: Das ist der Ausblick auf die Saison meines Vereins in a nutshell.

Tabellentipp

Ihr könnt außerdem gerne wieder beim Tabellentipp mitmachen. Wie immer berechne ich daraus die durchschnittliche Tabelle der Hörerinnen und Hörer und beziehe mich in der Sendung darauf.

Hier geht’s zum Tabellentipp.

Tippspiel

Es wird auch wieder Tippspiele geben - wer dort die Endtabelle tippt, muss es nicht noch einmal extra im oben verlinkten Google Form machen. Ich nehme die mit in die Berechnung rein.

Ich habe mal 5 Runden aufgesetzt, 1.495 von euch können also mitmachen (ich bin in jeder Runde dabei um euch gute Laune zu machen weil ich hinter euch liege). Hier könnt ihr mitmachen, bitte jeder nur einmal. Ist eine voll, einfach die nächste wählen:

Danke für eure Mithilfe und eine schöne Saison uns allen!

BVB: Eigentlich nur ein wesentlicher Abgang mit Hakimi, der kompensiert wurde durch Meunier. Ansonsten verstärkt durch sehr junge wilde Spieler (Bellingham, Reinier und eigene Jugend Raschl, Moukoko).
In Dortmund gibt es sehr viele hervorragende Mittelfeldspieler, aber leider zu wenige Weltklassespieler, um mit den Bayern Schritt halten zu können. Indirekt hat Max dies auch im Tribünengespräch zu Bayern geäußert indem Bayern aus der Schatulle investiert und Dortmund die Investitionen durch Verkäufe.
Das Spielsystem soll flexibler werden (vom 3er auf 4er-Abwehrkette), doch fehlen dafür die entsprechenden Spieler. Aktuell sehe ich mit Schulz, Can und Brandt die Systemverlierer.
Wenn Favre das Spielsystem flexibler gestalten kann und damit weniger Gegentore entstehen, wäre es sehr positiv. Doch wird es in der Bundesliga weiterhin nicht für eine von Hummels angestrebte Tabellenverbesserung reichen. Schön, so es im DFB-Pokal und in der Champigons League für das Viertelfinale reicht.
Das Programm und die Terminierung ist für die Bayern wieder gut und die Siegesserie kann entspannt fortgeführt werden.

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Werder Bremen

Saisonziel: Frühzeitig Klassenerhalt sichern

Kader :

  • Abgänge: Bargfrede, Bartels, Pizarro, Sahin (aka „die alten Männer“ :wink:), Langkamp, Leihenden bei Vogt und Lang

  • Zugänge: Felix Agu LV (Osnabrück), Patrick Erras DM (Glubb), Tahith Chong RA (Leihe von Manechster Utd.), Romano Schmid ZM (Leihende Wolfsberger AC)

  • Transferbilanz: - 11 Mio € aufgrund der Kaufpflichten von Bittencourt und Toprak

  • Rashica möchte eigentlich wechseln, den nächsten Schritt machen. Er favorisiert wohl RaBa, aber diese sind nicht bereit auch nur annährend eine Ablöse >20 Mio zu bezahlen. Wie man die letzten Tage lesen konnte, gilt das nicht nur für Rashica. Angeblich hatte Aston Villa Interesse und wäre auch bereit entsprechend zu bezahlen, da ist es aber auch wieder ruhiger geworden. Bei Werder sieht man das offenbar recht entspannt und lässt sich nicht unter Druck setzen, obwohl die finanzielle Lage anscheinend angespannter ist, als sonst schon. Sowohl Baumann als auch Kohfeldt haben betont, dass man ihn nicht verkaufen muß. Die Frage ist, ob es einen Zeitpunkt gibt, an dem er unverkäuflich wird (siehe auch weitere Transfers).

  • Chong war wohl eine Gelegenheit wurde aber explizit nicht als Rashica Ersatz geholt. Zumal es sich auch nur um eine 1 Jahresleihe handelt. Er kann aber auch LA spielen und nachdem Kohfeldt seine Experimente mit JEggestein als beendet erklärt hat wird dieser dann zukünftig wohl wieder verstärkt als RA zum Einsatz kommen. Womit sich die Aussage bezüglich Rahsica Ersatz relativiert meiner Meinung nach.

  • Weitere Transfers:
    Es wurde klar geäußert, dass man noch einen 6er verpflichten möchte. Das ist ja die ewige Baustelle bei Werder irgendwie und bereits letzte Saison war man da ja an diversen Spielern dran, deren Verpflichtung aus unterschiedlichen Gründen nicht zu Stande kamen. So offensiv hat man diese Bemühungen aber noch nie geäußert. Man war an Mario Lamina dran, wohl auch schon recht konkret und weit, der wechselt nun aber zu Fulham. Lag wohl zum einen daran, dass Werder leihen und Southhampton verkaufen wollte zum anderen hinterlässt es aber auch ein kleines Geschmäkle bei mir in Bezug auf die Grujic Verhandlungen letzten Sommer.
    So ein bisschen hat man den Wunsch auch schon relativiert, in dem man Patrick Erras entsprechend gestärkt hat, nach seinen Leistungen in der Vorbereitung. Ob er die allerdings in der BL auch so bringen kann, stelle ich mal etwas in Fragen.
    Mit Pavlenka und Kapino war der langfristige Plan wohl, dass Pavlenka diesen Sommer den nächsten Schritt macht, da gibt es aber scheinbar keine Interessenten. An Kapino war wohl u.a. Hannover dran, kam aber nicht zu Stande, die genauen Gründe kenne ich nicht. Ich denke aber da wird sich nichts mehr tun, da Kapino derzeit verletzt ist.
    Ein Rashica Wechsel steht weiterhin im Raum. Hier ist die Gretchenfrage wohl, ob man bei einem Abgang in einen Nachfolger investiert oder nicht und abhängig davon, ob man sich eine Frist gesetzt hat, ab wann er nicht mehr wechseln darf. In meinen Augen wäre das zumindest dann sinnvoll wenn man noch jmd. holen möchte. Darauf zu verzichten macht aber vermutlich nur bei einem anderen System als in der Vorbereitung Sinn. Wobei wir auf den Außen eh nicht übermäßig zahlreich besetzt sind. Aber auf ein System versteift sich ja kaum noch ein Verein…

Sollten wir nicht wieder ähnliches Verletzungspech haben wie letzte Saison, finde ich den Kader soweit in Ordnung. Zumal auch noch mehrere Nachwuchsspieler/Werder II Spieler in den Kader gezogen wurden um hier Alternativen/zukünftige Stammspieler aufzubauen. Es wird aber auch viel davon abhängen was sich auf der 6 und bei Rashica tut.

Spielstil : In der Vorbereitung wurde vor allem ein 4-3-3 gespielt, teilweise mit Abwandlung in ein 4-2-2-2. Wie das dann die Saison über aussehen wird, muß man sehen. Das wird zum einem von einem möglichen Rashica Abgang abhängen zum anderen aber auch von der Tatsache, dass es wir auf den Außen, wie schon geschrieben weniger Spieler haben als im ZM/OM.

Auftaktprogramm :

  • Ansetzung: Carl Zeiss Jena (DFB), BSC, S04, DSC, SCF, TSG, SGE, KOE, FCB, WOB, VfB, RaBa, BVB, M05, FCU, B04, FCA, BMG

  • Einschätzung: Ich finde den Spielplan diesmal recht ausgeglichen für Werder. Sowohl was die Abwechslung zwischen (vermeintlich) stärkeren mit schwächeren Teams angeht, als auch die Verteilung über die Spielzeit. Wobei es zum Ende etwas happiger wird. Der Start ist irgendwie direkt sehr wundertütig, da man mit Hertha, Schalke und Freiburg drei Gegner hat bei denen es schwer sein dürfte von der letzten Saison auf diese zu schließen; sowohl im Guten wie im Schlechten. Zudem wie immer die Frage, wie gut sind die Aufsteiger, die man beie auch ebenfalls in den ersten 10 Spielen hat. Vom Potential ist da ne Menge drin für Werder, allerdings muß man auch erstmal zeigen, dass man die Leistung aus den Testspielen auch in der BL bringen kann. Werder selbst ist also auch so eine Wundertüte; zumindest im Moment noch :wink:

Wichtige Themen : Bei Werder hat sich nicht viel verändert. Im Trainerteam ersetzt Danjiel Zenkovic (TSV Hartberg), Ila Gruev als Co-Trainer und der Athletiktrainer der 2ten, Henrik Fach, wurde hochgezogen.

Aufgrund der finanziellen Ausfälle durch die Corona-Pandemie wird der geplante Bau eines neuen NWLZ erstmal verschoben.

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Hertha BSC
Saisonziel:
Vor Union :wink:
Um Platz 5 mitspielen

Bei Hertha BSC gab es einige Zugänge:

Zeefuik
Schwolow
Tousart

Damit sollte die Schwachstelle auf der Torwartposition adressiert sein. Auf der Rechtsverteidigerposition wird ein Neuer versuchen den Abgang von Lazaro zu ersetzen, was letzte Saison nie gelang.
Tousart soll Grujic ersetzen.

Von der Leihe zurück:
Redan
Körber
Duda

Eigentlich alle drei mit begrenzter Perspektive bei der Hertha.

Abgegangen sind alte Herren wie
Kraft
Skjelbred
Kalou
Ibisevic
die Leihspieler Grujic und Wolf
und das Talent Samardzic.

Das waren teils Führungsspieler, zwei davon trugen in der letzten Saison die Kapitänsbinde. Die Halbzeitansprachen von Kraft waren letzte Saison ein Faktor.

Routinier Jarstein, ein potentieller Führungsspieler, schwächelte auch in der Vorbereitung und hat an Standing in der Mannschaft verloren. Ähnliches gilt für Niklas Stark.

In den Testspielen z.B. gegen PSV Eindhoven fehlte die Struktur deutlich. Mangelnde Kommunikation ist mehrfach auch von Bruno Labbadia angesprochen worden. Beim 0:2 gegen den Zweitligisten HSV erzielt Hertha BSC im dritten Testspiel hintereinander kein Tor. Trainer Bruno Labbadia hat ein echtes Problem. Stürmer Piatek und das halbe Team fehlte wegen Länderspielen.

Schwachstellen im Kader sind meiner Meinung der rechte offensiven Flügel. Dodi Lukebakio liefert sehr schwankende Leistungen. Und er kann nur in Systemen mit Absicherung spielen, z.B. 4-2-3-1, da sie defensiv nicht gut sind. Für ein 3-5-2 fehlt rechts ein Spieler. Das hatte man letzte Saison mit Marius Wolf versucht. Vorne fehlt ohne Ibisevic und Selke ein zweiter Stürmer, der den Ball festmacht und mit oder statt Piatek spielen kann. Nur die jungen Ngankam und Redan wären im Kader. Dem Vernehmen wird ein eher wuchtiger Typ gesucht.

