Input zu den (internationalen) Ligatouren!

Verlust und Schulden sind nicht per se schlecht. Und es macht für Unternehmen absolut keinen Sinn, um jeden Preis immer Profit zu fahren. Hauptsache der Cashflow stimmt.

Man kann es Verlust nennen, oder auch Investitionen. Dafür sind die Investoren ja da. FSG hat Liverpool für ca 300m gekauft. Heute ist der Club ca 4,2 Milliarden wert.

Polemisch gesagt: Das Denken der schwäbischen Hausfrau passt 2025 nicht mehr zu einem global agierenden Fußballclub. Fußball ist im Entertainment-Business und mit “spare, spare, Häusle baue” hat man es gegen Streaming, Social Media & Co schwer.

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hätte das beizeiten mal jemand Merkel und Schäuble erklärt, dann wäre uns einiges erspart geblieben. Aber es gibt eh noch einige, die eine kleine Einschulung in dieser Richtung vertragen könnten….

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Ich fände auch interessant, was der Unterschied zwischen Hoffenheim/Leverkusen/Wolfsburg, einer AG, andere Rechtsformen und einem eingetragenen Verein ist, falls es Unterschiede gibt. Oder Erklärungen für die Umwandlung von Schulden bei RaBa oder das negative Eigenkapital bei anderen Vereinen fänd ich interessant.

Man hört so etwas immer mal wieder, aber als Laie habe ich nur ein gefährliches Halbwissen und fänd eine fundierte Erklärung wirklich cool.

Noch spannender fände ich die Perspektive eines Volkswirts. Der wird nämlich feststellen, dass Topspieler ein knappes Gut ist und deswegen die Regeln des “Scarcity Pricings” gelten. Das bedeutet, dass die Vereine insgesamt nicht profitabel sein können, solange sie um die Topspieler konkurrieren. Das Geld wird immer bei den Spielern landen, nicht bei den Vereinen.

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das gute alte Rattenrennen, oder?

Ich will nochmal kurz erklären was ich mit “legalen Bilanztricks” meine. Unter Vorbehalt natürlich, dass mein Wissen über die englishen Financial-Fairplay-Regeln sehr lückenhaft ist.

Wir wissen ja seit Football Leaks, dass Transfers gerne mal in Raten gezahlt werden.

Jetzt mal angenommen z.B. Luis Diaz würde auf Raten verkauft werden. Dann können sie wenn ich es richtig verstanden habe trotzdem die volle Verkaufsumme direkt auf die 3 Jahre anrechnen. Die Kaufsumne eines Transfers wird aber über die gesamte Vertragslaufzeit gestreckt, also im Zweifel länger als die relevanten 3 Jahre.

Oder übersehe ich was oder hab was falsch verstanden?

Gebucht werden muss, was im Vertrag steht, nicht wie das Cash fließt. Das sollte also unerheblich sein - es sei denn, da bestehen Unsicherheiten oder Optionalitäten was die zukünftigen Verpflichtungen angeht. Dann muss gebucht werden, wie man diese heute bewertet (was natürlich ein wenig Spielraum lässt).

Ja, das stimmt im großen und ganzen, es gibt, was das zeitliche angeht, buchungstechnisch einen Gap in der Realisierung von Gewinn und Verlust, übrigens unabhängig davon, ob in Raten gezahlt wird oder nicht. Die Ratenzahlung hat allein was mit dem Cashflow Management des Klubs zu tun. Der Klub kann auf das Gesamtjahr gesehen hochprofitabel sein - wenn man am Monatsersten gerade nicht genug Geld auf dem Konto hat, um die Spielergehälter zu bezahlen, ist die Kacke am dampfen. Das muss gemanagt werden, und das kann man im Fußball recht gut, weil die Zahltage (Spieltage, TV-Rechte, Antrittsgelder) präzise terminiert sind. Man kann Ratenzahlungen also gut planen. Aber bilanziell gilt:

Beim Kauf: Man kauft einen Spieler für 50 Mio und stattet ihn mit 5 Jahre Vertrag aus. Man zahlt in 4 Raten, die erste sofort. Bilanztechnisch muss man 12,5 Mio aus dem Geldvermögen ausbuchen, sowie eine Verbindlichkeit gegenüber dem Verkäufer (dessen Restforderung in Höhe von 37,5 Mio) einbuchen. Zusammen sind das 50 Mio Verlust. Aber man kriegt ja was im Gegenzug, nämlich den Spieler, der einen Wert hat. Den bucht man als Vermögenswert ein. Am Tag der Einbuchung ist er genau die 50 Mio wert, die für ihn bezahlt werden müssen. Das bedeutet: man hat 12,5 Mio Cash weniger und auch noch eine Forderung über weitere 37,5 Mio auf dem Buckel, aber dafür einen Spieler für 50 Mio mehr in den Büchern. Die Gewinn und Verlustrechnung des Klubs ist deshalb am Tage des Kaufs gleich 0 - weder Verlust noch Gewinn. Und jedesmal, wenn man eine Rate zahlt, bucht man 12.5 Mio an Geld aus und reduziert die eingetragene Verbindlichkeit entsprechend - was ebenfalls jedesmal ein Nullsummenspiel ist. Die Verluste kommen tatsächlich erst mit der Abschreibung des Spielers über die 5 Jahre Vertragslaufzeit - warum abgeschrieben wird, hat @K0nsumBauer oben sehr gut erklärt.

Beim Verkauf: der Spieler wird nach 2 Jahren wieder verkauft, für 40 Mio, 4 Raten sind vereinbart, die erste wird sofort gezahlt. Man bucht den Spieler aus (schreibt ihn also sofort komplett ab) und verliert dadurch den Restbuchwert des Spielers. Nach zwei Jahren sind das noch 30 Mio. Man bucht die 1. eingegangene Rate ein (10 Mio Gewinn) und trägt den Rest der Ablöse als Forderung zugunsten des Klubs gegen den Käuferklub ein (30 Mio Gewinn). In Summe sind das 10 Mio Gewinn am Tag des Verkaufs. (Dass man bei dem Deal 10 Mio weniger erhalten, als man zu Anfangs für den Spieler ausgegeben, also eigentlich einen Transferverlust erlitten hat, ist wertmäßig in den Abschreibungen der ersten beiden Jahre enthalten). Weil all das ‘sofort’ passiert, realisiert sich der Gewinn am Tag des Verkaufs. Die später eingehenden Zahlungen führen jedesmal zu einer entsprechenden Reduzierung der eingetragenen Forderung - also jedesmal Nullsumme - und haben keinen Einfluss.

Das sind halt keine Tricks, sondern so würden es alle Unternehmen machen, die solche oder ähnliche Transaktionen tätigen, weil es ordentliche Buchführung ist. Das bedeutet auch, dass man aus den Zahlen eines einzigen Transferfensters überhaupt nicht ablesen kann, ob der Klub kaufmännisch integer einkauft, oder nicht. Selbst 2 Fenster wären zu wenig. Man muss sich anschauen, wie der Klub über längere Zeit in der Lage ist, die jährlichen Abschreibungen auszugleichen.

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Denke das ist wichtig zu verstehen: bilanztechnisch ist es total egal, ob du Fussballspieler handelst oder Druckgussmaschinen. Es wird eine angeneommene Nutzungszeit ermittelt und die Bilanzassets werden dann entsprechen abgeschrieben. Beim Fussballspieler ist die Nutzungsdauer im Regelfall die Vertragslaufzeit, ich denke da bieten sich aber mit Optionen für Vertragsverlängerungen (und ggfs festgeschriebenen Ablösesummen) durchaus Gestaltungsspielraum für die Clubs. Genau das würde ich mal gerne von jemanden hörenn, der tief in der Materie ist, unter anderem deshalb würde ich mich über ein entsprechendes Tribünengespräch freuen.

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Ich hab einen neuen Thread aufgemacht

Weil das Thema Geld ist ja nicht nur in England interessant

Wollen wir das Thema da hin verlegen?

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Wo ist denn der neue Thread hin?

Jemand hat sich beschwert und dann wurde der gelöscht

Ich hoffe ich hab das vorhin nicht ausversehen selbst gemeldet, als ich Mal schauen wollte, ob ich eure Beiträge da irgendwie hin verschoben bekomme

Edith

Hab jetzt noch Mal ohne Schlafsand drüber geschaut, glaube es ging darum das Titel und Beschreibung gleich waren und automatisch gesperrt wurden

Weil hab die Beschreibung geändert und der ist wieder sichtbar

Mir egal meinetwegen.

