"RaBa" stört mich


#1

Nachdem die Schlusskonferenz diesen Sommer auch für mich interessant geworden ist, höre ich euch wirklich sehr gern. Was mir allerdings in der Sendung zum zweiten Spieltag gehörig auf den Wecker ging, war das “RaBa”. Deine Kritik an Red Bull etc. pp sei dir ja unbekommen Max, allerdings sehe ich das Problem hier: Die Sendung zeichnet sich doch gerade dadurch aus, dass du mit Fans, Bloggern, Podcastern anderer Vereine über diese Vereine sprichst und allen, unabhängig davon, welchem Verein sie nun spezifisch angehören, freundlich und respektvoll gegenübertrittst. Indem du RB als RaBa bezeichnest, verlässt du diese Grundlage. Die Fans von RB verstehen sich als Fans von RB und nicht als Fans von RaBa. Manchen wird es vlt. egal sein, aber vermutlich weißt du, dass gerade so etwas wie Namen und Farben etwas sind, woran sich Fanidentitäten gern festmachen. Ich sage nur “die Herta”. Du kannst natürlich auch gern bei RaBa bleiben, wirst mich vermutlich dadurch auch nicht gleich als Hörer und Supporter verlieren, aber es sollte dir schon bewusst sein, dass du damit eine Entscheidung gegen RB und gegen seine Fans triffst. Sie sind es dann in diesem Fall nämlich nicht, denen du die Definitionshoheit über ihren Verein zuschreibst. Das wiederum könnte man als anmaßend bezeichnen.

Wie auch immer, eine gute Restwoche wünsche ich.


Feedback zum 20. Spieltag - "Ancelotti kicks Ass" - Raba
#2

Möchten Leipzig-Fans, dass das RB als Red Bull erkenntlich ist, oder wie sollte man es aussprechen? Einfach nur Leipzig? Das ist eine ernstgemeinte Frage, weil ich noch nicht die Möglichkeit hatte mit einem Leipzig-Fan zu sprechen.

Ich finde, der Respekt sollte sich vor allem dadurch ausdrücken, dass Fans nicht die Emotionen abgesprochen werden (von Beleidigungen ganz zu schweigen) und der gespielte Fußball genauso betrachtet wird, wie der der anderen Clubs - nicht dadurch, dass die Werbung mitgesprochen wird. Ich meine, das hat Max wie kaum ein anderes Format (wo Leipzig entweder übertrieben negativ oder positiv wegkam) geschafft.

Natürlich sollten mit dem Clubnamen keine abwertenden Wortspiele oder Schmähungen angestellt werden, aber das neutrale “RaBa” ist eigentlich eine genauso naheliegende Abkürzung von Rasenballsport wie RB und lässt sich dank der Vokale etwas leichter sprechen. Du wirst mir doch zustimmen, dass der Name und die Abkürzung keine Fanentscheidung waren (Stichwort: “Definitionshoheit”)? Vielleicht kann “RaBa” in Zukunft ja sogar Sympathien sammeln und steht irgendwann auf einer Stufe mit dem “Effzeh” oder dem “Glubb”? Wäre mir jedenfalls lieber, als irgendwann nach David Foster Wallace im Jahr der Inkontinenz-Unterwäsche zu spielen.


#3

Hi! Hab mit der Kritik irgendwie gerechnet und kann sie auch nachvollziehen. Ehrlich gesagt war das erst eine Art Witz und jetzt ziehe ich das mal ein bisschen durch. Ich verstehe total deinen Punkt und sehe auch, dass ich hier janusköpfig unterwegs bin, denn ich sage ja auch Bayer Leverkusen. Gerade über den Gebrauch von Bayer habe ich deshalb auch in den letzten Tagen viel nachgedacht und mich auch gefragt, warum mir dieser Gedanke erst neulich kam. Für mich hat sich das Bayer in deren Name total vom Unternehmen gelöst, ich denke da überhaupt nicht mehr dran, zumindest intuitiv (1. System vs. 2. System falls du Thinking, fast and slow von Daniel Kahneman kennst). Während mir jedes RB irgendwie schwer über die Lippen kommt, weil ich sofort im ersten Gedanken an Red Bull denke und auch sehr aufpassen muss, nicht Red Bull Leipzig zu sagen. Da das auch geschulten Moderatoren und Kommentatoren in der Berichterstattung passiert, scheine ich damit nicht alleine zu sein.

