Ja, das stimmt im großen und ganzen, es gibt, was das zeitliche angeht, buchungstechnisch einen Gap in der Realisierung von Gewinn und Verlust, übrigens unabhängig davon, ob in Raten gezahlt wird oder nicht. Die Ratenzahlung hat allein was mit dem Cashflow Management des Klubs zu tun. Der Klub kann auf das Gesamtjahr gesehen hochprofitabel sein - wenn man am Monatsersten gerade nicht genug Geld auf dem Konto hat, um die Spielergehälter zu bezahlen, ist die Kacke am dampfen. Das muss gemanagt werden, und das kann man im Fußball recht gut, weil die Zahltage (Spieltage, TV-Rechte, Antrittsgelder) präzise terminiert sind. Man kann Ratenzahlungen also gut planen. Aber bilanziell gilt:
Beim Kauf: Man kauft einen Spieler für 50 Mio und stattet ihn mit 5 Jahre Vertrag aus. Man zahlt in 4 Raten, die erste sofort. Bilanztechnisch muss man 12,5 Mio aus dem Geldvermögen ausbuchen, sowie eine Verbindlichkeit gegenüber dem Verkäufer (dessen Restforderung in Höhe von 37,5 Mio) einbuchen. Zusammen sind das 50 Mio Verlust. Aber man kriegt ja was im Gegenzug, nämlich den Spieler, der einen Wert hat. Den bucht man als Vermögenswert ein. Am Tag der Einbuchung ist er genau die 50 Mio wert, die für ihn bezahlt werden müssen. Das bedeutet: man hat 12,5 Mio Cash weniger und auch noch eine Forderung über weitere 37,5 Mio auf dem Buckel, aber dafür einen Spieler für 50 Mio mehr in den Büchern. Die Gewinn und Verlustrechnung des Klubs ist deshalb am Tage des Kaufs gleich 0 - weder Verlust noch Gewinn. Und jedesmal, wenn man eine Rate zahlt, bucht man 12.5 Mio an Geld aus und reduziert die eingetragene Verbindlichkeit entsprechend - was ebenfalls jedesmal ein Nullsummenspiel ist. Die Verluste kommen tatsächlich erst mit der Abschreibung des Spielers über die 5 Jahre Vertragslaufzeit - warum abgeschrieben wird, hat @K0nsumBauer oben sehr gut erklärt.
Beim Verkauf: der Spieler wird nach 2 Jahren wieder verkauft, für 40 Mio, 4 Raten sind vereinbart, die erste wird sofort gezahlt. Man bucht den Spieler aus (schreibt ihn also sofort komplett ab) und verliert dadurch den Restbuchwert des Spielers. Nach zwei Jahren sind das noch 30 Mio. Man bucht die 1. eingegangene Rate ein (10 Mio Gewinn) und trägt den Rest der Ablöse als Forderung zugunsten des Klubs gegen den Käuferklub ein (30 Mio Gewinn). In Summe sind das 10 Mio Gewinn am Tag des Verkaufs. (Dass man bei dem Deal 10 Mio weniger erhalten, als man zu Anfangs für den Spieler ausgegeben, also eigentlich einen Transferverlust erlitten hat, ist wertmäßig in den Abschreibungen der ersten beiden Jahre enthalten). Weil all das ‘sofort’ passiert, realisiert sich der Gewinn am Tag des Verkaufs. Die später eingehenden Zahlungen führen jedesmal zu einer entsprechenden Reduzierung der eingetragenen Forderung - also jedesmal Nullsumme - und haben keinen Einfluss.
Das sind halt keine Tricks, sondern so würden es alle Unternehmen machen, die solche oder ähnliche Transaktionen tätigen, weil es ordentliche Buchführung ist. Das bedeutet auch, dass man aus den Zahlen eines einzigen Transferfensters überhaupt nicht ablesen kann, ob der Klub kaufmännisch integer einkauft, oder nicht. Selbst 2 Fenster wären zu wenig. Man muss sich anschauen, wie der Klub über längere Zeit in der Lage ist, die jährlichen Abschreibungen auszugleichen.
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