Edit: Ich weiß nicht, ob er der erste 19 Jährige ist, der nach Saudi-Arabien wechselt, aber wohl der erste für den über 30 Mio € ausgegeben wurden. Schon krass.

Tja, solche Geschichten schreibt nur…

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Hab gerade gesehen, das Rashford wieder einmal bei Barca ein Tor geschossen hat

wieso funktionieren Spieler aktuell bei ManU nicht und sobald sie den Verein wechseln…
Ist ja nicht erst seit Amorin so

Also die kurze und weniger recherchierte Antwort wäre weil ManU ein seit Jahren schlecht gemanagter „Verein“ ist, der mehr mit persönlichen Kämpfen von Verantwortlichen und Eigentümern zu kämpfen hat als sportlich mit der Liga :person_shrugging: .

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Ich hatte aus der Berichterstattung den Schluss gezogen, dass der Klub von einem amerikanischen Besitzer übernommen wurde, der zu unbedarft seine Eigentümer-Erfahrungen aus dem US Sport auf sein Engagement im europäischen Fußball übertragen hatte. Das führte dann zu Fehleinschätzungen bei Strategie- und Personalentscheidungen und das wiederum zu einer Unternehmenskultur und -klima, dass die Qualitäten jeder einzelnen Person im Klub verblassen ließ. Das Problem mit Manchester United ist jedoch, dass der Klub so viele Emotionen trägt und triggert, dass praktisch niemand unvoreingenommen auf die Geschehnisse dort schaut. Jeder Bericht ist (fast naturgesetzlich) meinungsgefärbt. Die Beurteilung von Ratcliffles Einstieg ist so ein Beispiel. Also das mit in Betracht gezogen: ich weiß es eigentlich auch nicht.

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Genau das finde ich ja so spannend
Weil wie krass schlechter allein Spieler werden, sobald die Tinte unter dem Vertrag trocken ist…
Oder Trainer, die ja eigentlich auch Zeit bekommen, es nicht schaffen ein funktionierendes Team auf den Platz zu Bekommen
Usw

Irgendwas macht Ratcliff ja besonders(schlecht)

und irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass es nur an der unhöflichkeit liegt und mangelnden Respekt(laut Antony)

Das weiß ich nicht. Ratcliffe war das Eingeständnis der Glazers, dass sie es nicht auf die Reihe bekommen. Er hat ja erst im letzten Jahr das Management übernommen und ist zudem nach wie vor nur Minderheitsaktionär. Manchester United war schon vorher runtergewirtschaftet worden und es dauert lange, bis so ein Dampfer wieder auf Kurs kommt. Aber die Kommentare, die man über ihn hört und liest, sind ein Klasse Beispiel dafür, wie emotionsgeladen über den Club berichtet wird.

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Bin natürlich nicht so drin, habe aber das Gefühl, dass es wenig Konstanz und Fußballkenntnis im Management gibt. Ein Effekt ist dann sicherlich, dass viel beim Manager liegt, der dann für ein eigenes System rekrutiert, auch zu Lasten von unter Vertrag stehenden Spielern, die eben nicht “passen”. Das zusammen mit dem relativ großen Manager-Turnover (die auch noch (fast) alle unterschiedliche Systeme favorisieren), führt zu einem großen Kader gutbezahlter Spieler, Unruhe, Unzufriedenheit etc.

Vielleicht kann man zur Rekrutierung noch ergänzen, dass es mir da einen großen recency bias zu geben scheint - man holt halt, wer gerade gut gespielt hat (oder auf dem Trainermarkt gerade hoch gehandelt wird) - nicht einzig nur, aber doch für mich als Laien sichtbar. Heißt auch, dass man tendenziell überbezahlt (sowohl Ablöse, als auch Gehalt). Und damit holt man sich halt für die Zukunft die Probleme ins Haus, wenn man dann (schon) wieder Trainer und System wechselt (siehe oben). Denn dann möchte auch keiner der Neuzugänge von vor einem Jahr aus seinem lukrativen Vertrag raus, auch wenn der neue Coach was anderes plant.

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