Für mich hat - ganz subjektiv - das Engagement von Red Bull bei Leipzig eine andere Qualität als das Engagement von Bayer bei Leverkusen. Ich weiß, vermintes Gebiet, hier könnte man lange diskutieren und das will ich auch noch in einer Sendung machen, ich bin nur leider mit englischen Wochen und Beruf sehr eingespannt und komme in meiner Vorbereitung nicht voran. Ein paar Gedanken dazu, etwas komprimiert: Von Tag 1 der Lizenzübernahme von Markranstädt ging es dem Unternehmen Red Bull darum, seine Marke über den Fußballklub zu stülpen in einer ziemlich radikalen Art von Logo bis Name bis Stadiongestaltung, usw. Das war - zumindest laut DFL und DFB - legal und aus Sicht des Unternehmens vielleicht auch legitim. Aber es war beileibe keine Entscheidung der Fußballfans in Leipzig und auch nichts mit fußballkulturellem Hintergrund. Es ist schlicht und einfach: Marketing. Unter diesem Aspekt sehe ich auch die Abkürzung RB und weil wie oben beschrieben die Assoziationen zu Red Bull so nah an der Verkürzung sind, dachte ich mir: Warum nicht dieses Marketingkonstrukt unterlaufen mit einem kleinen Gag? Sie heißen ja Rasenballsport, das kann man doch auch RaBa abkürzen. Und dann begann das, was ich oben beschrieben habe - ohne dass dahinter ein langfristiger Plan stand.

Ich gebe dir Recht: Ich verhalte mich damit nicht respektvoll denjenigen Fans gegenüber, die sich durch ein RaBa statt RB in ihrer Fanidentität verletzt fühlen. Ich frage mich allerdings auch, ob diese Fans noch zwischen Marken- und Fanidentität trennen können. Das eine ist der Sport und der steht immer im Zentrum des Rasenfunks. Du wirst hoffentlich gemerkt haben, dass ich vorurteilsfrei und rein sportlich in der Schlusskonferenz auf Leipzig schaue. Das andere aber, das ist Werbung, und ich sehe nicht die Notwendigkeit, dass ich in meinem Podcast ohne eine Gegenleistung zu erhalten Werbung für ein Unternehmen mache, dem ich kritisch gegenüberstehe (wie ich übrigens auch VW, Audi, der Telekom und anderen kritisch gegenüber stehe. Ganz zu schweigen vom ach so tollen (Staats-)Flughafen Doha).

Sicher ist das ein Thema, was nochmal diskutiert werden muss. Definitiv soll auch mal ein Leipzigexperte demnächst in der Schlusskonferenz dabei sein mit einem Schwerpunkt zum Verein. Ich will damit nur noch etwas warten, aus rein sportlichen Gründen. Ich glaube ab frühestens nach der englischen Woche hat man viel validere Erkenntnisse über den Fußball, den Leipzig spiel und den Start, den es hingelegt hat.

Ergänzend plane ich eben wie oben angedeutet ein Tribünengespräch, aber dafür muss ich noch wahnsinnig viel lesen und evtl. auch etwas tiefergehende Recherche betreiben. Das Thema ist groß und reicht in Verbandspolitik, internationale Sportpolitik und Bilanzwesen hinein. Fraglich, ob man das alleine überhaupt sauber durchdringen kann.


#4

Servus zusammen.
Ganz ehrlich: wenn Max keinem weh tun will, dann müsste er den Namen “Rasenballsport” jedes mal voll aussprechen. Denn das ist die offizielle Bezeichnung. Ich denke sogar, dass viele ein “unkommentiertes” wiederholen des Sponsorenkürzels “RB” auf Dauer eher aufstoßen würde als der volle Name. Wir müssen hier nicht die komplette Diskussion bezüglich des Marketingprodukts wiederholen, aber man muss halt im Auge haben, dass den Anhängern des einen Klubs die Anhänger von 17 Vereinen entgegen stehen, die mit Leipzig oft so ihre Probleme haben.