Saisonstart

Werder Bremen

Eintracht Frankfurt

Bayern München

VfB Stuttgart

RB Lepizig

VfL Wolfsburg

FC Augsburg

Borussia Dortmund

Bayer Leverkusen

Union Berlin

Auswärts gegen Bremen und zuhause gegen Frankfurt. Das sind gute Standortbestimmungen. Mit Werder Bremen und Eintracht Frankfurt hat man zwei Teams, deren Abwehr in der letzten Saison zu den schwächeren Abwehrreihen der Liga gehörte.

Dann auswärts gegen die Bayern, zuhause gegen Stuttgart und auswärts gegen RB Leipzig.

Nach fünf Spielen wären 7 Punkte sicher schon viel.

Danach Wolfsburg, FCA, Dortmund und Leverkusen. Ich denke mit Bayern, Dortmund, Leipzig hat man die drei besten deutschen Teams in den ersten acht Spielen.

Vor dem Stadtderby kann Bruno Labbadia schon unter Druck stehen.

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FC Schalke 04

Kader :

Wichtige Zugänge:

Vedad Ibisevic, ablösefrei

Leihrückkehrer:
Ralf Fährmann
Mark Uth
Sebastian Rudy
Nabil Bentaleb
Steven Skrzybski
Hamza Mendyl

Jugendspieler:
Can Bozdogan
Malick Thiaw

Wichtige Abgänge:

Weston McKennie, Leihe mit erfolgsabhängiger Kaufpflicht, 4,5 Mio €
Alexander Nübel, ablösefrei
Daniel Caligiuri, ablösefrei
Jonjoe Kenny, Leihende
Michael Gregoritsch, Leihende
Jean-Clair Todibo, Leihende
Juan Miranda, Leihende

Leihrückkehrer Teuchert, Insua, Tekpetey und Carls direkt wieder abgegeben.

Transferbilanz:
+4,5 Mio € (alle Summen laut transfermarkt.de; eventuelle Ablösen für Insua und Teuchert ausgenommen, weil ungeklärt)

Wagner verkündete zuletzt, dass kein weiterer Neuzugang finanzierbar sei. Zumindest solange keine nennenswerten Transfereinnahmen generiert werden. Das bisherige Transferplus - die Leihgebühr für Weston McKennie - muss wohl zur Deckung der laufenden Kosten verwendet werden.

Die Wünsche nach einem Zielspieler im Sturm und einem gestandenen Rechtsverteidiger bleiben also voraussichtlich unerfüllt. Auch war Schalke wohl lange an einem Upgrade im Tor interessiert. Aber in der momentanen finanziellen Lage, so scheint es, könnte man sich kaum auch nur das Gehalt eines Leihspielers leisten.

Das Team ist gut genug für den Nichtabstieg, reicht aber natürlich nicht an das heran, was Schalker Teams der vergangener Jahre im Ligavergleich darstellten. Noch immer sind zahlreiche Talente zu finden. Diesen stehen aber eben oft noch am Anfang ihrer Entwicklung zu potentiellen Topspieler.

Vor allem ist der Kader aber unausgeglichen - auf einzelnen Positionen gleich mehrfach im Bundesligavergleich top besetzt, anderswo kaum erstligareif, mit Spielern auf ihren Zweit- bzw. Drittpositionen oder ohne gestandene Alternativen. Beispielsweise wird Rudy als Rechtsverteidiger eingeplant, also weit ab seiner angestammten Rolle und außerdem ohne nennenswerten Ersatz.

Die offensiven Flügel sind, wie schon oft in den Jahre zuvor, chronisch unterbesetzt, aber jetzt kommt dazu, dass auch in der Defensive kaum ausreichend Personal auf außen vorhanden ist. Beide Torhüter haben eine erfolg- und weitgehend einsatzlose Saison hinter sich. Und im Sturm fehlt den meisten Schalkefans noch immer der Spieler, der über zehn Ligatore garantiert.

Kleinere Kaderlücken waren aber auch schon in den vergangenen Jahren immer Voraussetzung dafür, dass Jugendspieler den Sprung ins Profiteam schaffen. Sanés Durchbruch kam nicht zufällig genau dann, als Farfan und vor allem Draxler kurzfristig ohne Ersatz verkauft wurden, Kehrer bekam seinen Stammplatz erst nach Höwedes’ Abgang und McKennie hat sicherlich mehr Einsatzzeiten bekommen, als bei einem Goretzka-Verbleib denkbar gewesen wären. Die mometanen Lücken sind aber zu groß, um sie sich damit noch schönreden zu können.

Ich persönlich freue mich, dass Schalke sich endlich mal ordentlich bemühen muss, schwierige Charaktere und unlieb gewordene Spieler zu (re-)integrieren. Vor Heidel war es zu einer kostspieligen Unsitte geworden, Topverdiener Jahre vor ihrem Vertragsende wegen Undiszipliniertheiten zu suspendieren - ohne Chance auf Wiedergutmachung - und auf den Gehältern und gezahlten Ablösen sitzen zu bleiben. Albert Streit, Sidney Sam und Kevin-Prince Boateng seien hier mal als Beispiele genannt.

Zwischenzeitlich schien sich das Ganze gebessert zu haben, Yevhen Konoplyanka und Nabil Bentaleb bekamen beispielsweise eine zweite Chance gewährt. Zuletzt schlug Schneider aber wieder in die alte Kerbe und verbannte Hamza Mendyl und Nabil Bentaleb in die U23. (Der neue Trainer Wagner bekam diese Spieler letzten Sommer angeblich nicht mal zu Gesicht um eine eigene Entscheidung treffen zu können.) Aber auch Sebastian Rudy schien chancenlos, ehe alle Drei verliehen wurden.

Spielstil :

Zu Beginn der Vorbereitung gab es nur altbekanntes zu sehen, ein 4-4-2 mit Raute. @Karstenzio vermutete dahinter den Plan, möglichst großen Erkenntnisgewinn über die Spieler zu erlangen, indem möglichst viele einflussgebende Variablen im Spiel konstant gehalten werden. Und tatsächlich zeigte sich Schalke zum Ende der Vorbereitung deutlich anders.

Allerdings lief die Vorbereitung im Ganzen alles andere als optimal. Wegen eines positiven Corona-Tests im Trainingslager mussten ganze drei Testspiele abgesagt werden (Würzburg, Viktoria Köln, sowie der zweite Gegner neben Aris Saloniki beim geplanten Doppeltest). Zu den nach Verletzung im Aufbau befindlichen Spielern Sané und Mascarell kam der zwischenzeitliche Ausfall der „Kontaktgruppe 1“ - Schubert, Langer, Schöpf, Raman und Burgstaller. Die Trainerentscheidung um die Torwartposition wurde Wagner dadurch wohl abgenommen.

Die Erkenntnisse für Außenstehende sind daher ziemlich schmal. Gegen den Ballbesitz fand Schalke zuletzt gegen Bochum und in geringerem Maße gegen Aris Saloniki zu alter Pressingstärke zurück, störte früh und stand hoch in einem 4-4-2. Das Spiel scheint noch immer primär auf Umschaltmomente ausgelegt, auf Gegenpressing nach Ballverlusten und direkte Konter nach Ballgewinnen.

Im Ballbesitz rückten die Außenverteidiger wieder weit auf und die offensiven Flügelspieler mit in Richtung Zentrum ein. Einer der beiden Sechser ließ sich zum Aufbau zwischen die Innenverteidiger fallen, in vorderster Linie stürmte eine Doppelspitze. Insgesamt wurde deutlich Wert darauf gelegt, das Pressing des Gegners in dieser Dreieraufbaureihe und unter stärkerer Einbeziehung des Torhüters zu umspielen. Die Offensive zeichnete sich durch große Fluidität aus und konnte so der Zuordnung des Gegners immer wieder entgehen.

Der gezeigte Spielstil richtete sich aber sicherlich auch stark am vorhandenen Personal aus: Stambouli, Kabak und Thiaw bringen die nötige Pressingresistenz und das starke Passspiel mit, um diesen Aufbau betreiben zu können. Uth stach durch starke Leistungen heraus und befindet sich als Stürmer bekanntermaßen häufiger im Kombinationsspiel in tieferen Räumen. Harit auf links Außen zog schon immer eher im Dribbling Richtung Strafraum, als im Sprint dem Ball hinterher zur Grundlinie. Und überhaupt bot sich ein Flankenfokus wenig an, wo in der Mitte doch Raman, Skrzybski und Uth, statt etwa Ibisevic, McKennie und Burgstaller zu finden waren.

Der Plan scheint erneut zu sein, das beste Pressingteam der Liga zu werden. Die Schwächen bleiben also auch die gleichen. Wie man gegen tiefstehende Gegner bei Rückstand oder nach dem Ausfall mehrerer Schlüsselspieler agiert, wird sich zeigen. Letztlich spiegeln Kader und Spielweise aber nur die gesund geschrumpften Ansprüche wieder. Für finanzielle Konsolidierung und gesichertes Bundesligamittelfeld sind keine Weltstar-Verpflichtungen und herausragender Ballbesitzfußball notwendig.

Hier noch eine Bitte an die Gäste: Bitte bringt nicht zum x-ten Mal die alte Leier, dass das ja wohl nicht der Anspruch von Schalke sein darf. Nein, genau dieses maßlose Anspruchdenken zuwider jeder fußballerischen und finanziellen Realität über Jahre, das kann ich einfach nicht mehr hören. Die meisten Schalkefans - oder zumindest die in meiner Bubble - haben das schon längst kapiert, von Fans anderer Vereine und sogenannten neutralen Beobachtern hört man den Käse aber immer noch erschreckend häufig.

Auftaktprogramm :

Schweinfurt (Pokal), FCB, SVW, RaBa, FCU, BVB, VfB, M05, VfL, BMG, LEV

Die Top drei der letzten Saison an den ersten fünf Spieltagen und allesamt auswärts. Sechs von sieben der internationalen Vertreter in den ersten zehn Ligaspielen. Uff. Ein schwereres Auftaktprogramm ist kaum denkbar. Und dann diese undankbare Auslosung im DFB-Pokal, bei der der Gegner erst seit Samstag Abend feststeht, wodurch also nur eine Woche Vorbereitungszeit bleibt. Zumindest hat Schweinfurt das Heimrecht an uns abgetreten.

Selbst wenn Wagner nicht schon in Teilen der Fansszene der Rauswurf gewünscht werden würde, wäre es schwer für einen jeden Trainer überhaupt bis Dezember im Amt zu bleiben. Obwohl ein Coach mit Erfahrung in England eigentlich ein absoluter Glücksfall für diese Saison ohne Winterpause ist.

So könnte jetzt jedes glückliche Tor oder jede unglückliche Schiedsrichterentscheidung die komplette Saison vorherbestimmen, wie es die letzten Jahre ja mehrfach geschehen. Die fünf Niederlagen zum Auftakt unter Weinzierl und zwei Jahre später nochmals unter Tedesco. Wagners überraschend starker Start und dabei aber das mehrmalige Verpassen der Tabellenspitze. Die noch immer laufende Serie von 16 Spielen ohne Sieg. Solche Narrative verfangen und manifestieren sich zunehmend, werden zur selbsterfüllenden Prophezeiung.

Wichtige Themen :

Wo soll man hier eigentlich anfangen? Finanzvorstand Peters und Aufsichtsratsvorsitzender Tönnies sind zurückgetreten, Ersterer ist noch ohne Nachfolger. Schalkes jahrzehntelanges Leben über den Verhältnissen rächt sich. Die Coronakrise wirkt dabei nur als Verstärker für die schon lange vorhandenen Probleme.

Als finanzielle Gegenmaßnahme wurde eine Gehaltsobergrenze beschlossen. Diese gilt wohl nur für Neuzugänge und auch nur für das Grundgehalt, erfolgsabhängig Boni kommen also obendrauf. Diese Maßnahme scheint vor allem dazu gedacht, den finanziellen Schaden bei Transfer-Missverständnissen zu minimieren, aber immer noch genügend Verhandlungsspielraum zu behalten, um auch Toptalente verpflichten zu können.

Dazu passend wurde aggressiv ein Fokus auf talentierte Jugendspieler, Vereinsidentifikation und finanzielle Nachhaltigkeit propagiert. Nur logisch also, dass eine Verpflichtung von Schwolow zulasten von Vereinsikone Fährmann und U21 Nationaltorwart Schubert ohne vorherige Transfereinnahmen nicht zu Stande kam. Ibisevics Verpflichtung ist hingegen zumindest aus finanziellen Gesichtspunkten unanfechtbar und bringt dringend benötigte Erfahrung, für das jüngste Team der Vorsaison.

Am Trainer wird - für Viele überrschend - festgehalten. Inwieweit aus Überzeugung und in welchem Maße die finanzielle Not beigetragen hat, wird sich zeigen. Die Reintegration der zuletzt aussortierten Leihspieler war genauso finanzielle Notwendigkeit und birgt ebenso enormes Konfliktpotenzial.

Im Betreuerstab wurde erneut massiv Personal erneuert, um einer Verletzungsmisere, wie mehrfach gesehen in den letzten Jahren, vorzubeugen. Dr. Andreas Schlumberger wurde Leiter Fitness und Prävention, eine neu geschaffene Position. Mit Werner Leuthard und Quirin Löppert wurde ein neues Athletiktrainerteam verpflichtet. Außerdem kam Dr. Wiebke-Maria Schlusemann als neue Ernährungsberaterin.

Schalke kommt endlich im aktuellen Jahrtausend an und hat diesen Sommer die längst überfällige Fußballfrauenabteilung gegründet. Schön, dass dabei in der untersten Liga angefangen wird und nicht ein Club aus der Region assimiliert wurde. Allerdings sucht man auf der Vereinshomepage bisher vergeblich nach der neuen Abteilung. Dringender Verbesserungsbedarf!

Noch immer wird eine Ausgliederung thematisiert, allerdings ist seit Neuestem von der Gesellschaftsform der eingetragenen Genossenschaft die Rede. Die Vereinsmitglieder könnten sich damit wohl eher arrangieren. Eine Investitionsmöglichkeit wäre damit gegeben, aber auch die finanzstärksten Investoren hätten als Genossenschaftsmitglieder nur eine Stimme, ihr Einfluss wäre also zumindest etwas reduziert.

In der Coronakrise soll dies aber nicht geschehen. Momentan hat man ja sowieso erstmal das Problem zu bearbeiten, wie die jährliche Mitgliederversammlung überhaupt stattfinden soll. Der Ehrenrat umfasst noch immer nur vier Mitglieder und nächste Woche jährt sich bereits der Rücktritt von Kornelia Toporzysek wegen der rassistischen Äußerung Tönnies’ und des vereinsseitigen Umgangs damit.

Die Umbauarbeiten am Trainingsgelände laufen indes weiter voran. Einen Abbruch des Projektes „Berger Feld 2“ durch die Coronakrise gab es also nicht. Mittlerweile ist das alte Parkstadion nach Rückbau zur Spielstätte der U23 geworden.

Zuletzt soll nicht unerwähnt bleiben, dass es im Nachwuchs einiges an Transfers gab. Das Scouting im Profibereich wurde scharf kritisiert, weil Ibisevic und die gerüchtelten Schwolow, Kolasinac und Kenny als offensichtliche und wenig inspririerte Ziele für Transfers galten, von denen zu allem Überfluss bisher nur Einer realisiert wurde.

In den Jugendmannschaften hingegen gab es einige Verpflichtungen aus verschiedensten Teilen der Welt. Unsere Nachwuchsarbeit genießt noch immer ihren guten Ruf und stopft die ein oder andere Lücke im Profikader. Und darauf wird Schalke beim aktuellen Kurs wohl noch länger angewiesen sein.

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Uff, ich kann nicht anders, ein bisschen muss ich über meinen lieben S04 schreiben.

Der Verein befindet sich ein weiteres Mal in seiner wechselhaften Geschichten in einer irrsinnigen Dynamik, die auf mich persönlich allerdings weniger belebend als viel mehr lähmend wirkt. Dazu gehört, dass ein wesentlicher Teil der Bewegung darin verbraucht, sich um sich selbst zu drehen -.- Das nenne ich gerne „Kreiseln“, als Hommage an andere Zeiten, sportlich bessere Zeiten. Die Betonung liegt dabei auf sportlich.

Es gibt dazu mehrere Linien, zu denen ich ein paar Worte schreiben und auf die jeweilige Dynamik verweisen möchte.

Linie Wirtschaft:
Schalke wollte mit den Großen pinkeln in einer Phase, als man es geschafft hat, regelmäßig aus dem Mittelfeld der Liga in die Top 6 zu kommen. Dies war auch immer die unterliegende Prämisse des Handelns, in Sachen Sponsoring, in Sachen Außendarstellung, in Sachen Transfers, etc.
Dazu ist der Vorstand erhebliche Risiken eingegangen und hat gewettet, dass Schalke sportlich eine lineare, positive Entwicklung gehen wird.
Die Wette ging nicht auf. Ob sie jemals klug war, da kann man bestimmt ein bisschen drüber streiten :wink: (lol war sie nicht).

Das planlos wirkende Agieren von Schalke in den letzten 5-6 Jahren zeigt den verzweifelten Versuch, immer höhere finanzielle Risiken einzugehen um mit denselben Strukturen sportlich erfolgreich zu sein, also CL oder mindestens EL. Dabei wurden Fehler gemacht, indem man Eigengewächse für zu wenig verkauft hat und neue Transfer teuer eingekauft hat. Das verschärfte nur das Kreiseln, weil der Druck immer höher wurde, Einnahmen zu generieren und gleichzeitig wieder neue Spieler zu holen…

Dann kam Corona und naja.
Die oben beschriebene Linie ist beendet. Einfach so. Ich glaube, das ist vielen noch nicht so richtig klar, aber Schalke wird nun ganz kleine Brötchen backen müssen und das ist spannend, weil das seit 20 Jahren nicht mehr passiert ist. Damit könnte ein Teil des „Kreiselns“ unterbrochen werden. Das muss natürlich nichts Gutes heißen :wink:

Linie Sport:
Interessant finde ich, dass Schalke ca. seit dem überraschenden Ende von Rangnick nach Identität und dem richtigen Fit auf der Trainerposition sucht. Sportlicher Misserfolg war dann immer der Indikator, den Fit erneut anzupassen, also den aktuellen Trainer rauszuwerfen.
Auch hier zeigt sich eine Anomalie: Schalke ist so arm, dass sie den Trainer vielleicht ohne Not gar nicht rauswerfen können (Abfindung, Kosten neuer Trainer, etc.). So bekommt David Wagner nach einer gräßlichen Rückrunde die Chance, die Di Matteo, Weinzierl, Tedesco und mit Abstrichen Jens Keller nicht bekommen haben.

Was heißt das für die neue Saison?
Schalkes Kader ist so schief zusammengestellt, dass man darauf Schlitten fahren kann. Im Zentrum ballt sich internationale Qualität, auf den Außenpositionen mischt sich Talent mit Fragezeichen, hinten wie vorne.

Wagner hat bewiesen, dass er mindestens ein One-Trick-Pony ist. Jetzt muss er zeigen, dass sein Trick wirklich geil ist, oder dass er einen zweiten Trick drauf hat.

Ein 4-4-2 mit zwei äußeren Mittelfeldspielern, die als 10er in den Halbräumen agieren sollen, war in der Vorbereitung zumindest das Mittel der Wahl. Das hat mal gut, mal schlecht geklappt.
Eine gute Wahl scheint es zumindest zu sein, um die eklatanten Tempodefizite auf den defensiven Außen zu kaschieren und die Ballung von starken Spielern im Zentrum zu betonen.

Namentlich seien da Harit und Bozdogan genannt, die am Ball tatsächlich Ideen haben. Mascarell, Bentaleb und Stambouli stehen für gepflegten Spielaufbau, können aber auch stören. Serdar hat Dynamik und Torgefahr.
Rudy und Oczipka als AVs sind ballsicher und erfahren. Raman und Matondo bringen ganz vorne Tempo rein, Ibisevic kann knipsen. Die Abwehrzentrale ist traditionell gut besetzt mit Kabak, Sane und Nastasic.

Über die Torwartposition will ich nicht viel schreiben, das wird schon genug diskutiert. Aber ich halte es schlicht nicht zu prognostizieren, wer da nach 10 Spielen das Tor hütet und ob er seinen Job gut macht.

Das klingt irgendwie schon nach angemessenem Bundesliganiveau. Die Frage ist nur, wie das mit Wagners Idee mit hohem und intensiven Pressing zusammengehen soll. Denn als seine vornehmliche Spielidee nicht gepasst hat, gab es über Wochen hinweg nur sehr geringe Anpassungen. Vielmehr ein absolutes Rollback auf defensiven Mauerfußball, der krachend gescheitert ist, weil … naja … das Mauern nicht mal funktioniert hat.

Also so schief der Kader zusammengestellt ist, so unklar ist, welchen Fußball Wagner spielen lassen will: Spannend ist es allemal, was sich da gerade zusammenbraut, den Talent ist in dem Kader nachwievor vorhanden.
Auch spannend wird es sein, einen Schalker Kader zu beobachten, der sich nahezu personell unverändert präsentiert, McKennie und Ibisevic ausgenommen.
Es ist eine absolute Ironie, dass auf Schalke jahrelang nach Konstanz gesucht wurde und ausgerechnet in diesem Aspekt nach Corona gefunden wurde! Solche Geschichten…

Linie Entscheidungsträger:
Über Jahre hinweg wechselten Sportdirektoren und Trainer. Es blieb größtenteils der Vorstand. In der Nachschau geradezu absurd, dass diese Konstellation nur von sehr wenigen Fans hinterfragt wurde. Dass sich die Kritik immer wieder an Heidelheldschneider oder Tedescoweinzierlwagner ablud. Und dass Corona kommen musste, um die die Mitverantwortlichen für den gesamten Kurs (s.o. Linie Wirtschaft) überhaupt in den Zentrum des Diskurses und letztlich aus dem Verein zu bringen.
Denn im September 2020 ist der langjährige Präsident nicht mehr da. Der Finanzvorstand ist nicht mehr da.

Im Falle des Präsidenten freut mich das. Im Falle des Finanzvorstandes…wirkt es ein bisschen wie ein Bauernopfer.

Die Zukunft und der Saisonstart:
Schalke Auftaktprogramm ist knüppelhart. Nimmt man aus den Spielen ein paar Punkte mit, wird Schalke eine ruhige Saison erleben, bis die Vertragssituation des aktuellen Überperformers der Saison relevant wird. Denn Schalke braucht Geld, will aber traditionell ungern Spieler abgeben. Man fürchtet vielleicht auf die Fans, die zwar sagen, dass der Verein größer ist als der Einzelspieler, aber immer davon träumen, dass der Einzelspieler eine Ära (und nicht weniger als das) prägen wird.
Schalke wird dann wieder Kreiseln, aber vielleicht ist das eine akzeptable Form von Kreiseln.

Verliert man den Großteil des Auftakts, brennt der Baum. Es wird überhastete Entscheidungen geben, der Ruf nach dem Ex-Präsidenten und dessen Geld wird lauter. Man wird die Ausgliederung als Rettungsring populärer werden sehen.
Es wird ein Strudel beschleunigt, der das Kreiseln beenden wird. Und zwar zu Gunsten eines Absturzes nach unten, mit dem schon andere Vereine Bekanntschaft machen mussten.
Denn die Struktur dieses Vereins ist marode, nicht das Konzept des e.V. an sich.

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Borussia Dortmund

Pferdelunge hatte ja schon etwas dazu geschrieben, aber hier noch meine Anmerkungen:

Transfers
Abgänge:

  • Hakimi: 0€ (Leihende)
  • Götze: 0€ (Vertrag ausgelaufen)
  • Ballerdi: 1M€ (Leihe zu Marseille)

Zugänge:

  • Jude Bellingham (17, Zentrales Mittelfeld): 26,5 M€ von Birmingham
  • Thomas Meunier (28, Rechtsverteidiger): 0€ von PSG
  • Reinier (18, OM/Sturm): 2 Jahre Leihe von Real Madrid

  • Felix Passlack (22, Außenverteidiger): zurück aus Leihe zu Sittard
  • Marius Wolf (25, Außen): zurück aus Leihe zu Hertha

  • Yousoufa Moukoko (15, Sturm) ab 20.11. aus U19
  • Tobias Raschl (20, Defensives Mittelfeld) aus U19

Transferbilanz: -46.0 M€
Neue Ausgaben waren nur die 26,5 M€ für Bellingham. Alle weiteren Transfers waren Leihgeschäfte oder ausgelaufene Verträge.
Dazu kommen noch die Kaufverpflichtungen nach Leihe aus der letzten Saison mit Emre Can (-25 M€) und Ömar Toprak an Bremen (+4M€), sowie 500k€ für Burnic der letzte Saison nach Dresden verliehen war und jetzt nach Heidenheim verkauft wurde.

Was könnte noch passieren?
Normalerweise würde ich darauf tippen, dass Wolf und Passlack diesen Sommer nochmal verliehen oder verkauft werden, aber wegen des engen Kalenders könnte es sein, dass der BVB an den beiden festhält für etwas mehr Breite im Kader. So hätte Favre noch ein paar Optionen falls es zu Verletzungen kommt.

Spielstil
Die spannende Frage zu Beginn der Saison wird in Dortmund sein: 3er oder 4er Kette? Nachdem die Mannschaft letzte Saison selbst lieber in einer 3er Kette spielen wollte und dies ab dem Hertha-Spiel in der Hinrunde auch relativ gut getan hat, hat Favre bisher in der Vorbereitung ausschließlich die 4er Kette trainieren und spielen lassen [1]. Das hätte den Vorteil, dass es die Position des klassischen 10ers wieder gibt, welche der BVB sehr gut besetzen könnte (Reus, Reyna, Reinier?). Wenn ich mir aber mit meinem (sehr begrenzten) Fußballsachverstand den Kader so angucke, bin ich mir nicht sicher ob die 4er Kette die beste Idee ist. Ich habe hier mal den Kader auf dem Feld eingezeichnet, wo ich sie (persönlich) in etwa sehe:


(Bei Spieler in Klammern gehe ich von geringer Spielzeit aus)

Der BVB hat genügend Spieler im Zentrum für ein 4-2-3-1 oder 4-3-3, aber ich bin mir nicht so sicher was Favre tun wird, wenn Sancho und/oder Hazard mal nicht spielen können. Brand, Reyna, Reinier können sicherlich auch auf den Außen spielen, aber wirklich wohl fühlen sie sich im Zentrum. Dazu kommt noch, dass die Außenverteidiger alle eher nach vorne denken als in der 4er Kette hinten abzusichern.

Ich würde Tippen, dass der BVB relativ schnell wieder auf ein 3-4-3 wechseln wird, bei dem Guerreiro/Schulz und Morey/Meunier die Außen bearbeiten und sich die Offensivabteilung im Zentrum austoben kann. Favre erwägt dies auch wohl inzwischen [2]. Eventuell war es ja einfach ein ganz gutes Training, falls der BVB in einem KO-Spiel mal hinten liegt und auf ein offensiveres 4-2-3-1 Wechseln muss.

Auftaktprogramm

  • MSV Duisburg (DFB)
    1. Gladbach
    1. Augsburg
  • Bayern (Supercup)
    1. Freiburg
    1. Hoffenheim (ohne Fans)
    1. Schalke
    1. Bielefeld
    1. Bayern
    1. Hertha
    1. Köln
    1. Frankfurt

Saisonstart gegen Gladbach ist natürlich direkt ein Kracher. Danach hat Favre noch 2-3 Spiele Zeit sich für eine gute Formation zu entscheiden bevor es ins Derby geht. Ansonsten kann man noch nicht wirklich viel dazu sagen, außer dass der BVB nach 4 von 6 CL-Gruppenspiele ein Heimspiel in der Bundesliga hat. Ich glaube bei dem engen Spielplan, ist so ein Vorteil auch schon einiges wert.

Rasselbande
Besonders gespannt bin ich diese Saison auf die jungen Wilden in der Offensive. Mit Sancho und Haaland sind die beiden Toptalente vorne schon vergleichsweise alt, während Reyna und Bellingham diese Saison ihren Durchbruch haben könnten. Die beiden 17 jährigen haben sich in der Vorbereitung in sehr guter Verfassung präsentiert und ich wäre nicht überrascht wenn die beiden häufiger in der Startelf auftauchen würden. Gerade Bellingham hat gezeigt, dass er die Körperlichkeit aus der zweiten englischen Liga gewöhnt ist und war ein sehr aggressiver Wadenbeißer im Mittelfeld mit vielen Ballgewinnen.

Mit Reinier (18) kam noch ein weiterer junger Spieler dazu, zu dem ich aber noch nichts sagen kann, da er in einer Stunde zum ersten mal spielt. Ab November ist dann auch noch Moukoko spielberechtigt, der im Trainingslager wohl alle (Spieler/Trainer/Reporter) sehr positiv überrascht hatte und dann auch wirklich zum Profikader dazugehören wird.

Sollte sich diese Rasselbande (der das Talent nur so aus den Ohren tropft) in einen Rausch spielen, könnte das ein wahres Feuerwerk in der Offensive werden. Es könnte natürlich auch sein, dass es voll nach hinten los geht, wenn ein Gegner mal etwas härter Verteidigt und ihnen den Spaß am Spiel nimmt. Wir werden sehen…

Sonstiges
Ich finde die Quelle gerade nicht, aber ich meine der BVB wollte Ende des Jahres ein Konzept zum Thema Frauenfußball veröffentlichen. Sofern ich das mitbekommen habe, ist der Verein sich noch nicht sicher wie (nicht ob) er den Frauenfußball unterstützen möchte: Eigenes Team, Kooperation mit anderem Verein (BuLi oder Unterklassig?), Fusion? Ich bin mal gespannt was dabei rauskommt.

UPDATE:
Nur der Vollständigkeit halber: Kaum schreibe ich das hier, lässt Favre im letzten Testspiel eine 3er Kette spielen.

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Schalke 2020 in a nutshell.

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Arminia Bielefeld kommt als Zweitliga-Meister wieder zurück in die Bundesliga, die wir vor 11 Jahren im Jahr 2009 verlassen haben. In den letzten Jahren drohte immer wieder die Insolvenz, es gab zwei Abstiege in die 3. Liga, einmal standen wir kurz vor der Regionalliga. An unserem tiefsten Tiefpunkt in der 3.Liga kam 2011 Sportdirektor Samir Arabi, der in jeder Liga und Situation nahezu immer gute Transferideen und baute über die Jahre nach und nach die Mannschaft auf, die jetzt in die Bundesliga aufgestiegen ist. Aus der damaligen Zeit sind mit Klos und Ortega zwei Spieler im aktuellen Bundesligakader.

Neben Arabi sollte auch der kaufmännischen Geschäftsführer Markus Rejek erwähen, der seit 2017 bei Arminia ist. uter Glücksfall für uns. Seine Idee mit dem „Bündnis Ostwestfalen“ hat uns nicht nur am Leben erhalten, sondern uns wieder eine echte Perspektive eröffnet. Zu dem Bündnis könnt ihr hier noch mal alles wichtige lesen: https://www.spox.com/de/sport/fussball/zweiteliga/1803/Artikel/arminia-bielefeld-und-das-buendnis-ostwestfalen-gemeinsam-sind-wir-stark.html

Noch kurz zwei Punkte dazu:
„Das Bündnis Ostwestfalen tritt an für den Erhalt der traditionellen Fußballkultur und Vereinsstruktur in Deutschland. Es ist die ostwestfälische Antwort auf 50+1.Das bedeutet klar und unmissverständlich: Wir mischen uns nicht in das Tagesgeschäft der gewählten und bestellten Vereinsverantwortlichen ein und vertreten im Verein keine eigenen Interessen, sondern möchten den DSC Arminia für eine erfolgreiche Zukunft unterstützen.“ (arminiabielefeld.de, März 2020)
„Arminia Bielefeld will den Klassenerhalt in der Bundesliga finanziell aus eigener Kraft schaffen. Sportchef Samir Arabi stellte klar, dass keine Verstärkungen mit Hilfe des Bündnisses Ostwestfalen geholt werden sollen. Das Bündnis Ostwestfalen ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, das Arminia vor drei Jahren gerettet hat. Damals hatte der Verein 30 Millionen Euro Schulden. Arabi schließt auch aus, dass Arminia einen Kredit aufnimmt,um Spieler zu verpflichten.“ (Radio Bielefeld, August 2020)

Kader:

  • Nathan de Medina (Rechter Verteidiger) (Royal Mouscron)
  • Jacob Barrett Laursen (Linker Verteidiger) (Odense BK)
  • Christian Gebauer (Rechtsaußen) (SC Rheindorf Altach)
  • Noel Niemann (Sturm) (TSV 1860 München)
  • Sergio Córdova (Sturm) (FC Augsburg, Leihe)
  • Mike van der Hoorn (Innenverteidiger) (Swansea City)
  • Ritsu Doan (Rechtsaußen) (PSV Eindhoven, Leihe)

Bei den Zugängen, sieht man das wir einige jüngere, interessante Spieler aus Ländern wie Dänemark, Österreich, Belgien verpflichtet haben. Laursen, Niemann und ich meine auch de Medina sind Transfers die schon festgemacht worden sind, als noch nicht sicher war, dass es wirklich in die Bundesliga geht. Doan und van der Hoorn sind Spieler mit Marktwerten wie wir sie hier schon ewig nicht mehr hatten – spannend wird sein, wie sie sich in die Gemeinschaft der Aufstiegsmannschaft integrieren. Sergio Córdova macht bisher einen sehr starken Eindruck und hat auch schon einige Treffer in der Vorbereitung erzielt. Da Voglsammer zur Zeit noch verletzt ist, ist das auch nötig, da er ihn wahrscheinlich erstmal auf der linken offensiven Seite ersetzen wird. Für die Zugänge wurden bisher übrigens keine Ablösen gezahlt, zu möglichen Leihgebüren kann ich so nichts sagen.
Ein offener Transferwunsch ist noch ein zentraler Mittelfeldspieler (6er/8er) der uns in der ersten Liga an der Seite von Manuel Prietl sofort weiterhilft und Stammplatz-Aspirant ist.
Es gibt Gerüchte um Paderborns Sebastian Vasiliadis, was natürlich ein Hammer-Transfer für uns wäre. Probleme sind: wir haben nur sehr wenig Geld zur Verfügung, Paderborn möchte noch eine gute Ablöse kassieren und ich meine andere Bundesligisten sind auch an ihm dran (was ja auch nach seiner letzten Saison verständlich ist). Gerüchte gab es noch um das in der Bundesliga bekannte Norwich-Trio Leitner, Trybull und Vrancic sowie ein junger Engländer namens Conor Gallagher von Chelsea, an dem aber auch schon einige andere Clubs in Europa dran sind. Ich denke hier muss man einfach mal abwarten und sich von Samir Arabi überraschen lassen.

Für unsere bescheidenen Verhältnisse sind wir mit der Zwischenstand der Transfers glaube ich sehr zufrieden. Trainer Neuhaus hätte kürzlich verpflichtete Spieler wie von der Hoorn oder Doan bestimmt schon gerne im Trainingslager mit dabei gehabt, aber ich denke wir sollten einfach froh sein, solche für unsere Verhältnisse Topspieler überhaupt vor dem Saisonstart bekommen zu haben.

Abgänge (alle ablösefrei)

  • Jonathan Clauss (Rechtsaußen) RC Lens
  • Patrick Weihrauch (Offensives Mittelfeld) Dynamo Dresden
  • Keanu Staude (Linksaußen) Würzburger Kickers
  • Florian Hartherz (Linker Verteidiger) Fortuna Düsseldorf
  • Philipp Klewin (Torwart) FC Erzgebirge Aue
  • Álex Pérez (Innenverteidiger) UD Logroñés
  • Stephan Salger (Innenverteidiger) TSV 1860 München

Angänge bislang ohne Ziel:

  • Nils Quaschner (Mittelstürmer)
  • Tom Schütz (Defensives Mittelfeld)
  • Ágoston Kiss (Torwart)

Der schmerzlichste Abgang ist sicher Jonatan Clauss. Ein wahnsinnig schneller, technisch starker Rechtsaußen mit einigen Vorlagen und Toren, den ich sehr gerne mal in der ersten Liga gesehen hätte, weil ich ihm auch da einiges zugetraut hätte. Jetzt geht er ablösefrei nach Frankreich und spielt dort erste Liga, zumindest wenn er seine Corona-Infektion gut übersteht, was ich ihm wünsche.

Der zweite Stammspieler der letzten Saison der uns verlässt, ist Linksverteidiger Hartherz – hier war man sich wohl einig, das er den Sprung in die erste Liga nicht schafft und gab ihn an Düsseldorf ab. Salger und Schütz sind zwei Spieler die seit den ersten Jahren in der 3.Liga mit dabei sind – ich persönlich finde es für beide schade, dass sie nicht mehr hier sind, da sie sicher wichtig für die Mannschaftsstruktur waren. Beide waren jedoch in der 2.Liga schon nur noch Ergänzungsspieler.

Sehr schade ist der Abgang von Keanu Staude – ein Bielefelder, der bereits seit der frühsten Jugend hier im Verein spielt und teilweise wirklich gute Spiele gemacht hat. Er hat wahnsinnig gute Anlangen, schaffte es unter Neuhaus aber leider überhaupt nicht mehr ins Team. Leider gab es auch noch einen „Whats-App“-Vorfall (kann jeder selbst googlen), der mittlerweile zwar ausgeräumt ist, aber ihm ihr trotzdem sehr geschadet hat.

Zu den Schwachstellen im Kader kann ich so noch wenig sagen. Ich persönlich frage mich ob Jacob Laursen als Linker Verteidiger wirklich so viel besser als Florian Hartherz ist. Was ich so mitbekommen habe, war er in den Testspielen noch nicht so überragend, aber wie schon gesagt, ich möchte nicht allzuviel auf die Testspiele geben. Alles weitere zum Thema Schwachstellen wird man sicher erst nach den ersten Pflichtspielen sehen.

Spielstil:
Ich werde hier mal etwas ausführlich über Uwe Neuhaus und unsere letzte Aufstiegssaison schreiben. Dabei versuche ich auch etwas zur Taktik und zum Spielstil zu erklären.

In der 2.Liga spielten wir unter Uwe Neuhaus durchweg ein Spielsystem (4-3-3). In der Regel dann mit einem zentralen defensiven Mittelfeldspieler sowie zwei höher postierte „Achtern“. Neuhaus setzte auf einen geordneten Spielaufbau. Torhüter Ortega wird verstärkt in das eigene Spiel eingebunden. Ortega ist ein Torhüter der modernen Schule. Dieser nimmt im System von Trainer Uwe Neuhaus eine zentrale Rolle ein und stellt in diesem eine zuverlässige Anspielstation dar und wird immer wieder mit in den geduldigen Spielaufbau einbezogen. Darüber hinaus ist er in der Lage, mit zielgenauen Zuspielen auf die Außenbahnen Räume zu öffnen oder mit Flugbällen in die Spitze sogar Torchancen einzuleiten. Die beiden Innenverteidiger postiert er fast auf Höhe der seitlichen Strafraumkanten, während die Außenverteidiger bis ins Mittelfeld vorschieben. So können vor allem Mannschaften, deren Angriffsreihe in erster Linie das Zentrum abdeckt, leichter überspielt werden. Auffällig: Um bestmöglich kombinieren zu können, besetzte Neuhaus die Innenverteidigung in der Regel mit einem Links- und einem Rechtsfuß.
In der Regel spielten wir einen wirklich ansehnlichen Ballbesitzfußball auf Basis einer hohen Passquote. Nur wenn die Gegner die Bielefelder zustellen und der Offensive damit größere Räume zur Verfügung stehen, agiert Arminia mit langen Bällen in die Spitze. Das sauberer Flachpassspiel hat Arminia in der 2. Bundesliga häufig einen hohen Ballbesitzanteil beschert.

Im Mittelfeld- oder Angriffspressing arbeitete das Team geschlossen gegen den Ball, was durch die ligaweit beste Laufleistung pro Spiel unterstrichen wird. Dieser Einsatz bildete die Grundlage dafür, dass den Gegnern häufig nur wenige Räume angeboten wurden.

Neuhaus achtete in der letzten Saison auf eine feste Achse mit wenigen Startelfwechseln. Die feste personelle Achse mit hohen Spielanteilen sorgt dafür, dass die Spieler ihre Rolle im Kader kennen und die Mannschaft eingespielt ist. Er setzte auf eine klare Hierarchie mit einem festen Spielsystem und verfolgt auf dem Platz einen erkennbaren Plan. Zusammen mit Greuther Fürth setzte Arminia in der 2.Liga im letzten Jahr insgesamt die wenigsten Spieler ein (24).

Aus der Defensive heraus lässt Neuhaus sein Team das Spiel geordnet aufbauen und setzte im Angriffsdrittel auf Durchbrüche über Außen, die in Klos und Voglsammer Abnehmer finden. Fabian Klos (21 Tore, Torschützenkönig der 2.Liga) und Andreas Voglsammer (12 Tore) erwiesen sich als sehr zuverlässige Vollstrecker nach Hereingaben von außen. Außerdem stellten die robusten Angreifer auch eine Anspielstation dar, wenn sich Arminia mit einem langen Ball befreien muss oder diesen als Angriffsmittel gegen aufgerückte Gegner einsetzte.

Klos war der Schlüsselspieler der letzten Saison - ist er kurz zusammengefasst als Persönlichkeit, Leader, Identifikationsfigur und Top-Torschütze
der wichtigste Spieler und das Aushängeschild des Vereins. Er ist 1,94-Meter groß und spielt meist als zentrale Sturmspitze oder auch mal als hängende Spitze, ist enorm kopfballstark und beidfüssig. Neben seinen Leaderqualitäten ist er extrem Laufstark, zeigt immer 100% Einsatz und hat auf Grund seiner Physis eine hohe Zweikampfstärke. Oft weicht er auf die Flügel oder ins Mittelfeld aus, schirmt den Ball ab und bindet Gegenspieler. Bei gegnerischen Standards geht er oft in den eigenen Strafraum zurück, um mit seiner Kopfballstärke auszuhelfen.

Die letzte Saison war wirklich klasse und ehrlich gesagt für mich als Zuschauer, insgesamt der beste und ansehnlichste Fußball den Arminia seit ich denken kann jemals gespielt hat. Wir hatten die Beste Abwehr mit nur 30 Gegentreffern in 34 Partien und dabei 14 Zu-Null-Spiele. Dann hatten wir auch den besten Angriff mit 65 erzielten Toren und 16 ungeschlagene Spiele in Serie. Auf die einzigen beiden Niederlagen gegen Stuttgart (0:1) und St. Pauli (0:3) folgten jeweils Siege, so dass der DSC in beiden Fällen schnell wieder in die Spur fand. Insgesamt hatte die Mannschaft eine starke Mentalität. So oft wurden Spiele, wo man wirklich an keinen Erfolg mehr glaubte doch noch irgendwie umgebogen oder irgendwie fiel dann doch noch das Tor zum glücklichen Unentschieden. Diese Metaliät hat sich die letzten Jahre echt stark durch die Mannschaft gezogen - egal wie schlecht ein Spiel lief, musste man immer damit rechnen das in der 90.Minute oder in der Nachspielzeit noch irgendwas passiert bzw. noch irgendwie ein Tor entsteht.

Die 65 Tore zeigen es ja auch schon - es gab eine unglaublich gute Effektivität vor dem gegnerischen Tor. Von allen Zweitligiszen hatten wir die beste Torchancen-Verwertung. Ligaspitze war Arminia auch mit 14 Kopfball-Toren.
An der Stelle muss man einfach noch mal festhalten, dass wir wirklich verdient in die Bundesliga aufgestiegen sind. Es war kein Glück, kein mit schlechten Spielen irgendwie „durchmogeln“ und schon garkein gekaufter Erfolg. Ich fand es immer sehr erstaunlich, das z.B. beim Spiel gegen Stuttgart auf der Gegenseite irgendwelche Spieler in der Startaufstellung standen, die einen höheren Marktwert als unsere komplette erste Elf hatten.

Die spannendste Frage ist jetzt: was ändert sich in der Bundesliga? Im Oberhaus wird sich das DSC-Spiel auf jedenfall verändern. Uwe Neuhaus wird nicht alle (erfolgreichen) Prinzipien über Bord werfen, muss aber bestimmt Veränderungen vornehmen. Aufgrund der höheren Qualität der Gegner werden sich die Spielanteile im Vergleich zur 2. Bundesliga verschieben. Arminia wird deutlich seltener das Spiel bestimmen und in den meisten (vermutlich sogar in allen) Fällen als Außenseiter antreten. In Top-Spielen der 2.Liga, z.B. gegen den HSV oder Stuttgart setzte Neuhaus auf eine Doppel-Sechs im Mittelfeld konzentrierte sich mehr auf das Konterspiel. Dafür spricht auch die Suche nach schnellen Spielern auf die Außenpositionen (z.B. jetzt die Verpflichtungen von Gebauer und Doan). Ich habe auch irgendwo gelesen, dass Neuhaus für die neue Saison plant, in manchen Spielen auch mit einer Fünferkette zu agieren.

Die Testspiele haben mich bis jetzt noch nicht wirklich überzeugt, da es keinen einzigen Sieg gegen einen Gegner auf Augenhöhe gab. Ein 5:0 gegen einen Westfalenligisten und einem glücklichen Last-Minute 3:2 gegen Duisburg und ein 2:1 gegen den SC Verl zwar drei Siege, dazu Unentschieden gegen Osnabrück (1:1), Feyenoord Rotterdam (0:0) und FC Groningen (1:1) + ein 0:2 Niederlage gegen Stuttgart. Ich will es aber auch nicht überbewerten, da es halt Testspiele sind.

· Auftaktprogramm: Wie bewertet ihr die ersten zehn Spiele?

Essen (DFB), Frankfurt, Köln, Bremen, Bayern, Wolfsburg, Dortmund, Union, Leverkusen , RB, Mainz

Da ich Arminia als absoluten Außenseiter sehe, ist es mir persönlich eigentlich relativ egal, wann wir welchen schweren Gegner bekommen. Das wir nach 11-Jahren wieder da sind – schon diesen ganz merkwürdigen Corona-Aufstieg hatten fühlte sich schon komisch an. Dann jetzt aber die Heimspiele Bayern und Dortmund schon so früh in der Saison zu haben, wo jetzt schon klar ist das dort nur ganz wenige Zuschauer sein werden (NRW hat zur Zeit immer noch max. 300 - also kein Vergleich zu Berlin/Leipzig) macht einen das schon etwas traurig, weil das ja auch die Heimspiele sind, auf die man sich als Fan besonders gefreut hat.

Frankfurt/Köln/Bremen ist ansosten vom Auftakt her ok, da dort bestimmt die Möglichkeit auf den ein oder anderen Punkt besteht. Und vielleicht ist es auch ein Vorteil, wenn man Bayern/BVB/RB schon früh in der Saison gespielt hat – letzten Endes macht es glaube ich nicht soo viel aus. Essen im Pokal wäre mit Zuschauern ein tolles Spiel, aber als Favorit auch immer ein sehr unangenehmes. Ich denke, dass das etwas leerere Stadion an der Hafenstraße eher ein Vorteil für uns ist.

Wichtige Themen:

Hier gehe ich nur noch mal kurz mit zwei Ziaten von Samir Arabi auf das Thema Erwartungshaltung ein:
· Zitat Samir Arabi „Die wirtschaftlichen Möglichkeiten seien entsprechend begrenzt: „Unser Bundesliga-Etat in der nächsten Saison wird deutlich geringer sein, als ihn aktuell der HSV, Nürnberg, Hannover oder Stuttgart in der 2. Bundesliga haben.“ (ich meine der Etat sind ca. 20 Millionen – finde nichts genaueres)
· „Wir haben nur dann eine Chance drinzubleiben, wenn wir am Limit spielen. Gleichzeitig müssen andere Vereine deutlich unter ihrem Limit bleiben. Und wir brauchen unerwartbare Siege. Wenn dann der Klassenerhalt gelingt, wäre das ein Fußballmärchen. Was aber nicht bedeutet, dass hier irgendeiner jetzt schon die Flinte ins Korn wirft. Nur: Wir müssen die Situation richtig einordnen. Es ist, als würde ein Gummiboot gegen lauter Motorboote antreten. Und wegen Corona hat das Gummiboot jetzt auch noch ein Leck.“
·
Also es wird wohl eine sehr schwere Saison. Ich hoffe das sich die Mannschaft schnell findet und wir vielleicht wie letzte Saison die Nachbarn aus Paderborn die Liga positiv (und natürlich mit besserer Punktausbeute) überraschen können.

  • ·Und übrigens: Seit der Spielzeit 2012/2013 schafften es alle Zweitligameister, im ersten Bundesligajahr die Klasse zu halten. :smile:
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Ich habe bei Werder in der Vorbereitung immer wieder mal den Namen Woltemade gesehen.
Kannst du mir zu dem Spieler was sagen? Ich weiß quasi nichts von ihm.

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Ich weiß auch nicht viel. Habe aber gehört, dass Baumann gern seinen Vertrag verlängert hätte, der nächsten Sommer ausläuft, der Spieler das wohl bislang abgelehnt hat. Kommt aus der Jugend von Werder.
Spielt auf der Stürmerposition, ist ziemlich groß und wurde letzte Saison ein paar Mal eingewechselt. Ich kann mich da jetzt leider nicht erinnern, ob er da gut gespielt hat.

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Verein: VfB Stuttgart
Kader: Als Abgänge gibt es eigentlich lediglich Holger Badstuber, der laut Sportvorstand lediglich aus sportlichen Gründen in die 2. Mannschaft versetzt wurde. Das ist aus 2 Gründen verständlich, zum einen gibt es Stand jetzt ein Überangebot im Kader, den wie es bisher aussieht lässt der Trainer eine 4er Kette spielen und es stehen mit Badstuber 6 nominelle IVs im Kader ohne die Talene Awoudja(aktuell verletzt-Kreuzbandriss), Mack(soll an 2. oder 3. Ligisten verliehen werden und Aidonis(war im Trainingslager dabei, jedoch für 2. Manschaft eingeplant) im Kader. Außerdem gab es athmosphärische Störungen, die auf Badstuber zurückzuführen sind.
Als Zugänge gibt es zum einen die Spieler, die im letzten Jahr noch ausgeliehen waren und nun fest verpflichtet wurden wie zum einen Gregor Kobel, der für 4mio von Hoffenheim gewechselt ist, der meiner Meinung nach eines der größten Torwarttalente der Liga ist. Er wird in der kommenden Saison absolut gesetzt sein. Seine Stärken sind die Ballsicherheit sowie das 1 v. 1 zudem hat er in der abgelaufenen Saison wenig Fehler gemacht, jedoch auch wenig krasse Paraden gezeigt.
Zudem wäre da noch Wataru Endo, der für 1,7 mio vom VV St. Truiden gewchselt ist. Er dürfte wie Kobel gesetzt sein. Er ist ein relativ spielstarker und zweikapfstarker 6er, der sehr wahrscheinlich gutes Bundesliganiveau besitzten dürfte. Zudem ist er trotz seiner größe von 1,78 extrem kopfballstark.
Der letzt der festverpflichteten Leihspieler ist Pascal Stenzel, der für 1,3 mio von Freiburg gekommen ist. Er ist ein interesanter Außenverteidiger, da er sich im Aufballspiel häufig in die Mitte zieht und dort als verkappter Spielmacher agiert(häufig die meisten Ballkontakte). Er ist ballsicher und hat eine hohe Passquote, jedoch agiert er häufig unaufällig.
Der Königstranserfer fürfe Sven Mislintat wohl mit Waldemar Anton gelungen sein, der für nur 4mio an den Neckar gewechselt ist. Er dürfte ja in der Bundesliga schon bekannt sein. Er ist ebenfalls spielstarker Innverteidiger, der auch auf der 6 spielen kann, zudem ist er zweikampfstark und agiert in der Vorbereitung schon als Abwehrchef.
Der letzte Transfer ist der ablößefrei von Le Havre gewchselte 17jährige Flügelstürmer Momo Cisse. Er ist für die 1. Manschaft eingeplant aber dürfte nur ein Ergänzungsspieler sein.
Der Kader ist auf jeden Fall sehr jung(stand jetzt jüngster Kader mit ALtersschnitt von 23,9 Jahren(laut TM)). Als Transferwunsch würden wohl viele Fans ein Stürmer nennen, der Tore garantiert, jedoch wird das wohl nichts, da der Vfb Coronabedingt eigentlich kein Budget mehr hat und der zuletzt hochgehenadelte Nico Gonzales verletzungsbedigt nicht mehr wechseln wird.
Als Schwachstellen im Kader würde ich als erstes die Rechtsverteiderposition nenne, auf der nominell nur Stenzel spielen kann. Und ein Stürmer, da es aktuell viele verletzte gibt und nur Spieler ohne BL Erfahrung zur verfügung stehen.

Spielstil: In der abgelaufen Zweitligasaison sah man gegen Ende häufig ein 3241 das auf Ballbesitzfussball ausgelegt war. Diese Saison könnte das jedoch deutlich anders werden. P. Matarazzo wird wahrscheinlich sehr variabel spielen und oft seine Grundformation ändern. Jedoch ist in der Vorbereitung häufig ein 4231 zu erkennen. Der VfB will nach Ballverlust schnell umschalten und setzt auf schnelles Kombinationsspiel über außen, jedoch wird der VfB sich wahrscheinlich häufig mit der Spielweiße auf den Gegner anpassen.
Auftaktprogramm: Rostock(DFB), Feiburg, Meinz,Leverkusen, Hertha, Köln, Schalke, Frankfurt, Hoffenheim, Bayern, Bremen
Wichtige Themen: leider haben sich in der Vorbereitung viele wichtige Spieler verletzt, wobei davon die meisten ab dem 4. Spieltag wieder fit sein solten.
Ansonsten geht der Vfb mit einem spannenden, jungen Kader in die kommende BL Saison. Von diesen jungen Spielen solten sich am besten mind 3-4 Spieler gut entwickeln, damit der eine gute Chance in der Klasse zu bleiben und genau das muss das Ziel sein und das wurde auch gut so kommuniziert. Und damit sich diese Spieler entwickeln können sollte es auf jeden Fall Kontinuität auf der Trainerbank geben, denn ansonsten wird wahrscheinlich auch Mislintat gehen und der Vfb hätte die gleichen Problme wie in den letzten 10 Jahre.
Mein Tabellenplatzttipp: 14

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Hi Phipser, toller Artikel. Schreibst Du auch für Halbfeldflanke?

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Ich kann da nur ein bißchen was zu sagen, da ich ja (zumindest aus Fußballsicht) leider recht weit weg von Bremen leben.

Nick ist ein echtes Bremer-Eigengewächs und wurde im letzten Herbst direkt von der U19 zu den Profis geholt, wo er ab Dezember zum festen Bestandteil im Spieltagskader gehörte. Bis auf sein Startelf-Debüt gg den FCA kam er aber „nur“ auf 4 weitere Kurzeinsätze. Er ist gelernter Stürmer, vor allem aber im Zentrum auch wenn er gegen Augsburg über die Außen kam wenn ich das noch richtig weiß; seine Sache hat er da auch eigentlich ganz gut gemacht :thinking:. Er verfügt, vor allem für seine Größe, über eine ziemlich gute Technik und Bewglichkeit und insgesamt hält man sehr große Stücke auf ihn in Bremen.

Man sieht ihn wohl, auch aufgrund seiner Skills, auch als Kandidaten für hängende Spitze oder gar 10. Aber das ist Zukunftsmusik und er soll langsam aber kontinuirlich zu Einsätzen kommen. Ähnlich wie Sargent in den letzten beiden Saisons, und amn erhofft sich auch eine ähnliche, eher sogar noch stärkere Entwicklung, wie bei Sargent.

Wie Rita schon geschrieben hat, hat man ihm wohl einen Profivertrag vorgelegt, den er bislang aber noch nicht unterschrieben hat. Was man so liest/hört ist er jetzt aber kein Fall von „Berater ferngesteuert“ und kann sich einen Verbleib in Bremen wohl auch vorstellen. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass er erst mal noch schauen will, wie die Saison für Werder verläuft und wie seine Perspektiven wirklich sind. Könnte auch mit der Situation von JEggestein letzte Saison zu tun haben, der ja nahezu keine Rolle spielte, obwohl man da auch Großes vorhatte (was aber nicht am Spieler allein lag, wie Kohfeldt ja auch zugibt).

Achja zum Kader der U19 NM gehörte er, nach U16 und U17, auch, aber noch ohne Einsatz.

Es macht so ein bißchen den Eindruck als ob Werder versucht, mit Woltemade, Mbom, Schmid, Jeggestein, Agu, Sargent das Team mit Perspektive umzubauen ohne hohe Summen zu investieren.

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Klasse Beitrag mal wieder von Volker, schließe mich dem vollständig an. Nur etwas Ergänzungen zu den wichtigen Themen.

  1. Hat sich im Verein dann doch etwas mehr verändert im Vergleich zur Vorsaison. Kohfeldt hat sich von zweien seiner drei Co-Trainer (Horsch und Standardtrainer Gruev) getrennt und dafür Zenkovic geholt. Dieser ist eine extrem spannende Personalie. Er hat trotz seines jungen Alters schon in den Akademien von RaBa Salzburg und Ajax Amsterdam wichtige Positionen bekleidet. Danach ist er nach Hartberg gewechselt (die sich überigens überraschend für die EL qualifizierten letzte Saison) wo er sich explizit in den Vertrag hat schreiben lassen dass er bei einem interessanten Angebot eines Bundesligisten ablösefrei wechseln darf. Also ein sehr getriebener, intelligenter Trainer der seine Laufbahn ganz genau plant und weiß was sinnvolle nächste Schritte für ihn sind. Kohfeldt scheint sehr von ihm angetan zu sein. Zenkovic kommt mit neuen Trainingsübungen und kann auch spieltheoretisch/-taktisch komplett mit Kohfeldt mithalten. Bei Horsch, Gruev und auch Baumann hatte man ab und an das Gefühl dass diese nicht ganz mit Kohfeldt und seinen Ideen ‚mithalten‘ können, bzw ihn tatsächlich überzeugen können diese anzupassen. Hierdurch verrannte sich Kohfeldt gerade am Anfang der letzten Saison sehr in sein Spielsystem - zudem überbeanspruchte er die Spieler scheinbar im Training wie er selbst in seiner Saisonanalyse erzählte. Unterm Strich kann man mMn berechtigt hoffen dass wir mit dem Trio Kohfeldt+Zenkovic+Borowski deutlich verbessert auf der Trainerposition in die neue Saison gehen. Boro hat übrigens auch endlich seinen Trainerschein geholt diesen Sommer.

  2. Ist Clemens Fritz fortan neben ‚Leiter Scouting‘ auch ‚Leiter Profifußball‘. Kohfeldt hatte sich nach der letzten Saison beschwert dass gerade am Ende der Saison die meisten anderen Größen im Verein abgetaucht sind (Baumann, Bode, Filbry, Hess-Grunewald) weshalb er als Trainer auch noch einen Großteil der Medienarbeit auf sich nehmen musste. Dabei soll ihn Fritz jetzt deutlich entlasten (Modell ähnlich wie zBsp Sammer beim BVB). Zudem will sich Fritz mit seiner Erfahrung und Authorität positiv einbringen bei der Profimannschaft.

  3. Scheint man definitiv vom 3-5-2 / 5-3-2 Abschied genommen zu haben. Da dieses System gefühlt jedes Mal zu großer Verwirrung und vielen Gegentoren geführt hat, sehe ich auch diese Klarheit als deutlich positive Entwicklung.

  4. Ist der Konkurrenzkampf im Sturm so hart wie seit Jahren nicht mehr. Sargent scheint gesetzt da ihm jeder zuzutrauen schein nächste Saison den letzten Schritt zu gehen und als Stammspieler konsequent zu treffen. Dahinter genießt Lücke ein sehr gutes Standing in der Mannschaft und momentan ist er auch klar der Stürmer der sein Bundesligaformat am Nachhaltigsten bewiesen hat. Dahinter wiederum hat Selke extrem Dampf gemacht diese Vorbereitung und möchte er unbedingt die 15 Mio Ablöse die für ihn fällig werden als gerechtfertigt ausweisen. Als Grund für seine schwache RR 19/20 nannte er die Kondition - das Problem sollte jetzt gelöst sein. Neben diesen 3 gibt es mit Woltemade (18) noch ein sehr sehr vielversprechendes Talent. Fast 2 Meter groß, etwas schlacksig aber trotzdem technisch stark. Im Grunde braucht er einfach Spielzeit - die Frage ist nur ob er diese bekommen wird da eben Sargent, Lücke und Selke auf seiner Position spielen. Auch deswegen möchte er noch nicht seinen Profivertrag annehmen sondern erst einmal abwarten wie die Saison für ihn laufen wird.
    Und dann gibt es natürlich noch Jojo Eggestein. Über ihn gab es diesen Sommer ein Interview in dem klargemacht wurde dass seine verzögerte Entwicklung auch damit zu tun hat dass Kohfeldt ihn zumeist auf den Außenbahnen gebracht hat. Für die kommende Saison soll er wieder häufiger als MS gebracht werden - somit haben wir dort 5 Spieler für maximal 2 Positionen. Osako könnte man auch noch mit reinnehmen, obwohl der meistens etwas meer zurückgezogen spielt. Auf den Außenbahnen hat man mit Chong und Rashica (wenn der denn bleibt) eine klasse Flügelzange.

  5. Befindet sich in der Abwehr mal wieder unsere Achillesferse. Friedl soll jetzt definitiv nur noch IV spielen; ex-Kapitän Moisander (Klaassen wird dieses Amt ziemlich sicher übernehmen) rückt dafür maximal auf die Bank. Veljkovic, Toprak und auch Groß sind momentan deutlich über Moisander angesiedelt. Auf links hat man Augustinsson + Agu; auf rechts TGS + Mbom. Das ist wohl das größte Risiko. Agu und Mbom sind nämlich beide jung und unerfahren (Agu hat bislang nur 2. Liga gespielt; Mbom sogar nur 3.) und zudem sind sie diesen Sommer erst umgeschult für ihre neuen Positionen. Mbom war immer Achter/Sechser; Agu eher RV als LV (da rechts auch sein starker Fuß ist). Sollte sich von Augustinsson/Selassie also einer verletzen wird es sehr spannend…

  6. Ist es noch die Frage ob die Problemposition im DM gelöst wird diese Transferphase. Mit Sahin, Vogt und Bargi hat man drei Abgänge momentan nur mit einem Zugang (Erras) aus Liga 2 ersetzt. Obwohl Erras’ Statistiken vom letzten Jahr andeuten dass Bundesliga-Stammspieler für ihn kein Problem sein sollte, ist man noch auf der Suche nach einem weiteren Sechser. Bei Lemina ist man knapp gescheitert - seitdem hört man eigentlich nichts mehr. Als Alternative zu Erras/Gruev kann man auch Schmid, Möhwald oder MEgge zurückziehen, aber besser wäre es wenn da noch jemand kommt.

Unterm Strich bleibt: vorisichtiger Optimismus ist angebracht. Wichtig ist nicht gleich wieder in eine Negativserie hineinzurutschen wie am Anfang der letzten Saison. Nach dem Klassenerhalt konnte Kohfeldt Bedingungen stellen für seinen Verbleib; für das Entgegenkommen des Vereins muss er jetzt aber beweisen dass er die Mannschaft wieder zurückführen kann auf seinen Weg und die letzte Saison nur ein Ausrutscher war. Ein Auge sollte man auf jeden Fall werfen auf Schmid, Agu und Woltemade. Ich kann mir gut vorstellen dass einer dieser drei diese Saison einen großen Schritt in seiner Entwicklung machen wird.

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Eins steht fest.
Es wird ne harte Saison… . Mal wieder.

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Das stimmt nicht. Er hat letzte Saison fast immer als LV gespielt. Erfahrung fehlt da aber tatsächlich etwas, auf der anderen Seite sind beide Spieles ja auch nur die Backups und Werder kann sich da ähnlich starke Spieler eher nicht leisten. Bei Mbom ist das Risiko tatsächlich höher, da werden üble Erinnerungen an Harnik als RV unter Schaaf wach, aber Friedl kann ja auch LV spielen und Agu dann RV sollten tatsächliche Ludde und Theo gleichzeitig ausfallen. MEggestein ist ja auch noch da :wink:

Die IV sehe ich eigentlich auch nicht so schlecht, zumal wenn wir dann doch ein verkaptes 5-3-2 spielen wenn sich der DM wieder zwischen die IVs fallen lässt. So ganz abgelegt hat man das ja noch nicht, auch wenn der Fokus auf einem anderen System zu liegen scheint.

Bei JEggestein bin ich mir mit der Position noch nicht so sicher. In den vergangenen Spielzeiten sollte er ja eher den Flügel bespielen, was ihm gar nicht so gut zu liegen schien. Aber in einem System mit drei Stürmern, kann ich ihn mir auch gut als RA vorstellen mit entsprechender Unterstützung/Entlastung durch das Mittelfeld. So wurde er ja zuletzt auch in den Testspielen eingesetzt und das ja sogar auch auf Links.

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TSG Hoffenheim

Kader:

Abgänge: Zuber (Tausch), Bittencourt, Kobel, Rudy (Leihende), Ribeiro (Leihe)

Zugänge: Gacinovic (Tausch), Brenet (Leihende), Vogt (Leihende), Klauss (Leihende), Adams (Leihende)

Transferbilanz: + 11 Mio € durch Bittencourt und Kobel

Bewertung des Kaders: Den Kader würde ich sowohl qualitativ, als auch quantitativ als sehr gut bezeichnen. (Für Hoffenheimer Verhältnisse) Sämtliche Positionen sind doppelt, dreifach oder noch öfter besetzt. (6er - Grillitsch, Samassekou & Vogt, Sturm - Dabbur, Kramaric, Bruun Larsen, Bebou, Klauss, Adamyan, Belfodil & Beier)
Deutlich wurde dies auch beim Doppeltest gegen Mainz, als Hoeneß die komplette Mannschaft tauschte und trotzdem zwei solide bis sehr gute Bundesliga-Teams auf dem Platz standen.

Schwachstellen: Vor der Saison hätte ich die LV Position als Schwachstelle ausgemacht, da Zuber abgegeben wurde. Dadurch standen nur noch Brenet und Stafylidis zur Verfügung. Der Niederländer kam in der letzten Saison zu keinem einzigen Einsatz in der Bundesliga und wurde im Winter verliehen und der Grieche stand unter Schreuder auch kaum auf dem Platz.
Zusätzlich hoffte ich, dass Robert Skov als Flügelstürmer aufläuft. Da es bei Sebastian Hoeneß allerdings keine Flügelstürmer gibt (4-4-2 mit Raute), bleibt die Außenverteidiger Position die einzige Möglichkeit den Dänen einzusetzen. In den Testspielen hat er das auch recht gut gemacht. Da die Außenverteidiger bei Hoeneß insgesamt sehr offensiv agieren, kann das schon funktionieren, da Skov nun auch in der Nationalmannschaft als LV aufläuft.

Zugänge: Mijat Gacinovic reiht sich in die Transferstrategie der TSG Hoffenheim super ein. Nämlich (unter anderem) Spieler mittleren Alters zu verpflichten, die immer mal wieder zeigen was sie können, aber ihre Fähigkeiten aus den unterschiedlichsten Gründen (fehlendes Vertrauen des Trainers, unruhiges Umfeld, zu große Erwartungen etc.) nicht konstant abrufen können. (Siehe Nico Schulz & Kerem Demirbay) Wie Sebastian Hoeneß selbst bestätigte, war Gacinovic sein Wunschspieler. Ich treue ihm zu, dass er in Hoffenheim seine Ansätze in konstante Leistungen ummünzen kann und sich am Ende alle Frankfurt Fans fragen, warum er nicht bei der SGE so gespielt hat. Allerdings sind die Erwartungen an ihn eher gering, was ihm und seiner Entwicklung sicherlich entgegen kommt.

Spielstil:

Was man in der neuen Saison von der TSG Hoffenheim unter Sebastian Hoeneß erwarten kann, war mir lange nicht wirklich klar. Die „RB-Schule“? Ballbesitzfußball wie beim FCB? Best of both Worlds?

In den Interviews von Hoeneß nach den Testspielen sprach er oft von der Arbeit gegen den Ball und in den Spielen selbst hatte die TSG meiner Schätzung nach immer eher weniger oder gleichviel Ballbesitz als der Gegner. (Testspielgegner: Wehen Wiesbaden, Nürnberg, Fürth & Mainz 05) Abgesehen von dem Spiel gegen Wiesbaden, hatte die TSG oftmals eher Schwierigkeiten beim heraus arbeiten von Torchancen.(Also aus dem Spiel heraus) Zumindest war dies mein Eindruck.

In den Vorbereitungsspielen ließ der Hoffenheimer Trainer bisher in einem 4-4-2 mit einer Raute spielen. Ich war persönlich davon überrascht, da mit Robert Skov und Jacob Bruun-Larsen 2 Spieler im Kader sind, die in jenem Rauten System eigentlich keinen Platz finden. Skov spielte bisher als linker Verteidiger und Bruun Larsen im Doppelsturm. Meine Befürchtung, dass beide Spieler keine Beachtung finden haben sich nicht bestätigt, da Skov von dort seine Stärken (Tempo, Offensivdrang, Flanken) durchaus zeigen kann. In Kombination mit Bruun-Larsen, der sich oftmals auf den linken Flügel fallen ließ, könnte dies insgesamt gut funktionieren.

Das Rauten-System präsentierte sich insgesamt auch sehr variabel, da Kramaric als 10er ab und zu auf der Höhe der beiden Stürmer stand. Dadurch wurde aus dem 4-4-2 eine 4-3-3. Zudem spielte Vogt einige Spiele auf der 6er Position, der sich im Spielaufbau zwischen die beiden Innenverteidiger fallen ließ und somit aus dem 4-4-2 ein 3-5-2 bzw. 3-4-3 wurde.

Auftaktprogramm:

• Köln, FCB, SGE, BVB, SVW, FCU, VFL, VFB, M05, FCA

Die ersten zehn Spiele finde ich durchaus machbar. Direkt am Anfang ist der FC Bayern und der BVB dabei, aber ich finde die frühen Spiele gegen die beiden großen Mannschaften besser als mitten in der Saison, wenn beide ihren „Saison-Flow“ gefunden haben. Zu Beginn haben beide eher mal mit Problemen zu kämpfen. Sonst sind noch die SGE und Wolfsburg aus der ersten Tabellenhälfte dabei. Darüber hinaus spielt die TSG gegen Teams aus der zweiten Tabellenhälfte und mit dem VfB gegen einen Aufsteiger. Damit sollte die TSG zurechtkommen.

Wichtige Themen:

Die größte Neuerung ist natürlich der Trainer. Bisher scheinen Trainer und Mannschaft gut zusammen zu passen. Der Saisonstart wird zeigen, wie das Team die Spielidee von Sebastian Hoeneß verinnerlicht hat. Aufgrund der Teilnahme an der Europa League kommen auf die TSG viele Englische Wochen zu. Da es kein Wintertrainingslager gibt, bleibt noch weniger Zeit, um mögliche Anpassungen oder Veränderungen im System auch zu trainieren.

Die EL Plätze werden hart umkämpft sein, da Hertha BSC und Eintracht Frankfurt auf ihren Trainer aus der Vorsaison zurückgreifen können und „nur“ die Doppelbelastung haben. Die Berliner haben zusätzlich ordentlich in neue Spieler investiert. Dazu kommt der VfL Wolfsburg und möglicherweise auch der SC Freiburg, mit dem ich in der ersten Tabellenhälfte rechne. Deshalb sehe ich die TSG Hoffenheim auch nicht auf den Tabellenplätzen 5-7 sondern eher zwischen 8-10.

Zum Schluss möchte ich noch eine Bemerkung machen: Sowohl in den Testspielen als auch in den Partien für Österreich in der Nations-League war Christoph Baumgartner der Aktivposten. Es gab kaum Offensivaktionen, an denen er nicht beteiligt war. Egal ob er wie bei der TSG im Zentrum oder für den ÖFB auf dem linken Flügel spielte. In seinen ersten beiden Spielen für die A-Nationalmannschaft erzielte er auch direkt ein Tor und legte eins auf. Wenn es einen Spieler gibt, den man in der kommenden Saison im Auge behalten sollte, dann ist es Christoph Baumgartner.

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:thinking: Haben die bisher nicht nur Schwolow verpflichtet? Oder beziehtst du da die Wintertransfers mit ein?

Bislang ist es gefühlt eh noch recht ruhig auf dem Transfermarkt bei den Bundeslegisten oder?

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Ja, ich meine mit den Wintertransfers. Laut Transfermarkt.de insgesamt rund 90 Mio €. Ich habe auch auf Twitter gelesen, dass noch ein 6er kommen soll. Das wäre im Vergleich zum letzten Sommer schon „ordentlich“.

Sonst ist es bisher schon recht ruhig. Ich glaube auch nicht, dass noch viel passieren wird. Außer es ergeben sich urplötzlich Möglichkeiten, Spieler kostengünstig zu bekommen oder zu tauschen.

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