Da Max “Bayer” anspricht: die Verbindung zum Mutterkonzern wird ja oft genug kaum noch bewusst wahrgenommen. Ich selbst verbinde mit “Bayer” z.B. eher den Verein als den Pharmakonzern, der hinten dran steht. Außerdem: andere Sache, wir sprechen hier halt von einem alten Werkssportverein…


#5

Ich muss sagen, dass ich die RaBa Idee sogar gut finde.
RB zielt doch mit seiner Strategie genau auf das ab, was in einem Podcast wie dem Rasenfunk passiert. Werbung, die sie nicht direkt bezahlen müssen, da es vielen so geht, dass sie automatisch Red Bull sagen oder bei der Bezeichnung RB die Assoziation RB hervorgerufen wird. Wenn sich ein Format dagegen verwehrt in dem der Begriff RaBa benutzt wird, oder sogar die volle Bezeichnung Rasenballsport benutzt, finde ich das gut und nachvollziehbar. Ich würde meine Arbeit auch nicht umsonst einem Marketinginstrument zur Verfügung stellen.
Die Aussage über Fans kann ich nicht nachvollziehen. Wenn jemand, in meinem Fall den BVB als Ballsportverein bezeichnet ist das doch okay. Das tangiert mich nicht, ich bezeichne ihn sogar eher als Ballspielverein. Der Verein heißt nun einmal so. RaBa ist eine neutrale Bezeichnung mMn. Wenn jetzt dauerhaft die Bezeichnung “Dosen” oder “Brauseclub” etabliert würde, könnte ich die Argumentation nachvollziehen.
Das ganze wird natürlich wieder abgeschwächt durch Bayer Leverkusen. Da sehe ich das Problem, jedoch hat sich mMn da die Bezeichnung von dem Konzern gelöst und auf den Club übertragen, ähnlich dem Fall Tempo für Taschentücher oder Zewa für Küchenrolle.


#6

Ich möchte gar keine große Schleife drehen, nur kurz reagieren, nachdem Du drüben bei Twitter auf die Diskussionen hinwiesest: Ja, ich empfinde RaBa auch als Verunglimpfung, mindestens Verballhornung. Ich kann natürlich damit umgehen, zumal ich kein Anhänger des Vereins bin, aber wenn ich es höre oder lese, hebe ich schon mal kurz die Augenbrauen. Wie bei 1859 oder K*ln oder anderen ähnlich gelagerten Beispielen. Über ähnlich gelagert kann man vermutlich streiten, aber so ist zumindest mein Empfinden.

(Offenlegung: Ich habe länger keinen Fußballpodcast mehr gehört, kann also nicht unmittelbar auf die Sendung und irgendwelche Zwischentöne Bezug nehmen.)


#7

Kann die Fankritik auch sehr gut nachvollziehen. Ich könnte mich auch schwer mit einem “BaMü” arrangieren und die Fans eines bekannten Ruhrpottvereins würde man bestimmt auch mit einem “BoDo” auf den Schlips treten. Wenn Max nur für Leipzig eine 4-Buchstaben-Abkürzung benutzt, stellt das (ungewollt) doch auch nur wieder RB in den Vordergrund. Jeder denkt beim Hören von “RaBa” zunächst an “Hä? Warum… achja, damit man RB nicht mit Red Bull assoziiert.” Ich denke die ehrlichste Herangehensweise wäre einfach RBL wie jeden anderen Verein auch zu behandeln.


#8

In den Kapitelmarken verwende ich übrigens auch RBL. Da fände ich es dann auch nicht richtig.


#9

Wie kommst du denn auf das schmale Brett dass ihr als Fans die Definitionshoheit über einen Verein habt bei dem ihr nicht mal stimmberechtigtes Mitglied werden könnt?

Davon abgesehen empfinde ich RaBa als eine sehr gute Lösung des “stillen Protests” um sich nicht unfreiwillig zu einem Marketingtool zu machen.


#10

Mal eine Gegenfrage aus Leipziger Sicht: Denkt man von außen bei dem Kürzel RB wirklich sofort an Red Bull? Natürlich weiß jeder, der sich mit der Materie etwas beschäftigt um den Hintergrund des Kunstnamens RasenBallsport. Aber gilt das für die breite Masse an fußballinteressierten Sportschau-Guckern auch? Stichwort: Filter Blase.

Ich selbst finde RaBa nicht besonders witzig, bin mir aber auch sicher, dass sich das eh nicht durchhalten und durchsetzen wird. :wink: Darüber hinaus: Was spricht gegen die Nennung von “RasenBallsport”, wenn man denn partout jede Assoziation mit dem Initiator und Sponsor Red Bull vermeiden will? Zumal der korrekte Name in Kombination mit der Stadt Leipzig mittlerweile auch der identitäre Anknüpfungspunkt für die Masse der Leipziger Fans ist. Natürlich kann man diese regionale Verankerung und ihre Nachhaltigkeit diskutieren. Aber es würde aus meiner Sicht besser zum Rasenfunk passen, wenn man den offiziellen Namen und damit auch die Fans von RB respektiert. Das und eine kritische Sicht auf den Verein schließen sich für mich nicht aus. Im Gegenteil, ein grundlegender Respekt seinem “Gesprächspartner” gegenüber ist die Grundlage jedes Gesprächs.


#11

Danke für Eure Antworten.
Zuerst zu A.Zeigler: Was “Leipzig-Fans” wollen oder nicht, kann ich nicht sagen, vernmutlich sind sie so divers wie andere Fans anderer Vereine auch. Ich habe jetzt auch erst mal nur meine unmittelbare emotionale Reaktion auf das RaBa ausgedrückt. Vielleicht finden andere Leipziger Fans das gut, aber so richtig vorstellen kann ich es mir nicht, schließlich sind 7 Jahre Zeit genug, um einen Identität auszubilden. Natürlich entscheidet man als Fan nicht über den Namen etc… Wenn man das könnte, wäre man vermultich kein Fan, sondern Teil irgendwelcher Entscheidungsstrukturen. Der Punkt ist eher, dass das RaBa von außenstehenden Fans anderer Vereine, Journalisten, whatever kommt.
Zu Max: Vermulich gibt es eine unterschiedliche Wahrnehmung. RB wird von mir (und sicher auch vielen anderen in Leipzig) eigentlich nicht mehr mit Red Bull assoziiert, sondern mit dem Verein. Wenn ich hier mal eine marxsche Unterscheidung anbringen darf, der Gebrauchswert entwickelt ein Eigenleben und demjenigen (Red Bull) der am Tauschwert interessiert ist, ist das sogar recht, da das Produkt somit authentischer wird. Allerdings muss es dazu eben auch authentisch sein.
Das Argument mit der neuen Qualität durch Red Bull im Deutschen Fussball kann ich nachvollziehen. Jeder kann für sich eine Grenze ziehen, wie stark kommerzielle Interessen im Fußball eine Rolle spielen sollen oder auch nicht. Ich ziehe die Grenze anders und würde viel stärker auf die Konsequenzen der Entscheidung von Red Bull schauen, als auf den Fakt, dass es sich um die Enscheidung eines Konzerns handelt . Und negative Konsequenzen sehe ich momentan noch nicht so viele (außer vlt. den, dass ein etablierter Verein weniger in der 1 BL spielt) - in Salzburg war das wohl anders.
Dass du mit RaBa Red Bull eins auswischen willst, damit habe ich keine Probleme, die schwierige Konsequenz haben wir ja nun beide angesprochen.
Dass die Fans zwischen einer Marken- und Fanidenität unterscheiden können, ist keine Frage. Sie können das so gut oder so schlecht wie überall anders auch. Konflikte zwischen Verein und Fans bzw. vlt. auch zwischen Red Bull, Verein und Fans wird es auch in Leipzig geben bzw. gibt es bereits, das ist schlicht interessen- und strukturbedingt.
Vlt. noch ein Wort zu alex-muc86. In gewisser Weise gibt es nicht bessers als die Anhänger von 17 anderen Vereinen gegen sich zu haben.
Ich bedanke mich auch bei den anderen für die sachliche Diskussion.


#12

Ich greife kurz einen Punkt heraus: Ein Kürzel braucht es schon, wenn ich in einem 10 Minuten Abschnitt zehnmal “Rasenballsport” sage, stört das meinen Sprechrhythmus und auch damit auch das Hörerlebnis. Manchmal braucht es kurzsilbige Wörter.

Zum anderen Punkt: Für mich persönlich ist RB ausschließlich mit Red Bull verknüpft. Das kommt unter anderem durch Salzburg und das Engagement in der Formel 1. Aber mir ist klar, dass das eigentlich nicht deine Frage war, denn ich bin natürlich auch ein Filterblasenmensch.

Gegenfrage: Glaubst du aber wirklich, RB steht beim Sportschaugucker für Rasenballsport? Ich kann das kaum glauben, ehrlich gesagt.


#13

Auch mich stört dieses RaBa sehr. Wer sich intensiv mit Fussball beschäftigt, kann jeden Verein mit einer oder mehreren Marken sofort verbinden! Deswegen aber ausgerechnet bei Leipzig den Namen zu ändern um nicht an Brause zu denken ist nicht in Ordnung! Den FC Bayern nennst du ja auch nicht Voda München, um nicht an die Telekom denken zu müssen!
Ansonsten machst du mit deinen Gästen einen Superpodcast den ich sehr gerne supporte!


#14

Nein, es steht bei denen für RB Leipzig. Und wenn es hoch kommt, wissen sie noch, das Red Bull “Sponsor” ist. Ja, da bin ich mir relativ sicher.


#15

Ich finde es nicht in Ordnung Leuten die von “RaBa” sprechen den grundlegenden Respekt gegenüber des Gesprächspartners abzusprechen wenn es doch grade Red Bull war die jeden Respekt vor diesem Sport und seiner Kultur vermissen lässt - man muss sich dagegen wehren dürfen ohne das es gleich als Respektlosigkeit abgetan wird.


#16

Für ein Kürzel würde sich auch RBL anbieten. Oder einfach Leipzig sagen. Das steht für die meisten Fans eh im Vordergrund, nicht der Geldgeber.


#17

RaBa ist eine Verballhornung. Keine schlimme, keine “ehrabschneidende”, aber es ist eine. Und wenn ich meinen Gegenüber mit einem anderen Namen “anspreche”, als er sich gegeben hat, ist das kein Zeichen von Respekt.


#18

Ich habe überhaupt nichts gegen eine kritische, inhaltliche(!) Diskussion über die Rahmenbedingungen gegen RB, im Gegenteil. Das “Würd mal ja noch sagen dürfen”-Argument passt nicht.


#19

Ok, vielleicht liegt da einer der Hasen im Pfeffer begraben. Für dich und einige, die du ansprichst, steht RB für sich, für mich und einige, die hier antworten, steht RB ganz klar für Red Bull. Jetzt sind wir im Bereich der Subjektivität wie bei der Bewertung von Bayer Leverkusen auch. Ich würde allerdings die These aufstellen, dass ich mich nicht weit aus dem Fenster lehne wenn ich sage, dass mindestens 90% der Fußballfans RB ganz klar mit Red Bull assoziieren.

An der Stelle kommen wir ohne eine Marktforschung nicht weiter und selbst die sind ja leicht manipulierbar.

Vielleicht können wir deshalb eine Gedankenecke weitergehen. Ich starte beim Punkt, dass sich in 7 Jahren bei einigen Fans eine Identifikation mit der Identität von RB Leipzig gebildet hat, die losgelöst von Red Bull ist. Hierzu meine Frage: Gehört zu dieser Identität dann nicht auch, sich aber des Umstands sehr bewusst zu sein, dass genau diese Loslösung für viele andere noch nicht existiert. Dementsprechend gehört es dann doch genau eben auch zur Definition des Fantums für Leipzig, es auszuhalten wenn andere Fans protestieren oder ich im Rasenfunk nicht RB sondern RaBa sagen. Ist diese Kritik nicht Teil eurer Identität?

Ich will nicht sagen, dass man alles stillschweigend hinnehmen muss. Die Diskussion hier ist ja gut. Aber so wie ich als Bayernfan manche Dinge aushalten muss und jeder Dortmundfan manche Dinge aushalten muss, muss man nicht auch als Leipzigfan manche Dinge aushalten, ohne sich gleich tiefgreifend verletzt zu fühlen. Wieder subjektiv, ich weiß, aber ich denke mein Gedankengang ist nachvollziehbar, oder?


#20

Den Bayern werden seit Jahrzehnten die Lederhosen ausgezogen, ein Schalker hat im selben Zeitraum noch nie Abitur gemacht und in Bielefeld oder Paderborn werden kurz vorm Anpfiff noch schnell die Kühe gemolken - letztere Beispiele sind zwar nicht mehr 1. Liga, aber ihr seid es jetzt :wink: Also wertet doch so ein “Teasing” vom GNetzer eher als Bestätigung und nicht als Kritik :slight_smile: